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Wald auf Island

Island ist heute nur zu etwa 2% von Wald bedeckt. Viele Orts- und Flurnamen deuten aber darauf hin, daß früher weitaus größere Flächen von Wald bedeckt waren. Aufgrund von Aufzeichnungen aus der Besiedlungszeit und von Pollenanalysen wird vermutet, daß Island vor der Besiedlung zu etwa 40% von Vegetation bedeckt war, davon etwa die Hälfte Wald. Im Laufe der letzten 1000 Jahre gingen durch den Einfluß des Menschen große Vegetationsflächen verloren. Dabei spielte die direkte Nutzung von Holz als Brenn- und Baustoff allerdings nur eine untergeordnete Rolle. Die größten Verluste sind auf die extensive Weidewirtschaft zurückzuführen. Die frei laufenden Schafe verursachen Tritt- und Verbißschäden, die während der kurzen Vegetationsperiode in Island nicht ausgeglichen werden können. Im Laufe der Jahrhunderte wurden so große Waldflächen zerstört.

Im Wald von Hallormstaður.
Im Wald von Hallormstaður.

Seit etwa 100 Jahren gibt es Bemühungen, die Waldfläche wieder zu vergrößern. Eine Aufforstung hat jedoch nur dann Aussicht auf Erfolg, wenn die Aufforstungsfläche eingezäunt wird und somit Schafe ferngehalten werden. Die Einzäunung einer Fläche von 2000ha am Ostufer des Lögurinnsees in Ostisland hat dies eindrucksvoll bewiesen. Dort ist heute die größte zusammenhängende Waldfläche Islands und die größte Baumschule des Landes zu finden. Ganz in der Nähe des Geysirs im Haukadalur findet sich das größte zusammenhänge Waldgebiet Südislands.

Seit Beginn der Aufforstungsmaßnahmen wurden rund 100 Baumarten in Island eingeführt. Nur wenige erwiesen sich als für Island tauglich. Neben den einheimischen Birken- und Weidenarten werden vor allem Sitkafichten, Hemlockstannen, Kiefern und Fichten gepflanzt. Über 6.000 Hektar sind inzwischen aufgeforstet, geplant ist eine Fläche von 41.000 Hektar. Pro Jahr werden rund 80.000 Setzlinge neu gepflanzt. Mit der Einführung neuer Baumarten traten allerdings auch neue Probleme auf. Eingeschleppte Forstschädlinge wie Milben und Pilze richten immer wieder Schäden an.