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Aktuelles

Deutscher Urlauber bei Unfall ums Leben gekommen (05.06.17)

Ein deutscher Urlauber, der mit seiner Frau in Island unterwegs war, verstarb am Sonntag an den Folgen eines Unfalls. Wie die Polizei mitteilte, war das Wohnwagengespann des Paares am letzten Donnerstag bei einem heftigen Sturm von der Straße abgekommen. Während die Frau nur leichtere Verletzungen erlitt, wurde der Mann lebensgefährlich verletzt. Beide wurden mit einem Helikopter in das Universitätskrankenhaus von Reykjavik transportiert, wo der Mann am Sonntag seinen schweren Veletzungen erlag. Der Unfall ereignete sich am Donnerstag kurz nach Mittag auf der Ringstraße im Gebiet Öræfasveit im Südosten von Island. Das Meteorologische Institut von Island hatte im Vorfeld des Sturmes bereits vor extremen Windverhältnissen gewarnt und Reisende aufgefordert, sich über die aktuellen Wetterverhältnisse zu informieren. Die Böen erreichten mehr als 35 m/s (knapp 130 km/h) und die Witterungsverhältnisse waren für grosse Fahrzeuge wie Wohnwagengespanne denkbar schlecht geeignet. Der Unfall zeigt leider auf traurige Art erneut, wie gefährlich Wetterverhältnisse und andere Naturkräfte auf Island sein können und Touristen werden dringend aufgefordert, auch die elektronischen Anzeigetafeln am Straßenrand zu beachten, die aktuelle Windgeschwindigkeiten und Temperaturen anzeigen.

Flugzeug rutscht in Keflavik von der Landebahn (28.04.17)

Nach heftigen Schneefällen rutschte heute gegen 17:45 Uhr eine Maschine der Primera Air am Flughafen Keflavik bei der Landung von der Landbahn, die teilweise von Schnee und Eis bedeckt war. Die Passagiere kamen mit dem Schrecken davon. Es wurde niemand verletzt, aber der Flughafen musste mehrere Stunden gesperrt werden und die Passagiere konnten die Maschine erst nach 19 Uhr verlassen.

Island setzt auf Plastikstraßen (28.04.17)

Das Isländische Straßenbauamt hat Gelder in ein Forschungsprojekt investiert, das prüft, ob Recyclingmaterial aus Plastik als Ersatz für Asphalt auf isländischen Straßen verwendet werden kann. Die ersten Ergebnisse sind insgesamt positiv und vielversprechend.

Bereits seit 2015 gibt es in Europa entsprechende Versuche und in den Niederlanden beginnt man gerade damit, erste Straßen mit der neuen Technik zu bauen. Die Straßenelemente sind vorgefertigt und enthalten auch Hohlräume, die für alle möglichen Zwecke genutzt werden können, so z.B. zum Speichern von Wasser oder zum Verlegen von Kabeln und Leitungen. Die Elemente können auch wiederverwertet werden. Die Firma ReSource International prüft nun, ob das System auch für Isand geeignet ist. Es wäre erheblich billiger, als die klassische Bauweise mit Teer und würde dem isländischen Staat vermutlich viele Millionen Kronen sparen. Die Idee stammt ursprünglich aus Indien, dort wird seit einigen Jahren bereits recycelter Kunststoff im Straßenbau verwendet.

Island hebt Kapitalverkehrskontrollen auf - Krone schwächelt im Vorfeld (13.03.17)

Neun Jahre lang gab es strenge Kapitalverkehrskontrollen in Island, sie waren kurz nach dem Beginn der Bankenkrise eingeführt worde. Ziel war die Stabilisierung der isländischen Wirtschaft, man wollte eine Abwanderung von Kapital ins Ausland verhindern und beschränkte deshalb Investitionen im Ausland sowie den Tausch von isländischen Kronen in andere Währungen. Nun teilte die isländische Regierung mit, dass die Kontrollen am Dienstag vollständig aufgehoben werden. Dies gilt sowohl für Firmen, als auch für Privatpersonen und Pensionsfonds. Damit kehrt Island endgültig wieder an die internationalen Finanzmärkte zurück, nachdem schon in den vergangenen Jahren verbunden mit dem kräftigen Wirtschaftswachstum einige Beschränkungen aufgehoben worden waren. Die isländische Krone verlor heute rund 2,5% an Wert gegenüber dem Euro, allerdings hat sie in den letzten Monaten gegenüber dem Euro deutlich zugelegt. Vor 6 Monaten bekam man für einen Euro noch 128 Kronen, aktuell nur noch 118 Kronen. Ihren vorläufigen Höchststand hatte die Krone am 1. März, für einen Euro bekamn man nur noch 112 Kronen.

Amerikaner stirbt bei Schnorcheltour in der Silfa Spalte (13.02.17)

Der Sprecher des Nationaparks Thingvellir Einar Ásgeir Sæmundsson berichtet, dass schon mehrfach Touristen ohnmächtig wurden, während sie längere Zeit auf ihren Tauchgang oder ihre Schnorcheltour in der Silfra Spalte warten mussten. Nach Meinung Sæmundssons besuchen zu vielen Taucher und Schnorchler die Spalte, alleine im letzten Jahr waren es 50.000. Er fordert eine verstärkte Überwachung, nachdem gestern ein Amerikanischer Tourist nach seiner Schnorcheltour in der Spalte starb. Seit 2010 haben sich bereits 8 schwere Unfälle ereignet, vier davon waren tödlich. Wie Sæmundsson betonte, sei die Ausrüstung und Infrastruktur in den letzten Jahren kontinuierlich verbessert worden, das Problem sei die zu große Besucherzahl. Taucher und Schnorchler müssen oft lange warten und dies sei nicht nur unangenehm, sondern vor allem im Winter gefährlich, weil Unterkühlung drohe und Arme und Beine oft taub werden. Dies liege nicht zuletzt an den eng anliegenden Trockentauchanzügen, die auch die Blutzirkulation einschränken, was unter Umständen bis zur Ohnmacht führen kann. Die Verwaltung des Nationalparks fordert zusätzliches Fachpersonal für die Überwachung der Silfraspalte, es soll durch eine Erhöhung der Gebühren für Schnorchler und Taucher von 8 EUR auf 12 EUR finanziert werden. Parkranger Ólafur Örn Ólafsson berichtet auch von Touristen, die vorgeben, Taucherfahrung zu haben oder behaupten, bei guter Gesundheit zu sein, es aber nicht sind. Auch Gäste, die an einer Schnorcheltour teilnehmen, ohne schwimmen zu können, hat er schon wiederholt beobachtet. Hier stellt sich generell die Frage, ob Massentourismus dieser Art die Kontrollmöglichkeiten der Veranstalter überfordert und so zum Sicherheitrisiko wird.

 

Islands Vulkane rumoren (31.01.17)

Isländische Behörden haben Touristikunternehmen aufgefordert, Ihre Notfallpläne zu überarbeiten, da es nach Einschätzung von Wissenschaftlern ein steigendes Risiko für einen Ausbruch des Vulkans Katla gibt. Die zuständige Polizei in Südisland hat dabei u.a. mögliche Überflutungen durch Gletscherläufe im Blick. Im Falle eines Katlaausbruches rechnet man mit Gletscherläufen im Myrdalsandur, aber auch im Solheimasandur und im Markaföjot könnte es zu Überflutungen kommen.

Am letzten Freitag fand ein Treffen von Vertretern des Zivilschutzes, der Polizeibezirke Südisland, Westmännerinseln und Nordisland sowie von Mitarbeitern des Meteorologischen Instituts und der Universität Island statt, um die verstärkte seismische Aktivität der letzten Monate im Bereich der Katla und des Bárðarbunga zu diskutieren und zu bewerten. Bei dem Treffen wurde noch einmal deutlich gemacht, dass seit August 2016 die seisimische Aktivität ungewöhnlich hoch war. Es ereigneten sich 3 Beben mit einer Magnitude über 4 und zahlreiche weitere Beben mit einer Magnitude über 3. In einer nach dem Treffen veröffentlichten Pressemitteilung heißt es: "Die seismische Aktivität wurde begleitet von einer Zunahme der geothermischen Aktiviät. GPS-Messungen im Bereich der Katla Caldera zeigen eine Hebung der Erdoberfläche seit 2010. Wenn die Aktivität im Bereich der Katla wie im Moment zunimmt, muss mit einer höheren Wahrscheinlichkeit für einen Ausbruch gerechnet werden."

Island hat eine neue Regierung (09.01.17)

Nach langen Verhandlungen ist es nun offiziell - Island hat eine neue Regierung. Die Koalition aus Unabhängigkeitspartei, Reformpartei und Zukunftspartei hat die neue Regierungsmannschaft vorgestellt und am Mittwoch werden die Minister in ihr Amt eingeführt. Das Regierungsprogramm soll morgen der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Islands neuer Premierminister wird der Chef der Unabhängigkeitspartei Bjarni Benediktsson, seine Partei wird außerdem 5 Minister stellen. Die Reformpartei wird drei Minister stellen, die Zukunftspartei zwei.

Einer der Eckpunkte der neuen Regierungspolitik ist der Ausbau der teils maroden Infrastruktur in Island. So soll bis 2023 ein neues Universitätsklinikum gebaut werden, gleichzeitig soll auch die Kostenbeteiligung der Patienten im Gesundheitswesen generell reduziert werden.

Streik der Fischer wird fortgesetzt (14.12.16)

Ein Streik der Seeleute lähmt die isländische Fischereiwirtschaft seit nunmehr über vier Wochen. Seit 11. November sind die Fischer im Ausstand, nachdem die Lohnverhandlungen mit Fisheries Iceland gescheitert waren. Die Verhandlungen standen kurz vor einem erfolgreichen Abschluss, man konnte sich aber nicht auf den Personalschlüssel für Schleppnetzfischerei einigen.

Die Vertreter der Seeleute hatten nun in den letzten Wochen die Verhandlungen fortgesetzt und schließlich gelang es, eine Einigung zu erreichen. Diese wurde aber von der Gewerkschaft der Fischer mehrheitlich abgelehnt, 76% der Mitglieder verweigerten die Zustimmung. Der Streik wird deshalb fortgesetzt und es wird allgemein erwartet, dass er über Weihnachten hinaus andauert.

Versuch einer Regierungsbildung geht in eine neue Runde (02.12.16)

Der Versuch, nach den Parlamentswahlen eine neue Regierungsmehrheit im Parlament zu finden, geht in eine neue Runde. Islands Präsident Guðni Jóhannesson hat Brigitta Jónsdóttir, die Chefin der Piratenpartei, mit der Bildung einer neuen Regierung beauftragt. Brigitta Jónsdóttir äußerte in einer ersten Stellungnahme die Hoffnung, dass alle Parteien versuchen, einen Weg zur Zusammenarbeit zu finden, auch wenn sich seit den letzten Gesprächen noch keine grundsätzlich neuen Aspekte ergeben hätten. Ihr Ziel ist ein Bündnsi mit 4 weiteren Parteien - den Grünen, der Reformpartei, den Sozialdemokraten und der Zukunftspartei. Als wichtigste Aufgaben einer neuen Regierung sieht Jónsdóttir eine umfassende Reform des Gesundheitswesens und die Verbesserung der Situation auf dem Arbeitsmarkt.

Regierungsbildung in Island bleibt schwierig (25.11.16)

Katrín Jakobsdóttir, Chefin der Grünen in Island, hat ihr Mandat zur Bildung einer neuen Regierung zurückgegeben. Sie fordert eine konstituierende Sitzung des Parlaments, unabhängig davon, ob die Formung einer Regierung abgeschlossen ist.

Der isländische Präsident Guðni Jóhannesson gab in einer Pressekonferenz am Morgen bekannt, er habe die Parteichefs aller im neuen Parlament vertretenen Parteien telefonisch kontaktiert, um das weitere Vorgehen abzusprechen. Einen neuen Auftrag zur Regierungsbildung hat dabei keine Partei erhalten, die informellen Gespräche zwischen den Parteien gehen aber weiter. Der Präsident erinnerte die Parteiführungen an ihre Verantwortung und machte deutlich, dass es keine Option sei, von vorneherein Gespräche in bestimmten Konstellationen zu verweigern. Auch die Bildung einer Minderheitsregierung mochte der Präsident nicht ausschließen.

Kurs der Krone steigt weiter (02.11.16)

Die Isländer freut es - der Kauf von Produkten und Dienstleistungen kostet für Isländer nur noch halb so viel, wie vor etwa 2 Jahren. Dies ist die angenehme Folge des steigenden Kurses der isländischen Krone gegenüber dem Euro und dem Dollar. Auf Sicht könnte die Kursentwicklung aber auch zu erheblichen Problemen führen. Experten erwarten einen weiteren Anstieg der Krone und damit wird Island als Urlaubsziel wieder zu einem der teuersten Urlaubsländer weltweit - ein deutlicher Rückgang der Touristenzahlen ist nicht auszuschließen. Auch für die stark exportorientierte Fischereiwirtschaft wird die starke Krone zunehmend zum Problem, da isländische Fischereiprodukte im Ausland immer teurer werden. Alleine in desem Jahr ist die Krone gegenüber dem Euro schon um mehr als 15% gestiegen, in den letzten Tagen verlor der Euro täglich 0,1 - 0,2% an Wert. Nach einer neuen Statistik liegen die Preise in Island nur noch 7% unter dem Niveau in der Schweiz - dem teuersten Land der Welt.

Endergebnis der Parlamentswahlen (30.10.16)

Die Stimmzettel der Parlamentswahl in Island sind vollständig ausgezählt und das Endergebnis wurde wie folgt bekannt gegeben:

Unabhängigkeitspartei 29% / 21 Abgeordnete

Grüne 15,9% / 10 Abgeordnete

Piratenpartei 14,5% / 10 Abgeordnete

Fortschrittspartei 11,5% / 8 Abgeordnete

Reformpartei 10,5% / 7 Abgeordnete

Bright Future 7,2% / 4 Abgeordnete

Sozialdemokraten 5,7% / 3 Abgeordnete

Die Wahlbeteiligung betrug nur 79,2% und war seit Gründung der Republik Island im Jahr 1944 die niedrigste. Da für eine Mehrheit im Parlament 32 Abgeordnete notwendig sind, ist bereits jetzt klar, dass es keine Zwei-Parteien-Regierung geben wird. Zwischen Vertretern der Unabhängigkeitspartei und der Reforpartei ist bereits eine kontoverse Diskussion im Gange, wer den Auftrag zur Regierungsbildung erhalten soll.

 

 

 

Tourist in heiße Quelle gefallen (10.10.16)

Ein Tourist musste mit dem Helikopter der Küstenwache ins Universitätsklinikum transportiert werden, nachdem er in eine heiße Quelle gefallen war und sich erhebliche Verbrennungen zugezogen hatte. Der Mann war zunächst in der "Secret Lagoon" in Fludir baden, danach ging er zu den direkt neben der Lagune gelegenen heißen Quellen. Es gibt Vermutungen, der Mann könnte in eine der heißen Quellen getreten seion, da er deren Temperatur unterschätzt hatte. Er zog sich im rund 80°Cheißen Wasser schwere Verbrennungen an Händen, Beinen und ad der Brust zu. Die Polizei von Südisland ermittelt in dem Fall.

Vulkan Katla könnte ausbrechen (30.09.16)

Die Serie von Erdbeben im Vulkan Katla hat sich in den letzten Tagen fortgesetzt. Auch heute wurden wieder drei Beben mit einer Magnitude von mehr als 3 gemessen, zunächst ein Beben der Stärke 3,2 um 2:43 Uhr. Das stärkste Beben mt einer Magnitude von 3,7 ereignete sich um 4:41 Uhr, gefolgt von einem Beben der Stärke 3,1 nur eine Minute später. Um die Mittagszeit wurden weitere Beben ähnlicher Stärke registriert. Kristín Jónsdóttir, am Meteorologischen Institut Islands verantwortliche Direktorin für den Bereich Katastrophenschutz, äußerte sich besorgt über die anhaltende seismische Aktivität. Zwar gebe es keine Anzeichen für einen unmittelbar bevorstehenden Ausbruch, aber die aktuelle Bebenserie könne durchaus mit der lange erwarteten Katlaeruption enden. Allerdings ist nach Meinung von Kristin Jónsdóttir derzeit noch keine zuverlässige Aussage möglich. Neben einem Ausbruch wird auch ein Gletscherlauf durch Schmelzwasser als potentielle Gefahr gesehen. Um 14 Uhr fand eine Besprechung unter Beteiigung der Zivilschutzbehörde und Geowissenschaftlern der Universität von Island statt, um die Lage gemeinsam abzuschätzen. Die Warnstufe für den Luftverkehr wurde für das Katlagebiet von Status "grün" auf Status "gelb" erhöht. Der Zivilschutz hat für das Gebiet eine Vorwarnung ausgegeben und die Behörden bereiten den Einsatz der entsprechenden Krisenpläne vor. Wegen der unsicheren Lage wurde auch die Straße zum Gletscher Solheimajökull gesperrt, einem beliebten Zeil von Touristen am Südrand des Gletschers Myrdalsjökull. Aktuelle Informationen der Zivilschutzbehörde auch in englischer Sprache sind auf Facebook zu finden, auch eine Webcam ist online.

 

Tourist muss 800 EUR für Besuch von Flugzeugwrack zahlen (11.09.16)

Ende August wurde für einen spanischen Touristen der Besuch des Flugzeugswracks einer Douglas Super DC-3 auf dem Sólheimasandur zu einem teuren Vergnügen. Das Wrack liegt etwa 2km von der Ringstraße entfernt auf Privatland. Es wurde durch ein Musikvideo von Justin Bieber weltweit bekannt, als Folge besuchen täglich hunderte Touristen das Flugzeug. Da es durch die vielen Fahrzeuge und Offroadfahrten zu erheblichen Schäden an der empfindlichen Vegetation kam, wurde die Piste zum Wrack vor einiger Zeit von den Landbesitzern gesperrt. Der Spanier fuhr trotzdem auf der Piste, wurde aber bei der Rückkehr von den Landbesitzern angehalten und musste umgerechnet rund 800 EUR bezahlen. Kurze Zeit später wurde er bei der Polizei vorstellig und erstattete Anzeige gegen die Landbesitzer. Die Polizei wies inzwischen die Anzeige zurück, da die Landbesitzer sich nicht rechtswidrig verhalten haben. Der Fahrer hat sich nun an das spanische Konsulat gewandt und hofft auf Hilfe.

Stärkstes Beben seit Jahrzehnten im Katlavulkan (29.08.16)

In der vergangenen Nacht ereigneten sich im Gebiet des Vulkans Katla unter dem Gletscher Myrdalsjökull zwei Erdbeben mit einer Magnitude von 4,6 und 4,5. Dies sind die stärksten Beben, die seit 1977 registriert wurden, damals ereignete sich ein Beben der Magnitude 5,1. Den beiden Hauptbeben folgten heute noch zahlreiche Nachbeben.

Der erste Bebenschwarm der vergangenen Nacht umfasste 10 Beben und begann gegen 1:30 Uhr. Das stärkste Beben des ersten Schwarmes erreichte nur einen Wert von 2,4 auf der Richter-Skala. Der zweite Bebenschwarm mit den beiden starken Hauptbeben begann um 1:41 Uhr. Wie Sigurdís Björg Jónasdóttir vom Meteorologischen Institut Islands mitteilte, gibt es aber keine Anzeichen für einen Vulkanausbruch oder einen Gletscherlauf. Das Gebiet steht weiterhin unter genauer Beobachtung der Wissenschaftler.

Am Abend veröffentlichte der isländische Zivilschutz eine Warnung für das Gebiet um den Fluß Múlakvisl. Hier wurden eine erhöhte elektrische Leitfähigkeit sowie relativ hohe Schwefeldioxid- und Schwefelwasserstoffwerte gemssen. Die Zivilschutzbehörde warnt davor, sich längere Zeit in der Nähe des Flusses aufzuhalten.

Island will Kapitalverkehrskontrollen aufheben (26.08.16)

Acht Jahre sind seit der schweren Finanz- und Wirtschaftskrise in Island vergangen. Nun will Island laut einer Ankündigung des Finanzministeriums schrittweise die Kapitalkontrollen für seine Bürger vollständig aufheben. Bei der Vorstellung eines entsprechenden Gesetzentwurfes machten Vertreter des Ministeriums deutlich, dass zu Beginn des Jahres 2017 nur noch wenige Bürger von den Einschränkungen betroffen sein sollen. Die Beschränkungen waren 2008 eingeführt worden, um eine Kapitalflucht zu verhindern und einen noch stärkeren Wertverlust der isländischen Krone zu vermeiden. Insbesondere die Beschränkungen beim Tausch der Krone in ausländische Devisen machten vielen Bürgern zu schaffen. Der nun vorgestellte Gesetzentwurf wurde in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Währungsfonds ausgearbeitet und soll in Kürze im Parlament verabschiedet werden.

Island soll internationales Drehkreuz für Luftfahrt werden (19.08.16)

Der internationale Flughafen von Island in Keflavik platzt zwar jetzt schon aus allen Nähten, aber der Chef der Billigfluglinien WOW air kann sich vorstellen, dass Keflavik ein Drehkreuz werden könnte ähnlich wie Dubai. WOW hat konkrete Pläne ins Asien-Geschäft einzusteigen. Die Lage zwischen Europa, Amerika und Asien erscheint dem WOW Geschäftsführer Skúli Mogensen geradezu ideal. Vor allem für Amerikaner auf dem Weg nach Asien wäre der Umstieg in Island schneller, als in Frankfurt oder London. Derzeit fliegt WOW von Keflavik aus 29 Städte in Europa an, außerdem auch 4 Destinationen in den USA und 2 in Kanada. Auf den Strecken nach Asien wäre allerdings der Wettbewerb ungleich schärfer, als auf der Transatlantikroute.

Parlamentswahlen am 29. Oktober (12.08.16)

In Island wird es in Folge des Skandals um die Panama Papers am 29. Oktober diesen Jahres Neuwahlen geben. Darauf haben sich die im Parlament vertretenen Parteien geeinigt. Planmäßig sollten die Wahlen erst im Jahr 2017 stattfinden, aber nach dem Rücktritt des Ministerpräsidenten Sigmundur David Gunnlaugsson im April hatte die Bevölkerung vehement vorgezogene Parlamentswahlen gefordert. Die Enthüllungen um die Verwicklung Gunnlaugssons hatten in der isländischen Politik für erheblichen Wirbel gesorgt. Tausende Isländer versammelten sich im April zu Großdemonstrationen auf dem Platz vor dem Parlament. Bereits im Juni gewann bei der Präsidentschaftswahl mit Gudni Johannesson ein politischer Quereinsteiger, der sich als Alternative zu den Vertretern der etablierten Parteien präsentiert hatte.

Vollbeschäftigung in Island (03.08.16)

Im Juni 2016 gab es am isländischen Arbeitsmarkt 201.800 Menschen im erwerbsfähigen Alter. 197.100 Arbeitnehmer hatten einen Job, nur 4.700 Personen waren arbeitssuchend gemeldet. Im Vergleich zu 2015 stieg die Zahl der Erwerbstätigen um 700, die Arbeitslosenquote sank um 0,8%. Die Zahl der Arbeitslosen war seit Juni 2008 nicht mehr so niedrig, sie beträgt aktuell ca. 2,2% und in Island herrscht damit nur wenige Jahre nach dem Höhepunkt der Wirtschaftskrise wieder Vollbeschäftigung.

Verstärkte seismische Aktivität am Vulkan Katla (27.07.16)

Katla, einer der am meisten gefürchteten isländischen Vulkane, zeigt in den letzten Tagen verstärkte seismische Aktivität. Zwei Beben mit einer Magnitude von 3.2 wurde im Bereich der Katla Caldera unter dem Gletscher Myrdalsjökull gemessen. Zehn schwächere Nachbeben wurde ebenfalls registriert. Den meisten Menschen ist der Ausbruch des Eyjafjallajökull im Jahr 2010 noch in Erinnerung und bisher folgten den Ausbrüchen des Eyjafjallajökull meistens Eruptionen der Katla. Zudem brach die Katla seit der Landnahmezeit im Durchschnitt etwa alle 50 Jahre aus, der letzte große Ausbruch fand aber schon 1918 statt, also vor fast 100 Jahren. Zwar rechnen Fachleute nicht mit einem unmittelbar bevorstehenden Ausbruch, die verstärkte seismische Aktivität ist aber Anlaß für eine noch intensivere Überwachung des Vulkans.

Unterseekabel nach Großbritannien (20.07.16)

Sollte das schon lange geplante Unterseekabel von island nach Großbritannien irgendwann wirklich realisiert werden, müssten in Island weitere Wasserkraftwerke in der Größe des Kárahnjúkar mit einer Leistung von wenigstens 1.400 Megawatt gebaut werden. Zu diesem Ergebnis kam eine von der Regierung eingesetzte Arbeitsgruppe, die die Wirtschaftlichkeit eines solchen Projektes prüfen solle. Die Kosten für das Kabel und das Kraftwerk werden auf knapp 6 Millarden Euro geschätzt und der Bau könnte nicht ohne Investoren aus dem Ausland erfolgen. Derzeit sind entsprechende Investitionen aus Großbritannien nicht in Sicht. Zwar gibt es grundsätzlich Interesse an dem Projekt, doch hat die britische Regierung die Mittel für den Ausbau erneuerbarer Energien gekürzt. Ein weiteres Ergebnis der Projektstudie: die Energiepreise für Haushalte in Island würden um 5 bis 10% steigen und auch für Großabnehmer käme es zu Mehrkosten von insgesamt 15 bis 30 Millionen Euro jährlich. Eine Entscheidung drängt nicht und soll laut isländischem Wirtschaftsministerium keinesfalls mehr vor den Parlamentswahlen im Herbst getroffen werden.

Rekordtag am Flughafen Keflavik (12.07.16)

Am vergangenen Sonntag erlebte der Flughafen Keflavik einen neuen Rekordtag. Innerhalb von 24 Stunden wurden 188 Flüge und rund 32.000 Passagiere abgefertigt. In diesem Jahr werden insgesamt rund 7 Millionen Passagiere erwartet. Wie der Pressesprecher des Flughafenbetreibers Isavia, Guðni Sigurðsson, mitteilte, waren noch vor 10 Jahren Tage mit 70 bis 90 Flügen rekordträchtig. Derzeit finden am Flughafen erneut umfangreiche Bauarbeiten statt, um die weitr steigende Zahl der Flüge und Passagiere auch zukünftig abfertigen zu können. Bis zum Jahr 2040 rechnet man mit etwa 25 Millionen Passagieren jährlich.

Guðni Jóhannesson neuer Präsident Islands (28.06.16)

Die Isländer haben einen neuen Präsidenten gewählt. Mit 39,1% der Stimmen liegt der Historiker Guðni Jóhannesson deutlich vor der Unternehmerin Halla Tómasdóttir, die 27,9% der Stimmen erhielt. In Island reicht eine einfache Mehrheit zum Wahlsieg. Die Wahlbeteiligung war mit 75,7% unerwartet hoch, viele Experten hatten wegen der Fußball Europameisterschaft eine deutlich geringere Wahlbeteiligung erwartet. Der am 26. Juni 1968 geborene Guðni Jóhannesson hat in Großbritannien, Deutschland und Island Geschichte studiert, im Jahr 2003 promovierte er. Er ist derzeit als Dozent u.a. an der Universität von Island und der Universität Bifröst tätig. Guðni Jóhannesson wird am 1. August sein Amt antreten und damit die Nachfolge von Ólafur Ragnar Grímsson antreten, der nach 20 Jahren und fünf Amtszeiten nicht mehr kandidiert hatte.

 

Infrastruktur am Godafoss wird verbessert (10.06.16)

In den kommenden Monaten werden am Wasserfall Godafoss in Nordisland umfangreiche Arbeiten stattfinden, um die touristische Infrastruktur weiter zu verbessern. Rund 190.000 EUR Fondsgelder wurden von der Regierung dafür zur Verfügung gestellt. Schon seit Sommer 2015 wurden neue Wege und Aussichtspunkte sowie Parkplätze angelegt. Da die meisten Touristen bisher die Westseite des Wasserfalls bsuchen, sollen nun insbesondere an der Ostseite Wege und Aussichtspunkte verbessert werden, um die Besucher zukünftig gleichmäßiger zu verteilen. Man erhofft sich dadurch weniger Schäden an der Vegetation und weniger "Druck" auf die Natur an der Ostseite.

Niedrigste je registrierte Geburtenrate in Island (20.05.16)

Im Jahr 2015 wurden in Island 4.129 Kinder geboren, dies entspricht einer Geburtenrate von 1,81 - oder anders ausgedrückt, eine isländische Frau bekommt in ihrem Leben im Schnitt 1,81 Kinder. Die Geburtenrate des Jahres 2015 ist die niedrigste seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1853, liegt aber immer noch deutlich über dem europäischen Durchschnitt von 1,58. Um die Bevölkerungszahl langfristig stabil zu halten, ist eine Geburtenrate von 2,1 notwendig. Auch andere statistische Zahlen sprechen für einen Wandel in der isländischen Gesellschaft. Wurden in den 1960er Jahren bis Anfang der 1980er Jahre Frauen in Island noch mit etwa 22 Jahren erstmals schwanger, lag das Durchschnittsalter der Erstschwangerschaft im Jahr 2015 bei 27,4 Jahren.

Präsident Grimsson zieht erneute Kandidatur zurück (11.05.16)

Die Panama Papers fordern in Island ein weiteres prominentes "Opfer". Wie Päsident Olafur Grimsson mitteilte, wird er im Juni entgegen seiner bisherigen Absicht nicht mehr als Kandidat für das Amt des Päsidenten zur Verfügung stehen und keine sechste Amtszeit anstreben. Nach der Veröffentlichung der Panama Papers und dem Rücktritt des Premierministers hatte er angekündigt, das Land brauche in der jetzigen Situation Stabiliät und Kontinuität und er stehe entgegen seiner ursprünglichen Pläne deshalb für eine weitere Amstzeit zur Verfügung. Kürzlich wurde allerdings bei der Veröffentlichung weiterer Dokumente bekannt, dass auch die Familie seiner Frau in Steueroasen investiert hat. Grimsson bestritt zwar, davon gewusst zu haben, geriet jedoch trotzdem politisch unter Druck und zog daraus nun die Konsequenz.

Panama Papers - nun auch der Präsident? (06.05.16)

nachdem die Panama Papers vor einigen Wochen bereits zum Rücktritt des isländischen premierministers geführt haben, gerät nun auch das isländische Staatsoberhaupt, Präsident Olafur Ragnar Grimsson, unter Druck. Wie Reykjavik Media vor einigen Tagen berichtete, waren die Eltern von Grimsson Frau an einer Briefkastenfirma auf den Jungferninseln beteiligt. Dies wäre wenig brisant, wenn der Präsident nicht noch vor wenigen Tagen in einem CNN Interview erklärt hätte, weder er noch seine Frau oder die Familie hätten je Offshore-Konten besessen. Mit den neuen Medienberichten konfrontiert sagte er, weder er noch seine Frau hätten von den Konten und Offshorebeteiligungen gewusst. Der Vater seiner Frau sei bereits verstorben, seine Schwiegermutter habe keine Erinnerung daran. Ob die Berichte Einfluss auf seine erneute Kandidatur bei den präsidentschaftswahlen am 25. Juni haben, ist noch nicht absehbar.

Einführung von Parkgebühren an Sehenswürdigkeiten (13.04.16)

Lange waren alle Sehenswürdigkeiten in Island ohne irgendwelche Kosten zugänglich, weder Parkgebühren, noch Eintrittsgelder wurden verlangt und auch die meisten Toiletten waren kostenfrei nutzbar. Diese Ära geht nun wegen der deutlich steigenden Touristenzahlen langsam aber sicher zu Ende, die Kosten für den notwendigen Ausbau der Infrastruktur sind den Landbesitzern und dem Staat nich mehr länger alleine zuzumuten.

Am Strand von Reynisfjara nahe Vik werden im Sommer neue Parkuhren aufgestellt, die wie Basaltsäulen aussehen sollen und sich so in die Umgebung einfügen. Bereits im letzten Jahr wurde angekündigt, auch am Wasserfall Seljalandsfoss neue kostenpflichtige Parkplätze sowie ein Besucherzentrum zu bauen. Bereits ab 1. Mai sollen im Nationalpark Thingvellir Parkgebühren in Höhe von ca. 4 EUR für PKWs eingeführt werden, für Busse werden rund 25 EUR fällig. Die Beispiele dürften im Land Schule machen und es wird allgemein damit gerechnet, dass in naher Zukunft an allen wichtigen Sehhenswürdigkeiten Servicegebühren erhoben werden.

Starkes Erdbeben am Vulkan Bárðarbunga (08.04.16)

Schon seit einigen Monaten wird im Vulkansystem des Bárðarbunga wieder eine zunehmende Erdbebenaktivität registriert. In der vergangenen Nacht wurde am nördlichen Rand des Krarers das stärkste Beben seit dem Ende des Holuhraunausbruches im Februar 2015 gemessen. es erreichte einen Wert von 4,2 auf der Richterskala. Das Epizentrum lag in einer Tiefe von 3,5 Kilometern und es wurden bereits zahlreiche Nachbeben registriert, das stärkste mit einer Magnitude von 3,5 ereignete sich um 1 Uhr heute Nacht. Der Erdbebenspezialist Martin Hensch vom Meteorologischen Institut Islands teilte mit, es gebe derzeit keine Anzeichen für Magmabewegungen oder einen Ausbruch. Bereits am 3. April wurden in dem Gebiet zwei Beben mit einer Stärke von 3,4 und 3,0 registriert, die intensive Überwachung wird fortgesetzt.

Sigurður Ingi Jóhannsson wird neuer Ministerpräsident (06.04.16)

In Reykjavik geht ein ereignisreicher politischer Tag zu Ende. Nachdem der bisherige Premieminister Gunnlaugsson gestern seinen Rücktritt angekündigt hatte und wenig später bekannt gab, die Meldung sei ein Mißverständnis gewesen, gab es heute im Tagesverlauf zahlreiche Sitzungen verschiedener Gremien. Auch die Proteste gegen die Regierung vor dem Parlament in Reykjavik dauerten an. Gegen 21 Uhr Ortszeit wurde dann offiziell bekannt gegeben, das Gunnlaugsson sein Amt nun doch niederlegt und Sigurður Ingi Jóhannsson, der bisherige Landwirtschaftsminister, das Amt übernimmt. Neu ins Kabinett kommt Lilja Alfreðsdóttir, welches Ressort sie übernimmt, ist derzeit noch nicht klar. Für den Herbst 2016 wurden vorgezogene Parlamentswahlen angekündigt.

Premierminister Gunnlagsson - Rücktritt vom Rücktritt (06.04.16)

Der isländische Premierminister Sigmundur Davíð Gunnlaugsson ist wohl der am meisten mißverstandene Mann Islands. In einer Presseerklärung lies er bekannt gegeben, er sei nicht vom Amt des Premierministers zurückgetreten, sondern habe den stellvertretenden Vorsitzenden der Unabhängigkeitspartei gebeten, vorübergehend die Amtsgeschäfte wahrzunehmen.

 

Panama Papers - Isländischer Premierminister tritt zurück (05.04.16)

Nach den gestrigen Protesten vor dem isländischen Parlament sah es zunächst so aus, als würde Prmierminister Sigmundur Davíð Gunnlaugsson nicht an einen Rücktritt denken. Heute haben sich die Ereignisse in isländischen Regierungskreisen dann regelrecht überschlagen. Der isländische Präsident Olafur Ragnar Grimsson gab nach einem Treffen mit Premier Gunnlaugsson heute Mittag zunächst bekannt, dass er dessen Wunsch nach der Auflösung des Parlaments und Neuwahlen nicht nachkommen werde. Am Nachmittag folgten weitere Gespräche des Präsidenten mit den Vorsitzenden verschiedener Parteien und dem Parlamentspräsidenten. Ob der Präsident nach diesen Gesprächen einer Auflösung des Parlaments doch noch zustimmt, ist derzeit offen. Am Nachmittag zog allerdings Premier Gunnlaugsson erste Konsequenzen und reichte seinen Rücktritt ein. Sein Abgeordnetenmandat im Parlament hat er allerdings nicht niedergelegt und er bleibt auch Vorsitzender der Unabhängigkeitspartei. Als sein Nachfolger im Amt des Ministerpräsidenten ist Sigurður Ingi Jóhannsson, der bisherige Minister für Landwirtschaft und Fischerei von der Unabhängigkeitspartei designiert, ob er allerdings auch vom Koalitionspartner (Fortschrittspartei) unterstützt wird, ist noch nicht klar.

Panama-Papers führen zu Protesten (04.04.16)

Am heutigen Nachmittag fanden sich nach Polizeiangaben rund 22.000 Menschen auf dem Austurvöllur-Platz ein, um lautstark den Rücktritt des isländischen Permierministers Sigmundur Davíð Gunnlaugsson zu fordern. In der vergangenen Nacht wurden von den Medien in Island Berichte veröffentlicht, wonach der Premierminister und seine Frau geschäftliche Beziehungen zu einer Firma auf der Insel Tortola unterhalten. Entsprechende Informationen wurden den Medien in den Panama-Papers zugespielt. Besonderen Ärger ruft ein Interview mit dem Premierminister hervor, das vor einigen Wochen aufgezeichnet, aber erst gestern gesendet wurde. In dem Interview behauptet er, zu Briefkastenfirmen nur im Rahmen seiner früheren beruflichen Tätigkeit Kontakte gehabt zu haben. Als er in dem Interview gefragt wurde, warum er seine Beziehungen zu diesen Firmen vor der Öffentlichkeit und dem Kontrollgremium im Parlament verschwiegen habe, sagte Gunnlaugsson, er habe diese Geschäfte immer in seiner Steuererklärung angegeben und wäre nicht verpflichtet gewesen, sie dem Parlament zu melden. Als der Journalist weitere Fragen zu dem Thema stellte, weigerte sich Gunnlaugsson, diese zu beantworten und brach das Intervoew ab. Der Premierminister sieht trotz der größten Demonstration in der isländischen Geschichte keine Veranlassung, von seinem Amt zurückzutreten.

Tourismusverband investiert 4,6 Millionen Euro (23.03.16)

Aus dem Fond des Icelandic Tourist Board werden in diesem Jahr rund 4,6 Millionen Euro für 66 Projekte in ganz Island zur Verfügung gestellt. Die isländische Industrie- und Handelsministerin Ragnheiður Árnadóttir hat die Gelder bereits freigegeben. Nach mehreren auch tödlichen Unfällen von Touristen werden u.a. 37 Projekte finanziert, die die Sicherheit von Besuchern verbessern sollen. Jeweils über 200.000 EUR gehen in die Verbesserung der Infrastruktur am Wasserfall Dynjandi, am Geysir, in Skaftafell und am Wasserfall Dettifoss.

Gletscherlagune Jökulsarlon wird versteigert (11.03.16)

Die Bezirksverwaltung von Südisland hat eine Anfrage akzeptiert, die Farm Fell im Südosten Islands zu versteigern. Fell ist im Besitz einer großen Eigentümergemeinschaft und auf dem Grundbesitz der Farm liegt der Gletschersee Jökulsarlon, eine der größten Touristenattraktionen Islands. Seit Jahren gibt es Unstimmigkeiten zwischen den Landbesitzern und der Firma "Jökulsárlón Ferðaþjónusta", die Bootsfahrten auf dem Gletschersee anbietet und gerne die touristischen Einrichtungen erweitern würde, um die steigenede Nachfrage zu befriedigen. Es gab mehrfach Angebote des Tourismusunternehmens, die anderen Landbesitzer auszuzahlen, zuletzt wurden rund 1,7 Millionen Euro angeboten. Eine Einigung konnte aber nicht erzielt werden und auch der Versteigerungstermin am 14. April ist noch nicht sicher, denn ein Teil der Eigentümergemeinschaft will die Entscheidung der Bezirksverwaltung vor Gericht anfechten.

Jagd auf Finnwale für 2016 abgesagt (26.02.16)

Kristjan Loftsson, Beseitzer von mehreren Walfangschiffen und Betreiber der Walverarbeitungsstation im Walfjord, hat heute bekannt gegeben, dass er in diesem Sommer keine Finnwale jagen wird und seine Schiffe im Hafen bleiben. Hauptgründe für die Entscheidung sind nach seinen Angaben Probleme beim Import des Walfleisches in Japan und die hohen Kosten, die mit strengen internationalen Kontrollen verbunden sind. Die Nachfrage nach Finnwalfleisch hat in den letzten Jahren abgenommen und in isländischen Kühlhäusern lagern große Mengen tiefgekühltes Fleisch. In den letzten Jahren war eine Fangquote von jeweils rund 150 Finnwalen freigegeben, die aber nie komplett ausgeschöpft wurde.

 

 

Jökulsarlon - erneut Touristen in Lebensgefahr (19.02.16)

Erneut haben sich Touristen in Island durch leichtsinniges Verhalten in Lebensgefahr gebracht. Nachdem erst vor wenigen Tage ein Mann am Strand Reynisfjara in Südisland tödlich verunglückte, war nun der Gletschersee Jökulsarlon Schauplatz einer äußerst gefährlichen Situation. Dort waren Besucher auf das Eis gelaufen, um näher an Robben heranzukommen. In ersten Berichten war zunächst davon die Rede, die Touristen seien auf einer großen Eisscholle ohne Verbindung zum Land gefangen und drohten abzutreiben. Als Friðrik Jónas Friðriksson, ehemaliger Chef der Rettungsmanschaft des Hornafjördurgebietes, gegen 16 Uhr am Jökulsarlon eintraf, waren die Touristen etwa 200m vom Ufer entfernt. Es gelang ihnen aber, ohne Hilfe und unverletzt wieder an Land zu kommen. Friðriksson hält den Gletschersee für eine tickende Zeitbombe, da nicht einmal Schilder davor warnen, auf dem Eis zu laufen oder auf Eisberge zu klettern.

Video - Touristen auf dem Eis

Neue Rekordzahl von Touristen im Januar (12.02.16)

Eine vom isländischen Tourismusverband veröffentlichte Statistik belegt, was allgemein erwartet wurde - die Zahl der Touristen im Januar 2016 war so hoch wie noch nie in einem Januar. Rund 77.500 Besucher kamen im Januar 2016 ins Land, gegenüber dem Januar 2015 ein Plus von 14.800. Im Vergleich zum Januar 2010 hat sich die Zahl der Touristen vervierfacht. Die meisten Besucher kamen aus Großbritannien (35%), gefolgt von Besuchern aus den USA (19%), China und Deutschland (je 4%).

Tödlicher Unfall am Strand von Reynisfjara (10.02.16)

Die kürzlich geäußerte Befürchtung des Südisländischen Polizeichefs Sveinn Kristján Rúnarsson, es werde wegen leichtsinnigen Verhaltens von Touristen über kurz oder lang wieder einen tödlichen Unfall am Strand von Reynisfjara gaben, hat sich leider heute bewahrheitet. Am Vormittag wurde ein chinesischer Tourist während er fotografierte von einer großen Welle erfaßt und ins Meer gerissen. Der Mann konnte nur noch tot geborgen werden. Schon am Samstag war eine Gruppe von sechs Touristen von einer Welle erfasst worden und entkam den Wassermassen nur knapp. Mehrsprachige Warntafeln und Warnungen von Reiseleiter werden regelmäßig ignoriert und so war ein tödlicher Unfall nur eine Frage der Zeit. Der letzte tödliche Unfall ereignete sich vor 11 Jahren. Nun bleibt abzuwarten, ob und wie die Behörden reagieren, nachdem der Polizeichef von Südisland angesichts des Fast-Unfalls am Samstag eine offizielle Aufsicht am Strand ins Gespräch gebracht hatte.

Touristen in Lebensgefahr am Strand (09.02.16)

(c) Iceland Review / Magnús Jóhannsson

Wieder einmal haben sich Touristen am Strand von Reynisfjara an der Südspitze Islands selbst in Lebensgefahr gebracht. Trotz der Schilder, die in mehreren Sprachen vor gefährlich großen Wellen warnen, wurden am Samstag wieder sechs Besucher des Strandes von einer Welle überrascht, ein älterer Mann stürzte ins Wasser. Auch Warnungen von Reiseleitern werden regelmäßig nicht beachtet und Touristen nähern sich dem Wasser Stück für Stück, weil sie sich sicher wähnen. In unregelmäßigen Abständen treffen aber besonders große und schnell laufende Wellen den Strand, wer zu nah am Wasser steht, hat meist keine Chance, der Welle zu entkommen und nasse Füße sind noch das kleinste Übel. Sveinn Kristján Rúnarsson, Polizeichef von Südisland, fordert nun eine Aufsicht am Strand. Nach seiner Meinung ist es nur eine Frage der Zeit, bis es wieder einen tödlichen Unfall gibt.

Piratenpartei über 40% (29.01.16)

Die Piratenpartei hat in einer aktuellen Umfrage der Tageszeitung Frettabladid erstmals eine Unterstützung von mehr als 40% der Befragten. Bei Wahlen kämen die Piraten auf 42% der Stimmen (36% im November 2015), gefolgt von der Unabhängigkeitspartei mit 23% (29% im November 2015). Sowohl die Fortschrittspartei, als auch Sozialdemokraten und Grüne kommen jeweils auf etwa 10%.

Island besonders korrupt (28.01.16)

Unter den nordischen Ländern schneidet Island im jüngst veröffentlichten Jahresbericht von Transparency International am schlechtesten ab. Es hat den höchsten Korruptionsindex unter allen nordischen Ländern. Spitzenreiter im positiven Sinne sind Dänemark, Finnland und Schweden. Auf einer Skala von 0 bis 100 Punkten erreichte Island für das Jahr 2015 nur 79 Punkte. Vor der Wirtschaftskrise belegte Island im Jahr 2006 mit 97 Punkten noch den besten Platz. Insgesamt werden 168 Länder im Bericht erfasst, Nordkorea und Somalia belegen mit nur 5 Punkten die letzten Plätze.

Blue Lagoon ab 22. Januar wieder geöffnet (15.01.16)

Derzeit ist es in der Blauen Lagune, Islands meistbesuchter Touristenattraktion, sehr ruhig. Wegen der ständig steigenden Besucherzahl werden seit langer Zeit geplante Erweiterungsarbeiten nun durchgeführt. Das Wasser aus dem Badebereich wurde dazu abgelassen. Voraussichtlich ab 22. Januar wird die Blaue Lagune wieder geöffnet sein - mit 2.000 Quadratmeter mehr Fläche. Auch eine neue und größere Massageabteilung wird dann eröffent.

Direkt neben der Blue Lagoon werden derzeit auch 60 neue Hotelzimmer gebaut, insgesamt stehen nach Abschluss der Arbeiten 95 Zimmer zur Verfügung. Es ist auch geplant, einen komplett neuen Badebereich zu errichten, der von hohen Lavaformationen umgeben ist und den Gästen besseren Schutz vor Wind bietet.

Mit der Neueröffnung wird der Eintritt um weitere 5 Euro auf dann 45 EUR für 3 Stunden erhöht. Eine Voranmeldung auf www.bluelagoon.com und Zahlung des Tickets bei Anmeldung ist zwingend erforderlich.

 

Europas "Schneehauptstadt" Reykjavik (25.12.15)

Weiße Weihnachten gibt es tatsächlich - weit im Norden Europas. In der isländischen Hauptstadt Reykjavik liegen bei Temperaturen von -9°C gut 7cm Schnee. Reykjavik ist damit die einzige Hauptstadt Europas, in der es in diesem Jahr wirklich weiße Weihnachten gibt. Übrigens ist es eher die Regel, als die Ausnahme, dass es in Mitteleuropa "grüne" Weihnachten gibt. So berichtete Meteo Schweiz kürzlich, dass es seit 1931 nur 20mal weiße Weihnachten gab.

Kein Flüge von und nach Island am ersten Weihnachtstag (18.12.15)

Der Internationale Flughafen in Keflavik wird am 25. Dezember den ganzen Tag geschlossen bleiben. Im vergangenen Jahr war der Flughafen erstmals in seiner Geschichte am 1. Weihnachtstag geöffnet, weil ein einziger ankommender easyjet-Flug aus Genf abgefertigt werden musste. Traditionell bieten isländische Fluglinien am 25. Dezember keine Flüge an, weder nach Island noch von Island. Auch ausländische Fluglinien bieten üblicherweise am 25. Dezember keine Flüge von und nach Island an und easjet hat sich in diesem Jahr entschlossen, Island ebenfalls nicht anzufliegen. Am 26. Dezember wird der reguläre Flugbetrieb dann wieder aufgenommen.

Icelandair Charterflüge in die Antarktis (11.12.15)

Loftleiðir Icelandic, ein Unternehmen der Icelandair-Gruppe, hat in den letzten Wochen mehrere Charterflüge in die Antarktis durchgeführt. Die rund dreistündigen Flüge von Punta Arenas im Süden von Chile zum Union Gletscher in der nördlichen Antarktis wurden im Auftrag des Reiseveranstalters Polar Services und Antarctic Logistics & Expeditions durchgeführt. Für die Flüge kam eine Boeing 757 Linienmaschine zum Einsatz, die auf einer reinen Eispiste in der Antarktis landete. Loftleiðir Icelandic hat damit als erste Airline Flüge mit jeweils etwa 60 Passagieren mit einem normalen Passagierjet in die Antarktis durchgeführt.

Orkan lässt Stromnetz in weiten Teilen Islands zusammenbrechen (07.12.15 - 23:55 Uhr)

Der angekündigte Orkan hat Island mit voller Wucht getroffen. Seit dem Nachmittag ist das Land mehr oder weniger lahmgelegt. Die meisten Geschäfte und öffentlichen Einrichtungen wurden geschlossen, der öffentliche Nahverkehr und der Inlandsflugverkehr ist eingestellt. Über 80% der Straßen im ganzen Land sind gesperrt, die Windgeschwindigkeiten erreichten im Süden des Landes weit über 200km/h. Da die meisten Bürger den Aufrufen der Behörden gefolgt sind und ihre Häuser seit dem späten Nachmittag nicht mehr verlassen, gleicht Reykjavik eine Geisterstadt, die Straßen sind wier ausgestorben. Gegen 22:45 begann das Stromnetz Stück für Stück zusammenzubrechen. Zunächst wurde gegen 22:45 Uhr aus den Ostfjorden ein Stromausfall gemeldet, nur wenige Minuten später auch aus dem Norden rund um Akureyri. Gegen 23:30 Uhr hatte sich der Stomausfall auf die gesamte Osthälfte des Landes östlich einer Linie von Vik nach Siglufjördur ausgeweitet und auch in den Nordwestfjorden gingen die Lichter aus.

Orkanwarnung für ganz Island (07.12.15)

Für Island wird ab heute Mittag der stärkste Sturm seit 25 Jahren erwartet. Polizei, Zivilschutz und Meteorologisches Institut haben die Bevölkerung im Süden Islands aufgefordert, ab 12 Uhr heute Mittag die Häuser nicht mehr zu verlassen. Auch für Reykjavik wurde eine entsprechende Aufforderung veröffentlich, die ab 17 Uhr gilt.

In der Nacht auf Dienstag werden Spitzenwindgeschwindigkeiten bis zu 220 km/h und extremes Schneetreiben erwartet, das zum sogenannten "Whiteout" führt. Die Sichtweite beträgt dann weniger als 2 Meter und eine Orientierung ist absolut unmöglich. Die Verkehrsbehörde hat deshalb angekündigt, die Ringstraße entlang der gesamten Südküste vom Markarfljót bis zum Gletschersee Jökulsárlón ab heute Nachmittag zu sperren. Auch die Paßstraßen Hellisheiði, Þrengsli and Mosfellsheiði nahe von Reykjavik werden gesperrt, mit der Sperrung weiterer Straßen wird gerechnet. Die öffentlichen Schwimmbäder in Reykjavik werden ab 16:30 Uhr geschlossen, der öffentliche Nahverkehr mit Bussen wird um 17:00 Uhr eingestellt. Auch alle Inlandsflüge wurden gestrichen.

Rekordschneefall in Reykjavik (04.12.15)

Nach ergiebigen Schneefällen im Hauptstadtgebiet verzeichnete Reykjavik gestern die dickste jemals im Dezember gemessene Schneedecke. Offiziell wurde vom Meteorologischen Institut ein Wert von 42cm angegeben. Damit wurde der alte Rekordwert von 33cm deutlich übertroffen, der seit 29.12.2011 gültig war. Für die kommenden Tage wird allerdings mit steigenden Temperaturen und ergiebigen Regenfällen gerechnet, die weiße Pracht dürfte also nur von kurzer Dauer sein.

Isländische Website von IS gehacked (27.11.15)

Nach einem Bericht der isländischen Tageszeitung Morgunbladid soll der Islamische Staat (IS) die isländische Internetseite kristsdagur.is gehacked haben. Die Domain gehört der Vereinigung Isländischer Missionare. Zuletzt genutzt wurde sie für die Veranstaltung "Day of Christ" (=Kristsdagur), die im letzten Jahr im Kulturzentrum Harpa stattfand. Auf der gehackten Seite wurden Videos eingeblendet, die vom IS begangene Hinrichtungen zeigten. Inzwischen wurde die Internetseite komplett gesperrt. Dies ist bereits der vierte bekannt gewordene Fall der Übernahme einer isländischen Internetseite durch den IS. Hauptgrund dürfte die für Island landespezifische Endung "is" bei Internetadressen sein, die wohl auf für den IS interessant ist.

Erhöhte seismische Aktivität am Bárðarbunga (20.11.15)

In den vergangenen zwei Wochen wurde im Vulkansystem des Bárðarbunga verstätkte seimische Aktivität registriert. Auch zwei Beben mit einer Stärke über 3 wurden registriert. Wissenschaftliche Mitarbeiter der isländischen Zivilschutzbehörde haben die Messwerte bei einem Treffen diskutiert. Man vermutet, dass die erhöhte seimische Aktivität durch Ansammlung von Magma unter der Caldera des Bárðarbunga verursacht wird, was für die Zeit nach einer größeren Eruption nicht ungewöhnlich ist. Die Wissenschaftler sehen keine Anzeichen für einen neuen Ausbruch, das Vulkansystem wird aber weiterhin rund um die Uhr intensiv überwacht.

Flugzeugunglück bei Hafnarfjördur (13.11.15)

Gestern Nachmittag ereignete sich nahe Hafnarfjördur ein Flugzeugunglück. Eine kleine Maschine, die mit zwei Ausbildern der Iceland Flight Academy besetzt vom Stadtfluhgafen in Reykjavik gestartet war, verschwand gegen 15:30 Uhr vom Radarschirm und sendete ein Notsignal. Die Rettungskräfte fanden das Wrack der Maschine etwa 30 Minuten später in einem Lavafeld südwestlich von Hafnarfjördur, etwa 4km von der Straße nach Krisuvik entfernt. Die beiden Männer konnten nur noch tot aus dem Wrack geborgen werden, die Untersuchungen zur Unglücksursache dauern an.

Streik im Öffentlichen Dienst (16.10.15)

Seit gestern streiken rund 5.000 Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes in Island. Der Streik ist auf 48 Stunden befristet, betrifft aber viele Bereiche des täglichen Lebens. Neben dem Pflegepersonal der Krankenhäuser streikt u.a. auch das Kontrollpersonal am Flughafen Keflavik sowie Angestellte der Universität Reykjavik, die Polizei und Verwaltungsangestellte in allen Bereichen. Sollte es nicht zu einer Einigung zwischen der Gewerkschaft SFR und den öffentlichen Arbeitgebern kommen, drohen bis Mitte November vier weitere auf 48 Stunden befristete Streiks und dann ein unbefristeter Streik.

Bankmanager zu Haft verurteilt (09.10.15)

Am gestrigen Donnerstag wurde Sigurjón Þ. Árnason, der frühere Direktor der Landsbanki, vom Obersten Isländischen Gerichtshof zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt. Seine Kollegin Elín Sigfúsdóttir wurde zu 18 Monaten Haft verurteilt. Damit wurden 2 Urteile des Bezirksgerichts Reykjavik aufgehoben, das beide Angeklagte nicht der Veruntreuung für schuldig befunden hatte. Es ging um einen Verlust von 35 Millionen Euro, den beide Angeklagte laut Urteil zu verantworten haben. Das Gericht betonte dabei aber, dass die Angeklagten weder sich noch Ihnen nahestehende Personen bereichern wollten. Bereits im Februar diesen Jahres wurde der ehemalige Direktor der Kaupþing Bank, Hreiðar Már Sigurðsson, zu fünfeinhalb Jahren haft verurteilt.

Gletscherlauf an der Skaftá (01.10.15)

Die isländischen Behörden haben für den Gletscherfluß Skaftá im Süden Islands die niedrigste Warnstufe wegen eines bevorstehenden Gletscherlaufes verhängt. Reisende werden aufgefordert, den Flüssen Skaftá und Hverfisfljot fern zu bleiben, da in der Nähe der beiden Flüsse mit Überflutungen und möglicheweise auch mit hohen Konzentrationen an giftigen Schwefelwasserstoff zu rechnen ist. Innerhalb von nur 48 Stunden hat sich die Eisdecke des Gletschers über der Skaftá-Caldera um fast sieben Meter gesenkt. Derzeit fließen bereits rund 800 Kubikmeter Wasser pro Sekunde ab, der Höhepunkt des Gletscherlaufes wird für Samstag erwartet. Man rechnet mit einer maximalen Wassermenge von 2.000 Kubikmetern pro Sekunde.

Wiedereröffnung der Militärbasis Keflavik? (18.09.15)

Wie das isländische Außenministerium bestätigte, liegt eine Anfrage der USA zur Wiedereröffnung der Militärbasis in Keflavik vor. Hintergrund ist die wachsende Besorgnis der USA über militärische Aktivitäten Russlands in der Arktis, die US Vizeverteidigungsminister Bob Work kürzlich bei einem Besuch in Island und Norwegen zum Ausdruck gebracht hat. Während der Zeit des kalten Krieges gab es eine permanente Luftwaffenbasis der USA in Keflavik, diese wurde allerdings 2006 geschlossen. Inzwischen wird das Gebiet zum größten Teil zivil genutzt, ob ein noch vorhandener Flugzeughangar wieder in Betrieb genommen werden kann, ist noch nicht geklärt.

Island für Fußball EM 2016 qualifiziert (06.09.15)

Island hat die Sensation geschafft und sich erstmals für eine Fußball Europameisterschaft qualifiziert. Nach dem sensationellen 1:0 Sieg der Isländer im Spiel gegen die Niederlande reichte am heutigen Sonntag beim Spiel in Reykjavik ein Unentschieden gegen Kasachstan, um die Sensation perfekt machen.

Neuer Supercomputer für das Meteorologische Institut (28.08.15)

Ein neuer Supercomputer für Wettervorhersagen ist auf dem Weg nach Island. Er gehört dem Dänischen Meteorologischen Institut, wird aber im Rahmen einer Kooperation zwischen beiden Ländern zukünftig in Island genutzt. Der Standort in Island hat auch ganz praktische Gründe - der neue Computer ist etwa zehnmal so leistungsfähig, wie der bisher in Dänemark genutzte und benötigt deshalb deutlich mehr Energie. Strom ist aber in Island deutlich günstiger, als in Dänemark. Die stellvertretende Direktorin des Isländischen Meteorologischen Instituts (IMO) Hafdís Karlsdóttir hofft auf zukünftig noch genauere Wettervorhersagen. Allerdings wird es noch bis Ende 2016 dauern, bis der neue Sepercomputer in Betrieb gehen kann.

Kühles Wetter problematisch für Wasserkraftwerke (21.08.15)

Der ungewöhnlich kalte Sommer in island sogt für Probleme bei den Wasserkraftwerken des Landes. Wegen der niedrigen Temperaturen der letzten Wochen ist in diesem Sommeich weniger Gletschereis abgeschmolzen und die meisten Stauseen haben einen sehr niedrigen Wasserstand. So ist z.B. im Stausee Hálslón, der das Kraftwerk Kárahnjukar mit Wasser versogt, der Wasserstand um 30 Meter tiefer, als für diese Jahreszeit zu erwarten wäre. Ein warmer Herbst könnte die Situation noch entschärfen, sollte aber die Witterung weiterhin kühl bleiben, muss im Winter wahrscheinlich die Stromproduktion gedrosselt werden. Das Kraftwerk Kárahnjúkar versorgt ausschließlich das Aluminiumwerk im Osten Islands, aber auch andere Kraftwerk könnten während der kommenden Wintermonate von Wassermangel betroffen sein. Die isländischen Gletscher allerdings profitieren vom kalten, schneereichen letzten Winter und vom kühlen Sommer.

Astropark Thingvellir (14.08.15)

Positiv aufgenommen vom Verwaltungsrat des Nationalparks Thingvellir wurde die Idee, einen Astropark einzurichten. In diesem Zusammenhang soll auch geprüft werden, ob das internationale Zertifikat "Dark Sky Park" vergeben werden kann. Es zeichnet Gebiete aus, die nur minimal von künstlichen Lichtquellen beeinflusst werden und damit besonders zur Beobachtung des Nachthimmels geeignet sind. Betreut werden soll das Projekt von der Astronomiegesellschaft in Seltjarnarnes. Es gibt Überlegungen, am Besucherzentrum Hakið zwei oder drei Teleskope einzurichten, die auch für die Öffentlichkeit zugänglich sein sollen. Der Schwerpunkt der Nutzung soll allerdings im wissenschaftlichen Bereich liegen.

Island wird von Touristen zugeschissen (27.07.15)

Die Überschrift klingt sicher etwas drastisch und verallgemeinert sehr - aber so wird das heutzutage ja für gewöhnlich gehandhabt, um Aufmerksamkeit zu erreichen. Zum Glück verhalten sich in Island fast alle Touristen so, wie man es von Gästen erwarten würde, aber über einige unrühmliche Ausnahmen wurde in den vergangenen Tagen in den isländischen Medien berichtet.

So ließ eine Mutter in Husavik ihre Kinder im Stadtzentrum direkt am Rand eines Gehweges ihr großes Geschäft verrichten. Als sie von Einheimischen angesprochen und auf nahe Toiletten in Cafes und Restaurants hingewiesen wurde, meinte sie nur, die Vögel würden sich um die Sache kümmern und fuhr mit ihren Kindern im Auto weiter - die Häufchen blieben am Ort des Geschehens liegen.

Erst vor wenigen Tagen verursachte ein Tourist im Westen Islands beim Versuch, sein Klopapier auf einem trockenen Moosfeld zu verbrennen, einen Flächenbrand. An vielen anderen Stellen in Island weht der Wind immer wieder größere Mengen in freier Natur benutztes Klopapier durch die Gegend - nicht gerade eine angenehme Vorstellung.

Der isländische Vulkanologe Haraldur Sigurðsson berichtete kürzlich über entsprechende Beobachtungen auf der Halbinsel Snaefellsnes und meinte, man müssen an sehenswerten Plätzen inwischen aufpassen, wohin man trete, um nicht in Kotansammlungen zu treten - und diese stammen nicht von Kühen oder Hunden.

Über die Ursachen des Problems kann man durchaus diskutieren, sicher trägt auch die teils nicht vorhandene oder der Zahl der Touristen nicht gewachsene Infrastruktur dazu bei. Die isländische Politik diskutiert seit Jahren über die Einführung von Gebühren oder einer Steuer, um den Ausbau der Infrastruktur zu finanzieren, eine Entscheidung wurde aber erneut verschoben. Dies sollte aber trotzdem kein Anlass sein, ohne wirkliche Not Island auf diese Art zu verschmutzen...

 

Isländische Gewässer sind kein Trevi-Brunnen (24.07.15)

Seit einigen Jahren verbreitet sich in Island unter Touristen die Unsitte, Münzen in Flüsse, Bäche, wassergefüllte Erdspalten und heiße Quellen zu werfen. Offensichtlich fühlen sich viele Zeitgenossen genötigt, ohne weiter darüber nachzudenken Schwermetall in saubere isländische Gewässer zu werfen und damit dem schlechten Beispiel anderer zu folgen. Sowohl im Nationalpark Thingvellir, als auch im Geysirgebiet müssen Gewässer und heiße Quellen mit erheblichen Aufwand gereinigt werden und die Parkranger in Thingvellir bringen deutlich zum Ausdruck, dass wassergefüllte Spalten, Bäche und heiße Quellen keine Wunschbrunnen sind. Selbst im Ertränkungspfuhl nahe der alten Versammlungsstätte des isländischen Parlaments finden sich inzwischen zahlreiche Münzen. Es ist wohl nicht übertrieben, dies als Gipfel der Geschmacklosigkeit zu bezeichnen, denn dort wurden früher zahlreiche Frauen hingerichtet, indem sie ertränkt wurden.

 

Lupine und andere Neophyten werden zum Problem (21.07.15)

Die Lupine ist inzwischen zu einem gewohnten Anblick in der isländischen Landschaft geworden und während der kurzen Blütezeit tauchen die violett-blauen Blüten die Landschaft mancherorts in ein wahres Farbenmeer. Allerdings breitet sich die 1945 aus Alaska eingeführte Pflanze vielerorts unkontrolliert aus und verdrängt die einheimische Vegetation. An vielen Stellen gibt es bereits großflächige Lupinen-Monikulturen. Durch den extrem kalten Mai kam es in diesem Jahr zu einer fast explosionsartigen Ausbreitung der Lupine. Da viele andere Pflanzenarten durch späte Fröste geschädigt wurden, die Lupine aber mit der Witterung gut zurecht kam, hat sie in diesem Jahr einen erheblichen Wachstumsvorteil gegenüber anderen Pflanzen. Botaniker empfehlen, die Lupinen zu mähen, bevor sie samen bilden können, um eine weitere rasante Ausbreitung einzudämmen.

Der Wilde Kerbel, eine andere invasive Pflanzenart, wird noch kritischer gesehen. Die Art breitet sich ebenfalls schnell aus, reichert aber den Boden im Gegensatz zur Lupine nicht mit Stickstoff an. Auch der Kerbel verdrängt einheimische Pflanzenarten.

Auch der hochgiftige Riesen-Bärenklau ist in Island auf dem Vormarsch, obwohl es inzwischen verboten ist, die Pflanzenart zu kultivieren. Der Saft der Pflanzen führt unter Lichteinwirklung zu schweren Hautschäden. Bei einer Untersuchung in Akureyri wurden über 2.000 Exemplare an 450 Standorten registriert und es gibt Pläne, den Bestand soweit möglich zu vernichten.

Toilettenpapier verursacht Brand (17.07.15)

Schon seit einiger Zeit ist die touristische Infrastruktur - soweit sie überhaupt vorhanden ist - in Island an vielen Stellen den Besuchermassen nicht mehr gewachsen. Insbesondere benutztes Toilettenpapier von entsprechenden "Sitzungen" in freier Natur hat sich in den letzten Jahren zu einem teils ekelerregenden Problem entwickelt. Ein Radfahrer, der in Westisland sein Geschäft in freier Natur verrichtete, hat deshalb versucht, sein Toilettenpapier zu verbrennen, um so zu verhindern, dass es vom Wind weggeweht wird. Die Sache ging allerdings gründlich schief, denn das umgebende trockene Moos geriet in Brand. Löschversuche des Radfahrers blieben erfolglos, die Feuerwehr musste alarmiert werden. Auch an vielen anderen Stellen in Island wird inzwischen die Unsitte beklagt, sich in freier Natur zu erleichtern - eine der vielen negativen Seiten, die der Massentourismus in Island hat. Und von Massentourismus kann man inzwischen sprechen...

Offroad - auch in diesem Jahr ein teurer Spaß (10.07.15)

Zunehmend häufig drängt sich der Verdacht auf, manche Touristen ignorieren bewusst sämtliche Hinweise und Spielregeln im Zusammenhang mit der empfindlichen Natur Islands. Fahrten abseits von Straßen und gekennzeichneten Pisten sind zwar verboten, aber regelmäßig wird über Besucher berichtet, die mit ihren geliehenen Geländewagen ein "Offroad-Abenteuer" erleben wollen. Die Behörden fordern deshalb dazu auf, solche Verstöße mit Fotos oder Videos zu dokumentieren und zu melden.

Teuer wurde eine Offroadfahrt für einen Touristen, der kürzlich östlich des Kraters Hrossaborg nahe des Myvatn von anderen Reisenden beobachtet und der Polizei gemeldet wurde. Der Fahrer musste eine Strafe in Höhe von 1.000 EUR bezahlen, in früheren Fällen wurden sogar noch höhere Strafen ausgesprochen.

Neues Aluminiumwerk im Nordwesten Islands? (26.06.15)

Mehrere Gemeinden im Nordwesten Islands haben kürzlich eine Absichtserklärung unterzeichnet, die sich für die Ansiedlung eines Aluminiumwerkes bei Hafursstaðir im Skagafjörður ausspricht. Es soll eine Jahreskapazität von 120.000 Tonnen haben und mit über 200 MW elektrischer Energie aus dem Blandákraftwerk versogt werden. Die Absichtserklärung ist im Zusammenhang mit einer Initiative des Parlaments zu sehen, den Nordwesten Islands wirtschaftlich zu stärken. Sollte das Werk tatsächlich gebaut werden, rechnet man mit etwa 240 neuen Arbeitsplätzen in der Region.

Kinder mit Verbrennungen und Eisbärenalarm (19.06.15)

Zwei Kinder zogen sich Anfang der Woche bei einem Besuch im Geysirgebiet Verbrühungen ersten und zweiten Grades zu und wurden mit einem Helikopter der Küstenwache ins Krankenhaus nach Reykjavik gebracht. Eine isländische Familie stand bei einem Ausbruch des Strokkur außerhalb der Sicherheitsleine und vermutlich wurde durch den Wind heißes Wasser abgetrieben und traf die beiden Kinder.

Im Norden Islands wurde in der vergangenen Nacht der Campingplatz Jökulsárgljúfur evakuiert, da ein spanischer Tourist glaubte, einen Eisbären gesehen zu haben. Eisbären gelangen gelegentlich von Ostgrönland auf Eisschollen nach Island und gelten als extrem gefährlich, da sie meist völlig ausgehungert sind. Als der Spanier von der Polizei befragt wurde, war er sich nicht mehr sicher, ob er tatsächlich einen Eisbären gesehen hatte, der Campingplatz ist inzwischen wieder geöffnet.

Kapitalkontrollen werden gelockert (12.06.15)

Die isländische Regierung plant, die vor 7 Jahren während der Finanzkrise eingeführten Kapitalkontrollen aufzuheben und zu einer gewissen Normalität auf dem isländischen Finanzmarkt zurückzukehren. Um einen unkontrollierten Kapitalabfluss zu verhindern, muss allerdings beim Verkauf von Vermögenswerten eine Steuer von 39% entrichtet werden. Die Regierung hofft nicht nur auf rund 4,5 Milliarden Euro Einnahmen, sondern auch auf ein besseres Rating für das Land. Während Island vor der Krise von den großen Ratingagenturen noch mit A+ bewertet wurde, steht es aktuell auf einer Bewertung von BBB.

Sperrgebiet um Holuhraun aufgehoben (05.06.15)

Gut 3 Monate nach dem Ende des Vulkanausbruches ist das Sperrgebiet rund um das Lavafeld Holuhraun aufgehoben worden. Das Gebiet steht nun nicht mehr unter durchgehender Überwachung, allerdings finden weiterhin Kontrollen durch die Behörden statt. Ausschlaggebend für die Entscheidung war ein deutlicher Rückgang der seismischen Aktivität im Vulkan Bárðarbunga in den letzten Monaten. Auch die Konzentration giftiger Gase im Bereich des neu entstandenen Lavafeldes stellt keine unmittelbare Gefahr mehr dar. Die Nationalparkverwaltung plant, noch in diesem Sommer Wanderwege zum neue Lavafeld zu markieren. Insgesamt bedeckt das neue Lavafeld eine Fläche von 85 Quadratkilometern.

Ungewöhnlich kalter Mai geht zu Ende (29.05.15)

Ein ungewöhnlich kalter Mai geht in Island zu Ende. Nach aktuellem Stand ist der Mai 2015 der viertkälteste seit 1949 und der kälteste seit 1979. Vor allen in den südwestlichen Landesteilen war es deutlich kälter, als in den vergangen Jahren. Auch an den vergangenen Tagen wurden in vielen Teilen Islands noch Schneefälle registriert und Touristen, die mit dem eigenen Auto ins Land kommen möchten, sollten auf winterliche Verhältnisse eingerichtet sein. Zumindest für die kommenden Tage ist auch keine deutliche Erwärmung in Sicht.

Ehemaliger Premierminister Halldór Ásgrímsson gestorben (22.05.15)

Der ehemalige isländische Premierminister Halldór Ásgrímsson ist am 18. Mai im Landspitali in Reykjavik im Alter von 67 Jahren an den Folgen eines Herzinfarktes gestorben. Er war von September 2004 bis Juni 2006 Premierminister Islands, davor war er als Außenminister, Fischereiminister und Justizminister tätig. Außerdem war er ab 1994 für 12 Jahre Vorsitzender der Fortschritspartei. Das Staatsbegräbnis ist für den 28. Mai geplant. Ásgrímsson hinterläßt eine Frau, drei erwachsene Töchter und mehrere Enkel und Urenkel.

Walfangsaison in Island startet (15.05.15)

In Island hat die Walfangsaison begonnen. In diesem Jahr wurde vom Fischereiministerium wie im letzten Jahr eine Quote von 239 Zwergwalen freigegeben. Die Quote wurde im vergangenen Jahr nicht ausgeschöpft, während der gesamten Fangsaison wurden 24 Tiere harpuniert. Auch für Finnwale wurde eine Quote freigegeben, in diesem Jahr 154 Tiere. Wirtschaftlich spielt der Walfang keine wichtige Rolle mehr für Island. Wesentlich größere Bedeutung hat die Walbeobachtung, die im vergangenen Jahr über 13 Millionen Euro Einnahmen erbrachte. Gut 200.000 Touristen haben im letzten Jahr an Walbeobachtungsfahrten teilgenommen, gleichzeitig wurde aber auch etwa die Hälfte des Walfleisches von Touristen verzehrt. Wie schon in den vergangenen Jahren wurde der Beginn der Walfangsaison von Protesten in Island selbst, aber auch im Ausland begleitet. Ein Einlenken der isländischen Regierung ist aber weiterhin nicht absehbar.

Felssturz bei Dyrholaey (08.05.15)

Am vergangenen Montag ereignete sich am Kap Dyrholaey ein größerer Felsturz. Gestein stürzte aus rund 120 m Höhe ins Meer. Da weitere Felsstürze nicht ausgeschlossen werden können, haben die Behörden einen Teil des Gebietes für Besucher gesperrt. Wie inzwischen schon fast üblich, glauben allerdings manche Besucher, Absperrungen würden nicht für sie gelten oder könnten ignoriert werden. In den letzten Tagen wurden wiederholt Besucher beobachtet, die einfach über die Absperrungen hinweg gestiegen sind und sich im abgesperrten Bereich aufhielten.

Neues Geothermalkraftwerk in Nordisland (01.05.15)

Nach langer Planungszeit und vielen Verzögerungen soll in den nächsten Tagen nun mit dem Bau eines neuen Geothermalkraftwerkes im Nordosten Islands begonnen werden. Der nationale Energieversorger Landsvirkjun will die Erdwärme im Thermalgebiet Þeistareykir nutzen, um das neue Industriegebiet Bakki nahe Husavik mit Energie zu versorgen. In der ersten Ausbaustufe, die bereits 2017 in Betrieb gehen soll, wird das Kraftwerk eine Leistung von 45 MW haben. Langfristig könnte die Leistung bis auf 200 MW ausgebaut werden. Das gesamte Projekt ist mit Baukosten von rund 160 Mio. EUR veranschlagt.

Neuer Anlauf für Luxushotel neben Harpa (23.04.15)

Das US-Immobilienunternehmen Carpenter & Company hat die Rechte zum Bau eines Hotels neben dem Kultur- und Kongresszentrum Harpa in der isländischen Hauptstadt Reykjavik erworben. Das Unternehmen plant des Bau eine 5-Sterne Hotels mit etwa 250 Zimmern sowie mehreren Restaurants, einem Wellnessbereich und Konferenzräumen. Dies wurde kürzlich auf einer Pressekonferenz angekündigt. Geschäftsführer Richard Friedmann hat die Hoffnung, mit dem Hotel auch Gäste nach Reykjavik zu locken, die bisher wegen des fehlenden Angebotes an Luxushotels die Stadt nicht besucht haben. Großes Potential sieht er auch durch die unmittelbare Nachbarschaft zum Kulturzentrum Harpa. Bürgermeister Dagur B. Eggertsson sieht die Entwicklug ebenfalls positiv und hofft, endlich die Baulücke und das große Loch neben Harpa schließen zu können - schon mehrfach war der Bau eines Hotels angekündigt worden, doch bisher ist es immer bei Ankündigungen geblieben. Derzeit befinden sich die Investoren noch in Gesprächen mit möglichen Betreibern des Hotels, bereits in Kürze rechnet man mit dem Abschluß einer Vertrages mit einer internatiolen Hotelkette. Die Bauarbeiten sollen im Herbst beginnen, die Fertigstellung ist für das Jahr 2018 geplant.

Gullfoss - Neuanfang vor 100 Jahren (16.04.15)

Im Jahr 1914 wurde in Reykjavik die Reederei Eimskip mit tatkräftiger Unterstützung auch vieler armer Isländer gegründet - rund 14.000 Bewohner der Insel erwarben damals eine Aktie der Reederei, um zu dokumentieren, dass auch sie darin das endgültige Ende des dänischen Handelsmonopols sahen. Am 16. April 1915, also genau vor 100 Jahren und nur ein Jahr nach Gründung von Eimskip, wurde das neue Flaggschiff "Gullfoss" in Dienst gestellt. Als das Schiff erstmals im Hafen von Reykjavik einlief, blieben Geschäfte und Schulen geschlossen und die Isländer bereiteten dem Dampfer einen begeisterten Empfang. Nach Jahrhunderten der Abhängigkeit von norwegischen und dänischen Schiffen und dem 1602 eingeführten dänischen Handelsmonopol begann mit der Gullfoss ein neues Zeitalter. Eimskip vergößerte die Flotte kontinuierlich und hatte bei Ausbruch des 2. Weltkrieges sechs Schiffe im Einsatz. Heute ist Eimskip ein weltweit agierendes Logistikunternehmen mit Niederlassungen in 19 Ländern und mehr als 1.400 Mitarbeitern.

Golfstrom schwächt sich ab (10.04.15)

Der Golfstrom bringt in großer Menge vergleichsweise warmes und salzhaltiges Wasser an die Küste von Island und gilt als eine Art kostenlose "Zentralheizung". Für die geographische Lage der Insel weit im Norden ist es durch die Auswirkung des Golfstroms vergleichsweise mild, in Grönland dominieren auf gleicher Breite gewaltige Eismassen das Land. In einer kürzlich in der Zeitschrift "Nature" veröffentlichten Publikation wird nun über eine drohende Abschwächung der Meeresströmung berichtet. Stefan Rahmstorf und andere Wissenschaftler führen als Ursache große Mengen Süßwasser an, die durch das Abschmelzen arktischen Eises ins Meer gelangen. Der isländische Ozeanograph Héðinn Valdimarsson zeigte sich angesichts der Publikation nur wenig überrascht. Bereits in den Jahren 1965 bis 1971 war es zu einem ungewöhnlich starken Abschmelzen des Meereises in der Arktis gekommen und vergleichsweise kaltes und salzarmes Wasser zirkulierte im Nordatlantik und schwächte den Golfstrom ab. Das isländische Meeresforschungsinstitut hat bisher keine Erhöhung des Süßwasseranteils im Meer um Island festgestellt, lediglich in den letzten 3 Jahren haben die Forscher etwas tiefere Wassertemperaturen gemessen. Héðinn Valdimarsson nennt als eine mögliche Ursache auch Windverhältnisse, die Meeresströmungen vorübergehend beeinflussen können.

Island zieht Antrag auf EU-Beitritt zurück (13.03.15)

Die isländische Regierung hat in einem Schreiben an die EU den Antrag Islands auf eine EU-Mitgliedschaft zurückgezogen. Damit haben die Mitte-Rechts-Parteien ihre bereits im letzten Wahlkampf gemachte Ankündigung umgesetzt. Der Beitritt war 2009 während der Wirtschaftskrise von der damaligen linken Regierung beantragt worden, lag aber nach dem Regierungswechsel 2013 seit fast 2 Jahren auf Eis. Größter Streitpunkt in den Verhandlungen waren Fragen der Fischereiwirtschaft, einem der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren Islands. Die Entscheidung der Regierung führte zu Protesten, da sich die Mehrheit der Bevölkerung übergangen fühlt. Laut einer Umfrage fordern über 80% der Isländer ein Referendum über die Frage, ob der Antrag zurückgezogen werden soll. Schon mehr als 50.000 Isländer haben eine entsprechende Petition unterzeichnet.

Holuhraun-Eruption ist zu Ende (01.03.15)

Nach 6 Monaten ging die Eruption im Lavafeld Holuhraun zu Ende. Der Vulkanausbruch war einer der größten und gefährlichsten in der Geschichte Islands, monatelang wurden große Mengen giftiger Gase ausgestoßen und die neue Lava bedeckt eine Fläche von etwa 90 Quadratkilometern. Durch die Lage der Ausbruchstelle mitten im Hochland weitab von Siedlungen kam aber niemand direkt zu Schaden.

Die ersten Anzeichen für einen Vulkanausbruch traten am 16. August 2014 auf. Eine Reihe von Erdbeben erschütterte den Vulkan Bardarbunga und Fachleute befürchteten eine Eruption unter dem Gletscher Vatnajökull mit großen Flutwellen und Ascheproduktion. Vermutlich fand am 23.08.14 tatsächlich ein kurzer und kleiner Ausbruch unter dem Gletscher statt, zumindest sprechen verschiedene Meßwerte dafür. Wenige Tage später begann eine Spalteneruption nördlich des Gletschers im Lavafeld Holuhraun. Dieser Ausbruch dauerte bis heute an, ausführliche Informationen gibt es auf unserer Seite Vulkan Holuhraun. Das Team von iceland.de war vor einigen Tagen nochmals mit einem Rundflug unterwegs, dabei entstand das folgende Video.

Sturm bring Touristen in Gefahr (23.02.15)

Ein weiterer Orkan ist am Sonntag über den Süden von Island hinweggefegt. Rettungsmannschaften mussten mindestens 10 Autofahrern zur Hilfe kommen, deren Scheiben von fliegenden Steinen zertrümmert wurden. Die Insassen, meist Touristen, wurden in ein Hotel gebracht. Das Unwetter wird für die Touristen noch ein teures Nachspiel haben, da die Schäden an den Fahrzeugen nicht durch die Versicherung gedeckt sind.

Stürme, die so stark sind, daß sie auch kleinere Steine durch die Gegend fliegen lassen, sind für Island nicht ungewöhnlich, aber viele Touristen informieren sich nicht ausreichend und bringen sich selbst und andere dadurch in erhebliche Gefahr. In Island stehen umfangreiche Informationen zum sicheren Reisen, zum Wetter und den Straßenverhältnissen im Internet zur Verfügung, so z.B. auf www.safetravel.is, www.vegag.is und www.vedur.is - die Vermieter der Leihwagen weisen in ihren Infobroschüren auch darauf hin. An vielen Stellen entlang der Straßen gibt es automatische Anzeigetafeln, die sowohl die Windstärke, als auch die Temperatur anzeigen. Gefährlich hohe Windgeschwindigkeiten werden in roter Schrift angezeigt und Einheimische vermeiden Fahrten auf den entsprechenden Streckenabschnitten.

Holuhraun Eruption voraussichtlich in wenigen Tagen für Besucher besser zugänglich (13.02.15)

Sperrgebiet um Holuhraun.
Holuhraun Vulkanausbruch - Sperrgebiet

Die isländische Zivilschutzbehörde hat in Absprache mit der Polizei und verschiedenen Wissenschaftlern angekündigt, das Sperrgebiet rund um den Vulkanausbruch Holuhraun deutlich zu verkleinern. Damit wird es voraussichtlich bereits in wenigen Tagen möglich sein, sich unter gewissen Auflagen mit Geländewagen der Ausbruchstelle bis auf wenige Kilometer zu nähern. Ausschlaggebend für die Entscheidung war zum einen die weitere Abschwächung des Ausbruches in den letzten Wochen, vor allem aber auch neue Berechnungen zum Ausstoß giftiger Gase unter Berücksichtigung der zu erwartenden Witterungsverhältnisse in den nächsten Wochen. Die Behörden warnen jedoch weiterhin eindringlich vor einem Besuch des Gebietes ohne Schutzausrüstung und empfehlen dringend, regelmäßig die Gasmeßwerte und Prognosen zur Konzentration giftiger Gase beobachten. Konkrete Informationen über die aktuelle Anpassung des Sperrgebietes werden für die nächsten Tage erwartet. Voraussichtlich wird eine Hochlandpiste, die vom See Myvatn zu einem Aussichtspunkt südlich des Berges Kattbeking führt freigegeben, der Aussichtspunkt ist etwa 10km vom Ausbruch entfernt.

Sollte sich die Situation nicht vorher grundlegend ändern, wird dann in einigen Wochen eine erneute Anpassung der Größe des Sperrgebietes geprüft. Der Vulkanausbruch Holuhraun ist der größte Ausbruch in Island seit der Lakieruption 1783 und man erwartet, dass zahlreiche Touristen die Gelegenheit nutzen wollen, sich das Naturschaupiel aus der Nähe anzusehen.

 

Hotels in Reykjavik ausgebucht (10.02.15)

Derzeit sind in Reykjavik praktisch alle Hotels komplett ausgebucht. Dies verdient vor allem deshalb besondere Erwähnung, weil bis vor wenigen Jahren der Winter eine äußerst unattraktive Zeit für Touristen war und viele Hotels während dieser Zeit geschlossen waren. Der für das Sónar Musikfestival verantwortliche Manager Björn Steinbekk berichtete trotz frühzeitiger Buchung von erheblichen Problemen, Unterkünfte für Journalisten zu finden, die über das Festival berichten wollten. Das Musikfestival wurde ursprünglich auf diese Zeit des Jahres gelegt, weil kaum Touristen im Land waren. Für das kommende Wochenende werden alleine rund 1.700 Festivalbesucher aus dem Ausland erwartet.

Buch über das Islandschaf erscheint in Kürze (08.02.15)

In diesen Tagen erscheint ein spannendes Hintergrundbuch zur "Wollmilchsau" Islands: dem Schaf. Bis etwa 1910 waren Schafe die wesentlichen Milchlieferanten. Nahezu die gesamte Kleidung bestand aus Wolle, Schuhe waren meist aus Schafleder. Das Fleisch war und ist ein wichtiger Nahrungsbestandteil. Auch Innereien, Knochen und Hörner wurden (und werden) genutzt, ebenso wie das Fell und Leder. Auch wenn Weiß dominiert, ist die Farbvielfalt groß. Es gibt Schafe mit und ohne Hörner und mit vier Hörnern ... und „Anführerschafe“ mit besonderer Intelligenz.

Die volkswirtschaftliche Bedeutung der Schafe ist bis heute enorm. Wie jede(r) Islandreisende feststellt, trifft man unterwegs immer wieder auf kleine Gruppen von Schafen. Es gab zwar Versuche mit eingeführten Schafrassen, aber alle heutigen Schafe sind letztlich Abkömmlinge der Tiere, die im 9. und 10. Jahrhundert mit den ersten Siedlern Islands ins Land kamen.

Dieses kleine Buch bietet auf 60 Seiten eine kompakte und dennoch fundierte Einführung in die Besonderheiten der Islandschafe früher und heute. Über 100 historische und aktuelle Fotoaufnahmen, Karten und Diagramme machen es zu einer Fundgrube sowohl für Islandfreunde als auch für Schafexperten. Ein Blick über die Insel hinaus („Islandschafe im Ausland“) rundet das Werk ab.

Die deutschstämmige Autorin Caroline Kerstin Mende lebt mit Hund, Pferden und Schafen im nordisländischen Skaga­fjörður, wo fast jeder Hof Schafe hat. Sie bietet auf ihrem kleinen Hof Nes auch Workshops rund um das Islandschaf an.

Ein Klick auf folgenden Link öffnet ein vierseitiges PDF für einen kleinen Einblick:

http://www.verlag-alpha-umi.de/Das_Islandschaf_Umschlag_Inhalt.pdf. Das Buch ist direkt beim Verlag unter info@verlag-alpha-umi.de noch bis zum 10. Februar zum Subskriptionspreis von 7,70 Euro erhältlich, danach für 8,90 Euro (plus 2,00 Euro Versand, ab 3 Stück frei).

isländische Wollmilchsau

Erdbeben nahe Reykjavik (30.01.15)

Ein Erdbeben der Stärke 3,2 ereignete sich gestern Abend nahe Reykjavik. Das Epizentrum lag 4km östlich des Berge Helgafell bei Hafnarfjörður. Das Beben war in Hafnarfjörður deutlich zu spüren, es folgten einige leichtere Nachbeben. Gegen 23 begann letzte Nacht eine Bebenserie nahe des Felsens Geirfugladrangur vor der Halbinsel Reykjanes. Das stärkste Beben erreichte eine Magnitude von 3.

 

Asentempel entsteht in Reykjavik (22.01.15)

Im März 2015 soll mit dem Bau des ersten Asentempels seit 1000 Jahren begonnen werden. Als Standort ist der bewaldete Hügel Öskjuhlíð vorgesehen, auf dem auch der Aussichtspunkt "Perle" steht. Das Gebäude soll auf einer Fläche von 350qm bis zu 250 Menschen Platz bieten, die Fertigstellung ist für Sommer 2016 geplant. Ursprünglich planten die Anhänger der Religion den Tempel im Elliðaárdalur zu errichten, auf Vorschlag der früheren Bürgermeisterin Ingibjörg Sólrún Gísladóttir wurde dann aber der Standort nahe des Stadtzentrums und in der Nähe der Universität gewählt. Der Baugrund wurde von der Stadt zur Verfügung gestellt, die Baukosten in Höhe von etwa 860.00 EUR werden von den 2.400 Mitgliedern der Gemeinde getragen.

Endgültiges Aus für EU-Beitritt? (07.01.15)

Ein Beitritt Islands in die EU scheint in weite Ferne zu rücken. Wie Premierminister Sigmundur David Gunnlaugsson kürzlich ankündigte, plant die Regierung, einen entsprechenden Beschluss im Frühjahr dem Parlament vorzulegen. Die isländische Regierung glaubt, die Interessen des Landes außerhalb der EU besser wahrnehmen zu können. Während die Fortschrittspartei von Premier Gunnlaugsson klar für einen eigenständigen Weg Islands ist, steht der Koalitionspartner, die konservative Unabhängigkeitspartei, einen Beitritt zur EU eher positiv gegenüber. Ob also im Parlament eine Mehrheit für ein endgültiges Aus zu den Verhandlungen zustande kommt, ist offen.

Weihnachtsgrüße von Holuhraun (24.12.14)

(c) University of Iceland Institute of Earth Sciences

Das neue Lavafeld des Holuhraunausbruches hat inzwischen eine Fläche von 79,8 Quadratkilometern erreicht. Dies ergaben aktuelle Auswertungen von Bildern des ESA-Satelliten SENTINEL-1. Zudem haben Wissenschaftler des Isländischen Instituts für Geowissenschaften entdeckt, dass die Form des Lavafeldes an die Mütze des Weihnachtsmannes erinnert und haben ein entsprechend ergänztes Bild auf der Facebook-Seite des Instituts veröffentlicht.

Auswertungen von Luftaufnahmen, die mit Wärmebildkameras erstellt wurden, zeigen einen gut 14km langen Lavastrom, der seinen Ausgangspunkt am Hauptkrater hat und an der Nordwestseite des neuen Lavafeldes endet. Die Lava fließt in einem Tunnel unter bereits erstarrter Lava, fast die gesamte Nordwestfront des Lavafeldes ist aktiv und rückt weiter vor. Mit fast 80 Quadratkilometern Ausdehnung ist es inzwischen das größte Lavafeld, das weltweit in den letzten 230 Jahren entstanden ist.

 

Stürmische Zeiten in Island (14.12.14)

Windgeschwindigkeiten Station Kvisker (c) vegag.is

Erneut zieht ein Sturmgebiet über Teile von Island hinweg. Nachdem bereits in den letzten 2 Wochen mehrere Tiefdruckgebiete für teils extreme Verhältnisse sorgten, ist heute vor allem der Osten Islands betroffen. Praktisch alle Straßen östlich von Höfn sind derzeit wegen extremer Windstärken und Schneeverwehungen gesperrt, ebenso alle Straßen im gesamten Nordosten und Norden Islands bis nach Blönduós. Der Wind erreicht in einzelnen Böen über 150 km/h, in Kvisker südlich des Vatnajökull wurde von einer automatischen Meßstation ein Extremwert von über 350 km/h aufgezeichnet. In den Nordwestfjorden besteht außerdem erhöhte Lawinengefahr.

Island bald Stromexporteur (21.11.14)

Island verfügt kaum über Rohstoffe, ist aber in der glücklichen Lage, umweltfreundlichen Strom in großer Menge zu produzieren zu können. Experten schätzen, daß derzeit gerade einmal 25% der Energieresourcen genutzt werden. Nun gibt es wieder einmal Pläne, isländischen Ökostrom ans europäische Festland zu exportieren. Das isländische Energieministerium befindet sich seit einigen Monaten in Gesprächen mit Großbritannien, dorthin soll zukünftig ein fast 1.200 km langes Unterseekabel führen. Damit wäre Island dann an das europäische Verbundnetz angeschlossen. Um Verluste möglichst gering zu halten, setzt man dabei auf die Hochspannungs-Gleichstromübertragung. Die erwarteten Kosten von 2 Milliarden Euro kann Island nur mit Partnern stemmen, außerdem sind verbindliche langfristige Stromabnahmeverträge unumgänglich. Im Moment werden in Island rund 17 Terrawattstunden Strom produziert, eine Verdoppelung wäre möglich. Ab einer Exportmenge von 5 Terrawattstunden wäre das Projekt wirtschaftlich tragfähig.

Snorralaug von Vandalen beschädigt (17.10.14)

Die historische Badequelle Snorralaug, die bereits vom Sagaschriftsteller Snorri Sturluson genutzt wurde, ist in der letzten Woche von Vandalen beschädigt worden. Derzeit ermittelt die zuständige Polizei aus Borgarnes in dem Fall. Die bereits im Landnahmebuch erwähnte Quelle steht schon seit 1817 unter Denkmalschutz. Vermutlich haben die zerstörungswütigen Besucher in der Quelle gebadet, zumindest lassen in der Nähe gefundene Handtücher darauf schließen. Auch aus der Mauer und dem Zugang zum Erdgang hinter dem Badebecken wurden Steine gezogen. Magnús Sigurðsson, der Denkmalschutzbeauftragte für Westisland, hält die Zerstörungen für so schwerwiegend, dass ein Spezialist für die Restaurierung und Reparatur benötigt wird.

Der lange Arm der IS-Terroristen (13.10.14)

ISNIC, die für die Verwaltung der Top Level Domain (TLD) .is zuständige Firma, musste letzte Nacht erstmals seit bestehen der TLD eine Domain sperren. Die Domain wurde von der Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) genutzt. Die Entscheidung hat die ISNIC Geschäftsführung mehrheitlich aufgrund §9 der Vergaberichtlinien für is-Domains getroffen. Die Regel legt fest, dass der Domaineigner für die Inhalte verantwortlich ist und dabei isländische Gesetze zu berücksichtigen sind. Die Domain war im September registriert worden, um welche Domain es sich handelt, wurde von ISNIC nicht mitgeteilt.

Teurer Offroad-Spaß (27.09.14)

Es ist hinlänglich bekannt, dass in Island das Fahren außerhalb von Straßen und Wegen strikt verboten ist, um den empfindlichen Boden und die Vegetation zu schützen. Auch sämtliche Mietwagenfirmen geben ihren Kunden entsprechende Hinweise. Ein paar Touristen aus Kalifornien waren offensichtlich trotzdem der Meinung, es sei besonders cool, sich auf ein kleines Offroad-Abenteuer einzulassen. Mit voller Geschwindigkeit drehten sie Anfang September auf dem Sólheimasandur einige Runden abseits der Ringstraße und filmten sich dabei selbst aus dem Fahrzeug. Pech für die Gesetzesbrecher - sie wurden auch von einem isländischen Kameramann gefilmt, der zufällig auf der Ringstraße unterwegs war. Das Video des Kameramannes wurde auf der Webseite visir.is veröffentlicht und die zuständige Polizei konnte den Fahrer des Mietwagens ermitteln. Er musste eine Strafe in Höhe von 1.650 EUR bezahlen und die Mietwagenfirma stellte für Schäden am Fahrzeug weitere 1.200 EUR in Rechnung.

Nur wenige Tage später rief ein Tourist die Polizei zur Hilfe, nachdem sein Fahrzeug ebenfalls abseits der Straße im Schlamm stecken geblieben war. Die Polizei zeigte sich von seiner Begründung, er habe nicht gewusst, dass Offroadfahrten in Island verboten sind, nicht beeindruckt. Auch in diesem Fall wurde eine empfindliche Straße in Höhe von 1.300 EUR verhängt.

Solheimajökull für Touristen gesperrt (05.08.14)

Die Gletscherzunge Solheimajökull im Süden Islands wurde heute für Touristen gesperrt. Die Eismassen am Ende des Gletschers haben sich in den letzten Tagen um gut eineinhalb Meter gehoben und Fachleute fürchten, dass große Eisblöcke abbrechen und in die Lagune vor dem Gletscher stürzen könnten. Eine dadurch erzeugte Flutwelle könnte für Menschen gefährlich werden, die sich am Ufer der Lagune aufhalten. Auch der Parkplatz, der in etwa 500m Entfernung vom Gletscher liegt, wurde gesperrt. Rettungsmannschaften überwachen die Einhaltung der Sperrung.

MS Delphin hilft auf Grund gelaufenem Trawler (17.07.14)

(c) iceland.de

Das deutsche Kreuzfahrtschiff MS Delphin wurde heute am frühen Abend auf dem Weg von Grundarfjördur nach Hafnarfjördur von einem isländischen Trawler um Hilfe gebeten. Das Fangschiff Kristina aus Akureyri war im Seegebiet vor der Halbinsel Snaefellsnes auf Grund gelaufen, dort gibt es zahlreiche Schären und Untiefen. Die MS Delphin war als erstes Schiff vor Ort und versuchte, den Trawler freizuschleppen, was aber nicht gelang. Innerhalb kurzer Zeit trafen mehrere Rettungsboote und andere Trawler ein, die MS Delphin konnte ihren Weg fortsetzen. Bei dem Unfall gab es keine Verletzten, die Kristina konnte am späteren Abend wieder freigeschleppt werden und wird nun im Hafen von Grundarfjördur auf Schäden untersucht.

Zivilschutz veröffentlicht Warnung für Myrdalsjökull (9.7.14)

Die Erdbebenaktivität am Vulkan Katla hat sich in den letzten Tagen forgesetzt. Die Bebentätigkeit zeigt eine ähnliche Entwicklung, wie im Jahr 2011, als es vermutlich einen kleineren Vulkanausbruch unter dem Eis gab, der zu einem Gletscherlauf führte. Der isländische Zivilschutz hat deshalb gestern die Warnstufe für das Gebiet rund um den Myrdalsjökull ausgerufen. Reisende werden gebeten, sich von den Gletscherflüssen der Region fernzuhalten, da im Falle vulkanischer Aktivität Gletscherläufe ohne Vorwarnung auftreten können und auch giftige Gase in gefährlicher Menge aus dem Wasser austreten können. Insbesondere wird davor gewarnt, am Fluß Múlakvisl anzuhalten, an dem heute eine deutlich steigende Wassermenge registriert wurde, die als ein kleiner Gletscherlauf interpretiert wird.

Neue Bebenserie in der Katla (30.06.14)

Am Vulkan Katla wurde am 27.06. erneut eine Serie von Erdbeben in einer Tiefe von rund 25 km registriert. Die Beben erreichten Stärken zwischen 0,8 und 1,5 auf der Richterskala. Auch heute wurden weitere Beben gemessen, die meisten Beben wurden im Gebiet Hábunga am östlichen Rand der Katla-Caldera aufgezeichnet. Es gibt nach wie vor keine Anzeichen für einen unmittelbar bevorstehenden größeren Ausbruch der Katla. Das Vulkansystem steht unter genauer Beobachtung, da die Bebenaktivität bereits vergleichsweise lange andauert und keine Meßwerte von früheren Ausbrüchen verfügbar sind, die eine genauere Interpretation der aktuellen Meßdaten ermöglichen würden. Allerdings treten im Sommer immer wieder derartige Bebenserien in der Katla auf.

Walfangsaison hat wieder begonnen (27.06.14)

In Island hat die Walfangsaison wieder begonnen und die ersten Finnwale wurden angelandet. Wie schon in den vergangenen Jahren ist auch 2014 wieder eine Quote von 154 Finnwalen freigegeben. In den Vorjahren wurde die Quote nicht vollständig ausgeschöpft. Der größte Teil des Finnwalfleisches wird nach Japan exportiert.

Auch Zwergwale werden wieder geschossen, alleine in der Bucht vor Reykjavik wurden seit Beginn der Fangsaison bereits 12 Tiere erlegt. Derzeit hat nur die Firma IP útgerð ehf die Genehmigung, Zwergwale zu fangen. Sie hat eine Quote von 50 Tieren beantragt. Damit wird auch in diesem jahr die vom Fischereiministerium freigegebene Quote von 229 Zwergwalen nicht ausgenutzt. Das Fleisch von Zwergwalen wird in Island verkauft und 50 Wale decken den Jahresbedarf des Landes. Über 50% des Fleisches wird dabei von Touristen in den Restaurants von Reykjavik verzehrt.

Katrín Jakobsdóttir, Vorsitzende der isländischen Grünen, forderte erneut eine offene Diskussion über den Walfang in Island, um Nutzen und Schaden für die Gesamtwirtschaft des Landes abzuwägen.

Gletscher Solheimajökull um fast 900 Meter geschrumpft (19.06.14)

Der Gletscher Solheimajökull im Süden Islands hat sich seit 1995 um fast 900m zurückgezogen. Dies teilte die isländische Glaziologische Gesellschaft mit. Der Solheimajökull ist ein Auslassgletscher des Myrdalsjökull und wird in jedem Jahr von mehreren zehntausend Touristen besucht. Bereits in den Jahren zwischen 1930 und 1970 hat sich der Solheimajökull um 950 Meter zurückgezogen, um dann in den Jahren zwischen 1970 und 1995 wieder mehr als 450m vorzurücken. Der aktuelle Rückzug begann 1995 und dauert an.

Weiter Erdbeben im Bereich der Katla (18.06.14)

Die Erdbebentätigkeit im Gebiet des Myrdalsjökull (Vulkan Katla) geht weiter. Heute ereignete sich um 10:20 Uhr ein Beben der Stärke 3,2, dem eine Serie schwächerer Beben folgte. Das Hauptbeben hatte seinen Ausgangspunkt in einer Tiefe von 2,5 km.

Mit diesen Beben setzt sich die Serie von Anfang Juni fort. Bereits am 6. Juni wurde ein Bebenschwarm registriert, das stärkste Beben erreichte 1,5 auf der Richterskala, die meisten Beben der Serie hatten ihren Ausgangspunkt in mehr als 20km Tiefe. Ursache waren nach Meinung von Fachleuten Magmabewegungen, allerdings gibt es trotz des heutigen Bebens keine Anzeichen für einen unmittelbar bevorstehenden Ausbruch der Katla.

Eistunnel soll 2015 geöffnet werden (10.06.14)

Im Frühjahr 2015 soll im westlichen Langjökull, dem zweitgrößten Gletscher des Landes, ein Eistunnel eröffnet werden. Die Planungen für das Projekt begannen bereits 2013. Der Tunnel soll in einer Höhe von etwa 1.250m beginnen und 500m weit in den Gletscher hineinreichen, an der tiefsten Stelle liegt er 30m unter der Oberfläche des Gletschers. Das Projekt soll es Touristen ermöglichen, einen Gletscher von innen zu sehen und es wird im Tunnel eine Austellung, eine Eiskapelle und auch ein Restaurant geben. Die Planungen sehen vor, den Tunnel etwa 8 Monate pro Jahr zugänglich zu halten und die Initiatoren rechnen mit 25.000 bis 30.000 Besuchern pro Jahr.

2,5 Millionen Euro für touristische Infrastruktur (31.05.14)

Island erwartet im Jahr 2014 mehr als eine Million Touristen. Die Regierung hat nun Finanzmittel bereitgestellt, um die wichtigsten Sehenswürdigkeiten zu schützen und die Infrastruktur zu verbessern. Wirtschaftsministerin Ragnheiður Árnadóttir gab einen Betrag in Höhe von 2,5 Millionen Euro frei, der im Sommer 88 Projekten zugute kommen soll. Alleine für das Geysirgebiet sind 101.000 EUR vorgesehen und jeweils 163.000 EUR für die Gegend um den Wasserfall Dettifoss und den Wasserfall Svartifoss im Nationalpark Skaftafell.

Deutsche Busfahrer als Schmuggler (21.05.14)

Langsam beginnt die Hauptsaison in Island und die Zahl der Touristen, die mit der Fähre Norröna ins Land kommen, nimmt zu. Auch viele deutsche Reiseveranstalter sind wieder mit eigenen Bussen unterwegs. Wie der Zoll im Fährhafen Seydusfjördur berichtet, versuchen auch in diesem Jahr wieder Busfahrer, Lebensmittel und Getränke nach Island einzuführen, um sie während der Reise ihren Gästen zu verkaufen. Dagegen ist grundsätzlich nichts einzuwenden, allerdings müssen Lebensmittel und insbesondere auch alkoholische Getränke, die in Island verkauft werden, bei der Einfuhr verzollt werden. Bei den letzten Ankünften der Fähre sind wiederholt deutsche Busfahrer negativ aufgefallen, da sie nach Auskunft der Zollbeamten nicht nur versucht haben, Lebensmittel und Getränke unverzollt einzuführen, sondern diese sogar gezielt versteckt haben, um bei einer Kontrolle der Verzollung zu entgehen. Gegen die Betroffenen wurden Bußgelder in erheblicher Höhe verhängt.

Parlament verbietet Pilotenstreik (16.05.14)

In letzter Minute scheint der geplante Streik der Icelandairpiloten abgewendet zu sein, obwohl die Verhandlungen zwischen Piloten und Arbeitgeber gescheitert sind. Um dramatische Auswirkungen für das ganze Land, insbesondere auch den Tourismus, zu verhindern, hat das isländische Parlament mit 32 zu 14 Stimmen für eine Verordnung gestimmt, die den Streik der Piloten verbietet. Bis 1. Juni ist nun Zeit, eine Lösung im Tarifstreit zu finden. Sollte keine Einigung erzielt werden, entscheidet ein Schiedsgericht.

Teurer Offroad-Spaß (09.05.14)

Man kann es in jedem Reiseführer lesen, man unterschreibt es mit jedem Mietvertrag für Leihwagen und in den meisten Leihwagen wird durch einen Aufkleber am Armaturenbrett deutlich darauf hingewiesen - Off-Road-Fahrten sind in Island verboten! Offensichtlich gibt es aber trotzdem Touristen, die nicht lesen können. Wie die Polizei in Húsavik berichtet, ging am Mittwoch ein Notruf ein, weil Touristen mit ihrem gemieteten Geländewagen in einer Spalte stecken geblieben waren. Als die Polizei vor Ort eintraf, musste sie feststellen, dass der Fahrer die Straße verlassen hatte, um einen längeren wegen Schnee nicht passierbaren Straßenabschnitt offroad zu umfahren, anstatt umzukehren. Neben einer Strafe muß der Fahrer auch mit einer Rechnung für den Einsatz der Rettungsmannschaft rechnen.

Icelandair-Piloten vor Streik (03.05.14)

Die Piloten der Icelandair haben ein neues Angebot Ihres Arbeitgebers abgelehnt. Demnach sollte in einem neuen Tarifvertrag mit einem Jahr Gültigkeit eine Lohnerhöhung von 2,8% festgeschrieben werden. Piloten mit mindestens 15 Jahren Berufserfahrung verdienen bei Icelandair im Schnitt 6.400 EUR monatlich, Berufsanfänger etwa die Hälfte. Da auch noch andere Verhandlungspunkte offen sind, stehen die Zeichen auf Streik. Derzeit ist geplant, am 9. Mai, am 16. Mai und am 20. Mai die Arbeit jeweils für 12 Stunden ruhen zu lassen. Der geplante Streik stößt vor allem in der Touristikbranche Islands auf heftige Kritik, da im Mai die Hauptsaison langsam beginnt und ein Streik zu Millionenverlusten im Tourismus, der inzwischen wichtigsten Einnahmequelle Islands, führen würde.

 

Gefahr von Erdrutschen durch Schneeschmelze (24.04.14)

Der Frühling scheint langsam auch nach Island zu kommen. Pünktlich zum "ersten Sommertag", der heute nach dem alten isländischen Kalender gefeiert wird, sind die Temperaturen deutlich gestiegen. Die Schneeschmelze hat auch in höheren Lagen eingesetzt und einige Flüsse zeigen bereits einen deutlichen Anstieg des Wasserspiegels. Durch die großen Schneemassen, die vor allem im nördlichen Teil Islands im Winter gefallen sind, steigt auch die Gefahr von Erdrutschen. Ein erster größerer Erdrutsch wurde aus Ostisland gemeldet. Durch die Erdmassen wurde zwischen zwei unbewohnten Farmen eine Straße auf einer Länge von gut 200 m verschüttet.

Höfn auf dem Weg nach oben (04.04.14)

Die Ortschaft Höfn im Südosten Islands hat sich seit dem Jahr 1997 um gut 15 cm gehoben. Die Landhebung ist eine Folge des Abschmelzens der isländischen Gletscher und kann in ganz Island gemessen werden. An der Südostküste im Bereich des Vatnajökull beträgt die Landhebung 0,8 - 1,4cm pro Jahr. Sollte der Vatnajökull komplett abschmelzen, würde sich das Land im Zentrum des derzeitigen Gletschergebietes um 100 m heben, in Höfn um rund 20 m.

Der Vorgang der Landhebung begann in Island mit dem Ende der Eiszeit vor gut 12.000 Jahren und ist z.B. auch in Skandinavien noch heute zu beobachten. Auch im fast gletscherfreien Norwegen beträgt die Landhebung ca. 1 cm jährlich, es handelt sich also um einen sehr langfristigen Effekt, der nur bedingt im Zusammenhang mit dem Klimawandel gesehen werden kann.

 

Tourismus wichtigstes "Exportgut" für Island (22.03.14)

Seit Jahren kann Island immer wieder neue Rekorde im Tourismus vermelden. Im Jahr 2013 kamen rund 750.000 Besucher nach Island, so viele, wie nie zuvor. Der Besucheransturm bescherte Island Einnahmen in einer Höhe von gut 177 Millionen Euro. Damit stand 2013 der Tourismus erstmals ganz knapp vor der Fischereiwirtschaft auf Platz 1 in der Rangliste der wichtigsten "Exportgüter" Islands. Die Fischereiwirtschaft brachte Einnahmen in Höhe von 175 Millionen Euro.

Vulkan Hekla wieder im Fokus (20.03.14)

Wie die isländische Tageszeitung Morgunbladid kürzlich unter Berufung auf den Geophysiker Páll Einarsson berichtete, befindet sich in der Magmakammer des Vulkans Hekla mehr Magma, als vor dem letzten Ausbruch im Jahr 2000. Dieser Zustand dauert allerdings schon seit dem Jahr 2006 an, ohne dass es bisher zu einem Ausbruch kam. Die Magmakammer der Hekla liegt in einer Tiefe von 10km bis 20km. Der zunehmende Füllungsstand der Magmakammer kann deshalb nicht direkt an der Erdoberfläche beobachtet werden, aber über längere Zeiträume können die Änderungen mit Hilfe des GPS-Systems gemessen werden. Sowohl das Meteorologische Institut Islands, als auch die Universität von Island führen solche GPS-Messungen durch. Obwohl derzeit mehr Magma in der Magmakammer vorhanden ist, als vor der letzten Eruption, muss der erwartete Ausbruch nicht größer ausfallen, als der Letzte. Aktuell gibt es keine Anzeichen für einen unmittelbar bevorstehenden Ausbruch, allerdings hat die Hekla eine extrem kurze Vorwarnzeit von nur ein bis zwei Stunden. Im Jahr 2000 vergingen von den ersten Vorzeichen bis zum Beginn des Ausbruchs nur 79 Minuten. Es wird deshalb erneut dringend davor gewarnt, die Hekla zu besteigen. Die Behörden wollen in den nächsten Tagen neue Warnschilder für Wanderer aufstellen, die über die Situation aufklären. Außerdem sollen neue Meßeinrichtungen installiert werden, die zur Analyse austretender Gase genutzt werden. Von anderen Vulkanen ist bekannt, dass sich vor einem Ausbruch die Zusammensetzung austretender Gase ändert.

Infos auf Facebook

Naturpass kommt 2015 - Eintritt am Geysir ab sofort (14.03.14)

Nach langer Diskussion nimmt der Naturpass in Island langsam Gestalt an. Aufgrund der in den letzten Jahren deutlich gestiegenen Touristenzahlen sind sich die Isländer weitgehend einig, dass durch die Besucher auch ein Teil der Infrastruktur mit finanziert werden muss, die speziell für den Tourismus aufgebaut wurde und weiter ausgebaut werden muss. mehr als 80% der Isländer sprechen sich in Umfragen für eine solche finanzielle Beteiligung von Touristen am Ausbau und Erhalt von Sehenswürdigkeiten aus.

Der Rundfunksender RUV berichtete nun, dass der Naturpass ab Januar 2015 eingeführt werden soll. Der Pass soll in 3 Preisstufen angeboten werden. Für einen 4 Tage gültigen Naturpass soll der Preis 13 Euro betragen, der Monatspass soll 19 Euro kosten und ein fünf Jahre gültiger Pass ist mit 32 Euro veranschlagt.

Viele Isländer sind allerdings gegen das von der Regierung vorgeschlagene System, da auch Isländer zukünftig einen Naturpass benötigen würden und sie darin eine Einschränkung ihres Rechtes sehen, in ihrem eigenen Land ohne Einschränkungen zu reisen. Auch befürchten viele Naturschützer, dass die Ranger in Nationalparks, die Polizei und Angestellte von Naturparks zukünftig ihren eigentlichen Aufgaben nicht mehr nachkommen, da sie mit der Kontrolle des Naturpasses beschäftigt sind. Sie schlagen als Alternative vor, direkt an den Sehenswürdigkeiten Eintritt zu kassieren oder bei der Einreise nach Island eine Art Einreisesteuer zu erheben.

Unterdessen hat die Landbesitzervereinigung am Geysir vollendete Tatsachen geschaffen. Mit einer Woche Verzögerung wird ab sofort eine Eintrittsgebühr von 4 Euro pro Person verlangt. Das Bezirksgericht in Selfoss hat sich geweigert, die vom Staat beantragte einstweilige Verfügung gegen die Einführung der Eintrittsgebühr zu erlassen. Der Staat hat nun angekündigt, in der Angelegenheit eine gerichtliche Klärung herbeiführen zu wollen.

 

Lebensmüde Touristen in Island unterwegs (10.03.14)

Die Zahl der Touristen, die im Winter nach Island reisen, hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Wie sich aber immer öfter zeigt, sind viele Gäste schlecht auf eine Winterreise vorbereitet und können die Verhältnisse nicht richtig einschätzen. Von einem Extrembeispiel berichteten die Medien in Island heute. Trotz einer Sturmwarnung und winterlicher Wetterverhältnisse wollte ein Mann den Snæfellsjökull besteigen und in dem Gebiet zelten. Gegen 16 Uhr ging dann ein Notruf bei ICE-SAR ein, der Mann bat um Hilfe, da der Wind Spitzengeschwindigkeiten bis zu 180 km/h erreichte. Die Rettungsmannschaften konnten den Mann nach mehreren Stunden aus seiner unangenehmen Lage retten. Rund 40 Einsatzkräfte waren mit Superjeeps und Motorschlitten an der Aktion beteiligt.

Protest gegen "Europa-aus" (28.02.14)

Die Entscheidung der Regierungsparteien in Island, die Beitrittsverhandlungen mit der EU einzustellen, hat in Island zu Protesten geführt. Sowohl die Unabhängigkeitspartei, als auch die Fortschrittspartei hatten letztes Jahr schon im Wahlkampf angekündigt, die Beitrittsverhandlungen nicht fortzuführen. Überraschend kommt also die Entscheidung nicht, die Gespräche wurden bereits mit der Regierungsübernahme auf unbestimmte Zeit ausgesetzt. Trotzdem führte die Entscheidung in den letzten Tagen zu Protesten vor dem isländischen Parlament. Mehrere tausend Isländer versammelten sich dort und forderten eine Fortsetzung der Verhandlungen oder eine Volksabstimmung über die Fortsetzung. Nach aktuellen Umfragen in Island ist mehr als die Hälfte der Wahlberechtigten für eine Fortsetzung der Gespräche und über 80% der Wahlberechtigten fordern ein Referendum darüber. Um ihrer Forderung nach einer Volksabstimmung Nachdruck zu verleihen, haben bereits über 40.000 Isländer - über 16% der Wahlberechtigten - eine entsprechende Petition unterschrieben.

Eintritt auch am Dettifoss und im Myvatngebiet (25.02.14)

Die Erhebung einer Eintrittsgebühr im Geysirgebiet scheint Schule zu machen. Auch am größten Wasserfall Europas, dem Dettifoss, wird voraussichtlich ab diesem Sommer eine Eintrittsgebühr in Höhe von 800 ISK erhoben. Dies haben die Landbesitzer beschlossen. Im vergangenen Jahr besuchten rund 300.000 Menschen den Wasserfall, 95% davon Touristen aus dem Ausland. Auch das Geothermalgebiet Hverarönd am Mückensee und das Leirhnjúkurgebiet gehören den gleichen Landbesitzern, dort soll ebenfalls Eintritt verlanget werden. Die Landbesitzer planen den Bau von Serviceeinrichtungen an allen drei Orten.

HBO veröffentlicht "Making of - Game of Thrones" (21.02.14)

Der amerikanische Fernsehsender HBO hat einen neuen Videoclip zum "Making of" der Fernsehserie "Game of Thrones" veröffentlicht. Viele Szenen der vierten Staffel wurden vergangenen Sommer in Island gedreht. Schon in den vergangenen Jahren waren Teile der Serie in island gedreht worden, allerdings im Winter. Die Schauspieler zeigten sich überrascht davon, wieviel Grün sich unter dem Schnee versteckte. Die Vielfalt der isländischen Landschaft war für Produzent Chris Newman ein Hauptgrund, sich für Island als Drehort zu entscheiden. Die vierte Staffel wird in den USA im April ausgestrahlt. Der Clip ist auf Youtube zu finden.

 

Die Maus in Island (17.02.14)

Zum 43. Geburtstag der „Sendung mit der Maus“ reist Ralph Caspers in eines der jüngsten Länder der Erde, nach Island. In der Hauptstadt Reykjavik besucht er die Familie der beiden Schwestern Hrafnhildur (10) und Kristrún (12). Sie zeigen Ralph ihre Heimat, die von den Vorfahren der Isländer, den Wikingern, einst entdeckt wurde. Auf der Insel ist es meist kalt wie im Kühlschrank, oft bläst ein kräftiger

Wind und im Winter bleibt es selbst tagsüber nur wenige Stunden hell. Ralph darf Hrafnhildur und Kristrún in die Schule begleiten. Dort läuft er, wie alle anderen auch, auf Socken und lernt, dass das isländische Alphabet drei Buchstaben mehr hat als das deutsche. Auch die Fächer unterscheiden sich: Die Kinder lernen sogar, wie sie am Computer einen selbstgedrehten Film schneiden, wie sie einen Teddy nähen und Kekse backen können. Selbst Schachunterricht steht auf dem Stundenplan.

Auch landschaftlich ist Island spannend: Die Insel besteht aus erkalteter Lava, an vielen Stellen sieht es aus wie auf dem Mond. Einige Vulkane sind heute noch aktiv, Erdbeben sind ganz normal und dass aus dem Boden warmes Wasser sprudelt, ist für Isländer alltäglich. Die Maus-Kamera fängt Polarlichter ein, die in sternenklarer Nacht den Himmel bunt erleuchten. Ob sich auch Trolle und Elfen aus ihren Verstecken wagen? Sie sollen ganz Island bevölkern…

Sendetermin: 9. März 2014, 11:30 Uhr (ARD, KiKa)

Ab März Eintritt im Geysirgebiet (10.02.14)

Wie schon vor einiger Zeit angekündigt werden die privaten Landbesitzer, auf deren Grund ein Teil des Geysirgebietes liegt, von Besuchern eine Eintrittsgebühr verlangen. Ab 10. März diesen Jahres werden pro Besucher 600 ISK (ca. 3,80 EUR) kassiert, Jugendliche bis zum 16. Lebensjahr haben freien Zutritt. Das Eintrittsgeld soll verwendet werden, um die Infrastruktur im Geysirgebiet besser auszubauen und das Gebiet zu schützen. In den letzten Wochen gab es in Island eine heftige Debatte um die Einführung dieser Gebühr, da der Geysir selbst auf Staatsgrund liegt und nur die Zugänge auf Privatland.

Regierung und Parlament diskutieren nun seit fast einem Jahr die Einführung eines Naturpasses, die damit erwirtschafteten Einnahmen sollen allen Sehenswürdigkeiten zugute kommen. Da eine Entscheidung über den Naturpass aber nach wie vor noch nicht gefallen ist, wollen jetzt viele private Landbesitzer Tatsachen schaffen. Damit wird auch ein erheblicher Druck auf Parlament und Regierung ausgeübt.

Arbeitslosenquote sinkt in Island (27.01.14)

Das isländische Statistikamt hat die Arbeitslosenzahlen für Dezember 2013 veröffentlicht. Im Vergleich zum Dezember 2012 ist die Arbeitslosenquote um 1,1% niedriger. Die Arbeitslosenzahl lag im vergangenen Dezember bei etwa 8.200, die Zahl der Erwerbstätigen betrug rund 176.900. Gegenüber November 2013 sank die Zahl der Arbeitslosen um knapp 400.

Gletscherlauf in der Skaftá (20.01.14)

Nach Wochen relativer Ruhe meldet sich die unruhige Erde Islands wieder zu Wort. Am Gletscherfluß Skaftá wird ein Gletscherlauf erwartet, dort hat sich in den letzten 24 Stunden der Wasserstand deutlich erhöht und die elektrische Leitfähigkeit ist gestiegen - deutliche Anzeichen für einen bevorstehenden Gletscherlauf. Vermutlich hat er seinen Ursprung in der Skaftácaldera im westlichen Vatnajökull, die zuletzt im September 2012 einen Gletscherlauf verursacht hat. Die Wassermenge bei Sveinstindur hat 370 Kubikmeter pro Sekunde erreicht, eine visuelle Bestätigung des Gletscherlaufs steht aber noch aus.

Auch im Bereich der Katla haben einige Meßwerte die Aufmerksamkeit der Wissenschaftler erregt. Der Gletscherfluß Múlakvisl, der aus dem Myrdalsjökull strömt, hat seit Jahresanfang seine Wassermenge erhöht und die elektrische Leitfähigkeit nimmt seit gut 2 Wochen kontinuierlich zu. Fachleute gehen davon aus, dass lediglich aufgestautes Schmelzwasser abfließt und sehen keine Anzeichen für vulkanische Aktivität.

 

Streit um Eintrittsgeld für Geysirgebiet (17.01.14)

Nach Meinung von Rechtsexperten im isländischen Umweltausschuss ist das geplante Eintrittsgeld für das Geysirgebiet nicht zulässig. Die privaten Landbesitzer im Geysirgebiet hatten gestern angekündigt, ab Sommer 2014 eine Eintrittsgebühr in Höhe von 1.000 ISK (ca. 6,50 EUR) zu erheben. Sie soll u.a helfen, die täglich notwendige Reinigung des Gebietes zu finanzieren, das im letzten Jahr von rund 600.000 Gästen besucht wurde.

Nach Meinung der Ausschussmitglieder ist die Entscheidung der privaten Landbesitzer aber rechtlich nicht haltbar, da ein erheblicher Teil des Gebietes im Besitz des Staates ist und die Landbesitzer nicht einseitig und ohne Zustimmung des Staates eine Gebühr beschließen können. Sie favorisieren nach wie vor die Einführung eines Naturpasses, der für die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in der Natur Islands gelten soll. Auch die Tourismusministerin Ragnheiður Árnadóttir hat sich für einen Naturpass ausgesprochen, dessen Einführung zwar schon lange diskutiert wird, aber nach wie vor auf sich warten lässt. Vielleicht ist die Entscheidung der Landbesitzer geeignet, Bewegung in die Angelegenheit zu bringen...

Isländer brauen Walbier (13.01.14)

Eine Mikrobrauerei in Island hat die Zusammenarbeit mit der Walfangfirma Hvalur hf bekannt gegeben. Die Brauerei Stedji will aus Walmehl eine neue Biersorte brauen, der vor allem während des traditionellen Winterfestes Þorrablót gute Verkaufschancen eingeräumt werden. Das als proteinreich und fettarm angepriesene Bier hat einen Alkoholgehalt von 5,2%. Geboren wurde die Idee zum Walbier eher aus der Not, denn durch ein Verbot des Umschlages von Walfleisch in europäischen Häfen kann Hvalur hf das Fleisch der im letzten Jahr geschossenen Finnwale nicht nach Japan exportieren. Mit Stedji ist nun zumindest ein kleiner Abnehmer gefunden, denn in Island selbst wird das Fleisch von Finnwalen nicht gegessen, sondern nur das Fleisch von Zwergwalen.

Allerdings hat sich inzwischen ein Problem aufgetan - für die Herstellung von Walmehl für den Verzehr durch Menschen hat Hvalur hf keine Lizenz. Die isländischen Behörden haben deshalb die Bierproduktion vorübergehend gestoppt, bis