Aktuelle Meldungen aus Island

Gelbe Erdrutschwarnung für nördliche Westfjorde nach Schlammlawine

(05.10.2026) Die isländische Wetterbehörde gab am 3. Oktober eine gelbe Warnung heraus. Am 2. Oktober blockierte eine Schlammlawine bei Eyrarhlíð eine etwa 20 Meter breite Fahrbahnstelle des Hnífsdalsvegur.

Die isländische Wetterbehörde stellte am 3. Oktober eine gelbe Erdrutschwarnung für die nördlichen Westfjorde aus, nachdem in den Tagen zuvor mehrere Felsstürze und Erdrutsche registriert worden waren. Die Behörde betont, dass bereits gesättigte Hänge durch geringe zusätzliche Niederschläge ins Rutschen geraten können.

Ein markanter Vorfall ereignete sich am 2. Oktober in Eyrarhlíð. Dort löste sich eine Schlammlawine und bedeckte nach Behördenangaben eine rund 20 Meter breite Stelle der Straße Hnífsdalsvegur. Polizei und Vegagerðin schlossen die Strecke in beiden Richtungen und arbeiteten an der Räumung.

Zusätzliche Bewegung wurde in der Gleiðarhjalli‑Region bei Ísafjörður beobachtet, eine Stelle, die nach andauernden Regenperioden als besonders empfindlich gilt. Die angekündigte Tiefdruckfront bringt weiteren Regen, wobei die Gesamtniederschläge nicht extrem hoch eingeschätzt werden. Entscheidend bleibt jedoch der hohe Wassergehalt im Boden, der die Anfälligkeit für weitere Rutschungen erhöht.

Die Rutschungsüberwachung beobachtet die Lage fortlaufend. Behörden weisen darauf hin, dass plötzliche Straßensperren möglich sind und Meldungen zu neuen Schüttungen über das Meldeformular der Wetterbehörde oder per E‑Mail angenommen werden.

Island beginnt Wiedervernässung von 225 Hektar staatlicher Moorflächen

(04.10.2026) Auf fünf staatlichen Höfen werden rund 23 Kilometer Entwässerungsgräben verfüllt. Die ersten Arbeiten starteten Anfang Oktober 2026 in Sogn bei Ölfus. Ziel ist die Reduktion von Treibhausgasen und die Verbesserung von Lebensräumen.

Die isländische Regierung hat Anfang Oktober 2026 mit der Wiedervernässung von 225 Hektar entwässerter Moorflächen auf fünf staatlichen Höfen begonnen. Die ersten Arbeiten liefen am 2. Oktober in Sogn bei Ölfus an, wo die erste Phase etwa 25 Hektar umfasst und rund vier Kilometer Entwässerungsgräben geschlossen werden.

In der diesjährigen Herbstetappe sollen insgesamt etwa 23 Kilometer Gräben verfüllt werden. Das Vorhaben ist Teil einer fünfjährigen Regierungsinitiative, an der das Umweltministerium, Land and Forest Iceland und die staatliche Immobilienagentur beteiligt sind. Die Behörden rechnen damit, in diesem und im nächsten Jahr deutlich mehr Moorflächen wiederherzustellen als in den vergangenen drei Jahrzehnten zusammen.

Begründet wird das Programm mit Klima- und Naturschutzzielen. Entwässerte Torfböden setzen nach Wiedervernässung oft weniger Treibhausgase frei und verbessern den Wasserhaushalt. Zusätzlich erwarten die Verantwortlichen bessere Lebensbedingungen für typische Feuchtgebietsarten, darunter bodenbrütende Vögel.

Die Maßnahme wird neben Klimavorteilen auch als Beitrag zur nationalen Zielsetzung gesehen, bis 2030 einen Anteil degradierter Ökosysteme aktiv wiederherzustellen und die Emissionen aus der Landnutzung bis 2035 weiter zu senken. Nach dem Beginn in Sogn sind weitere Arbeiten auf den übrigen vier staatlichen Betrieben noch in diesem Herbst geplant, weitere Projekte sind für das kommende Jahr vorgesehen.

Hauptparkplatz von Jökulsárlón wegen Bauarbeiten 2.–7. Oktober geschlossen

(03.10.2026) Der zentrale Parkplatz am Gletschersee Jökulsárlón bleibt vom 2. bis 7. Oktober 2026 geschlossen. Als Ausweichmöglichkeiten nennt die Parkverwaltung zwei benachbarte Parkflächen. Provisorische Toiletten und Personal sind vor Ort.

Der Hauptparkplatz von Jökulsárlón ist wegen Bauarbeiten von Freitag, dem 2. Oktober 2026, bis einschließlich Mittwoch, dem 7. Oktober 2026, geschlossen.

Die Parkverwaltung des Vatnajökull-Nationalparks nennt die Parkplätze Eystri-Fellsfjara und Vestri-Fellsfjara als Ausweichmöglichkeiten. Beide Flächen bleiben während der Bauarbeiten geöffnet und dort stehen temporäre Toiletten zur Verfügung.

Bootsbetreiber sowie Veranstalter von Gletscher- und Eishöhlen-Touren empfehlen, früher als üblich am Abfahrtsort zu sein, weil zwischen den Ausweichparkplätzen und den Abfahrtspunkten Fußwege zurückgelegt werden müssen. Gäste mit eingeschränkter Mobilität können sich an das Personal vor Ort wenden, das Hilfestellung anbietet.

Die Maßnahme ist Teil von Arbeiten zur Verbesserung der Infrastruktur für Besucher am Lagonufer. Parkranger und weiteres Personal sind während der Arbeiten vor Ort, da das Besucheraufkommen derzeit hoch ist.

Die Mitteilung der Parkverwaltung wurde am 1. Oktober 2026 veröffentlicht. Die Schließung beginnt am 2. Oktober und endet planmäßig am 7. Oktober 2026.

Island will staatliche Gebührenerhöhungen auf 2,5 % begrenzen

(02.10.2026) Die Regierung kündigte an, zum 2. Oktober eine Erklärung und Maßnahmen vorzulegen, mit denen staatliche Gebührenanstiege auf 2,5 % statt bislang veranschlagter 5,2 % gedämpft werden sollen – vorbehaltlich der Einhaltung von Kollektivverträgen.

Die isländische Regierung hat angekündigt, staatliche Gebühren und Preislisten zum Jahreswechsel nur noch um 2,5 % anzuheben statt um die bisher im Haushaltsentwurf vorgesehenen 5,2 %. Das teilte Ministerpräsidentin Kristrún Frostadóttir in einer Rede beim Jahreskongress der Arbeitgeberorganisation Samtök atvinnulífsins am 1. Oktober 2026 mit.

Frostadóttir sagte, die Begrenzung solle Teil einer von der Regierung am 2. Oktober vorgelegten Maßnahmenliste und einer gemeinsamen Erklärung mit Arbeitgebern, Gewerkschaften und den Gemeinden werden. Die Zusage ist an Bedingungen geknüpft: Die Regierung stellt die Begrenzung nur in Aussicht, „wenn alle ihren Teil tun und die Kollektivverträge erhalten bleiben“.

Im Entwurf des Staatshaushalts für 2027 waren bislang pauschale Anhebungen zahlreicher in Króna lautender Gebühren und staatlicher Gebührentarife in Höhe von rund 5,2 % eingeplant. Kommunalverbände und einzelne Gemeinden hatten in den vergangenen Wochen bereits Resolutionen oder Beschlüsse gefasst, ihre eigenen Gebührenerhöhungen auf 2,5 % zu begrenzen.

Gewerkschaften haben den Haushalt scharf kritisiert und werden bis zur im Kollektivvertrag vorgesehenen Frist Anfang Oktober über das Fortbestehen der Abkommen entscheiden. Die Regierung will mit der angekündigten Erklärung die Voraussetzungen schaffen, damit die Tarifvereinbarungen bestehen bleiben und der Inflationsdruck gedämpft wird. Konkrete Angaben dazu, welche konkreten Gebühren oder staatlichen Tarife ausgenommen oder besonders geregelt werden, standen bei der Bekanntgabe noch aus.

Sprengungen in Arnarland: Anwohner spüren Vibrationen, Ende Oktober geplant

(01.10.2026) In Arnarland (Garðabær/Kópavogur) laufen seit Mitte September Sprengarbeiten zur Vorbereitung von Leitungsgräben. Betreiber und Gemeinde betonen Messungen unter den Grenzwerten und ein Ende der Sprengungen Ende Oktober.

In Arnarland, dem neuen Baugebiet zwischen Hafnarfjarðarvegur, Arnarnesvegur und Fífuhvammsvegi, haben Mitte September Sprengungen begonnen, um einen Leitungsgraben für die Abwasserleitung vorzubereiten. Anwohner berichten von deutlichen Vibrationen und Erschütterungen in Wohnungen. Betreiber und Gemeindeverwaltung sagen, der Zeitplan sei weiterhin eingehalten und die Sprengarbeiten sollten Ende Oktober abgeschlossen sein.

Zur Frage des Beginns geben Quellen leicht unterschiedliche Daten an. Die Gemeindeseite kündigte Arbeiten für den 11. September an, Medienberichte und das ausführende Unternehmen nennen den 15. September als Start. Sprengungen erfolgen tagsüber, in der Regel zwischen 08:00 und 18:00, nicht an Wochenenden oder staatlichen Feiertagen.

Technisch werden laut Betreiber häufiger kleinere Zündungen ausgelöst, etwa zehn bis zwölf am Tag, sodass jede einzelne Sprengung weniger stark ist. Es werden dreifach ausgelegte Schutzmatten verwendet und an angrenzenden Gebäuden sind Vibrationsmessgeräte installiert. Die bisher gemessenen Werte lagen demnach deutlich unter den erlaubten Grenzwerten.

Am 17. September sorgte eine besonders auffällige Explosion für Beschwerden. Der Betreiber hielt danach für etwa einen Tag inne, um Abläufe zu prüfen. Als Ursache wird ein Defekt an einer Pumpleitung in einem Bohrloch genannt. Messungen hätten die Sprengung nicht als stärker ausgewiesen, doch weil mehr Personen zu Hause gewesen seien, habe die Wahrnehmung zugenommen.

Als Informations- und Schutzmaßnahme bieten Gemeinde und die Ausführenden einen SMS-Benachrichtigungsdienst vor einzelnen Sprengungen an. Bewohner können zudem Gebäudeinspektionen zum Thema Vibrationen anfordern. Die Arbeiten sind Teil der Erschließung des neuen Stadtteils Arnarland und konzentrieren sich nach Angaben der Verantwortlichen auf den Leitungsbau.

EFTA‑Gerichtshof: Anwälte nicht pauschal zur Herausgabe von Mandantenlisten verpflichtet

(30.09.2026) Der EFTA‑Gerichtshof legte am 29. September 2026 in einem beratenden Urteil fest, dass EWR‑Recht die Pflicht von Anwälten einschränken kann, umfassende Mandantenlisten an die isländische Steuerbehörde zu übermitteln.

Der EFTA‑Gerichtshof veröffentlichte am 29. September 2026 ein beratendes Votum in der Vorlageangelegenheit E‑28/25, in dem das Gericht feststellte, dass Bestimmungen des EWR‑Rechts die Pflicht von Rechtsanwälten beschränken können, umfangreiche Angaben über Mandanten an die Steuerbehörde zu geben, wenn eine Anfrage über das absolut Erforderliche hinausgeht.

Hintergrund ist ein Streit vor dem Héraðsdómur Reykjavíkur, in dem Skatturinn eine isländische Kanzlei, ADVEL, aufgefordert hatte, eine Liste aller Mandanten vorzulegen, denen zwischen 2019 und 2024 Steuerberatung oder sonstige Dienstleistungen im Zusammenhang mit Inhaberschaft oder Verfügungsgewalt an Vermögenswerten angeboten wurden. Das nationale Gericht hatte deshalb am 22. Dezember 2025 ein Vorabentscheidungsersuchen an den EFTA‑Gerichtshof gerichtet.

In der Vorlagefrage ging es konkret darum, ob sich eine nationale Regelung, die die anwaltliche Schweigepflicht auf Basis eines solchen pauschalen Herausgabeverlangens aushebelt, mit Artikel 36 des EWR‑Abkommens und mit dem Schutz der Privatsphäre vereinbaren lässt. Der EFTA‑Gerichtshof betonte, dass Eingriffe nur zulässig sind, wenn sie einer dringenden Notwendigkeit entsprechen und verhältnismäßig sind.

Die isländische Anwaltskammer begrüßte das Ergebnis und erklärte, das Gutachten unterstreiche die Bedeutung des Vertrauensverhältnisses zwischen Anwalt und Mandant für den Rechtsstaat. Die Entscheidung ist ein beratendes Urteil für das nationale Verfahren. Der Héraðsdómur Reykjavíkur wird nun unter Berücksichtigung der Auslegung des EWR‑Rechts über den konkreten Antrag der Steuerbehörde entscheiden.

24 Fahrer in Reykjavík am Wochenende wegen Fahrens unter Alkohol- oder Drogeneinfluss gestoppt

(29.09.2026) Die Polizei des Großraums Reykjavík meldete am 28. September 2026, dass sie bei einem Einsatz am Wochenende 24 Fahrzeuge angehalten hat. 22 Männer und zwei Frauen wurden des Fahrens unter Alkohol- oder Drogeneinfluss verdächtigt.

Die Lögreglan á höfuðborgarsvæðinu hielt nach eigenen Angaben am Wochenende 24 Personen an, die offenbar unter Alkohol- oder Drogeneinfluss am Steuer saßen. Die Mitteilung erschien auf der Facebook‑Seite der Behörde am 28. September 2026.

Von den 24 Betroffenen waren 22 Männer und zwei Frauen. Die Männer waren demnach zwischen 17 und 67 Jahre alt, die Frauen 35 und 45 Jahre. Drei der Angehaltenen hatten bereits ihren Führerschein verloren, drei weitere hatten nie eine Fahrerlaubnis erworben.

Räumlich verteilten sich die Kontrollen wie folgt: zwölf in Reykjavík, acht in Kópavogur, zwei in Mosfellsbær sowie jeweils einer in Garðabær und Hafnarfjörður. Zeitlich registrierte die Polizei sechs Kontrollen in der Nacht auf Freitag, sieben am Samstag, neun am Sonntag und zwei in den frühen Montagmorgenstunden.

Die Behörde betonte in ihrer Meldung nicht nur die Zahlen, sondern dokumentierte die Einsätze im Rahmen der routinemäßigen Verkehrskontrollen. Konkrete Angaben zu Blut- oder Urintests, möglichen Anzeigen oder weiteren Ermittlungen nannte die Polizei in der öffentlich zugänglichen Kurzmeldung nicht.

Notfallteam Púlsinn greift bei organisierten Angriffen und Drohungen ein

(28.09.2026) Das im Frühjahr 2026 gegründete Bráða- og viðbragðsteymi Púlsinn wurde aufgrund koordinierter Angriffe und Drohungen gegen Kinder und Jugendliche alarmiert und hat laut Teamleitung bereits messbaren Nutzen gezeigt.

Das Notfallteam Púlsinn ist erneut zu Einsätzen gerufen worden, um auf organisierte Angriffe und Drohungen gegen Kinder und Jugendliche zu reagieren. Die Leiterin des Teams, Andrea Marel Þorsteinsdóttir, erklärte, das Team habe bereits bewiesen, dass schnelles Eingreifen in solchen Fällen Sinn macht.

Púlsinn arbeitet seit April 2026 als gemeinsames Projekt der Gemeinden der Hauptstadtregion, der Polizei der Hauptstadtregion und der Barna- og fjölskyldustofa. Das Team hat seinen Sitz in der Suðurmiðstöð in Reykjavík und besteht aus der Teamleiterin und acht weiteren Fachkräften. Für den Aufbau wurde ein Großteil von rund 240 Millionen isländischen Kronen aus einer staatlichen Fördersumme bereitgestellt.

Das Angebot richtet sich an Kinder und Jugendliche im Alter von etwa 10 bis 18 Jahren. Schulen, Jugendzentren, Sozialdienste und die Polizei können das Team mit Zustimmung der Sorgeberechtigten kurzfristig anfordern. Púlsinn übernimmt akute Erstinterventionen, prüft die Gefahr weiterer Gewalt und vermittelt anschließend an längerfristige Hilfsangebote.

Die behandelten Fälle reichen von Drohungen über soziale Medien bis zu koordinierten Angriffen in der realen Welt. Die Teamleitung berichtet, dass viele betroffene Kinder positiv auf die kurzfristigen Maßnahmen reagiert hätten, weil ihnen Alternativen zur Gewalt gezeigt und Fähigkeiten zur Konfliktlösung vermittelt wurden. Púlsinn ist Teil der staatlichen Aktionspläne gegen Gewalt unter Kindern und gegen Kinder und wird auf einer Fachkonferenz in Akureyri Ende September 2026 vorgestellt.

Heart Aerospace stellt 36‑sitzigen ES‑36 vor – JSX bestellt 50 Maschinen

(27.09.2026) Am 23. September 2026 enthüllte Heart Aerospace das überarbeitete Hybrid‑Elektro‑Regionalflugzeug ES‑36. JSX hat eine durch eine Anzahlung gesicherte Bestellung über 50 Exemplare mit Rechten auf 50 weitere abgeschlossen. Erstflug von Vorserie 2028, Serienbetrieb 2031 geplant.

Heart Aerospace präsentierte am 23. September 2026 die ES‑36, eine 36‑sitzige, seriennahe Hybrid‑Elektro‑Regionalmaschine, und gab zugleich bekannt, dass die US‑Fluggesellschaft JSX eine durch eine Anzahlung gesicherte Kaufverpflichtung über 50 Flugzeuge mit Kaufrechten für 50 weitere eingegangen ist.

Die ES‑36 ist eine Weiterentwicklung der zuvor geplanten ES‑30 und bringt sechs zusätzliche Passagiersitze sowie rund 1.415 Pfund (etwa 640 kg) mehr Nutzlast, was Heart mit einer Steigerung von etwa 20 Prozent angibt. Im Gegensatz zur viermotorigen ES‑30 setzt das neue Design auf zwei Triebwerksgondeln mit jeweils einem 1,65‑Megawatt‑Elektromotor in einer serienmäßigen Hybridanordnung.

Heart nennt eine rein elektrische Reichweite von 125 Meilen (ca. 200 km) und eine hybride Reichweite von 745 Meilen (ca. 1.200 km). Das erste Vorserienflugzeug wird derzeit in Los Angeles gebaut. Als Zieltermine nennt das Unternehmen den Erstflug in der zweiten Jahreshälfte 2028 und die Inbetriebnahme im Linienbetrieb im Jahr 2031 nach FAA‑Zertifizierung.

Als technischer Meilenstein verweist Heart auf den Erstflug des X1‑Demonstrators am 12. August 2026 in Plattsburgh (New York). Dieser bemannte Testflug dauerte 27 Minuten. Das Unternehmen hob dabei den niedrigen Energieverbrauch hervor und bezifferte die während des Fluges eingesetzte elektrische Energie auf etwa fünf US‑Dollar.

Icelandair hatte 2022 eine Absichtserklärung für die kleinere ES‑30 unterzeichnet und war in Entwicklungsgremien beteiligt. Heart erwartet, dass bestehende Absichtserklärungen großer Kunden auf die ES‑36 übertragen werden könnten. Das Unternehmen prognostiziert Betriebskosten, die mindestens 40 Prozent unter konventionellen Regionalflugzeugen liegen, sowie keine CO2‑Emissionen im reinen Batteriebetrieb.

Vestmannaeyjar: Gemeinde lässt bisher 94 Papageitaucher töten

(26.09.2026) Die Gemeinde Vestmannaeyjar hat Anfang September mit einer Maßnahme zur Reduzierung von Papageitauchern begonnen. Bis zum 25. September wurden nach Angaben der Medien 94 Vögel getötet, Tierschützer fordern eine Prüfung der Durchführung.

Vestmannaeyjabær begann Anfang September mit einer gezielten Reduzierung von Papageitauchern. Nach Medienangaben sind bislang 94 Tiere getötet worden.

Die Gemeinde begründet die Maßnahme mit zahlreichen Beschwerden von Anwohnern über Verschmutzung, Schäden an Gebäuden und Verunreinigung öffentlicher Flächen. Nach eigenen Angaben hatte die Kommune zunächst versucht, die Kolonie mit Schreckattrappen wie schwebende Falken zu vertreiben, was keinen dauerhaften Erfolg brachte.

Für die Tötungsaktionen liegt laut Berichten eine Ausnahmegenehmigung des zuständigen Umweltministeriums vor. In dem Genehmigungsschreiben ist demnach keine feste Obergrenze für die Zahl der zu entnehmenden Vögel genannt. Die Naturschutzbehörde Náttúruverndarstofnun habe der Kommune Hinweise zur Durchführung gegeben.

Das Dýraverndunarsamband Íslands (DÍS) fordert eine sofortige Überprüfung der Maßnahmen und verlangt, die Einsätze bis zum Abschluss der Prüfung auszusetzen. Tierschützer und Medien berichteten, es seien verletzte Vögel und Tierkadaver verschiedener Arten, darunter Jungvögel der Papageitaucher und Küken des Meersperlings (Fýlsunga), aufgetaucht.

Vestmannaeyjabær erklärt, die Polizei wird vor jedem Einsatz informiert, Zugangswege zum Einsatzgebiet werden gesperrt und nach jeder Aktion sehen Verantwortliche das Gelände nach toten oder verletzten Vögeln sowie nach zurückgebliebenen Patronenhülsen ab. Die Gemeinde räumt ein, dass es mindestens einen Fehler beim ordnungsgemäßen Abtransport von Kadavern gab und man die Abläufe überarbeitet hat.

Nach Angaben lokaler Medien und der Gemeindemitteilungen handelte es sich bisher um mehrere getrennte Einsätze, die Lage werde nach jedem Eingriff neu bewertet und weitere Maßnahmen erst nach Prüfung beschlossen.

Islands Vertreter blieb im UN‑Saal, als zahlreiche Delegationen beim Auftritt Netanjahús verließen

(25.09.2026) Am 24. September 2026 verließen Dutzende Delegationen den Saal der UN‑Generalversammlung, als Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahú zu sprechen begann. Ein isländischer Sitz blieb dagegen besetzt, bestätigte das Außenministerium.

Ein Vertreter Islands blieb am 24. September 2026 im Plenum der UN‑Generalversammlung in New York auf dem isländischen Sitz, während zahlreiche andere Delegationen den Saal verließen, als Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahú zu seiner Rede antrat.

Das isländische Außenministerium bestätigte gegenüber isländischen Medien, dass der betreffende Mitarbeiter in der Sitzung verblieben sei. Die Außenministerin Þorgerður Katrín Gunnarsdóttir selbst war nach Angaben ihres Büros nicht im Saal, sondern nahm an einer zeitgleich stattfindenden UN‑Veranstaltung zur Unterstützung der UN‑Flüchtlingsagentur UNRWA teil.

Internationale Nachrichtenagenturen und Medien berichteten, dass Dutzende Delegationen den Saal verließen. In einigen Berichten wurde die Zahl bis zu 77 Delegationen genannt. Beobachter zeigten leere Reihen, unter anderem vor dem Sitz der Palästinensermission.

Netanjahú reagierte während seines Auftritts scharf auf die Proteste und bezeichnete die Abgänge als Ausdruck moralischer Feigheit. Er wies zugleich Vorwürfe gegen Israel, etwa den Vorwurf eines Genozids, zurück. Der palästinensische Präsident Mahmoud Abbas trat nach US‑Visa‑Ablehnung per Videobotschaft auf, wie mehrere Medien berichteten.

Die Entscheidung, einen isländischen Sitz durch einen Vertreter besetzt zu lassen, erklärte das Ministerium als regelmäßige Praxis während der Ministerwoche der Generalversammlung. Die Regierung betonte zugleich ihre Beteiligung an Foren zur Zwei‑Staaten‑Lösung und an humanitärer Hilfe.

Klorgas nach Reinigungsmischung in einer Fischverarbeitung auf Óseyri

(24.09.2026) In der Fischverarbeitung Hnýfill auf Óseyri bei Akureyri entstand am 23. September durch die Mischung eines Abflussreinigers mit einem Reinigungsmittel Chlorgas. Vier Personen wurden mit leichten Reizungen ins Krankenhaus gebracht.

In einer Fischverarbeitung auf Óseyri bei Akureyri entstand am 23. September durch die Verbindung eines zuvor verwendeten Abflussreinigers mit einem später eingesetzten Bodenreinigungsmittel Chlorgas.

Die Polizei erhielt die ersten Meldungen um 16:22 Uhr. Feuerwehrkräfte aus Akureyri rückten aus und sicherten den Betrieb Hnýfill. Nach Angaben der Einsatzleitung wurden vier Personen zur Untersuchung ins Sjúkrahúsið á Akureyri gebracht. Alle klagten über leichte Reizungen der Atemwege.

Einsatzkräfte in Schutzkleidung maßen die Schadstoffkonzentration am Ort. Die Feuerwehr meldete, die Messwerte seien bis zum Ende des Einsatzes zurückgegangen und es wurde keine nachweisbare Außenbelastung am Gebäude festgestellt. Die Arbeiten vor Ort wurden gegen 20:00 Uhr abgeschlossen.

Als Ursache nennt die Einsatzleitung menschliches Versagen: Am Morgen war ein Mittel zum Freimachen des Abflusses in ein Fallrohr gegeben worden. Später kam ein Reinigungsteam mit einem anderen Reinigungsmittel zum Wischen der Böden. Aus der Reaktion der beiden Chemikalien entstand offenbar Chlor.

Die Einsatzleitung wies darauf hin, dass die Windrichtung günstig gewesen sei und deshalb eine größere Ausbreitung verhindert wurde. Anwohner wurden gebeten, Abstand zu halten und bei anhaltenden Beschwerden ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Icelandair sagt 26 Abflüge am 23. September ab nach Streikbeginn

(23.09.2026) In der Nacht zum 23. September begannen Flugtechniker bei Icelandair einen unbefristeten Arbeitskampf. Das Unternehmen strich daraufhin 26 internationale und fünf Inlandsverbindungen. Rund 5.500 Passagiere sind betroffen.

Icelandair hat in der Nacht zum 23. September alle für den Morgen geplanten Abflüge von Keflavík und Reykjavík gestrichen, nachdem Flugtechniker des Unternehmens um 00:01 Uhr einen unbefristeten Streik begonnen hatten.

Nach Angaben des Unternehmens wurden 26 Flüge zwischen Keflavík und Zielen in Europa sowie zusätzlich fünf Inlandsverbindungen aus dem Raum Reykjavík annulliert. Icelandair schätzt, dass dadurch „knapp 5.500“ Passagiere unmittelbar betroffen sind und arbeitet an Umbuchungen.

Die Entscheidung, das morgendliche Flugprogramm zu streichen, traf die Fluggesellschaft laut Medienangaben spät am Abend des 22. September. Icelandair kündigte an, betroffene Passagiere umzubuchen und rief dazu auf, ihre Kontaktdaten aktuell zu halten. Weitergehende Maßnahmen würden schrittweise und mit mindestens vier bis sechs Stunden Vorlauf angekündigt.

Die Flugtechniker hatten die Arbeitsniederlegung offiziell erklärt, nachdem Vermittlungsversuche beim Ríkissáttasemjari (staatlicher Schlichter) ohne Ergebnis blieben. Die Gewerkschaft macht unter anderem fehlende Lohnanpassungen seit der Pandemie sowie Streitpunkte zu Schichtplänen, Fremdvergabe und Arbeitsplatzsicherheit für die Aktion verantwortlich. Icelandair hatte zuvor ein Angebot zur Verschiebung des Streiks abgelehnt.

Isavia und Flughafen Keflavík wiesen darauf hin, dass Passagiere die Fluginformationen genau verfolgen sollen. Ob und in welchem Umfang weitere Annullierungen folgen, hängt von der Dauer des Arbeitskampfs und möglichen Verhandlungen ab.

Hæstiréttur lehnt erneute Revision in Missbrauchsfall ab

(22.09.2026) Der isländische Oberste Gerichtshof hat am 21. September 2026 die erneute Zulassung zur Revision eines Mannes abgelehnt, der im Berufungsgericht wegen Vergewaltigung einer 13‑Jährigen zu 3,5 Jahren Haft verurteilt wurde.

Der Oberste Gerichtshof Hæstiréttur hat am 21. September 2026 einen Antrag eines Mannes auf erneute Zulassung zur Berufung abgewiesen. Der Angeklagte war im Juni 2026 vom Berufungsgericht Landsréttur zu einer Haftstrafe von drei Jahren und sechs Monaten verurteilt worden wegen sexueller Straftaten gegen ein Kind und Vergewaltigung einer 13‑Jährigen.

Das Verfahren begann mit einem Urteil des Bezirksgerichts 2023, das den Beschuldigten in Teilen freisprach und ihn lediglich wegen weiterer sexualstrafrechtlicher Taten zu zwei Jahren Gefängnis verurteilte. Landsréttur hatte die frühere Entscheidung im Februar 2025 bzw. 2026 in Teilen aufgehoben und die Frage der Einwilligungsfähigkeit des minderjährigen Opfers neu bewertet.

Hæstiréttur begründet die Ablehnung damit, dass eine weitere Berufung voraussichtlich nicht zu einer Änderung des Urteils des Berufungsgerichts führen werde. Das Gericht wies darauf hin, dass die entscheidenden Punkte im Wesentlichen auf der Bewertung mündlicher Zeugenaussagen beruhten, die Hæstiréttur nach den Verfahrensregeln nicht im Ergebnis neu prüfen werde.

Das Gericht erinnerte zudem an die verfahrensrechtliche Vorgabe, dass eine Zulassung zur Berufung üblicherweise zu gewähren ist, wenn im Bezirksgericht freigesprochen, vor dem Berufungsgericht aber verurteilt wurde. Im vorliegenden Fall sah Hæstiréttur jedoch keine rechtlich begründete Aussicht, die Berufungsentscheidung zu revidieren.

Der konkrete Tatzeitraum datiert auf Februar 2022. Beobachter und Opfervertretungen kritisieren die Gesamtdauer des Verfahrens von mehr als vier Jahren und heben die Belastung für das Opfer hervor.

Parkour-Halle in Reykjavík muss bis 1. November räumen

(21.09.2026) Die ehrenamtlich betriebene überdachte Parkour-Anlage am Sævarhöfði wird wegen anstehender Abrissarbeiten in den kommenden Monaten geschlossen. Die Betreiber bitten die Stadt Reykjavík um Unterstützung bei einer Neuansiedlung.

Die Parkour‑Halle Parkour‑skúrinn an der Adresse Sævarhöfði in Reykjavík muss das Gebäude bis zum 1. November 2026 räumen, da das Haus innerhalb der nächsten Monate abgerissen werden soll.

Die Anlage wird seit rund fünf Jahren von Ehrenamtlichen betrieben. Laut Betreibern finden mindestens zwei wöchentliche offene Trainings statt. Kurse, Wettkämpfe und Gemeinschaftsangebote beruhen auf freiwilliger Arbeit und eigenen Mitteln. Einnahmen wurden den Angaben zufolge nicht erzielt.

Die Betreiber kündigten an, Ausrüstung und Aufbauten größtenteils in einen Container zu verlagern und den Betrieb über den Winter weitgehend einzustellen, falls kein neues Hallenangebot möglich wird. Ein vorgeschlagener Umzug an eine andere städtische Einrichtung scheiterte nach ihren Angaben an zu hohen Mietkosten.

Die Gruppe hat Reykjavíkurborg um Hilfe gebeten und konkrete finanzielle Unterstützung sowie Vermittlung von geeignetem Ersatzraum gefordert. In ihrem Beitrag nennen die Initiatoren Beispiele, bei denen die Stadt Vereine mit Raum oder Zuschüssen unterstützt habe, und fordern gleiche Möglichkeiten für Nischen‑ und Jugendsportarten.

Der Abriss- und Nutzungsplan für das Gebiet Sævarhöfði ist in städtischen Unterlagen verzeichnet. Die Entscheidung zur Räumung fällt in die laufenden Maßnahmen zur Neuordnung mehrerer Flächen entlang Sævarhöfða. In den kommenden Wochen dürfte die Stadt Stellungnahmen zur Zukunft der dort ansässigen Gruppen abgeben.

Stóruvellir in Bárðardal stellt Produktion von Hamsatólg ein

(20.09.2026) Der Betrieb Stóruvellir beendet die Herstellung von Tólg, Hamsatólg, Hangifloti und Außenkerzen. Gründer Garðar Jónsson geht in den Ruhestand, das Unternehmen steht zum Verkauf und Lagerbestände sind nur noch begrenzt vorhanden.

Der Hersteller Stóruvellir ehf. in Bárðardal hat die Fertigung von Tólg, Hamsatólg, Hangifloti und Außenkerzen eingestellt. Die Entscheidung fiel, weil Gründer Garðar Jónsson in den Ruhestand geht und der Betrieb zum Verkauf steht.

Die Einstellung wurde in einem Bericht des Landwirtschaftsblatts Bændablaðið am 15. September 2026 veröffentlicht. Das Nachrichtenportal Vísir veröffentlichte am 19. September eine Bestätigung durch Garðar Jónsson. Nach seinen Angaben ist Stóruvellir der einzige Hersteller von Hamsatólg in Island, weshalb das Produkt aus den Regalen verschwinden könnte, sobald die Lagerbestände abverkauft sind.

Stóruvellir produziert eigenen Angaben zufolge jährlich etwa 16 Tonnen Hamsatólg und rund 50.000–60.000 Außenkerzen. Für die Produktion werden nach Firmenangaben 40–50 Tonnen Fett pro Jahr verarbeitet. Hamsatólg und andere Tólg-Produkte werden demnach in den großen Lebensmittelgeschäften angeboten. Hangifloti wird überwiegend an Fischgeschäfte verkauft.

Garðar Jónsson hat den Betrieb nach eigenen Angaben bereits im Vorjahr zum Verkauf angeboten und Gespräche mit dem Schlachthaus Norðlenska geführt. Norðlenska hat erklärt, den vorhandenen Fettanteil zu verwerten, aber vorerst nicht die Produktion von Hamsatólg zu übernehmen. Garðar betont, dass im Herbst nur noch geringe Bestände vorhanden seien, falls niemand den Betrieb weiterführt.

Kommunale Unterlagen der Gemeinde Þingeyjarsveit vom 25. August 2026 weisen aus, dass Stóruvellir im Ort zum Verkauf steht und dass der Fortbestand des Betriebs mit zwei bis drei Vollzeitstellen für die lokale Wirtschaft von Bedeutung wäre. Angaben zur Gründung variieren. Es wird 1993 oder 1994 als Beginn der Produktion genannt.

USA und Dänemark kündigen Abkommen über Grönlands Sicherheit an

(19.09.2026) US‑Präsident Donald Trump erklärte am 18. September 2026, die USA hätten mit Dänemark und Grönland ein Abkommen geschlossen, das Washington dauerhafte Zuständigkeit für Sicherheitsfragen auf Grönland geben soll. Kopenhagen und Nuuk erwarten eine Unterzeichnung bei der UN‑Generalversammlung nächste Woche.

US‑Präsident Donald Trump hat am 18. September 2026 in sozialen Medien angekündigt, die USA hätten mit Dänemark und Grönland ein Abkommen geschlossen, das Washington «permanente Kontrolle» über Sicherheitsfragen auf Grönland gebe und einen sofortigen Ausbau einer starken US‑Militärpräsenz in Aussicht stelle.

Die dänische Regierung und die grönländische Exekutive bestätigten zeitgleich, dass ein Vertrag erwartet werde, der nächsten Woche am Rande der UN‑Generalversammlung in New York unterzeichnet werden solle. Nach Angaben aus Kopenhagen und Nuuk soll das Abkommen die gemeinsame Sicherheit im Arktis‑ und Nordatlantikraum stärken und zugleich die Souveränität des Königreichs und das Selbstbestimmungsrecht der grönländischen Bevölkerung anerkennen. Für seine Wirksamkeit sind nationale parlamentarische Verfahren vorgesehen.

Vorausgegangene Berichte nennen Kernpunkte des offenbar ausgehandelten Pakets: erweiterte Möglichkeiten für US‑Stützpunkte und -infrastruktur, eine Klausel, die den Bau von Basen durch Nicht‑NATO‑Staaten verhindert, sowie Begrenzungen für sensible ausländische Investitionen. In Kommentaren von Fachmedien und Regierungsstellen wird darauf hingewiesen, dass Trumps Formulierung vom Freitag deutlich weitergeht als die rechtliche Lage unter dem Verteidigungsabkommen von 1951, das den USA bereits umfassende Zugangsrechte zu Stützpunkten auf Grönland einräumt.

Die Vereinbarung erscheint als Kompromiss, der die monatelangen Verhandlungen zwischen Washington, Kopenhagen und Nuuk beendet. Konkrete Vertragsbestimmungen, Zeitpläne für den Ausbau der Militärpräsenz und der genaue parlamentarische Ratifikationsweg wurden in den bislang veröffentlichten Mitteilungen noch nicht dokumentiert.

Haushaltsentwurf 2027 gefährdet die Entwicklung des Landspítali

(18.09.2026) Landspítalis Direktor Runólfur Pálsson warnt, dass der von der Regierung vorgestellte Haushaltsentwurf vom 7. September 2026 die notwendige Weiterentwicklung des Universitätskrankenhauses aufhalten könne. Zugleich wurde am 17. September 2026 eine neue 20-Betten-Einheit eröffnet.

Runólfur Pálsson, Direktor des Landspítali in Reykjavík, schrieb am 17. September 2026, dass das jüngste Haushaltsvorhaben der Regierung die „nauðsynlega framþróun“ des Hauses zu behindern drohe und somit zu einer Stagnation führen könne. Den Vorschlag für den Staatshaushalt 2027 hatte Finanzminister Daði Már Kristófersson am 7. September 2026 präsentiert.

In seinem Beitrag kritisiert Runólfur, dass die derzeitigen Mittelzuteilungen nicht mit der gestiegenen Leistung und Nachfrage Schritt hielten. Er stellt fest, dass die leistungsorientierte Finanzierung hinter dem tatsächlichen Leistungsumfang zurückbleibe und fordert eine Prüfung, ob vorhandene Gesundheitsmittel effizienter genutzt und Prioritäten anders gesetzt werden können.

Gleichzeitig betont die Klinikleitung Verbesserungen im Notfallbereich: Am 17. September 2026 nahm Landspítali eine neue bráðamatsdeild mit 20 Betten in Betrieb, die die Steuerung des Patientenflusses stärken und die Akutversorgung entlasten soll. Landspítali verweist aber darauf, dass neue Gebäude wie ein Forschungszentrum nicht ausreichen, um langfristig mit nordischen Universitätskliniken mitzuhalten, wenn die laufenden Betriebsmittel ausbleiben.

Runólfur lobt das Personal und fordert eng abgestimmte Maßnahmen im gesamten Gesundheitswesen, vor allem bessere Organisationsstrukturen und effizientere Personaleinsatzplanung, um die Versorgungskapazität des einzigen Universitätskrankenhauses Islands zu sichern.

Island: Hundebesitzer dauerhaft der Obhut über zwei Hunde entzogen

(17.09.2026) Die isländische Behörde Matvælastofnun entzog einem Halter dauerhaft die Obhut über zwei Hunde, nachdem Ermittlungen katastrophale Haltungs‑ und Wohnbedingungen dokumentierten. Das zuständige Ministerium wies eine Beschwerde zurück.

Die isländische Lebensmittel‑ und Veterinärbehörde Matvælastofnun hat einem Hundehalter die Obhut über zwei Tiere dauerhaft entzogen. Das Ministerium (Atvinnuvegaráðuneytið) bestätigte die Entscheidung mit einem Verwaltungsurteil vom 14. August 2026.

Die Maßnahme folgte auf eine Anzeige einer Betreuungsperson, die den Zustand der Tiere und des Haushalts am 22. September 2025 meldete. Bei einer Vor-Ort‑Überprüfung stellten Behörde und Polizei erhebliche Mängel fest: Die Hunde waren in ein kleines Zimmer gesperrt, das mit herumliegendem Müll, Essensresten, gebrauchten Windeln und teils verschimmelter Bettwäsche vermüllt war. Es lagen außerdem Medikamenten‑ und Verpackungsreste auf dem Boden, die Tiere hatten offenbar längere Zeit im Haus ihre Notdurft verrichtet, ein Hund war übergewichtig und der andere stark verfilzt. Es gab zudem Belege für angenagte Stromkabel und anderes gefährliches Material.

Matvælastofnun hatte den Halter bereits zuvor ermahnt und laut Verwaltungsakten wiederholte Mängel festgestellt. Die Behörde nahm die Hunde im September 2025 in Begleitung der Polizei in Obhut und verfügte am 27. Oktober 2025 deren dauerhafte Umplatzierung. Der Betroffene legte am 5. Januar 2026 Beschwerde ein. Das Ministerium wies die Beschwerde zurück und bestätigte die Rechtsgrundlage der Entziehung.

In den Akten heißt es, die Betreuungsperson habe den Halter zuvor mehrfach auf Zustand und Versorgung hingewiesen. Die nun endgültig verfügte Zuweisung der Tiere an andere Halter oder Einrichtungen ist erfolgt. Die Hunde befinden sich nicht mehr im Haushalt des ursprünglichen Eigentümers.

Fähre Baldur geht am 6. Oktober in die Werft – Ingólfur übernimmt Verbindungen

(16.09.2026) Die Breiðafjörður‑Fähre Baldur wird am 6. Oktober 2026 in Hafnarfjörður in die Werft gestellt. Voraussichtliche Liegezeit vier bis sechs Wochen. Das Passagierschiff Ingólfur ersetzt Baldur zeitweise auf der Strecke.

Die Fähre Baldur wird am 6. Oktober 2026 in Hafnarfjörður in die Werft gefahren und damit vorübergehend aus dem Dienst genommen. Die Betreiberfirma Ferjuleiðir kündigte an, dass Baldur voraussichtlich vier bis sechs Wochen in der Werft bleiben wird und die letzte planmäßige Überfahrt über den Breiðafjörð am Montag, dem 5. Oktober, stattfinden soll.

Auf der Verbindung Stykkishólmur–Brjánslækur mit Zwischenstopp Flatey übernimmt vorübergehend das Passagierschiff Ingólfur die Fahrten. Ingólfur kommt aus Ísafjörður und wird laut Ankündigung an festgelegten Wochentagen – derzeit genannt sind Dienstag, Freitag und Sonntag – eingesetzt. Konkrete Abfahrtszeiten will der Betreiber zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgeben.

Ferjuleiðir wies ausdrücklich darauf hin, dass Warentransporte und schwere Güter nach Flatey möglichst vor dem Beginn des Werftaufenthalts abgewickelt werden sollten, da Ingólfur ein kleineres Passagierschiff ist und die Ladekapazitäten begrenzt sein können. Weitergehende Details und tagesaktuelle Fahrpläne sollen über die Kommunikationskanäle des Betreibers veröffentlicht werden.

Zur Einordnung: Baldur ist das reguläre Fahrzeug auf der Breiðafjörð‑Route und wurde in diesem Jahr bereits zeitweise für andere Einsätze umdisponiert. Betreiberwechsel und Umplanungen bei Inselverbindungen kommen in Island gelegentlich vor, wenn Schiffe gewartet oder temporär anders eingesetzt werden müssen.

Küstenwache holt kranken Matrosen 109 Seemeilen vor Bjargtangar

(15.09.2026) Eine Rettungsaktion der isländischen Küstenwache brachte am 14. September ein erkranktes Besatzungsmitglied aus einem norwegischen Fangschiff nach Reykjavík. Es ist der zweite Ferneinsatz binnen 48 Stunden.

Die Hubschrauber der isländischen Küstenwache haben am 14. September einen erkrankten Matrosen aus einem norwegischen Langleinenfangschiff aufgenommen und nach Reykjavík geflogen. Die Rettungsaktion fand etwa 109 Seemeilen nordwestlich von Bjargtangar statt. Die Maschine landete am Flugfeld in Reykjavík gegen 14:30 Uhr, wo ein Krankenwagen den Mann übernahm.

Der Einsatz wurde der Küstenwache kurz vor Mittag gemeldet. Beide verfügbaren Rettungshubschrauber wurden alarmiert. Eine Maschine holte den Patienten an Bord, die andere landete vorübergehend auf Ísafjörður, um als Reserve zur Verfügung zu bleiben. Das Schiff steuerte in die isländische Wirtschaftszone, um die Übergabe zu ermöglichen.

Es handelte sich um den zweiten großräumigen medizinischen Evakuierungseinsatz binnen kurzer Zeit. Bereits am Vortag hatte die Küstenwache einen kranken Menschen von einem ausländischen Versorgungsschiff in rund 200 Seemeilen Entfernung geborgen. Ásgeir Erlendsson, Sprecher der Landhelgisgæsla, bestätigte die Einsätze und nannte die Zahl der Ferneinsätze in letzter Zeit ungewöhnlich hoch und sprach von einer Reihe von Zufällen.

Bei derartigen Entfernungen ist es üblich, beide Hubschrauber einzusetzen, um Sicherheit und Einsatzfähigkeit zu gewährleisten. Solche Ferneinsätze erfordern koordinierte Abläufe zwischen Schiff, Hubschraubern, Überwachungsflugzeugen und Bodenrettungsdiensten und belasten die verfügbaren Ressourcen stärker als kürzere Rettungsflüge.

Deutlicher Einbruch bei Kreuzfahrtanläufen im Osten Islands

(14.09.2026) Häfen in Múlaþing melden für 2026 deutlich weniger geplante Kreuzfahrtschiffe als 2025. Hafenstatistiken zeigen rückläufige Anläufe, Passagierzahlen und Einnahmen. Betreiber nennen die neue Infrastrukturgebühr als wichtigen Grund.

Die Häfen im Osten Islands verzeichnen für 2026 einen deutlichen Rückgang geplanter Kreuzfahrtanläufe gegenüber 2025, was lokale Hafenbetreiber und Dienstleister alarmiert.

Offizielle Hafenkalender und -statistiken zeigen konkrete Zahlen: Für Borgarfjörður eystri sind für 2026 bislang 13 Anläufe aufgeführt, nach 23 Anläufen im Jahr 2025. Djúpivogur wird für 2026 mit 42 geplanten Anläufen geführt, nach 57 im Jahr 2025. Die Daten stammen aus den veröffentlichten Planlisten der Kommunalhäfen und Jahresübersichten für 2025.

Die Passagierzahlen und Hafenerträge belegen die wirtschaftliche Bedeutung: 2025 registrierte Borgarfjörður eystri rund 3.588 Kreuzfahrtpassagiere und Einnahmen in niedriger Millionenhöhe (ISK), Djúpivogur verzeichnete etwa 31.053 Passagiere und deutlich höhere Hafenerträge. Diese Werte stammen aus amtlichen Hafenauswertungen für 2025.

Kreuzfahrtbranche, Hafenvertreter und lokale Stellen führen als Hauptursachen Änderungen in der Abgabenregelung an. Das isländische Parlament hatte ein sogenanntes innviðagjald für Kreuzfahrtpassagiere gesetzlich festgelegt. Der aktuelle gesetzliche Satz beträgt 1.600 ISK pro Passagier und pro angebrochenem 24-Stunden-Zeitraum. Zuvor war ein höherer Satz angekündigt. Das Thema hatte bereits 2024/2025 zu Protesten und zum Teil zu Stornierungen geführt.

Branchenverbände und Betreiber meldeten, dass kurzfristig veränderte Rahmenbedingungen bei Gebühren und Zollregelungen Buchungen beeinflussen. Hafen- und Buchungslisten zeigen, dass viele Linien ihre Anläufe neu geplant oder reduziert haben, sodass in den kommenden Jahren weitere Schwankungen möglich bleiben.

Island kündigt große Polizeireform und neues Zivilschutzgesetz an

(13.09.2026) Das Justizministerium präsentiert eine 17-Punkte-Vorlage, darunter die bisher umfangreichste Umstrukturierung der Polizei, neue Gesetze zum Zivilschutz und zur Sicherheitsbranche sowie weitere Änderungen im Einwanderungsrecht.

Das Justizministerium hat am 10. September 2026 eine 17-Punkte-Vorlage vorgestellt, die eine weitreichende Neuorganisation der isländischen Polizei, ein neues Regelwerk zum Zivilschutz und ein Gesetz für Sicherheitsdienste vorsieht. Die Regierung kündigte an, die geplanten Änderungen zur Polizeistruktur im November vorzulegen.

Zentrale Maßnahme ist die Reduzierung der Zahl der Polizeibehörden bei gleichzeitiger Stärkung der verbleibenden Dienststellen. Innenpolitisch begründet das Ministerium die Schritte mit dem Ziel, die Einsatzfähigkeit zu erhöhen und die Behörden besser in die Lage zu versetzen, ihre gesetzlichen Aufgaben zu erfüllen. Die Justizministerin reiste im Sommer zu jedem Polizeikommando, um die Pläne vorzustellen und Rückmeldungen einzuholen.

Teil der Gesetzesagenda sind außerdem schärfere Maßnahmen gegen organisierte Kriminalität. Vorgesehen sind eine erweiterte Definition organisierter Gruppen, stärkere Ermittlungsbefugnisse und verschärfte Strafrahmen. Finanzielle Instrumente zur Bekämpfung krimineller Gewinne sollen ergänzt werden.

Das Paket sieht zudem ein neues Gesetz über Sicherheitsdienste vor, das unter anderem die Aufsicht über Türsteher und andere private Sicherheitskräfte intensivieren will. Parallel plant das Ministerium eine umfassende Neufassung des Zuwanderungsrechts. Diskutiert werden unter anderem Änderungen beim Aufenthaltsrecht, bei Familienzusammenführungen und bei Regelungen für temporären Schutz.

Konkrete Gesetzestexte und Termine für Beschlüsse nannte die Regierung bislang nicht. Die nächsten Monate sollen der Ausarbeitung der Entwürfe und weiteren Konsultationen mit Behörden und Verbänden dienen.

Latin American Film Festival Reykjavík: Fünftägige Ausgabe 15.–19. September 2026 in Bíó Paradís

(12.09.2026) Das Latin American Film Festival Reykjavík (LAFF‑RVK) findet in der vierten Ausgabe vom 15. bis 19. September 2026 im Kino Bíó Paradís statt. Gezeigt werden fünf Länderprogramme mit Abendvorführungen und Rahmenprogramm.

Das Latin American Film Festival Reykjavík (LAFF‑RVK) kehrt in seiner vierten Ausgabe vom 15. bis 19. September 2026 ins Kino Bíó Paradís zurück.

Das Programm konzentriert sich auf aktuelle Spiel‑ und Autorenfilme aus Lateinamerika und hebt Arbeiten von Regisseurinnen hervor. Als Abendvorführungen sind unter anderem Sad Girlz (Mexiko) am 15. September, A Bright Future (Uruguay) am 16. September, The Virgin of the Quarry Lake (Argentinien) am 17. September, Queens (Peru) am 18. September und Forever Your Maternal Animal (Costa Rica) am 19. September angekündigt. Die meisten Vorstellungen beginnen um 19:00 Uhr und werden mit englischen Untertiteln gezeigt.

Mehrere Festivalfilme sind bei großen Festivals ausgezeichnet worden, darunter Sad Girlz mit Auszeichnungen auf der Berlinale 2026 und Forever Your Maternal Animal mit einem Preis in Cannes 2026. Das Programm kombiniert Vorführungen mit Musik, gastronomischen Angeboten und Gesprächsformaten. Zum Abschluss ist eine Party im Regnboginn‑Bereich von Bíó Paradís mit Liveauftritten geplant.

Der Eintritt erfolgt frei gegen Reservierung über die Kartenplattform von Bíó Paradís. Einige Vorstellungen sind bereits als ausverkauft gelistet. Die Kinokasse öffnet eine halbe Stunde vor der jeweils ersten Vorstellung. Ansprechpartner des Hauses ist Bíó Paradís, Hverfisgata 54, Reykjavík, Telefon +354 412 7711 und midasala@bioparadis.is.

Rechenzentren: 101 Mrd. ISK an Computerimporten prägen Islands Handelsbilanz

(11.09.2026) Landsbankinn verzeichnet für das erste Halbjahr 2026 Computer- und Bürotechnikimporte von 101 Milliarden ISK, überwiegend für Rechenzentren. Die Finanzierungswege erklären, warum das große Warenbilanzdefizit die Króna nicht automatisch schwächte.

Die isländische Bank Landsbankinn weist für das erste Halbjahr 2026 Importe von Büro- und Computertechnik in Höhe von 101 Milliarden ISK aus. Fast die gesamte Summe entfällt dem Bericht zufolge auf Ausrüstung, die für Rechenzentren nach Island gebracht wurde.

Gleichzeitig ergab sich in den ersten sechs Monaten ein Warenhandelsdefizit von rund 177 Milliarden ISK und ein Gesamtbilanzdefizit von etwa 150 Milliarden ISK. Die isländische Króna hat sich in diesem Zeitraum dennoch um etwa 4,8 Prozent gegenüber wichtigen Währungen aufgewertet, was auf Abläufe bei Finanzierung und Zahlungsverkehr zurückzuführen ist.

Viele Großkäufe von Servern und Infrastruktur werden demnach von ausländischen Eigentümern finanziert und über ausländische Kanäle abgewickelt. Die Importe erscheinen in der Handelsstatistik, führen aber nicht immer zu einem unmittelbaren Verkauf von Krónur am Devisenmarkt. Parallel fließen durch inländische Bau- und Betriebsausgaben sowie durch Kapitalbewegungen Gelder nach Island, was die Nachfrage nach Krónur stützt.

Als Indikatoren für das Ausmaß internationaler Investitionen nennt die Analyse laufende Ausbauten wie die Verdopplung des Borealis-Standorts bei Blönduós und die im Februar 2026 abgeschlossene Übernahme des nordischen Betreibers atNorth durch ein Konsortium um Equinix und CPP Investments. Solche Projekte erhöhen zugleich den Bedarf an Netzanschlüssen, Umspannkapazität und langfristiger Stromversorgung.

Die Zahlen zeigen, dass hohe Importwerte für Rechenzentren die Handelsbilanz deutlich belasten können, ohne automatisch Abwertungsdruck auf die Króna zu erzeugen. Gleichzeitig verstärken sie die Debatte über Netz- und Energieinfrastruktur, da zusätzliche Erzeugungs- und Übertragungskapazitäten für weitere Projekte nötig sein dürften.

Halbjahresbericht: Seltjarnarnesbær meldet deutliche Haushaltsverschlechterung

(10.09.2026) Der Zwischenbericht für Januar–Juni 2026 zeigt erhebliche Verluste, stark gestiegene Schulden und eine angespannte Liquiditätslage. Der kommunale Minderheitsblock fordert sofortige Haushaltsüberprüfung.

Der Halbjahreszwischenbericht der Gemeinde Seltjarnarnesbær, vorgestellt in der Gemeinderatssitzung am 9. September 2026, dokumentiert eine deutliche Verschlechterung der Finanzlage: Der A‑Haushalt weist nach Angaben der Minderheitsfraktion ein Defizit von 521 Millionen isländischen Kronen (ISK) für die ersten sechs Monate aus, konsolidiert (A‑ und B‑Teil) beträgt der Verlust 411 Mio. ISK. Der operative Nettozufluss liquider Mittel des A‑Teils liegt dem Bericht zufolge bei −78 Mio. ISK, nachdem es im Vorjahr noch +89 Mio. ISK betrug.

Der Minderheitenvermerk nennt eine negative Abweichung gegenüber der genehmigten Haushaltsplanung von rund 400 Mio. ISK. Die Gesamtschulden der Kommune seien innerhalb eines Halbjahres um etwa 880 Mio. ISK auf rund 9,5 Milliarden ISK gestiegen. Das Eigenkapital des A‑Teils sei um 521 Mio. ISK geschrumpft und liege nun bei etwa 1,056 Mrd. ISK. Kurzfristige Vermögenswerte deckten nach Auffassung der Verfasser nicht die kurzfristigen Verbindlichkeiten.

Die Fraktionen Samfylkingin, Viðreisn und unabhängige Ratsmitglieder veröffentlichten eine formelle Bókun, unterzeichnet von Kristinn Ólafsson und Sigurþóra Bergsdóttir. Sie verlangen sofortige Nachprüfung des Haushalts, eine Überprüfung von Leistungsbereichen und eine Prioritätensetzung bei geplanten Investitionen. Gleichzeitig betonen sie, dass Grunddienste für Kinder und besonders schutzbedürftige Gruppen erhalten bleiben müssen.

Die Gemeinde hatte den Haushalt für 2026 Ende 2025 mit einer positiven Konsolidierungsprognose von rund 115 Mio. ISK verabschiedet. Angesichts der nun vorgelegten Halbjahreszahlen fordern Oppositionsvertreter rasche Einsparungsmaßnahmen und eine klare Strategie zur Stabilisierung der Liquidität. Eine ausführliche Reaktion des Mehrheitsbündnisses lag zum Zeitpunkt der Berichterstattung nicht vor.

Staat stoppt Produktivitätsanpassung – Einkommensteuer steigt um ISK 3,1 Mrd. in 2027

(09.09.2026) Im vorgestellten Haushaltsentwurf für 2027 setzt die Regierung die sogenannte Produktivitätsanpassung außer Kraft. Dadurch würden Privatpersonen im kommenden Jahr insgesamt rund ISK 3,1 Milliarden mehr an Einkommensteuer zahlen.

Die Regierung hat im Haushaltsentwurf für 2027 die Produktivitätskomponente bei der Indexierung von Steuerstufen und dem persönlichen Steuerfreibetrag für ein Jahr ausgesetzt, womit der Staat nach Schätzung des Finanzministeriums rund ISK 3,1 Milliarden zusätzliche Einnahmen aus der Einkommensteuer erzielt. Der Entwurf wurde am 7. September 2026 präsentiert.

Normalerweise werden Einkommensteuertarife und der persönliche Steuerfreibetrag jährlich an die Inflation plus einen Produktivitätsfaktor angepasst. Seit 2022 galt ein Produktivitätsfaktor von 1 Prozent. Für 2027 sieht der Entwurf einen temporären Faktor von 0 Prozent vor, so dass die Einkommensgrenzen nur um die im Entwurf angenommene Inflation von 5,2 Prozent steigen. Der persönliche Steuerfreibetrag würde damit von ISK 72.492 (2026) auf ISK 76.262 steigen, statt auf ISK 76.987 bei Beibehaltung des 1-Prozent-Faktors.

Konkrete Tarife im Entwurf bleiben nominal dreistufig: 31,49 Prozent für die erste Stufe, 37,99 Prozent für die mittlere und 46,29 Prozent für die höchste Stufe. Nach den im Entwurf verwendeten Zahlen läge die Obergrenze der ersten Stufe 2027 bei ISK 524.024 statt etwa ISK 529.006 bei fortgesetzter Berücksichtigung des Produktivitätsfaktors.

An einem Beispiel erläutert der Entwurf die Wirkung: Bei einem durchschnittlichen Monatslohn von ISK 816.000 und abzüglich eines Pensionsbeitrags von 4 Prozent führt die Änderung für diese Einkommenshöhe zu rund ISK 1.049 mehr Lohnsteuer pro Monat, also knapp ISK 12.600 im Jahr. Die Belastung variiert je nach Einkommenshöhe.

Als Begründung nennt das Ministerium kürzlich überarbeitete volkswirtschaftliche Daten, die langfristiges Produktivitätswachstum geringer ausweisen als zuvor angenommen. Im Entwurf ist ferner vorgesehen, den Produktivitätsfaktor ab 2028 für fünf Jahre auf 0,5 Prozent zu setzen. Vertreter der Wirtschaft kritisierten die Entscheidung und warnten vor einer zusätzlichen Belastung mittlerer Einkommen.

Woche vom 7. bis 13. September: Konzerte, Workshops, Kajaktour und VAKA-Festival

(08.09.2026) In Reykjavík und Kópavogur finden diese Woche mehrere kulturelle Veranstaltungen statt, darunter ein Konzert von Joep Beving, ein Workshop zum Basteln von Briefumschlägen, Kajakfahrten auf Jökulsárlón und die neunte Ausgabe des VAKA-Festivals.

Vom 7. bis 13. September 2026 steht die Hauptstadtregion im Zeichen eines dichten Kulturprogramms: kleine Workshops, ein Kirchenkonzert, die Eröffnung einer Fotoausstellung, eine geführte Kajaktour auf der Gletscherlagune Jökulsárlón sowie das VAKA Folk Arts Festival in Kópavogur.

Am Montag, dem 7. September, bietet die Bar Röntgen in der Innenstadt ab 20:00 eine kombinierte Mal- und Ausgehveranstaltung an, bei der Leinwand, Farben und Pinsel gestellt werden und es zeitlich begrenzte vergünstigte Preise während der Happy Hour gibt.

Am Dienstag, dem 8. September, veranstaltet die Árbær City Library einen Kreativworkshop zum Falten von Briefumschlägen von 15:30 bis 17:30. Am Mittwoch, dem 9. September, listet die Veranstaltungsübersicht eine geführte Kajaktour durch die Eislandschaft der Jökulsárlón-Gletscherlagune mit Abfahrt am Vormittag. Anbieter für solche Touren ist unter anderem Troll.is, das Kajakfahrten auf Jökulsárlón als Sommeraktivität anbietet.

Am Donnerstag, dem 10. September, spielt der niederländische Pianist und Komponist Joep Beving zusammen mit der isländischen Musikerin Sóley um 20:00 in der Fríkirkjan í Reykjavík. Am Freitag beginnt in der Yoga Shala Reykjavík ein 50-stündiger Fortbildungskurs „Journey Through the Chakras“, der laut Kursseite am 11. September startet und derzeit als ausgebucht angezeigt wird.

Am Samstag, dem 12. September, eröffnet im Reykjavík Museum of Photography die Schau „Ólafur K. Magnússon: On the Scene“ um 15:00. Die neunte Ausgabe des VAKA Folk Arts Festival startet am Sonntag, dem 13. September, in und um das Kópavogur Cultural Centre und läuft bis zum 19. September mit Konzerten, Tanz, Werkstätten und Vorträgen.

Reykjavík schließt Versorgung am Wohnwagenplatz Sævarhöfði – Bewohner zum Verlassen aufgefordert

(07.09.2026) Die Stadt Reykjavík hat Anfang September angeordnet, die Einrichtungen am Wohnwagenplatz Sævarhöfði zu schließen. Die Feuerwehr hatte Sicherheitsmängel gerügt. Für die rund ein Dutzend Bewohner wurde eine Räumungsfrist genannt.

Die Stadt Reykjavík hat Anfang September die Schließung der Versorgungsanlagen auf dem Wohnwagenplatz am Sævarhöfði angeordnet und die dort lebenden Menschen aufgefordert, das Areal zu räumen.

Stadtratsvorsitzender Einar Þorsteinsson erklärte, die Entscheidung sei auf Anraten der Feuerwehr getroffen worden. Die Stadt begründete den Schritt mit Brandschutzbedenken und Sicherheitsmängeln an der provisorischen Siedlung auf dem Industrieareal.

Auf dem Platz stehen nach Medienberichten zwölf Wohnwagen, in denen insgesamt etwa 13 Personen leben. Bewohner berichteten, ihnen sei mitgeteilt worden, dass Strom- und Wasserversorgung sowie der Zugang zu den gemeinschaftlichen Waschräumen ab dem 1. November abgeschaltet würden und sie das Gelände bis dahin räumen müssten.

Die betroffene Gruppe war 2023 von einem städtischen Campingplatz in Laugardal auf das Industrieareal am Sævarhöfði umgesiedelt. Ein im Frühjahr 2026 vereinbartes Ausweichquartier in Gufunes wurde später von der Stadt nicht länger unterstützt, weshalb eine dauerhafte Lösung bislang ausblieb.

Bewohner und Vertreter der Association of RV Dwellers kritisieren, die Stadt habe keine konkreten Ersatzangebote unterbreitet. Nach Angaben lokaler Medien wollte der zuständige Stadtrat gegenüber dem öffentlich‑rechtlichen Rundfunk keine Stellungnahme abgeben. Die Lage bleibt damit offen, bis die Stadt konkrete Übergangslösungen oder Fristregelungen nennt.

Autofahrer mit 190 km/h in 90‑km/h‑Zone angehalten, mehrere Vorfälle in Hauptstadtregion

(06.09.2026) In der Nacht auf den 4. September 2026 hielt die Polizei in der Hauptstadtregion einen Fahrer an, der mit 190 km/h in einer 90‑km/h‑Zone gemessen wurde. Der Polizeibericht listet außerdem eine Körperverletzung, ein Auto im Vorgarten und einen mutmaßlich alkoholisierten Fluchtversuch.

Die Polizei der Hauptstadtregion hielt in der Nacht zum 4. September 2026 einen Autofahrer an, der mit 190 km/h in einer 90‑km/h‑Zone gemessen wurde.

Die Angabe stammt aus der Polizeidatenübersicht für den Zeitraum 17:00 Uhr am 3. September bis 05:00 Uhr am 4. September 2026. In dem Eintrag wird kein genauer Messort genannt. Der Mann wurde zur Dienststelle 1 gebracht, die für Austurbær, Miðbær, Vesturbær und Seltjarnarnes zuständig ist.

Im selben Polizeibericht wurden mehrere weitere Vorfälle verzeichnet. In zentralen Teilen von Reykjavík leitete die Polizei Ermittlungen zu einer Körperverletzung ein. In Kópavogur/Breiðholt endete ein Verkehrsunfall damit, dass ein Pkw in den Garten eines Wohnhauses fuhr. Hier besteht nach Angaben der Polizei kein Verdacht auf Fahruntüchtigkeit.

Außerdem versuchte ein mutmaßlich betrunkener Fahrer, sich zu Fuß der Kontrolle zu entziehen, wurde aber in kurzer Entfernung zum Fahrzeug gestellt. Die Polizeibilanz für die Nacht nennt insgesamt 78 registrierte Fälle und zwei Personen, die zeitweise in Gewahrsam blieben.

Polizeiberichte und Medien nennen solche Einzelfälle vor dem Hintergrund anhaltender Sorgen über gefährliches Fahren und Alkohol am Steuer in der Hauptstadtregion. Konkrete Angaben zu Strafen oder laufenden Strafverfahren wurden im Tagesbericht nicht genannt.

Reykjavík Jazz 2026: Purismus trifft Experimente und Exotik

(05.09.2026) Die 36. Ausgabe des Reykjavík Jazz Festivals (25.–30. August 2026) machte Reykjavík zur Bühne für ein breit gefächertes Programm aus klassischem Jazz, elektronischen Grenzgängen und weltmusikalischen Einflüssen.

Das Reykjavík Jazz Festival fand in diesem Jahr vom 25. bis 30. August 2026 statt und präsentierte in Harpa, Iðnó und der neuen Spielstätte Fantasía ein Programm, das klassische Jazztradition mit elektronischen und außereuropäischen Klängen verzahnte.

Im großen Saal Norðurljós von Harpa standen an mehreren Abenden internationale Gäste auf dem Programm. Die polnische Gruppe Kosmonauci trat dort mit einer Mischung aus vibraphongetragener Filmästhetik und Drum-'n'-Bass-Rhythmen auf. Ebenfalls in Harpa gab es die Veröffentlichungskonzerte von Ásgeir Ásgeirsson für sein dreiteiliges Album "Crossing Borders" sowie einen Latinabend mit Los Bomboneros und Gästen wie Mugison und Sigtryggur Baldursson.

Das Programm verteilte sich bewusst auf verschiedene Orte der Stadt. In Fantasía dominierten experimentelle Formate, etwa das Duo aus Schlagzeug und Bass, das mit Drohnenklängen und bassgetriebenen Trip-Hop-Passagen arbeitete. Iðnó bot Raum für instrumentale Arrangements und Albumpräsentationen, darunter das Veröffentlichungskonzert der Mikael Máni Quintet. Wiederkehrende Musiker traten mehrfach in unterschiedlichen Formationen auf, was dem Festival einen kollegialen, durchlässigen Charakter verlieh.

Die 36. Ausgabe setzte auf programmatische Vielfalt statt auf ein monolithisches Genrebild. Die Mischung aus etablierten isländischen Namen und jungen internationalen Formationen machte die Woche zu einer Schau aktueller Tendenzen in Jazz und improvisierter Musik.

Island legt Entwurf gegen organisierte Kriminalität zur Konsultation vor

(04.09.2026) Das Justizministerium hat einen Gesetzentwurf veröffentlicht, der härtere Strafen, erweiterte Vermögenssicherungen und neue Ermittlungsbefugnisse vorsieht. Die Vorlage befindet sich derzeit in der staatlichen Konsultation.

Das isländische Justizministerium hat am 2. September 2026 einen Gesetzentwurf zur Bekämpfung organisierter Kriminalität in die öffentliche Konsultation gestellt. Der Entwurf sieht schärfere Instrumente vor, unter anderem die Anhebung der Höchststrafe für Beteiligung an organisierter Kriminalität von vier auf acht Jahre sowie erweiterte Möglichkeiten zur Sicherstellung von Vermögen.

Weitere geplante Änderungen betreffen die Ermittlungsbefugnisse. Der Text regelt die Herausgabe von Ermittlungsmaterial an Verteidiger neu, sieht eine Ausweitung der Dauer der Untersuchungshaft vor und nennt Ausnahmen, die bestimmte Maßnahmen vor richterlicher Anordnung erlauben sollen, wenn dringende Ermittlungsgründe vorliegen. Teile der Vorlage sind als Umsetzung der im Januar 2026 vorgestellten Strategie "Öruggara Ísland" eingeordnet.

Hintergrund sind Einschätzungen der Polizeibehörden, wonach sich die Zahl organisierter Gruppierungen in Island in etwa einem Jahrzehnt deutlich erhöht hat. Die isländischen Behörden beteiligten sich in diesem Jahr an grenzüberschreitenden Ermittlungen, unter anderem an einer von Europol unterstützten Aktion gegen Kokainschmuggel, die zu Dutzenden Festnahmen in mehreren Staaten führte.

Der Entwurf ist derzeit im staatlichen Konsultationsportal einsehbar. Fristen und der endgültige Wortlaut müssen im Konsultationsdokument geprüft werden, bevor der Gesetzentwurf dem Parlament zur weiteren Behandlung vorgelegt wird. Justizministerin Þorbjörg Sigríður Gunnlaugsdóttir hat die Vorlage zur Konsultation gegeben.

Borgarlína: Bauarbeiten an Nauthólsvegur und an der Reykjavík University gestartet

(03.09.2026) Am 1. September 2026 begannen in Reykjavík Arbeiten an der ersten Ausbaustufe der Borgarlína. Betroffen sind Nauthólsvegur, Menntavegur und Menntasveigur sowie die Anbindung an die Fossvogur‑Brücke.

Am 1. September 2026 sind in Reykjavík die Bauarbeiten an der ersten Ausbaustufe der Busschnellverbindung Borgarlína am Nauthólsvegur und auf dem Gelände der Reykjavík University gestartet.

Das Projekt umfasst die Umgestaltung von Nauthólsvegur, Menntavegur und Menntasveigur einschließlich neuer Ampelanlagen statt des bisherigen Kreisverkehrs, einer neuen Zufahrt zum Campus und einer Haltestelle für die Borgarlína westlich der Universität. Im Querschnitt ist ein zentraler, von der übrigen Fahrbahn getrennter Fahrstreifen für den ÖPNV vorgesehen. Für den Kraftfahrzeugverkehr bleibt während der Arbeiten jeweils eine Fahrspur pro Richtung offen.

Für die Bauabschnitte sind 950 Meter Spuren für den Busschnellverkehr, 570 Meter Autospuren sowie rund 3.300 Meter Geh‑ und Radwege geplant. Der offizielle Zeitrahmen nennt August/September 2026 als Baubeginn und Juli 2028 als Fertigstellung des Abschnitts.

Den Ausführungsvertrag erhielten die Bieter Gröfu og Grjót und Malbikunarstöðin Höfði zum Angebotspreis von 2,27 Milliarden ISK inklusive Mehrwertsteuer. Auftraggeber sind die Projektgemeinschaft Betri samgöngur in Kooperation mit Reykjavíkurborg und den Versorgungsbetrieben Veitur. Die Arbeiten bieten zugleich Gelegenheit für Erneuerungen an den Leitungsnetzen.

Die Bauarbeiten am Nauthólsvegur verbinden direkt mit dem Bau der Fossvogur‑Brücke, die als 270 Meter lange Schlüsselverbindung für Busse, Fußgänger und Radfahrende Teil der ersten Borgarlína‑Strecke ist und für Mitte 2028 avisiert wird. Parallel sind Vorbereitungen für die Umgestaltung rund um Hlemmur im Gange, dort wird mit Arbeiten gerechnet, die bis Ende 2027 abgeschlossen sein sollen.

Nördlicher Schnabelwal an Brandsvík bei Djúpivogur gestrandet

(02.09.2026) Am 1. September 2026 strandete ein lebender, rund fünf Meter langer nördlicher Schnabelwal in Brandsvík. Polizei, ein Tierarzt und Anwohner versuchten, das Tier feucht zu halten und bei Flut zurückzuleiten.

Ein lebender nördlicher Schnabelwal wurde am Morgen des 1. September 2026 in Brandsvík an der Südküste von Djúpivogur an Land gespült. Das Tier wurde auf etwa fünf Meter Länge geschätzt. Anwohner und Einsatzkräfte begannen sofort, es feucht zu halten und zu beobachten.

Die Polizei von Austurland übernahm die Einsatzleitung vor Ort. Laut Berichten waren neben einem Tierarzt auch Mitarbeiter der Náttúrufræðistofnun sowie weitere zuständige Stellen informiert. Augenzeugen beschrieben, wie Helfer dem Wal Wasser übergossen und nasse Tücher legten, um ein Austrocknen der Haut zu verhindern.

Nach ersten Einschätzungen war das Tier geschwächt und an einer Körperseite blutverschmiert. Die Einsatzkräfte entschieden, zunächst abzuwarten, ob der Wal sich bei der nächsten Flut selbst wieder ins Meer bewegen könne. Am frühen Nachmittag gelang es dem Tier offenbar, kurz zurück ins Wasser zu schwimmen. Es trieb jedoch wenig später wieder an Land.

Ortsansässige Helfer berichteten, dass eine lokale, neu gegründete Hvalabjörgunarsveit sowie die Rettungsgruppe Bára in die Lage eingebunden werden sollten, falls eine aktive Bergung nötig würde. Zugleich wurde erklärt, dass bei anhaltender schwerer Schädigung eine Tötung zur Linderung von Leiden geprüft werden müsse.

Die Situation blieb zum Zeitpunkt der letzten Berichte unklar. Beobachter vor Ort und die Behörden setzten die Betreuung des Tieres fort, bis eine Entscheidung über ein mögliches Eingreifen oder weitere Maßnahmen getroffen wurde.

Drei junge Menschen bei Unfall auf Krýsuvíkurvegur getötet

(01.09.2026) In der Nacht zum 31. August kam ein Pkw auf der Krýsuvíkurvegur von der Fahrbahn ab. Drei Insassen starben. Polizei und Rettungskräfte rückten aus, nähere Details zu Ursache und Altersangaben stehen noch aus.

In der Nacht zum 31. August sind drei junge Menschen bei einem Verkehrsunfall auf der Krýsuvíkurvegur ums Leben gekommen. Das Unglück wurde der Polizei kurz nach Mitternacht gemeldet.

Nach Angaben der Einsatzkräfte geriet ein Pkw von der Fahrbahn ab. Das Fahrzeug blieb abseits der Fahrbahn liegen. Rettungsdienste und Polizei rückten aus, bestätigten die Todesfälle jedoch zunächst nur gegenüber Medien und kündigten eine offizielle Pressemitteilung an.

Der Unfall ereignete sich im Streckenabschnitt, der in der Nähe der Kreuzung mit dem Bláfjallaveg beziehungsweise Leiðarendaveg liegt. Zu möglichen Straßensperrungen, dem genauen Hergang oder einer möglichen Rolle von Geschwindigkeit, Alkohol oder technischen Defekten liegen bisher keine bestätigten Informationen vor.

Zu Identität und Alter der Opfer wurden von offizieller Seite bislang keine detaillierten Angaben gemacht. In einigen Berichten ist die Rede von sehr jungen Personen. Ermittlungen vor Ort und eine genaue Unfallaufnahme wurden angekündigt. Weitere Informationen erwartet die Polizei.

Island lehnt Wiederaufnahme von EU-Beitrittsverhandlungen ab – Regierung respektiert Ergebnis

(31.08.2026) Bei einem Referendum am 29. August 2026 stimmten die Wähler mit 52,8 Prozent gegen die Wiederaufnahme von Beitrittsverhandlungen. Die Regierung kündigte nach einer Pressekonferenz in Harpa an, das Votum zu achten und die Beziehungen zum Europäischen Wirtschaftsraum beizubehalten.

Bei einem Referendum am 29. August 2026 entschieden sich 52,8 Prozent der abstimmenden Isländerinnen und Isländer gegen die Wiederaufnahme von Beitrittsverhandlungen mit der Europäischen Union. Die Regierung erklärte nach einer Pressekonferenz am Sonntag in der Harpa-Konzerthalle, sie werde das Ergebnis respektieren und die bestehenden Beziehungen zum Europäischen Wirtschaftsraum aufrechterhalten.

Die Abstimmung endete mit 118.040 Nein-Stimmen und 105.399 Ja-Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag bei rund 82,5 Prozent und damit eine der höchsten Beteiligungen bei nationalen Wahlen in Island. Erste Teilergebnisse hatten in der Nacht wechselnde Mehrheiten gezeigt, der endgültige Vorsprung für das Nein zeichnete sich in den Morgenstunden ab.

Premierministerin Kristrún Frostadóttir sprach in Harpa vor Journalisten und sagte, die Regierung nehme das Votum ernst und werde die Frage der EU-Mitgliedschaft während ihrer Amtszeit nicht weiterverfolgen. Außenministerin und andere Kabinettsmitglieder betonten, dass die Mitgliedschaft im EWR sowie die Teilnahme am Schengen-Raum unverändert blieben und weiter verteidigt würden.

Rechtlich ist das Referendum beratend. Ein zuständiges Parlamentsverfahren könnte Folgeentscheidungen regeln. Praktisch bedeutet das Ergebnis, dass ein formaler Neustart von Beitrittsverhandlungen mit Brüssel derzeit vom Tisch ist. Die Debatte in Island drehte sich während des Wahlkampfs vor allem um Fischereirechte, Souveränität und wirtschaftliche Sicherheit.

Politisch setzt das Nein der Regierung eine klare Grenze für die laufende Legislaturperiode und dürfte die Frage einer EU-Annäherung mindestens bis zum Ende der Amtszeit der jetzigen Regierung zurückstellen.

Zwei Menschen am Reynisfjara geborgen, Hubschrauber am Hafnarfjall eingesetzt

(30.08.2026) Am Abend des 29. August 2026 retteten Einsatzkräfte an der Südküste zwei gestrandete Personen vom Reynisfjara. Wenig später führte die Küstenwache einen weiteren Einsatz am Hafnarfjall durch. Die Person wurde geborgen und ins Tal gebracht.

Am 29. August 2026 bargen Rettungsteams an der Südküste Islands einen Mann und eine Frau, die am Reynisfjara aufgrund steigender Flut am Fuße der Felsklippen in Bedrängnis geraten waren. Die erste Alarmierung erfolgte gegen 17:30 Uhr.

Die Freiwilligen des Ortskorps Víkverji alarmierten weitere Bergungsgruppen entlang der Südküste sowie das Rettungsschiff Þór aus Vestmannaeyjar. Die Eingeschlossenen wurden per Drohne lokalisiert. Ein Trupp in einem leichten Gummiboot setzte in die Bucht über und brachte die beiden Personen unversehrt an Land.

Kurz nach dem Einsatz an der Küste ging eine weitere Meldung über eine in Not geratene Person am Hafnarfjall ein. Westisländische Bergungsgruppen wurden gegen 19:00 Uhr alarmiert, die Lagebeschreibung wies auf eine Stelle im nördlichen Bergzug hin.

Auf Anforderung wurde die Hubschrauberbesatzung der Landhelgisgæslan hinzugezogen. Die Maschine startete gegen 20:45 Uhr und holte die Person aus dem Gelände. Die Person wurde zur Übergabe an wartende Fahrzeuge der Bergungsverantwortlichen ins Tal geflogen.

Nach den Berichten gab es keine Hinweise auf schwere Verletzungen bei den Betroffenen. Beide Einsätze zeigen den koordinierten Einsatz von Freiwilligen, Seenotrettung und Luftrettung bei Notfällen an Küste und Bergen.

Letzte Kundgebungen vor Referendum: Umfragen im Patt, Rekord bei vorzeitig abgegebenen Stimmen

(29.08.2026) Am 28. August hielten Befürworter und Gegner ihre Schlusskundgebungen. Die Entscheidung über die Wiederaufnahme von EU-Beitrittsverhandlungen gilt als offen. Die vorzeitige Stimmabgabe erreichte ein historisches Niveau.

Gestern, am 28. August 2026, fanden landesweit die letzten Kundgebungen im Vorfeld des Referendums über die Wiederaufnahme von Beitrittsverhandlungen mit der EU statt. Wahlkampfveranstaltungen zogen in Reykjavík und mehreren Regionen noch einmal mehr Zuhörer an, während offizielle Stellen eine ungewöhnlich hohe Beteiligung bei vorzeitig abgegebenen Stimmen registrierten.

Die Abstimmung selbst ist für Samstag, den 29. August 2026, angesetzt. Die Wahllokale öffnen von 09:00 bis 22:00 Uhr. Letzte Umfragen zeichnen ein sehr enges Bild: Eine kürzlich veröffentlichte Erhebung für Vísir/Maskína zeigte 51,3 Prozent für „Ja“ gegenüber 48,7 Prozent für „Nein“, während andere Institute, darunter Gallup, das Rennen als praktisch unentschieden bewerteten. Insgesamt gilt das Ergebnis als offen.

Die nationalen Wahlbehörden meldeten eine Rekordzahl vorzeitig abgegebener Stimmen, die deutlich über dem üblichen Vorjahresniveau liegt. Nach Angaben von Beobachtern und Wahlforschern hat die hohe Mobilisierung vieler Wähler im Vorfeld die Wahrscheinlichkeit einer insgesamt überdurchschnittlichen Wahlbeteiligung erhöht.

Inhaltlich dreht sich die Debatte vor allem um Fischereirechte, Währungs- und Wirtschaftsfragen sowie nationale Souveränität und Sicherheitsaspekte. Das Referendum ist rechtlich beratend. Die Regierungskoalition hat jedoch erklärt, das Ergebnis als politisches Mandat betrachten zu wollen. Nach Schließung der Wahllokale werden vorläufige Ergebnisse erwartet, die abschließende Auszählung könnte später am Abend beziehungsweise in der Nacht folgen.

Fernsehdebatte in Reykjavík vor Referendum über Neustart der EU-Beitrittsgespräche

(28.08.2026) Zwei Tage vor dem Referendum über die Wiederaufnahme der Beitrittsverhandlungen mit der EU stritten Befürworter und Gegner in einer RÚV-Debatte über Chancen, Bedingungen und zentrale Streitpunkte wie die Fischereipolitik.

Am 27. August 2026 trafen auf RÚV führende Vertreterinnen und Vertreter der Befürworter- und Gegnerlager zu einer direkt übertragenen Debatte zusammen, zwei Tage vor dem Referendum am 29. August, bei dem die Wählerinnen und Wähler entscheiden, ob Island die Beitrittsverhandlungen mit der Europäischen Union wiederaufnehmen soll.

Auf der Ja-Seite nahm Ministerpräsidentin Kristrún Frostadóttir teil. Weitere Befürworter waren Magnús Árni Skjöld Magnússon, Vorsitzender der Evrópuhreyfingin, und Hjálmar Vilhjálmsson, Geschäftsführer von SJÁ samtökin. Die Nein-Seite vertraten Guðrún Hafsteinsdóttir, Vorsitzende der Unabhängigkeitspartei, Sólveig Anna Jónsdóttir, Vorsitzende der Gewerkschaft Efling, und Halldór Benjamín, Mitbegründer der Bewegung Áfram Ísland.

Die Abstimmung gilt ausdrücklich der Wiederaufnahme von Verhandlungen, nicht einem sofortigen Beitritt. Sollte ein Mehr für „Ja“ erzielt werden, würde die Regierung Verhandlungsziele in einem breiten inländischen Konsultationsprozess aktualisieren und dem Althing vorlegen, bevor formelle Gespräche mit der EU beginnen.

Die Abstimmung findet am 29. August 2026 statt. Stimmberechtigt sind Personen, die auch bei Parlaments- und Präsidentschaftswahlen wahlberechtigt sind, wie die zuständige Behörde bekanntgegeben hat.

Umfragen zeigen ein enges Rennen in den Tagen vor der Abstimmung. Als zentrales Konfliktfeld gilt die Fischereipolitik, die bereits in früheren Verhandlungsrunden zwischen Island und der EU (Verhandlungen bis 2013) umstritten war. Befürworter betonen Zugang zum Binnenmarkt, Gegner warnen vor Verlust nationaler Kontrolle über Ressourcen.

Hamraborg Festival in Kópavogur startet am 28. August 2026

(27.08.2026) Die sechstägige Kulturwoche in Hamraborg beginnt am 28. August mit einem Eröffnungskonzert im Salurinn. Das Programm umfasst Konzerte, Aufführungen und Ausstellungen an zahlreichen Orten im Viertel.

Das Hamraborg Festival in Kópavogur beginnt am 28. August 2026 und läuft offiziell bis zum 4. September 2026. Das Eröffnungskonzert mit Páll Óskar & Benni Hemm Hemm sowie dem Kvennakórinn Blika findet am 28. August um 18:00 Uhr im Kulturhaus Salurinn statt.

Die einwöchige Veranstaltung verteilt sich über das Hamraborg-Viertel und bringt Ausstellungen, Aufführungen, Werkstätten und Konzerte in Cafés, in der Bibliothek und in Museen zusammen. Viele Programmpunkte sind als offene Formate konzipiert. Der Veranstalter weist darauf hin, dass der Großteil der Angebote kostenfrei zugänglich ist.

Zu den beteiligten Orten zählen Gerðarsafn (Kunstmuseum), die Kópavogur-Bibliothek, das Naturkundemuseum, das Café Catalína und verschiedene Schaufenster- und Straßenorte innerhalb von Hamraborg. In Gerðarsafn laufen mehrere Ausstellungen und Aufführungsabende, die teils bis zum 5. September gezeigt werden, sodass einzelne Programmpunkte über das offizielle Festivalende hinausgehen.

Die städtische Kulturplattform Mekó listet für 2026 ein Kompaktprogramm mit rund 23 Einzelveranstaltungen und thematisch breit gestreuten Projekten, von Klangaufführungen über partizipative Angebote bis zu Kinderangeboten. Veranstalter sind lokale Kulturakteure in Zusammenarbeit mit der Stadt Kópavogur. Organisatorische Fragen beantwortet das Festivalteam direkt.

Langanesbyggð beginnt Umfrage zu Windpark und Industriegebiet bei Finnafjörður

(26.08.2026) Der Gemeinderat will die Einwohner zu Plänen für Windräder und ein Industrie‑/Hafengelände bei Finnafjörður befragen. Die Rückmeldungen sollen als Grundlage für die nächste Ratsperiode dienen.

Der Gemeinderat von Langanesbyggð hat am 25. August 2026 beschlossen, eine schriftliche Befragung der Einwohnerinnen und Einwohner zu geplanten Windkraftanlagen und einem Industriegebiet am Finnafjörður durchzuführen. Die Befragung soll Meinungen und Bedenken sammeln und als Entscheidungsgrundlage für das weitere Vorgehen dienen.

Hintergrund sind längerfristige Pläne, den Fjord als Standort für ein internationales Großhafenprojekt und flankierende Industrieansiedlungen zu entwickeln. Im März 2026 hatten Lokalpolitiker, Vertreter des deutschen Hafenunternehmens Bremenports, der Entwicklungsfirma Finnafjord Port Development (FFPD) und das Ingenieurbüro Eflu die Pläne bei einem öffentlichen Treffen in Þórsverri vorgestellt.

Das Gebiet ist Teil des kommunalen Flächennutzungsplans, der Finnafjörður als Hafen‑ und Industriezone ausweist. Eine Änderung des Gesamtplans wurde bereits 2024 formell bestätigt. Behördenunterlagen nennen Bauarbeiten mit Landgewinnung und Baggergut, einen Materialbedarf von rund 49.000 Kubikmetern sowie eine mögliche Nutzung von Teilen des Aushubs für Hafenarbeiten.

In vorangegangenen Darstellungen wird zudem Energieproduktion als Teil des Konzepts genannt, etwa die Erzeugung von grünem Kraftstoff oder Ammoniak, die durch Windenergie gespeist werden könnte. Lokale Entwicklungsstudien sehen Energieindustrie und Hafenausbau als zentrale Säulen für künftige Wirtschaftsentwicklung im Gemeindegebiet.

Der Rat betont, dass es bislang keine Baugenehmigungen oder konkrete Baubeginne gibt. Die anstehende Einwohnerbefragung wird nach Angaben der Kommune in die Abwägung einfließen. Ein formeller Entscheidungs- oder Genehmigungszeitplan wurde bisher nicht genannt.

„The Love That Remains“ für Nordischen Rat Filmpreis 2026 nominiert

(25.08.2026) Hlynur Pálmasons Familiendrama zählt zu den sechs Kandidaten. Der mit 300.000 DKK dotierte Preis wird am 20. Oktober 2026 vergeben.

The Love That Remains von Hlynur Pálmason wurde am 24. August 2026 als einer von sechs Titeln für den Nordischen Rat Filmpreis nominiert. Zum nominierten Team gehören die Produzenten Anton Máni Svansson und Katrin Pors. Die Auszeichnung ist mit 300.000 DKK dotiert und wird gleichberechtigt auf Drehbuchautor, Regisseur und Produzent verteilt.

Zu den weiteren Nominierten zählen „Beginnings“ (Dänemark), „Birita“ (Färöer), „A Light That Never Goes Out“ (Finnland), „Sentimental Value“ (Norwegen) und „Kevlar Soul“ (Schweden). Die Nominierten wurden zunächst in Haugesund vorgestellt. Geplante Regionalvorführungen finden unter anderem in Nuuk, Helsinki, Aarhus, Tórshavn, Stockholm und Reykjavík statt. In Reykjavík sind Vorführungen vom 13. bis 18. Oktober 2026 bei Bíó Paradís im Programm des Stockfish Film & Industry Festival vorgesehen.

Für Regisseur Hlynur Pálmason ist es die vierte Nominierung für den Nordischen Rat Filmpreis. Zuvor waren seine Filme „Winter Brothers“ (2018), „A White, White Day“ (2019) und „Godland“ (2022) nominiert. Produzent Anton Máni Svansson war bereits an allen diesen Projekten beteiligt und stand außerdem 2017 mit „Heartstone“ auf der Nominierungsliste.

„The Love That Remains“ hat eine breite Festivalpräsenz hinter sich und lief unter anderem in Cannes. Der Gewinner des Nordischen Rat Filmpreises 2026 wird am 20. Oktober 2026 bekanntgegeben.

Reykjavík Jazz Festival kehrt 2026 vom 25. bis 30. August zurück

(24.08.2026) Das sechstägige Reykjavík Jazz Festival findet 2026 in mehreren Spielstätten von Reykjavík statt. Tagesprogramm enthält kostenlose Veranstaltungen, Abendprogramme laufen vorwiegend in Harpa, Iðnó und weiteren Häusern.

Das Reykjavík Jazz Festival 2026 läuft von Dienstag, 25. August, bis Sonntag, 30. August und bringt Konzerte in mehreren Spielstätten in Reykjavík.

Als Hauptspielstätte ist Harpa mit dem Saal Norðurljós eingeplant, das Festival beginnt am 25. August in Fantasía und endet mit Konzerten an Iðnó am 30. August. Weitere Veranstaltungsorte im Programm sind Fríkirkjan, Austurbæjarbíó, Hannesarholt, Jómfrúin und offene Spielorte wie Hafnartorg. Am Sonntag ist eine Jazz-Festival-Messe in Fríkirkjan vorgesehen.

Das Programm kombiniert kostenpflichtige Abendpasskonzerte und eine Reihe kostenloser Tagesveranstaltungen. Beispiele aus dem veröffentlichten Zeitplan sind ein Freiluftauftritt am Þingvellir am 27. August und ein kostenloses Konzert im Hafnartorg-Galerieprogramm am 26. August. Am Eröffnungsabend ist ein Albumvorstellungskonzert des Andrés Þór Trios angekündigt.

Für das komplette Programm und die einzelnen Konzertzeiten ist ein Festivalpass vorgesehen, der Zugang zu sämtlichen bezahlten Abendveranstaltungen gewährt. Die Festivalpässe wurden gestaffelt angeboten: Super-Frühbucher 18.990 ISK (15. Mai–14. Juni), Frühbucher 23.990 ISK (15. Juni–7. August) und Vollpreis ab 8. August 28.990 ISK. Abendpässe für einzelne Nächte sind ebenfalls verfügbar. Einzelne Konzerttickets werden nicht verkauft.

Die Besetzung umfasst isländische Formationen und internationale Gäste aus mehreren Ländern, darunter Ensembles aus Deutschland, Großbritannien, Frankreich und Polen. Veranstalter geben an, dass Bandbreite und Formate von Kammer- und Kirchenkonzerten bis zu späten DJ-Auftritten in Clubs reichen.

Reykjavík-Marathon sammelt mehr als ISK 285 Mio.

(23.08.2026) Beim Reykjavík-Marathon am 22. August wurden nach Veranstalterangaben über 285 Millionen isländische Kronen für wohltätige Zwecke gesammelt. Zugleich fand die Menningarnótt mit Ausstellungen und Workshops in der Stadt statt.

Beim Reykjavík-Marathon am Samstag, dem 22. August 2026, sind nach Angaben der Veranstalter mehr als ISK 285.000.000 für gemeinnützige Organisationen zusammengekommen. Das Laufereignis fand wie in den Vorjahren im Rahmen der Menningarnótt statt.

Für das Marathonwochenende waren mehr als 15.000 Teilnehmende angemeldet. Die Sammlung von Spenden lief über die Plattform hlaupastyrkur.is und ermöglichte sowohl Einzelpersonen als auch Laufgruppen, Gelder für verschiedene Anliegen zu sammeln.

Einige der größten Beiträge stammten von Einzelspendern und Kampagnen mit konkreten Zielen. Ein Läufer sammelte demnach etwas mehr als ISK 4,1 Millionen für die Selbstmordpräventionsorganisation Píeta. Ein 90-köpfiges Team brachte rund ISK 1,5 Millionen für die Krebsstation in Akureyri ein. Weitere Einzelsammlungen erreichten Summen im Millionenbereich.

Vor dem Wettkampftag lagen die bereits zugesagten Mittel laut Berichten bei etwa ISK 210 bis 217 Millionen, die abschließende Bilanz wurde am Veranstaltungstag mit mehr als ISK 285 Millionen angegeben. Seit Beginn der offiziellen Spendensammlung im Jahr 2006 wurden so bereits über zwei Milliarden Kronen für wohltätige Zwecke zusammengetragen.

Parallel zum Lauf füllte die Menningarnótt in Reykjavík Museen und Galerien. In Hafnarhús, Kjarvalsstaðir und kleineren Ausstellungsorten wurden Workshops, interaktive Installationen und lokale Projekte gezeigt, die den öffentlichen Teil der Veranstaltung ergänzten.

Menningarnótt 22. August: Regen und frische Winde für Reykjavík prognostiziert

(22.08.2026) Für die Menningarnótt in Reykjavík am 22. August sagen Vorhersagen Regen und frische Südwestwinde voraus. Tagsüber werden rund zehn Millimeter Niederschlag erwartet, Modelle liefern jedoch unterschiedliche Werte.

Für die Menningarnótt in Reykjavík am 22. August 2026 sagen Vorhersagen Regen und frische Winde voraus. Tagsüber werden in der Hauptstadt rund zehn Millimeter Niederschlag erwartet, am Abend sind anhaltende Schauer möglich.

Der isländische Wetterdienst veröffentlichte am 21. August eine Spätausgabe der Textvorhersage mit der Erwartung von südwestlichen Winden im Bereich von etwa 8 bis 15 m/s und verbreitetem Regen oder Nieselregen im Süden und Westen. In einzelnen, örtlich begrenzten Gebieten können Niederschlagsmengen höher ausfallen.

Das offizielle Kulturprogramm läuft laut Veranstaltungsplan ganztägig und endet mit einem Feuerwerk gegen 22:00 Uhr. Am gleichen Tag finden im Rahmen der Stadtlaufveranstaltung Straßen- und Bereichssperrungen statt, die das Geschehen in der Innenstadt konzentrieren.

Prognosen verschiedener Wetterdienste liefern teils abweichende Zahlen für die Tagesmenge an Niederschlag, sodass kurzfristige Aktualisierungen die exakten Stundenwerte verändern können. Die Unsicherheit ist vor allem bei räumlich kleinteiligen Schauern erhöht.

Stoðir-Chef kritisiert Zinsanhebung der Seðlabanki Íslands

(21.08.2026) Jón Sigurðsson, Geschäftsführer des isländischen Investmentunternehmens Stoðir, nannte am 20. August 2026 die Entscheidung der Seðlabanki Íslands zur Zinsanhebung unbegründet und forderte klarere Aussagen zur Inflationsentwicklung.

Der Geschäftsführer des Investmentunternehmens Stoðir, Jón Sigurðsson, erklärte am 20. August 2026, dass die Seðlabanki Íslands den Leitzins nicht hätte erhöhen dürfen und deutlichere Orientierung zur Inflationsentwicklung und zur künftigen Zinsentwicklung liefern müsse.

Am 19. August 2026 hatte der geldpolitische Ausschuss der Zentralbank den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf 8,00 Prozent angehoben. Zuvor lag der Zinssatz bei 7,75 Prozent (gültig ab 20. Mai 2026). Bei der Abstimmung stimmten vier Mitglieder für die Erhöhung, ein Mitglied stimmte für unveränderte Zinsen.

Sigurðsson kritisierte, die Begründung der Ausschussmitglieder spreche eher für ein Abwarten. Er forderte, die Notenbank solle ihre Inflationsprognosen und die Bandbreite möglicher Szenarien für die künftige Zinsentwicklung klarer kommunizieren, damit Märkte und Investoren Erwartungen besser einordnen können.

Die Seðlabanki begründete die Entscheidung mit einer nach oben revidierten Inflationsprognose in der jüngst veröffentlichten Ausgabe von "Peningamál". Dort heißt es, die Bank sehe für das verbleibende Jahr stärkere Preisauftriebssignale als in der Mai-Prognose, unter anderem wegen stärkerer öffentlicher Gebührenerhöhungen und externer Risikofaktoren.

Die Zentralbank veröffentlicht die vollständigen Sitzungsprotokolle in der Regel zwei Wochen nach der Entscheidung. Beobachter erwarten, dass diese Protokolle und die weitere Kommunikation klären, ob die Erhöhung als temporäre Straffung oder als Beginn eines länger anhaltenden restriktiven Kurses zu verstehen ist.

RÚV English meldet sich am Torfhaus Grenjaðarstaður in Aðaldalur

(20.08.2026) Der englischsprachige Sender RÚV English gab am 19. August 2026 seine Anwesenheit im historischen Torfhaus Grenjaðarstaður bekannt. Das Gut gehört zur Sammlung des Nationalmuseums und wird von der Menningarmiðstöð Þingeyinga betrieben.

RÚV English meldete am 19. August 2026 vor Ort im historischen Torfhaus Grenjaðarstaður in Aðaldalur anwesend zu sein.

Das Torfhaus liegt etwa 30 Kilometer südlich von Húsavík im Norden Islands und zählt zu den größten und am besten erhaltenen Torfbauten des Landes. Die heute sichtbare Hofanlage wurde überwiegend im späten 19. Jahrhundert errichtet, die ältesten Bauteile stammen aus dem Jahr 1865. Die Hauptgebäude umfassen laut Betreiber rund 775 Quadratmeter Nutzfläche und bieten in Spitzenzeiten Platz für bis zu 30 Bewohner.

Grenjaðarstaður befindet sich seit 1954 im Besitz des Nationalmuseums Islands. Die Ausstellung wird von der regionalen Menningarmiðstöð Þingeyinga betrieben. Markant sind die überwiegend aus lokalem Lavagestein errichteten Wände und das für Torfhäuser typische Dach aus aufgeschichtetem Gras und Erde.

Für 2026 gibt die Menningarmiðstöð die Sommeröffnung vom 1. Juni bis zum 15. August an, täglich von 11:00 bis 17:00 Uhr. Der reguläre Eintrittspreis ist aufgeführt. Ermäßigungen und Gruppenpreise sind verfügbar. Gruppenbesuche außerhalb der Öffnungszeiten sind nach vorheriger Vereinbarung möglich. Kontaktinformationen und aktuelle Hinweise zum Betrieb veröffentlicht der Betreiber.

Reykjavík legt Programm und Verkehrshinweise für Menningarnótt am 22. August fest

(19.08.2026) Die Stadt hat das Programm für die Menningarnótt 2026 veröffentlicht: Das Zentrum wird am Samstag, 22. August, von 12 bis 22 Uhr zum Festivalgelände, den Abschluss bildet ein Feuerwerk um 22 Uhr.

Reykjavík hat das offizielle Programm für die Menningarnótt am Samstag, 22. August 2026, veröffentlicht. Die städtische Veranstaltungsplanung gibt als Zeiten 12:00–22:00 Uhr an. Das Abschlussfeuerwerk am Arnarhóll beginnt um 22:00 Uhr.

Das Festivalgelände umfasst das gesamte Stadtzentrum, von Langahlíð in Austurbær über Hagatorg in Vesturbær bis hinauf nach Grandi, mit zahlreichen Bühnen, Museen und Nebenveranstaltungen. An Einrichtungen beteiligen sich unter anderem Harpa und die Hallgrímskirkja, dort ist am 22. August ein Orgelmarathon von 14:00–18:00 Uhr angekündigt. Die Islandske Sinfonie bietet ein offenes Programm in Eldborg am Nachmittag.

Zum Schutz der Besucher werden Teile des Zentrums bereits vor dem Wochenende teilweise gesperrt. Kalkofnsvegur zwischen Hverfisgata und Geirsgata ist ab 13:00 Uhr am Donnerstag, 20. August, für Bühnenaufbau gesperrt, Geirsgata wird ab 16:00 Uhr am Freitag, 21. August, befristet gesperrt und Hverfisgata ist ab 16:00 Uhr am Freitag bis in den Samstagmorgen für den Verkehr geschlossen. Allgemeine Sperrzeiten im Festivalgelände gelten in der Regel von 07:00 Uhr am Samstag bis Mitternacht. Ausnahmen sind nicht vorgesehen.

Am selben Tag findet zudem der Íslandsbanki Reykjavík Marathon (ca. 08:15–15:30) statt, was zusätzliche Verkehrsbehinderungen verursacht. Strætó erhöht die Fahrfrequenz, richtet nach 21:30 Uhr eine Sammelstelle an der Sæbraut ein und bietet kostenfreie Fahrten beim Heimweg nach dem Feuerwerk an. Shuttlebusse von Laugardalshöll verkehren ganztägig, und an den Rändern des Sperrgebiets werden Taxistandplätze bereitgehalten. Die Stadt weist auf begrenzte Parkmöglichkeiten und eingerichtete Behindertenparkzonen hin.

Hebung bei Askja beendet – Warnstufe für Vulkan auf 0 gesenkt

(18.08.2026) Messungen zeigen, dass die seit 2021 beobachtete Bodenerhebung an der Askja aufgehört hat und erste Anzeichen von Setzung vorliegen. Die zuständigen Behörden stuften die vulkanische Aktivität daraufhin auf Alarmstufe 0 herab.

Die seit August 2021 registrierte Hebung im Bereich des Askja-Kalderasees ist gestoppt, und neuere Messungen deuten auf ein Absinken der Oberfläche hin. Die Änderung wurde am 17. August 2026 öffentlich bekanntgegeben.

Geodätische Daten (GNSS und InSAR) hatten seit 2021 eine anhaltende Hebung im Zentrum der Kaldera dokumentiert. Untersuchungen und Konferenzberichte nennen kumulierte Hebungswerte von gut 80 bis etwa 90 Zentimetern seit Beginn der Episode, wobei die Anstiegsrate in den letzten Monaten zurückging.

Als Folge der aktuellen Messungen entschieden die Überwachungsbehörden, die Warnstufe für vulkanische Unruhe am Askja-System auf Stufe 0 zu senken. Die Entscheidung basiert auf fortlaufenden Beobachtungen der Bodenhebung, der Erdbebentätigkeit und anderer Überwachungsdaten, die derzeit keinen Hinweis auf eine unmittelbar bevorstehende Eruption geben.

Frühere Analysen hatten die Hebung mit einer Magmaintrusion in wenigen Kilometern Tiefe in Verbindung gebracht. Trotz der lang anhaltenden Hebung waren deutliche Erdbebeschwärme oder andere Anzeichen einer Eskalation bislang ausgeblieben. Das Ende der Hebung schließt weitere Veränderungen nicht aus, da magmatische Prozesse wieder an Fahrt gewinnen können.

Die isländische Wetter- und Vulkanbehörde sowie die zivilen Schutzdienste betonen, dass die Region weiterhin kontinuierlich überwacht wird. Neue GNSS‑ und Satellitendaten sollen in den kommenden Wochen ausgewertet werden, um zu prüfen, ob die jetzt beobachtete Setzung anhält oder sich die Situation erneut ändert.

Premierin Frostadóttir: Island werde sich nicht über die EU-Volksabstimmung entzweien

(17.08.2026) Bei einer Zeremonie in Hólar erklärte Kristrún Frostadóttir am 16. August 2026, sie werde das Ergebnis der Volksabstimmung respektieren und warnte vor gezielter Polarisierung durch politische Akteure.

Bei einer Zeremonie in Hólar im Hjaltadalur am 16. August 2026 sagte Premierministerin Kristrún Frostadóttir, die bevorstehende Volksabstimmung über die Wiederaufnahme von Beitrittsverhandlungen mit der EU werde das Land nicht tief spalten. Sie erklärte, Wählerinnen und Wähler könnten ruhig und eigenständig entscheiden, und sie werde das Abstimmungsergebnis respektieren.

Der Volksentscheid ist für den 29. August 2026 festgesetzt. Die Abstimmungsfrage lautet, ob Island die 2013 ausgesetzten Beitrittsverhandlungen mit der Europäischen Union wieder aufnehmen soll. Vorzeitige Stimmabgaben wurden in Reykjavík und anderen Gemeinden ab dem 27. Juli ermöglicht.

Frostadóttir machte deutlich, dass ein Nein die Diskussion um einen EU-Beitritt vorerst beenden und stattdessen Spielraum schaffen müsse, die Beziehungen innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums zu stärken und laufende Verpflichtungen zu erfüllen. Sollte die Mehrheit für eine Wiederaufnahme der Verhandlungen stimmen, stellte sie in Aussicht, Island solle selbstbewusst in Gespräche treten und auf ein vorteilhaftes Ergebnis hinarbeiten.

Die Regierung hatte den parlamentarischen Vorstoß für die Volksabstimmung Anfang März 2026 beschlossen. Historisch hatten die offiziellen Beitrittsverhandlungen bereits zwischen 2010 und 2013 stattgefunden und dann pausiert. Ein positives Votum würde voraussichtlich Verhandlungsrunden nach sich ziehen und könnte am Ende eine zweite, bindende Volksabstimmung über einen tatsächlichen EU-Beitritt erforderlich machen.

Industrieverband drängt Zentralbank, Leitzins am 19. August nicht weiter anzuheben

(16.08.2026) Samtök iðnaðarins fordert, den Leitzins bei 7,75 % zu belassen und stattdessen eine klare Abstimmung von Geld- und Fiskalpolitik zu gewährleisten. Die nächste Entscheidung der Peningastefnunefnd fällt am 19. August 2026.

Der Verband der isländischen Industrie Samtök iðnaðarins hat die geldpolitische Kommission der Zentralbank aufgefordert, den Leitzins bei 7,75 % zu belassen und auf eine weitere Erhöhung zu verzichten. Die Peningastefnunefnd der Seðlabanki Íslands legt ihren Beschluss am 19. August 2026 vor.

Die Zentralbank setzt den Leitzins seit dem 20. Mai 2026 auf 7,75 %. Die jährliche Inflationsrate lag im Juli bei 5,3 %, damit notiert die Teuerung seit Monaten deutlich über dem Ziel von 2,5 %. Beobachter und Banken sehen dennoch eine Eintrübung der Konjunktur.

Sigurður Hannesson, Geschäftsführer von Samtök iðnaðarins, nannte drei Gründe für ein Festhalten an der aktuellen Zinshöhe: die bereits spürbaren Bremseffekte in der Wirtschaft, schwächere Erwartungen bei Konsumenten und Unternehmen sowie zunehmende Zahlungsstörungen im Baugewerbe. Der Verband forderte statt einer weiteren Zinserhöhung klare und glaubwürdige Angaben zur künftigen Geldpolitik der Zentralbank und eine abgestimmte Wirtschaftspolitik von Staat, Arbeitgebern und Gewerkschaften.

Als bevorstehende Einflussfaktoren nannte der Verband die anstehende Überprüfung von Tarifverträgen, das geplante Staatshaushaltsgesetz, das am 8. September vorgelegt werden soll, und die für Ende August angesetzte Volksabstimmung. Marktkommentare, unter anderem von Analysten bei Landsbankinn, sehen dennoch eine reale Chance für eine weitere Erhöhung um 0,25 Prozentpunkte bei der nächsten Sitzung.

Island setzt Referendum über Wiederaufnahme von EU-Beitrittsverhandlungen für 29. August 2026 an

(15.08.2026) Die isländische Regierung hat ein nationales Referendum für den 29. August 2026 vorgesehen. Abstimmungsgegenstand ist, ob Reykjavik die Verhandlungen über einen Beitritt zur Europäischen Union wiederaufnimmt.

Die isländische Regierung hat ein Referendum für den 29. August 2026 angesetzt, in dem die Bevölkerung darüber entscheiden soll, ob die Verhandlungen über einen EU-Beitritt wiederaufgenommen werden.

Die Kabinettsentscheidung wurde am 6. März 2026 getroffen. Die Regierung legte dem Parlament eine entsprechende Vorlage vor, und die Nationale Wahlkommission veröffentlichte das Referendumsdatum in den Amtsblättern. Der Vorstoß wurde federführend von Ministerpräsidentin Kristrún Frostadóttir und Außenministerin Þorgerður Katrín Gunnarsdóttir angekündigt.

Hintergrund ist, dass Island 2009 einen Aufnahmeantrag stellte, die Verhandlungen aber 2013 ausgesetzt wurden und die Regierung 2015 formell bat, Island nicht mehr als Kandidatenland zu betrachten. Ein Ja am 29. August würde die Wiederaufnahme der Gespräche bedeuten, ein abschließender Beitritt müsste jedoch nach Verhandlungsabschluss noch gesondert ratifiziert werden.

Wesentliche Streitpunkte in der Debatte sind Zugänge zu Fischfanggebieten, Fragen zur Hoheitsausübung und zur Währungspolitik. Politische und wirtschaftliche Erwägungen sowie Sicherheitsaspekte werden von Regierung und EU-Kommissaren als Gründe für die Vorlage genannt. Umfragen zur Wiederaufnahme der Verhandlungen zeigen in jüngsten Erhebungen eine größere Zustimmung für Gespräche als für einen sofortigen Beitritt.

Die Entscheidung am 29. August legt den Fahrplan für mögliche Verhandlungen fest, die formell von der Europäischen Kommission begleitet und letztlich einstimmig von den EU-Mitgliedstaaten beschlossen werden müssten.

dEUS spielen am 2. Oktober 2026 im Austurbæjarbíó in Reykjavík

(14.08.2026) Die belgische Alternative‑Rock‑Band dEUS tritt am Freitag, 2. Oktober 2026, im Austurbæjarbíó auf. Als Vorgruppe ist die isländische Band Ensími angekündigt. Eintrittskarten sollen am 20. August über MidiX in den Verkauf gehen.

dEUS geben am Freitag, dem 2. Oktober 2026, ein Konzert im Austurbæjarbíó in Reykjavík. Die Veranstaltung beginnt um 20:00 Uhr. Als Vorgruppe ist die isländische Rockband Ensími angekündigt. Nach Angaben des Veranstalters sollen die Eintrittskarten am 20. August ab 13:00 Uhr über MidiX in den Verkauf gehen.

Das Programm der Belgier konzentriert sich ausschließlich auf Material der beiden Erstalben Worst Case Scenario (1994) und In a Bar, Under the Sea (1996). Die Reihe ist Teil einer begrenzten Europatournee unter dem Motto „Worst Case Versus In A Bar“, bei der dEUS frühe Stücke und nach Angaben des Veranstalters auch selten gespielte oder bislang nicht live gezeigte Lieder aufführen.

Die aktuelle Besetzung umfasst Tom Barman, Klaas Janzoons, Stéphane Misseghers, Alan Gevaert und Simen Følstad Nilsen. Ensími, die 2026 ihr 30-jähriges Bestehen feiert, tritt als Vorgruppe auf und sorgt für lokale Präsenz auf der Bühne.

Das Austurbæjarbíó ist ein etablierter Konzertort in Reykjavík. Veranstalter und Kartenhändler empfehlen, sich zum Verkaufsstart frühzeitig um Karten zu kümmern, da Termine der Tournee als begrenzt angekündigt wurden und einzelne Stationen bereits auf Kartenplattformen aufgeführt sind.

Starker Verkehr bei Sonnenfinsternis, Polizei: Lage verlief insgesamt gut

(13.08.2026) Am 12. August 2026 kam es in Teilen Westislands und im Großraum Reykjavík zu dichtem Verkehr im Zusammenhang mit der totalen Sonnenfinsternis. Die Polizei spricht jedoch von einem insgesamt geordneten Ablauf.

Am 12. August 2026 führte die totale Sonnenfinsternis zu stark erhöhtem Verkehrsaufkommen in Westisland, auf der Halbinsel Reykjanes, auf Snæfellsnes und im Großraum Reykjavík. Ein leitender Polizeibeamter erklärte, die Lage sei zwar angespannt gewesen, habe sich aber ohne größere Zwischenfälle bewältigen lassen.

Die isländische Straßenverwaltung Vegagerðin hatte bereits vorab umfangreiche Maßnahmen angekündigt und umgesetzt. Ab 08:00 Uhr galten temporäre Verkehrsregelungen mit punktuellen Straßensperrungen, Einbahnregelungen und reduzierten Höchstgeschwindigkeiten an besonders betroffenen Strecken. In Reykjavík wurden Zugänge zu ausgewählten Küstenbereichen zeitweise geschlossen, am Reykjanes und auf Snæfellsnes waren mehrere Zufahrtsstraßen beschränkt.

Vegagerðin wies Transportfirmen an, schwere Transporte wenn möglich zu verschieben und informierte darüber, dass falsch abgestellte Fahrzeuge kostenpflichtig entfernt werden können. Die Maßnahmen dienten vorrangig dazu, die Einsatzwege von Polizei, Rettungsdiensten und anderen Einsatzkräften freizuhalten und größere Staus zu vermeiden.

Zum Ablauf des Himmelsereignisses: Der Kernschatten des Mondes überquerte Island in einer südwestlichen Bahn und berührte das Festland zwischen etwa 17:43 Uhr und 17:50 Uhr Ortszeit. Die Verwaltung bezifferte die Gesamtdauer des Schattendurchgangs über Island auf rund 6 Minuten und 48 Sekunden.

Totale Sonnenfinsternis über Westisland am 12. August – Behörden kündigen Straßensperren an

(12.08.2026) Der Kernschatten zieht von den Westfjorden über Snæfellsnes durch Reykjavík bis zur Reykjanes‑Halbinsel. Behörden haben stufenweise Verkehrskontrollen, lokale Straßensperren und Zugangsbeschränkungen, etwa an Grótta, angekündigt.

Am Mittwoch, dem 12. August 2026, zieht eine totale Sonnenfinsternis über Westisland. Die Totalität erreicht Reykjavík gegen 17:48 Uhr Ortszeit und dauert dort rund eine Minute.

Veranstalter und Behörden geben eine klare Route des Kernschattens an: Die erste Landberührung erfolgt bei Straumsnes/Straumnes in den Westfjorden. Der Schatten verläuft über Látrabjarg und Snæfellsnes, über Reykjavík und die Reykjanes‑Halbinsel und verlässt das Festland bei Reykjanestá gegen 17:50 Uhr. An der Westspitze bei Látrabjarg beträgt die maximale Dauer der Totalität bis zu rund 2 Minuten 13 Sekunden.

Die isländische Straßenverwaltung hat stufenweise Verkehrskontrollen angekündigt. Erste Maßnahmen treten bereits am Morgen in Kraft, flächendeckende Kontrollen sollen ab etwa 08:00 Uhr greifen und je nach Region ausgeweitet werden. In den Westfjorden sind zeitweise Einbahnregelungen geplant, dort beginnen einige Maßnahmen bereits mittags. In Reykjavík und Seltjarnarnes werden mehrere Straßen laut Behörden zwischen 15:00 und 20:00 Uhr für den Fahrzeugverkehr geschlossen. Die Zufahrt zur Halbinsel Grótta über die Lindarbraut wird gesperrt.

Polizei, Rettungsdienste und andere Einsatzkräfte bereiten sich auf eine ungewöhnlich hohe Verkehrs‑ und Besucherzahl vor und behalten die Verkehrslage mit mobilen Sperren und Kontrollpunkten im Blick. Die Straßenverwaltung weist auf reduzierte Höchstgeschwindigkeiten und punktuelle Parkverbote hin.

Beim Beobachten der partiellen Phasen sind geprüfte Schutzbrillen oder zugelassene Sonnenfilter zwingend erforderlich. Nur während einiger Sekunden bis weniger Minuten der vollständigen Totalität ist ein Blick ohne Filter unbedenklich. Behörden und wissenschaftliche Stellen bieten detaillierte Zeitpläne und Hinweise für einzelne Orte an.

Árstíðir spielen Sonderkonzert in Fríkirkjan am Vorabend der Sonnenfinsternis

(11.08.2026) Die isländische Vokalgruppe Árstíðir tritt am 11. August 2026 um 20:00 Uhr zu einem „Sólmyrkvi“-Konzert in der Fríkirkjan in Reykjavík auf. Das Konzert findet am Abend vor der totalen Sonnenfinsternis vom 12. August statt.

Die Band Árstíðir gibt am Dienstag, dem 11. August 2026, ein Sonderkonzert mit dem Titel „Sólmyrkvi“ in der Fríkirkjan in Reykjavík. Beginn ist um 20:00 Uhr, Veranstalterangaben geben Nivalis ehf. als Aufsicht an.

Eintrittskarten werden über Tix angeboten. Als Einstiegspreis ist ISK 5.900 angegeben. Auf der Website der Band wird das Programm als eine kontemplative Abfolge von Stücken beschrieben, die Licht, Schatten und jahreszeitliche Themen aufgreifen.

Das Konzert steht thematisch im Zusammenhang mit der totalen Sonnenfinsternis, die am 12. August 2026 über Westisland verläuft. In Reykjavík liegt der Zeitpunkt der Totalität am Nachmittag, lokale Angaben nennen etwa 17:48–17:50 Uhr mit einer Dauer von rund einer Minute in der Innenstadt.

Städtische und staatliche Stellen haben für den 12. August Verkehrsmaßnahmen angekündigt, darunter zeitlich begrenzte Sperrungen und ein Verkehrskonzept für das Hauptstadtgebiet, um größere Menschenansammlungen an ausgewählten Beobachtungsorten zu steuern. Die Konzertankündigung von Árstíðir beschreibt den Abend als Vorbereitung auf dieses Naturereignis.

Alison MacNeil stellt Reykjavík‑Pride‑Wiedergabeliste für Iceland Review zusammen

(10.08.2026) Das englischsprachige Magazin Iceland Review veröffentlichte am 9. August 2026 eine von Alison MacNeil zusammengestellte Wiedergabeliste mit fünf Songs, die sie als musikalische Begleitung zum Abschluss der Reykjavík‑Pride‑Feierlichkeiten empfiehlt.

Am 9. August 2026 veröffentlichte Iceland Review eine Wiedergabeliste, die Alison MacNeil, Mitbegründerin der isländisch-kanadischen Band kimono, für den Abschluss der Reykjavík‑Pride‑Veranstaltungen zusammengestellt hat.

MacNeil wählte X‑Ray Spex, „Oh Bondage Up Yours!“ (1977), wegen seines anti‑patriarchalen Tons. The Slits, „Typical Girls“ (1979), wegen des an Dub angelehnten Rhythmus. Fugazi, „Suggestion“ (1988), als Beispiel für männliche Verbündete und Verantwortungsübernahme. L7, „Shitlist“ (1992), dessen Nennung MacNeil mit dem kurz zuvor erfolgten Tod von L7‑Bassistin Jennifer Finch verband. Und G.L.O.S.S., „G.L.O.S.S. (We're From The Future)“ (2015), als expliziten Aufruf zu Trans‑Befreiung und radikaler Selbstverteidigung.

Die Auswahl verbindet klassische Riot‑/Feminist‑Punk‑ und Alternative‑Titel mit neueren queer‑politischen Statements und soll laut MacNeil sowohl Wut als auch Freude sichtbar machen. Die Wiedergabeliste ist Teil der Iceland Review‑Reihe mit ausgewählten Musiktipps zur isländischen Kulturszene.

MacNeil ist seit etwa 2000 in Reykjavík aktiv und prägt mit kimono die lokale Alternative‑Szene. Reykjavík Pride (Hinsegin dagar) fand Anfang August 2026 statt. Der Iceland Review‑Text erschien am 9. August, dem letzten Tag vieler Veranstaltungen im Festivalzeitraum.

Start abgebrochen: Icelandair-Maschine nach Vogelkollision in Reykjavík

(09.08.2026) Eine Icelandair‑Maschine brach am 8. August 2026 am Flughafen Reykjavík den Start nach Egilsstaðir ab, nachdem ein Vogel die Maschine getroffen hatte. Die Fluggesellschaft setzte ein Ersatzflugzeug ein. Der neue Abflug war laut Flugplan für 20:50 angesetzt.

Am 8. August 2026 brach der Start einer Icelandair‑Maschine am Flughafen Reykjavík unmittelbar vor dem Abheben auf dem Weg nach Egilsstaðir ab, nachdem ein Vogel auf das Flugzeug geflogen war und die Besatzung aus Sicherheitsgründen das Startmanöver abgebrochen hatte.

Ásdís Ýr Pétursdóttir, Leiterin der Pressearbeit von Icelandair, teilte mit, die Maschine werde derzeit untersucht, bevor entschieden werde, ob Schäden vorlägen. Die Fluggesellschaft habe ein Ersatzflugzeug bereitgestellt, und ein neuer Flug wurde angesetzt.

In den öffentlich einsehbaren Flugdaten erschien der Flug unter der Nummer FI71 mit einer Abflugzeit von 20:50, was einer Verzögerung von etwa zweieinhalb Stunden gegenüber der ursprünglichen Planung entspricht.

Nach einer an die Redaktion gemeldeten Beobachtung soll ein Gänseschwarm in einen Triebwerksbereich geraten sein. Augenzeugen beschrieben, das Flugzeug habe beim Start einen deutlichen Ruck erlebt. Diese Detailangaben wurden von Icelandair in der zitierten Stellungnahme nicht weiter präzisiert.

Zum Kontext weisen Luftfahrtinformationen darauf hin, dass am Flughafen Reykjavík in der Vogelbrut- und Zugzeit von Mitte April bis Ende August vermehrt Vogelflüge registriert werden. Flugplätze und Fluggesellschaften folgen in solchen Fällen standardisierten Prüf- und Sicherheitsverfahren, bevor ein Flug fortgesetzt wird.

Grindavík richtet neues, partizipatives Risikobewertungssystem ein

(08.08.2026) Der Gemeinderat beschloss am 14. Juli 2026 vier Arbeitsgruppen, die wissenschaftliche Analysen mit Erfahrungen von Anwohnern, Einsatzkräften und Unternehmen verknüpfen und konkrete Schwellenwerte für Wohnen, Schule und Evakuierung festlegen sollen.

Der Gemeinderat von Grindavík hat am 14. Juli 2026 eine neue Methode zur Risikobewertung verabschiedet. Ziel ist es, naturwissenschaftliche Analysen direkt mit der Erfahrung von Bewohnern, Rettungskräften und Firmen zu verbinden und klare Entscheidungsgrenzen für Wohnnutzung, Schulbetrieb, kommunale Dienste sowie Evakuationen zu schaffen.

Statt eines einzigen Fachgutachtens sollen vier spezialisierte Arbeitsgruppen Fragen der allgemeinen Sicherheit, des Schulbetriebs, von Wohnraum und Aufenthalt sowie von Räumung und Rückkehr bearbeiten. In den Gremien sitzen der neue Bürgermeister Pétur G. Markan, Vertreter der Feuerwehr, Gemeinderäte sowie externe Fachleute. Die Gruppe für Evakuierung und Rückkehr arbeitet unter der Verantwortung des Polizeikommissariats auf den Suðurnes.

Die Entscheidung knüpft an jüngere fachliche Befunde an. Ein von ÖRUGG für die Durchführungs‑ und Polizeibehörden am 31. Mai 2026 erstelltes Risikomodell nennt die Sundhnúks‑Spaltenreihe als wahrscheinlichste Ortung eines künftigen Ausbruchs und schätzt ein Magmainventar von rund 26,6 Millionen Kubikmetern. Das Gutachten bewertet die Gesamtgefahr für Teile von Grindavík weiterhin als beträchtlich und stuft das landesweite Alarmsystem derzeit als „Unsicherheitsstufe“ ein.

Internationale Berater, darunter die Weltbank, hatten bereits im Frühjahr 2026 eine risikobasierte, partizipative Vorgehensweise empfohlen und Schwellenwerte als Entscheidungsgrundlage vorgeschlagen. Gemeindeangaben zufolge fanden in diesem Sommer Arbeitstreffen mit Anwohnern, Wissenschaftlern, Einsatzkräften und Geschäftsvertretern statt, um Akzeptanzkriterien zu erarbeiten.

Das neue Verfahren soll Risikobewertungen in ein fortlaufendes Entscheidungsinstrument verwandeln. Für die Gemeinde bedeutet das konkrete Vorgaben, die darüber entscheiden, welche Quartiere bewohnbar sind, ob Schulen wieder öffnen und wie schnell aus Krisenbewältigung ein Wiederaufbauprogramm werden kann.

Totale Sonnenfinsternis am 12. August: Sperrungen in Reykjavík und Seltjarnarnes

(07.08.2026) Behörden in Reykjavík und Umgebung kündigen großflächige Verkehrsregelungen für den 12. August 2026 an. Zwischen 15:00 und 20:00 Uhr gelten örtliche Fahrverbote, Einbahnregelungen und reduzierte Höchstgeschwindigkeiten. Fußgängerzonen werden eingerichtet.

Für die totale Sonnenfinsternis am 12. August 2026 werden in Teilen des Großraums Reykjavík und auf der Halbinsel Seltjarnarnes mehrere Straßen zeitweise für den motorisierten Verkehr gesperrt und Fußgänger erhalten an wichtigen Küstenabschnitten Vorrang.

Die isländische Straßenverwaltung Vegagerðin hat angekündigt, die landesweiten Verkehrskontrollen am 12. August ab 08:00 Uhr zu beginnen und bei Bedarf während des gesamten Tages aufrechtzuerhalten. In der Hauptstadtregion sind zahlreiche Sperrungen zwischen 15:00 und 20:00 Uhr geplant.

Konkrete Sperrungen sehen vor, dass Ægisíða in Reykjavík von Hofsvallagata bis Fornhagi und Dunhagi für den Fahrzeugverkehr geschlossen wird. Suðurgata wird an der Hringbraut gesperrt, alle Seitenstraßen werden bis auf wenige Ausnahmen kontrolliert. Auf Seltjarnarnes wird Suðurströnd von der Vivaldi-Sportanlage bis Lindarbraut/Nesbali gesperrt. Der Zugang zur Grótta ist an diesem Tag nicht gestattet.

Weitere Maßnahmen umfassen Einbahnregelungen und Straßensperren auf der Reykjanes-Halbinsel sowie in Teilen von Snæfellsnes und den Westfjorden. Auf einigen Strecken werden reduzierte Höchstgeschwindigkeiten gelten. Die Behörden warnen, dass falsch geparkte Fahrzeuge von der Polizei abgeschleppt werden.

Die Phase der Totalität erreicht Reykjavík gegen 17:48–17:49 Uhr UTC und dauert in der Innenstadt etwa eine Minute. Die Mondschattenbahn zieht von Westen nach Süden über Snæfellsnes, Reykjavík und das Reykjanes‑Gebiet und verlässt Island kurz nach 17:50 Uhr UTC.

Vegagerðin betont, die Maßnahmen stehen in Abstimmung mit Kommune, Polizei und Rettungsdiensten, um die Sicherheit zu gewährleisten und den Fußgängerverkehr in ausgewiesenen Bereichen zu ermöglichen.

Glasscheiben am Bolafjall gerissen – Bürgermeisterin: Plattform bleibt sicher

(06.08.2026) Mehrere innere Scheiben der Aussichtsplattform auf dem Bolafjall sind gerissen. Die Bürgermeisterin von Bolungarvík betont, die Konstruktion bleibe sicher. Ersatzscheiben wurden bestellt, ein Einbautermin steht noch nicht fest.

Auf der Aussichtsplattform am Bolafjall im Westfjords sind mehrere Glasscheiben der zweilagigen Sicherheitsverglasung gerissen. Bolungarvíks Bürgermeisterin Jóhanna Ósk Halldórsdóttir sagte, die Risse beträfen nur die innere Lage der Verbundscheiben und gefährdeten die Stabilität der Plattform nicht.

Die Gemeinde führt die Rissursache auf starken Schneendruck im Winter zurück. Ersatzscheiben wurden bereits bestellt, die Montage gestaltet sich jedoch schwierig, weil Befestigungen an der Außenseite des Stahlrahmens den Austausch erschweren. Einen verbindlichen Termin für den Austausch nannte die Stadtverwaltung bisher nicht.

Parallel hat Bolungarvík in diesem Jahr die Verantwortung für den 3,5 Kilometer langen Zufahrtsweg zum Bolafjall übernommen. Die Gemeinde glättet den Schotterbelag und richtet Ausweichstellen ein. Für das kommende Jahr sind Verbreiterungen der Strecke und der Einbau von Leitplanken geplant.

Ende Juli 2026 kam es an der Bergstraße zu einem Unfall, bei dem ein Wagen schätzungsweise 200 bis 300 Meter den Hang hinabrollte. Der Fahrer erlitt nach Angaben der Gemeinde nur leichte Verletzungen.

Die Plattform hat sich seit ihrer Eröffnung zu einem regionalen Anziehungspunkt entwickelt. Bolungarvík bezifferte die Zahl der Besucher für diesen Sommer auf rund 10.000 Personen. Für den Tag der totalen Sonnenfinsternis am 12. August 2026 ist die Straße zum Bolafjall für den privaten Fahrzeugverkehr und Fußgänger gesperrt, es werden kommerzielle Pendelbusse eingesetzt.

Mindestens ein Besatzungsmitglied der Bandero darf das Schiff verlassen

(05.08.2026) Die Aktivisten‑Yacht Bandero war Ende Juli von isländischer Küstenwache und Spezialeinheiten übernommen worden. Nach Tagen an Bord darf mindestens ein Besatzungsmitglied das Schiff in Reykjavík inzwischen verlassen.

Mindestens ein Besatzungsmitglied der Aktivistengruppe an Bord der Bandero darf das Schiff in Reykjavík am 4. August 2026 verlassen, nachdem die Mannschaft zuvor von isländischen Behörden an Bord festgehalten worden war.

Die isländische Küstenwache und die Polizei‑Spezialeinheit Viking Squad hatten das Schiff in den Nachtstunden des 30. Juli 2026 übernommen, nachdem die Besatzung der Walfang­fregatte Hvalur 9 um Unterstützung gebeten hatte und die Behörden der Bandero wiederholte Anweisungen zum Verlassen isländischer Gewässer sowie zum Abstellen der Maschinen erteilt hatten. Die Mannschaft von insgesamt 21 Personen wurde anschließend an Bord festgehalten.

Die Bandero wurde in der Folge in den Hafen von Reykjavík eskortiert und traf dort am 31. Juli 2026 ein. Die polizeilichen Ermittlungen laufen seither unter Leitung der nationalen Polizei, die eine Abschiebung der Besatzungsmitglieder und ein dauerhaftes Einreiseverbot prüft.

Die Bandero gehört zur Initiative von Paul Watson und war in den vergangenen Wochen mehrfach in Island aktiv, weil die Aktivisten Walfangschiffe beobachteten und bedrängten. Vor diesem Jahr gab es auch Berichte über Zusammenstöße mit anderen Fischereifahrzeugen in internationalen Gewässern.

Zum Stand am 4. August verbleiben große Teile der Mannschaft an Bord. Nach Behördenangaben sind Untersuchungen zu möglichen Verstößen gegen maritime Vorschriften und die öffentliche Ordnung im Gange.

Auslandswahl gestartet: Island lässt seit 27. Juli über Wiederaufnahme von EU-Gesprächen abstimmen

(04.08.2026) An isländischen Vertretungen im Ausland sowie im Inland per vorzeitiger Stimmabgabe läuft die Vorbereitung auf das Referendum am 29. August 2026. Bei der Abstimmung geht es nur um die Wiederaufnahme von Verhandlungen, nicht um die Mitgliedschaft.

Die Auslandswahl für das Referendum über die Wiederaufnahme von Beitrittsverhandlungen mit der Europäischen Union begann am 27. Juli 2026 an isländischen Botschaften, Generalkonsulaten und ständigen Vertretungen. Wahlberechtigte im Ausland können dort persönlich ihre Stimme abgeben. Öffnungszeiten und Regelungen zu Terminen variieren je nach Standort, daher sollten Wahlberechtigte vorab Kontakt mit der zuständigen Vertretung aufnehmen.

Die Volksabstimmung findet am Samstag, dem 29. August 2026, statt. Auf dem Stimmzettel steht die Frage, ob Island die Beitrittsverhandlungen mit der EU wieder aufnehmen soll. Ein „Ja“ würde Verhandlungen ermöglichen, würde Island aber nicht automatisch zum EU-Mitglied machen. Die Regierung weist darauf hin, dass ein etwaiges Verhandlungsergebnis in einem späteren Referendum dem Volk zur Entscheidung vorgelegt würde. Das Parlament (Alþingi) hatte die Abstimmung Ende Mai 2026 beschlossen.

Historisch begannen die Beitrittsverhandlungen 2009. Bis zum Aussetzen des Prozesses 2013 waren 27 von 33 Verhandlungskapiteln eröffnet und 11 davon vorläufig abgeschlossen. In Island selbst kann vorab bei den Distriktskommissaren gewählt werden. Eine offizielle Liste der Auslandswahllokale und weitere Hinweise zum Ablauf sind auf den staatlichen Informationsseiten zum Referendum verfügbar. Alle isländischen Staatsbürger ab 18 Jahren, die im Wählerverzeichnis stehen, sind stimmberechtigt.

Dalabyggð drängt auf sofortige Instandsetzung des Vestfjarðavegur (Erpsstaðir–Haukadalsá)

(03.08.2026) Die Gemeindeverwaltungschefin Lilja Björg Ágústsdóttir warnt Anfang August 2026 vor weiteren schweren Unfällen, nachdem ein stark beanspruchter Abschnitt der Straße 60 erheblich beschädigt ist und geplante Ausbesserungen verschoben wurden.

Die Gemeindeverwaltungschefin von Dalabyggð, Lilja Björg Ágústsdóttir, fordert Anfang August 2026 unverzügliches Eingreifen wegen eines erheblich beschädigten Abschnitts des Vestfjarðavegur (Straße 60). Sie warnt, dass ohne ein Vorziehen der Arbeiten weitere schwere Unfälle wahrscheinlich seien.

Betroffen ist ein rund sechs Kilometer langer Abschnitt zwischen Erpsstaðir und der Haukadalsá. Der Belag zeige tiefe Schlaglöcher, beschädigte Deckschichten und stellenweise sehr enge Fahrspuren. Die Höchstgeschwindigkeit wurde auf längeren Strecken von 90 auf 70 km/h reduziert, in der Praxis fahren viele Verkehrsteilnehmer noch langsamer.

Die isländische Straßenverwaltung Vegagerðin führt das Projekt unter dem geplanten Ausschreibungskennzeichen für 2026. Lokale Medien und Behörden geben an, das Ausschreibungsverfahren sei nun für den Herbst 2026 angesetzt, mit einem Fertigstellungszeitraum Ende 2027.

Dalabyggð macht neben dem schlechten Straßenbelag die gestiegene Verkehrsbelastung als zusätzlichen Risikofaktor verantwortlich. Die Zunahme geht laut Gemeindeverwaltung unter anderem auf die Öffnung der Arnkötludalur-Route und verstärkten Lkw-Verkehr für die Lachsaquakultur zurück. Zudem nutzen viele Schüler den Bus, und regionale Betriebe sind auf den Abschnitt angewiesen.

Die Gemeindeverwaltung fordert die zuständigen Behörden auf, die Ausschreibung vorzuziehen und temporäre Sicherungsmaßnahmen zu prüfen. Konkrete Termine für Beginn der Bauarbeiten stehen nach Angaben der Straßenverwaltung bislang im Jahresplan.

14 Sichtungen nach Ausbruch von Nerzen bei Mosfellsdalur

(02.08.2026) Aus einem Pelzgehege in Mosfellsdalur entkamen Nerze. Behörden registrierten seit dem 31. Juli 14 Meldungen in Reykjavík und Umgebung, bis zu drei davon könnten aus dem Betrieb Dalsbú stammen.

Aus einer Pelzfarm in Mosfellsdalur sind Ende Juli mehrere Nerze entkommen, Behörden registrierten seit dem Mittag des 31. Juli insgesamt 14 Sichtungsmeldungen in und um Reykjavík.

Gemeldete Beobachtungen kamen aus Wohngebieten wie Úlfarsárdalur, Grafarvogur und Grafarholt. Amtliche Stellen schätzen, dass in bis zu drei Fällen tatsächlich gezüchtete Nerze aus dem Betrieb Dalsbú beteiligt gewesen sein könnten, zahlreiche andere Sichtungen werden für wildlebende Nerze gehalten.

Þóra Jóhanna Jónsdóttir, Islands Chefveterinärin, unterscheidet gezüchtete und wildlebende Nerze anhand von Körperbau, Fellfarbe und Verhalten. Wildtiere seien meist dunkelbraun, schlanker und flinker. Aus der Zucht stammende Nerze dagegen größer, weniger scheu und häufiger in der Nähe von Menschen anzutreffen.

Nach Angaben der Behörden gelang es, einen Großteil der Tiere innerhalb des Geheges wieder einzufangen, es ist aber unklar, wie viele Individuen noch frei sind. Die Untersuchung der Sichtungsmeldungen läuft weiter.

Der betroffene Betrieb Dalsbú in Mosfellsdalur besitzt nach kommunalen Unterlagen eine Betriebserlaubnis, die bis zum 18. Dezember 2026 gilt. In den vergangenen Jahren sind wiederholt Beanstandungen im Zusammenhang mit Tierwohlkontrollen dokumentiert worden.

Der Vorfall fällt in eine Zeit verstärkter Debatten über Pelztierhaltung. Eine wissenschaftliche Einschätzung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) aus 2025 bemängelt grundsätzliche Probleme der in Käfigen praktizierten Haltung und hat die politische Diskussion in Europa angeheizt.

Die Behörden bitten weiterhin um Meldungen zu Sichtungen. Ermittlungen und mögliche Nachforschungen zu weiteren Fluchtursachen dauern an.

Ausreiseverkehr aus Reykjavík am 31. Juli überraschend ruhig

(01.08.2026) Am Freitag, 31. Juli 2026, blieb der Verkehr aus dem Großraum Reykjavík zunächst vergleichsweise ruhig. Offizielle Warnungen vor großen Staus für das Verslunarmannahelgi-Wochenende bestehen weiter.

Am Freitag, dem 31. Juli 2026, gab es beim Ausreiseverkehr aus dem Großraum Reykjavík bislang keine größeren Verzögerungen. Medienberichte meldeten nur eine geringere Verkehrsbelastung als in den Vorjahren an einem vergleichbaren Tag.

Die Straßenverwaltung betreibt ein Echtzeit‑Informationsportal für Verkehr und Fahrbedingungen. Historisch zählen besonders der Suðurlandsvegur, der Vesturlandsvegur und die Zufahrten Richtung Hvalfjörður zu den am stärksten belasteten Achsen bei verlängerten Wochenenden. Für das kommende Verslunarmannahelgi‑Wochenende rechnen Behörden und Verkehrsplaner üblicherweise mit deutlich höheren Verkehrsmengen als an einem normalen Sommertag.

Beliebte Zielorte wie Vestmannaeyjar (Þjóðhátíð) und Siglufjörður (Síldarævintýrið) ziehen traditionell große Besucherzahlen an. Lokale Informationsangebote und Veranstaltungspläne zeigen für die Tage rund um den 1. August eine Vielzahl von Festen und Campingangeboten, weshalb Fähren und Flüge erfahrungsgemäß in Spitzenzeiten stark nachgefragt sind.

Die Polizei auf dem Höfuðborgarsvæðið kündigt routinemäßig verstärkte Verkehrsüberwachung und Kontrollen zu solchen Feiertagszeiten an. Die Straßenverwaltung weist außerdem darauf hin, dass sich die Lage rasch ändern kann und das Internetangebot zur Verkehrslage aktuelle Meldungen liefert.

Bauern in Island fürchten weitere Einbrüche nach Nerz‑Freilassungen

(31.07.2026) Landwirte melden wiederholte nächtliche Einbrüche und veröffentlichte Freilassungen von Nerzen als Ursache für wachsende Sorge um Tiere und Existenz. Der Bauernverband verlangt sofortiges Handeln.

Bauern in Island warnen vor weiteren Einbrüchen auf Höfen, nachdem in den vergangenen Wochen Nerze aus Gehegen freigelassen worden seien und es zu wiederholten Übergriffen auf Viehbetriebe gekommen sei.

Ein Nerzzüchter sagte, die negative öffentliche Debatte über die Pelzindustrie habe offenbar zu gezielten Aktionen und Vandalismus ermutigt. Der Vorsitzende des Bauernverbands forderte, solche Angriffe konsequent zu stoppen und die Ermittlungen zu beschleunigen.

Als Beispiel für die Folgen nächtlicher Eindringlinge nennt ein kürzlicher Vorfall auf einem Schweinebetrieb in Brimnes auf Kjalarnes: Dort wurden Ställe geöffnet, Tiere liefen frei, zehn Ferkel starben und ein Tier musste eingeschläfert werden. Der Vorfall wurde der Polizei und den Veterinärbehörden gemeldet.

Die Debatte um die Pelzhaltung in Island hat sich seit einem Frühjahrsexposé verstärkt. Die Branche ist stark geschrumpft. Mittlerweile gibt es nur noch wenige Pelzfarmen, was die öffentliche Kontroverse zusätzlich anheizt.

Die Polizei führt mehrere Ermittlungen zu Einbrüchen und Sachbeschädigungen, sieht Schlagworte wie organisierte Kriminalität jedoch bislang nicht als alleinige Erklärung. Landwirte fordern verstärkten Schutz, schnellere Aufklärung und klare strafrechtliche Konsequenzen, weil die Vorfälle direkte wirtschaftliche Schäden und erhebliches Tierleid verursachen.

Gesundheitsdirektorat warnt: Online-Alkoholverkauf reißt Alterskontrollen auf

(30.07.2026) Eine Überprüfung zeigt erhebliche Mängel bei der Altersprüfung: Elektronische Identitätsprüfungen wurden nur in 36 Prozent der Onlinekäufe verlangt, Ausweiskontrollen bei Lieferung fanden nur in 7 Prozent der Fälle statt. Behörden fordern strengere Durchsetzung.

Das isländische Gesundheitsdirektorat alarmiert: Der schnelle Anstieg privater Anbieter im Internet macht Alterskontrollen bei Alkoholverkäufen in Island weitgehend wirkungslos und gefährdet den Jugendschutz.

Bei Messungen, die das Direktorat zwischen dem 12. und 31. Januar 2026 durchführte, mussten Käuferinnen und Käufer nur in 36 Prozent der getesteten Onlinebestellungen elektronisch authentifiziert werden. Eine Ausweiskontrolle bei Lieferung fand lediglich in 7 Prozent der Fälle statt. Inzwischen verkaufen nach Behördenangaben rund 20 Unternehmen Alkohol über das Internet an Kundinnen und Kunden in Island.

Sveinbjörn Kristjánsson, Spezialist für Verhaltensänderungen beim Gesundheitsdirektorat, erklärte, die Schwächen bei Altersprüfungen hätten zu täglichen Beschwerden von Eltern geführt und ließen einen leichten Anstieg des Alkoholkonsums bei Jugendlichen erkennen. Die Direktion sieht die bisherige Alkoholpolitik, die Verfügbarkeit stark begrenzt und so den Konsum gesenkt hat, durch die Ausweitung des Onlinehandels bedroht.

Als Treiber nennt die Behörde wachsende Konkurrenz und aggressive Preisaktionen einzelner Händler, die Alkohol mit Rabatten anbieten. Gefordert wird eine stärkere Durchsetzung bestehender Regeln, insbesondere bei Werbung und Identitätsprüfungen, sowie konsequentere Kontrollen durch Polizei und Aufsichtsbehörden.

Die Meldung basiert auf der Überprüfung des Gesundheitsdirektorats und Berichten der isländischen Medien aus Mai und Juli 2026. Behörden und Präventionsstellen fordern nun klare Maßnahmen, um die Zugangskontrolle zu Alkohol im Internet wiederherzustellen.

Vínlandssetrið Leifsbúð in Búðardalur zeigt eine multimediale Ausstellung über Leifur Eiríksson

(29.07.2026) Die neue Dauerausstellung im Vínlandssetrið verbindet Sagenstoff und Archäologie mit zeitgenössischer Kunst, bietet Audioführungen in vier Sprachen – darunter Deutsch – und richtet sich an Kurzbesuche von rund 30–60 Minuten.

Das Vínlandssetrið Leifsbúð in Búðardalur präsentiert eine multimediale Ausstellung über Leifur Eiríksson und die nordischen Westfahrten, gestaltet mit Werken von zehn isländischen bildenden Künstlern und Audioführungen in vier Sprachen, darunter Deutsch.

Die Präsentation auf der oberen Etage kombiniert Karten, interaktive Elemente und inszenierte Kunstwerke, um die Erzählungen der Grönländer‑Sage und der Saga von Eirík dem Roten zu vermitteln. Im Erdgeschoss befindet sich ein kleines Café. Der Eintritt liegt bei 3.000 ISK. Kinder bis 12 Jahre haben in Begleitung Erwachsener freien Zutritt, es gibt Ermäßigungen für Senioren und Studierende.

Die Ausstellung legt ausdrücklich Verbindungen zwischen Sagenüberlieferung und moderner Archäologie: Die ersten Teile erläutern die archäologischen Befunde und den regionalen Kontext, die Folgeteile stellen die Personen und Ereignisse künstlerisch dar. In unmittelbarer Nähe liegt das Freilichtmuseum Eiríksstaðir mit rekonstruierter Langhütte und Fundamentsruinen, die als Geburtsort Leifurs gelten.

Besucher verbringen laut regionalen Führern meist 30 bis 60 Minuten in Leifsbúð. Die kompakte Anlage eignet sich als kurzer kultureller Zwischenstopp im Dalir‑Raum. Gruppen können Führungen und Sondertarife im Voraus anfragen. Detaillierte Öffnungszeiten und Gruppenbedingungen sind auf der offiziellen Webseite angegeben.

Der isländische Rundfunk RÚV stellte das Vínlandssetrið in einem englischsprachigen Radiobeitrag am 28. Juli 2026 vor und brachte damit neue Aufmerksamkeit für das Haus in Búðardalur.

Behörden und Anbieter einigen sich auf verschärfte Warnhinweise für Sólheimajökull

(28.07.2026) Bei einem Treffen am 21. Juli 2026 beschlossen isländische Behörden und Gletscherführer, den Zugang offen zu lassen, zugleich Warnschilder, mehrsprachige Informationen und stärkere Öffentlichkeitsarbeit zu verstärken.

Behörden und Tourenanbieter haben am 21. Juli 2026 vereinbart, den Zugang zum Gletscher Sólheimajökull vorerst offen zu lassen und stattdessen Warn‑ und Informationsmaßnahmen deutlich zu verschärfen.

Das Folgetreffen wurde vom isländischen Fremdenverkehrsamt (Ferðamálastofa) unter der Chatham‑House‑Regel organisiert. Mehrere Gletscheranbieter hatten in den Tagen zuvor einzelne geführte Touren temporär ausgesetzt, nachdem ihre täglichen Gefahreneinschätzungen erhöhte Risiken festgestellt hatten. Teilnehmer hoben hervor, dass lizenzierte Führer neben der Führung von Touren auch die Bedingungen beobachten und anderen Besuchern helfen.

Eine vollständige Sperrung des Geländes wurde nach Angaben der Anwesenden derzeit nicht für erforderlich gehalten. Stattdessen einigten sich Behörden, Betreiber und SafeTravel auf sichtbare, mehrsprachige Warnschilder, klarere Kommunikation im Internet und einheitliche Botschaften, die nicht geführte Begehungen deutlich entmutigen sollen.

Als längerfristige Optionen wurden die Verbesserung der Wegführung und der Infrastruktur, die Prüfung technischer Schutzmaßnahmen, erleichterte Genehmigungsverfahren für notwendige Arbeiten vor Ort sowie die Stationierung zusätzlicher Rettungsausrüstung am Gletschersee besprochen.

SafeTravel veröffentlichte im Juli 2026 eine Warnung, wonach die Bedingungen am Sólheimajökull als gefährlich eingestuft werden und das Betreten des Gletschers nicht empfohlen wird. Die Gesprächsteilnehmer erklärten, die enge Zusammenarbeit fortzusetzen. SafeTravel soll die Koordination bei neuen Schildern und Warnmeldungen übernehmen.

Beben der Stärke 4,1 bei Nesjavellir erschüttert Südwesten Islands

(27.07.2026) In der Nacht zum 27. Juli registrierte die isländische Wetterbehörde ein Erdbeben der Stärke 4,1 bei Nesjavellir. Das Beben wurde im gesamten Südwesten, auch in Teilen des Großraums Reykjavík, verspürt.

In der Nacht zum 27. Juli wurde um 00:36 Uhr UTC ein Erdbeben der Stärke 4,1 bei Nesjavellir im Hengill-Gebiet im Südwesten Islands registriert. Das Beben war in weiten Teilen des Südwestens des Landes spürbar. Meldungen über Wahrnehmungen lagen unter anderem aus dem Großraum Reykjavík vor.

Die isländische Wetterbehörde (Veðurstofa Íslands) gab die Messung für Nesjavellir an und führt die seismische Überwachung in der betroffenen Region fort. Angaben zur Herdtiefe lagen in den unmittelbar verfügbaren Meldungen nicht vor. Veðurstofa weist darauf hin, dass das Gebiet seismisch aktiv ist und immer wieder Erdbebenschwärme auftreten.

Nach den vorliegenden Daten handelt es sich um das stärkste registrierte Beben in der Gegend um Nesjavellir seit einem Beben der Stärke 4,6 im Jahr 1998. Bislang wurden keine Berichte über Verletzte, nennenswerte Schäden oder Auswirkungen auf Straßen- und Flugverkehr veröffentlicht. Behörden überwachen die Lage weiterhin und analysieren mögliche Nachbeben.

Solche Einzelbeben und Schwarmaktivitäten sind in Südwestisland immer wieder zu beobachten. Die zuständigen Überwachungsdienste aktualisieren ihre Datensätze in Echtzeit, sodass weitere Informationen zu Lage, Herdtiefe und etwaigen Nachbeben zu erwarten sind.

Lange Grenzschlangen in Keflavík: Neue EES‑Kontrollen verlängern Abläufe für Drittstaatsangehörige

(26.07.2026) Seit der Einführung des EU‑Ein- und Ausreisesystems dauern Einreisekontrollen für Passagiere aus Nicht‑Schengen‑Staaten am Flughafen Keflavík deutlich länger. Erfassung von Fingerabdrücken und Fotos sowie nicht nutzbare Selbstbedienungs‑Kioske verlangsamen den Ablauf.

Am Flughafen Keflavík sind Kontrollen für Passagiere aus Drittstaaten nach der Einführung des EU‑Ein- und Ausreisesystems (EES) merklich zeitaufwändiger geworden: Einzelne Kontrollen dauern inzwischen mehr als eine Minute, zuvor lagen typische Prüfzeiten bei etwa 15 bis 20 Sekunden.

Der Leiter der Suðurnes‑Polizei, Chefinspektor Bjarni Ólafur Ólafsson, nennt Wartezeiten von teils bis zu 90 Sekunden pro Person und erklärt, dass sich Staus besonders dann bilden, wenn mehrere interkontinentale Flüge binnen kurzer Zeit ankommen. An Spitzentagen landen demnach bis zu 30–33 Maschinen zeitnah.

Hintergrund ist, dass das EES bei der ersten Einreise biometrische Daten wie Fingerabdrücke und ein Foto erfasst und die Datensätze an die zentrale EU‑Infrastruktur übermittelt. Technische Verzögerungen bei der Abfrage und die bislang manuelle Abwicklung vieler Fälle haben laut Berichten den Durchsatz verringert. Zusätzliche Mittel und mehr Grenzpersonal haben die Engpässe bislang nicht vollständig ausgeglichen.

Selbstbedienungs‑Kioske, die im Terminal bereits installiert wurden, stehen derzeit nicht in vollem Umfang zur Verfügung, weil sie nach Tests als nicht ausreichend stabil bewertet wurden. Die Kioske waren Teil der im Oktober 2025 begonnenen EES‑Einführung, die auf EU‑Ebene im April 2026 in die volle Betriebsphase überging.

Die Probleme in Keflavík stehen im Zusammenhang mit ähnlichen Berichten aus mehreren europäischen Verkehrsflughäfen seit Beginn der Ausweitung des EES. Betreiber und Behörden prüfen nun schrittweise technische Anpassungen und organisatorische Maßnahmen zur Beschleunigung der Kontrollen.

Zahlreiche regionale Festivals in Island am Wochenende 24.–26. Juli 2026

(25.07.2026) Von klassischer Kammermusik in Reykholt bis zur Freiluftparty in Borgarfjörður eystri laufen an diesem Wochenende mehrere regionale Festivals in verschiedenen Landesteilen.

Am Wochenende 24. bis 26. Juli 2026 finden in Island mehrere regionale Festivals statt, darunter das Reykholt Chamber Music Festival (24.–26. Juli), das Bræðslan‑Musikfestival in Borgarfjörður eystri (24.–25. Juli), die Mærudagar‑Feiern in Húsavík (23.–25. Juli) und die Familienfeste Trilludagar in Siglufjörður (finden am 25. Juli statt, mit Vorprogramm ab 24. Juli).

Das Bræðslan‑Festival bespielt eine alte Konservenfabrik in Borgarfjörður eystri und bietet laut Programm eine Mischung aus isländischen und internationalen Künstlern sowie Tagesveranstaltungen für Familien. Die Veranstaltung gilt als fester Termin am letzten Juliwochenende und zieht Besucher aus dem Osten und darüber hinaus an.

Die Reykholt‑Hátíð ist ein dreitägiges Kammermusik‑ und Kulturprogramm mit Eröffnungskonzerten am 24. Juli, Familienkonzerten und Abschlussveranstaltungen am 26. Juli. Zum diesjährigen Ablauf gehören laut Veranstaltungsseite Konzerte in der Kirche und zusätzliche Aufführungen an öffentlichen Orten im Ort.

In Nordisland startet Húsavíks Mærudagar, eine traditionelle Familien‑ und Stadtteilfeier mit Straßenprogramm und Sonderöffnungen lokaler Angebote. In Siglufjörður bildet Trilludagar am Samstag, dem 25. Juli, das lokale Familienprogramm. Die Gemeinde nennt bereits Termine für Wettbewerbe und Aktivitäten.

Parallel laufen in Reykjavík und anderen Städten einzelne Konzerte und Kulturveranstaltungen in städtischen Spielstätten. Karten und tagesaktuelle Programme werden auf den jeweiligen Festivalseiten und über lokale Vorverkaufsstellen veröffentlicht.

Paul Watsons Schiff Bandero wieder in isländischer Wirtschaftszone

(23.07.2026) Die von Whaleschutzaktivist Paul Watson betriebene Bandero ist am 22. Juli erneut in Islands 200-Seemeilen-Zone eingedrungen. Küstenwache und Medien melden verstärkte Beobachtung nach vorherigen Einsätzen und einer kurzen Abwesenheit.

Das Schiff Bandero, das der Aktivist Paul Watson für direkte Aktionen gegen die isländische Walfangflotte einsetzt, ist am 22. Juli wieder in die 200 Seemeilen umfassende Ausschließliche Wirtschaftszone Islands eingefahren.

Die isländische Küstenwache hatte das Schiff zuvor bereits Ende Juni lokalisiert. Ein Aufklärungsflugzeug des Dienstes sichtete die Bandero laut Berichten tief südlich der Insel, und das Patrouillenboot Þór begleitete das Schiff zwischenzeitlich.

Am 10. Juli hatte die Bandero die Gewässer vor Island jedoch vorübergehend verlassen und Kurs auf Irland genommen, nachdem an Bord ein medizinischer Notfall gemeldet worden war. Nach Angaben aus der Berichterstattung meldete die Crew anschließend eine Rückkehr ins Operationsgebiet.

Die Küstenwache forderte die Besatzung auf, die Positionsübermittlung zu gewährleisten, nachdem das Schiff phasenweise ohne eingeschaltete automatische Identifikationsanlage (AIS) gesichtet worden war. Behörden erklärten, sie würden bei Gefahr für Menschenleben oder bei Störungen der Schifffahrt eingreifen.

Watsons Organisation kündigt ihren Sommer-Einsatz unter dem Namen „Operation 86“ an, mit dem Ziel, die Walfangaktivitäten des Unternehmens Hvalur hf. zu stören. Hvalur hatte die Fangseason begonnen und bereits mehrere Wale an Land gebracht, was zu erhöhter Aufmerksamkeit und politischer Debatte geführt hat.

Konkrete konfrontative Aktionen oder Hafenanläufe der Bandero wurden bislang nicht bestätigt. Beobachter erwarten, dass Küstenwache und Medien die Lage weiter eng verfolgen werden.

Referendum am 29. August: Soll Island Beitrittsgespräche mit der EU wieder aufnehmen?

22.07.2026

Die isländische Regierung hat das Volksbegehren offiziell angesetzt. Ein Ja würde Verhandlungen mit Brüssel eröffnen, ein Nein würde nach Regierungsangaben alle Wiederaufnahmeversuche beenden.

Die isländische Regierung hat ein Referendum für den 29. August 2026 angesetzt. Stimmberechtigte sollen entscheiden, ob Reykjavik seine seit 2013 ausgesetzten Beitrittsverhandlungen mit der Europäischen Union wiederaufnehmen darf.

Den Vorstoß brachte das Außenministerium Anfang März ins Parlament, das die nötige Resolution verabschiedete, damit die Abstimmung termingerecht stattfinden kann. Nach Regierungsangaben würde ein positives Votum den Weg für neu aufzunehmende Verhandlungen öffnen. Falls solche Verhandlungen zu einem Beitrittsvorschlag führten, würden die endgültigen Beitrittsbedingungen voraussichtlich in einer zweiten Volksabstimmung zur Entscheidung vorgelegt werden. Ein Nein würde nach der Darstellung der Regierung weitere Versuche zur Wiederaufnahme vorerst beenden.

Die öffentliche Debatte konzentriert sich unter anderem auf Fischereipolitik, Souveränitätsfragen und wirtschaftliche Folgen. Meinungsumfragen zeigen derzeit eine knappe Mehrheit für die Wiederaufnahme der Gespräche, Befragungen aus dem Frühjahr 2026 geben Zustimmung teilweise mit niedrigen einstelligen Prozentpunkten Vorsprung an. Andere Umfragen zeigen ein ausgeglicheneres Bild.

Reykholt Chamber Music Festival 2026: Programm veröffentlicht, Karten ab 26. Juni

21.07.2026

Das Kammermusikfestival in Reykholt (Westisland) hat sein Programm und die Ticketinformationen für 2026 bekanntgegeben. Spielorte sind Reykholt und die Dorfkirche; Angaben zu den konkreten Veranstaltungstagen weichen zwischen Quellen leicht voneinander ab.

Die Veranstalter des Reykholt Chamber Music Festival haben das Programm für 2026 sowie Preise und Start des Kartenverkaufs veröffentlicht. Festivalpässe sind angekündigt, Einzeltickets sollen ab 12 Uhr am 26. Juni verfügbar sein.

Auf der offiziellen Festivalseite wird ein Festivalzeitraum Ende Juli genannt. Die Seite nennt außerdem Konzertzeiten an drei aufeinanderfolgenden Tagen mit einem Eröffnungsabend, einem Familienkonzert am Nachmittag, einem Kammerkonzert und einem Abschlusskonzert. Ein regionales Tourismusportal gibt für das Festival leicht abweichende Tage an. Offenbar enthält die Festivalseite an einigen Stellen Monatsangaben, die fehlerhaft als "June" ausgewiesen sind.

Die Preise sind auf der Festivalseite konkret genannt: Festivalpass 11.500 ISK, Standardticket 4.500 ISK und Familienticket für das Duo-Stemma-Konzert 1.000 ISK. Als Vertriebsplattform ist der angegebene Ticketweg ein isländischer Anbieter.

Zu den angekündigten Mitwirkenden zählen unter anderem Arnheiður, Jóhann Kristinsson, Kristinn Sigmundsson, das Duo Stemma, Kristinn Örn und Mathias Halvorsen sowie mehrere weitere isländische Musikerinnen und Musiker. Spielorte sind Reykholt in Borgarbyggð und insbesondere die dortige Kirche, die traditionell mit der Jahreszeit der Kirchweihe verknüpft wird.

Zum historischen Kontext: Die heutige Kirche in Reykholt wurde am 28. Juli 1996 eingeweiht, die ältere Pfarrkirche datiert auf 1887 und wurde am 31. Juli desselben Jahres konsekriert. Aufgrund der abweichenden Datumsangaben zwischen offizieller Festivalseite und regionalem Portal sollten Interessierte die Angaben zum genauen Programm und zu den Tagen unmittelbar vor der Anreise noch einmal auf den Veranstaltungsseiten prüfen.

Langohreulen-Brut in Reykjavík: Vier Junge in Wäldchen bei Breiðholt

20.07.2026

Eine Naturfotografin filmte am 17. Juli ein Küken; die vier Jungvögel stammen aus einem Nest zwischen Elliðaá-Tal und dem Hólar-Viertel. Die genaue Lage wird zum Schutz der geschützten Art nicht bekanntgegeben.

Am 17. Juli 2026 filmte die Naturfotografin Ásta Magnúsdóttir ein Küken einer Langohreulen-Brut in einem Wäldchen nahe dem Breiðholt-Viertel von Reykjavík. Insgesamt handelt es sich um vier Jungvögel, die bereits früher in dieser Brutsaison in dem Gehölz zwischen dem Elliðaá-Flusstal und dem Hólar-Gebiet geschlüpft sind. Zur Vermeidung von Störungen wird der genaue Neststandort nicht veröffentlicht.

Das im Video gezeigte Jungtier saß auf einem Ast und beobachtete seine Umgebung mit auffälligen Kopfbewegungen. Magnúsdóttir hatte einem Bericht zufolge Hinweise auf das Nest verfolgt, betonte zugleich, dass Langohreulen in städtischen Baumgruppen sehr scheu und deshalb schwer zu finden sind.

Das Isländische Naturhistorische Museum führt Langohreulen als seltene Brütvögel; Bruten sind in Island erst seit den ersten 2000er-Jahren gesichert dokumentiert. Bestätigte Brutpaare bleiben spärlich, seit 2022 wurden nach Museumsangaben nur etwas mehr als 20 Fälle registriert. Die Art steht unter Schutz.

Langohreulen unterscheiden sich vom häufigeren Sumpfohreulen durch orangefarbene Augen und die sichtbaren Federohren, wenn die Vögel ruhen. Beobachter und Fotografen werden gebeten, Abstand zu halten, damit die Familie in Ruhe aufwachsen kann.

Erster Juli‑Halbmonat in Reykjavík bislang nassester seit Beginn der Messungen

19.07.2026

In den ersten 15 Tagen des Juli 2026 fielen in Reykjavík rund 65 Millimeter Regen. Messungen zeigen deutliche regionale Unterschiede bei Niederschlag, Temperatur und Sonnenschein.

Der erste Halbmonat Juli 2026 war in Reykjavík der nasseste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. In den ersten 15 Tagen wurden rund 65 Millimeter Niederschlag registriert, wie eine aktuelle Auswertung ergibt (Stand 18. Juli 2026).

Damit fiel mehr als das Doppelte der Mittelwerte für diesen Zeitraum im Referenzzeitraum 1991–2020. Die Summe liegt in historischen Ranglisten deutlich vorne und übertrifft frühere vergleichbare Zeiträume um einen erheblichen Betrag.

Auch an anderen Stationen gab es ungewöhnlich hohe Werte. In Stykkishólmur wurden für den gleichen Zeitraum 66,6 Millimeter gemessen, womit dort ebenfalls ein Rekord für den ersten Juli‑Halbmonat erreicht worden sein dürfte.

Die Temperaturbilanz zeigte dagegen regionale Gegensätze. In Reykjavík lag die Durchschnittstemperatur des ersten Halbmonats bei etwa 10,5 °C und damit rund 0,8 °C unter dem Mittel 1991–2020. Auf Akureyri meldeten die Messwerte einen Mittelwert von etwa 13,6 °C, also etwa 2,8 °C über dem dortigen Mittel. Auf den Ostfjorden war der erste Monatsabschnitt ungewöhnlich warm.

Auch die Sonnenscheindauer wich regional stark ab. In Reykjavík wurden nur rund 58 Stunden Sonne registriert, deutlich unter dem langjährigen Mittel, während Akureyri mit etwa 83 Stunden über dem Durchschnitt lag. Die Zahlen basieren auf einer Auswertung des Meteorologen Trausti Jónsson, die am 18. Juli 2026 veröffentlicht wurde. Zwischen Meldungen einzelner Medien gibt es kleinere Abweichungen bei den Millimeterangaben (z. B. 65,0 vs. 65,5 mm).

Hunderte Wohnungen in Reykjavik finden keine Käufer (02.05.25)

In Reykjavík stehen derzeit rund 260 neu errichtete Wohnungen leer, obwohl sie sich in acht zentralen Verdichtungsgebieten befinden. Seit Anfang des Jahres wurden lediglich etwa 40 Einheiten verkauft. Die Baukosten pro Wohnung belaufen sich auf schätzungsweise 80 Millionen ISK, was einer Gesamtinvestition von etwa 20 Milliarden ISK für die unverkauften Einheiten führt.
Die ersten dieser Immobilien kamen 2023 auf den Markt, zu einer Zeit steigender Zinssätze. Obwohl die isländische Zentralbank inzwischen begonnen hat, die Zinsen zu senken, zeigt der Markt bislang keine signifikante Reaktion. Ein Immobilienmakler äußerte gegenüber Morgunblaðið, dass die Branche auf eine weitere Zinssenkung wartet, um den Verkauf anzukurbeln. Diese Entwicklung wirft natürlich auch Fragen zur aktuellen Wohnungsnachfrage und zur Preisgestaltung auf. Möglicherweise entsprechen die Preise oder die Ausstattungsmerkmale nicht den Erwartungen potenzieller Käufer. Zudem könnte die Diskrepanz zwischen Angebot und tatsächlicher Nachfrage auf eine Überbewertung des Marktes hindeuten.

2025 kein Walfang in Island (13.04.25)

Islands größtes Walfangunternehmen, Hvalur hf., verzichtet auch 2025 auf die Jagd – bereits das zweite Jahr in Folge. Trotz gültiger Fanglizenz für 200 Finnwale begründet CEO Kristján Loftsson die Entscheidung mit der schlechten Wirtschaftslage, insbesondere in Japan, dem Hauptabsatzmarkt. Dort seien die Preise so stark gesunken, dass sich der Walfang wirtschaftlich nicht mehr lohne.
Auch 2024 fand kein Walfang statt, weil die damalige Ministerin Svandís Svavarsdóttir die Genehmigung erst einen Tag vor Saisonstart erteilte. Eine sinnvolle Planung sei dadurch unmöglich gewesen.
Die öffentliche Meinung in Island ist beim Thema Walfang gespalten. Die Saison dauert normalerweise von Mitte Juni bis September, die Quoten werden jedoch zunehmend verfehlt. Das zweitgrößte Unternehmen, IP-Utgerd, gab den Walfang bereits 2020 auf – ebenfalls aus wirtschaftlichen Gründen.

Neuer Vulkanausbruch (01.04.25)

Vulkanausbruch Sundhnúksgíga April 2025
Vulkanausbruch Sundhnúksgíga 01.04.25 (c) RUV

Ein neuer Vulkanausbruch hat heute gegen 09:45 Uhr Ortszeit in der Sundhnúks-Kraterreihe auf der Halbinsel Reykjanes begonnen. Die Eruptionsspalte ist etwa 500 Meter lang und verlängert sich in beide Richtungen. Der Hubschrauber der Küstenwache ist gestartet, um die genaue Lage und Größe des Vulkanausbruchs zu bestätigen. Laut den Webcams scheint der Ausbruch südöstlich von Þorbjörn zu liegen. Der Flugverkehrs-Farbcode wurde auf Rot gesetzt, bis genauere Informationen über die Ascheverteilung vorliegen.
Die Eruptionsspalte hat sich schnell nach Süden ausgedehnt und reicht nun bis direkt an die Schutzwälle rund um Grindavík. Den Aufnahmen der Webcams zufolge liegt das Gewächshaus von ORF Biotechnologie fast genau in einer Linie mit der Spalte – auf der anderen Seite der Schutzwälle. Bis 12 Uhr hat sich die Spalte bis innerhalb des Schutzdammes erweitert.
Dem Ausbruch vorangegangen war ein Erdbebenschwarm, er begann heute Morgen gegen 6:30 Uhr in der Sundhnúks-Kraterreihe zwischen Sýlingarfell und Stóra-Skógfell. Dem Erdbebenschwarm folgte eine deutliche Veränderung in der Bodenverformung sowie Druckveränderungen in den von HS Orka betriebenen Bohrlöchern. Beide unabhängigen Messungen waren ein klares Anzeichen für den Beginn eines Magmaaufstiegs. Schon am Morgen wurden deshalb die Teams für Schutzwallbau und Lavamassenkühlung aktiviert.

Inflationsrate weiter bei 4,8% (20.12.24)

Die jährliche Inflationsrate in island bleibt unverändert bei 4,8 % gegenüber dem Vormonat. Die Kosten für Wohnen und Versorgungsleistungen verzeichneten im vergangenen Jahr die größten Preissteigerungen, während die Bildungskosten aufgrund von gesenkten Studiengebühren sanken.
Die jährliche Inflationsrate in Island bleibt laut Statistik Island stabil bei 4,8 % und ist damit unverändert gegenüber dem Vormonat. Dies ist der niedrigste Wert seit Oktober 2021. Ohne Berücksichtigung der Wohnkosten liegt die jährliche Inflationsrate bei 2,8 %. In den letzten zwei Jahren ist die Inflation stetig zurückgegangen, nachdem sie im Februar 2023 mit 10,2 % ihren Höchststand erreicht hatte.
Die größten Preissteigerungen im letzten Jahr gab es bei Wohnen, Heizung und Strom, die um 10,5 % gestiegen sind. Auch die Preise für Lebensmittel und Getränke haben zugenommen und stiegen um 4,1 %. Im Gegensatz dazu sind die Bildungskosten deutlich gesunken – um 11,8 % – aufgrund der Abschaffung von Studiengebühren an privaten Universitäten in diesem Herbst.

Erneuter Vulkanausbruch auf Reykjanes (21.11.24)

Gestern Abend begann kurz vor Mitternacht ein neuer Vulkanausbruch am Stóra Skógfell. Gegen 23:15 Uhr öffnete sich eine Eruptionsspalte, die eine Länge von etwa 3 km erreichte und vom Sýlingarfell bis zum Stóra Skógfell erstreckt. Der Ausbruch ist deutlich schwächer als der letzte Ausbruch im August. Da der Ausbruch nördlich der Wasserscheide auf Reykjanes liegt, ist Grindavik aktuell nicht direkt gefährtdet. Dennoch wurde die Ortschaft und die Blaue Lagune evakuiert. Ein Lavastrom hat bereits nach kurzer Zeit den Grindavikurvegur erreicht und ihn überflossen. Gegen Mittag am 21.11.24 wurde der Parkplatz der Blue Lagoon weitgehend unter dem Lavastrom begraben und das Servicegebäude am Parkplatz ging in Flammen auf.

Eruption am Stóra-Skógfell ist vorbei (06.09.24)

Seit gestern Sbend gibt es keine sichbare Aktivität an den Kratern. Gleichzeitig hat im gebiet von Svartsengi erneut eine Bodenhebung begonnen. Der Ausbruch am Stóra-Skógfell wurde von den Behörden für beendet erklärt. Er war der drittlängste Ausbruch von den sechs, die seit Dezember 2023 in der Sundhnúkur-Kraterreihe aufgetreten sind. Der Ausbruch, der Mitte März begann, dauerte etwa 54 Tage, und der Ausbruch, der Ende Mai begann, dauerte etwa 24 Tage. Eine neue Gefahrenbewertung gilt zunächst bis 10. September. Die wichtigsten Änderungen sind, dass Bereich 3, wo der Ursprung des Ausbruchs war, nun als hohes Risiko (rot) eingestuft wird, da die Gefahr eines Vulkanausbruchs, einer Gasverschmutzung und von Asche geringer eingeschätzt wird. Außerdem wurde das Risiko in Bereich 6 auf ein erhebliches Risiko (orange) herabgestuft, da das Risiko einer Gasverschmutzung geringer eingeschätzt wird. Das Risiko wird in Bereich 1 (Svartsengi) als „gering“ oder „sehr gering“ eingestuft.

Gefahrenkarte Reykjanes

Erneut Vulkanausbruch auf Reykjanes (22.08.24)

Heute Abend setzte gegen 20:45 Uhr auf der Halbinsel Reykjanes verstärkte Erdbebenaktivität ein und gegen 21:30 Uhr begann ein neuer Vulkanausbruch. Die Eruptionsspalte erreichte eine Länge von etwa 4 Kilometern und die Aktivität ist im nördlichen Teil der Spalte am stärksten. Nach aktuellem Stand ist die Ortschaft Grindavik nicht unmittelbar gefährdet, obwohl die Lava pro Stunde etwa 2 Kilometer fließt.

Juni ungewöhnich kalt in Island (05.07.24)

In Island herrschten im Juni unterdurchschnittliche Temperaturen und es fielen erhebliche Niederschlagsmengen. In Nordisland gab es sogar einem Schneesturm, der zu erheblichen Problemen im Verkehr und in der Landwirschaft führte. Es wurden bis zu 43 cm Neuschnee gemessen. Nach Angaben des isländischen Wetteramts lag die Durchschnittstemperatur in Reykjavík im Juni bei 8,7 °C, 1,1 °C unter dem Durchschnitt von 1991–2020 und 1,1 °C unter dem Durchschnitt des letzten Jahrzehnts. In Akureyri lag die Durchschnittstemperatur bei 8,2 °C und damit 1,4 °C unter dem Durchschnitt von 1991–2020 bzw. 2,3 °C unter dem Durchschnitt des letzten Jahrzehnts.
In Akureyri fielen 54,9 mm Niederschlag, mehr als das Doppelte des Durchschnitts von 1991–2020. Die Niederschlagsmenge in Reykjavík betrug 59,3 mm, etwa 35 % über dem Durchschnitt von 1991–2020. Die Zahl der Tage mit 1,0 mm oder mehr Niederschlag in Reykjavík betrug insgesamt 10, also einen Tag mehr als der Durchschnitt. In Akureyri gab es 11 solcher Tage, sieben mehr als im langjährigen Durchschnitt.

Vulkanausbruch hat sich deutlich abgeschwächt (30.05.24)

Der Vulkanausbruch auf der Halbinsel Reykjanes an den Sundhnúkagígar hat sich bereits gestern deutlich abgeschwächt. Die Aktivität beschränkt sich inzwischen im Wesentlichen auf sechs Schlote entlang der Eruptionsspalte. Der Lavastrom in Richtung Svartsengi und an den Schutzwällen westlich von Grindavík hat sich deutlich verlangsamt.
Gestern strömten zu Beginn des Ausbuches etwa 2.000 Kubikmeter Lava pro Sekunde aus der Spalte, die eine Länge von rund 3,4 Kilomtern erreichte. Am Nachmittag kam es auch zu einigen Explosionen, vermutlich weil Magma in Kontakt mit Grundwasser kam. Die Straße nach Grindavik (Grindavíkurvegur ) wurde erneut von einem Lavastrom überflossen.

Neuer Vulkanausbruch auf Reykjanes (29.05.24)

Ein neuer Vulkanausbruch begann nordöstlich von Sýlingafell etwa um Viertel vor zwölf mittags Ortszeit. Eine intensive Erdbebenserie fand in der Sundhnúksgígar-Reihe schon kurz vor elf Uhr statt. Grindavík, die Blaue Lagune und das Kraftwerk in Svartsengi wurden deshalb schon vor Mittag evakuiert. Der nationale Polizeichef hat in Absprache mit dem Polizeichef von Suðurnes den Notstand wegen des Vulkanausbruchs ausgerufen. Die Eruptionsspalte verlängert sich weiterhin und soll nach ersten Schätzungen rund 2,5 km lang sein. Lava fließt in Richtung Grindavíkurvegur südlich von Stóra-Skógfell und hat in den ersten 45 Minuten des Ausbruchs etwa 1 km nach Westen zurückgelegt.

(c) RUV
(c) livefromiceland.is

Ab 2025 Zugangsgebühr für Hafnarhólmi geplant (24.05.24)

Die Gemeindeverwaltung von Borgarfjörður eystri in Ostisland hat ihre Absicht erklärt, ab Sommer 2025 eine verpflichtende Zugangsgebühr von 500 ISK einzuführen. Hafnarhólmi ist eine kleine Insel und Heimat einer Papageitaucherkolonie. Die Insel ist beliebt und bisher für Vogelbeobachter frei zugänglich, die die Vögel aus nächster Nähe sehen möchten. Die neue Gebühr soll erhebliche Einnahmen für die Gemeinde generieren, da Hafnarhólmi eines der beliebtesten Touristenziele in ganz Ostisland ist. Es wird geschätzt, dass pro Jahr etwa 50.000 Besucher in das Gebiet kommen. Die Einnahmen sollen in die Erhaltung und Erschließung fließen. Man rechnet mit einer Summe von knapp 170.000 EUR pro Jahr.

Etwa 16 Millionen Kubikmeter Magma unter Svartsengi (17.05.24)

Das Meteorologische Intsitut Islands hat seine Gefahreneinschätzung aktualisiert, da es immer wahrscheinlicher wird, dass es in den kommenden Tagen zu einem neuen Vulkanausbruch kommt. Die Magma-Ansammlung hat 16 Millionen Kubikmeter erreicht, verglichen mit 8–13 Millionen Kubikmetern vor dem letzten Ausbruch und die Landhebung bei Svartsengi geht kontinuierlich weiter. Ein neuer Ausbruch wird mit grosser Wahrscheinlichkeit in der Kraterreihe Sundhnúkagígar stattfinden. Gestern wurden im Bereich Svartsengi rund 70 Erdbeben registriert. Das stärkste Erdbeben letzte Nacht hatte eine Stärke von 1,5, das Zentrum des Bebens lag südwestlich von Grindavík vor der Küste.

Vulkanausbruch für beendet erklärt (10.05.24)

Das Vulkanausbruch auf der Halbinsel Reykjanes wurde nach 54 Tagen für beendet erklärt. Minney Sigurðardóttir, Expertin für Naturgefahren beim Wetterdienst, sagt, die vulkanische Aktivität sei völlig zurückgegangen und es gebe keine Anzeichen für Magmabewegungen.
Im Gebiet Svartsengi wird weiterhin eine Landhebung gemessen. Das Magmavolumen ist jetzt größer, ist als vor dem letzten Ausbruch. Modellberechnungen zufolge haben sich etwa 13 Millionen Kubikmeter Magma unter Svartsengi angesammelt. Fachleute rechnen deshalb jederzeit mit einem neuen Ausbruch, der ohne Vorwarnung beginnen kann.

Viele tote Papageitaucher gefunden (03.05.24)

Fast 50 tote Papageitaucher wurden an der Küste bei Dalvík in Nordisland gefunden. Die Todesursache ist derzeit noch unklar, es wird aber nicht ausgeschlossen, dass es sich um einen Ausbruch der Vogelgrippe handelt. Näheres soll die Untersuchung der toten Vögel ergeben. In Island lebt ein erheblicher Teil der weltweiten Papageitaucher Population. Alleine auf den Westmännerinseln nisten rund 20% der Weltpopulation. Die Zahl der Brutpaare im ganzen Land wird auf etwa 3 Millionen geschätzt. Obwohl die Brutsaison in den letzten Jahren erfolgreich verlief, ist die Population in den letzten 30 Jahren um gut 70 % zurückgegangen. Die Ursachen für den Rückgang sind noch unklar, sie gehen aber über normale natürliche Schwankungen der Populationsgröße weit hinaus.

Weltrekordversuch im Skispringen nicht anerkannt (26.04.24)

Ryoyu Kobayashi hat am Mittwoch den Weltrekord im Skispringen um fast 40 Meter übertroffen, aber der Internationale Ski- und Snowboardverband (FIS) sagt, dass er die bahnbrechende Leistung des japanischen Springers nicht anerkennen werde, da sie nicht den Wettbewerbsbedingungen des Dachverbandes entsprochen habe.
Der 27-Jährige fuhr eine speziell angelegte natürliche Rampe aus Schnee hinunter und startete einen Sprung, bei dem er vor der atemberaubenden Kulisse von Hlidarfjall Akureyri im Norden Islands etwa 291 Meter durch die Luft flog. Kobayashis Sprünge – zu denen am Dienstag Versuche über 256 m, 259 m und 282 m gehörten – „demonstrieren die Leistung eines außergewöhnlichen Athleten unter ganz besonderen Bedingungen“ und können deshalb nicht mit einem FIS-Skiflug-Weltcup verglichen werden.

Pläne für Zugang zum Vulkanausbruch (19.04.24)

Das Isländische Fremdenverkehrsamt leitet eine Arbeitsgruppe, die die Aufgabe hat, Zugangsmöglichkeiten zum Vulkanausbruch an der Kraterreihe Sundhnúkagígar zu prüfen. Die Idee ist, ein Gebiet in der Nähe von Svartsengi zu öffnen, das über den Grindavíkurvegur zugänglich ist. Die Vorbereitung von Verträgen mit Grundstückseigentümern ist bereits im Gang und es soll ein Parkplatz für Besucher errichtet werden. Touristen sollen so an sichere Beobachtungsorte geführt werden, wo sie keinem Risiko durch den Ausbruch oder fließende Lava ausgesetzt sind. Bisher ist das Gebiet offiziell für den Verkehr gesperrt, aber mit Beginn der Tourismussaison rechnet man mit einer zunehmenden Zahl von Touristen, die den Ausbruch besuchen möchten. Der Ausbruch dauert unterdessen unvermindert an und auch Wissenschftler können den weiteren Verlauf nicht wirklich einschätzen. In den letzten Tagen gab es dazu teils sehr widersprüchliche Aussagen verschiedener Geologen.

Bjarni Benediktsson neuer Premierminister (12.04.24)

Katrín Jakobsdóttir kündigte letzte Woche an, dass sie ihre Ämter als Premierministerin und Vorsitzende der Grünen Partei aufgibt. Sie wird für das Präsidentenamt kandidieren. Die Präsidentschaftswahlen in Island sind für den 1. Juni geplant. Bjarni Benediktsson, derzeitiger Außenminister und Vorsitzender der Unabhängigkeitspartei, übernimmt das Amt des Premierministers in der Koalitionsregierung. Er war zuvor bereits in einer Koalition im Jahr 2017 Premierminister und von 2013 bis 2023 fast durchgehend Finanzminister.
Im Oktober 2023 trat er als Finanzminister zurück, nachdem der parlamentarische Ombudsmann ihm die Qualifikation abgesprochen hatte, den Verkauf von Anteilen der Íslandsbanki an Privatinvestoren abzuwickeln. Zu den vom Ombudsmann hervorgehobenen Problemen gehörte, dass ein Unternehmen im Besitz von Bjarnis Vater zu den Käufern gehörte, die im März 2022 einen Anteil von 22,5 % an der Bank erwarben. Es gab im Oktober 2023 heftige Kritik, weil viele Isländer die weit verbreitete Vetternwirtschaft nicht länger akzeptieren wollten. Auch dass Benediktsson nun Premierminister wird, ruft deutliche Kritik hervor.

Ausbruch dauert an - Blaue Lagune öffnet wieder (05.04.24)

Es scheint, dass die Aktivität im kleineren Krater bei der Eruption in der Sundhnúkagígar-Kraterreihe nachlässt und nur noch der größere Krater aktiv bleibt. Dies ähnelt der Entwicklung am südlichsten Krater, der vor einigen Tagen erloschen ist. Die Aktivität der Eruption hat sich insgesamt jedoch kaum verändert. Der Ausbruch scheint auch weiterhin keine akute Bedrohung für die Schutzwälle bei Grindavik darzustellen.
Das Gebiet wurde gestern mit einem Hubschrauber überflogen und ein Teil der Lava floss ostwärts. Der größte Teil der Lava nahm aber den Weg südlich vom Krater.
Trotz der andauernden Eruption und der Gefahr erhöhter Gasbelastung wird am 6. April die Blaue Lagine wieder geöffnet. Es wird darauf hingewiesen, dass Besuchern der Blauen Lagune sowie allen anderen, außer Rettungspersonal, Geowissenschaftlern, Journalisten und Personen, die in Svartsengi arbeiten, der Zugang zum Ausbruchsort vom Parkplatz der Blauen Lagune oder der Grindavíkurvegur-Straße aus nicht gestattet ist.

Vulkanausbruch dauert weiter an (29.03.24)

Die Aktivität des Vulkanausbruchs auf der Halbinsel Reykjanes ist seit Montag stabil geblieben. Drei Krater sind aktiv, und die Landhebung setzt sich bei Svartsengi fort, wenn auch langsamer, als vor Beginn des Ausbruchs. Es ist schwierig zu sagen, ob die Landhebung den Ausbruch mit Magma speist, oder ob sich weitere Schmelze unter Svartsengi ansammelt. Bei Grindavik wird ständig daran gearbeitet, die Dämme zu erhöhen, um den Ort vor Lava zu schützen. Heute wurde eine vergleichsweise geringe Gasbelastung in der Gegend gemessen. Wie lange der Ausbruch noch andauert, ist nicht absehbar.

Vulkanausbruch bei Grundavik dauert an - Vorhersage soll verbessert werden (24.03.24)

Der Vulkanausbruch nördlich von Grindavik dauert unvermindert an. Gestern wurde in Grindavík eine relative starke Belastung der Luft mit vulkanischen Gasen registriert. Im Laufe des Nachmittags änderte sich die Windrichtung und die Werte in Reykjanesbær waren erhöht. Die Behörden rieten dazu, Fenster und Türen geschlossen zu halten und Aufenthalte im Freien soweit möglich zu vermeiden.
Unterdessen hat sich eine neue gemeinnützige Organisation mit dem Namen "Krafla Magma Testbed§ (KMT) zum Ziel gesetzt, Vorhersagen zu globalen Vulkanausbrüchen erheblich zu verbessern und neue und kostengünstigere Methoden zur Energiegewinnung aus Geothermie zu entwickeln. Die Idee entstand bereits, als sie 2009 versehentlich in das Magma in Krafla bohrten. Da Fachleute auf der Halbinsel Reykjanes mit einer viele Jahre andauernden Serie von Vulkanausbrüchen rechnen, könnten längerfristig auch die Bewohner von Reykjanes und des Hauptstadtgebietes von den Forschungen profitieren.
Live Stream von der Eruption

Lava könnte Dämme bei Grindavik überfließen (21.03.24)

Die Aktivität des Vulkanausbruchs war heute relativ stabil. Krater bauen sich weiterhin rund um die aktiven Stellen auf. Lava fliesst sowohl in den aktiven Lavastrom an der Oberfläche als auch unter der erstarrten Oberfläche im Süden. Es wird geschätzt, dass die durchschnittliche Lavaflussrate aus den Kratern zwischen dem 17. und 20. März 14,5 Kubikmeter pro Sekunde betrug. Die Lava bedeckt inzwischen eine Fläche von 5,58 Quadratkilometern und das Volumen wird auf ungefähr 21 Millionen Kubikmeter geschätzt. Eine Bodenhebung im Bereich um Svartsengi wird nicht mehr registriert. Auf der Website von IMO heißt es, dass das Magma, das sich zuvor unter Svartsengi angesammelt und die Landhebung verursacht hat, nun größtenteils direkt an die Oberfläche fliesst und den Vulkanausbruch speist. Ein beeindruckender Lavahügel hat sich an den Schutzwällen bei Grindavík aufgetürmt. Wissenschaftler halten es nicht für ausgeschlossen, dass die Lava heute Abend oder in der Nacht über die Wälle fliesst.

Vulkanausbruch konzentriert sich auf einzelne Krater (20.03.24)

Der aktuelle Vulkanausbruch auf der Halbinsel Reykjanes dauert nun schon länger an, als die drei vorherigen Ausbrüche. Lava fließt aus sieben bis acht Kratern in der Kraterreihe Sundhnúkagígar. Nach Meinung von Fachleuten sieht es nicht so aus, als würde der Vulkanausbruch bald enden. Seit gestern verläuft er relativ stabil. Die Bodenhebung im Bereich von Svartsengi hält trotz des Ausbruches weiter an. Der Zustrom von Magma aus er Tiefe scheint demnach größer zu sein, als die Lavaförderung durch die aktiven Krater an der Oberfläche. Die Lavaströme sind allerdings weitgehend zum Stillstand gekommen.


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Ausbruch auf Reykjanes dauert an (18.03.24)

Der Ausbruch auf der Halbinsel Reykjanes dauert an. Während der Nacht hatte es zunächst bei schlechten Sichtverhältnissen so ausgesehen, als würde sich die Eruption abschwächen. Wie aktuelle Beobachtungen vom heutigen Morgen zeigen, ist die Aktivität aber ähnlich, wie gestern. Der Lavaaustritt konzentriert sich inzwischen auf einige Stellen entlang der Eruptionsspalte und es bilden sich Krater. Die Fließgeschwindigkeit der Lava an der Front der Lavaströme hat sich deutlich reduziert und es wird zunehmend unwahrscheinlich, dass Lava ins Meer fließt.

Lava könnte in einigen Stunden ins Meer fließen (17.03.24)

Der Vulkanausbruch auf der Halbinsel Reykjanes dauert an und es fliessen relativ grosse Mengen dünnflüssiger Lava aus. Die Fronten der Lavaströme bewegen sich schnell vorwärts und Lava könnte im Laufe des Tages das Meer erreichen. Die Eruptionsspalte hatte unmittelbar nach Beginn des Ausbruchs eine Länge von etwa 3,5 Kilimetern. Sie erstreckt sich von der Nordseite des Hagafell nach Norden bis zum Stóra-Skógfell. Bereits nach eineinhalb Stunden war die Lava etwa 1.200 Meter nach Süden in Richtung Grindavík geflossen und noch etwa 200 Meter entfernt von den Dämmen, die Grindavik schützen sollen. Insgesamt hat die Stärke des Ausbruchs aber seit gestern Abend nachgelassen.

Erneuter Vulkanausbruch im Bereich der Sundhnúkagígar (16.03.24 - 23:50)

Zwischen Hagafell und Stóra Skógfell kam es heute um 20:23 Uhr zu einer erneuten Eruption. Nur eine Minute vorher hatten Vertreter des isländischen Wetteramtes von einer erhöhten seismischen Aktivität berichtet, die zu einem Ausbruch führen könnte. Da der Ausbruch praktisch ohne Vorwarnzeit begann, konnte die Blaue Lagune erst nach Beginn des Ausbruchs evakuiert werden. Zum Zeitpunkt des Ausbruchs hielten sich rund 700 Menschen in der Blauen Lagune auf. Ob dies den Verantwortlichen eine Warnung ist, bleibt abzuwarten. Auch die Ortschaft Grindavik wurde wieder evakuiert. Derzeit gibt es noch keine näheren Informationen über die Länge der Eruptionsspalte und die Fließrichtung der Lava. Nach ersten Informationen scheint die Eruptionsspalte aber weiter nördlich und westlich zu liegen, als beim letzten Ausbruch. Die Lava scheint nach aktuellen Beobachtungen sehr schnell Richtung Süden auf den Damm zuzufließen, der Grindavik schützen soll. Die Eruptionsspalte hat eine Länge von etwa 3 Kilometern und der Ausbruch scheint nach aktuellem Stand der bisher größte in der Ausbruchsserie zu sein.

Livestrem vom Þorbjörn
Livestream vom Husafell

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Widersprüchliche Vorhersagen für Reykjanes Ausbrüche (15.03.24)

Unterschiedliche Vorhersagen zum weiteren Verlauf der Vulkanausbrüche auf der Halbinsel Reykjanes verunsichern in den letzten Tagen die Einwohner der Ortschaft Grindavik. Der Vulkanologe Ármann Höskuldsson sagte, es könne womöglich bis zum herbst dauern, bevor ein neuer Ausbruch auf Reykjanes beginnt. Höskuldsson glaubt, dass sich die vulkanische Aktivität nach Eldvörp verlagern wird und sagt, dass neue Satellitenbilder zeigen, dass sich die Inflation entlang der Halbinsel insgesamt nach Westen bewegt. Er geht davon aus, dass die Westverschiebung endet, wenn der Eldvörp-Ausbruch beginnt. Dann ist es für das Magma einfacher, die Oberfläche zu erreichen und ein längerer Ausbruch sei zu erwarten.
In den letzten Wochen und Monaten wurde a m Fagradalsfjall immer wieder seismische Aktivität beobachtet. Laut Höskuldsson ist die Inflation am Fagradalsfjall auf Spannungen in der eurasischen Platte ist zurückzuführen, die von der amerikanischen Platte abdriftet. Der letzte Ausbruch im Vulkansystem des Berges Fagradalsfjall ereignete sich im Juli 2023. Jahres. Höskuldsson sagt, dass er glaubt, dass das Fagradalsfjall-Gebirge jetzt vollständig in der eurasischen Platte liegt.
Andere Wissenschaftler gehen nach wie vor davon aus, dass innerhalb der nächsten Tage ein weiterer Ausbruch stattfindet oder sich ein neuer Gang bildet.

Neues Bad auf dem Golden Circle (08.03.24)

Der Bau eines neuen Themalbades in der Gemeinde Bláskógabyggð hat nun begonnen. Die neue Lagune wird den Namen Árböðin tragen. Sie liegt am Ufer des Flusses Hvítá, der den Wasserfall Gullfoss bildet. Das neue Bad wird heiße und kalte Pools, ein Dampfbad, Ruhebereiche und ein Restaurant umfassen. Das Projekt soll rund 13 Millionen Euro kosten und man rechnet mit 150.000 bis 200.000 Besuchern pro Jahr. Die Eröffnung der Lagune ist für Mai 2025 geplant.

Neuer Vulkanausbruch auf Reykjanes erwartet (01.03.24)

Die weiterhin erhöhte seismische Aktivität auf der Halbinsel Reykjanes wird als Vorzeichen eines weiteren bevorstehenden Ausbruchs zwischen Hagafell und Stóra-Skógarfell auf der Halbinsel Reykjanes gesehen. Fachleute gehen davon aus, dass der Ausbruch bereits in den nächsten Stunden bis Tagen beginnen könnte. Steigende seismische Aktivität deutet darauf hin, dass die Magmamenge im Untergrund ihren Grenzwert erreicht. Vulkanologen der Universität von Island erwarten, dass sich das Muster von Ausbrüchen im Abstand weniger Wochen mit einer Ausbruchsdauer von nur wenigen Stunden bis Tagen über die nächsten Monaten oder sogar Jahren fortsetzen wird.

PKW Verkaufszahlen stark rückläufig (23.02.24)

Seit dem Jahreswechsel wurden in Island fast 50 % weniger Elektroautos verkauft, als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Auch die Verkäufe von Benzin- und Dieselfahrzeugen sind im gleichen Zeitraum um 45 % zurückgegangen.
Dies geht aus Zahlen der isländischen Verkehrsbehörde hervor. Der Analyse zufolge sind die Verkäufe von Elektroautos in allen Bereichen eingebrochen, also sowohl beim Verkauf an Privatpersonen als auch beim Verkauf an Unternehmen oder Autovermietungen. Einer der Gründe ist die zum Jahreswechsel eingeführte Kilometerpauschale für Elektroautos. Insbesondere hohe Zinsen und die Tatsache, dass Tarifverträge noch nicht abgeschlossen sind, sind aber für den Rückgang verantwortlich.

Fluggesellschaft PLAY in Turbulenzen (16.02.24)

Die isländische Fluggesellschaft PLAY wird im Jahr 2024 entgegen der ursprünglichen Planung keine neuen Flugzeuge in die Flotte aufnehmen. Auch die beiden Optionen auf neue Flugzeuge für 2025 werden nicht ausgeübt. Hintergrund sind Liquiditätprobleme der Fluggesellschaft. Das laufende Jahr soll genutzt werden, um nach dem Wachstum der letzten Jahre das Geschäft zu stabilisieren. In der zweiten Jahreshälfte 2023 hate eine Reihe externer Faktoren die Geschäfte belastet, darunter die Gaza-Krise, der Anstieg der Ölpreise, inflationsbedingter Druck auf die Kosten und der Vulkanausbruch in Island Als Ergebnis verzeichnete die Fluggesellschaft im Jahr 2023 einen operativen Verlust von 35,2 Millionen US-Dollar. Im langfristigen Plan bis 2029 geht die Fluggesellschaft weiter von einer Flotte von 18-20 Flugzeugen aus, derzeit sind es 10 Maschinen.

Vulkanausbruch scheint zu Ende zu gehen (09.02.24)

Bei einem Drohnenflug der Einsatzkräfte, der vor Kurzem das Eruptionsgebiet überflog, konnte keine Eruptionsaktivität entlang der gestrigen Eruptionsspalte mehr festgestellt werden. Es scheint so, dass der Ausbruch zu Ende geht. Die Behörden haben die Risikobewertung im Hinblick auf die Entwicklung der Aktivität des Ausbruchs aktualisiert. Das Risiko einer weiteren Eruption ist vorerst gesunken, am Rand der Lava besteht jedoch immer noch die Gefahr einer Gaskontamination.

Erneut Vulkanausbruch auf der Halbinsel Reykjanes (08.02.24 - Update 15:55)

Auf der Halbinsel Reykjanes hat heute gegen 6 Uhr Ortszeit ein neuer Vulkanausbruch begonnen. Bereits ab 05:20 wurde verstärkte seismische Aktivität beobachtet. Im Bereich der Sundhnúks-Kraterreihe nördlich von Sýlingarf öffnete sich eine etwa 3 Kilometer lange Eruptionsspalte. Sie liegt in größerer Entfernung zur Ortschaft Grindavik, als beim letzten Ausbruch und nördlich der Wasserscheide. Der größte Teil der Lava fließt aktuell nach Westen, sie erreicht eine Geschwindigkeit von etwa 500 Metern pro Stunde. Aufgrund der südlich gelegenen Wasserscheide ist es eher unwahrscheinlich, dass Lava in Richtung der Ortschaft Grindavik fließt.
Allerdings wurde ein Teilstück der Straße nach Grindavik gegen 10:30 Uhr Ortszeit erneut unter glühender Lava begraben und die Lavamassen fließen auf der Stichstraße weiter, die zur Blue Lagoon führt. Am frühen Nachmittag erreichte die Lavafront eine Pipeline, die Suðurnes mit heißem Wasser versorgt. Die gesamte westliche Halbinsel Reykjanes hat zumindest vorübergehend ihre Heißwasserversorgung verloren. Vorbeugend wurde zwar in diesem Bereich schon ein Ersatzrohr auf einer Länge von 500 Metern unter der Erde verlegt, wo es nicht von der Lava zerstört werden kann. Es wird aber einige Tage dauern, bis das Ersatzrohr angeschlossen ist.
In Grindavik wurden nach Beginn der Eruption kleine Schlackepartikel gefunden, die vom Wind von der Ausbruchstelle in den Ort getrieben wurden. Die Lavafontänen erreichen eine Höhe von 50 bis 80 Metern.
Seit dem Nachmittag steht über der Eruptionsspalte eine große Dampfwolke und es wird Asche ausgestoßen. Fachleute vermuten, dass Magma mit Grundwasser in Kontakt gekommen ist. Gleichzeitig hat die Eruption auch an Stärke verloren und die Aktivität konzentriert sich auf 3 Stellen entlang der Spalte. Ascheausbrüche wurden bei den bisherigen Ausbrüchen auf Reykjanes nicht beobachtet.
Webcam Þorbjörn 1
Webcam Þorbjörn 2

(c) Bragi Valgeirsson RUV
(c) RUV

Landhebung auf Reykjanes dauert an (02.02.24)

Wissenschaftler des isländischen Met Office haben sich gestern getroffen, um die Situation auf der Halbinsel Reykjanes zu besprechen. Sie glauben, dass in den nächsten Tagen eine weitere unruhige Phase auf der Halbinsel Reykjanes bevorsteht, die in einem Ausbruch enden könnte. Die Auswertung von Messdaten zeigt eindeutig, dass die Landhebung weiter andauert und sich unter dem Gebiet Svartsengi Magma ansammelt. Die Landhebung hat praktisch wieder das gleiche Niveau erreicht, wie vor dem letzten Ausbruch Mitte Januar 2024.

Keine Sichtbare Aktivität am Vulkanausbruch bei Grindavik (16.01.24)

Entlang der Eruptionsspalte bei Grindavik ist derzeit keine Aktivität mehr erkennbar. Am nördlichen Ende der Spalte wurde zuletzt vergangene Nacht gegen 1 Uhr Lavasplattering beobachtet. Die seismische Aktivität nimmt ab und seit Mitternacht wurden rund 200 kleine Erdbeben im Magmatunnel registriert. Dies deutet darauf hin, dass sich weiterhin Magma bewegt und es ist noch zu früh, den Ausbruch für beendet zu erklären. Die Bodenhebung im Gebiet von Svartsengi hält an und es besteht eine erhebliche Gefahr weiterer Ausbrüche.

Erste Häuser in Grindavik zerstört (14.01.24)

Gegen 13 Uhr öffnete sich unmittelbar am Nordrand der Ortschaft Grindavik eine weitere gut 100 Meter lange Spalte als Verlängerung der bereits seit den Morgenstunden aktiven Eruptionsspalte. Ein Lavastrom hat inzwischen die Ortschaft erreicht und die ersten Häuser wurden zerstört. Auch die Straße Nr. 43 ist unpassierbar, ein breiter Lavastrom hat sie auf einer Länge von etwa 100 Metern unter sich begraben. Dieser Lavastrom geht vom Hauptteil der Spalte aus und der größte Teil der Lava aus diesem Teil der Spalte fließt aktuell nach Westen und nicht in Richtung Grindavik.

Eruption aus ca. 10 km Entfernung.

Neuer Vulkanausbruch auf Reykjanes (14.01.24)

Heute gegen 8 Uhr begann der schon seit Tagen erwartete neue Vulkanausbruch auf der Halbinsel Reykjanes. Die erste Standortschätzung liegt südsüdöstlich von Hagafell. Soweit es erste Bilder eines Überwachungsfluges der Küstenwache erkennen lassen, hat sich auf beiden Seiten des Dammes, mit dessen Bau zum Schutz der Ortschaft Grindavik begonnen wurde, eine Spalte geöffnet. Nach aktuellem Stand fließt Lava in Richtung Grindavik und die Ausbruchstelle ist nur etwa 500 Meter von Grindvaik entfernt. Seit etwa 09:15 Uhr scheint sich nach Beobachtung der Behörden die Spalte nicht mehr weiter ausgedehnt zu haben. Die Länge der Spalte wird auf etwa 1 km geschätzt, der Ausbruch soll etwa 1/4 der Größe des Ausbruchs vom 18.12.23 haben.
Der Lavastrom wird sehr wahrscheinlich noch heute das Gewächshaus der Firma ORF-Biotechnologie erreichen und zerstören, die Lavafront ist nur noch wenige zig Meter von der Anlage entfernt. Das Gewächshaus ist bereits seit November 2023 nicht mehr in Betrieb, da es bei Erdbeben stark beschädigt wurde. Im Laufe der letzten Wochen wurden auch alle Wertgegenstände aus der Anlage in Sicherheit gebracht.