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Die Schlucht Ásbyrgi

Früher floß der Fluß Jökulsá á Fjöllum etwas weiter im Westen und formte die Ásbyrgi-Schlucht. Zunächst stürzte das Wasser über zwei getrennte Wasserfälle in die Tiefe. Durch rückschreitende Erosion näherten sich die beiden Wasserfälle einander an und bildeten schließlich einen gemeinsamen Fall. Der hufeisenförmige Wasserfall dürfte früher bei einer Breite von gut 3km die Ausmaße der Niagarfälle erreicht haben. Vor 2000 Jahren verlagerte sich der Fluß dann nach Osten und hinterließ die hufeisenförmige Schlucht Ásbyrgi. Sie gehört heute zum 1973 gegründeten Nationalpark Jökulsárgljúfur, der die Ásbyrgi und den Jökulsá-Canyon umfaßt, und ist z.T. mit Weiden und Birken bewaldet. Am Ende der Schlucht sind in der oberen Wand noch einige Rinnen erkennbar, durch die das Wasser früher seinen Weg nahm.

Die Ásbyrgischlucht.
Die Ásbyrgischlucht.

Im Nationalpark wachsen über 220 Pflanzenarten. An einigen Stellen finden sich sogar Reste des natürlichen Birkenwaldes. Neben Birken finden sich in den Wäldern vor allem Wollige und Zweifarben-Weide, gelegentlich auch Ebereschen. Die kargen Böden der Hochflächen werden teilweise von Zwergstrauchheiden bedeckt. Hier finden sich neben anderen Arten v.a. Heidelbeere, Krähenbeere, Bärentraube und Rauschbeere.

Zahlreiche Vogelarten brüten im Nationalpark, darunter der streng geschützte Gerfalke, Goldregenpfeifer, Wiesenpieper und die Bekassine. Seit den siebziger Jahren nisten in den Felswänden der Ásbyrgi auch Eissturmvögel. Ásbyrgi bedeutet übrigens "Burg der Asen". Alten Sagen zufolge ist die Schlucht nämlich ein Hufabruck von Sleipnir, dem achtbeinigen Roß des Göttervaters Odin.