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Katla

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Nachrichten-Archiv

Experten rechnen mit anhaltender Vulkantätigkeit (25.3.10)

Der Vulkanausbruch auf Island dauert an. Inzwischen wurde das Sperrgebiet auf einen Radius von 5km um die Ausbruchstelle verkleinert, die Ringstraße und auch alle Nebenstraßen sind wieder frei befahrbar. Der Ausbruch hat sich innerhalb der letzten Tage zum beliebten Ausflugsziel für Isländer und zur Attraktion für Touristen entwickelt. Mehrere hundert Menschen pilgern täglich zu den Aussichtspunkten und Rundflüge sind Tage im Voraus ausgebucht. Die Straße 261 nach Fljótshlid wird derzeit ausgebessert, um den Besuchern die Anfahrt zu erleichtern. Der Wanderweg von Skogar in Richtung Fimmvörðuháls ist für die Öffentlichkeit wieder freigegeben worden, allerdings gilt auch hier der Sperrbereich von 5km um die Ausbruchstelle. Aktuelle Bilder, die wir in den letzten Tagen aufgenommen haben, gibt es in der Bildgalerie zum Ausbruch.

 

Vulkanausbruch dauert an (22.3.10)

(c) Hreinn Óskarsson, Oddi

Der Vulkanausbruch nahe des südisländischen Gletschers Eyjafjallajökull dauert an. Während in der Anfangsphase des Ausbruchs praktisch keine Asche ausgestoßen wurde, wird seit einigen Stunden nun auch dieses Lockermaterial gefördert. Über dem Berg steht eine mehrere Kilometer hohe Wolke aus Dampf und Asche. Die Eruptionsspalte hat sich nach Nordosten verlängert. Geowissenschaftler vermuten, dass Schmelzwasser in den Bereich der aufsteigenden Magma eingedrungen ist. Dadurch wurden nicht nur Wasserdampfexplosionen verursacht, sondern auch der Ascheauswurf. Die meisten Bewohner konnten inzwischen wieder in ihre Häuser zurückkehren, einige kleine Weiler und Höfe bleiben aber weiter evakuiert. Die Gegend um die Ausbruchstelle wurde zum Sperrgebiet erklärt.

Vulkan am Eyjafjallajökull ausgebrochen (21.3.10)

Am Samstag Abend gegen 23.30 Uhr ist im Süden Islands ein Vulkan ausgebrochen. Wie ein Erkundungsflug von Geowissenschaftlern noch in der Nacht ergab, liegt die Ausbruchstelle nicht wie zunächst befürchtet unter dem Gletscher Eyjafjallajökull, sondern im Bereich der Paßhöhe Fimmvörðuháls zwischen den Gletschern Eyjafjallajökull und Myrdalsjökull. Da zunächst nicht klar war, ob durch abschmelzendes Gletschereis ein Fltuwelle droht, wurden rund 600 Menschen evakuiert und für den Süden Islands der Ausnahmezustand ausgerufen. Die Evakuierten können aber nach aktuellem Stand in den nächsten Stunden bereits in ihre Häuser zurückkehren und auch der Flugverkehr soll wieder aufgenommen werden.

Der Ausbruch verläuft insgesamt relativ ruhig, es kam nicht zu größeren Explosionen. Eine hochreichende Aschewolke hatte sich bis in die Morgenstunden ebenfalls nicht gebildet. Mehrere Lavaströme treten entlang einer etwa 600-800m langen Spalte aus und fließen in Richtung Norden in das Tal Thorsmörk ab. Da die Ausbruchstelle in unmittelbarer Nähe des Vulkans Katla liegt und beide Vulkane wahrscheinlich dem gleichen System angehören gibt es inzwischen Befürchtungen, auch die Katla könnte in nächster Zeit ausbrechen - derzeit allerdings gibt es dafür keine konkreten Anzeichen.

US-Geheimbericht - Staatsbankrott Islands im Jahr 2011? (15.3.10)

Hohe Wellen schlägt seit gestern ein Bericht zum Staatsbankrott Islands, der im Internet kursiert. Demnach hat der US-Botschafter in Island in einer geheimen Nachricht an das US-Außenministerium davon gesprochen, dass spätestens im Jahr 2011 mit einem Zahlungsausfall des isländischen Staates zu rechnen sei. Ein derartiger Zahlungsausfall würde das Land um wenigstens 30 Jahre in der wirtschaftlichen Entwicklung zurückwerfen. Nach dem Bericht des US-Botschafters fällt es Island extrem schwer, neue Kredite zur Rückzahlung von Verbindlichkeiten aufzunehmen. Die Isländer hatten kürzlich mit großer Mehrheit in einem Referendum die Rückzahlung von Schulden an England, Schweden, Holland und Norwegen abgelehnt, da sie der Meinung sind, die Bürger sollten nicht die Verantwortung für die Misswirtschaft von Bankmanagern und früheren Regierungen übernehmen. Diese Entscheidung hat u.a. die Auszahlung dringend benötigter Kredite des Internationalen Währungsfonds verzögert.

Eyjafjallajökull unter Überwachung (10.3.10)

Seit mehreren Tagen wird unter dem südisländischen Gletscher Eyjafjallajökull verstärkte Erdbebentätigkeit registriert, wie sie für aufsteigendes magmatisches Material typisch ist. Nachdem die Bebentätigkeit am Dienstag etwas nachgelassen hatte, traten heute wieder verstärkt Beben auf. Sie erreichten eine maximale Stärke von 2,6 auf der Richterskala. Unter dem Eis des Gletschers liegt ein aktiver Vulkan, der zuletzt im Jahr 1821 ausgebrochen ist. Deshalb haben Wissenschaftler auch keine genauen Informationen, wie ein Ausbruch im Bereich des Eyjafjallajökull typischerweise abläuft. Das Zivilschutzamt hat das Gebiet unter permanente Überwachung gestellt und ein Team von Geowissenschaftlern steht bereit, um im Falle eines Ausbruches sofort Messungen und Beobachtungen durchführen zu können.

Gesetzentwurf zu ICESAVE abgeschmettert (6.3.10)

Wie allgemein erwartet, haben die Isländer im heutigen Referendum den Gesetzentwurf zur Rückzahlung der Auslandsschulden aus der ICESAVE-Pleite mit deutlicher Mehrheit abgelehnt. 93% der Wähler sprachen sich gegen die im vergangenen Herbst ausgehandelte Vereinbarung zwischen Island und Großbritannien bzw. den Niederlanden aus. Die Volksabstimmung war nötig geworden, weil sich Präsident Grimsson nach heftigen Protesten der Bevölkerung geweigert hatte, das vom Parlament bereits abgesegnete Gesetz zu unterzeichnen. Die Isländer empfanden die Bedingungen des Vertrags als unzumutbar, machen sprachen sogar von einem neuen "Versailles-Vertrag". Welche Auswirkungen die endgültige Ablehnung der Vereinbarung auf die EU-Beitrittsverhandlungen und die Auszahlung von IWF-Krediten hat, bleibt abzuwarten.

Wirtschaftsfaktor Fisch (25.2.10)

Es ist eine altbekannte Tatsache, dass Islands Wirtschaft am Fisch hängt. Zwar hat die Fischereiwirtschaft in den letzten Jahrzehnten an Bedeutung verloren, doch gerade in der derzeitigen Wirtschaftskrise ist sie einer der stabilisierenden Faktoren in der isländischen Wirtschaft. Seit Beginn der Krise sind in der Fischereiwirtschaft nicht wenige Arbeitsplätze neu entstanden, da isländischer Fisch bedingt durch den Verfall der Krone auf dem Weltmarkt sehr günstig angeboten wird und die Nachfrage gestiegen ist.

Durch das Quotensystem haben sich die Bestände in den letzten 20 Jahren stabilisiert und so kommt es den Isländern nicht ungelegen, dass die Quote für den Loddenfang kürzlich um 20.00 Tonnen auf jetzt 150.000 Tonnen erhöht werden konnte. Das Quotensystem schreibt einen Bestand von 400.000 Tonnen Lodde in den isländischen Gewässern vor, nach aktuellen Bestandsschätzungen des Meeresforschungsinstituts liegt der Bestand derzeit bei 550.000 Tonnen.

Den Isländern wird derzeit zunehmend bewusst, wie wichtig die Fischereiwirtschaft gerade in Krisenzeiten ist und es mehren sich die Stimmen, die vor einem EU-Beitritt warnen - Island würde damit die Kontrolle über die Fischbestände weitgehend an die EU abgeben.

 

"Höhenflug" der isländischen Krone (19.2.10)

Trotz der stockenden Verhandlungen über die Rückzahlung der ICESAVE-Schulden erlebt die Krone derzeit einen kleinen Höhenflug. Sie erreichte mit einem Wechselkurs von rund 173 Kronen für einen Euro den höchsten Stand seit Mitte 2009. Der für Isländer günstigere Wechselkurs macht Importe aus der EU wieder etwas preiswerter. Sollte sich der Trend stabilisieren, könnte auch der Leitzins in den nächsten Monaten gesenkt werden.

Das Ende der Krise ist allerdings keineswegs in Sicht. Im Januar stieg die Arbeitslosenquote auf 9%, über 16.000 Isländer waren auf der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz. Zum vergleich: im Januar 2009 lag die Arbeitslosenquote nur bei 6,3%. Für Februar erwartet die Arbeitsverwaltung eine Quote von 9,3%. Ein Hoffnungsschimmer sind industrielle Großprojekte, die sich derzeit in der Planungsphase befinden. Sollten sie realisiert werden, rechnen Fachleute bis zum Jahr 2013 mit mehr als 6.000 neuen Arbeitsplätzen im Südwesten Islands

Greenstone Rechenzentrum in Reykjavik? (12.2.10)

Der Stadtrat von Reykjavik hat eine Anfrage des Softwarehauses Grennstone zur Errichtung eines Rechenzentrum mit Interesse aufgenommen und dem Bau grundsätzlich zugestimmt. Sollte sich Greenstone für den Standort Reykjavik entscheiden, steht ein Gelände im Stadtteil Grafarholt zur Verfügung. Es ist zunächst für sechs Monate reserviert. Greenstone hat in den letzten zwei Jahren bereits entsprechende Vereinbarungen mit anderen Gemeinden in island geschlossen, eine Entscheidung über den Standort wird in den nächsten Wochen erwartet.

Eisbär erschossen (29.1.10)

Ein junger Eisbär wurde am Mittwoch im Nordosten Islands von der Polizei erschossen. Vermutlich kam er wie schon im Jahr 2008 zwei andere Eisbären von Grönland nach Island. Er wurde erstmals am Mittwoch gesehen, verschwand jedoch im einsetzenden Schneetreiben. In der Nähe eines Bauernhofes wurde er wenige Stunden später von Scharfschützen der Polizei erschossen. Die Umweltbehörde teilte mit, es habe wegen der Wetterlage keine Möglichkeit gegeben, das Tier lebend zu fangen. Da es sich bei dem erschossenen Eisbären um ein Jungtier handelt, befürchten Experten, dass die Mutter ebenfalls in der Nähe ist. Die Bürger wurden zur Vorsicht aufgerufen.

Deutscher Botschafter tot aufgefunden (26.1.10)

Karl-Ulrich Müller, der deutsche Botschafter in Island, wurde am Montag tot in seinem Auto aufgefunden. Ersten Ermittlungen zufolge kam er bei einem Autounfall ums Leben. Am Sonntag hatte er Reykjavik verlassen und als er nicht an seinem Zielort ankam, startete eine Suchaktion. Am Montag wurde sein Wagen von der Besatzung eines Hubschraubers der Küstenwache im Norden Islands gefunden. Vermutlich kam er von der Straße ab und stürzte mit dem Auto in einen Fluß. Die Polizei ermittelt weiter.

Hoffnungsträger Seegurke (11.1.10)

Die Seegurke als neuer Hoffnungsträger für das krisengeschüttelte Island? Mangelnde Kreativität kann man den Isländern wahrlich nicht vorwefen, wenn es um die Bewältigung der milliardenschweren Schuldenlast geht. Tatsächlich gibt es konkrete Pläne, verstärkt Seegurken in asiatische Länder zu exportieren, wo die Tiere in geräucherter und getrockneter Form sowie deren eingelegte Innereien als Delikatess gelten. Das Fischereiministerium erweiterte letzte Woche die vorläufige Genehmigung zum Fang von Seegurken auf insgesamt 9 Boote. Seegurken erinnern auf den ersten Blick an Nacktschnecken und leben auf dem Meeresboden. Der bisher einzige Seegurkenfischer befürchtet allerdings, dass die Ausweitung der Fanggenehmigung nicht nur seine Existenz gefährdet, sondern auch zu einer Überfischung führen könnte.

Vulkan Hekla "unruhig" (16.1.10)

Vulkan Hekla
Der Vulkan Hekla

In den letzten Tagen erhielt das Meteorologische Institut Islands Anrufe von mehreren Bürgern, die im Gipfelbereich des Vulkans Hekla schneefreie Stellen beobachtet haben. Dies ist angesicht der kalten Witterung ungewöhnlich. Freysteinn Sigmundsson, Geophysiker an der Universität von Island, kann sich vorstellen, dass die Hekla innerhalb kurzer Zeit ausbrechen wird. Er gibt andererseits auch zu bedenken, dass eine genaue Vorhersage nicht möglich ist. Eine Änderung des Wärmeflusses im Vulkan deute nicht zwingend auf einen bevorstehenden Ausbruch hin. Seit den 1970er Jahren ist der Vulkan etwa alle 10 Jahre ausgebrochen, der letzte Ausbruch ereignete sich im Jahr 2000.

Überwachungskamera Hekla

 

Rekordtemperaturen im Dezember (9.1.10)

Wieder einmal sind aus Island Rekordtemperaturen zu melden. Am 12. Dezember kletterte Das Thermometer in Ostisland auf einen Wert von 15,1°C und damit so hoch wie noch nie an einem 12. Dezember. Auch in Reykjavik lagen die Temperaturen am 11. und 12. Dezember so hoch wie noch nie zuvor an diesen Tagen (11°C bzw. 11,5°C). Absoluter Spitzenreiter bei den Dezembertemperaturen war der 11. Dezember - in Siglufjördur wurden 15,5°C gemessen. Am 28. Dezember wurde die tiefste Temperatur des Monats mit -28°C im Myvatngebiet registriert.

Volksabstimmung über ICESAVE-Gesetz (6.1.10)

Der isländische Präsident Olafur Ragnar Grimsson hat am Dienstag bekannt gegeben, dass er dem Gesetz zur Rückzahlung von Schulden an Großbritannien und die Niederlande seine Zustimmung verweigert. Er begründete den Schritt mit den massiven Protesten der Bevölkerung. Über 60.000 der 320.000 Isländer haben ein Protestschreiben unterzeichnet, in dem sie sich gegen das vom Parlament mit knapper Mehrheit verabschiedete Gesetz wenden. Nach der isländischen Verfassung kommt es zu einer Volksabstimmung, wenn das Staatsoberhaupt ein vom Parlament verabschiedetes Gesetz nicht unterschreibt. Während die britische Regierung ankündigte, das Problem in Zusammenarbeit mit der isländischen Regierung und der EU zu lösen, bezeichnete der niederländische Finanzminister die Entscheidung Grimssons als enttäuschend und unverantwortlich.

Parlament billigt Schuldenrückzahlung (1.1.10)

In den Zeiten vor der Finanzkrise lockte Island mit hohen Zinsen nicht nur Anleger aus Deutschland, sondern auch aus Großbritannien und den Niederlanden. Nach dem Zusammenbruch des Bankensystems in Island mussten die Regierungen der beiden Länder einspringen, um die Spareinlagen in Höhe von knapp 4 Milliarden Euro an die rund 320.000 Anleger zurück zu zahlen.

Das Parlament in Reykjavik verabschiedete nun mit knapper Mehrheit ein Gesetz, das Island zur schrittweisen Erstattung von 3,8 Milliarden Euro an die britische und niederländische Regierung verpflichtet. Eine Einigung über die Rückzahlung war zwischen Island, den Niederlanden und Großbritannien bereits im Oktober erzielt worden, doch in Island selbst war das Gesetz heftig umstritten. Die bis 2024 zu erstattende Summe entspricht immerhin rund 40 Prozent des Bruttoinlandsproduktes von Island und viele isländische Bürger sind noch immer strikt dagegen, kollektiv für die Fehler von Bankmanagern zu bezahlen. Dies dürfte auch der Hauptgrund für Präsident Grimsson gewesen sein, das Gesetz am Donnerstag nicht zu ratifizieren. Er kündigte an, seine Entscheidung zu vertagen. Sollte sich Grimsson weigern, das Gesetz zu unterzeichnen, muss nach der isländischen Verfassung das Volk in einem Referendum entscheiden.

Mit der Verabschiedung des Gesetzes würde eines der größten Hindernisse bei den EU-Beitrittsverhandlungen aus dem Weg geräumt. Auch Hilfen des Internationalen Währungsfonds für Island sind an die Verabschiedung des Gesetzes gebunden und sind mit Grimssons Entscheidung vorerst weiter auf Eis gelegt.

Icelandair pünktlichste europäische Airline (25.12.09)

Die "Association of European Airlines" hat kürzlich ihren Zwischenbericht zur Pünktlichkeit europäischer Fluglinien für den Zeitraum Januar bis September 2009 veröffentlicht. Dabei belegt die isländische Fluggesellschaft Icelandair in den meisten bewerteten Kategorien einen Spitzenplatz. Laut dem Bericht war die Icelandair im September die pünktlichste Linienfluggesellschaft, außerdem belegt sie den ersten Platz auf Transatlantikrouten von Januar bis September.

 

Zukunftsmodell Elektro-Autos (19.12.09)

Ólafur Bjarnason, Chef der Verkehrsbetriebe Reykjavik, berichtete kürzlich im Rahmen einer Tagung über die Chancen, die Elektroautos den Isländern bieten könnten. Würde nur die Hälfte der Einwohner Reykjaviks Elektroautos statt Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren nutzen, könnte das Land jährlich 29 Millionen Euro sparen. Während derzeit jährlich etwa 32 Millionen Euro für Benzin und Diesel ausgegeben werden, würde der für die gleiche Fahrleistung benötigte Strom, der in Island mit Erdwärme und Wasserkraft produziert werden kann, nur 3,2 Millionen Euro kosten.

Verschiedene Faktoren könnten dafür sorgen, dass sich in Island Elektroautos schneller durchsetzen, als in anderen Ländern. Die Regierung plant eine Änderung des Steuersystems, die zu einer höheren Besteuerung von Mineralölprodukten führen wird. Aufgrund der Wirtschaftskrise setzen viele Isländer inzwischen auch auf deutlich kleinere Fahrzeuge, die im Stadtverkehr relativ problemlos mit Elektroantrieb eingesetzt werden könnten. So könnte auf günstigen Isländischen Strom zurückgegriffen werden und teure Ölimporte könnten reduziert werden - aufgrund der knappen Devisen ein willkommener Nebeneffekt.

Rekordrezession in Island (14.12.09)

Von Juni bis September fiel das isländische Bruttoinlandsprodukt im Vergleich zu den Vorjahresmonaten um 7,2 Prozent. Damit ist das Wachstum von rund 3 Jahren in nur einem Jahr verloren gegangen. Trotzdem sehen Experten Grund zur Hoffnung, denn der Rückgang ist schwächer, als von vielen erwartet. Der Wert aller importieren waren sank um 25%, da aufgrund der schwachen Krone importierte Waren vergleichsweise teuer sind und viele Isländer soweit möglich auf heimische Produkte ausweichen. Gleichzeitig stiegen die Exporte in den letzten 12 Monaten um 8,2 Prozent, da isländische Waren im Ausland billiger geworden sind und deshalb mehr nachgefragt werden. Wirtschaftsexperten erwarten für Anfang 2010 die Talsohle in der Entwicklung der isländischen Wirtschaft, danach soll es wieder bergauf gehen.

Kaupthingbank wieder privatisiert (3.12.09)

Die Kaupthing-Bank wurde vor rund einem Jahr im Zuge der Finanzkrise verstaatlicht. Nun wurde das Geldinstitut wieder privatisiert und firmiert künftig unter dem Namen Arion-Bank. Dies teile am Dienstag die für die Umstrukturierung zuständige Kommission mit. Mit den Gläubigern konnte die Übernahme von 87% der neuen Bank für einen Betrag von etwa 360 Millionen Euro vereinbart werden. 13% bleiben zunächst noch im Staatsbesitz. Zu den neuen Aktionären der Arion-Bank gehört u.a. auch die Deutsche Bank.

Geothermie "Sparschwein der Nation" (27.11.09)

Nach Berechnungen der isländischen Energiebehörde haben die Isländer durch die Nutzung geothermaler Energie im Jahr 2008 fast 310 Millionen Euro gespart. Zumindest hätten sie diese Summe zusätzlich ausgeben müssen, wenn statt Erdwäre fossile Energieträger genutzt worden wären. Seit 1970 haben sich die Ersparnisse auf eine Gesmtsumme von etwa 4,8 Milliarden Euro aufsummiert. Gerade in den Zeiten der schweren Wirtschaftskrise und sehr knapper Devisenreserven ist Island in der glücklichen Situation, nur zu einem geringen Teil auf teure Öl- und Gasimporte angewiesen zu sein.

Babyboom in Island (24.11.09)

In diesem Jahr wurden im Landspitali bereits 3.080 Geburten registriert. Im Vorjahr waren es von Januar bis Dezember 3.386, was gegenüber 2007 schon einer Zunahme von 7,8% entsprach. Ende des Jahres dürfte allerdings der Rekord aus dem Vorjahr wieder gebrochen werden. Die Zahl der Geburten hat in den letzten zehn Jahren bereits jeweils im rund 2% pro Jahr zugenommen. Es wird erwartet, dass in diesem Jahr etwa 100 Kinder mehr geboren werden, als 2008. In den letzten Monaten war es im Landspitali wiederholt zu personellen Engpässen in der Geburtsabteilung gekommen, da im Zuge von Sparmaßnahmen die Zahl der angestellten Hebammen reduziert wurde.

deCODE zahlungsunfähig (20.11.09)

Das in den 90er Jahren von Kari Stefansson gegründete Pharma- und Biotechnologieunternehmen deCODE hat Insolvenz angemeldet. Stefansson hat persönlich die Verantwortung für das Scheitern seiner Firma übernommen und angekündigt, deCODE werde an die Investorengruppe Saga Invest verkauft. Damit könnte der Betrieb noch etwa 2 Jahre fortgeführt werden. deCODE machte Schlagzeilen, weil die Firma als erste weltweit ein Monopol auf die kommerzielle Auswertung der Gendaten eines ganzen Landes hatte. Ziel war die Entschlüsselung von Genstrukturen, die Krankheiten begünstigen oder auslösen und darauf aufbauend die Entwicklung von Medikamenten.

Arbeitslosenquote im Oktober gestiegen (17.11.09)

Wie erwartet, ist die Arbeitslosenquote in Island von 7,2% im September auf 7,6% im Oktober gestiegen. Derzeit sind fast 12.700 Isländer ohne Arbeit. Die höchste Arbeitslosigkeit hat der Sudurnesbezirk in Südwestisland zu verzeichnen, dort liegt die Quote bei 12,4%. Im Norwesten des Landes sind dagegen nur 2,2% der Menschen ohne Job. Die Arbeitsvermittlung erwartet im November einen weiteren Anstieg auf etwa 8,1%. Zu Beginn der Krise war den Isländern von Experten aus dem Ausland noch eine Arbeitslosigkeit von 20% vorhergesagt worden, doch der bisher höchste Stand wurde mit "nur" 9,1% im März 2009 erreicht.

 

Gesundheitamt empfiehlt Impfung gegen Schweinegrippe (13.11.09)

Der Chefepidemiologe des isländischen Gesundheitsamtes Haraldur Briem hat eine Empfehlung veröffentlicht, nach der sich alle Isländer, die älter als 6 Monate sind, gegen die Schweinegrippe impfen lassen sollen. Bisher wurden rund 50.000 Isländer geimpft, die besonderen Berufs- oder Risikogruppen angehören. Ab kommenden Montag können auch alle anderen Isländer einen Termin für die Impfung vereinbaren. Briem erklärte, laut aktueller Statistik hätten über 70% der Infizierten, deren Zustand als ernst bezeichnet werden kann, Vorerkrankungen, rund 30% der Erkrankten mit schweren verläufen gehören aber keiner Risikogruppe an.

Bis Ende Oktober wurden in Island bereits mehr als 6.600 Infektionsfälle registriert, bei über 100 Patienten verlief die Erkrankung so schwer, dass sie stationär behandelt werden mussten. Eine schwerbehinderte 18 Jahre alte Frau starb im Oktober.

Kooperation bei Kreuzfahrten (10.11.09)

Kreuzfahrtschiff in Akureyri
MS Amadea in Akureyri

Der Nordatlantik soll als Kreuzfahrtziel besser auf den internationalen Reisemärkten positioniert werden. Dieses Ziel versuchen die fünf Partner Neufundland, Grönland, Island, die Färöerinseln und die Orkneyinseln zukünftig unter dem Slogan "Cruise Islands of the North Atlantic – Take Life to a Higher Latitude" gemeinsam zu erreichen. Der Nordatlantik soll nicht zuletzt wegen seiner einmaligen Landschaften neben den bisher wichtigen Kreuzfahrtgebieten Ostsee, Mittelmeer und Karibik als vierte Region etabliert werden. Die fünf Partner wollen vor allem Kreuzfahrtunternehmen im Marketing und Vetrieb unterstützen. Ein eigens eingerichteter Internetauftritt ermöglicht Buchungen und den Download von Informationsmaterial. Besonders der deutsche Markt ist für die Allianz interessant, zeigten doch die Kreuzfahrtbuchungen in den letzten Jahren einen rasanten Anstieg von teilweise weit über 10% pro Jahr. Fachleute gehen sogar davon aus, das Deutschland in den nächsten Jahren Großbritannien als "Kreuzfahrtnation" von Platz 1 in Europa verdrängen wird.

Zentralbank senkt Zinssatz (6.11.09)

Die Zentralbank von Island hat den Leitzinssatz von 12% auf 11% gesenkt und damit die Geldpolitik weiter gelockert. Fachleute sind geteilter Meinung, was diesen Schritt betrifft. Während der Internationale Währungsfonds (IWF) Fortschritte bei der Konsolidierung der Staatsfinanzen und der Restrukturierung des Bankenwesens sieht, die diesen Zinssenkungsschritt ermöglicht haben, warnen andere Experten vor den Gefahren der nach wie vor hohen Inflation. Die Zentralbank hatte vor einigen Tagen bereits angekündigt, dass die Kapitalverkehrskontrollen schrittweise gelockert werden sollen.

Island gewinnt an den Finanzmärkten langsam wieder an Vertrauen. So wurde vor kurzem ein Kredit über 125 Millionen Euro von Polen gewährt. Er hat eine Laufzeit von 12 Jahren bei einem Zinssatz von 2% bis zum Jahr 2015 und 1,3% für die restliche Laufzeit. Die Auszahlung kann erfolgen, wenn der IWF das von der isländischen Regierung erarbeitete Stabilitätsprogramm positiv bewertet hat und die weitere Entwicklung bezüglich der Abwicklung der IceSave-Konten geklärt ist. Erst dann können auch weitere Kredite des IWF und der skandinavischen Länder ausgezahlt werden.

Aus für McDonald's in Island (31.10.09)

Ein neuer Tiefschlag erschüttert das wirtschaftlich gebeutelte Island bis ins Mark - am 1. November schließen die drei letzten verbliebenen McDonald's Restaurants in Reykjavik ihre Türen. Offiziell nennt der Franchise-Nehmer Magnus Ogmundsson die extrem gestiegenen Preise für die Burgerzutaten als Grund. Laut Vorgaben von McDonald's müssen z.B. Fleisch und Zwiebeln aus Deutschland eingeführt werden, um einen einheitlichen Geschmacks- und Qualiätsstandard zu sichern. Doch durch den drastischen Wertverfall der Krone kostet inzwischen ein Kilo Zwiebeln aus Deutschland fast so viel, wie eine Flasche guter Whisky. Die Burger sind damit für die meisten Isländer nicht mehr bezahlbar und deshalb hat Ogmundsson das Aus beschlossen. Kümmern wird es die Mehrzahl der Isländer allerdings kaum, denn das große Geschäft hat McDonald's auf der Insel noch nie gemacht und so kommt womöglich dem Betreiber die Wechselkurssituation gerade recht, um aus dem Franchisevertrag aussteigen zu können. Magnus Ogmundsson hat schon seit einiger Zeit sehr konkrete Pläne zur Eröffnung einer neuen Schnellimbißkette in den alten Räumen, die im Wesentlichen mit einheimischen und damit kostengünstigen Rohstoffen auskommt und wahrscheinlich ein breiteres Publikum anspricht.

Wann kommt der nächste Vulkanausbruch? (25.10.09)

Nach Meinung des isländischen Geophysikers Páll Einarsson ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass in nicht ferner Zukunft die Vulkane Hekla und Grimsvötn ausbrechen. Die unter der Eiskappe des Myrdalsjökull liegende Katla hingegen zeigt seit 2005 keine Anzeichen für einen bevorstehenden Ausbruch, doch auf das Askjagebiet im Hochland sollte man nach Meinung von Einarsson ein wachsames Auge haben. Die Hekla betreffend ist der Geophysiker der Auffassung, man könne sich nicht darauf verlassen, dass sie wie in den vergangenen Jahrzehnten etwa alle 10 Jahre ausbricht. Auch die Katla hätte bereits in den sechziger Jahren ausbrechen müssen, wenn sie ihre vorher mehrere Jarhunderte andauernden Ausbruchszyklen fortgesetzt hätte.

Icesave erneut Thema im Parlament (20.10.09)

Die isländische Ministerpräsidentin Johanna Sigurdardottir hat dem Parlament am Montag die Übereinkunft mit den Hauptgläubigern Großbritanien und den Niederlanden vorgelegt. Es gilt als sicher, dass der Vertrag vom Parlament abgesegnet wird. Er sieht vor, dass die isländischen Steuerzahler bis 2024 rund 3,8 Milliarden Euro an die Staatskassen in London und Den Haag überweisen. Die Schulden haben sich im Zuge der Finanzkrise aufgetürmt, als beim Kollaps der isländischen Banken die Milliardeneinlagen britischer und niederländischer Sparer zunächst von den dortigen Regierungen garantiert wurden. Island muss nun diese Einlagen zurück zahlen und viele Bürger laufen Sturm gegen die Belastung, die auf sie zukommt. Sie empfinden es als ungerecht, dass sie für die Fehler und Habgier der Manager der inzwischen verstaatlichten Banken gerade stehen sollen. Andererseits ist eine Einigung zwischen Island und den beiden Gläubigerländern Voraussetzung für die Freigabe von dringend benötigten Krediten durch den Internationalen Währungsfonds - diese werden durch Großbritannien und die Niederlande bisher blockiert.

 

 

Arbeitnehmerabwanderung und sinkende Arbeitslosigkeit (29.10.09)

In den ersten neun Monaten dieses Jahres haben insgesamt über 6.700 Menschen Island auf Dauer verlassen, knapp die Hälfte davon waren Isländer. Bis Ende des Jahres dürfte die Zahl der Auswanderer die 9.000 übersteigen. Damit würde die Zahl der Auswanderer in der gleichen Größenordnung liegen, wie im Jahr 2008. Der größte Teil isländischen Emigranten hat in Dänemark, Norwegen und Schweden eine neue Heimat gefunden.

Die Auswanderung hat auch positive Auswirkungen auf den isländischen Arbeitsmarkt. Lag die Arbeitslosenquote im August noch bei 7,7%, sank sie im September auf 7,2%. Allerdings wird allgemein erwartet, dass die Zahl der Arbeitslosen in den nächsten Monaten jeweils um 1% steigt, abhängig natürlich von der weiteren Entwicklung der isländischen Wirtschaft. Gesucht werden Arbeitskräfte derzeit vor allem im Bereich Softwareentwicklung und im gesamten Finanzbereich.

Erstaunlich ist in diesem Zusammenhang ein gewisser Wertewandel in der Gesellschaft, der ebenfalls zum Sinken der Arbeitslosenzahl im September beigetragen haben dürfte. Galt es bisher als gesellschaftlich nicht akzeptabel, arbeitslos zu sein, ist seit einigen Monaten zu beobachten, dass Arbeitslose mitunter angebotene Stellen nicht annehmen - speziell Büro- und Verkäuferjobs werden immer häufiger abgelehnt. Die Verantwortlichen des Arbeitsamtes haben im Sommer immer öfter beobachtet, dass Arbeitslose offensichtlich die warme Jahreszeit genießen wollten und von der staatlichen Unterstützung lebten, um jetzt im Herbst wieder einen Job anzunehmen.

Papageitaucher immer seltener (15.10.09)

Islands wohl bekannteste Vogelart, der Papageitaucher, wird immer seltener. Zwar gibt es nach wie vor die weltweit größten Kolonien der Tiere auf den Westmännerinseln und noch leben rund 3 Millionen der Tiere an Islands küsten, doch seit inzwischen 5 Jahren ist der Bestand rückläufig. Die Behörden haben im vergangenen Sommer auf diese Entwicklung reagiert und die Fangsaison auf 5 Tage gekürzt. Statt der sonst üblichen 100.000 Vögel, die als Delikatesse gelten, durften nur 3.000 gefangen werden. Grund für den Rückgang des Bestandes ist allerdings nicht der Fang der Vögel, sondern der Klimawandel. Die Hauptnahrung der Papageitaucher besteht aus Sprotten, Seeaalen und Heringen und diese Fischarten werden vor der Süd- und Westküste immer seltener. Sie ziehen wegen der Erwärmung des Meerwassers weiter nach Norden und die Papageitaucher müssen deutlich weitere Strecken fliegen, um genügend Nahrung für ihre Jungen zu finden. Die Jungvögel wachsen wegen der selteneren Fütterung langsamer und sind schwächer, wenn sie das Nest verlassen. Dies schmälter ihre Überlebenschancen im ersten Lebensjahr deutlich. Ein Trost für die Jäger: Schneehühner profitieren vom wärmeren Klima, ich Bestand hat sich um 25% erhöht.

80% weniger Herzinfarkte (10.10.09)

Seit dem Jahr 1980 ist die Zahl der Isländer, die an einem Herzinfarkt sterben, um 80% zurück gegangen. Thor Aspelund von der Isländischen Herzgesellschaft hat Daten aus verschiedenen Quellen ausgewertet, um die Ursachen für den Rückgang zu untersuchen. Zusammenfassend stellt er fest, dass vor allem die Meidung von Risikofaktoren der erfreulichen Entwicklung zugrunde liegt. Seinen Berechnungen zufolge gehen drei Viertel des Rückgangs auf geänderte Lebensgewohnheiten der Bevölkerung zurück, ein Viertel auf die bessere medizinische Versorgung bei Herzkrankheiten. Hauptfaktoren der Entwicklung sind nach Aspelunds Auswertung die Reduktion der Cholesterinwerte, der Verzicht auf das Rauchen und die Senkung des systolischen Blutdrucks. Ergebnisse aus Norwegen bestätigen die isländische Datenanalyse.

Lebensstandard trotz Wirtschaftskrise spitze (6.10.09)

Im kürzlich veröffentlichten alljährlichen UN-Bericht zum Lebensstandard in den einzelnen Mitgliedsländern belegt Island trotz der Wirtschaftskrise weiterhin einen Spitzenplatz. Nur in Norwegen und Australien lebt es sich nach der aktuellen Statistik besser, als in Island. Die UN-Liste umfasst insgesamt 182 Länder. Japan liegt in diesem Jahr auf Platz 10, die USA auf Platz 13, Deutschland auf Platz 22 und damit hinter Irland, Frankreich, Österreich, Spanien und Italien. Das ärmste Land der Welt ist die Demokratische Republik Kongo. Für den UN-Bericht werden unter anderem Daten zum Einkommen, zur Bildung und zur Lebenserwartung aus dem Jahr 2007 als Grundlage ausgewertet - insofern ist es auch nicht verwunderlich, dass Island noch einen Spitzenplatz belegt, denn im Jahr 2007 war die Krise noch weit entfernt.

Koalitionskrach in Island (1.10.09)

Ein handfester Koalitionskrach zwischen den Sozialdemokraten und den Grünen in Island könnte zu einem vorzeitigen Ende der Koalition führen. Streitthema sind Nachbesserungen bei den Bedingungen über die Rückzahlung geplatzter Konten britischer und niederländischer Bankkunden. Bereits am Mittwoch trat der Grüne Gesundheitsminister Ögmundur Jonasson deshalb zurück. Die sozialdemokratische Ministerpräsidentin Johanna Sigurdardottir hat den Fortbestand der Zusammenarbeit mit den Grünen von der Geschlossenheit der Regierung in der Frage der sogenannten "Icesave"-Konten abhängig gemacht. Das Icesave-Gesetz war im Sommer verabschiedet worden und verpflichtet Island, britische und niederländische Sparer schadlos zu halten. Innerhalb von 15 Jahren muss Island 3,8 Milliarden Euro nach Großbritannien und in die Niederlande überweisen. Doch damit geben sich Briten und Holländer nicht zufrieden und fordern von Island Nachbesserungen im Gesetz. Insbesondere Garantien über das Jahr 2024 hinaus werden von den Grünen allerdings nicht akzeptiert. Eine Entscheidung über die Gesetzesänderung soll noch in dieser Woche im Parlament herbeigeführt werden.

Walfangsaison beendet (27.9.09)

Die aus Sicht der Firma Hvalur erfolgreiche Walfangsaison geht in Island in diesen Tagen zu Ende. Einar Gudfinnsson, der bis zum Sturz der Regierung im Frühjahr 2009 Fischereiminister war, hatte kurz vor Ende seiner Amtszeit die Fangquote für Finnwale noch auf 150 und für Zwergwale auf 100 Tiere erhöht. Insbesondere gegen den Fang der Finnwale, deren Bestand weltweit auf nur noch 30.000 Tiere geschätzt wird, gab es seinerzeit scharfe internationale Proteste. Unbeeindruckt davon hat die Firma Hvalur während der Fangsaison von Juni bis Mitte September mit ihren beiden Schiffen 125 Finnwale erlegt. Insgesamt rund 3.000 Tonnen Walfleisch und Speck warten derzeit in Kühlhäusern auf den Verkauf. Die Firma Hvalur rechnet fest damit, in Japan Abnehmer zu finden, würde damit allerdings gegen Vorgaben der Internationalen Walfangkommission verstoßen - der Handel mit Walprodukten ist seit 1986 verboten. Zudem war das Interesse an isländischem Walfleisch in Japan in den letzten Jahren praktisch gleich Null. Die neue isländische Regierung hat das Thema Walfang bisher nicht aufgegriffen, obwohl der Walfang einen EU-Beitritt unmöglich machen könnte.

Mehrheit gegen EU Beitritt (19.9.09)

Während vor einem Jahr noch gut zwei Drittel der Isländer für einen EU-Beitritt waren, hat sich das Blatt völlig gewendet. Nach kürzlich veröffentlichten Zahlen einer Umfrage, die vom isländischen Industrieverband in Auftrag gegen wurde, sind heute 61,5% der Wähler gegen einen EU-Beitritt und nur 38,5% dafür. Die Skepsis der Isländer war seit dem Jahr 2000 nicht mehr so groß. Politikwissenschaftler vermuten, dass die starre Haltung Großbritanniens und der Niederlande in der Frage der Rückzahlung von Spareinlagen eine wesentliche Rolle bei Meinungsänderung der Bevölkerung spielt - die isländischen Steuerzahler müssen nun die Rückzahlung der Einlagen an britische und niederländische Sparer finanzieren und werden damit über Jahrzehnte belastet.

Mehr deutsche Touristen in Island (15.9.09)

Die Zahl der deutschen Touristen in Island ist von Januar bis August 2009 gegenüber dem Vorjahr deutlich gestiegen. Insgesamt wurden bis Ende August über 42.000 Besucher aus Deutschland registriert, im Jahr 2008 kamen im gleichen Zeitraum nur knapp 36.000 Deutsche nach Island. Der Anstieg liegt damit bei mehr als 19%. Die meisten deutschen Touristen kamen im August nach Island, die Zahl lag bei über 14.000 - gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung um satte 35%! Der Trend wird sich aller Voraussicht nach bis zum Jahresende fortsetzen und noch im September dürfte die Gesamtzahl deutscher Besucher aus dem Jahr 2008 (rund 45.000) überstiegen werden, wobei die mit Kreuzfahrtschiffen angereisten Gäste noch nicht einmal berücksichtigt sind.

Seeteufel gewinnt an Bedeutung (11.9.09)

Seeteufel
Seeteufel (c) Meocrisis

In einem Schönheitswettbewerb würde der Seeteufel zwar sicher keinen Preis gewinnen, aber für die isländische Fischereiwirtschaft spielt er trotzdem ein zunehmend wichtige Rolle. Wurde Seeteufel in früheren Zeiten vor allem in Hummerkörben als unerwünschter Beifang an Land gezogen und wieder über Bord geworfen, ist er heute als einer der teuersten Speisefische. Dank der Erwärmung der Meere vor der Küste Islands ist er seit einigen Jahren auch vor der Westküste und Nordküste Islands anzutreffen und seit dem Jahr 2004 wird eine jährliche Fangquote festgelegt. Sie liegt in einer Größenordnung von jährlich 1.500 bis 3.000 Tonnen und scheint auch notwendig zu sein, da zunehmend kleine und noch nicht geschlechtsreife Tiere gefangen werden - dies könnte ohne Quotenregelung schnell zu einer Überfischung führen. Die meisten Seeteufel wurden in den letzten Jahren vor der Halbinsel Snaefellsnes gefangen.

OECD empfiehlt Euro-Einführung (4.9.09)

Die OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) hat Island dringend empfohlen, den Euro schnellstmöglich einzuführen und weitere Reformen des Finanzsystems nahegelegt. Insbesondere fordert die OECD eine strengere Kontrolle des Finanzwesens und eine deutliche Verkleinerung des Bankensystems in Island. Während es in den vergangenen Monaten immer wieder Stimmen gab, die eine Einführung des Euro ohne EU-Mitgliedschaft forderten, drängt die OECD auf einen EU-Beitritt als ersten Schritt. Nach Meinung der OECD führt weder daran, noch an der Euro-Einführung ein Weg vorbei, da die Krone als internationale Währung seit dem Crash vor einem Jahr unwiderbringlich zerstört ist. EU-Erweiterungskommissar Olli Rehn hat unterdessen angekündigt, daß der Regierung in Reykjavik in den nächsten Tagen im Rahmen der Beitrittsprozedur ein umfangreicher Fragenkatalog vorgelegt wird.

Banken zahlen weitere Schulden zurück (20.8.09)

Nachdem im Juni bereits die Rückzahlung der Schulden in Höhe von 300 Millionen Euro an rund 34.000 deutsche Sparer begonnen hat, dürfen nun auch Anleger aus Großbritannien und den Niederlanden hoffen. Der Haushaltsausschuss des isländischen Parlaments hat am Samstag einer Gesetzesvorlage zugestimmt, die eine Rückzahlung auch an Briten und Holländer über einen Zeitraum von 15 Jahren vorsieht. Das Parlament muss dem Gesetz noch zustimmen, doch angesichts der Tatsache, dass von einer Rückzahlung der Schulden der EU-Beitritt abhängt und ein IWF Kredit für Island an entsprechende Auflagen geknüpft ist, gilt die Zustimmung als fast sicher. Im Gegensatz zu Anlegern, die ihr Geld bei anderen Banken in Europa und den USA angelegt haben, könnten also die Kunden der isländischen Banken mit einem blauen Auge davon kommen.

"Jungle Drum" weiter Sommerhit (10.8.09)

Seit inzwischen vier Wochen hält die isländische Sängerin Emilíana Torrini mit ihrem Song "Jungle Drum" den ersten Platz in den deutschen Single Charts. Sie schlägt damit derzeit weltbekannte Stars wie Beyoncé Knowles, Lady Ga Ga and The Black Eyed Peas aus dem Rennen. Auf der weltweiten Liste, die Verkaufszahlen aus 65 Ländern berücksichtigt, liegt der Song derzeit auf Platz 25 und scheint weiter aufzusteigen.

51 Fälle von Schweinegippe (31.7.09)

In Island wurden bisher insgesamt 51 Fälle von Schweinegrippe diagnostiziert. Die Gesundheitsbehörden forderten die Isländer auf, bei grippeähnlichen Symptomen einige Tage daheim zu bleiben und den Kontakt zu andere Menschen möglichst zu meiden. Obwohl der Infektion meist einen milden Verlauf nimmt, raten die Behörden allgemein zur Vorsicht, da es bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem und Vorerkrankungen zu einem deutlichen schwereren Verlauf der Krankheit kommen kann. Die meisten Fälle wurden bisher im Südwesten Islands, insbesondere in der Haupstadtregion, diagnostiziert.

 

Parlament stimmt für Beitrittsgesuch (17.7.09)

Nach tagelangen Diskussionen hat das isländische Parlament den Weg für einen EU-Aufnahmeantrag frei gemacht. Von den 63 Abgeordneten stimmten am Donnerstag 33 dafür, die EU-Mitgliedschaft zu beantragen. Wie das isländische Außenministerium mitteilte, wurde das Beitrittsgesuch bereits an die EU übermittelt. Fachleute erwarten relativ rasch Ergebnisse und rechnen mit der Aufnahme Islands zwischen 2011 und 2013.

Unterdessen regt sich in Bayern Widerstand. Auf Ihrem Parteitag in Nürnberg sprach sich die CSU gegen eine Erweiterung der EU und die Aufnahme Islands aus. Nach Meinung der CSU soll die EU nicht den Retter für Island spielen, das nach wie vor in einer tiefen Wirtschaftskrise steckt - so zumindest die offizielle Verlautbarung. Da sich die CSU derzeit im Bundestagswahlkampf positionieren muss, könnte sich die Einstellung allerdings nach den Wahlen im Herbst ändern...

Antrag auf EU-Beitritt noch im Juli (10.7.09)

Die sozialdemokratische Premierministerin Jóhanna Sigurdardóttir hat angekündigt, am 27. Juli den Beitritt Islands zur EU zu beantragen. An diesem Tag findet in Brüssel ein Treffen der EU Außenminister statt. Voraussetzung dafür ist allerdings die Zustimmung des Parlaments, die Entscheidung soll noch am Wochenende oder Anfang kommender Woche fallen. Unter den Abgeordneten wird derzeit noch heftig diskutiert, in welcher Form eine Volksabstimmung über den EU-Beitritt stattfinden soll.

Erdbeben in Reykjavik (30.6.09)

Am 25. Juni gegen 17:20 Uhr erschütterte eine Erdbeben der Stärke 4 die isländische Hauptstadtregion. Bereits um 16:30 Uhr bebte die Erde im Gebiet von Krysuvik auf der Halbinsel Reykjanes. Während die Bewohner der Halbinsel die Beben kaum spürten, waren sie in Reykjavik deutlich bemerkbar. Das Epizentrum lag nahe des Sees Kleifarvatn. Verletzte waren nicht zu beklagen, es gab auch keine Berichte über Sachschäden.

Dorschbestand gefährdet (20.6.09)

Hiobsbotschaft für Island - in einer kürzlich veröffentlichten Studie warnen Experten vor einem Zusammenbruch der atlantischen Dorschbestände. Und das zu einem Zeitpunkt, wo im krisengebeutelten Island die Fischereiwirtschaft wieder eine zunehmend wichtige Rolle spielt und dem Land die so dringend benötigten Devisen und Exporteinnahmen bringt. Nach Meinung der Fachleute könnte vor allem das Abfischen der Bestände in flachen Gewässern den Bestand gefährden. Das isländische Fischereiministerium will die Studie überprüfen und gegebenenfalls die im Januar erhöhte Fangquote für Dorsch noch einmal überdenken. Sie ist derzeit auf 160.000 Tonnen festgelegt.

Leitzins gesenkt (12.6.09)

Die Isländische Notenbank hat einen weiteren Schritt in Richtung niedrigerer Zinsen unternommen. Der Leitzins wurde kürzlich von 13 auf 12 Prozent gesenkt, ebenso der Tagesgeldsatz. Alle anderen Zinssätze bleiben unverändert. Anfang des Jahres lag der Leitzins mit 18 Prozent auf Rekordniveau, seit dem Personalwechsel an der Spitze der Notenbank wurden die Zinsen bereits dreimal gesenkt. Die Notenbank wird derzeit übergangsweise vom norwegischen Unternehmensberater Svein Harald Öygard geleitet.

Walfangsaison gestartet (2.6.09)

In den vergangenen Tagen begann in Island eine neue Walfangsaison. Trotz internationaler Proteste wurde die Jagd auf Zwergwale eröffnet. Für dieses Jahr ist eine Quote von 100 Zwergwalen zum Abschuss freigegeben, etwa 50% des Walfleisches sollen nach Japan verkauft werden. Die zur Jagd freigegebenen Gebiete liegen in diesem Jahr weiter vor der Küste, um direkte Konflikte mit den Anbietern von Walbeobachtungstouren zu vermeiden. Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass gerade in Restaurants, die Walfleisch auf der Speisekarte haben und vorwiegend von Touristen besucht werden, besonders viel Walfleisch verkauft wird.

Icelandair bleibt Isländisch (23.5.09)

Die Finanzkrise hat viele Zweige der isländischen Wirtschaft schwer getroffen. Und obwohl Islandreisen heute günstiger als vor einem Jahr sind und zumindest während der zurückliegenden Wintermonate mehr Touristen nach Island gekommen sind, als sonst im Winter, hat auch die Fluglinie Icelandair mit den Folgen der Krise zu kämpfen. Bereits im Herbst letzten Jahres witterten ausländische Investoren ein gutes Geschäft und boten isländischen Investmentgruppen den Kauf von Anteilen an. Diese weigerten sich allerdings, ihre Anteile an ausländische Investoren zu verkaufen, da sie in icelandair einen Teil der isländischen Unabhängigkeit sahen. Vor wenigen Tagen übernahm nun die verstaatlichte Bank Islandsbanki 39% der Anteile, die bisher von der Investorengruppe Máttur & Naust gehalten wurden. Damit befinden sich knapp 47% der Icelandair-Aktien im Besitz der staatlichen Bank. Waren die Anteile Anfang 2008 noch 60 Millionen Euro wert, sank ihr Wert bis heute auf nur noch 10 Millionen Euro.

Regierungsprogramm steht (18.5.09)

Die isländische Premierministerin Jóhanna Sigurdardóttir (Sozialdemokraten) und Finanzminister Steingrímur J. Sigfússon (Grüne) haben das Regierungsprogramm für die Fortsetzung der Koalition präsentiert. Zentraler Punkt des Programms ist die Sanierung des Staatshaushaltes mit einem ausgeglichenen Haushalt bis zum Jahr 2013. Über den EU-Beitritt wurde keine Einigung erzielt, es bleibt bei der Übereinkunft, die Frage der Aufnahme von Beitrittsverhandlungen im Parlament entscheiden zu lassen und ggf. eine Volksabstimmung über den Beitritt durchzuführen. Die Abstimmung im Parlament über die Aufnahme von Beitrittsverhandlugen soll bereits im Sommer stattfinden. Weitere wichtige Punkte der Regierungsarbeit: die Zahl der Ministerien wird von 12 auf 9 reduziert, es wird ein Paket von 10 Maßnahmen zur Schaffung von Arbeitsplätzen ausgearbeitet, es wird ein Regionalplan zur Förderung der Industrie aufgelegt und die Regelungen im Bereich der Fischereiwirtschaft sollen überarbeitet werden.

Rekordniederschläge im April (11.5.09)

Die aktuellen Daten des Meteorologischen Instituts für den Monat April weißen einige Rekordwerte auf. In vielen Regionen Südislands fielen ungewöhnlich große Niederschlagsmengen. Auf den Westmännerinseln war die Niederschlagsmenge seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1881 nie höher, in Reykjavik lag die Niederschglagsmenge immerhin gut 70% über dem langjährigen Durchschnittswert. In Akureyri hingegen fielen 20% weniger Niederschläge als im Durchschnitt. Die Temperatur lag im April in Reykjavik 2,1 Grad über dem Durchschnittwert, in Akureyri um 1,9 Grad.

EU-Beitrittsgesuch angekündigt (7.5.09)

Die sozialdemokratische Ministerpräsidentin Jóhanna Sugurdardóttir kündigte zwei Wochen nach dem Wahlsieg der Linksparteien an, sie werde im Parlament um Zustimmung für ein Beitrittsgesuch an die EU bitten. Zwar ist der zukünftige Koalitionspartner, die Grünen, bisher gegen einen EU-Beitritt gewesen, trotzdem gilt eine Mehrheit im Parlament als sicher. Teile der Opposition haben bereits angekündigt, dem Antrag im Parlament zuzustimmen. Die Grünen und die Sozialdemokraten hatten sich im Rahmen ihrer Koalitionsgespräche darauf geeinigt, die Entscheidung dem Parlament zu überlassen und jeweils nach der eigenen Überzeugung und nicht auf Grundlage einer vorherigen Koalitionsvereinbarung zu stimmen.

Absolute Mehrheit für Linksparteien (26.4.09)

Johanna Sigurdardottir
Johanna Sigurdardottir

Bei den gestrigen Parlamentswahlen in Island haben die Linksparteien eine absolute Mehrheit erreicht. Die Sozialdemokraten kamen nach Auszählung aller Stimmen auf 29,8%, die Grünen erreichten 21,7%. Damit geht die seit einigen Wochen amtierende Übergangsregierung aus Sozialdemokraten und Grünen unter Ministerpräsidentin Johanna Sigurdardottir als Sieger aus den vorgezogenen Neuwahlen hervor. Die Vorgängerregierung unter Geir Haarde war Ende Januar nach wochenlangen Protesten zurückgetreten und wird von den Isländern für die schwere Finanzkrise und den drohenden Staatsbankrott Islands mitverantwortlich gemacht. Haardes Partei, die Konservativen, verloren 12,9% und erreichten nur noch 23,7% der Wählerstimmen. Die Fortschrittspartei erreichte 14,8% und die erstmals im Parlament vertretene "Bürgerbewegung" kommt aus dem Stand auf 7,2% der Stimmen.

Erklärtes Ziel von Johanna Sigurdardottir ist der schnellstmögliche Beitritt zur Europäischen Union und die Einführung der Euro in Island. Der bisherige Koaltionspartner in der Übergangsregierung hatte sich gegen einen Beitritt zur EU ausgesprochen. Ob Sigurdardottir ihr Ziel erreichen kann, wird also maßgeblich von den Vereinbarungen im neuen Koalitionsvertrag abhängen, denn mit der Unterstützung der Konservativen kann sie in diesem Punkt sicher nicht rechnen. Sowohl die Sozialdemokraten, als auch die Grünen hatten sich aber bereits vor den Wahlen dafür ausgesprochen, eine Fortsetzung der Koalition anzustreben.

Tunneldurchstich geschafft (17.4.09)

Mit einer Verzögerung von rund 6 Monaten wurde am gestrigen Donnerstag der Durchstich im neuen Straßentunnel von Ólafsfjördur nach Siglufjördur geschaffen. Voraussichtlich im Juni 2010 soll der Tunnel für den Verkehr geöffnet werden. Bisher ist Siglufjördur vor allem im Winter oft nur schwer erreichbar. Die 62km lange Straßenverbindung über den Lágheidi-Pass muss im Winter häufig wegen Schneeverwehungen gesperrt werden und dann ist Siglufjördur nur über die Küstenstraße Nr. 76 erreichbar. Nach Fertigstellung des Tunnels verkürzt sich die Fahrtstrecke zwischen Ólafsfjördur und Siglufjördur auf 15km und die Verbindung nach Akureyri, der "Hauptstadt" Nordislands, ist auch im Winter gesichert. Die Gesamtkosten für das Projekt liegen bei mehr als 60 Millionen Euro.

Kulturzentrum wird fertig gebaut (3.4.09)

Wochenlang standen die Bauarbeiten auf einer der größten isländischen Baustellen still, inzwischen herrscht wieder reger Betrieb. Vor einigen Wochen wurde die Entscheidung getroffen, das Nationale Konzert- und Konferenzzentrum trotz der angespannten finanziellen Lage der Stadt Reykjavik und des isländischen Staates fertig zu stellen. Die längerfristige Einstellung der Bauarbeiten und eine Wiederaufnahme bei einer besseren finanziellen Lage hätte nicht nur hunderte Arbeitsplätze im Baugewerbe gekostet, sondern würde auch zu geschätzten Mehrkosten von rund 40 Millionen Euro führen. Durch die Verzögerung in den Wintermonaten wird allerdings der geplante Fertigstellungstermin Ende 2009 nicht einzuhalten sein.

 

Die Krisengewinner (28.3.09)

Während viele Wirtschaftszweige in Island durch die Finanzkrise schwer in Mitleidenschfat gezogen wurden und die Arbeitslosenquote in den nächsten Wochen bis auf 9,5% steigen könnte, gibt es auch Gewinner in der Krise. Fischfang, Agrarwirtschaft und Tourismus haben wieder deutlich an Bedeutung gewonnen und stärken die Rolle der Realwirtschaft.

HB Grandi, einer der größten Fischereibetriebe in Island, rechnet seit langer Zeit alle Geschäfte in Euro ab. Während der zurückliegenden Boomjahre waren die Gewinne in Kronen zwar kleiner, als es bei Abrechung der Geschäfte in der isländischen Währung der Fall gewesen wäre, aber in Zeiten der Krise steht HB Grandi gut da. Der von HB Grandi exportierte Fisch wird in dringend benötigten harten Devisen bezahlt und die Firma gehört inzwischen zu den wichtigsten Arbeitgebern im Hafen von Reykjavik.

Auch die Landwirtschaft profitiert von der Krise. Durch den Devisenmangel ist es für Island teuer geworden, Lebensmittel im Ausland zu kaufen und die Nachfrage nach einheimischen Podukten steigt. Umgekehrt sind Reisen nach Island dank der günstigeren Wechselkurse billiger geworden und vor allem in den zurückliegenden Wintermonaten war die Nachfrage nach Städtereisen ungewöhnlich groß.

 

EU-Mehrheit kippt (21.3.09)

Waren im Herbst vergangenen Jahres angesichts der Finanzkrise noch weit mehr als 70% der Isländer für einen EU-Beitritt, ist die Zustimmung zwischenzeitlich wieder auf unter 50% gesunken. Auch die rot-grüne Übergangsregierung ist in der Frage gespalten. Während die Sozialdemokraten sich weiterhin für einen Beitritt Islands zur EU aussprechen, sind die Grünen dagegen. Mit Interesse wird der Bericht einer interdisziplinären Arbeitsgruppe über Vor- und Nachteile eines EU-Beitrittes erwartet. Er soll Mitte April verfügbar sein. Die größten Bedenken bestehen bei den Isländern hinsichtlich der Fischereiwirtschaft, denn eine Öffnung der isländischen Gewässer für EU-Fangflotten würde die wirtschaftliche Krise in Island verschärfen. EU-Erweiterungskommissar Rehn hat die Aufnahme Islands in die EU bis 2011 in Aussicht gestellt, wenn ein Antrag nach den isländischen Parlamentswahlen im Frühjahr erfolgt.

Weitere Bank verstaatlicht (13.3.09)

Die schlechten Nachrichten aus der isländischen Wirtschaft nehmen kein Ende. Vor wenigen Tagen wurde mit Straumur eine weitere große Bank verstaatlicht, während gleichzeitig die Inflationsrate auf rund 20% gestiegen ist. Straumur war vor dem Beginn der Krise die viertgrößte Bank des Landes und die Bankenaufsicht teilte mit, sie werde die Kontrolle über die Investbank übernehmen. Der Schuldenberg, den die maroden Banken dem isländischen Steuerzahler hinterlassen, ist gigantisch. Experten sprechen vom zehnfachen des jährlichen isländischen Bruttoinlandsproduktes. Alleine die Verluste der Straumurgruppe belaufen sich für das Jahr 2008 auf über 700 Millionen Euro.

Ob der neue Chef der Zentralbank, der Norweger Svein Harald Øygard, Island vor dem Bankrott retten kan, bleibt fraglich. Er steht vor der Mammutaufgabe, das zusammengebrochene Finanzsystem zu sanieren, das Vertrauen in die isländische Währung wiederherstellen und die verstaatlichten Banken wieder auf Kurs zu bringen.

Krone stabilisiert sich (27.2.09)

Nach Monaten des Kursverfalls scheint sich der Kurs der isländischen Krone wieder deutlich zu strabilisieren. Aktuell kostet ein Euro rund 143 Isländische Kronen. Noch im Januar mussten 285 Isländische Kronen für einen Euro bezahlt werden. Damit hat sich der Kurs innerhalb weniger Wochen wieder an das Wechselkursniveau vor der Finanzkrise angenähert. Analysten sehen darin eine direkte Auswirkung der Stabilisierungsmaßnahmen, die die Regierung mit Unterstützung des Internationalen Währungsfonds initiiert hat. Das Preisniveau steigt damit für Touristen wieder deutlich an, zumal viele Hotels und andere Leistungsträger in den vergangenen Monaten die Kronenpreise deutlich angehoben, aber bisher noch nicht wieder gesenkt haben. Ganz im Gegensatz zu Pressemeldungen der vergangenen Monate könnte damit Island in der kommenden Saison statt eines Reiseschnäppchens ein teures Vergnügen werden.

Regierung bestätigt Walfangquote (23.2.09)

Die neue isländische Regierung unter Jóhanna Sigurdardóttir hatte nach der Amtsübernahme angekündigt, die noch vom alten Fischereiminister Einar Gudfinnsson festgelegten Walfangquoten zu überprüfen. Umweltschützer hofften auf eine Rücknahme der für 2009 deutlich erhöhten Quoten. Nach Plänen der alten Regierung sollten bis zum Jahr 2013 bis zu 150 Finnwale und 100 Zwergwale für die kommerzielle Jagd freigegeben werden. Zur allgemeinen Überraschung wurde nun die Quote von der neuen Regierung bestätigt. Island hat im vergangenen Jahr rund 640.000 Euro mit dem Export von Walfleisch und anderen Walprodukten eingenommen.

Ob es als Folge des Walfangs zu einem Rückgang der Einnahmen im Bereich der Walbeobachtung kommt, bleibt abzuwarten. Mitarbeiter des Whalewatching-Anbieters Elding in Reykjavik sprachen bereits von ersten Stornierungen und zunehmendem Druck von Seiten ausländischer Reiseveranstalter. Andererseits war es nach der Wiederaufnahme des kommerziellen Walfangs im Jahr 2006 nicht zum befürchteten Einbruch beim Whalewatching gekommen.

Kalte Zeiten (14.2.09)

Im Nordosten Islands zwischen dem Myvatn und Akureyri sank die Temperatur am 12. Februar auf -29°C. Der Bauernhof Svartárkot, wo die Temperatur gemessen wurde, liegt 400m über dem Meeresspiegel. Die tiefen Temperaturen sind allerdings für diese Gegend nicht ungewöhnlich und treten meist in Verbindung mit klarem Wetter auf.

Übergangsregierung nimmt Arbeit auf (5.2.09)

Die Koalitionsverhandlungen sind abgeschlossen und zwei Tage nach der Amtsübernahme beginnt die isländische Übergangsregierung aus Sozialdemokraten und Grünen mit der Umsetzung ihres sieben Punkte Programms. Schon am Sonntag hatte die Übergangsministerpräsidentin Johanna Sigurdardottir eine Neubesetzung des Notenbank-Vorstandes angekündigt und den derzeitigen Vorstand zum Rücktritt aufgefordert. Der grüne Finanzminister kündigte eine Überprüfung der von seinem Vorgänger erhöhten Walfangquote an, ein vollständiger Stopp des Walfangs ist nicht unwahrscheinlich. Auch Gesundheitsminister Jonasson wurde bereits aktiv und hob die Anfang des Jahres eingeführte Krankenhausgebühr von 6.000 Kronen auf. Nur 80 Tage hat die Regierung bis zu den Neuwahlen Zeit, um ihre weiteren Pläne umzusetzen. Als wichtigste Punkte gelten die Reorganisation des weitgehend verstaatlichten Bankensystems sowie Hilfen für Haushalte, die im Zuge der Finanzkrise in eine Schuldenfalle geraten sind. Interessant wird die Wahl Ende April in Hinsicht auf den EU-Beitritt. Während die Sozialdemokraten sich für einen EU-Beitritt und die Einführung des Euro aussprechen, sind die Grünen gegen einen EU-Beitritt und für eine Währungsunion mit Norwegen.

Islands neue Regierung steht (1.2.09)

Die designierte isländische Ministerpräsidentin Jóhanna Sigurdardóttir sieht die Regierungsbildung als fast abgeschlossen an. Die 66 Jahre alte Sozialdemokratin sagte am Samstag in einem Interview, es sei nur noch etwas Feinarbeit nötig. Die Koalitionsregierung aus Sozialdemokraten und Grünen soll zunächst bis Mai im Amt bleiben. Nach dem Rücktritt der Regierung von Geir Haarde wurden für den 25. April vorzeitige Neuwahlen angesetzt. Wie aus Insiderkreisen zu erfahren war, konnten die Sozialdemokraten ein wichtiges Ziel in den Koalitionsverhandlungen nicht durchsetzen: die Volksabstimmung über einen EU-Beitritt Islands am Tag der Parlamentswahlen wurde von den Grünen abgelehnt. Die Grünen haben sich wiederholt gegen einen EU-Beitritt Islands ausgesprochen und haben eine Währungsunion mit Norwegen ins Spiel gebracht. Da die Sozialdemokraten zusammen mit den Grünen keine Mehrheit im Parlament haben, ist die Regierung unter Jóhanna Sigurdardóttir auch auf Stimmen der Fortschrittspartei angewiesen. Wegen Bedenken der Fortschrittsparteiwurde die Amtsübernahme der neuen Regierung schon mehrfach verschoben.

Regierungskoalition platzt wegen Finanzkrise (26.1.09)

Die wochenlangen Proteste gegen die isländische Regierung haben Wirkung gezeigt. Nachdem die Sozialdemokraten die Koalition aufgekündigt haben, reichte Ministerpräsident Geir Haarde gestern seinen Rücktritt ein. Die isländischeRegierung ist damit die erste weltweit, der die Finanzkrise zum Verhängnis wurde. Präsident Olafur Grimsson beauftragte die Sozialdemokraten mit der Bildung einer Übergangsregierung bis zu den Neuwahlen, die für Mai geplant sind.

EU sieht einseitige Euroeinführung kritisch (10.1.09)

EU-Erweiterungskommissar Olli Rehn sieht isländische Überlegungen, den Euro einzuführen, ohne der EU beizutreten, sehr kritisch. Seiner Meinung nach ist die Situation in Island in keiner Weise mit der in Montenegro vergleichbar, wo der Euro bereits eingeführt wurde, obwohl das Land noch kein Mitglied der EU ist, wohl aber die Mitgliedschaft beantragt hat. Außerdem galt vor Einführung des Euro die D-Mark als offizielle Währung in Montenegro. Rehn sagte, die einseitige Einführung des Euro in Island könnte einen Beitritt Islands zur EU erschweren. Der einzige gangbare Weg sei die Beantragung der EU-Mitgliedschaft und die Erfüllung der Maastrichtkriterien, bevor der Euro offiziell in Island eingeführt werden könne. Dieser Meinung sind auch isländische Volkswirtschaftler, nach deren Aussage die Einführung des Euro keinesfalls die Probleme der isländischen Wirtschaft lösen würde.

Immobilienmarkt zusammengebrochen (3.1.09)

Die Zahl der Immobilienverkäufe in Island ist im Jahr 2008 gegenüber dem Vorjahr um 60% zurück gegangen. Während im Jahr 2007 noch 15.300 Notarurkunden über Immobilienverkäufe ausgestellt wurden, waren es im vergangenen Jahr nur noch 6.200. Die Umsätze gingen 2,4 Milliarden Euro auf 1,1 Milliarden Euro zurück. Der Immobilienmarkt hat damit einen Tiefstand wie zuletzt vor 15 Jahren erreicht. Am deutlichsten ist der Rückgang im Hauptstadtgebiet. Während 2007 noch 10.800 Kaufverträge abgeschlossen wurden, waren es 2008 nur noch 3.500. Derzeit herrscht auf vielen Baustellen Ruhe, die Arbeiten wurden bis auf Weiteres eingestellt. Tausende Arbeitnehmer aus dem Ausland, die vor allem in der zuletzt noch boomenden Baubranche tätig waren, haben Island inzwischen verlassen.

Strom in Reykjavik bsonders günstig (29.12.08)

Im Vergleich zu den anderen Hauptstädten Skandinaviens ist Strom in Reykjavik am günstigsten. Die höchsten Strompreise ermittelte die isländische Firma Samorka für Dänemarks Hauptstadt Kopenhagen. Ein durchschnittlicher Haushalt zahlt in Reykjavik pro Jahr 239 Euro für Strom, in Kopenhagen fallen für einen vergleichbaren Haushalt 1.100 Euro an. Helsinki liegt mit 271 Euro für einen durchschnittlichen Haushalt nahe am Preisniveau von Reykjavik. Während aber in Island der Strom zu 100% mit Hilfe von Erdwärme und Wasserkraft produziert wird, stammt der Strom in Finnland aus Kohle- und Kernkraftwerken.

Bedroht Heringsinfektion die Fischereiwirtschaft? (12.12.08)

Nicht genug damit, daß Island von der Finanzkrise besonders schwer betroffen ist, nun wurde auch noch eine Infektion der Heringsbestände mit Ichtyophonus, einem parasitischen Pilz, festgestellt. Beim Hering wird sowohl das Fleisch, als auch die Innereien befallen und der Fisch kann nur noch bedingt für den menschlichen Verzehr genutzt werden. Die Nachricht trifft die Fischereiwirtschaft mitten in der bisher recht erfolgreichen Fangsaison völlig unerwartet. Das Fischereiministerium versucht nun herauszufinden, wie weit der Parasit in den Gewässern um Island verbreitet ist und welche möglichen Auswirkungen auf den Heringsbestand zu erwarten sind. Bei früheren Auftreten der Infektion in den USA und in Norwegen ging der größte Teil der infizierten Fische zugrunde. Dies hätte in den isländischen Gewässern wahrscheinlich einen Zusammenbruch des Bestandes zur Folge, der sich in den letzten Jahren durch eine Quotenregelung gerade etwas von der Überfischung früherer Zeiten erholt hatte. Inzwischen wurde der Erreger auch bei einigen Schellfischexemplaren nachgewiesen, Schellfische überleben die Infektion aber in der Regel.

Zentralbank in Reykjavik gestürmt (3.12.08)

Die Finanzkrise ist wie von vielen Experten erwartet in Island jetzt bei der Bevölkerung voll angekommen. Die Arbeitslosenzahlen schnellen in die Höhe und viele Firmen können keine Güter mehr importieren, weil die isländische Krone als Zahlungsmittel praktisch wertlos geworden ist. Ganze Familien müssen ihre Wohnungen räumen, da die vielfach in Auslandswährungen abgerechneten Kredite nicht mehr zu finanzieren sind. Im ganzen Land bieten Geschäfte ihre Waren mit Preisnachlässen bis zu 50% an, um überhaupt noch etwas zu verkaufen. Selbst isländische Studenten, die an Hochschulen im Ausland eingeschrieben sind, bekommen die Krise zu spüren - ihre in Kronen ausbezahlten Stipendien sind nichts mehr wert und manche Studenten mussten ihr Studium bereits abbrechen.

Der Zorn der Bürger richtet sich inzwischen zunehmend auch gegen die Regierung von Geir Haarde. Sie werfen der Regierung vor, das Spiel der Banken jahrelang unterstützt zu haben und jetzt den gigantischen Schuldenberg auf die Bürger abzuwälzen. Der Vorwurf ist nicht von der Hand zu weisen, hat die Regierung doch die drei großen Banken und damit deren Schulden übernommen. Der Schulden summieren sich zu einm Mehrfachen des isländischen Jahresbruttoinlandsproduktes. Höhepunkt der seit Wochen anhaltenden Proteste der Bürger war die Erstürmung der isländischen Zentralbank am Montag dieser Woche. Die Demonstranten verlangten lautstark den Rücktritt des früheren Ministerpräsidenten und jetzigen Zentralbankchefs David Oddsson. Erst als die Polizei drohte, das Zentralbankgebäude gewaltsam zu räumen, zogen die Demonstranten wieder ab.

Mißtrauensantrag gescheitert (28.11.08)

Die Oppositionsparteien im isländischen Parlament haben Ende letzter Woche einen Mißtrauensantrag gegen die Regierung ins Parlament eingebracht. Sie begründeten ihr Mißtrauen gegen die Regierung damit, daß Mitglieder der Regierung in der schweren Krise, in der sich Island befindet, mehr mit regierungsinternen Streitereien beschäftigt sind, als mit der Lösung der Finanzprobleme Islands. Im Parlament fiel es zahlreichen Abgeordneten schwer, in der emotional geführten fünfstündigen Debatte zu diesem Antrag ruhig sitzen zu bleiben. Auch Bürger, die als Besucher anwesend waren, gaben wiederholt ihre Meinung durch Zwischenrufe kund. In der Abstimmung wurde der Antrag der Opposition schließlich mit 42 zu 18 Stimmen abgelehnt.

Kredite für Island freigegeben (21.11.08)

Die Finanzkrise hat Island weiter fest im Griff. Die Wirtschaft schrumpft deutlich, die Zahl der Arbeitslosen steigt und viele Gastarbeiter verlassen inzwischen das Land. Die Stimmung ist mehr als düster, doch seit gestern gibt es zumindest wieder einen Hoffnungsschimmer. Nach wochenlangen Verzögerungen wurde vom IWF ein Kredit in Höhe von 2,1 Milliarden Dollar freigegeben. Zu der Verzögerung kam es, weil einige EU-Staaten ihre Zustimmung zum Kredit verweigert hatten. Hintergrund war die ausstehende Zusage Islands, britische und niederländische Bankkunden zu entschädigen, die durch den Bankrott isländischer Banken ihr Geld verloren hatten. Nachdem die isländische Regierung eine Entschädigung zugesagt hat, steht nun dem IWF-Kredit nichts mehr im Wege. Der IWF-Kredit war auch Voraussetzung für weitere Kredite in Höhe von 3 Milliarden Dollar, die Island von den skandinavischen Staaten, Polen und Rußland bekommen soll.

Das Geld soll vor allem zur Stabilisierung der isländischen Krone verwendet werden. Seit Jahresbeginn ist sie gegenüber dem Euro um knapp drei Viertel gefallen. Die Rückzahlung der Kredite soll in den Jahren 2012 bis 2015 erfolgen.

Inzwischen sehen viele Isländer langfristig eine Rettung nur im Beitritt zur EU. Diesen hat die Partei des Premierministers bisher kategorisch abgelehnt, nun wurde allerdings ein Sonderkrongress einberufen, um über das Theme neu zu entscheiden.

Island und die Finanzkrise - Eine Zusammenfassung (5.11.08)

Die internationale Finanzkrise hat sich in Island schon Anfang dieses Jahres angedeutet. Lag der Wechselkurs noch Anfang des Jahres bei rund 90 Kronen für einen Euro, hat er sich innerhalb weniger Monate auf 120 Kronen für einen Euro verschlechtert. Innerhalb nur weniger Wochen hat die isländische Krone seit Mitte September gegenüber dem Euro einen Drittel ihres Wertes verloren. Die Krone war in den letzten Wochen zeitweise nicht mehr handelbar. Nach der letzten offiziellen Notierung von 340 Kronen für einen Euro hat die Nationalbank den Kurs inzwischen bei 150 Kronen pro Euro fixiert. Der isländische Normalbürger darf regulär keine Devisen mehr eintauschen, was zu einem aktuellen Schwarzmarktkurs von rund 350 Kronen pro Euro geführt hat.

Ende September war mit Glitnir die erste der drei großen isländischen Banken nicht mehr zahlungsfähig. Der isländische Staat übernahm für 600 Millionen Euro 75% der Anteile. Kurze Zeit später, am 7. Oktober, ereilte die Landsbanki das gleiche Schicksal. Die dritte Großbank Kaupthing erhielt am gleichen Tag ein Darlehen in Höhe von 500 Millionen Euro von der isländischen Nationalbank. Die Gesamtsumme, die der Staat zur Rettung der Banken eingesetzt hat, übersteigt den Staatshaushalt eines ganzen Jahres bei weitem.

Einer der Gründe für die massiven Auswirkungen der internationalen Finanzkrise auf Island wird von Experten im rasanten Wachstum der Wirtschaft in den letzten Jahren gesehen. Alleine zwischen 2003 und 2007 war das Bruttoinlandsprodukt um 25% gewachsen. Gestützt war das Wachstum aber vor allem auf Außenanleihen. Um an ausländisches Kapital zu kommen, wurden Kapitalgebern Zinssätze von über 15% geboten. Im Jahr 2007 lag das Bruttoinlandsprodukt bei 16 Milliarden Dollar, die Aktiva der Finanzbranche bei 1000% des Bruttoinlandsproduktes und die Außenschulden bei 550% des Bruttoinlandsproduktes. Umgerechnet steht jeder Isländer inzwischen rechnerisch mit 300.000 Euro in der Kreide.

Für die Isländer hat die Krise nun auch ganz konkrete Auswirkungen. Die Inflationsrate liegt mit 14% auf Rekordniveau. Preise für Obst und Gemüse sind in den vergangenen Monaten um fast 50% gestiegen. Viele Händler und Supermarktketten können keine Devisen mehr beschaffen, um dringend benötigte Waren im Ausland zu kaufen. Die Arbeitslosenquote stieg binnen Monatsfrist von 1,3% auf 2,4%, die Zahl ausländischer Arbeitskräfte halbierte sich im gleichen Zeitraum auf knapp unter 10.000. Die Baubranche kam praktisch zum erliegen.

Zur Abwendung des drohenden Staatsbankrotts wollen der Internationale Währungsfonds und die nordischen Zentralbanken rund 4,7 Milliarden Euro bereitstellen. Ursprünglich wurde die Bewilligung des IWF-Kredites über rund 1,6 Milliarden Euro für diese Woche erwartet. Allerdings verlangen mehrere EU-Staaten, darunter Großbritannien, zunächst eine Einigung über Islands Verpflichtung zur Einlagensicherung ausländischer Guthaben bei den verstaatlichten isländischen Großbanken. Wie sich die Situation weiter entwickelt, ist derzeit nicht absehbar.

Mitsubishi testet in Island (27.9.08)

Der japanische Autohersteller Mitsubishi und das isländische Industrieministerium haben am 19. September eine gemeinsame Absichterklärung für einen Flottentest des Elektrofahrzeuges i-MiEV unterzeichnet. Der Test soll im Jahr 2009 in Island stattfinden. Mitsubishi weitet damit den Flottentest aus und Island unterstreicht sein Ziel, die Abhängigkeit des Landes von fossilen Brennstoffen deutlich zu reduzieren.

Das Elektrofahrzeug wird von einem 47kW starken Elektromotor angetrieben, die Lithiumionenbatterie ist unter dem Fahrzeugboden eingebaut. Das Auto erreicht eine Geschwindigkeit von 130km/h und hat eine Reichweite von etwa 160km. Elektrofahrzeuge sind in Island eine sinnvolle Alternative zu anderen neuen Antriebskonzepten, da praktisch 100% des Stroms aus regenerativen Energiequellen (Wasser und Erdwärme) stammen.

Islands Bürger für EU-Beitritt (19.9.08)

Während in den Mitgliedsländern der EU die Skepsis der Bürger gegenüber der Union wächst, sprechen sich in Island aktuellen Umfragen zufolge bis zu 60% der Bevölkerung für einen Beitritt Islands aus. Nur 25% der Isländer sprechen sich klar gegen einen Beitritt aus. Ganz anders sieht es allerdings bei den politisch Verantwortlichen aus - sie sprechen sich mehrheitlich gegen eine Mitgliedschaft aus.

Bisher war das wichtigste Argument gegen den Beitritt die Abhängigkeit Islands von der Fischereiwirtschaft. Viele Politiker befürchten auch heute noch eine Einschränkung der Fangquoten durch Brüssel und wittern Fremdbestimmung, die man erst 1944 nach Jahrhunderten dänischer Herrschaft abgeschüttelt hat. Gerade deshalb war den Isländern bisher auch ihre eigene Währung so wichtig. Doch mit dem drastischen Verfall der Krone und den für Island deutlich spürbaren Folgen der weltweiten Finanzkrise erscheint weiten Teilen der Bevölkerung auch die Einführung des Euro wünschenswert. Auch die Bedeutung der Fischereiwirtschaft für Island ist lange nicht mehr so groß, wie noch vor wenigen Jahren. Im Jahr 2007 erbrachte sie nur noch rund 30% der Exporteinnahmen, der Tourismus, der Finanzsektor und die Aluminiumindustrie spielen heute eine wichtigere Rolle.

All diese Entwicklungen verstärken nun auch den Druck auf Regierungschef Geir Haarde von der konservativen Unabhängigkeitspartei. Er gilt als erklärter Gegner eines EU-Beitrittes, während die Sozialdemokratische Partei als Koaltionspartner sich für einen Beitritt ausspricht. Doch die Front der Gegner bröckelt und selbst konservative Politiker wie Justizminister Bjarnarson liebäugeln inzwischen zumindest mit der Einführung des Euro. Die Entwicklung dürfte in den nächsten Monaten spannend bleiben, zumal die isländische Krone fortwährend neue Tiefstände erreicht.

Hitzewelle in Island (1.8.08)

In den letzten Tagen leidet Island unter einer regelrechten Hitzewelle. An zahlreichen Orten wurden die bisherigen Höchsttemperaturen mehr oder weniger deutlich übertroffen. In Reykjavik wurde mit 26,2°C die höchste Temperatur seit Beginn der Wetteraufzeichnungen gemessen. Im Nationalpark Thingvellir wurde mit 29,7°C ebenfalls ein neuer Rekord erreicht. Die höchste jemals in Island gemessene Temperatur lag am 22. Juni 1939 im Berufjördur bei 30,5°C.

In Reykjavik kam es zu einem größeren Verkehrschaos, weil viele Einwohner die Freibäder und den Strand von Nauthólsvík besuchen wollten. Die Temperaturen sollen zwar an den kommenden Tage nicht mehr so hoch sein, aber das Wetter wird weiter mild bleiben - beste Aussichten für alle Grillpartys am bevorstehenden verlängerten Wochenende...

Aluminiumexport überholt Fischexport (20.7.08)

Einer aktuellen Schätzung zufolge wird im Jahr 2008 der Wert von exportiertem Aluminium erstmals den Wert von exportierten Fischereiprodukten übersteigen. Für 2009 wird der Wert des exportierten Aluminiums voraussichtlich bei etwa 1,4 Milliarden Euro liegen, was gegenüber dem Vorjahr fast eine Verdoppelung bedeuten würde. Für Fischereiprodukte wird ein Exportwert von knapp 1 Milliarde Euro erwartet.

Die Produktionskapazitäten der Aluwerke Grundartangi und Straumsvik wurden gegenüber dem Jahr 2007 deutlich erhöht, das neue Fjardarálwerk in Ostisland erreicht 2008 seine volle Kapazität. Wenn das neue Aluwerk in Helguvik im Jahr 2012 in Betrieb geht, wird die Produktionskapazität bei über einer Million Tonnen liegen. Da man gleichzeitig einen Rückgang der Importe rechnet, wird sich der Aluexport positiv auf die isländische Außenhandelsbilanz auswirken.

Walbeobachter behindern Walfänger (12.7.08)

Die Besatzung des Walbeobachtungsschiffes Elding 2 hinderte die Crew des Walfangschiffes Njördur KO7 daran, Zwergwale zu harpunieren. Die Elding 2 wurde wurde in eine Position gebracht, die es den Walfängern unmöglich machte, ihre Arbeit fortzusetzen. Der Kapitän der Njördur kritisierte die Besatzung der Elding nach dem Vorfall heftig, da die Njördur nicht in einem Gebiet unterwegs war, dass für die Walbeobachtung vorgesehen ist. Er halte sich an die Vorgaben des Ministeriums und erwarte dies auch von den Walbeobachtern. Der Fischereiminister hatte im Mai eine Quote von 40 Zwergwalen freigegeben und die Walbeobachtungsfirmen befürchten negative Auswirkungen auf ihr Geschäft. Auch eine aktuelle Studie des Meeresforschungsinstituts deutet an, dass die Zwergwalpopulation in Island möglicherweise kleiner ist, als bisher vermutet, und weiter abnimmt.

Krone auf neuem Rekordtief (20.6.08)

Die Talfahrt der isländischen Krone scheint sich fortzusetzen. Am 19. Juni kostete ein Euro über 128 Kronen, die Krone hat damit einen neuen Tiefstand gegenüber dem Euro erreicht. Innerhalb der letzten 12 Monate hat die Währung fast 50% an Wert verloren, während die Inflation inzwischen auf über 12% angestiegen ist. Viele Isländer, die in den zurückliegenden Boomjahren auf Pump konsumiert haben und im Schnitt mit 2 Jahreseinkommen verschuldet sind, bekommen nun kalte Füße. Auch die drei großen isländischen Banken haben ein gewaltiges Wachstum, vor allem im Ausland und ebenfalls kreditfinanziert, hinter sich. Alleine die Vermögenswerte der Kaupthing Bank sind derzeit fünfmal so hoch wie das isländische Bruttoinlandsprodukt. Sollte eine der drei großen Banken zusammenbrechen, wäre das eine Katastrophe für die isländische Wirtschaft. Inzwischen mehren sich vor allem die Stimmen aus der Wirtschaft, die einen EU-Beitritt Islands fordern. Während Premierminister Harde dies ablehnt, spricht sich Außenministerin Gisldadóttir für einen EU-Beitritt aus. Es wird allgemein erwartet, daß das Thema den nächsten Wahlkampf bestimmen wird.

Eisbären auf Island (18.6.08)

Erschossener Eisbär (Bild: Frettabladid)

Eisbärenalarm auf Island - innerhalb nur weniger Tage wurden im Westen des Landes seit mehreren Jahren erstmals wieder zwei Eisbären gesichtet. Eisbären kommen auf Island eigentlich nicht vor, werden aber gelegentlich auf Eisschollen von Grönland nach Island getrieben. Da die Reise der Bären relativ lange dauert, sind sie meist ausgehungert und gelten als extrem gefährlich. Im Gegensatz zu vielen Deutschen, die Bilder von Flocke und Knut im Kopf haben, sind sich die Isländer durchaus noch der Tatsache bewusst, dass der Eisbär das größte Landraubtier der Erde ist und begegnen den Bären mit entsprechender Vorsicht. Nachdem der erste Eisbär vor knapp zwei Wochen von den Behörden erschossen wurde, sollte das zweite Tier eigentlich betäubt und nach Grönland zurück bzw. in den Kopenhagener Zoo gebracht werden. Beim Versuch, den Betäubungsschuss zu setzen, griff der Bär jedoch an und musste von der Polizei ebenfalls getötet werden. Fachleute schließen nicht aus, dass noch weitere Eisbären nach Island getrieben werden. Eine mögliche Ursache ist der zurückliegende extrem kalte Winter. Das Polareis erreichte eine Ausdehnung wie seit 30 Jahren nicht mehr und viele Bären folgten auf der Nahrungssuche der Eiskante und entfernten sich dabei weit vom grönländischen Festland.

Zwischenzeitlich wurde eine "Einsatzgruppe" ins Leben gerufen, die bei weiteren gestrandeten Bären eingreifen soll. Zunächst muss die zum Fang von Eisbären notwendige Ausrüstung beschafft werden, u.a. ein Käfig und geeignete Betäubungsgewehre. Gleichzeitig überwacht die Küstenwache die Gewässer um Island verstärkt auf Eisbären.

Schweres Erdbeben in Südwestisland (30.5.08)

Am Donnerstag Nachmittag gegen 15.45 Uhr erschütterte ein schweres Erdbeben den Südwesten Islands. Das Epizentrum des Bebens mit einer Stärke von 6,1 auf der Richterskala lag südwestlich der Ortschaft Selfoss. Viele Straßen sowie Einrichtungsgegenstände in Häusern wurden beschädigt, zahlreiche Gebäude weisen mehr oder weniger große Risse auf. Menschen kamen bisherigen Berichten zufolge nicht zu Schaden, allerdings wurden auf einem Bauernhof Rinder und Schafe unter einem eingestürzten Dach begraben. Bereits im Jahr 2000 ereignete sich im Südwesten Islands ein Beben der Stärke 6.5, das Epizentrum lag allerdings in weniger dicht besiedeltem Gebiet und die Schäden waren geringer. Dem Hauptbeben vom Donnerstag folgten inzwischen zahlreiche Nachbeben, die eine Stärke zwischen 3 und 4 auf der Richterskala erreichten. Derzeit sind rund 300 Helfer im Einsatz, um Schäden zu beseitigen. Aktuelle Informationen und Meßdaten sind unter vedur.is zu finden.

Präsident Grimsson bleibt im Amt (29.5.08)

Der isländische Präsident Ólafur Ragnar Grímsson darf sich auf eine weitere Amtszeit freuen. Der Stichtag für den Vorschlag von Kandidaten für das höchste Amt im Staat ist abgelaufen, es wurde kein anderer Bewerber vorgeschlagen. Nach isländischem Gesetz bleibt Grimsson kann Grimsson deshalb ohne Wahl in die vierte Amtszeit gehen. Er wurde 1996 erstmals gewählt und schon einmal wurde seine Amtzeit mangels Gegenkandidaten verlängert.

Kredit für Island (17.5.08)

Die skandinavischen Länder Dänemark, Norwegen und Schweden haben gestern beschlossen, das angeschlagene Finanzsystem in Island zu stützen. Die isländische Nationalbank kann bei Bedarf 500 Millionen Euro abrufen, wenn es zur Stabilisierung der Krone notwendig erscheint. Die Krone hat seit Jahresbeginn gegenüber dem Euro rund 25% an Wert verloren und stieg nach Bekanntgabe der Unterstützung durch die drei Partner um 5% an.

Den Hauptgrund für die Finanzkriese sehen Experten in den aggressiven Auslandsinvestitionen isländischer Banken und Unternehmen in den letzten Jahren. Zudem haben Investoren aus dem Ausland parallel Kapital aus den wichtigen Banken des Landes abgezogen und Spekulanten greifen die isländische Wirtschaft seit einigen Monaten verstärkt an. In diesem Zusammenhang werden nun wieder verstärkt Überlegungen laut, der EU beizutreten oder zumindest die Krone an den Euro zu binden.

Brandstifter am Werk (2.5.08)

Die Isländer sind bezüglich der Aufforstungsprogramme im Land durchaus geteilter Meinung. Es gibt nicht nur Befürworter, sondern auch eine ganze Menge erklärter Gegner. Wie der Forstverband Hafnarfjördur heute mitteilte, sind bei einem Buschbrand am Montag über 5.000 Bäume zerstört worden. Ein bisher unbekannter Täter hat trockenes Gras in Brand gesteckt und so das Feuer ausgelöst. Die meisten Bäume wurden vor etwa 15 Jahren gepflanzt und hatten eine Höhe von etwa 2m erreicht. Man rechnet mit einem Totalverlust der Bäume, da durch die Hitze das Wasser im inneren der Pflanzen zu sieden begann. Die Chancen, dass die stark beschädigten Bäume den nächsten Winter überleben, werden als sehr gering eingeschätzt. Das Feuer vom Montag ist das letzte eine ganzen Serie von Buschfeuern, die in jüngerer Zeit registriert wurden.

Biodiesel für Schiffe (29.4.08)

In der vergangenen Woche wurde erstmals ein Schiff in Island mit Biodiesel betrieben. Das Projekt fand im Rahmen einer Initiative des Verkehrsministeriums zur Erforschung umweltfreundlicher Energiequellen statt. Da Biodiesel direkt im Land erzeugt werden soll, sind die Isländer derzeit auf der Suche nach geeigneten Pflanzen. Die größten Chancen dürfte Raps haben. Er soll nur auf landwirtschaftlichen Flächen angebaut werden, die nicht für die Produktions von Nahrungsmitteln benötigt werden. Man rechnet mit Erträgen von etwa 1.500 Liter Biosdiesel pro Jahr und Hektar. Nach vorliegenden Berechnungen müsste die verfügbare Fläche ausreichen, um alle isländischen Schiffe und Dieselautos zu versorgen.

Finanzkrise trifft Island hart (21.4.08)

Island wird von der internationalen Finanzkrise hart getroffen. Die isländische Krone hat seit Jahresbeginn mehr als 20% gegenüber dem Euro verloren. Gleichzeitig ist die Inflationsrate fast auf einen zweistelligen Wert gestiegen und die Auslandsverschuldung Islands nimmt bedenkliche Ausmaße an. Die Nationalbank hat als Reaktion den Leitzins auf 15,5% angehoben Das Wirtschaftswachstum der letzten Jahre haben die Isländer zu einem großen Teil auf Pump finanziert und Experten sehen in den aktuellen Entwicklungen die Quittung dafür. Die großen Banken Islands haben ihre Kredite auf Basis der niedrigen Zinsen im Ausland sehr freimütig vergeben. Der Anstieg der Zinsen im Ausland lässt das Geschäftsmodell nun wackeln, während gleichzeitig Hedgefonds Spekulationsangriffe auf die isländischen Banken gestartet haben.

Während die politische Spitze "mit allen Mitteln zurückschlagen" will, macht sich in der Bevölkerung Unruhe breit. Viele Isländer haben während der Boomjahre Kredite aufgenommen, um Konsumgüter und Immobilien zu finanzieren. Die steigenden Preise auf breiter Front machen für die Konsumenten die Rückzahlung der Kredite zunehmend schwieriger.

Wird Kárahnjúkar zur Erfolgsstory? (14.4.08)

Die Aluminiumhütte im Reydarfjördur hat den Vertrag mit dem Energieerzeuger Landsvirkjun zur Lieferung von Strom um 40 Megawatt aufgestockt. Damit liefert Landsvirkjun nun 577 Megawatt Strom an die Fabrik. Hintergrund der Vertragsanpassung ist die Tatsache, dass im Kraftwerk Kárahnjúkar mehr Strom produziert wird, als berechnet. Die Genehmigungsbescheide für das Aluwerk sehen eine jährliche Produktionsmenge von 346.000 Tonnen vor und mit der zusätzlichen Energie kann die Quote voll ausgenutzt werden. Auch Landsvirkjun kommt die Anpassung des Vertrages gelegen. Durch die zusätzlichen Einnahmen können die höher als erwartet ausgefallenen Baukosten des Kraftwerks zumindest teilweise ausgeglichen werden. Als Grund für die Mehrproduktion nannte ein Sprecher von Landsvirkjun verschiedene Gründe. So stehe dem Kraftwerk z.B. mehr Wasser als berechnet zur Verfügung, der Strömungswiderstand in den Wassertunneln sei geringer als erwartet und die Turbinen seien effektiver als vom Hersteller angegeben.

Isländer leben am längsten (6.4.08)

Eine aktuelle Statistik bringt Überraschendes zutage: nicht die Männer in Japan haben die höchste Lebenserwartung, sondern die Isländer. Dies teilte das isländische Statistikamt am Donnerstag mit. Demnach konnten isländische Männer 2007 auf eine durchschnittliche Lebenserwartung von 79,4 Jahren hoffen. Japaner werden durchschnittlich78,6 Jahre alt. Die Frauen in Island liegen mit einer Lebenserwartung von 82,9 Jahren zwar ebenfalls auf den vorderen Plätzen der Statistik, halten derzeit aber nicht den Weltrekord. Eine Erklärung, weshalb Isländer so alt werden, gibt es nicht. Relativ gesunde Ernährung, eine vergleichsweise saubere Umwelt und gute medizinische Versorgung dürften jeweils einen Teil dazu beitragen.

Große Verkehrsprojekte in Planung (2.4.08)

Die isländische Regierung hat einen weiteren Tunnel im Norden Islands als vordringliches Projekt eingestuft. Es geht um einen Tunnel unter dem Berg Vadlaheidi zwischen Akureyri und Húsavík. Die Bauarbeiten könnten bereits im Herbst 2008 beginnen. Bisher führt die Ringstraße auf einer Paßstraße über den Berg. Im Winter kommt es dort immer wieder zu Schneeverwehungen, aber auch im Sommer ist der steile Anstieg für Busse und LKW kein Vergügen.

Ebenfalls als vordringliches Projekt wurde der autobahnähnliche Ausbau des Suderlandsvegur zwischen Reykjavik und Selfoss eingestuft. Die Strecke ist in den letzten Jahrzehnten durch zahlreiche schwere Unfälle immer wieder in die Schlagzeilen geraten. Da für den Ausbau keine Umweltverträglichkeitsprüfung erforderlich ist, können die Arbeiten wahrscheinlich ebenfalls im Herbst beginnen.

In der Hauptstadt gehen gleichzeitig die Planungen zum Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs in eine neue Phase. Der Stadtrat beschloss, eine Studie über eine mögliche Zugverbindung zwischen dem Internationalen Flughafen Keflavik und dem Stadtzentrum sowie über eine Stadtbahn in Auftrag zu geben. In diesem Zusammenhang ist auch die Entscheidung des Stadtrates zu sehen, in der Nähe des Inlandsflughafens ein neues Transportzentrum einzurichten. Hier sollen in den nächsten Jahren ein neues Inlandsflugterminal, ein Busbahnhof und eine Taxizentrale entstehen.

Isländische Krone im freien Fall (22.3.08)

Die Isländische Krone erlebt derzeit eine Krise. Innerhalb von nur einem Tag ist sie gegenüber dem Euro um 7% gefallen. Ein Euro kostet derzeit rund 120 Kronen, die Tendenz geht zu einer weitere Abwertung der Krone hin. Ulrich Leuchtmann, Analyst bei der Commerzbank, erwartet aufgrund der Finanzkrise in den USA eine weitere deutliche Abwertung der Krone. Die Abwertung der Krone macht sich auch für die isländischen Verbraucher bemerkbar. Viele Dinge des alltäglichen Bedarfs müssen importiert werden, die Abrechung erfolgt häufig auf Basis des Euro. In Island nimmt deshalb die Angst vor einer starken Inflation zu. Viele Verbraucher haben einen erheblichen Teil ihres Vermögens in den letzten Wochen bereits in Euro umgewechselt, um der befürchteten Krise zu entgehen. Die Turbulenzen sind nach Meinung von Experten allerdings teilweise auch hausgemacht. Die Finanzierung des Kárahnjúkar-Staudammes auf Basis von internationalen Krediten und "Aufpumpen" der isländischen Wirtschaft mit fremden Kapital tragen wohl einen erheblichen Teil zum Wertverlust der Krone bei.

Geysirgebiet bald in Staatsbesitz (16.3.08)

Geysir "Strokkur" im Haukadalur.

Die Verhandlungen zwischen dem Staat und privaten Grundbesitzern über den Kauf von Land im Geysirgebiet sind in die letzte Phase getreten. Dem Staat gehören zwar schon die beiden bekannten Springquellen Geysir und Strokkur sowie einige andere heiße Quellen im Geysirgebiet, dies ist aber nur ein kleiner Teil des Thermalgebietes im Haukadalur. Das Gesamtgebiet umfasst eine Fläche von 20 Hektar, wovon sich bereits 7 Hektar im Besitz des Staates befinden.

Nach einem erfolgreichen Abschluss der Verhandlungen ist geplant, in den Schutz der Quellen zu investieren, die in den letzten Jahren von der zunehmenden Besucherzahl zum Teil in Mitleidenschaft gezogen wurden. Auch Sicherheitsaspekte sollen angesichts einer Reihe von Unfällen eine Rolle spielen. Sollten die Gespräche über den Grundstückskauf demnächst tatsächlich abgeschlossen werden, geht auch eine jahrelange Auseinandersetzung zwischen privaten Grundbesitzern und Regierungsvertretern zu Ende. Zu dem Streit war es gekommen, als der Staat ohne Rücksprache mit den anderen Grundbesitzern begonnen hatte, neue Wege im Geysirgebiet anzulegen.

Kostensteigerung beim Kárahnjúkarprojekt (7.3.08)

Die Kosten beim Bau des Kárahnjúkar-Staudammes im Osten Islands haben die ursprünglichen Schätzungen deutlich überstiegen. Während man bei der Planung Kosten von 1.128 Millionen Euro berechnet hatte, liegt die aktuelle Schätzung bei rund 1.300 Millionen Euro und damit um 15% höher als erwartet. Die neue Schätzung wurde kürzlich vom Industrieminister Össur Skarphédinsson vorgelegt. Gleichzeitig wurde bekannt, dass die Rendite des Projektes statt bei erwarteten 11,9% voraussichtlich sogar bei 13,4% liegen wird. Grund sind die gestiegenen Aluminiumpreise. Da das Kraftwerk in erster Linie die Aluminiumfabrik in Reydarfjördur beliefert, wird es von den höheren Aluminiumpreisen auf dem Weltmarkt profitieren.

Neues Universitätskrankenhaus (1.3.08)

Der isländische Gesundheitsminister Gudlaugur Thór Thórdarson kündigte kürzlich den lange erwarteten Neubau eines Universitätskrankenhauses für die Universität von Island in Reykjavik an. Der Baubeginn ist für das Jahr 2009 oder 2010 geplant. Als Standort ist ein Grundstück an der Hringbraut im Zentrum von Reykjavik vorgesehen. Mit einer Fläche von etwa 150.000 Quadratmetern wird die geplante Klinik etwa dreimal so groß wie die bekannte Shoppingmall Kringlan. Es gibt zwar vom Architekten Möller aus Dänemark schon ein Modell des neuen Gebäudekomplexes, allerdings soll vor Baubeginn noch ein offizieller Architektenwettbewerb ausgelobt und dann über das endgültige Aussehen entschieden werden.

Entschädigung für Mißbrauch (25.2.08)

Im August 2007 schlug ein Bericht über den jahrelangen Mißbrauch von Jungen in einem staatlichen Erziehungsheim in den 50er und 60er Jahren hohe Wellen in Island. Ehemalige Schüler einer Einrichtung in den Westfjorden hatten der Tageszeitung DV vom fast täglichen sexuellen Mißbrauch durch andere Schüler und Heimmitarbeiter sowie von Gewaltausbrüchen berichtet. Premierminister Harde rief eine Kommission ins Leben, die die Vorwürfe untersuchen sollte. Der nun vorliegende Untersuchungsbericht bestätigt die Vorwürfe im Wesentlichen und empfiehlt der Regierung, den ehemaligen Schülern eine Entschädigung zu zahlen, da sich die Vorfälle in einer staatlichen Einrichtung ereigneten. Bei einem ähnlichen Fall in Norwegen wurden alle Schüler pauschal mit rund 34.000 Euro entschädigt, auf eine Prüfung von Einzelfällen wurde wegen der damit verbundenen psychischen Belastung verzichtet.

Gletscher auf dem Rückzug (16.2.08)

Sólheimajökull (Südisland)

Die isländische Energiebehörde veröffentlichte kürzlich aktuelle Daten über den Zustand der Gletscher in Island. Demnach haben sich im Jahr 2007 alle Gletscher zurückgezogen, manche bis zu 100m. Experten der Behörde, die überall im Land Meßstationen betreibt, bezeichneten den Rückgang des Eises als ungewöhnlich stark. Der zustände Geologe Oddur Sigurdsson sagte, selbst in den 1930er und 40er Jahren war der Rückgang weniger deutlich, obwohl die Temperaturen ebenfalls ungewöhnlich hoch waren. Grundsätzlich ist ein Zurückweichen und Vorrücken der Gletscher nicht ungewöhnlich, aber derzeit werden Landflächen vom Eis freigegeben, die seit 1550 durchgehend von Eis bedeckt waren. Während der Landnahmezeit vor mehr als 1100 Jahren waren die Gletschergebiete aber deutlich kleiner und die Temperaturen höher als heute. Die aktuelle Ausdehnung der Gletscher entspricht etwa der Ausdehnung im 16 Jahrhundert.

Kältewelle geht zu Ende (11.2.08)

In den vergangenen Wochen hatte der Winter weite Teile Islands fest im Griff. Zahlreiche Straße mussten gesperrt werden und Schneestürme machten den Aufenthalt im Freien oft mehr als unangenehm. Es wurden außergewöhnlich tiefe Temperaturen gemessen. Westlich des Gletscher Vatnajökull zeigte das Thermometer unter -30°C. Auch in den bewohnten Landesteilen war es ungewöhnlich kalt. Aber während die Kälte im Hochland von Schneestürmen begleitet war, verzeichneten die Meteorologen im Großraum Reykjavik ruhiges Wetter bei Temperaturen bis -20°C. Die tiefste jemals in Island gemessene Temperatur lag übrigens bei -38°C - gemessen in Mödrudalur am 21. Januar 1918. In den letzten Tagen sind die Temperaturen deutlich nach oben geklettert und nun werden Stürme, Regen und Überflutungen durch Schmelzwasser erwartet.

Schwierige Zeiten für die Fischerei (2.2.08)

Eine aktuelle isländische Studie beschäftigt sich mit der Frage, ob mit Hilfe von Aquakulturen die derzeitigen Probleme der Fischereiwirtschaft zu lösen sind. Fütterungsversuche, die im Rahmen der Studie in den Westfjorden durchgeführt wurden zeigten, das Kabeljau sich in größeren Schwärmen dauerhaft in der Nähe der Fütterungsstellen aufhält und dort leicht gefangen werden kann. Die Fischereibetriebe haben in Island derzeit mit relativ niedrigen Fangquoten zu kämpfen und die Zucht von Fischen könnte auf Dauer die Situation entschärfen.

Allerdings wurde für die Fütterungsversuche Lodde als Futtermittel verwendet und ein Schiff des Meeresforschungsinstituts ist derzeit vor der Ostküste vergeblich auf der Suche nach Loddebeständen. Das Meeresforschungsinstitut befürchtet einen neuen historischen Tiefstand der Loddevorkommen und damit würde die Fischart als Futtermittel für Aquakulturen ausfallen. Auch nordöstlich von Island und an der Ostküste von Grönland war die Suche erfolglos. Die isländische Fischereiwirtschaft scheint also schwierigen Zeiten entgegen zu gehen und man rechnet bereits mit einem deutlichen Stellenabbau in diesem Bereich.

Kraftwerk ausgefallen (25.1.08)

Im Wasserkraftwerk Sultartangi nahe dem Vulkan Hekla kam es kürzlich zu einer schweren technischen Panne. Das Kraftwerk musste vom Netz gehen und man schätzt die Reparaturkosten auf über 300.000 Euro. Der Ausfall des Kraftwerks bringt einige Großabnehmer in eine schwierige Situation. Die Reparaturarbeiten im Kraftwerk werden möglicherweise bis April dauern und für zwei große Aluminiumhütten könnte es zu Versorgungslücken kommen. Der Schaden wäre immens, wenn einzelne Potlines wegen Strommangel stillgelegt werden müssten. Bereits im Jahr 2007 kam es zu einem Stromausfall, der auch Aluminiumproduzenten betraf. Um Engpässe für die Aluwerke zu vermeiden, wurden die Stromlieferungen an verschiedene andere Großabnehmer wie Fischverarbeitungsbetriebe bereits eingeschränkt. Ein Sprecher des Energieversorgers Landsvirkjun stuft die Situation als schwierg ein und hofft, die Reparaturen so schnell wie möglich abzuschließen .

Dauerbrenner Unterseekabel (11.1.08)

Island verfügt über gewaltige Reserven an regenerativen Energien. Sowohl die verfügbare Wasserktaft, als auch die Erdwärme wird derzeit nur zu einem relativ kleinen Teil genutzt. So verwundert es nicht, dass immer wieder Pläne diskutiert werden, mit Unterseekabeln Strom nach Europa zu exportieren.

Kürzlich fand ein Treffen zwischen Vertretern der Isländischen Regierung und der Regierung der Färöerinseln statt, um die Möglichkeiten des Stromexports zu erörtern. Mit Strom aus Island könnten die Ölkraftwerke auf der Inselgruppe stillgelegt und die Umwelt entlastet werden - die Färöer würden etwa ein Drittel weniger Kohlendioxid produzieren. Das Unterseekabel hätte eine Länge von etwa 450km und wäre damit das längste weltweit. Trotzdem wäre nach Berechungen von Fachleuten der Betrieb wirtschaftlich.

Wetterrückblick 2007 (6.1.08)

Das isländische Meteorologische Institut hat seinen Jahresrückblick 2007 veröffentlicht. Die statistischen Daten für das vergangene Jahr weisen ungewöhnlich hohe Niederschlagsmengen und Temperaturen aus. So sind in Reykjavik sowohl im Dezember 2007 als auch im Gesamtjahr 2007 die höchsten Niederschlagsmengen seit Jahr 1921 registriert worden. Im Südwesten Islands war der Sommer sehr trocken, während die Niederschläge im Herbst ungewöhnlich hoch ausgefallen sind. Seit August gab es nur einige wenige regenfreie Tage. Das jahr 2007 zählt auch zu den 10 wärmsten jahren seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, insbesondere im Süden Islands waren die Temperaturen recht hoch.

Island bald ohne Freileitungen? (21.12.07)

Kürzlich wurde im isländischen Parlament ein Antrag eingebracht, der den Rückbau aller Freileitungen des Stromnetzes vorsieht. Alle Mitglieder des parlamentarischen Umweltausschusses unterstützen den Antrag. Die Parlamentarier hoffen auch auf eine breite Unterstützung der Bevölkerung, denn nur wenn die Stromverbraucher bereit sind, die durch Erdkabel verursachten höheren Stromkosten zu tragen, wird auch der Energieversorger Landsnet das Projekt unterstützen. Waren früher Stromleitungen ein Zeichen für die wachsende Wirtschaft, werden sie heute von der Bevölkerung eher kritisch gesehen.

Auch in wirtschaftlicher Hinsicht sind Erdkabel von Vorteil - zumindest auf lange Sicht. Zwar sind der Bau und Reparaturen teurer, aber man rechnet im Vergleich zu Freileitungen mit deutlich weniger Schäden, die in Island oft durch Sturm, Vereisung und Salzschäden verursacht werden.

Gletscherlauf am Vatnajökull (11.12.07)

Der Skeidarájökull aus der Luft.

In den letzten Tagen kam es zu einer Serie von leichten Erdbeben im Gebiet der Grímsvötn unter dem Gletscher Vatnajökull. Vermutlich stehen die Beben im Zusammenhang mit vulkanischer Aktivität unter dem Gletscher. Der Fluß Skeidará führte eine Wassermenge, wie sonst nur an Sommertagen und die Menge der im Wasser gelösten Elektrolyte stieg stark an. Wissenschaftler erwarten einen kräftigen Gletscherlauf, ähnlich wie zuletzt vor drei Jahren, als in Folge eines Vulkanausbruchs unter dem Gletscher ebenfalls größere Schmelzwassermengen abflossen.

Gleichzeitig kam es nordöstlich des Vatnajökull in den letzten Tagen zu hunderten von leichten Erdbeben, wie sie vor einem Vulkanausbruch typisch sind. Im Gebiet um den Bergrücken Upptypping war es bereits in den Sommermonaten wiederholt recht unruhig und schon damals kursierten Gerüchte über einen bevorstehenden Vulkanausbruch, der aber nicht stattfand. Die aktuellen Erdbebenmessdaten gibt es unter www.vedur.is

 

Island - das höchstentwicklte Land der Welt (6.12.07)

Seit Jahren schon gehört Island zur Spitzengruppe der am höchsten entwickelten Länder der Erde. Nun hat das Land erstmals den ersten Platz der UNDP-Liste erreicht. Die Liste wird alljährlich von der UNO anhand verschiedener Eckdaten erstellt. Berücksichtigt werden u.a. die Lebenserwartung und das Bruttoinlandsprodukt, insgesamt 177 Länder werden in der Statistik bewertet. Der bisherige Spitzenreiter Norwegen liegt in diesem Jahr auf dem 2. Platz.

Papageitaucherpopulation rückläufig (26.11.07)

Papageitaucher sind eine im Norden Europas relativ weit verbreitete Vogelart. Die größten Brutkolonien gibt es auf Island und den vorgelagerten Inseln. Man schätzt den Bestand in Island auf rund 3 Millionen Brutpaare. In den letzten beiden Jahren ist allerdings ein drasticher Rückgang beim Bruterfolg zu beobachten. Teilweise werden von den Altvögeln gar keine Eier mehr gelegt und viele Jungvögel überleben nicht. Erste Untersuchungen deuten darauf hin, dass ein Nahrungsmangel die Ursache für den fehlenden Bruterfolg ist. Junge Papageitaucher ernähren sich fast ausschließlich von Sandaalen, die in den küstennahen Gewässern in großer Zahl vorkommen. In den vergangenen beiden Sommern allerdings waren kaum Sandaale zu finden. Worauf das Verschwinden der Sandaale zurück zu führen ist, kann noch nicht sicher gesagt werden. Manche Wissenschaftler vermuten aber den bereits nachweisbaren Anstieg der Wassertemperaturen als Ursache.

 

Fressen Wale zu viel Fisch? (16.11.07)

Kürzlich wurden die ersten Ergebnisse einer Studie zum Futterspektrum von Zwergwalen veröffentlich. Das isländische Meeresforschungsinstitut begann im Jahr 2003 mit der Entnahme von Proben aus den Mägen von Zwergwalen. Ein überraschendes erstes Ergebnis der Studie: Wale fressen teilweise wesentlich mehr Fisch, als bisher vermutet. So besteht das Futter der isländischen Zwergwale zu rund 7% aus Kabeljau - zumindest bei den bisher ausgwerteten Proben. Gísli Víkingsson, der Leiter der Studie, warnt auch vor voreiligen Schlüssen. Zwergwale nutzen je nach Jahreszeit und Meeresregion unterschiedliche Nahrungsquellen und auf Grundlage der aktuell ausgewerteten Daten sind noch keine Berechungen über die Gesamtmenge an Fischen, die von Walen gefressen werden, möglich.

Ob die Ergebnisse der Untersuchung angesichts der rückläufigen Fangmengen wirtschaftlich genutzter Fischarten wieder zu einer Diskussion über den Walfang führen, bleibt abzuwarten. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum wurde in diesem Jahr rund 45% weniger Kabeljau gefangen, die Fangmenge beim Schellfisch ist allerdings praktisch unverändert.

Kárahnjúkarkraftwerk nimmt Betrieb auf (9.11.07)

Aluwerk im Reydarfjördur

Das Wasserkraftwerk Kárahnjúkar im östlichen Hochland nimmt in diesen Tagen den Betrieb auf. Ertsmals wird Wasser aus dem Stausee Hálslón auf die Anlagen im Turbinenhaus Fljótsdalsstöd geleitet. Zunächst geht nur eine der Turbinen mit einer Leistung von 115 Megawatt in Betrieb. Der rund 40km lange Tunnel vom Stausee zum eigentlichen Kraftwerk ist bereits seit einiger Zeit mit Wasser gefüllt. Die Anlagen werden nun ausführlichen Tests unterzogen und die 6 Turbinen werden der Reihe nach an Netz gehen, bis das Kraftwerk seine volle Leistung erreicht. Dann kann auch das Aluminiumwerk im Reydarfjördur seine Produktionskapazität langsam auf das geplante Niveau steigern.

Schweizer Weihbischof Bürcher übernimmt Diözese Reykjavik (31.10.07)

Die Kristkirkja in Reykjavik

Lausanne / Rom (www.kath.net) Der Schweizer Weihbischof Pierre Bürcher ist von Papst Benedikt XVI. zum Bischof von Reykjavik (Island) ernannt worden. Das gab der Vatikan am Dienstag bekannt. Bürcher ist seit 1994 Weihbischof von Lausanne, Genf und Freiburg.

Er folgt dem gebürtigen Niederländer Johannes Gijsen nach, der in den Ruhestand tritt. Bürcher wird der sechste Bischof der Diözese Reykjavik sein, die 1968 errichtet wurde. Der Bischof von Island gehört der skandinavischen Bischofskonferenz an. Sie umfasst sieben Mitglieder, die aus fünf Ländern kommen: Dänemark, Finnland, Island, Norwegen und Schweden. Jedes dieser Länder stellt eine eigene Diözese dar, ausgenommen Norwegen.

Katholisch sind in diesen Ländern vor allem die Immigranten, aus diesem Grund kommen auch die Bischöfe aus verschiedenen europäischen Ländern. Der Bischof von Stockholm ist im Tessin geboren, allerdings hat er die schwedische Nationalität. Weihbischof Bürcher wird in den nächsten zwei Monaten in der Diözese Reykjavik sein Amt übernehmen.

Island zählt fast 300.000 Einwohner, 10.000 davon sind katholisch. Sie leben verstreut über das ganze Territorium von rund 103.000 Quadratkilometern. Papst Johannes Paul II. besuchte im Jahr 1989 Island.

(Quelle: www.kath.net vom 30.10.07)

Heiß und dynamisch - die Geothermie in Island boomt (26.10.07)

Freiburg (iwr-pressedienst) - Während der von EnEd in Zusammenarbeit mit Sterr-Kölln & Partner und forseo organisierten Impulsreise nach Island erkundeten die Teilnehmer und Teilnehmerinnen sämtliche Facetten der Tiefen Geothermie. Bei der eigens für die Exkursionsteilnehmer ausgerichteten Konferenz mit maßgeblichen isländischen Akteuren wie Enex, Exorka, Isor, Glitnir Bank und Reykjavik Energy Invest wurden die Stärken der nordischen Akteure deutlich. Island bündelt seine vorhandenen Kräfte, um in Zukunft in der Geothermie weltweit eine führende Position zu übernehmen. 20 Prozent des Stroms wird dort bereits durch Geothermie bereitgestellt – ca. 1,7 TWh jährlich. Geothermie sichert über 90 Prozent der Wärmeversorgung des Landes. Sechs weitere Kraftwerke mit einer Gesamtleistung von mehreren hundert Megawatt sind bereits in Planung.

Anfang Oktober wurde die Fusion der erst vor neun Monaten gegründeten Geysir Green Energy mit Reykjavik Energy Invest, dem Investmentarm des regionalen Energieversorgers Reykjavik Energy, bekannt gegeben. Der Zusammenschluss und damit die Verflechtung der internationalen Aktivitäten eines öffentlichen Energieversorgers mit einem privatwirtschaftlich geführten Unternehmen schlug hohe Wellen und erzwang letztlich gar einen Machtwechsel in Reykjaviks Stadtparlament. Von den verursachten Turbulenzen lassen sich die Isländer jedoch nicht vom Weg abbringen. Die im März gegründete Reykjavik Energy Invest (REI) will laut Ásgeir Margeirsson, einem der beiden CEOs, Weltmarktführer in der Geothermie werden. Das Unternehmen habe seinen Ausführungen nach bereits heute einen Unternehmenswert von rund 745 Millionen Euro und decke die gesamte Wertschöpfungskette ab – von der Exploration bis hin zur Kraftwerkstechnologie. Weltweit will man in den nächsten 4 Jahren bis zu 4.000 MW installiert sehen – geschätztes Investitionsvolumen 5-8 Mrd. US-Dollar. Insbesondere Nordamerika wird als Markt mit großem Potenzial gesehen. Aber auch der deutsche Markt wird als viel versprechend eingestuft. Rund 460 Millionen Euro Eigenkapital wurden von den Hauptgesellschaftern Reykjavik Energy, FL Group, Atorka sowie der Glitnir Bank investiert. 2009 will REI an die Börse gehen.

Auch Deutschland verfügt über ein enormes geothermisches Potenzial, dessen Erschließung einen wichtigen Beitrag zu einer nachhaltigen Energieversorgung basierend auf erneuerbaren Energien leisten könnte. Wenngleich sich die deutschen geothermischen Ressourcen von denen in Island unterscheiden, gibt es doch einen reichen Erfahrungsschatz und Potenzial, das vorhandene Know-how nach Europa zu transferieren. „Die Reise hat einen beeindruckenden Einblick ermöglicht, wie vorhandenes geothermisches Potenzial erfolgreich genutzt werden kann“, fasst Teilnehmer Dr. Michael Kraml zusammen. Alexander Richter von der Glitnir Bank erklärt: „Wir sind bereit, unsere Expertise für eine weitere Entwicklung der Geothermie in Deutschland bereitzustellen, um gemeinsam den Anteil an erneuerbaren Energien zu erhöhen und die Klimaziele zu erreichen.“

EnEd GmbH ist ein internationales Bildungszentrum für Erneuerbare Energien und Energieeffizienz. EnEd setzt sich dafür ein, die internationalen Wachstumsmärkte nachhaltiger Energieversorgung und effizienter Energienutzung zu stärken.

(Quelle: IWR - Internationales Wirtschaftsforum Regenerative Energien 2006 - www.iwr.de)

Wintereinbruch in Island (12.10.07)

Der Winter wagte einen ersten Vorstoß im Norden Islands. An vielen Orten Nordislands liegt seit einigen Tagen eine geschlossene Schneedecke. Während die Kinder über den frühen Wintereinbruch begeistert sind und ihre Schlitten aus dem Keller holen, teilen die meisten Erwachsenen die Begeisterung nicht. Zahlreiche Straßen in Nordisland und in den Westfjorden waren nicht passierbar und vielerorts ist der Schafabtrieb von den Somemrweiden noch nicht abgeschlossen. Im Nordosten des Landes wurden einige Schafe von einem Schneesturm überrascht und verschüttet, sie konnten aber vom Bauern gerettet werden. Aktuell liegen die temperaturen deutlich über dem Gefrierpunkt, aber bereits für das Wochenende ist wieder Schneefall angekündigt.

 

 

 

Grenzfragen (1.10.07)

Kürzlich fand im isländischen Außenministerium ein Treffen von Vertretern Islands, Großbrittaniens, Irlands und Dänemarks statt. Thema des Treffens waren die Besitzansprüche auf den Rockall Kontinentalschelf. Dabei handelt es sich um ein Meeresgebiet, das zwischen Island und den britischen Inseln liegt und in dem verschiedene Bodenschätze vermutet werden. England erklärte bereits vor längerer Zeit das Gebiet um die winzige Felseninsel (ca. 500qm) Rockall zu seiner exklusiven Wirtschaftszone. Da nach internationalem Recht die Wirtschaftzone um eine Insel aber 200 Seemeilen beträgt, ist das Thema von einiger Brisanz. Bereits im Jahr 2005 fanden Gespräche zwischen den vier Ländern statt, führten aber zu keinem Ergebnis. Die aktuellen Gespräche könnten nach Meinung der Beteiligten aber endlich einen Durchbruch bringen und man hat bereits für den November eine weitere Gesprächsrunde eingeplant.

Neuer Brennstoffzellen-PKW unterwegs (22.9.07)

Wasserstofftankstelle in Reykjavik

In Island wurde die nächste Runde auf dem Weg zur Umstellung des Verkehrs auf alternative Treibstoffe eingeläutet. Seit kurzem ist ein Mercedes Benz A-Klasse in Reykjavik unterwegs, der mit Hilfe von Brennstofzellen seine Energie auf Wasserstoff gewinnt. Der Energieversorger Landsvirkjun setzt das Fahrzeug unter realistischen Bedingungen ein, um gemeinsam mit Mercedes Daten über den Betrieb zu gewinnen. Anfang 2008 soll ein weiteres Fahrzeug nach Island geliefert werden. Der Wasserstoff wird in Island mit geothermischer Energie produziert, damit ist hundertprozentig umweltfreundliches Fahren möglich. Daimler betreibt weltweit über 100 Brennstoffzellenfahrzeuge und verfügt mit weit über 3 Millionen zurückgelegten Kilometern über mehr Daten, als jeder andere Hersteller. Erklärtes Ziel der Isländer ist es, mittelfristig komplett unabhängig vom Import fossiler Brennstoffe zu werden.

Iceland Deep Drilling Project startet (15.9.07)

Geothermalkraftwerk Krafla

In Island wird ein neues Kapitel in der Nutzung geothermischer Energie aufgeschlagen. Im nächsten Jahr soll damit begonnen werden, Bohrlöcher bis zu 5km in die Tiefe zu treiben, um Dampf mit einer Temperatur von 400°C bis 600°C zu gewinnen. Zunächst ist im Kraflegebiet nahe des Mückensees im Nordosten Islands ein 3,5km tiefes Bohrloch geplant. Ihm sollen Bohrlöcher im Hengillgebiet und auf der Halbinsel Reykjanes im Südwesten folgen. Man setzt große Hoffnungen in die neue Technik, würde doch damit ein einziges Bohrloch die zehnfache Energiemenge bisheriger Bohrlöcher liefern. Island würde damit nicht nur endgültig weltweit die technische Führung bei der Nutzung geothermaler Energie übernehmen, sondern könnte mittelfristig auch Pläne verwirklichen, Energie zu exportieren. Entsprechende Pläne wurden bereits mehrfach diskutiert und auch Energiekonzerne vom Festland zeigen Interesse an gemeinsamen Projekten.

Klimawandel und Fischereiwirtschaft (8.9.07)

Aktuelle Bestandsanalysen des isländischen Meeresforschungsinstituts haben ergeben, das die Verbreitung von Blauem Wittling, Hering und Dorsch völlig von den Vorjahren abweicht. Eine mögliche Ursache könnten die höheren Temperaturen des Meerwassers sein. Fischereiminister Guðfinnsson wollte sich aber auf Grundlage der bisher verfügbaren Daten noch nicht auf eine Aussage dazu festlegen und sieht die Notwendigkeit für weitere Untersuchungen. Auch der Leiter des Untersuchungsprogrammes, Ólafur Pálsson, warnte vor voreiligen Schlüssen und will weitere Ergebnisse abwarten.

Das Meeresforschungsinstitut entdeckte bei der Forschungsfahrt auch große zweijährige Loddenbestände östlich von Grönland. Dies gibt Anlaß, optimistisch auf die Fangsaison 2008 zu blicken, denn dann sind die Tiere groß genug für den Fang.

Interessant ist in diesem Zusammenhang auch eine Beobachtung von Whalewatching-Veranstaltern. In den letzten Jahren ging die Zahl der Zwergwale, die während der Beobachtungsfahrten gesichtet wurden, deutlich zurück. Ob dies eine Folge des Walfangs, oder eine Folge geänderter Wassertemperaturen und damit einhergehender Änderungen des Vorkommens von Futtertieren der Wale ist, wird in Island kontrovers diskutiert.

Niedrigste Arbeitslosenquote seit 7 Jahren (16.8.07)

Nach der aktuellen Statistik des isländischen Arbeitsamtes lag die Arbeitslosenquote im Juli bei 0,9% und damit so niedrig wie seit zuletzt im Oktober 2000. Gleichzeitig wird erwartet, daß in den kommenden Monaten viele Arbeitnehmer ihren Arbeitsplatz wechseln. Sowohl in Schulen als auch in Krankenhäusern sind derzeit viele Stellen nicht besetzt und auch in der Gastronomie und im Einzelhandel werden Arbeitskräfte gesucht.

So konnte die Supermarktkette Bonus fast 400 Stellen über längere Zeit nicht besetzen und hat nun Gastarbeiter eingestellt. Der Personalchef von Bonus: "Hätten wir uns nicht entschlossen, Gastarbeiter einzustellen, wären die Stellen immer noch nicht besetzt."

Extremwetter in Island (4.8.07)

Extremwetter in Island - in vielen Landesteilen hat es seit Wochen kaum mehr geregnet, viele kleinere Bäche und Tümpel sind bereits ausgetrocknet und laut Statistik war der Juli 2007 in Reykjavik der wärmste Juli seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Die Durchschnittstemperatur lag bei 12,8 Grad Celsius und damit um 2,2 Grad über dem langjährigen Mittelwert. Vor allem der Landwirtschaft macht das Wetter zu schaffen. Durch die Trockenheit ist das Gras auf den Heuwiesen vielerorts nur spärlich gewachsen und es können nicht genügend Heuvorräte für den Winter angelegt werden. Seit einigen Tagen wird zwar immer wieder Regen angekündigt, größere Niederschlagsmengen sind aber noch nicht gefallen.

 

Fischereiminister Einar Guðfinnsson

Kommerzieller Walfang gestoppt (30.8.07)

Wie angekündigt will die isländische Regierung den kommerziellen Walfang bis auf Weiteres wieder einstellen. Laut Fischereiministerium sollen nach Abschluss der Saison Ende August keine neuen Fangquoten mehr freigegeben werden. Begründet wurde der Schritt mit dem fehlenden Interesse des Marktes an Walfleisch.

Nach zwanzigjähriger Pause hatte Island im letzten Jahr 39 Zwergwale und 9 Finnwale für den kommerziellen Fang freigegeben. Die Quoten wurden allerdings nicht ausgenutzt, wegen der geringen Nachfrage wurden jeweils nur 7 Zwergwale und 7 Finnwale erlegt. Wie Fischereiminister Guðfinnsson ankündigte, wird es neue Fangquoten nur geben, wenn es genügend Nachfrage nach Walfleisch gibt. Vor allem die Absatzmöglichkeiten in Japan wurden von den Befürwortern des Walfangs erheblich überschätzt.

Suchaktion am Vatnajökull (24.8.07)

Seit Dienstag läuft am Vatnajökull eine groß angelegte Suchaktion nach zwei Deutschen. Etwa 30 Polizisten und Freiwillige beteiligten sich zunächst an der Suche, auch ein Helikopter war im Einsatz. Die beiden vermissten Männer im Alter von 24 und 29 Jahren wollten auf den Gletscher Vatnajökull klettern und meldeten sich zuletzt am 30. Juli per SMS. Da sie nicht wie geplant nach Deutschland zurück gekehrt sind, wurden sie von ihren Angehörigen als vermisst gemeldet. Heute wurden zwei verlassene Einmannzelte in einer Höhe von rund 1.000m gefunden und 70 weitere Rettungskräfte hinzugezogen. Die Überlebenschancen der beiden Vermissten werden von den isländischen Behörden als sehr gering eingestuft. Die Einsatzbedingungen im Suchgebiet sind sehr schwierig, da der Gletscher von zahlreichen Spalten durchzogen ist.

Alternative für Alufabrik-Erweiterung (22.6.07)

Nach der Ablehnung der Erweiterungspläne für das Aluminiumwerk in Hafnarfjördur durch einen Bürgerentscheid sucht die Firma Alcan Island nach Alternativen. Derzeit wird diskutiert, ob die Auffüllung der kleinen Bucht, an der das Werk steht, Platz für den Erweiterungsbau schaffen könnte. Die Landgewinnung könnte im Zusammenhang mit dem geplanten Umbau des alcaneigenen Hafens erfolgen. Allerdings wäre auch hierfür ein Bürgerentscheid erforderlich und ob in einem zweiten Anlauf die erforderliche Mehrheit erreicht wird, wagt derzeit niemand vorherzusagen. Eine weitere Alternative sieht Alcan in der kompletten Verlegung des Werkes in eine andere Gemeinde.

Rauchverbot in Kraft (8.6.07)

Seit 1. Juni ist das neue Gesetz zum Schutz von Nichtrauchern in Island in Kraft. Das Rauchen ist nun in Restaurants, Bars und Clubs generell verboten. Ziel des Gesetzes ist es vor allem, die Angestellten vor der ständigen Belastung mit Qualm zu schützen. In den gastronomischen Betrieben gibt es deshalb auch keine speziellen Raucherbereiche oder Raucherzimmer und selbst vor der Tür unterliegt das Rauchen gewissen Einschränkungen - eine gute Belüftung muss gewährleistet sein. Island reiht sich damit in die Länder ein, die einen konsequenten Nichtraucherschutz betreiben.

Meeresforschungsinstitut veröffentlicht Walfangquote (15.6.07)

Anlandung eines Finnwals

Das isländische Meeresforschungsinstitut hat eine Fangquote von maximal 200 Finnwalen für die nächste Saison vorgeschlagen. Nach einem aktuellen Bericht der Nordatlantischen Meeressäuger-Kommission hat der Bestand an Finnwalen seine ursprüngliche natürliche Größe praktisch wieder erreicht. Die Kommission geht davon aus, das bei einer jährlichen Fangquote von 200 Tieren über einen Zeitraum von 20 Jahren die Population stabil bleibt. Voraussetzung ist allerdings, daß die Finnwale in den Gewässern um ganz Island gefangen werden und sich der Walfang nicht auf die traditionellen Gebiete in Westisland konzentriert.

Der isländische Fischereiminister Einar Gudfinnsson teilte mit, die Regierung habe noch keine Entscheidung über die Fangquote getroffen. Mit einer Festlegung der Quote sei erst zu rechnen, wenn neue Informationen darüber verfügbar sind, ob das in der letzten Saison produzierte Walfleisch überhaupt verkäuflich ist. Sollte es keinen Markt für das Fleisch geben, werde der Fang automatisch eingestellt.

Wasserstoffantrieb für Walbeobachtungsschiff (1.6.07)

Die isländische Firma Nýorka plant den Einbau eines Wasserstoffantriebs in das Walbeobachtungsschiff Elding. Läuft alles nach Plan, wir die Elding im Sommer 2008 bereits mit dem neuen Antrieb in See stechen und wäre damit weltweit einmalig. Die Isländer hatten bereits vor einigen Jahren das mittelfristige Ziel definiert, alle Schiffe der isländischen Flotte mit Wasserstoffantrieb auszustatten. Der Wasserstoff kann in Island problemlos in ausreichender Menge erzeugt werden und die Flotte wäre unabhängig von Ölimporten. Angenehmer Nebeneffekt wäre die Reduktion des Kohlendioxidausstoßes auf Null. Außerdem erzeugt der neue Antrieb keine Vibrationen, die Wale werden bei den Beobachtunsgfahrten deutlich weniger gestört.

Neue Koalition in Island (25.5.07)

Unter der Führung des bisherigen Ministerpräsidenten Geir Haarde von der Unabhängigkeitspartei hat sich in Island eine neue Regierungskoalition formiert. Zusammen mit den Sozialdemokraten verfügt Haarde über eine satte Mehrheit im Parlament - 43 der 63 Abgeordneten gehören den beiden neuen Regierungsparteien an. Die Chefin der Sozialdemokraten, Ingibjörg Sólrún Gísladóttir, übernimmt das Außenministerium. Neu diskutiert wird in den nächsten Jahren wahrscheinlich die Frage eines EU-Beitritts Islands. Die Sozialdemokraten sind Befürworter einer Mitgliedschaft, während die Unabhängigkeitspartei sie wegen der Fischereiinteressen Islands ablehnt.

Der bisherige Partner von Haarde, die liberale Fortschrittspartei, ging nach zwölf Regierungsjahren in die Opposition.

Regierungschef Haarde gewinnt Parlamentswahlen (13.5.07)

Parlament in Reykjavík

Bei den gestrigen Parlamentswahlen in Island hat die Unabhängigkeitspartei (SSF) von Ministerpräsident Geir Haarde kräftig an Stimmen gewonnen. Mit 36,6% erreichte die Partei 2,9% mehr, als bei den letzten Wahlen. Der bisherige Koalitionspartner, die liberale Fortschrittspartei (SFS), musste dagegen 6,0% Verluste hinnehmen und erreichte nur noch magere 11,7% der Stimmen.

Erst seit der Auszählung der letzten Stimmen steht fest, daß die beiden Parteien zusammen noch 32 der 63 Sitze im Parlament auf sich vereinen können und damit die Koalition rein rechnerisch fortgeführt werden kann.

Die Sozialdemokraten kamen auf 26,8% der Stimmen und wurden trotz der Verluste von 4,2 Prozentpunkten wieder zweitstärkste Partei. Den kräftigsten Zuwachs erreichte mit 5,5% die Rotgrüne Volksallianz - sie erhielt 14,3% der Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag bei 87,2%, stimmberechtigt waren 221.000 Isländer.

Laut Umfrage genießt der seit einem Jahr amtierende Ministerpräsident Haarde das Vertrauen der Bevölkerungsmehrheit. 56 Prozent sähen ihn gerne auch zukünftig als Ministerpräsidenten. Ob er sich angesichts der dünnen Mehrheit von nur einem Sitz allerdings für den bisherigen Koalitionspartner entscheidet, bleibt abzuwarten. Die Rotgrüne Volksallianz wäre nämlich durchaus eine Alternative.

Stromexport nach Deutschland? (8.5.07)

Bohrlöcher im Gebiet Hellisheid

Die isländische Energiebehörde (OS) und der deutsche Energiekonzern EnBW (Energie Baden-Württemberg) unterzeichneten kürzlich eine Vereinbarung zur Untersuchung der Wirtschaftlichkeit eines Unterseekabels, über das isländischer Strom nach Deutschland geliefert werden kann. Außerdem will der drittgrößte deutsche Energiekonzern Probebohrungen zur Erschließung neuer Geothermalfelder unterstützen.

Vertreter von EnBW hatten im letzten Herbst Island besucht und waren dabei auf die Möglichkeit des Stromexports aufmerksam geworden. Die Vision von EnBW: in Zukunft könnte sauberer Strom aus Geothermalkraftwerken ans Festland exportiert werden. Dies ist im Zusammenhang mit der Erklärung von EnBW zu sehen, in Zukunft verstärkt auf regenerative Energie zu setzen. Woher diese kommt, spielt dabei zunächst eine untergeordnete Rolle.

Die geplanten Probebohrungen sind ein Kooperationsprojekt mehrerer isländischer Firmen. Es sollen Bohrungen bis zu einer Tiefe von 5km niedergebracht werden und man hofft, dort Dampf mit einer Temperatur von 600°C zu finden, der unter extrem hohen Druck steht. Ein einziges Bohrloch könnte damit bis zu zehnmal soviel Energie liefern, wie herkömmliche Bohrlöcher, die eine Tiefe von rund 2km erreichen.

Auch in Island Rekordtemperaturen (4.5.07)

Ásbyrgischlucht

Nicht nur in Deutschland ist es für die Jahreszeit viel zu warm, auch Island meldet neue Temperaturrekorde. Im Nationalpark Ásbyrgi stieg die Temperatur in den letzten Tagen auf bis zu 23°C - in Island wurde im April noch nie eine höhere Temperatur gemessen. Der bisherige Rekord für April lag bei 21.8°C und wurde ebenfalls im Osten des Landes gemessen. Üblicherweise liegen die Durchschnittstemperaturen im April bei 5°C und erreichen im Sommer nur 10°C bis 15°C. Auch an anderen Orten wurden ungewöhnlich hohe Temperaturen registriert, in Akureyri stieg das Thermometer z.B. auf 21.5°C.

Aluminium-Boom (30.4.07)

Aluwerk bei Hafnarjördur

In Island scheint sich ein wahrer Aluminium-Boom anzukündigen. Die neue Alufabrik im ostisländischen Reydarfjördur nimmt derzeit ihren Betrieb auf und ist für eine Jahreskapazität von 356.000 Tonnen ausgelegt. Die älteste Aluminiumfabrik des Landes nahe Hafnarfjördur soll erweitert werden und zukünftig etwa 350.000 Tonnen des Leichtmetalls produzieren. Ein entsprechender Plan liegt bereits vor, muss jedoch nach Einwänden der Bürger von Hafnarfjördur überarbeitet werden. In Husavik (Nordostisland) sind die Planungen für ein Aluwerk in die dritte Phase gegangen. Es soll eine Jahreskapazität von 250.000 Tonnen haben und nördlich der Stadt gebaut werden. Die Firmen Nordurál und Sudurnes Energy haben vor wenigen Tagen eine Vereinbarung über die Energielieferung für eine 150.000 Tonnen Fabrik auf der Halbinsel Reykjanes (Helguvík) unterzeichnet. Sie soll bereits im Jahr 2010 den Betrieb aufnehmen.

Eisenbahn in Island? (27.4.07)

In Island gibt es erstmals ernsthafte Überlegungen zum Bau einer Eisenbahnlinie, die den Internationalen Flughafen Keflavik mit der Hauptstadt Reykjavik verbinden könnte. Der Landkreis Reykjanesbaer hat in seinem neuen Entwicklungsplan, der bis 2021 gilt, entsprechende Landflächen reserviert. Landrat Árni Sigfússon ist sich fast sicher, dass die Bahnverbindung über kurz oder lang kommen wird, könnte damit doch die Fahrtzeit von Reykjavik zum Flughafen auf rund 20 Minuten halbiert werden. Die Idee ist nicht neu, wurde aber bisher wegen der hohen Kosten nie ernsthaft verfolgt. Es wird aber erwartet, dass sich die Passagierzahl in Keflavik von derzeit rund 2 Millionen pro Jahr in den nächsten Jahren fast verdoppeln wird und somit die Bau- und Betriebskosten der Bahnstrecke tragbar wären. Derzeit wird allerdings die Straße nach Keflavik auf 4 Spuren ausgebaut und soll den zunehmenden Verkehr in den nächsten Jahren noch auffangen.

Großfeuer in Reykjavik (20.4.07)

Am Tag nach dem Brand

Am Mittwoch wurden in Reykjavik einige der ältesten Häuser der Stadt durch einen Großbrand zerstört. Das Feuer war wahrscheinlich im Kiosk "Fröken" ausgebrochen. Trotz des Einsatzes von rund 100 Feuerwehrmännern wurde auch das im Jahr 1801 errichtete Nachbargebäude in der Austurstraeti 22 vollständig zerstört. Auch das Gebäude in der Laekjargata 2 wurde stark in Mitleidenschaft gezogen. Es wurde 1852 errichtet und hatte wie die anderen zerstörten Häuser großen historischen und architektonischen Wert. Der Bürgermeister von Reykjavik möchte die Gebäude deshalb schnellstmöglich wieder in der ursprünglichen Form errichten lassen. Die Ermittlungen zur Brandursache sind zwar bereits abgeschlossen, das Ergebnis allerdings noch nicht bekannt gegeben. Das Feuer hatte sich rasend schnell ausgebreitet und die Experten prüfen derzeit noch, ob Brandschutzwände nicht ausreichend bemessen waren.

Der finanzielle Schaden wird auf mehrere Millionen Euro geschätzt und das Feuer war eines der größten, die Reykjavik je erlebt hat. Verletzt wurde niemand, doch mussten mehrere benachbarte Gebäude zeitweise evakuiert werden. Durch die Zerstörung von Geschäften und Büros haben außerdem rund 100 Menschen ihren Arbeitsplatz vorübergehend verloren.

Isländische Gletscher schmelzen (13.4.07)

Die Änderung des Klimas - auch in Island ein Thema. In einem Interview zeichnete der Geologe Oddur Sigurdsson ein dunkles Bild über die Zukunft der isländischen Gletscher. Nach seinen Berechnungen könnten sie in 200 Jahren komplett verschwunden sein. Ursache sind die deutlichen höheren Sommertemperaturen, die seit etwa 10 Jahren in Island registriert werden. Der französische Geologe Bouvier hat ähnliche Untersuchungen für Grönland durchgeführt. Auch er kommt zu dem Schluß, daß innerhalb einiger Jahrzehnte große Teile des arktischen Eises schmelzen könnten und der Meeresspiegel deutlich ansteigt.

Allerdings könnte das Abschmelzen vor allem der grönländischen Eismassen auch zu einer neuen Eiszeit in Europa führen. Wissenschaftler befürchten nämlich, daß durch den erhöhten Süßwasseranteil der Golfstrom zusammenbrechen könnte. Er versorgt Island und Europa mit Wärme aus der Region des Golfes von Mexiko. Sollte sich der Golfstrom abschwächen oder gar zusammenbrechen, würden die Temperaturen in Europa deutlich sinken.

Niederlage für Alcan (7.4.07)

Am vergangenen Wochenende haben sich die Einwohner von Hafnarfjördur mit einer knappen Mehrheit von 50,3% gegen die Erweiterung der Alcan-Aluminiumhütte ausgesprochen, die am Rand der Stadt liegt. Das kanadische Unternehmen Alcan wollte 1,2 Milliarden US-Dollar in das Projekt stecken. Für den Fall einer Abstimmungsniederlage hat das Unternehmen die Schließung der Anlage angedroht, da sie ohne die Erweiterung nicht wirtschaftlich arbeiten könne. Derzeit werden jährlich rund 180.000 Tonnen Aluminium produziert, geplant war eine Verdoppelung der Kapazität. Allerdings sollen nun zunächst einmal weitere Planungsvarianten geprüft werden, denn der Widerstand richtete sich vor allem gegen die geplante Straßenführung. Alcan erwägt außerdem, die Entscheidung gegen das Projekt juristisch anzufechten.

Diskussion um das Rauchverbot (4.4.07)

In Island soll zum 1. Juni diesen Jahres ein Gesetz in Kraft treten, das Rauchen in allen gastronomischen Betrieben ausnahmslos verbietet. Von Seiten einiger Bar- und Restaurantbesitzer regt sich nun Widerstand - die Argumente sind aus Irland, Spanien, Italien und Deutschland bekannt: man befürchtet drastische Einbrüche der Umsätze wegen ausbleibender Gäste. Einige Gastronomen haben sich jetzt an die Regierung gewandt und die vom Gesundheitsminister versprochenen Vorschläge eingefordert, die ihnen auch nach Einführung des Rauchverbotes den Verdienst sichern sollen. Sollten diese Vorschläge nicht gemacht werden, drohen die Gastronomen mit rechtlichen Schritten gegen das Gesetz. Im Gegensatz zu Deutschland gilt in isländischen Kneipen ein striktes Rauchverbot, selbst räumlich getrennte Raucherbereiche sind aus Gründen des Arbeitsschutzes nicht erlaubt.

Aluminiumproduktion startet (31.3.07)

Kürzlich erreichte der erste Frachter mit Aluminiumerz (Bauxit) den Reydarfjördur im Osten Islands. Er versorgte das neue Aluminiumwerk der Alcoa mit 39.000 Tonnen Rohstoff, um in wenigen Tagen die Produktion aufnehmen zu können. Zur Produktion von einer Tonne Aluminium werden etwa 2 Tonnen Bauxit benötigt - die Erstlieferung ist also ausreichend für 20.000 Tonnen Aluminium. Wenn die Produktion in vollem Umfang läuft, werden pro Jahr etwa 20 Erzlieferungen in einer Größenordnung von jeweils 40.000 Tonnen erwartet, um die geplante Jahresproduktion von 400.000 Tonnen erreichen zu können

Größter Nationalpark Europas entsteht in Island (23.3.07)

Kürzlich fiel im isländischen Parlament eine wichtige Entscheidung für den Naturschutz in Island. Innerhalb von Jahresfrist wird der neue Nationalpark "Vatnajökulsthjódgardur" entstehen. Er wird der größte Nationalpark in ganz Europa sein und das Parlament hat geschlossen für die Gründung des Parks gestimmt. Das neue Schutzgebiet wird rund 12% des Gesamtfläche Islands einschließen und auch die bisherigen Nationalparks "Skaftafell" und "Jökulsárgljúfur" umfassen. Das Parlament setzte damit eine Idee um, die bereits im Zusammenhang mit den Planungen zum Wasserkraftwerk Kárahnjukar diskutiert wurde. Der Bau weiterer Staudämme nördlich des Vatnajökull ist damit praktisch unmöglich geworden.

Mehrwertsteuer gesenkt (16.3.07)

Am 1. März wurde die Mehrwertsteuer auf Lebensmittel, Bücher, CDs, Zeitschriften sowie Hotel- und Restaurantdienstleistungen von 14% bzw. 24,5% auf jetzt 7% gesenkt. Rein rechnerisch müssten durch die Steuersenkung die Endpreise um 6% bzw. 14% sinken.

Der Gesetzgeber erhofft sich günstigere Preise für die isländischen Verbraucher und möchte das Preisniveau in Island dadurch an das Preisniveau in anderen skandinavischen Länder heranführen. Außerdem soll durch die erhoffte deutliche Preissenkung für gastronomische Leistungen der Tourismus weiter angekurbelt werden. Es sieht allerdings ganz so aus, als ob viele Restaurants und Hotels die Steuersenkung nicht im vollen Umfang an ihre Kunden weiter geben, sondern als willkommene Möglichkeit sehen, ihren Gewinn zu steigern. Das Statistikamt hat statt der erwarteten Preissenkung von fast 9% nur einen Rückgang von 3,2% verzeichnet. Von Seiten der Verbraucher gingen inzwischen zahlreiche Beschwerden bei der Verbraucherzentrale ein, die ihrerseits über 100 Restaurants um eine Stellungnahme gebeten hat, warum die Preise gar nicht oder nur geringfügig gesenkt wurden. Eine Antwort steht noch aus und es ist wohl trotz der Beschwerden nicht mit weiteren Preisrückgängen zu rechnen.

Schneefälle und Lawinen (10.3.07)

Auch in diesem Jahr hat der Winter Island wieder fest im Griff - zumindest für einige Zeit. In den letzten Tagen lagen die Temperaturen meist unter dem Gefrierpunkt und in einigen Landesteilen gab es ergiebige Schneefällen. In den Nordwestfjorden kam es inzwischen zu einigen Lawinenabgängen, drei davon im Gebiet von Skutulsfjördur. Eine der Lawinen prallte auf einen Schutzwall hinter einem Gebäude, es wurde aber niemand verletzt. Vor allem im Norden des Landes sind derzeit auch zahlreiche Straße von Schnee und Eis bedeckt und teilweise sogar unpassierbar. Die Situation auf den Straßen könnte sich am Wochenende durch Schneeverwehungen noch verschärfen und vom Wetterdienst wurde für den Süden des Landes eine Orkanwarnung herausgegeben.

 

Grenzwert für Feinstaub überschritten (2.3.07)

Man mag es fast nicht glauben, aber auch in Reykjavik hat man mit dem Feinstaub-Grenzwert in der Luft zu kämpfen - allerdings aus ganz anderen Gründen, als in Deutschland. Derzeit herrscht in der Stadt trockenes und relativ kaltes Wetter, es liegt aber kein Schnee. Da dennoch die meisten Fahrzeuge Winterreifen mit Spikes haben, kommt es zu einem starken Abrieb von Asphalt und Beton von den Straßen. Durch die Trockenheit wird der Abrieb aufgewirbelt und führt zu einer erheblichen Feinstaubbelastung. Gestern lag sie mit 69 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft deutlich über dem europäischen Grenzwert von 50 Mikrogramm. Als Reaktion wurden von den Gesundheitsbehörden u.a. Kindergärten angewiesen, Kinder mit Atemwegserkrankungen nicht ins Freie zu lassen. Gleichzeitig hat der Stadtrat von Reykjavik gestern auch beschlossen, eine Expertenrunde zu beauftragen, mögliche Maßnahmen gegen die Feinstaubbelastung auszuarbeiten.

Wüste um die Hekla (23.2.2007)

Der Rückgang der Vegetation rund um den Vulkan Hekla ist ein gravierendes Problem. Im Rahmen eines Aufforstungsprogrammes soll die Ausbreitung der Wüste gestoppt werden, die früher weit verbreiteten Birkenwälder sollen in der Gegend wieder an Fläche zunehmen. Das unter dem Namen "Hekluskógar" bekannte Projekt ist das größte seiner Art in Europa, allerdings droht es wegen fehlender Finanzmittel zu scheitern. Die Initiatoren fordern von der Regierung eine deutliche höhere finanzielle Unterstützung. Derzeit fördert der Staat das Projekt jährlich mit rund 155.000 Euro. Inzwischen wird auch darüber nachgedacht, wie man private Unterstützung gewinnen könnte. Es gibt Pläne, mit dem Geld von privaten Spendern eigene Waldflächen anzulegen und sie entsprechend zu kennzeichnen.

Neue Straße durch das Hochland (16.2.2007)

Ein privater Investor plant den Bau einer ganzjährig befahrbaren Straße durch das isländische Hochland entlang der Kjölurstrecke. Die Straße könnte bereits in drei Jahren fertiggestellt werden und würde die Fahrtstrecke von Reykjavik nach Akureyri um 47km verkürzen. Das Verkehrsministerium hat kürzlich die Zusammenarbeit des Straßenbauamtes mit der Firma Nordurvegur genehmigt, so dass dem Bau grundsätzlich nichts im Wege steht.

Die Wetterbedingungen sind im Bereich von Kjölur allgemein nicht schlechter, als im Nordosten Islands. Dort durchquert seit langer Zeit ein Teil der Ringstrasse Ausläufer des Hochlandes. Man rechnet zwar mit etwas stärkeren Schneefällen als im Nordosten, möchte die neue Straße aber dennoch ganzjährig offen halten.

Die ersten konkreten Schritte bestehen für Nordurvegur nun darin, sich mit weiteren Kooperationspartner abzusprechen und eine Umweltverträglichkeitsstudie anzufertigen. Das Projekt ist mit Gesamtkosten in Höhe von rund 50 Millionen Euro veranschlagt und soll durch Mautgebühren finanziert werden.

Inzwischen regt sich auch Protest gegen das Projekt. Umweltschützer befürchten eine weitere Beeinträchtigung des Hochlandes und kritisieren, das Nordurvegur auch dann noch Maut kassieren darf, wenn die Baukosten gedeckt sind.

Leitzinsen bleiben unverändert (9.2.07)

Erwartungsgemäß hat die isländische Notenbank am Donnerstag den Leitzins auf dem bisherigen Niveau belassen. Wie die Notenbank mitteilte, bleibt der Zinssatz weiterhin bei 14,25%. Im Dezember wurden die Märkte noch von einer Zinserhöhung um 25 Basispunkte überrascht. Allerdings hat sich in Island das Wachstum etwas verringert und auch die Inflationsrate steigt weniger stark an, als in den letzten Monaten. Angesichts dessen denkt die Notenbank bereits darüber nach, die seit 2004 andauernde Hochzinsphase zu beenden und noch in diesem Jahr die Zinsen zu senken.

Weitere Wetterkapriolen (2.2.07)

In den Flüssen Hvítá und Stóra-Laxá im Süden Islands ist in den letzten Tagen eine große Menge Eis gebrochen. Riesige Eisschollen haben sich teilweise in den Flüssen ineinander verkantet und sorgen zusammen mit heftigen Regenfällen für Überschwemmungen. Vor allem Lachsangler machen sich Sorgen um den Bestand an Jungfischen.

Gleichzeitig meldet sich der "alte Feind Islands", das Packeis, in den Nordwestfjorden zurück. Der Dýrafjördur ist fast vollständig von Packeis blockiert und selbst alteingesessene Bewohner können sich nicht daran erinnern, jemals solche Eismassen im Fjord gesehen zu haben. Nach Meinung der Küstenwache wird der Zustand allerdings nicht lange anhalten, denn durch die relativ hohe Temperatur des Wassers schmilzt das Eis sehr schnell.

Der Winter 1967/1968 ist in die isländische Geschichte als der "Winter des Packeises" eingegangen. Damals kam es durch das Eis zu massiven Behinderungen im Schiffsverkehr und erheblichen Verlusten in der Fischereiwirtschaft. Früher wurden auch immer wieder Eisbären auf Eisschollen nach Island getrieben, der letzte Eisbär wurde 1988 auf Island geschossen.

Walfleisch unverkäuflich? (27.1.07)

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat kürzlich eine Mitteilung veröffentlicht, derzufolge isländisches Walfleisch in Japan nicht zu verkaufen ist. Laut Greenpeace wird Walfleisch in Japan wegen des günstigen Preises in Schulküchen verwendet und zu Hundefutter verarbeitet. Derzeit soll es in Japan einen Vorrat von 4.700 Tonnen Walfleisch geben. Greenpeace sieht sich in seiner Aussage vom Herbst bestätigt, das mit Walfleisch kein Geschäft zu machen sei und fordert erneut die sofortige Einstellung des Walfangs in Island.

Kristján Loftsson, Chef der isländischen Walfangfirma "Hvalur", macht eine andere Rechnung auf. Bei einem Vorrat von 4.700 Tonnen würden auf jeden Japaner gerade einmal 37 Gramm Walfleisch entfallen. Würde nur ein Fünftel der japanischen Bevölkerung einmal pro Jahr ein Walsteak von 200g essen, wären die Vorräte aufgebraucht. Er sieht durchaus gute Marktchancen für den Verkauf von Walfleisch in Japan.

Für einigen Wirbel sorgte eine von Greenpeace International veröffentlichte Meldung durch eine schlampige Übersetzung vor allem in der deutschsprachigen Presse. Greenpeace-Mitarbeiter haben kürzlich in Island eine Deponie entdeckt, auf der rund 170 Tonnen Walknochen und Innereien vergammeln. In der deutschsprachigen Presse wurde aus den Knochen und Innereien plötzlich Walfleisch und teilweise war sogar die Rede davon, das Walfleisch stamme aus den kommerziellen Fängen des Jahres 2006. Eine Erklärung dafür, wie aus zwei Finnwalen mit einem Gewicht von jeweils etwa 20 Tonnen plötzlich 170 Tonnen Walfleisch werden sollen, blieben die Zeitungen ihren Lesern allerdings schuldig.

Neues Zollabkommen mit der EU (20.1.07)

Island und die EU haben ein neues Zollabkommen vereinbart, dass eine Reduktion der Zölle auf Agrarprodukte vorsieht und zum 1. März in Kraft treten soll. Nach dem Abkommen ist es der EU erlaubt, 100 Tonnen Rindfleisch, 200 Tonnen Schweinefleisch und 200 Tonnen Geflügel zollfrei nach Island einzuführen. Im Gegenzug darf Island zukünftig 380 Tonnen Skyr, 350 Tonnen Butter, 120 Tonnen Wurstwaren und 1.350 Tonnen Lammfleisch zollfrei in die EU liefern.

In Island erhofft man sich sinkende Lebensmittelpreise durch das Abkommen. Außenministerin Valgerdur Sverrisdóttir verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass Lebensmittel in Island rund 62% teurer als in der EU sind. Auch für die isländische Landwirtschaft werden neue Chancen gesehen, typisch isländische Produkte in der EU bekannter zu machen und neue Absatzmärkte zu erschließen.

Winter kehrt zurück (13.1.07)

Auch in Island gab es kein weißes Weihnachtsfest, aber nun kehrt der Winter mit Macht zurück und hat in Reykjavik zahlreiche Unfälle verursacht, aber auch für gute Pistenverhältnisse in den Skigebieten gesorgt.

Alleine in Reykjavik kam es zu über 50 Verkehrsunfällen, wobei aber niemand ernsthaft verletzt wurde. Meteorologen sprechen von den stärksten Schneefällen im Hauptstadtgebiet seit 13 Jahren.

In Akureyri könnten die ergiebigen Schneefälle für einen neuen Rekord sorgen - das Skigebiet Hlídarfjall war in diesem Winter schon 40 Tage geöffnet und die Chancen stehen damit gut, den bisherigen Rekord von 134 Tagen zu brechen.

Auch in Isafjördur (Westfjorde) und in Seydisfjördur (Ostfhorde) sind die Skigebiete geöffnet. Nur rund um die Hauptstadt sind die Pisten noch geschlossen, sollen allerdings in den nächsten Tagen ebenfalls geöffnet werden. Zwar liegt eigentlich ausreichend Schnee, doch wurde er teilweise durch den starken Wind von den Pisten weggeblasen und es bedarf noch einiger Vorbereitungen bis zu Öffnung der Skigebiete in der Umgebung von Reykjavik.

Bevölkerungswachstum (9.1.07)

Die Bevölkerung in Island ist im Zeitraum vom 1. Dezember 2005 bis 1. Dezember 2006 stärker gewachsen, als in irgendeinem anderen europäischen Land. Am Stichtag 1. Dezember 2006 lebten 307.261 Menschen in Island, gegenüber dem Vorjahr ein Zuwachs von 2,6% oder 7.857 Bewohnern.

Durchschnittlich liegt das Bevölkerungswachstum in Europa nur bei etwa 0.2% pro Jahr mit sinkender Tendenz. Für das starke Wachstum in Island gibt es zwei Gründe: zum Einen sind binnen Jahresfrist 5.000 Menschen mehr nach Island eingewandert, als ausgewandert. Zum Anderen gab es 2.600 mehr Geburten als Todesfälle.

Der Ausländeranteil liegt derzeit bei etwa 6 Prozent. Im Gegensatz zu früheren Jahren war praktisch in allen Landesteilen ein Bevölkerungszuwachs zu verzeichnen. Einzige Ausnahme war das Gebiet der Westfjorde, dort ging die Bevölkerung um 1% zurück. In den Ostfjorden war mit 12% das stärkste Wachstum zu verzeichnen. Dies ist auf den Bau des Aluminiumwerkes und des Kárahnjúkar-Kraftwerkes zurückzuführen und führt auch immer wieder zu Problemen - der Ausländeranteil in den Ostfjorden liegt inzwischen bei 25%. Allerdings erwartet man nach Abschluß der Bauarbeiten eine deutliche Entspannung der Situation, da viele Arbeiter Island dann wieder verlassen werden.

Der Knaller des Jahres (3.1.07)

Silvester in Island ist immer etwas besonderes - vor allem wegen der Liebe der Isländer zum Feuerwerk. Nach Schätzungen wurden im Dezember 2006 rund 16 Millionen Euro für Feuerwerkskörper ausgegeben und am Silvestertag verpulvert - ein neuer Rekord. Knapp 1.000 Tonnen Feuerwerk wurden im letzten Jahr importiert, gegenüber 2005 eine Steigerung von 50%. Da bereits im Jahr 2005 die importierte Ware komplett verkauft wurde, hatte man sich entschlossen, 2006 weit mehr zu importieren. Die Rettungs- und Bergungsorganisationen, die in Island den Feuerwerksverkauf durchführen, rechneten bereits damit, auch 2006 die Ware komplett zu verkaufen. Über 90% der erzielten Verkaufsgewinne kommen in Island gemeinnützigen Organisationen wie der Bergwacht, Sportvereinen und Wohlfahrtsverbänden zugute - ein Modell, über das man vielleicht auch einmal in Deutschland nachdenken könnte, statt jedes Jahr mit großem Aufwand Aktionen wie "Brot statt Böller" zu propagieren...

Rauchverbot in Restaurants (26.12.06)

Das staatliche isländische Gesundheitsinstitut hat damit begonnen, Informationsbroschüren über das künftige Rauchverbot an Restaurants zu versenden. Ab 1. Juni 2007 ist das Rauchen in isländischen Restaurants nicht mehr erlaubt. Die Broschüre informiert Restaurantbesitzer u.a. über die Erfahrungen in anderen Ländern, die Auswirkungen auf das Geschäft und die Reaktionen der Besucher. Anfang 2007 startet das Institut eine breit angelegte Informationskampagne, um die Öffentlichkeit über die Auswirkungen des Rauchverbotes zu informieren.

Wirtschaftsinstitut empfiehlt Euro (23.12.06)

Ein aktuelle Studie des Instituts für Wirtschaft an der Universität von Island kommt zu dem Schluß, daß in Island der Euro die Krone ablösen sollte. Tryggvi Herbertsson, Chef des Instituts, begründete dies mit einem ungsunden Wirtschaftswachstum und problematischen Entscheidungen verschiedener großer isländischer Firmen. Die Studie habe gezeigt, dass die isländische Regierung nicht in der Lage sei, die Inflation und die wirtschaftliche Schieflage zu bekämpfen und die Bemühungen der isländischen Zentralbank nicht ausreichend unterstütze. Auch die Zentralbank wurde für ihre zögerlichen Reaktionen kritisiert. Herbertsson sagte, wenn es nicht möglich sei, ein normales Wirtschaftswachstum ohne große Inflation zu erreichen, könne die Einführung des Euro ein mögliche Lösung sein.

Island ohne Internet (21.12.06)

Seit einigen Tagen treten in Island erhebliche Probleme bei Internetverbindungen auf. Grund ist der Bruch eines Unterseekabels, das in einer Tiefe von rund 3.000m verläuft und Island sowohl mit dem europäischen, als auch mit dem amerikanischen Festland verbindet. Die Ursache für den Kabelbruch ist noch nicht bekannt, es wird allerdings befürchtet, dass die Reparatur Wochen, vielleicht sogar Monate dauern kann. Derzeit wird Island nur über ein Kabel ans Internet angebunden, das nach Schottland führt - Folge sind langsame Verbindungen und Verbindungsabbrüche. Unter den Folgen leiden nicht nur Firmen und Forschungseinrichtungen, sondern auch Privatanwender, ist doch Island das Land mit der höchsten Internet Anschlußdichte weltweit.

Unfälle in Kárahnjúkar (15.12.06)

Innerhalb von nur einer Woche haben sich auf der Baustelle des Kárahnjúkar-Dammes in Ostisland 26 Arbeitsunfälle ereignet. Beim schwersten Unglück wurden 3 Arbeiter verletzt, als zwei Züge in einem Tunnel kollidierten. Zwei der Männer mussten ins Krankenhaus von Akureyri gebracht werden. Zu dem Unglück kam es vermutlich, weil ein Zugführer ein Signal nicht beachtet hatte. Zudem war im Tunnel zum Unglückszeitpuntk die Sicht durch Wasserdampf stark eingeschränkt.

Erst vor kurzem wurden mehrere Arbeiter verletzt, als Betonbrocken von der Tunneldecke stürzten und Felsen auf eine Arbeitsplattform fielen. Ein weiterer Mann stürzte über 50m in die Tiefe. Ingesamt kamen seit Baubeginn im Oktover 2002 vier Menschen bei Arbeitsunfällen auf der Baustelle ums Leben.

Wetter extrem (8.12.06)

Das Wetter hat im November in Island völlig verrückt gespielt. Der Meteorologe Sigurdur Ragnarsson erklärte gegenüber der Tageszeitung Fréttabladid, dass es außergewöhnlich viele Stürme gegeben habe und der Kälteeinbruch Mitte November sehr ungewöhlich gewesen sei. In Reykjavik wurde die tiefste Temperatur im November mit -13,6°C, in Akureyri mit -15,2°C gemessen - trotzdem lag die Durchschnittstemperatur in Reykjavik 0,6°C über dem langjährigen Mittel. Die heftigsten Stürme wütetem am 5. Novmber, als die Windgeschwindigkeit in Ostisland fast 45 Meter pro Sekunde betrug, in Böen sogar über 56 Meter pro Sekunde. Am 20. November kam es zu einem heftigen Wintereinbrauch in Reykjavik. Die Einwohner der Hauptstadt wurden am Morgen von einer dicken Schneedecke überrascht und es kam zu zahlreichen Verkehrsunfällen.

Steigende Alkoholpreise (2.12.06)

Der isländische Finanzminister Árni Mathiesen hat einen Gesetzentwurf vorgestellt, der im kommenden Jahr zu einer Senkung der Lebensmittelpreise führen soll - die Preise für Alkohol sollen allerdings steigen. Geplant ist eine Senkung der Mehrwertsteuer für Lebensmittel auf 7%, davon wären auch alkoholische Getränke betroffen. Dies würde allerdings zu Mindereinnahmen von fast 11 Millionen Euro für den Staat führen. Die Regierung hat deshalb beschlossen, die Preise für alkoholische Getränke anzuheben - bis zu 17% höhere Preise sind für einzelne Marken im Gespräch. Die Gesetzesvorlage muss zwar noch vom Parlament abgesegnet werden, dies gilt aber als relativ sicher.

Überschwemmung durch Eismatsch (25.11.06)

Der Gletscherfluß Jökulsá á Fjöllum in Nordostisland hat sich durch Eismatsch aufgestaut und einen Damm durchbrochen. Es kam im Gebiet von Kelduhverfi zu großflächigen Überschwemmungen. Die letzte derartige Überschwemmung ereignete sich im Jahr 1990. Damals war der Damm noch niedriger. Es kam zwar früher zu einer Überflutung, aber wegen des höheren Wasserstandes hinter dem neuen Damm sind die Auswirkungen bei der aktuellen Überschwemmung gravierender. Sollten die Temperaturen weiter so niedrig bleiben, befürchten Experten eine Verschlimmerung der Lage durch weitere Eisblöcke, die zu einer zusätzlichen Blockierung im Fluß führen.

Arbeitslosenzahl auf Tiefstand (18.11.06)

Die Zahl der Arbeitslosen hat nach der neuesten Statistik in Island den tiefsten Stand seit dem Jahr 2000 erreicht. Sowohl im September, als auch im Oktober lag die Arbeitslosenquote bei einem Prozent. Im Oktober waren nur 1.645 Arbeitslose gemeldet. Wie die isländische Arbeitsverwaltung in ihrem aktuellen Bericht ausführt, sank vor allem die Zahl arbeitsloser Frauen, während außerhalb des Großraumes Reykjavik die Arbeitslosenzahl leicht anstieg. Auch unter den Männern im Hauptstadtgebiet war ein leichter Ansteig zu verzeichnen. Für November rechnet man allgemein mit einem leichten Anstieg der Arbeitslosenquote auf etwa 1,3%.

Über 7.000 Gastarbeiter in Island (10.11.06)

Das isländische Arbeitsamt hat seit 1. Mai 2006 insgesamt 3.327 Gastarbeiter aus den EU-Ländern registriert. Seit diesem Zeitpunkt dürfen alle EU-Bürger praktisch ohne Einschränkungen in Island arbeiten. Wie das Amt mitteilte, wurden 2.447 Personen erstmals registriert. Man geht aber aufgrund der Anzahl der vom Statistikamt vergebenen Personenkennziffern davon aus, daß noch rund 2.000 Verfahren in Bearbeitung sind. Im letzten Jahr lag die Zahl des registrierten ausländischen Arbeitnehmer bei 2.765. Vor allem aus den neuen EU-Staaten Polen, Lettland, Litauen, Estland, Ungarn, der Tschechischen Republik, Slowenien und der Slowakei war der Zustrom an Arbeitskräften deutlich größer, als erwartet. Gissur Pétursson, Direktor des Arbeitsamtes, drängt darauf, gerade für diese Gruppe verstärkt Isländischkurse vorzusehen, um Probleme zu vermeiden.

Hildur Dungal, Direktorin der Einwanderungsbehörde, hält derweil den Zeitpunkt für gekommen, strengere Regeln für die Zuwanderung aus Ländern von außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraumes einzuführen. Auch sie unterstützt die Forderung nach Sprachkursen für Bürger anderer Länder, die sich längere Zeit in Island aufhalten wollen.

Island überdenkt Walfang (3.11.06)

Nach einer Meldung der dpa werden in Island erste Überlegungen laut, den kürzlich aufgenommenen kommerziellen Walfang wieder einzustellen. Der Walfang-Kommissar Stefan Asmundsson teilte in Reykjavik mit, daß es Probleme beim Absatz des Walfleisches gebe. In Island hatte man gehofft, einen großen Teil des Walfleisches nach Japan verkaufen zu können, doch scheint das Interesse Japans an isländischem Walfleisch eher gering zu sein. Derzeit laufen allerdings noch Verhandlungen über den Export nach Asien. Wie Asmundsson mitteilte, betrachte man den Walfang nach ganz normalen marktwirtschaftlichen Regeln. Inzwischen sind schon sieben der neun zum Fang freigegebenen Finnwale erlegt und verarbeitet, Island könnte also auch kurzfristig nach Japan liefern.

Die Entscheidung, den kommerziellen Walfang wieder aufzunehmen, scheint sich wie befürchtet auf die isländische Tourismusbranche auszuwirken. Der britische Veranstalter "Discover the World" spricht von einem Buchungsrückgang von rund 25% und auch andere Veranstalter verzeichnen zumindest einen leichten Rückgang im Vergleich zum Vorjahr. Vor allem die Anbieter von Walbeobachtunsgfahrten in Island befürchten einen Rückgang der Besucherzahlen und damit eine Schwächung ihrer Position im Kampf gegen den Walfang.

Die ersten Wale gefangen (27.10.06)

Am letzten Samstag wurde vor der Küste der Halbinsel Snaefellsnes der erste Finnwal vom Fangboot Hvalur 9 geschossen. Nach Angaben des Kapitäns war der Wal sofort nach dem ersten Harpunenschuss tot. Das Walfleisch (etwa 20 Tonnen) soll nach Japan verkauft werden. Die japanische Botschaft in Norwegen, die auch für Island zuständig ist, hat allerdings einem Medienbericht zufolge angedeutet, dass in Japan kein großes Interesse an dem Fleisch besteht, da das Land über genügend Vorräte verfügt und keine zusätzliche Nachfrage zu erwarten ist.

Kurz nachdem Havlur 9 das Tier an der Fangstation im Walfjord abgeliefert hatte, stach es wieder in See und bereits am Dienstag wurde ein zweiter Finnwal zur Verarbeitung an Land gebracht. Während international die Wiederaufnahme des Walfangs in Island kritisiert wird und darauf hingewiesen wird, dass der Finnwal vom Aussterben bedroht sei, betonte ein Mitarbeiter des isländische Meeresforschungsinstituts, dass der Bestand an Finnwalen in Islands Gewässern (rund 25.000) nicht gefährdet ist.

Die Tourismusbranche befürchtet indes einen Besucherrückgang. Heimir Hardarson, Marketing Direktor der Whalewatching-Agentur Nordursigling in Husavik, hat bereits die ersten Buchungsabsagen erhalten. Dies ist allerdings wenig verständlich, denn durch die Absage von Walbeobachtungstouren werden nicht die Walfangbefürworter, sondern die Walfanggegner in Island geschwächt.

Nach Meinung des Verbandes der Isländischen Fischereischiffbesitzer wird sich Walfang auf jeden Fall rentieren, egal, ob das Walfleisch verkauft werden kann oder nicht. Der Wal ist von den gleichen Nahrungsquellen abhängig wie viele wirtschaftlich genutzte Fischarten. Aktuelle Zahlen des Verbandes sprechen von einem jährlichen Verlust in Höhe von über 100 Millionen Euro durch die Nahrungskonkurrenz.

Island nimmt kommerziellen Walfang wieder auf (18.10.06)

Der isländische Fischereiminister Einar Gudfinnsson kündigte gestern im Parlament das Ende des seit 17 Jahren bestehenden Walfangverbotes in Island an. Die Entscheidung wird von der gesamten Regierung getragen und beruht auf einem Beschluß, der ab der Fangsaison 2006/2007 eine nachhaltige Nutzung der Walbestände vorsieht. Das Fischereiministerium hat neun Finnwale und 30 Zwergwale zum Fang freigegeben. Die Quote liegt damit deutlich unter den 400 Zwergwalen und 200 Finnwalen, die nach Meninung des isländischen Meeresforschungsinstituts freigegeben werden könnten.

Nach Schätzungen der Internationalen Walfangkommission gibt es im Nordatlantik derzeit einen Bestand von 25.800 Finnwalen und 43.600 Zwergwalen. Die Fangquote würde, bezogen auf diese Zahlen, bei 0,2% des Zwergwalbestandes und 0,04% des Finnwalbestandes liegen und die Arten nicht gefährden.

Viele Beobachter befürchten allerdings einen Imageschaden, wenn Island den kommerziellen Walfang tatsächlich wieder aufnimmt. Das Walfleisch soll zum größten Teil in Island selbst verwertet werden, ein kleiner Teil wird vielleicht auch exportiert.

Biomasse in Island (13.10.06)

Auch in Island soll jetzt durch den Einsatz von Biomasse der Verbrauch an Benzin reduziert werden. Hierzu soll Ethanol mit Benzin gemischt werden. Die isländische Biomassegenossenschaft erarbeitet derzeit eine Prognose, mit der die Wirtchaftlichkeit von zwei Biomasseanlagen abgeschätzt werden soll. Im Norden und Süden Islands soll jeweils eine Anlage errichtet werden. Wenn der Zeitpaln eingehalten wird, soll in beiden Anlagen ab 2010 Ethanol produziert werden, als Rohstoff kommt Gras zum Einsatz.

Abzug der USA abgeschlossen (6.10.06)

Nach 65 Jahren haben die USA ihre Präsenz auf Island beendet. Die letzten 30 Marineangehörigen der USA haben die Insel verlassen und der Stützpunkt wurde offiziell an Island übergeben. Das NATO-Land Island verfügt über keine eigene Armee und muss in Zukunft ohne die ständige Präsenz von Verteidigungskräften auskommen.

Der US-Stützpunkt in Keflavik wurde in den letzten Monaten Stück für Stück aufgelöst, rund 1.500 Angehörige der Streitkräfte sowie Abfangjäger und Hubschrauber wurden abgezogen. Wie die Unterkünfte und andere Infrastruktureinrichtungen zukünftig genutzt werden, ist derzeit noch unklar - zumal nach Medienberichten der Boden der Militärbasis mit toxischen Rückständen verseucht ist und für die Sanierung Kosten in Höhe von über 50 Millionen Euro veranschlagt sind.

Blackout in Island (3.10.06)

Am 29. September gingen in Island die Lichter aus - allerdings war das so gewollt. Zum Beginn eines Filmfestivals wurden in Reykjavik und anderen Städten Islands die Licher für eine halbe Stunde ausgeschaltet, um den Menschen die Möglichkeit zu geben, die größte Leinwand der Welt, den Nachthimmel, ungestört von künstlichen Lichtquellen beobachten zu können. Parallel dazu wurden im Rundfunk von einem Astronomen die sichtbaren Sternbilder erläutert. Die Aktion war ein voller Erfolg, tausende Einwohner von Reykjavik strömten auf die Straßen und richteten den Blick zum Himmel. Einzig die Tatsache, dass der Himmel nicht völlig wolkenfrei war, trübte das Vergnügen ein wenig.

Fischfang profitabel (29.9.06)

Der Gesamtwert der Fänge der isländischen Fischereiflotte lag im ersten Halbjahr 2006 bei etwa 500 Millionen Euro. Im gleichen Vorjahreszeitraum hat die isländische Fischereiindustrie rund 465 Millionen Euro erwirtschaftet. Die Steigerung im ersten Halbjahr 2006 gegenüber dem Vorjahr liegt damit bei über 7%. Insbesondere Grundfische trugen zu dem Ergebnis bei (18% Steigerung), ebenso der Seelachs (plus 64%) und Schellfisch (plus 20%).

Sugarcubes wieder auf der Bühne (23.9.06)

Die isländische Musikgruppe "The Sugarcubes" wird am 17. November für einen Abend wieder auf der Bühne stehen. Anlaß ist ein Konzert in Reykjavik, mit dem an die Veröffentlichung der Single "Birthday" vor 20 Jahren erinnert wird. Die Single eroberte die britischen Charts damals im Sturm und machte die Band weltweit bekannt. Die Sängerin Björk hat ihren Erfolg nicht zuletzt der Single zu verdanken. Das Konzert am 17. November wäre der erste gemeinsame Auftritt aller Bandmitglieder seit 1992.

Zinsatz auf Rekordniveau (16.9.06)

"Der Standard" berichtet in seiner Ausgabe vom 14. September über eine erneute Erhöhung der Leitzinsen in Island. Am gestrigen Donnerstag wurde der Zinssatz von der isländischen Notenbank auf 14 Prozent angehoben. Die letzte Erhöhung auf 13,5 Prozent fand erst im Augsut statt. Durch die Zinserhöhung versucht die Notenbank, die überhitzte isländische Wirtschaft und die damit verbundene steigende Inflation in den Griff zu bekommen. Innerhalb von nur zwei Jahren wurde der Leitzins nun bereits siebzehnmal erhöht. An den Finanzmärkten wurde die Nachricht allerdings gelassen aufgenommen, Analysten hatten bereits damit gerechnet.

Staudamm auf wackligen Beinen (11.9.06)

Europas höchster Staudamm, der isländische Kárahnjúkar-Damm, steht auf wackeligen Beinen: in einem Gebiet mit hohem Erdbebenrisiko. Der Regierung in Reykjavík war das Problem zwar durchaus rechtzeitig bekannt. Dem Parlament enthielt sie diese Information jedoch wohlweislich vor, als dieses den Bau abzusegnen hatte.

Der 190 Meter hohe Damm im Osten des Landes ist mittlerweile fast fertiggestellt. Nach jetzigen Plänen soll noch in diesem Monat mit dem Füllen des Stausees begonnen werden. Der Riesenbau in einem der letzten unberührten Naturgebiete Europas dient ausschließlich der Versorgung eines Aluminiumschmelzwerks des US-amerikanischen Alcoa-Konzerns mit Billigstrom.

Der für die genehmigung verantwortliche damalige Industrie- und jetzige Außenministerin Valgersur Sverrisdóttir war vor der entscheidenden Abstimmung im Parlament eine Alarmmeldung auf den Tisch gekommen, die sie aber lieber für sich behielt: Im fraglichen Gebiet hatte es noch nach der letzten Eiszeit vulkanische Aktivitäten gegeben. Die gesamte Zone gilt damit als Erdbebenrisikogebiet. Dies war nicht einmal dem Bauherrn bekannt, dem teilweise staatlichen Elektrizitätsunternehmen Landsvirkjun, als er die Investition beschloss. Doch merkte man bei Landsvirkjun schnell, dass irgendetwas nicht stimmte. Bei den Bauarbeiten wurden immer neue Felsspalten entdeckt, in die man große Mengen Zement pumpen musste, um den Boden des künftigen Staubeckens einigermaßen abzudichten.

(taz vom 4.9.2006, S. 8, 110 Z. (TAZ-Bericht), REINHARD WOLFF - gekürzt)

Infaltionsrate bei 8,1% (25.8.06)

Die Preise sind für die isländischen Verbraucher in den letzten 12 Monaten um 8.6 Prozent gestiegen, in den letzten zwei Monaten um 2 Prozent. Diese Zahlen wurden kürzlich vom isländischen Statistikamt veröffentlicht. Die Inflationsrate liegt über einen Zeitraum von 12 Monaten betrachtet bei 8,1 Prozent - ein Wert, der von den isländischen Banken bereits vorhergesagt wurde und in das Gesamtbild einer überhitzten Wirtschaft passt. Der Wechselkurs der Krone hat sich inzwischen wieder stabilisiert und liegt seit einigen Wochen bei rund 90 Kronen für einen Euro.

Gefängnisse überfüllt (18.8.06)

Kürzlich musste die isländische Justizverwaltung die Aufnahme eines neuen Gefangenen gegenüber der Polizei ablehnen, weil alle isländischen Gefängnisse voll belegt sind. Wie der Fernsehsender RUV berichtete, war dies vor über 20 Jahren zum letztenmal der Fall. Die Situation in den isländischen Gefängnissen war in letzter Zeit wiederholt in der öffentlichen Diskussion. Neben dem Platzmangel wurde vor allem das Fehlen von Resozialisierungsmaßnahmen kritisiert, die nach Meinung von fachleuten vor allem für Kriminelle im Drogen- und Alkoholbereich wichtig wären.

Kommt der Euro? (11.8.06)

Nicht zuletzt aufgrund der turbulenten Wechselkursentwicklung der isländischen Krone diskutiert man derzeit in Island die Möglichkeit einer Einführung des Euro ohne gleichzeitigen Beitritt zur Europäischen Union. Das teilte die isländische Außenministerin Valgerdur Sverrisdottir am Dienstag bei einer Pressekonferenz mit ihrem finnischen Amtskollegen Erkki Tuomioja in Helsinki mit. Der Ministerin zufolge wurden entsprechende Überlegungen vor allem von der isländischen Wirtschaft vorgebracht.

Island gehört zwar nicht zur EU, ist aber Mitglied im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) und gehört dem Schengener Abkommen an. Ein EU-Beitrittsansuchen Islands wurde von der derzeitigen Mitte-Rechtskoalition in Reykjavik für die Dauer der Legislaturperiode allerdings ausgeschlossen. Ob die Einführung des Euro ohne Mitgliedschaft in der EU möglich ist, wird von vielen Fachleuten bezweifelt.

Kalter Sommer in Island (1.8.06)

Der ungewöhnlich kalte und nasse isländische Sommer 2006 führt in der Landwirtschaft zu erheblichen Ernteverzögerungen. Gemüse aus Südisland wird erst einige Wochen später als sonst auf den Markt kommen, teilweise mussten die Bauern die angebauten Pflanzen sogar vernichten, weil wegen des weichen Untergrundes eine Anwendung von Pflanzenschutzmitteln nicht möglich war. Die Landwirte in der südwestlichen Tiefebene können sich nicht daran erinnern, jemals derart schlechte Verhältnisse gehabt zu haben.

Sigurdur Pálsson, der vor allem Kartoffeln anbaut, erwartet ebenfalls eine Verschiebung der Ernte um einige Wochen. Weniger betroffen sind die Gewächshauskulturen, da die fehlende Sonne teilweise durch Kunstlicht ersetzt werden kann. Selbst die Heuernte verzögert sich an vielen Orten und manche Landwirte mussten zusätzlichen Dünger ausbringen, um Heu in ausreichender Qualität produzieren zu können.

Hohe Inflation (25.7.06)

Nach dem aktuellen HIPC-Index der EU liegt die Inflation in Island in den letzten 12 Monaten bei 5,7%. Die durchschnittliche Inflationsrate in den Ländern des europäischen Wirtschaftsraumes EEA lag im gleichen Zeitraum nur bei 2,5%. Island hat damit nach Litauen die zweithöchste Inflationsrate im Europäischen Wirtschaftsraum. Finnland und Polen liegen mit nur 1,5% am anderen Ende des Spektrums. Die Entwicklung in Island geht mit einem starken Wirtschaftswachstum und einem Verfall der Krone einher.

Iceland Deep Drilling Project (14.7.06)

Reykjanesskagi heißt übersetzt "rauchende Halbinsel" - und die Landzunge an Islands Südwestspitze macht ihrem Namen alle Ehre: Aus den schier endlosen Lavafeldern dampft und zischt es ohne Pause. Schwefelfahnen qualmen aus Hunderten von Bodenritzen, es stinkt nach faulen Eiern. "Das ist unser Gold", sagt Gudmundur Omar Fridleifsson, "hier unter der Erde liegen noch unglaubliche Potenziale."

Bis zu 5000 Meter tief will der Leiter des Iceland Deep Drilling Project in diesem und im kommenden Jahr in die Erde bohren, um einen bislang unerschlossenen Schatz zu heben: superkritische Fluide - Wasser, das sich bei einem Druck von 220 Bar auf 400 bis 600 Grad aufgeheizt hat. Unter solchen extremen Bedingungen verschwindet die Grenze zwischen Flüssigkeit und Dampf; das Wasser bekommt neue Eigenschaften. Wer dieses Fluid fördere, könne damit zehnmal mehr saubere Energie erzeugen als mit herkömmlichen Erdwärme-Kraftwerken, sagt Albert Albertsson, Chef des regionalen Stromversorgers Sudurnes. Fridleifsson selbst setzt noch einen drauf: "Wenn dieses Projekt gelingt, könnte es die Gewinnung erneuerbarer Energien revolutionieren."

Es gibt genug Geldgeber, die darauf vertrauen, dass sich hinter solchen Sätzen mehr als nur 400 bis 600 Grad heiße Luft verbirgt. 20 Mio. $ hat Fridleifsson schon eingesammelt; neben der US National Science Foundation finanzieren auch die staatliche isländische Energiebehörde und drei einheimische Stromkonzerne das spektakuläre Projekt.

Quelle:

Aus der FTD vom 23.06.2006

© 2006 Financial Times Deutschland

www.ftd.de

Neue Umweltschutzorganisation gegründet (6.7.06)

Am isländischen Nationalfeiertag wurde wurde die Umweltschutzorganisation "Framtídarlandid" ("Zukunftsland") gegründet. Nach einem Bericht des Fernsehsenders RUV waren bei der Gründungsversammlung in der Austurbaer-Halle hunderte Menschen anwesend. Ziel der Organisation ist es, ein Forum für alle zu schaffen, die Zweifel an den Plänen der Regierung für die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung des Landes haben. María Ellingsen, Mitglied des Vorstandes: "Wir möchten Ideen unterstützen, die Islands Entwicklung nicht auf eine einzige Alernative einschränken, die alle anderen Entwicklungsmöglichkeiten blockiert. Wir glauben, daß die Ansiedlung weiterer Schwerindustrie die Entwicklung in eine Richtung lenken kann, die dem Land langfristig eher schadet als nutzt."

Gute Fänge im Mai (1.7.06)

Die Gesamtfangmenge der isländischen Fischereiflotte im Mai ist gegenüber dem Vorjahresmonst um 15% gestiegen. Dies geht aus einer aktuellen Pressemitteilung des isländischen Statistikamtes hervor. Ingesamt wurden im Mai 176.000 Tonnen Fisch gefangen, im Vorjahr waren es nur 141.000 Tonnen. Die besseren Ergebnisse im Mai gleichen aber den Rückgang der Fänge in den ersten vier Monaten des Jahres nicht aus: während die Gesamtfangmenge in den ersten fünf Monaten des Jjahres 2005 bei über einer Million Tonnen lag, waren es im Vergleichszeitraum diesen Jahres nur rund 650.000 Tonnen. Vor allem bei der Lodde waren die Fangmengen in diesem Jahr deutlich geringer.

Was zu beweisen war... (28.6.06)

Viele haben es schon vermutet, nun ist es von offizieller Seite bestätigt: nach neuen Statistiken des Norwegischen und des Europäischen Statistikamtes ist Island weltweit das Land mit den höchsten Lebenshaltungskosten und damit das "teuerste" Land. Laut Eurostat steht Island allerdings bei den pro Kopf Einkommen nur auf Platz 5, den ersten Platz belegt Luxemburg.

Bauen mit den Elfen (24.06.06)

Auch wer als Ausländer an einem Architektenwettbewerb in Island teilnimmt, sollte wissen, daß es dort Elfen und Trolle gibt und eine Regierungsbeauftragte, die bei Bauvorhaben auf deren Rechte achtet. Das Frankfurter Architekturbüro "Franken-Architekten" hat als wichtigen Bezugspuntk für seinen Entwurf des neuen Regierungsviertels in Reykjavik einen Trollfelsen gewählt und den Wettbewerb gewonnen. Ihre Bauten für drei Ministerien haben die Architekten durch "Fels"-Spalten gegliedert, die den typischen isländischen Elementen Wasser, Felsen und Bäumen zugeordnet wurden.

Die Erschliessung der Gebäude erfolgt über ein gemeinsames Foyer, das an den Luftraum der östlichen Spalte angebunden ist. Von dort verteilen sich die Besucher zum Ministerblock und zu den Bürozonen. Auf der Rückseite der Foyerspalte liegt das gemeinsam genutzte Café. Die Ministerien sind horizontal über die vier Gebäudeteile hinweg in jeweils einer Ebene organisiert.

Momentan sind die Ministerien auf mehrere Gebäuden über Reykjavik verteilt. In Zukunft sollen sie mit Ausnahme des Premier- und Aussenministeriums in einem Viertel konzentriert werden. Bereits im November 2001 verabschiedete die Stadtverwaltung von Reykjavik den Rahmenplan für das neue Regierungsviertel.

Geir Haarde neuer Premierminister (15.06.06)

Unter der Führung von Geir Haarde hat sich in Island eine neue Regierungsmannschaft geformt. Nachdem sich der bisherige Premierminister Halldór Ásgrímsson wegen des Ausgangs der Kommunalwahlen aus der Politik zurückgezogen hat, war eine Regierungsneubildung notwendig geworden.

Geir Haarde wurde im Herbst 2005 zum Vorsitzenden der Unabhängigkeitspartei gewählt. Der 1951 geborene Haarde ist bereits seit 1987 Mitglied des isländischen Parlaments und wurde 1998 zum Finanzminister berufen.

Im Zuge der Regierungsneubildung hat die Unabhängigkeitspartei einen Ministerposten verloren. Die bisherige Umweltministerin Sigrídur Anna Thórdardóttir wird durch Jónína Bjartmarz von der Fortschrittspartei ersetzt. Zum neuen Handelsminister wurde Jón Sigurdsson ernannt. Er nimmt damit den Platz von Valgerdur Sverrisdóttir ein, die in das Außenministerium wechselt. Magnús Stefánsson ist neuer Sozialminister. Er übernimmt das Amt von Jón Kristjánsson, der sein Amt niedergelegt hat.

Die Fortschrittspartei ist nun mit drei weiblichen und drei männlichen Ministern in der Regierung vertreten, die Unabhängigkeitspartei mit fünf Ministern und einer Ministerin.

Wasser aus Island (03.06.06)

Auf der Halbinsel Snæfellsnes soll in der Ortschaft Rif eine neue Abfüllanlage für Trinkwasser errichtet werden. Die Firma Islind will damit 48 neuen Arbeitsplätze schaffen und ist überzeugt, über das beste Wasser des ganzen Landes zu verfügen. Die Produktion soll bereits im ersten Quartal des Jahres 2007 aufgenommen werden und man plant einen Ausbau der Kapazitäten und die Schaffung weiterer Arbeitsplätze.

Kälteeinbruch tötet Jungvögel (26.05.06)

Während die Vogelgrippe in Island kein Thema war, hat ein Kälteeinbruch in den letzten Tagen viele bereits geschlüpfte Jungvögel das Leben gekostet. Auf der Suche nach Futter mussten die Altvögel oft für längere Zeit das Nest verlassen, die Nestlinge starben während dieser Zeit an Unterkühlung. Insbesondere im Nordosten des Landes waren waren Regenpfeifer, Brachvogel, Rotdrossel, Pieper und Bekassine betroffen. Größere Raubvögel und Aasfresser wie Skuas und Raben profitieren indes von der kalten Witterung, da die verendeten Jungvögel den Tisch für sie und ihre Jungen reichlich decken. Die Temperaturen lagen in den letzten Tagen um den Gefrierpunkt. In den kommenden Tagen werden zwar höhere Temperaturen erwartet, es soll aber weiterhin regnerisch und windig sein.

Amerikaner ziehen ab (20.05.06)

Die USA haben schon vor längerer Zeit den Abzug Ihrer Truppen aus Island angekündigt, nun scheint es ernst zu werden, denn als Termin für den Abzug wurde der September 2006 genannt. Island ist zwar Mitglied der NATO und spielte während des kalten Krieges eine sehr wichtige Rolle als Versorgungs- und Beobachtungsbasis mitten im Nordatlantik, hat aber dennoch keine eigene Armee. Die USA hatten sich deshalb vertraglich verpflichtet, die Verteidigung Islands zu übernehmen. Waren während des kalten Krieges wegen der strategischen Bedeutung Islands zeitweise zehntausende Amerikaner dort stationiert, hat die amerikanische Regierung im März die Präsenz aus Kostengründen ohne Rücksprache mit den Isländern gestrichen. Auf der Militärbasis Keflavik am internationalen Flughafen sind derzeit noch 1.200 Soldaten der Schutzmacht mit 4 F-15 Kampfjets und einer Hubschrauberstaffel stationiert.

Der isländische Außenminister Geir Haarde, ein treuer Verbündeter der USA, bemüht sich, den vollständigen Abzug des amerikanischen Truppenkontingents zu verhindern. Präsident Ólafur Ragnar Grímsson sieht in dem einseitig von US-Präsident George W. Bush verkündeten Abzug einen weiteren Beweis für die Arroganz der Macht in Washington. Ministerpräsident Halldór Ásgrímsson von der liberalen Fortschrittspartei setzt sich hingegen für eine weitere Annäherung Islands an die EU ein. Er meint, wenn die USA sich sicherheitspolitisch nicht mehr beim Nato-Verbündeten ohne eigenes Militär engagieren wollen, müsse man sich eben nach anderen umsehen. Seine Partei bezeichnete das Verhalten der USA als "rücksichtslos und brutal". Andere verwiesen darauf, dass europäische Nato-Länder ja auch den kleinen baltischen Staaten bei der Überwachung des Luftraumes helfen.

Alcan sichert sich Strom (12.05.06)

Die Firma Alacan gab kürzlich bekannt, dass sie 40 Prozent der für den geplanten Ausbau ihres Aluwerks nahe Reykjavik benötigten Stroms sichergestellt hat. Ein entsprchender mit "Reykjavik Energy" abgeschlossener Vertrag sieht vor, dass Alcan ab 2010 über einen Zeitraum von 25 Jahren 200 MW Strom aus geothermaler Produktion abnimmt. Cynthia Carroll, Präsidentin der Primary Metal Group von Alcan, sagte im Rahmen der Vertragsunterzeichnung: "Das heutige Abkommen unterstreicht erneut die bedeutende Rolle, die Island in Alcans Primärmetall-Strategie spielt und stellt einen wichtigen Schritt dar, die für den eventuellen Ausbau von ISAL notwendige Energie sicherzustellen; eine Energie, die sauber und erneuerbar ist", fügte sie hinzu.

Die restlichen 60% der benötigten Energei soll das nationale Energieunternehmen Landsvirkjun liefern. Derzeit verfügt die Aluminiumfabrik mit rund 470 Beschäftigten über eine Jahreskapazität von 180.000 Tonnen, nach dem vorgesehenen Ausbau sollen es 280.000 Tonnen sein.

Island bei Breitband Spitze (06.05.06)

Einer kürzlich von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) veröffentlichten Statistik zufolge hat Island im Dezember 2005 Südkorea bei der Breitband-Anschlußdichte überholt. 78.017 Isländer oder 26,7 Prozent der Bevölkerung Islands hatten demnach im Dezember 2005 einen Breitband-Internetanschluss. Der langjährigen Spitzenreiter Südkorea wurde mit 25,4 Prozent Penetrationsrate auf den zweiten Platz verdrängt. An dritter und vierter Stelle folgen die Niederlande mit 25,3 und Dänemark mit 25 Prozent Versorgungsgrad. Deutschland steht derzeit mit 13 Prozent auf Platz 18.

Kontrollierter Tourismus (28.04.06)

Die Tageszeitung Morgunbladid berichtete kürzlich, daß sich die Zahl der Touristen in Island innerhalb der nächsten 15 Jahre verdreifachen könnte. Vom Standpunkt der Tourismuswirtschaft aus betrachtet, sei diese Entwicklung positiv zu sehen, ob allerdings die Folgen für Gesellschaft und Umwelt auch nur positiv zu sehen sind, wird in dem Artikel bezweifelt.

Akueller Anlaß für den Bericht war eine von der Isländischen Tourismuswirtschaft organisierte Konferenz über den Tourismus in der Hochlandregion von Landmannalaugar. Dort sind die Folgen des zunehmenden Tourismus in der Natur bereits deutlich erkennbar und einer Studie zufolge gibt es bereits Reisende, die das Gebiet deshalb meiden. Nach einhelliger Meinung der Konferenzteilnehmer zeigt das Beispiel, welche Auswirkungen eine weitgehend ungeplante Entwicklung des Tourismus im Hochland haben könnte.

Inzwischen gibt es Überlegungen, Hütten und andere touristische Einrichtungen deutlich weiter entfernt von den heißen Quellen in Landmannalaugar neu aufzubauen. Die Überlegungen fordern auch einen Gesamtentwicklungsplan für die weitere Erschließung des Hochlandes. Ein Vorschlag sieht vor, die Randbreiche des Hochlandes besser zu erschließen und sie als Ausgangsbasis für Ausflüge ins zentrale Hochland zu nutzen. Damit könnten einerseits weite Teile des Hochlandes auch zukünftig in ihrer heutigen Form erhalten und gleichzeitig die Randregionen entwickelt werden.

Der Artikel im Morgunbladid schließt mit folgenden Worten:

"Die unberührte Natur Islands ist das Hauptverkaufsargument für Firmen, die Gäste nach Island bringen wollen. Wenn aber normale Straßen im Hochland gebaut werden sollen und Servicecenter mit Tankstellen, Kiosk und großen Parkfläschen entstehen, wenn außerdem LKWs mit Waren durch das Hochland donnern, die zur Versorgung der Touristen notwendig sind, dann wird irgendwann nicht mehr viel von der Ursprünglichhkeit vorhanden sein. Das Produkt, das wir verkaufen wollen, wird zerstört sein und damit das Erbe, dass wir unseren Nachkommen hinterlassen könnten."

Skaftá führt Hochwasser (23.4.06)

Der Gletscherfluß Skaftá südlich des des Vatnajökull führt derzeit Hochwasser. Vom Zivilschutzamt wurde eine Warnung herausgegeben, weil die Schwefelwasserstoffbelastung der Luft entlang des Flusses an einigen Stellen gefährlich hoch ist. Man kann das Gas zwar zunächst riechen, wird aber die Konzentration zu hoch, nimmt man den Geruch nach faulen Eiern nicht mehr wahr und kann sich vergiften. Der Gletscherlauf der Skaftá war von Fachleuten erwartet worden und dürfte in wenigen Tagen wieder vorbei sein.

Krone im freien Fall? (21.04.06)

Vor einigen Wochen begann die für die isländische Wirtschaft unheilvolle Entwicklung und nun scheint es, als hätte sich der Trend verfestigt: die Krone kennt weiterhin nur einen Weg, nämlich bergab. Heute fiel der Kurs wieder auf einen neuen Tiefstand, für einen Euro mussten 96,42 Kronen bezahlt werden. Ein Ende des Wertverlustes ist derzeit nicht absehbar, zumal die Danske Bank in einer neuen Meldung einen Wechselkurs von 110 Kronen für einen Euro innerhalb der nächsten 12 Monate voraussagt.

Über diese Meldung der Danske Bank ist unterdessen ein heftiger Streit entbrannt. Die isländische Bank Glitnir (früher Islandsbanki) wirft der dänischen Bank vor, sie tue alles, um die isländische Wirtschaft in einem möglichst schlechten Licht erscheinen zu lassen. Auch die KB-Bank macht Front gegen die Dänen und wirft ihnen vor, die veröffentlichten Berichte würden offensichtliche Fehler enthalten und von falschen Daten ausgehen.

Goldrausch in Island? (18.04.06)

Seit Mitte Dezember 2005 laufen im Thormódsdalur nahe Reykjavik geologische Untersuchungen zur Erkundung von Goldlagerstätten. Die ersten Analysen deuten darauf hin, dass im Gestein tatsächlich abbauwürde Mengen Gold vorhanden sein könnten. Seit Dezember wurden in dem Gebiet insgesamt 22 Erkundungsbohrungen bis in eine Tiefe von 1500 Metern niedergebracht. Die Bohrproben wurden in einem Labor in den USA analysiert, dass auf die Erkundung von Lagerstätten spezialisiert ist. Weitere Untersuchungen sollen in den nächsten Monaten stattfinden. Nach Aussage der Investoren ist es aber noch zu früh, von einem Erfolg zu sprechen, denn ob der Abbau sich wirklich lohnen würde, kann erst gesagt werden, wenn weitere Ergebnisse vorliegen.

Überhitzte Wirtschaft (13.04.06)

Die isländische Zentralbank hat den Basiszinssatz vor kurzem deutlich angehoben. Mit der Erhöhung um 0,75% auf jetzt 11,5% versucht die Bank, der drohenden Inflation entgegen zu wirken. Grund zur Sorge besteht wegen der drastischen Abwertung der Krone - gegenüber dem Euro hat die isländische Krone innerhalb von 4 Wochen über 15% an Wert verloren. Zudem ist die isländische Wirtschaft in den letzten beiden Jahren deutlich stärker gewachsen, als erwartet.

Insgesamt lassen viele Entwicklungen darauf schließen, dass die isländische Wirtschaft überhitzt ist. Die Auslandsschulden sind nicht zuletzt wegen verschiedener Großprojekte (z.B. Neubau von Kraftwerken) stark gestiegen. Auch die Lohnsteigerungen sind bei geringer Arbeitslosigkeit recht üppig ausgefallen und kommen der isländischen Mentalität entgegen, auf Pump zu konsumieren. Der Bauboom in Reykjavik hat in den letzten Jahren hunderte neuer Wohnungen entstehen lassen, die Wertsteigerung bei Immobilien liegt im gleichen Zeitraum trotzdem bei weit über 100%, weil Wohneigentum gefragt ist. Die Kauflust ist dabei nicht nur im privaten Bereich sehr ausgeprägt, auch der Kauf von dänischen und englischen Fluggesellschaften und anderen Firmen durch isländische Investoren hat Aufmerksamkeit auf den Finanzmärkten geweckt und verschiedene Banken veranlaßt, vor einer Finanzkrise zu warnen.

Ob die Änderung des Zinssatzes Wirkung zeigt, bleibt abzuwarten. Zumindest haben die Privatbanken die Steigerung an ihre Kunden weiter gegeben und damit Kredite deutlich verteuert.

"Buschbrände" in Westisland (31.03.06)

Die extreme Trockenheit in Island hat zu ersten Flächenbränden im Westen des Landes geführt. Im Gebiet von Mýrar gerieten gestern größere Fläschen trockenes Weideland in Brand. Insgesamt waren 12 Bauernhöfe von den Feuern betroffen. Wie die Zeitung Morgunbladid berichtet, wurde das Feuer wahrscheinlich durch eine Zigarette ausgelöst. "Der Rauch war tiefschwarz und die Sonne sah aus, wie ein roter Feuerball. Ich habe so etwas noch nie gesehen!" berichtete Unnsteinn Jóhannsson von Laxárholt. Die Brände erfaßten eine Fläche von etwa 50 Quadratkilometern und die Feuerwehr war nicht in der Lage, die Flammen zu löschen. Die Wehrmänner waren vor allem damit beschäftigt, die bis zu 3 Meter hohe Feuerwalze von Gebäuden fernzuhalten. Auch am heutigen Vormittag waren die Brände noch nicht unter Kontolle.

Neues Kraftwerk im Nordosten (27.03.2006)

Die Firma Landsvirkjun plant einem Bericht der Zeitung Morgunbladid zufolge 9-10 neue Bohrlöcher in Nordost-Island. In den nächsten drei Jahren sollen die Bohrlöcher in den Hochtemperaturgebieten Bjarnaflagi, Krafla, Gjástykki und Theistareykir entstehen. Diese Gebiet liegen nördlich des Myvatn. Später sollen weitere Gebiete östlich von Hágöngulón (Sprengisandur) erschlossen werden. Jedes Bohrloch wird dabei rund 3,5 Millionen Euro kosten. Landvirkjun hofft, ein neues geothermales Kraftwerk errichten zu können, das mit einer Leistung von 300-400 MW ans Netz gehen soll. Der Strom soll ein neues Aluminiumwerk versorgen, dass derzeit in Planung ist.

Erdbeben erschüttert Reykjavik (07.03.2006)

Ein Erdbeben der Stärke 4.6 hat Reykjavik letzte Nacht um 2:31 Uhr erschüttert. Das Erdbeben war zwar deutlich zu spüren, führte aber zu keinen Schäden und auch verletzt wurde niemand. Das Epizentrum des Bebens lag etwa 25km von Reykjavik entfernt südöstlich des Sees Kleifarvatn auf der Halbinsel Reykjanes. Dem Hauptbeben folgten noch zahlreiche schwache Nachbeben. Nach Meinung der Geophysikerin Steinunn Jakobsdóttir besteht kein Grund zur Sorge, dass dieses Beben der Vorbote erhöhter Aktivität in der Gegend sein könnte. In den letzten zehn Jahren hat es bereits mehrere Beben mit einer Stärke von 5 oder mehr gegeben, eine Zunahme der Bebenhäufigkeit ist nicht zu beobachten. Wie Steinunn Jakobsdóttir ausführte, ist bei Beben dieser Stärke nicht mit Schäden zu rechnen, lediglich in unmittelbarer Nähe des Epizentrums könnten Gegenstände leicht wackeln.

Isländisch im Web lernen (25.02.2006)

Mehrere hundert Menschen weltweit lernen isländisch über einen Internetkurs. Der Kurs wurde von der Universität Reykjavik in Zusammenarbeit mit sechs anderen Hochschulen entwickelt. Das kostenlose Angebot besteht aus zwei Teilen und entspricht inhaltlich einem Sprachkurs, der auch an der Universität Reykjavik angeboten wird. Wer sich an dem Kurs versuchen möchte, findet ihn unter der Adresse www.icelandic.hi.is.

Island bis 2015 EU-Mitglied? (10.02.2006)

In einer Anprache anläßlich der Jahreshauptversammlung der isländischen Handelskammer sagte Premierminister Halldór Ásgrímsson voraus, das Island im Jahr 2015 Vollmitglied der EU sein wird. Dem widersprach allerdings in einem Interview die Erziehungsministerin Thorgerdur Katrin Gunnarsdottir. Ihrer Meinung nach müsste sich die EU tiefgreifend ändern, um sie für Island interessant zu machen. Außenminister Geir H. Haarde gab keinen Kommentar zur Rede des Premierministers, während die Oppositionsführerin Ingibjörg Sólrún Gísladóttir die Aussage des Premiers begrüßte. Sie betonte, das die Sozialdemokraten sich schon lange für eine EU-Mitgliedschaft aussprechen. Jón Baldvin Hannibalsson, bis 1995 selbst Regierungsmitglied, vertritt die Meinung, dass die Politik sowieso nur wenig Einfluß bei dieser Entscheidung hat. Er sieht die isländische Wirtschaft und deren Interessen als treibende Kraft. Hannibalsson sieht Island bereits jetzt als verstecktes Mitglied der EU und glaubt, dass ein Beitritt innerhalb eines Jahres möglich wäre. Vertreter der Grünen und der Liberalen sprechen sich deutlich gegen eine EU-Mitgliedschaft aus.

Isländer mögen kein Walfleisch (03.02.2006)

Nach einer Umfrage des Gallup-Instituts haben 86% der Isländer im vergangen Jahr kein Walfleisch konsumiert, nur 2,5% der Isländer haben öfter als einmal Walfleisch gekauft. Die Umfrage hat auch ergeben, dass 64% der Isländer keine große Nachfrage nach Walfleisch sehen, während nur 22% ein erheblichen Bedarf zu erkennen glauben. Der Isländische Naturschutzbund kritisiert das Verhalten der Regierung, die sich weiterhin für den Walfang ausspricht und legt den Verantwortlichen nahe, die Ergebnisse der Studie bei ihren Entscheidungen zur berücksichtigen. Die Studie hat auch ergeben, das die Walbeobachtung wesentlich mehr einbringt, als es der Walfang jemals könnte.

 

Verdreifachung der Aluminiumproduktion (31.01.2006)

Die Aluminiumproduktion wird sich in Island in den nächsten Jahren voraussichtlich verdreifachen. Damit wird Island weltweit zu einem der größten Aluminiumproduzenten. Der Direktor der isländischen Börse, Thórdur Fridjónsson, machte kürzlich auf einer Konferenz deutlich, dass die Aluverhüttung maßgeblich zum derzeitigen Wirtschaftswachstum beiträgt. Momentan werden in Island pro Jahr 270.000 Tonnen Aluminium produziert, aber bereits 2008 werden es 800.000 Tonnen sein und wenn alle Anlagen, die derzeit in Bau oder Planung sind, rechtzeitig fertiggestellt werden, könnte die Jahresproduktion sogar auf 1,5 Millionen Tonnen steigen. Dabei sind nur Produktionskapazitäten berücksichtigt, die derzeit konkret in Planung oder Bau sind - weitere Projekte wären durchaus möglich. Gerade angesichts der aktuellen Energiediskussion ist das Thema auch aus deutscher Sicht nicht uninteressant. Während in Deutschland energieintensive Industriebetriebe wie Kupfer- und Aluhütten wegen der hohen Energiekosten geschlossen werden, kann Island mit günstiger Energie aus regenerativen Quellen (Wasserkraft und Edwärme) Fertigungskapazitäten aufbauen.

Durchschnittliche Haushaltseinkommen (28.01.2006)

Das isländische Statistikamt hat aktuelle Zahlen zum Einkommen der isländischen Haushalte veröffentlicht. Demnach verfügt ein durchschnittlicher Haushalt monatlich über Einkünfte in Höhe von rund 4.600 Euro, wovon 94% auch wieder für Konsum und allgemeine Lebenshaltung ausgegeben werden. Die Ausgaben stiegen im Zeitraum von 2001 bis 2003 um 9,3%, während die durchschnittliche Haushaltsgröße weiter kontinuierlich abnimmt und derzeit bei 2,58 Personen liegt.

 

Island hat über 300.000 Einwohner (13.01.2006)

Der "Einwohnerzähler" auf der Homepage des isländischen Statistikamtes hat am 9. Januar um 7:20 Uhr erstmals die magische Zahl 300.000 überschritten. Der Zähler registriert alle Geburten und Todesfälle sowie die Zahl der Einwanderer und Auswanderer in Island. Das Bevölkerungswachstum in Island war in den letzten Jahren ungewöhnlich hoch. Im Schnitt wurden täglich 24 Kinder geboren, während nur 5 Todesfälle gezählt wurden.

Mit Ausnahme der Westfjorde und Nordwestislands hat die Bevölkerung in allen Landesteilen zugenommen. Reykjavik lag mit einem jährlichen Zuwachs von 1,7% nur im Mittelfeld, während die Vorstädte Mosfellsbaer und Gardabær mit 5.5% und 4.3% Zuwachs eine Spitzenposition einnehmen.

Besonders auffällig ist auch die Entwicklung im Osten des Landes. Während in den 90er Jahren die Bevölkerung ständig schrumpfte, beginnt sich nun der Bau eines großen Wasserkraftwerkes und einer Aluminiumfabrik bemerkbar zu machen - die Bevölkerung ist dort in den letzten zwei Jahren so stark gewachsen, wie sonst nirgends in Island. Alleine 2005 stieg sie um 10,3%, wobei der Ausländeranteil unter den Männern inzwischen bei knapp 25% liegt - eine Folge der Gastarbeiter auf den beiden Großbaustellen.

Tunnel zu den Westmännerinseln möglich (06.01.2006

Nach einer eingehenden Analyse vorhandener Pläne und neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse sind die skandinavische Ingenieurgesellschaft NCC und die norwegische Firma Multiconsulting zu dem Schluss gekommen, das ein Tunnel zwischen dem isländischen Festland und den Westmännerinseln realisierbar ist. Ein Tunnel würde den Warenaustausch zwischen dem Festland und dem wichtigsten isländischen Fischereihafen auf der Insel Heimaey drastisch vereinfachen. Man geht von Baukosten in einer Höhe von rund 250 Millionen Euro aus. Die Studie zum Tunnelbau wurde von einer Interessengruppe in Auftrag gegeben, die der Meinung ist, ein Tunnel wäre die beste Lösung zur Anbindung der Westmänner. Der Betrieb einer Fähre würde in einem Zeitraum von 30 Jahren etwa die gleichen Kosten verursachen, wie der Bau eines Tunnels. Die mögliche Nutzungsdauer des Tunnels liegt nach Meinung der Experten aber bei weit über 30 Jahren. Als Alternative für einen Tunnel wird die Errichtung eines neuen Fährterminals bei Bakkafjörður gesehen. Ein Fährterminal würde etwa die Hälfte des Tunnelbaus kosten, diese Lösung wird aber von den Bewohnern der Inseln abgelehnt.

 

Flughafenerweiterung in Keflavik (30.12.2005)

Bis zum Jahr 2007 soll das Terminal des internationalen Flughafens von Island in Keflavik seine Größe verdoppeln. Damit wird auf den erheblichen Zuwachs bei den Passagierzahlen reagiert. Nach aktuellen Prognosen werden im Jahr 2015 bereits rund 3,2 Millionen Passagiere abgefertigt, im Jahr 2004 waren es 1,4 Millionen. Gegenüber dem Vorjahr ist die Zahl der Fluggäste, die nach Island reisen, um etwa 10% gestiegen, während die Zahl der Transatlantik-Passagiere nur um 6% zugenommen hat. Allgemein wird es wegen der bereits laufenden Bauarbeiten in den nächsten Tagen noch zu leichten Behinderungen im Abflugbereich kommen.

Fischbestände schrumpfen (23.12.2005)

Nach aktuellen Untersuchungen des Meeresforschungsinstituts gehen die Kabeljaubestände in den isländischen Gewässern zurück. Auch bei Shrimps wird einem Bericht des Fernsehsenders RUV zufolge ein deutlicher Rückgang verzeichnet. Das Meeresforschungsinstitut ("Hafró") begründet seine Einschätzung mit Meßdaten, die aus den Westfjorden und den Gebieten vor der Nordküste Islands stammen. Der Kabeljaubestand ist demnach so niedrig wie seit 1991 nicht mehr, der Shrimpsbestand hat seinen bisherigen Tiefpunkt erreicht. Hafró empfiehlt sogar, den Fang von Shrimps in diesem Winter komplett auszusetzen.

Goldrausch in Island? (16.12.2005)

Der isländische Fernsehsender RÚV berichtete vor einigen Tagen über eine britische Investorengruppe, die rund 1,3 Millionen Euro in die Erkundung von Goldlagerstätten in der Umgebung von Reykjavik investieren will. Im Zuge der Erkundung sollen an verschiedenen Stellen innerhalb von 3 Montaten zahlreiche Bohrlöcher von einigen hundert Metern Tiefe niedergebracht werden, um dann Analsysen des Bohrmaterials durchzuführen. Allgemein wird allerdings die Erkundung als wenig erfolgversprechend eingeschätzt, da bei früheren Versuchen nur wenige Gramm Gold pro Tonne Gestein gefunden wurden. Der Goldrausch wird wohl auch diesmal ausbleiben.

 

Frühreife Isländer (02.12.2005)

In einer kürzlich veröffentlichten Studie des Kondomherstellers Durex wird den Isländern Frühreife bescheinigt. Im Durchschnitt haben sie mit 15,6 Jahren erstmals Sex, gleichauf mit den Deutschen und gefolgt von den Schweden. Am Ende der Skala stehen die Inder mit 19,8 Jahren, der weltweite Durchschnitt liegt bei 17 Jahren. Der Studie zufolge haben Isländer 109mal pro Jahr Sex. Auch einige andere Details der Studie wurden veröffentlicht:

57% der Isländer hatten bereits ungeschützten Sex mit einem Partner, dessen Vorgeschichte sie nicht kannten.

20% der Isländer hatten bereits eine sexuell übertragbare Krankheit.

Isländer haben in Ihrem Leben durchschnittlich 13 Sexpartner.

39% der Isländer berichten von einem Seitensprung.

An der Studie nahmen übrigens 317.000 Menschen aus 41 Ländern teil.

 

Reykjavik wächst weiter (25.11.2005)

Nach Berechnungen des Stadtplanungsamtes Reykjavik könnten in den nächsten 5 Jahren bis zu 6.000 neue Wohnungen in der isländischen Hauptstadt entstehen. Die meisten davon sollen in Gebieten entstehen, die vom Stadtplanungsamt für eine verdichtete Bebauung vorgesehen sind. Alleine in der Nachbarschaft der neuen Musicalhalle, die am Hefen errichtet werden soll, werden voraussichtlich auch über 700 Wohnungen gebaut. Konkrete Planungen für große neue Wohnanlagen gibt es auch im Bereich des Busbahnhofes Hlemmur und der Einkaufsstraße Laugarvegur. Das Gebiet von Ellidaárvogur nahe dem Überseehafen soll ebenfalls ein ganz neues Gesicht erhalten - dort sind 2.000 Appartments geplant und auch südlich von Mosfellssveit stehen 1.000 neue Wohnungen zur Verfügung. Diese Entwicklung zeigt deutlich, dass in Island die Landflucht weiter anhält und immer mehr Menschen aus den ländlichen Gebieten in die Hauptstadt ziehen.

Ältere Mitarbeiter gefragt (20.11.2005)

Eine aktuelle Studie der OECD bestätigt, was die Isländer seit langer Zeit wissen: der Anteil berufstätiger Menschen in der Altersgruppe von 25 Jahren bis 64 Jahren ist in Island so hoch wie sonst nirgends auf der Welt. In der Gruppe der 50 bis 64-Jährigen gehen 85% einer Arbeit nach, in der Altergruppe von 25 bis 49 Jahren sind es sogar 88%. Der durchschnittliche Wert, den die OECD-Studie ermittelt hat, liegt bei knapp 60% (Altersgruppe 50-64 Jahre) bzw. 75% (Altergruppe 25-49 Jahre).

In der Studie wird auch betont, dass es sich eine alternde Gesellschaft nicht länger leisten kann, auf die Arbeitskraft erfahrener älterer Arbeitnehmer zu verzichten. Viele Strukturen sowohl in der Privatwirtschaft, als auch beim Staat sind allerdings noch nicht auf die Belange älterer Arbeitnehmer eingestellt - ein Problem, bei dessen Lösung Island offensichtlich schon weiter ist, als andere Länder.

 

Extreme Wetterverhältnisse (04.11.2005)

Am vergangenen Wochenende wurde der Süden und Westen Islands von heftigen Unwettern heimgesucht. Der Rundfunksender RÚV berichtet von Windgeschwindigkeiten bis zu 50 Metern pro Sekunde. Auf den Westmännerinseln wurden mehrere Hausdächer beschädigt. Es kam auch zu zahlreichen Verkehrsunfällen, alleine in Reykjavik wurde die Polizei innerhalb von 24 Stunden 48mal angefordert. Im ganzen Land waren viele Straßen stark vereist und über Stunden gesperrt.

Auf den Westmännerinseln waren die Schneefälle so stark, dass selbst der Räumdienst steckenblieb. Der Inlandsflugverkehr kam völlig zum erliegen.

Am Samstag hat das Unwetter Nordisland erreicht und mehr als 100 Personen blieben mit ihren Fahrzeugen in Schneewehen stecken. Den Rettungsmannschaften gelang es nur mühsam, zu den Eingeschlossenen vorzudringen - ernsthaft zu Schaden kam zum Glück niemand.

 

 

Wirtschaftlicher Sinn der Aluwerke fraglich (29.10.2005)

In einer kürzlich veröffentlichten Stellungnahme hat die KB-Bank zum Ausdruck gebracht, dass der wirtschaftliche Sinn der Aluwerke in Island fraglich ist. Die KB-Bank begründet diese Aussage mit der Tasache, dass Strom fast zum Produktionspreis an die Aluwerke verkauft werden muss und die Rendite der großen Wasserkraftwerke damit sehr gering ist. Nach Meinung der KB-Bank wird die Bedeutung der Aluproduktion in Island generell überschätzt.

Ásgeir Jónsson, Analyst bei der KB-Bank, machte auch deutlich, dass es zunehmend schwierig wird, neue Aluwerke zu errichten und dass der Neubau eines Werkes erhebliche Investitionen erfordere. Außerdem werden durch die Werke die gegebenen Standortfaktoren nur wenig genutzt, da das Aluminiumerz importiert werden muss. Selbst auf den Arbeitsmarkt hat die Aluproduktion keinen sehr großen Einfluß. Das derzeit im Bau befindliche Werk im Reydarfjördur wird etwa 400 - 500 Arbeitsplätze bieten - angesichts von rund 150.000 Arbeitsplätzen in der gesamten isländischen Wirtschaft nur eine vergleichsweise geringe Zahl. Lokal betrachtet wird das neue Werk im Reydarfjördur allerdings auch nach Ansicht der KB-Bank ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für Ostisland sein.

Alkohol im Supermarkt (24.10.2005)

Nach einer aktuellen Umfrage sind 62% der Isländer gegen den Verkauf von Alkohol in Supermärkten, wenn auch der Verkauf von hochprozentigen Spirituosen eingeschlossen sein soll. Derzeit kann Wein, Bier und Hochprozentiges nur in staatlichen Alkohol- und Tabakläden gekauft werden. Árni Einarsson, Chef des isländischen Zentrums für Drogenprävention, wartet mit einer anderen Zahl auf: demnach sind 50% der Isländer für den Verkauf von Bier und Wein in Supermärkten. Obwohl die aktuelle Umfrage seiner Meinung nach zeigt, dass die Mehrheit der Bevölkerung gegen den Verkauf von hochprozentigen Getränken ist, befürchtet er, das der Verkauf Wein und Bier nur ein erster Schritt wäre, dem bald auch Spirituosen folgen würden. Es sei andererseits auch nicht wirtschaftlich, in den staatlichen Läden nur Spirituosen zu verkaufen, während Bier und Wein über Supermärkte vertrieben werden. Die Lösung könne deshalb nur darin bestehen, entweder alle Arten alkoholischer Getränke in Supermärkten anzubieten, oder das bisherige System beizubehalten.

 

Blaue Lagune wird erweitert (14.10.2005)

Die Blaue Lagune, mit Abstand am meisten besuchte Touristenattraktion Islands, wird erneut vergrößert. Ein kürzlich unterzeichneter Vertrag sieht eine Verdoppelung der Größe vor. Erst vor 6 Jahren wurde die Blaue Lagune um einige hundert Meter verlegt. Die damals errichteten Umkleideräume sollen nun bereits renoviert und erweitert werden, ebenso das Restaurant. Neu hinzukommen soll eine Cafeteria mit 250 Plätzen. Auch der Souvenirshop und die Büros sollen vergrößert werden. Die Wasserfläche der Blauen Lagune wird auf 7.000 Quadratmeter verdoppelt werden. Das Erweiterungsprojekt wird voraussichtlich 2007 abgeschlossen.

 

Kältester September seit über 20 Jahren (08.10.2005)

Der September 2005 war in Island der kälteste September seit 1982. Die Durchschnittstemperatur lag bei 6,3 Grad Celsius und damit um 1,1 Grad unter dem langjährigen Mittel. In Reykjavik wurde am 25. September mit -3,4 Grad die niedrigste Septembertemperatur seit 1974 gemessen. In Akureyri wurden sogar zwei Schneetage verzeichnet, was für den September sehr ungewöhnlich ist. In den letzten 40 Jahren gab es in Akureyri nur sechsmal Schneefälle im September.

Obwohl es vergleichsweise kalt war, gab es viel Sonnenschein. Mit 184 Sonnenstunden lag Reykjavik z.B. um 60 Stunden über dem langjährigen Mittel. Insgesamt war der September 2005 einer der sonnigsten in den letzten 50 Jahren - die Sonnenscheindauer war nur in den Jahren 1954 und 1975 länger.