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Surtshellir - Lavahöhlen in Island

Karte Surtshellir.

Westlich des Gletschers Langjökull liegt unter dem Lavafeld Hallmundahraun verborgen die Lavahöhle Surtshellir. Sie ist Teil eines größeren Systems von Lavahöhlen, zu dem auch die Stefánshellir gehört. Insgesamt erreicht das Höhlensystem eine Länge von mehr als 3500m. Über mehrere Deckeneinbrüche gelangt man ins Höhleninnere. Lavahöhlen sind auf Island recht häufig zu finden. Sie bilden sich, wenn ein fließender Lavastrom an der Oberfläche abkühlt und eine feste Kruste entsteht. Unter dieser Kruste kann die Lava weiterfließen, wobei sich allmählich auch an den Seiten des Lavastromes Wälle aus erkalteter Lava bilden. Wenn der Vulkanausbruch erlischt, ist die Temperatur des flüssigen Gesteins in der so entstandenen Röhre noch so hoch, das es teilweise ausfließen kann. Zurück bleibt eine lange Röhre im Lavastrom. Oft ist die Decke dieser Röhren allerdings nicht stabil und stürzt innerhalb kurzer Zeit vollständig ein, statt einer Höhle entsteht ein langer Graben im Lavastrom. In manchen fällen sind in den Hohlraum auch brennbare Gase eingeschlossen. Wenn durch Deckeneinbrüche Sauerstoff eindringt, entzündet sich das Gasgemisch. Dabei können Temperaturen von über 1000°C auftreten. Die Wände der Höhle werden teilweise nochmals angeschmolzen und kleine "Lavatropfsteine" entstehen.

Eisformationen in der Surtshellir.
Eisformationen in der Surtshellir.

Besonders beeindruckend sind die vereisten Teile der Surtshellir. Im Winter sinkt die kalte und deshalb schwere Luft ins Innere der Höhle. Das Gestein wird auf Temperaturen weit unter 0°C abgekühlt. Im Frühjahr beginnt an der Oberfläche die Schneeschmelze und Sickerwasser kann in die Höhle eindringen. Da das Gestein in der Höhle die Kälte speichert, liegen dort die Temperaturen aber fast ganzjährig unter dem Nullpunkt. Das eindringende Sickerwasser gefriert wieder und bildet faszinierende Eisformationen, die in einem seltsamen Kontrast zu den schwarzen Höhlenwänden stehen.