Ein junger Eisbär wurde am Mittwoch im Nordosten Islands von der Polizei erschossen. Vermutlich kam er wie schon im Jahr 2008 zwei andere Eisbären von Grönland nach Island. Er wurde erstmals am Mittwoch gesehen, verschwand jedoch im einsetzenden Schneetreiben. In der Nähe eines Bauernhofes wurde er wenige Stunden später von Scharfschützen der Polizei erschossen. Die Umweltbehörde teilte mit, es habe wegen der Wetterlage keine Möglichkeit gegeben, das Tier lebend zu fangen. Da es sich bei dem erschossenen Eisbären um ein Jungtier handelt, befürchten Experten, dass die Mutter ebenfalls in der Nähe ist. Die Bürger wurden zur Vorsicht aufgerufen.
Karl-Ulrich Müller, der deutsche Botschafter in Island, wurde am Montag tot in seinem Auto aufgefunden. Ersten Ermittlungen zufolge kam er bei einem Autounfall ums Leben. Am Sonntag hatte er Reykjavik verlassen und als er nicht an seinem Zielort ankam, startete eine Suchaktion. Am Montag wurde sein Wagen von der Besatzung eines Hubschraubers der Küstenwache im Norden Islands gefunden. Vermutlich kam er von der Straße ab und stürzte mit dem Auto in einen Fluß. Die Polizei ermittelt weiter.

In den letzten Tagen erhielt das Meteorologische Institut Islands Anrufe von mehreren Bürgern, die im Gipfelbereich des Vulkans Hekla schneefreie Stellen beobachtet haben. Dies ist angesicht der kalten Witterung ungewöhnlich. Freysteinn Sigmundsson, Geophysiker an der Universität von Island, kann sich vorstellen, dass die Hekla innerhalb kurzer Zeit ausbrechen wird. Er gibt andererseits auch zu bedenken, dass eine genaue Vorhersage nicht möglich ist. Eine Änderung des Wärmeflusses im Vulkan deute nicht zwingend auf einen bevorstehenden Ausbruch hin. Seit den 1970er Jahren ist der Vulkan etwa alle 10 Jahre ausgebrochen, der letzte Ausbruch ereignete sich im Jahr 2000.
Die Seegurke als neuer Hoffnungsträger für das krisengeschüttelte Island? Mangelnde Kreativität kann man den Isländern wahrlich nicht vorwefen, wenn es um die Bewältigung der milliardenschweren Schuldenlast geht. Tatsächlich gibt es konkrete Pläne, verstärkt Seegurken in asiatische Länder zu exportieren, wo die Tiere in geräucherter und getrockneter Form sowie deren eingelegte Innereien als Delikatess gelten. Das Fischereiministerium erweiterte letzte Woche die vorläufige Genehmigung zum Fang von Seegurken auf insgesamt 9 Boote. Seegurken erinnern auf den ersten Blick an Nacktschnecken und leben auf dem Meeresboden. Der bisher einzige Seegurkenfischer befürchtet allerdings, dass die Ausweitung der Fanggenehmigung nicht nur seine Existenz gefährdet, sondern auch zu einer Überfischung führen könnte.
Wieder einmal sind aus Island Rekordtemperaturen zu melden. Am 12. Dezember kletterte Das Thermometer in Ostisland auf einen Wert von 15,1°C und damit so hoch wie noch nie an einem 12. Dezember. Auch in Reykjavik lagen die Temperaturen am 11. und 12. Dezember so hoch wie noch nie zuvor an diesen Tagen (11°C bzw. 11,5°C). Absoluter Spitzenreiter bei den Dezembertemperaturen war der 11. Dezember - in Siglufjördur wurden 15,5°C gemessen. Am 28. Dezember wurde die tiefste Temperatur des Monats mit -28°C im Myvatngebiet registriert.
Der isländische Präsident Olafur Ragnar Grimsson hat am Dienstag bekannt gegeben, dass er dem Gesetz zur Rückzahlung von Schulden an Großbritannien und die Niederlande seine Zustimmung verweigert. Er begründete den Schritt mit den massiven Protesten der Bevölkerung. Über 60.000 der 320.000 Isländer haben ein Protestschreiben unterzeichnet, in dem sie sich gegen das vom Parlament mit knapper Mehrheit verabschiedete Gesetz wenden. Nach der isländischen Verfassung kommt es zu einer Volksabstimmung, wenn das Staatsoberhaupt ein vom Parlament verabschiedetes Gesetz nicht unterschreibt. Während die britische Regierung ankündigte, das Problem in Zusammenarbeit mit der isländischen Regierung und der EU zu lösen, bezeichnete der niederländische Finanzminister die Entscheidung Grimssons als enttäuschend und unverantwortlich.
In den Zeiten vor der Finanzkrise lockte Island mit hohen Zinsen nicht nur Anleger aus Deutschland, sondern auch aus Großbritannien und den Niederlanden. Nach dem Zusammenbruch des Bankensystems in Island mussten die Regierungen der beiden Länder einspringen, um die Spareinlagen in Höhe von knapp 4 Milliarden Euro an die rund 320.000 Anleger zurück zu zahlen.
Das Parlament in Reykjavik verabschiedete nun mit knapper Mehrheit ein Gesetz, das Island zur schrittweisen Erstattung von 3,8 Milliarden Euro an die britische und niederländische Regierung verpflichtet. Eine Einigung über die Rückzahlung war zwischen Island, den Niederlanden und Großbritannien bereits im Oktober erzielt worden, doch in Island selbst war das Gesetz heftig umstritten. Die bis 2024 zu erstattende Summe entspricht immerhin rund 40 Prozent des Bruttoinlandsproduktes von Island und viele isländische Bürger sind noch immer strikt dagegen, kollektiv für die Fehler von Bankmanagern zu bezahlen. Dies dürfte auch der Hauptgrund für Präsident Grimsson gewesen sein, das Gesetz am Donnerstag nicht zu ratifizieren. Er kündigte an, seine Entscheidung zu vertagen. Sollte sich Grimsson weigern, das Gesetz zu unterzeichnen, muss nach der isländischen Verfassung das Volk in einem Referendum entscheiden.
Mit der Verabschiedung des Gesetzes würde eines der größten Hindernisse bei den EU-Beitrittsverhandlungen aus dem Weg geräumt. Auch Hilfen des Internationalen Währungsfonds für Island sind an die Verabschiedung des Gesetzes gebunden und sind mit Grimssons Entscheidung vorerst weiter auf Eis gelegt.
Die "Association of European Airlines" hat kürzlich ihren Zwischenbericht zur Pünktlichkeit europäischer Fluglinien für den Zeitraum Januar bis September 2009 veröffentlicht. Dabei belegt die isländische Fluggesellschaft Icelandair in den meisten bewerteten Kategorien einen Spitzenplatz. Laut dem Bericht war die Icelandair im September die pünktlichste Linienfluggesellschaft, außerdem belegt sie den ersten Platz auf Transatlantikrouten von Januar bis September.
Ólafur Bjarnason, Chef der Verkehrsbetriebe Reykjavik, berichtete kürzlich im Rahmen einer Tagung über die Chancen, die Elektroautos den Isländern bieten könnten. Würde nur die Hälfte der Einwohner Reykjaviks Elektroautos statt Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren nutzen, könnte das Land jährlich 29 Millionen Euro sparen. Während derzeit jährlich etwa 32 Millionen Euro für Benzin und Diesel ausgegeben werden, würde der für die gleiche Fahrleistung benötigte Strom, der in Island mit Erdwärme und Wasserkraft produziert werden kann, nur 3,2 Millionen Euro kosten.
Verschiedene Faktoren könnten dafür sorgen, dass sich in Island Elektroautos schneller durchsetzen, als in anderen Ländern. Die Regierung plant eine Änderung des Steuersystems, die zu einer höheren Besteuerung von Mineralölprodukten führen wird. Aufgrund der Wirtschaftskrise setzen viele Isländer inzwischen auch auf deutlich kleinere Fahrzeuge, die im Stadtverkehr relativ problemlos mit Elektroantrieb eingesetzt werden könnten. So könnte auf günstigen Isländischen Strom zurückgegriffen werden und teure Ölimporte könnten reduziert werden - aufgrund der knappen Devisen ein willkommener Nebeneffekt.
Von Juni bis September fiel das isländische Bruttoinlandsprodukt im Vergleich zu den Vorjahresmonaten um 7,2 Prozent. Damit ist das Wachstum von rund 3 Jahren in nur einem Jahr verloren gegangen. Trotzdem sehen Experten Grund zur Hoffnung, denn der Rückgang ist schwächer, als von vielen erwartet. Der Wert aller importieren waren sank um 25%, da aufgrund der schwachen Krone importierte Waren vergleichsweise teuer sind und viele Isländer soweit möglich auf heimische Produkte ausweichen. Gleichzeitig stiegen die Exporte in den letzten 12 Monaten um 8,2 Prozent, da isländische Waren im Ausland billiger geworden sind und deshalb mehr nachgefragt werden. Wirtschaftsexperten erwarten für Anfang 2010 die Talsohle in der Entwicklung der isländischen Wirtschaft, danach soll es wieder bergauf gehen.
Die Kaupthing-Bank wurde vor rund einem Jahr im Zuge der Finanzkrise verstaatlicht. Nun wurde das Geldinstitut wieder privatisiert und firmiert künftig unter dem Namen Arion-Bank. Dies teile am Dienstag die für die Umstrukturierung zuständige Kommission mit. Mit den Gläubigern konnte die Übernahme von 87% der neuen Bank für einen Betrag von etwa 360 Millionen Euro vereinbart werden. 13% bleiben zunächst noch im Staatsbesitz. Zu den neuen Aktionären der Arion-Bank gehört u.a. auch die Deutsche Bank.
Nach Berechnungen der isländischen Energiebehörde haben die Isländer durch die Nutzung geothermaler Energie im Jahr 2008 fast 310 Millionen Euro gespart. Zumindest hätten sie diese Summe zusätzlich ausgeben müssen, wenn statt Erdwäre fossile Energieträger genutzt worden wären. Seit 1970 haben sich die Ersparnisse auf eine Gesmtsumme von etwa 4,8 Milliarden Euro aufsummiert. Gerade in den Zeiten der schweren Wirtschaftskrise und sehr knapper Devisenreserven ist Island in der glücklichen Situation, nur zu einem geringen Teil auf teure Öl- und Gasimporte angewiesen zu sein.
In diesem Jahr wurden im Landspitali bereits 3.080 Geburten registriert. Im Vorjahr waren es von Januar bis Dezember 3.386, was gegenüber 2007 schon einer Zunahme von 7,8% entsprach. Ende des Jahres dürfte allerdings der Rekord aus dem Vorjahr wieder gebrochen werden. Die Zahl der Geburten hat in den letzten zehn Jahren bereits jeweils im rund 2% pro Jahr zugenommen. Es wird erwartet, dass in diesem Jahr etwa 100 Kinder mehr geboren werden, als 2008. In den letzten Monaten war es im Landspitali wiederholt zu personellen Engpässen in der Geburtsabteilung gekommen, da im Zuge von Sparmaßnahmen die Zahl der angestellten Hebammen reduziert wurde.
Das in den 90er Jahren von Kari Stefansson gegründete Pharma- und Biotechnologieunternehmen deCODE hat Insolvenz angemeldet. Stefansson hat persönlich die Verantwortung für das Scheitern seiner Firma übernommen und angekündigt, deCODE werde an die Investorengruppe Saga Invest verkauft. Damit könnte der Betrieb noch etwa 2 Jahre fortgeführt werden. deCODE machte Schlagzeilen, weil die Firma als erste weltweit ein Monopol auf die kommerzielle Auswertung der Gendaten eines ganzen Landes hatte. Ziel war die Entschlüsselung von Genstrukturen, die Krankheiten begünstigen oder auslösen und darauf aufbauend die Entwicklung von Medikamenten.
Wie erwartet, ist die Arbeitslosenquote in Island von 7,2% im September auf 7,6% im Oktober gestiegen. Derzeit sind fast 12.700 Isländer ohne Arbeit. Die höchste Arbeitslosigkeit hat der Sudurnesbezirk in Südwestisland zu verzeichnen, dort liegt die Quote bei 12,4%. Im Norwesten des Landes sind dagegen nur 2,2% der Menschen ohne Job. Die Arbeitsvermittlung erwartet im November einen weiteren Anstieg auf etwa 8,1%. Zu Beginn der Krise war den Isländern von Experten aus dem Ausland noch eine Arbeitslosigkeit von 20% vorhergesagt worden, doch der bisher höchste Stand wurde mit "nur" 9,1% im März 2009 erreicht.
Der Chefepidemiologe des isländischen Gesundheitsamtes Haraldur Briem hat eine Empfehlung veröffentlicht, nach der sich alle Isländer, die älter als 6 Monate sind, gegen die Schweinegrippe impfen lassen sollen. Bisher wurden rund 50.000 Isländer geimpft, die besonderen Berufs- oder Risikogruppen angehören. Ab kommenden Montag können auch alle anderen Isländer einen Termin für die Impfung vereinbaren. Briem erklärte, laut aktueller Statistik hätten über 70% der Infizierten, deren Zustand als ernst bezeichnet werden kann, Vorerkrankungen, rund 30% der Erkrankten mit schweren verläufen gehören aber keiner Risikogruppe an.
Bis Ende Oktober wurden in Island bereits mehr als 6.600 Infektionsfälle registriert, bei über 100 Patienten verlief die Erkrankung so schwer, dass sie stationär behandelt werden mussten. Eine schwerbehinderte 18 Jahre alte Frau starb im Oktober.

Der Nordatlantik soll als Kreuzfahrtziel besser auf den internationalen Reisemärkten positioniert werden. Dieses Ziel versuchen die fünf Partner Neufundland, Grönland, Island, die Färöerinseln und die Orkneyinseln zukünftig unter dem Slogan "Cruise Islands of the North Atlantic – Take Life to a Higher Latitude" gemeinsam zu erreichen. Der Nordatlantik soll nicht zuletzt wegen seiner einmaligen Landschaften neben den bisher wichtigen Kreuzfahrtgebieten Ostsee, Mittelmeer und Karibik als vierte Region etabliert werden. Die fünf Partner wollen vor allem Kreuzfahrtunternehmen im Marketing und Vetrieb unterstützen. Ein eigens eingerichteter Internetauftritt ermöglicht Buchungen und den Download von Informationsmaterial. Besonders der deutsche Markt ist für die Allianz interessant, zeigten doch die Kreuzfahrtbuchungen in den letzten Jahren einen rasanten Anstieg von teilweise weit über 10% pro Jahr. Fachleute gehen sogar davon aus, das Deutschland in den nächsten Jahren Großbritannien als "Kreuzfahrtnation" von Platz 1 in Europa verdrängen wird.
Die Zentralbank von Island hat den Leitzinssatz von 12% auf 11% gesenkt und damit die Geldpolitik weiter gelockert. Fachleute sind geteilter Meinung, was diesen Schritt betrifft. Während der Internationale Währungsfonds (IWF) Fortschritte bei der Konsolidierung der Staatsfinanzen und der Restrukturierung des Bankenwesens sieht, die diesen Zinssenkungsschritt ermöglicht haben, warnen andere Experten vor den Gefahren der nach wie vor hohen Inflation. Die Zentralbank hatte vor einigen Tagen bereits angekündigt, dass die Kapitalverkehrskontrollen schrittweise gelockert werden sollen.
Island gewinnt an den Finanzmärkten langsam wieder an Vertrauen. So wurde vor kurzem ein Kredit über 125 Millionen Euro von Polen gewährt. Er hat eine Laufzeit von 12 Jahren bei einem Zinssatz von 2% bis zum Jahr 2015 und 1,3% für die restliche Laufzeit. Die Auszahlung kann erfolgen, wenn der IWF das von der isländischen Regierung erarbeitete Stabilitätsprogramm positiv bewertet hat und die weitere Entwicklung bezüglich der Abwicklung der IceSave-Konten geklärt ist. Erst dann können auch weitere Kredite des IWF und der skandinavischen Länder ausgezahlt werden.
Ein neuer Tiefschlag erschüttert das wirtschaftlich gebeutelte Island bis ins Mark - am 1. November schließen die drei letzten verbliebenen McDonald's Restaurants in Reykjavik ihre Türen. Offiziell nennt der Franchise-Nehmer Magnus Ogmundsson die extrem gestiegenen Preise für die Burgerzutaten als Grund. Laut Vorgaben von McDonald's müssen z.B. Fleisch und Zwiebeln aus Deutschland eingeführt werden, um einen einheitlichen Geschmacks- und Qualiätsstandard zu sichern. Doch durch den drastischen Wertverfall der Krone kostet inzwischen ein Kilo Zwiebeln aus Deutschland fast so viel, wie eine Flasche guter Whisky. Die Burger sind damit für die meisten Isländer nicht mehr bezahlbar und deshalb hat Ogmundsson das Aus beschlossen. Kümmern wird es die Mehrzahl der Isländer allerdings kaum, denn das große Geschäft hat McDonald's auf der Insel noch nie gemacht und so kommt womöglich dem Betreiber die Wechselkurssituation gerade recht, um aus dem Franchisevertrag aussteigen zu können. Magnus Ogmundsson hat schon seit einiger Zeit sehr konkrete Pläne zur Eröffnung einer neuen Schnellimbißkette in den alten Räumen, die im Wesentlichen mit einheimischen und damit kostengünstigen Rohstoffen auskommt und wahrscheinlich ein breiteres Publikum anspricht.
Nach Meinung des isländischen Geophysikers Páll Einarsson ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass in nicht ferner Zukunft die Vulkane Hekla und Grimsvötn ausbrechen. Die unter der Eiskappe des Myrdalsjökull liegende Katla hingegen zeigt seit 2005 keine Anzeichen für einen bevorstehenden Ausbruch, doch auf das Askjagebiet im Hochland sollte man nach Meinung von Einarsson ein wachsames Auge haben. Die Hekla betreffend ist der Geophysiker der Auffassung, man könne sich nicht darauf verlassen, dass sie wie in den vergangenen Jahrzehnten etwa alle 10 Jahre ausbricht. Auch die Katla hätte bereits in den sechziger Jahren ausbrechen müssen, wenn sie ihre vorher mehrere Jarhunderte andauernden Ausbruchszyklen fortgesetzt hätte.