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Laki und Fjaðrárgljúfur

Karte Laki und Fjaðrárgljúfur.

Im Jahr 1783 begann der größte Lavaausbruch der Erde in historische Zeit. Nachdem Erdbeben das Unheil bereits Tage vorher erahnen ließen, brach am 8. Juni in der Übergangsregion vom Südisländischen Küstenvorland zum Hochland zwischen den Gletschern Vatnajökull und Mýrdalsjökull die Erde auf. Der rund 800 Meter hohe Palagonitrücken Laki wurde auseinandergerissen und auf eine Länge von 25km entstanden entlang einer Eruptionsspalte über 100 Krater. Heute bietet der Lakigipfel in der Mitte der Kraterreihe eine grandiose Sicht auf die ehemalige Eruptionsspalte, die über eine Hochlandpiste von der Ringstraße aus in etwa 3 Stunden ereichbar ist.

 

Die Lakispalte.
Die Lakispalte.

Während die Asche des Ausbruchs nach Nordwesten verdriftet wurde, ergoß sich die Lava nach Südwesten, füllte das Skaftátal und erreichte schließlich einen Monat nach Beginn des Ausbruchs die Küstenregion. Bis Februar 1784 dauerten die gewaltigen Ausbrüche an und die Lavamassen bedeckten eine Fläche von insgesamt 565 Quadratkilometern. Während es Ausbruchs wurde nicht nur die unvorstellbare Menge von 12 Kubikkilometer Lava gefördert, sondern auch 300 Millionen Kubikmeter Lockerprodukte und Gase. Historischen Berichten zufolge lag über dem ganzen Land ein bläulicher Dunst, der Weideflächen und Vieh vergiftete. Während als direkte Folge des Ausbruchs nur 14 Bauernhöfe zerstört wurden und keine Menschen zu Schaden kamen, waren die indirekten Folgen verheerend. Durch die Vergiftung der Weideflächen in weiten Landesteilen verendeten die Häfte des Rinderbestandes und drei Viertel des Schafbestandes. Zwischen 1783 und 1786 verhungerten über 20% der damaligen Bevölkerung des Landes und selbst am europäischen Festland kam es zu Ernteausfällen. Noch Jahre nach dem Ausbruch hielt eine Aschewolke das Sonnenlicht zurück und sogte auf der gesamten Nordhalbkugel der Erde für lange strenge Winter und kalte Sommer.

Auf Island kommt es auch in heutiger Zeit immer wieder zu Vulkanausbrüchen unter dem Eis von Gletschern oder zu Unterwasserausbrüchen im Meer. Jüngstes Beispiel sind die Eruptionen unter dem Vatnajökull. Beim Kontakt mit Wasser wird die Basaltschhmelze rasch abgekühlt und zerplatzt zu kleinen Bruchstücken. Das so entstandene Gestein kann nachträglich verfestigt werden und wird im Islädischen "Móberg" genannt. Da diese Móberg- oder Palagonitschichten vergleichsweise weich sind, bieten sie der Erosion einen guten Angriffspunkt.

Ein beeindruckendes Beispiel für die Kraft des fließendes Wassers ist die Schlucht Fjaðrárgljúfur. Sie liegt in der Nähe von Kirkjubaejarklaustur und ist über die Straße 206 bequem zu erreichen. Vom Parkplatz am Ende der Schlucht führt ein Weg über Wiesen rechts an der Schlucht vorbei auf die Hochfläche. Von dort eröffnet sich ein phantastischer Blick auf die freigelegten Móbergschichten.

Die Schlucht Fjaðrárgljúfur.
Die Schlucht Fjaðrárgljúfur.