Header-Slider

Wir gestalten iceland.de gerade neu - für eventuell kurzzeitig auftretende Anzeigefehler bitten wir um Entschuldigung.

Nachrichten-Archiv 2006

Rauchverbot in Restaurants (26.12.06)

Das staatliche isländische Gesundheitsinstitut hat damit begonnen, Informationsbroschüren über das künftige Rauchverbot an Restaurants zu versenden. Ab 1. Juni 2007 ist das Rauchen in isländischen Restaurants nicht mehr erlaubt. Die Broschüre informiert Restaurantbesitzer u.a. über die Erfahrungen in anderen Ländern, die Auswirkungen auf das Geschäft und die Reaktionen der Besucher. Anfang 2007 startet das Institut eine breit angelegte Informationskampagne, um die Öffentlichkeit über die Auswirkungen des Rauchverbotes zu informieren.

Wirtschaftsinstitut empfiehlt Euro (23.12.06)

Ein aktuelle Studie des Instituts für Wirtschaft an der Universität von Island kommt zu dem Schluß, daß in Island der Euro die Krone ablösen sollte. Tryggvi Herbertsson, Chef des Instituts, begründete dies mit einem ungsunden Wirtschaftswachstum und problematischen Entscheidungen verschiedener großer isländischer Firmen. Die Studie habe gezeigt, dass die isländische Regierung nicht in der Lage sei, die Inflation und die wirtschaftliche Schieflage zu bekämpfen und die Bemühungen der isländischen Zentralbank nicht ausreichend unterstütze. Auch die Zentralbank wurde für ihre zögerlichen Reaktionen kritisiert. Herbertsson sagte, wenn es nicht möglich sei, ein normales Wirtschaftswachstum ohne große Inflation zu erreichen, könne die Einführung des Euro ein mögliche Lösung sein.

Island ohne Internet (21.12.06)

Seit einigen Tagen treten in Island erhebliche Probleme bei Internetverbindungen auf. Grund ist der Bruch eines Unterseekabels, das in einer Tiefe von rund 3.000m verläuft und Island sowohl mit dem europäischen, als auch mit dem amerikanischen Festland verbindet. Die Ursache für den Kabelbruch ist noch nicht bekannt, es wird allerdings befürchtet, dass die Reparatur Wochen, vielleicht sogar Monate dauern kann. Derzeit wird Island nur über ein Kabel ans Internet angebunden, das nach Schottland führt - Folge sind langsame Verbindungen und Verbindungsabbrüche. Unter den Folgen leiden nicht nur Firmen und Forschungseinrichtungen, sondern auch Privatanwender, ist doch Island das Land mit der höchsten Internet Anschlußdichte weltweit.

Unfälle in Kárahnjúkar (15.12.06)

Innerhalb von nur einer Woche haben sich auf der Baustelle des Kárahnjúkar-Dammes in Ostisland 26 Arbeitsunfälle ereignet. Beim schwersten Unglück wurden 3 Arbeiter verletzt, als zwei Züge in einem Tunnel kollidierten. Zwei der Männer mussten ins Krankenhaus von Akureyri gebracht werden. Zu dem Unglück kam es vermutlich, weil ein Zugführer ein Signal nicht beachtet hatte. Zudem war im Tunnel zum Unglückszeitpuntk die Sicht durch Wasserdampf stark eingeschränkt.
Erst vor kurzem wurden mehrere Arbeiter verletzt, als Betonbrocken von der Tunneldecke stürzten und Felsen auf eine Arbeitsplattform fielen. Ein weiterer Mann stürzte über 50m in die Tiefe. Ingesamt kamen seit Baubeginn im Oktover 2002 vier Menschen bei Arbeitsunfällen auf der Baustelle ums Leben.

Wetter extrem (8.12.06)

Das Wetter hat im November in Island völlig verrückt gespielt. Der Meteorologe Sigurdur Ragnarsson erklärte gegenüber der Tageszeitung Fréttabladid, dass es außergewöhnlich viele Stürme gegeben habe und der Kälteeinbruch Mitte November sehr ungewöhlich gewesen sei. In Reykjavik wurde die tiefste Temperatur im November mit -13,6°C, in Akureyri mit -15,2°C gemessen - trotzdem lag die Durchschnittstemperatur in Reykjavik 0,6°C über dem langjährigen Mittel. Die heftigsten Stürme wütetem am 5. Novmber, als die Windgeschwindigkeit in Ostisland fast 45 Meter pro Sekunde betrug, in Böen sogar über 56 Meter pro Sekunde. Am 20. November kam es zu einem heftigen Wintereinbrauch in Reykjavik. Die Einwohner der Hauptstadt wurden am Morgen von einer dicken Schneedecke überrascht und es kam zu zahlreichen Verkehrsunfällen.

Steigende Alkoholpreise (2.12.06)

Der isländische Finanzminister Árni Mathiesen hat einen Gesetzentwurf vorgestellt, der im kommenden Jahr zu einer Senkung der Lebensmittelpreise führen soll - die Preise für Alkohol sollen allerdings steigen. Geplant ist eine Senkung der Mehrwertsteuer für Lebensmittel auf 7%, davon wären auch alkoholische Getränke betroffen. Dies würde allerdings zu Mindereinnahmen von fast 11 Millionen Euro für den Staat führen. Die Regierung hat deshalb beschlossen, die Preise für alkoholische Getränke anzuheben - bis zu 17% höhere Preise sind für einzelne Marken im Gespräch. Die Gesetzesvorlage muss zwar noch vom Parlament abgesegnet werden, dies gilt aber als relativ sicher.

Überschwemmung durch Eismatsch (25.11.06)

Der Gletscherfluß Jökulsá á Fjöllum in Nordostisland hat sich durch Eismatsch aufgestaut und einen Damm durchbrochen. Es kam im Gebiet von Kelduhverfi zu großflächigen Überschwemmungen. Die letzte derartige Überschwemmung ereignete sich im Jahr 1990. Damals war der Damm noch niedriger. Es kam zwar früher zu einer Überflutung, aber wegen des höheren Wasserstandes hinter dem neuen Damm sind die Auswirkungen bei der aktuellen Überschwemmung gravierender. Sollten die Temperaturen weiter so niedrig bleiben, befürchten Experten eine Verschlimmerung der Lage durch weitere Eisblöcke, die zu einer zusätzlichen Blockierung im Fluß führen.

Arbeitslosenzahl auf Tiefstand (18.11.06)

Die Zahl der Arbeitslosen hat nach der neuesten Statistik in Island den tiefsten Stand seit dem Jahr 2000 erreicht. Sowohl im September, als auch im Oktober lag die Arbeitslosenquote bei einem Prozent. Im Oktober waren nur 1.645 Arbeitslose gemeldet. Wie die isländische Arbeitsverwaltung in ihrem aktuellen Bericht ausführt, sank vor allem die Zahl arbeitsloser Frauen, während außerhalb des Großraumes Reykjavik die Arbeitslosenzahl leicht anstieg. Auch unter den Männern im Hauptstadtgebiet war ein leichter Ansteig zu verzeichnen. Für November rechnet man allgemein mit einem leichten Anstieg der Arbeitslosenquote auf etwa 1,3%.

Über 7.000 Gastarbeiter in Island (10.11.06)

Das isländische Arbeitsamt hat seit 1. Mai 2006 insgesamt 3.327 Gastarbeiter aus den EU-Ländern registriert. Seit diesem Zeitpunkt dürfen alle EU-Bürger praktisch ohne Einschränkungen in Island arbeiten. Wie das Amt mitteilte, wurden 2.447 Personen erstmals registriert. Man geht aber aufgrund der Anzahl der vom Statistikamt vergebenen Personenkennziffern davon aus, daß noch rund 2.000 Verfahren in Bearbeitung sind. Im letzten Jahr lag die Zahl des registrierten ausländischen Arbeitnehmer bei 2.765. Vor allem aus den neuen EU-Staaten Polen, Lettland, Litauen, Estland, Ungarn, der Tschechischen Republik, Slowenien und der Slowakei war der Zustrom an Arbeitskräften deutlich größer, als erwartet. Gissur Pétursson, Direktor des Arbeitsamtes, drängt darauf, gerade für diese Gruppe verstärkt Isländischkurse vorzusehen, um Probleme zu vermeiden.
Hildur Dungal, Direktorin der Einwanderungsbehörde, hält derweil den Zeitpunkt für gekommen, strengere Regeln für die Zuwanderung aus Ländern von außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraumes einzuführen. Auch sie unterstützt die Forderung nach Sprachkursen für Bürger anderer Länder, die sich längere Zeit in Island aufhalten wollen.

Island überdenkt Walfang (3.11.06)

Nach einer Meldung der dpa werden in Island erste Überlegungen laut, den kürzlich aufgenommenen kommerziellen Walfang wieder einzustellen. Der Walfang-Kommissar Stefan Asmundsson teilte in Reykjavik mit, daß es Probleme beim Absatz des Walfleisches gebe. In Island hatte man gehofft, einen großen Teil des Walfleisches nach Japan verkaufen zu können, doch scheint das Interesse Japans an isländischem Walfleisch eher gering zu sein. Derzeit laufen allerdings noch Verhandlungen über den Export nach Asien. Wie Asmundsson mitteilte, betrachte man den Walfang nach ganz normalen marktwirtschaftlichen Regeln. Inzwischen sind schon sieben der neun zum Fang freigegebenen Finnwale erlegt und verarbeitet, Island könnte also auch kurzfristig nach Japan liefern.
Die Entscheidung, den kommerziellen Walfang wieder aufzunehmen, scheint sich wie befürchtet auf die isländische Tourismusbranche auszuwirken. Der britische Veranstalter "Discover the World" spricht von einem Buchungsrückgang von rund 25% und auch andere Veranstalter verzeichnen zumindest einen leichten Rückgang im Vergleich zum Vorjahr. Vor allem die Anbieter von Walbeobachtunsgfahrten in Island befürchten einen Rückgang der Besucherzahlen und damit eine Schwächung ihrer Position im Kampf gegen den Walfang.

Die ersten Wale gefangen (27.10.06)

Am letzten Samstag wurde vor der Küste der Halbinsel Snaefellsnes der erste Finnwal vom Fangboot Hvalur 9 geschossen. Nach Angaben des Kapitäns war der Wal sofort nach dem ersten Harpunenschuss tot. Das Walfleisch (etwa 20 Tonnen) soll nach Japan verkauft werden. Die japanische Botschaft in Norwegen, die auch für Island zuständig ist, hat allerdings einem Medienbericht zufolge angedeutet, dass in Japan kein großes Interesse an dem Fleisch besteht, da das Land über genügend Vorräte verfügt und keine zusätzliche Nachfrage zu erwarten ist.
Kurz nachdem Havlur 9 das Tier an der Fangstation im Walfjord abgeliefert hatte, stach es wieder in See und bereits am Dienstag wurde ein zweiter Finnwal zur Verarbeitung an Land gebracht. Während international die Wiederaufnahme des Walfangs in Island kritisiert wird und darauf hingewiesen wird, dass der Finnwal vom Aussterben bedroht sei, betonte ein Mitarbeiter des isländische Meeresforschungsinstituts, dass der Bestand an Finnwalen in Islands Gewässern (rund 25.000) nicht gefährdet ist.
Die Tourismusbranche befürchtet indes einen Besucherrückgang. Heimir Hardarson, Marketing Direktor der Whalewatching-Agentur Nordursigling in Husavik, hat bereits die ersten Buchungsabsagen erhalten. Dies ist allerdings wenig verständlich, denn durch die Absage von Walbeobachtungstouren werden nicht die Walfangbefürworter, sondern die Walfanggegner in Island geschwächt.
Nach Meinung des Verbandes der Isländischen Fischereischiffbesitzer wird sich Walfang auf jeden Fall rentieren, egal, ob das Walfleisch verkauft werden kann oder nicht. Der Wal ist von den gleichen Nahrungsquellen abhängig wie viele wirtschaftlich genutzte Fischarten. Aktuelle Zahlen des Verbandes sprechen von einem jährlichen Verlust in Höhe von über 100 Millionen Euro durch die Nahrungskonkurrenz.

Island nimmt kommerziellen Walfang wieder auf (18.10.06)

Der isländische Fischereiminister Einar Gudfinnsson kündigte gestern im Parlament das Ende des seit 17 Jahren bestehenden Walfangverbotes in Island an. Die Entscheidung wird von der gesamten Regierung getragen und beruht auf einem Beschluß, der ab der Fangsaison 2006/2007 eine nachhaltige Nutzung der Walbestände vorsieht. Das Fischereiministerium hat neun Finnwale und 30 Zwergwale zum Fang freigegeben. Die Quote liegt damit deutlich unter den 400 Zwergwalen und 200 Finnwalen, die nach Meninung des isländischen Meeresforschungsinstituts freigegeben werden könnten.
Nach Schätzungen der Internationalen Walfangkommission gibt es im Nordatlantik derzeit einen Bestand von 25.800 Finnwalen und 43.600 Zwergwalen. Die Fangquote würde, bezogen auf diese Zahlen, bei 0,2% des Zwergwalbestandes und 0,04% des Finnwalbestandes liegen und die Arten nicht gefährden.
Viele Beobachter befürchten allerdings einen Imageschaden, wenn Island den kommerziellen Walfang tatsächlich wieder aufnimmt. Das Walfleisch soll zum größten Teil in Island selbst verwertet werden, ein kleiner Teil wird vielleicht auch exportiert.

Biomasse in Island (13.10.06)

Auch in Island soll jetzt durch den Einsatz von Biomasse der Verbrauch an Benzin reduziert werden. Hierzu soll Ethanol mit Benzin gemischt werden. Die isländische Biomassegenossenschaft erarbeitet derzeit eine Prognose, mit der die Wirtchaftlichkeit von zwei Biomasseanlagen abgeschätzt werden soll. Im Norden und Süden Islands soll jeweils eine Anlage errichtet werden. Wenn der Zeitpaln eingehalten wird, soll in beiden Anlagen ab 2010 Ethanol produziert werden, als Rohstoff kommt Gras zum Einsatz.

Abzug der USA abgeschlossen (6.10.06)

Nach 65 Jahren haben die USA ihre Präsenz auf Island beendet. Die letzten 30 Marineangehörigen der USA haben die Insel verlassen und der Stützpunkt wurde offiziell an Island übergeben. Das NATO-Land Island verfügt über keine eigene Armee und muss in Zukunft ohne die ständige Präsenz von Verteidigungskräften auskommen.
Der US-Stützpunkt in Keflavik wurde in den letzten Monaten Stück für Stück aufgelöst, rund 1.500 Angehörige der Streitkräfte sowie Abfangjäger und Hubschrauber wurden abgezogen. Wie die Unterkünfte und andere Infrastruktureinrichtungen zukünftig genutzt werden, ist derzeit noch unklar - zumal nach Medienberichten der Boden der Militärbasis mit toxischen Rückständen verseucht ist und für die Sanierung Kosten in Höhe von über 50 Millionen Euro veranschlagt sind.

Blackout in Island (3.10.06)

Am 29. September gingen in Island die Lichter aus - allerdings war das so gewollt. Zum Beginn eines Filmfestivals wurden in Reykjavik und anderen Städten Islands die Licher für eine halbe Stunde ausgeschaltet, um den Menschen die Möglichkeit zu geben, die größte Leinwand der Welt, den Nachthimmel, ungestört von künstlichen Lichtquellen beobachten zu können. Parallel dazu wurden im Rundfunk von einem Astronomen die sichtbaren Sternbilder erläutert. Die Aktion war ein voller Erfolg, tausende Einwohner von Reykjavik strömten auf die Straßen und richteten den Blick zum Himmel. Einzig die Tatsache, dass der Himmel nicht völlig wolkenfrei war, trübte das Vergnügen ein wenig.

Fischfang profitabel (29.9.06)

Der Gesamtwert der Fänge der isländischen Fischereiflotte lag im ersten Halbjahr 2006 bei etwa 500 Millionen Euro. Im gleichen Vorjahreszeitraum hat die isländische Fischereiindustrie rund 465 Millionen Euro erwirtschaftet. Die Steigerung im ersten Halbjahr 2006 gegenüber dem Vorjahr liegt damit bei über 7%. Insbesondere Grundfische trugen zu dem Ergebnis bei (18% Steigerung), ebenso der Seelachs (plus 64%) und Schellfisch (plus 20%).

Sugarcubes wieder auf der Bühne (23.9.06)

Die isländische Musikgruppe "The Sugarcubes" wird am 17. November für einen Abend wieder auf der Bühne stehen. Anlaß ist ein Konzert in Reykjavik, mit dem an die Veröffentlichung der Single "Birthday" vor 20 Jahren erinnert wird. Die Single eroberte die britischen Charts damals im Sturm und machte die Band weltweit bekannt. Die Sängerin Björk hat ihren Erfolg nicht zuletzt der Single zu verdanken. Das Konzert am 17. November wäre der erste gemeinsame Auftritt aller Bandmitglieder seit 1992.

Zinsatz auf Rekordniveau (16.9.06)

"Der Standard" berichtet in seiner Ausgabe vom 14. September über eine erneute Erhöhung der Leitzinsen in Island. Am gestrigen Donnerstag wurde der Zinssatz von der isländischen Notenbank auf 14 Prozent angehoben. Die letzte Erhöhung auf 13,5 Prozent fand erst im Augsut statt. Durch die Zinserhöhung versucht die Notenbank, die überhitzte isländische Wirtschaft und die damit verbundene steigende Inflation in den Griff zu bekommen. Innerhalb von nur zwei Jahren wurde der Leitzins nun bereits siebzehnmal erhöht. An den Finanzmärkten wurde die Nachricht allerdings gelassen aufgenommen, Analysten hatten bereits damit gerechnet.

Staudamm auf wackligen Beinen (11.9.06)

Europas höchster Staudamm, der isländische Kárahnjúkar-Damm, steht auf wackeligen Beinen: in einem Gebiet mit hohem Erdbebenrisiko. Der Regierung in Reykjavík war das Problem zwar durchaus rechtzeitig bekannt. Dem Parlament enthielt sie diese Information jedoch wohlweislich vor, als dieses den Bau abzusegnen hatte.
Der 190 Meter hohe Damm im Osten des Landes ist mittlerweile fast fertiggestellt. Nach jetzigen Plänen soll noch in diesem Monat mit dem Füllen des Stausees begonnen werden. Der Riesenbau in einem der letzten unberührten Naturgebiete Europas dient ausschließlich der Versorgung eines Aluminiumschmelzwerks des US-amerikanischen Alcoa-Konzerns mit Billigstrom.
Der für die genehmigung verantwortliche damalige Industrie- und jetzige Außenministerin Valgersur Sverrisdóttir war vor der entscheidenden Abstimmung im Parlament eine Alarmmeldung auf den Tisch gekommen, die sie aber lieber für sich behielt: Im fraglichen Gebiet hatte es noch nach der letzten Eiszeit vulkanische Aktivitäten gegeben. Die gesamte Zone gilt damit als Erdbebenrisikogebiet. Dies war nicht einmal dem Bauherrn bekannt, dem teilweise staatlichen Elektrizitätsunternehmen Landsvirkjun, als er die Investition beschloss. Doch merkte man bei Landsvirkjun schnell, dass irgendetwas nicht stimmte. Bei den Bauarbeiten wurden immer neue Felsspalten entdeckt, in die man große Mengen Zement pumpen musste, um den Boden des künftigen Staubeckens einigermaßen abzudichten.
(taz vom 4.9.2006, S. 8, 110 Z. (TAZ-Bericht), REINHARD WOLFF - gekürzt)

Infaltionsrate bei 8,1% (25.8.06)

Die Preise sind für die isländischen Verbraucher in den letzten 12 Monaten um 8.6 Prozent gestiegen, in den letzten zwei Monaten um 2 Prozent. Diese Zahlen wurden kürzlich vom isländischen Statistikamt veröffentlicht. Die Inflationsrate liegt über einen Zeitraum von 12 Monaten betrachtet bei 8,1 Prozent - ein Wert, der von den isländischen Banken bereits vorhergesagt wurde und in das Gesamtbild einer überhitzten Wirtschaft passt. Der Wechselkurs der Krone hat sich inzwischen wieder stabilisiert und liegt seit einigen Wochen bei rund 90 Kronen für einen Euro.

Gefängnisse überfüllt (18.8.06)

Kürzlich musste die isländische Justizverwaltung die Aufnahme eines neuen Gefangenen gegenüber der Polizei ablehnen, weil alle isländischen Gefängnisse voll belegt sind. Wie der Fernsehsender RUV berichtete, war dies vor über 20 Jahren zum letztenmal der Fall. Die Situation in den isländischen Gefängnissen war in letzter Zeit wiederholt in der öffentlichen Diskussion. Neben dem Platzmangel wurde vor allem das Fehlen von Resozialisierungsmaßnahmen kritisiert, die nach Meinung von fachleuten vor allem für Kriminelle im Drogen- und Alkoholbereich wichtig wären.

Kommt der Euro? (11.8.06)

Nicht zuletzt aufgrund der turbulenten Wechselkursentwicklung der isländischen Krone diskutiert man derzeit in Island die Möglichkeit einer Einführung des Euro ohne gleichzeitigen Beitritt zur Europäischen Union. Das teilte die isländische Außenministerin Valgerdur Sverrisdottir am Dienstag bei einer Pressekonferenz mit ihrem finnischen Amtskollegen Erkki Tuomioja in Helsinki mit. Der Ministerin zufolge wurden entsprechende Überlegungen vor allem von der isländischen Wirtschaft vorgebracht.
Island gehört zwar nicht zur EU, ist aber Mitglied im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) und gehört dem Schengener Abkommen an. Ein EU-Beitrittsansuchen Islands wurde von der derzeitigen Mitte-Rechtskoalition in Reykjavik für die Dauer der Legislaturperiode allerdings ausgeschlossen. Ob die Einführung des Euro ohne Mitgliedschaft in der EU möglich ist, wird von vielen Fachleuten bezweifelt.

Kalter Sommer in Island (1.8.06)

Der ungewöhnlich kalte und nasse isländische Sommer 2006 führt in der Landwirtschaft zu erheblichen Ernteverzögerungen. Gemüse aus Südisland wird erst einige Wochen später als sonst auf den Markt kommen, teilweise mussten die Bauern die angebauten Pflanzen sogar vernichten, weil wegen des weichen Untergrundes eine Anwendung von Pflanzenschutzmitteln nicht möglich war. Die Landwirte in der südwestlichen Tiefebene können sich nicht daran erinnern, jemals derart schlechte Verhältnisse gehabt zu haben.
Sigurdur Pálsson, der vor allem Kartoffeln anbaut, erwartet ebenfalls eine Verschiebung der Ernte um einige Wochen. Weniger betroffen sind die Gewächshauskulturen, da die fehlende Sonne teilweise durch Kunstlicht ersetzt werden kann. Selbst die Heuernte verzögert sich an vielen Orten und manche Landwirte mussten zusätzlichen Dünger ausbringen, um Heu in ausreichender Qualität produzieren zu können.

Hohe Inflation (25.7.06)

Nach dem aktuellen HIPC-Index der EU liegt die Inflation in Island in den letzten 12 Monaten bei 5,7%. Die durchschnittliche Inflationsrate in den Ländern des europäischen Wirtschaftsraumes EEA lag im gleichen Zeitraum nur bei 2,5%. Island hat damit nach Litauen die zweithöchste Inflationsrate im Europäischen Wirtschaftsraum. Finnland und Polen liegen mit nur 1,5% am anderen Ende des Spektrums. Die Entwicklung in Island geht mit einem starken Wirtschaftswachstum und einem Verfall der Krone einher.

Iceland Deep Drilling Project (14.7.06)

Reykjanesskagi heißt übersetzt "rauchende Halbinsel" - und die Landzunge an Islands Südwestspitze macht ihrem Namen alle Ehre: Aus den schier endlosen Lavafeldern dampft und zischt es ohne Pause. Schwefelfahnen qualmen aus Hunderten von Bodenritzen, es stinkt nach faulen Eiern. "Das ist unser Gold", sagt Gudmundur Omar Fridleifsson, "hier unter der Erde liegen noch unglaubliche Potenziale."
Bis zu 5000 Meter tief will der Leiter des Iceland Deep Drilling Project in diesem und im kommenden Jahr in die Erde bohren, um einen bislang unerschlossenen Schatz zu heben: superkritische Fluide - Wasser, das sich bei einem Druck von 220 Bar auf 400 bis 600 Grad aufgeheizt hat. Unter solchen extremen Bedingungen verschwindet die Grenze zwischen Flüssigkeit und Dampf; das Wasser bekommt neue Eigenschaften. Wer dieses Fluid fördere, könne damit zehnmal mehr saubere Energie erzeugen als mit herkömmlichen Erdwärme-Kraftwerken, sagt Albert Albertsson, Chef des regionalen Stromversorgers Sudurnes. Fridleifsson selbst setzt noch einen drauf: "Wenn dieses Projekt gelingt, könnte es die Gewinnung erneuerbarer Energien revolutionieren."
Es gibt genug Geldgeber, die darauf vertrauen, dass sich hinter solchen Sätzen mehr als nur 400 bis 600 Grad heiße Luft verbirgt. 20 Mio. $ hat Fridleifsson schon eingesammelt; neben der US National Science Foundation finanzieren auch die staatliche isländische Energiebehörde und drei einheimische Stromkonzerne das spektakuläre Projekt.
Quelle:
Aus der FTD vom 23.06.2006
© 2006 Financial Times Deutschland
www.ftd.de

Neue Umweltschutzorganisation gegründet (6.7.06)

Am isländischen Nationalfeiertag wurde wurde die Umweltschutzorganisation "Framtídarlandid" ("Zukunftsland") gegründet. Nach einem Bericht des Fernsehsenders RUV waren bei der Gründungsversammlung in der Austurbaer-Halle hunderte Menschen anwesend. Ziel der Organisation ist es, ein Forum für alle zu schaffen, die Zweifel an den Plänen der Regierung für die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung des Landes haben. María Ellingsen, Mitglied des Vorstandes: "Wir möchten Ideen unterstützen, die Islands Entwicklung nicht auf eine einzige Alernative einschränken, die alle anderen Entwicklungsmöglichkeiten blockiert. Wir glauben, daß die Ansiedlung weiterer Schwerindustrie die Entwicklung in eine Richtung lenken kann, die dem Land langfristig eher schadet als nutzt."

Gute Fänge im Mai (1.7.06)

Die Gesamtfangmenge der isländischen Fischereiflotte im Mai ist gegenüber dem Vorjahresmonst um 15% gestiegen. Dies geht aus einer aktuellen Pressemitteilung des isländischen Statistikamtes hervor. Ingesamt wurden im Mai 176.000 Tonnen Fisch gefangen, im Vorjahr waren es nur 141.000 Tonnen. Die besseren Ergebnisse im Mai gleichen aber den Rückgang der Fänge in den ersten vier Monaten des Jahres nicht aus: während die Gesamtfangmenge in den ersten fünf Monaten des Jjahres 2005 bei über einer Million Tonnen lag, waren es im Vergleichszeitraum diesen Jahres nur rund 650.000 Tonnen. Vor allem bei der Lodde waren die Fangmengen in diesem Jahr deutlich geringer.

Was zu beweisen war... (28.6.06)

Viele haben es schon vermutet, nun ist es von offizieller Seite bestätigt: nach neuen Statistiken des Norwegischen und des Europäischen Statistikamtes ist Island weltweit das Land mit den höchsten Lebenshaltungskosten und damit das "teuerste" Land. Laut Eurostat steht Island allerdings bei den pro Kopf Einkommen nur auf Platz 5, den ersten Platz belegt Luxemburg.

Bauen mit den Elfen (24.06.06)

Auch wer als Ausländer an einem Architektenwettbewerb in Island teilnimmt, sollte wissen, daß es dort Elfen und Trolle gibt und eine Regierungsbeauftragte, die bei Bauvorhaben auf deren Rechte achtet. Das Frankfurter Architekturbüro "Franken-Architekten" hat als wichtigen Bezugspuntk für seinen Entwurf des neuen Regierungsviertels in Reykjavik einen Trollfelsen gewählt und den Wettbewerb gewonnen. Ihre Bauten für drei Ministerien haben die Architekten durch "Fels"-Spalten gegliedert, die den typischen isländischen Elementen Wasser, Felsen und Bäumen zugeordnet wurden.
Die Erschliessung der Gebäude erfolgt über ein gemeinsames Foyer, das an den Luftraum der östlichen Spalte angebunden ist. Von dort verteilen sich die Besucher zum Ministerblock und zu den Bürozonen. Auf der Rückseite der Foyerspalte liegt das gemeinsam genutzte Café. Die Ministerien sind horizontal über die vier Gebäudeteile hinweg in jeweils einer Ebene organisiert.
Momentan sind die Ministerien auf mehrere Gebäuden über Reykjavik verteilt. In Zukunft sollen sie mit Ausnahme des Premier- und Aussenministeriums in einem Viertel konzentriert werden. Bereits im November 2001 verabschiedete die Stadtverwaltung von Reykjavik den Rahmenplan für das neue Regierungsviertel.

Geir Haarde neuer Premierminister (15.06.06)

Unter der Führung von Geir Haarde hat sich in Island eine neue Regierungsmannschaft geformt. Nachdem sich der bisherige Premierminister Halldór Ásgrímsson wegen des Ausgangs der Kommunalwahlen aus der Politik zurückgezogen hat, war eine Regierungsneubildung notwendig geworden.
Geir Haarde wurde im Herbst 2005 zum Vorsitzenden der Unabhängigkeitspartei gewählt. Der 1951 geborene Haarde ist bereits seit 1987 Mitglied des isländischen Parlaments und wurde 1998 zum Finanzminister berufen.
Im Zuge der Regierungsneubildung hat die Unabhängigkeitspartei einen Ministerposten verloren. Die bisherige Umweltministerin Sigrídur Anna Thórdardóttir wird durch Jónína Bjartmarz von der Fortschrittspartei ersetzt. Zum neuen Handelsminister wurde Jón Sigurdsson ernannt. Er nimmt damit den Platz von Valgerdur Sverrisdóttir ein, die in das Außenministerium wechselt. Magnús Stefánsson ist neuer Sozialminister. Er übernimmt das Amt von Jón Kristjánsson, der sein Amt niedergelegt hat.
Die Fortschrittspartei ist nun mit drei weiblichen und drei männlichen Ministern in der Regierung vertreten, die Unabhängigkeitspartei mit fünf Ministern und einer Ministerin.

Wasser aus Island (03.06.06)

Auf der Halbinsel Snæfellsnes soll in der Ortschaft Rif eine neue Abfüllanlage für Trinkwasser errichtet werden. Die Firma Islind will damit 48 neuen Arbeitsplätze schaffen und ist überzeugt, über das beste Wasser des ganzen Landes zu verfügen. Die Produktion soll bereits im ersten Quartal des Jahres 2007 aufgenommen werden und man plant einen Ausbau der Kapazitäten und die Schaffung weiterer Arbeitsplätze.

Kälteeinbruch tötet Jungvögel (26.05.06)

Während die Vogelgrippe in Island kein Thema war, hat ein Kälteeinbruch in den letzten Tagen viele bereits geschlüpfte Jungvögel das Leben gekostet. Auf der Suche nach Futter mussten die Altvögel oft für längere Zeit das Nest verlassen, die Nestlinge starben während dieser Zeit an Unterkühlung. Insbesondere im Nordosten des Landes waren waren Regenpfeifer, Brachvogel, Rotdrossel, Pieper und Bekassine betroffen. Größere Raubvögel und Aasfresser wie Skuas und Raben profitieren indes von der kalten Witterung, da die verendeten Jungvögel den Tisch für sie und ihre Jungen reichlich decken. Die Temperaturen lagen in den letzten Tagen um den Gefrierpunkt. In den kommenden Tagen werden zwar höhere Temperaturen erwartet, es soll aber weiterhin regnerisch und windig sein.

Amerikaner ziehen ab (20.05.06)

Die USA haben schon vor längerer Zeit den Abzug Ihrer Truppen aus Island angekündigt, nun scheint es ernst zu werden, denn als Termin für den Abzug wurde der September 2006 genannt. Island ist zwar Mitglied der NATO und spielte während des kalten Krieges eine sehr wichtige Rolle als Versorgungs- und Beobachtungsbasis mitten im Nordatlantik, hat aber dennoch keine eigene Armee. Die USA hatten sich deshalb vertraglich verpflichtet, die Verteidigung Islands zu übernehmen. Waren während des kalten Krieges wegen der strategischen Bedeutung Islands zeitweise zehntausende Amerikaner dort stationiert, hat die amerikanische Regierung im März die Präsenz aus Kostengründen ohne Rücksprache mit den Isländern gestrichen. Auf der Militärbasis Keflavik am internationalen Flughafen sind derzeit noch 1.200 Soldaten der Schutzmacht mit 4 F-15 Kampfjets und einer Hubschrauberstaffel stationiert.
Der isländische Außenminister Geir Haarde, ein treuer Verbündeter der USA, bemüht sich, den vollständigen Abzug des amerikanischen Truppenkontingents zu verhindern. Präsident Ólafur Ragnar Grímsson sieht in dem einseitig von US-Präsident George W. Bush verkündeten Abzug einen weiteren Beweis für die Arroganz der Macht in Washington. Ministerpräsident Halldór Ásgrímsson von der liberalen Fortschrittspartei setzt sich hingegen für eine weitere Annäherung Islands an die EU ein. Er meint, wenn die USA sich sicherheitspolitisch nicht mehr beim Nato-Verbündeten ohne eigenes Militär engagieren wollen, müsse man sich eben nach anderen umsehen. Seine Partei bezeichnete das Verhalten der USA als "rücksichtslos und brutal". Andere verwiesen darauf, dass europäische Nato-Länder ja auch den kleinen baltischen Staaten bei der Überwachung des Luftraumes helfen.

Alcan sichert sich Strom (12.05.06)

Die Firma Alacan gab kürzlich bekannt, dass sie 40 Prozent der für den geplanten Ausbau ihres Aluwerks nahe Reykjavik benötigten Stroms sichergestellt hat. Ein entsprchender mit "Reykjavik Energy" abgeschlossener Vertrag sieht vor, dass Alcan ab 2010 über einen Zeitraum von 25 Jahren 200 MW Strom aus geothermaler Produktion abnimmt. Cynthia Carroll, Präsidentin der Primary Metal Group von Alcan, sagte im Rahmen der Vertragsunterzeichnung: "Das heutige Abkommen unterstreicht erneut die bedeutende Rolle, die Island in Alcans Primärmetall-Strategie spielt und stellt einen wichtigen Schritt dar, die für den eventuellen Ausbau von ISAL notwendige Energie sicherzustellen; eine Energie, die sauber und erneuerbar ist", fügte sie hinzu.
Die restlichen 60% der benötigten Energei soll das nationale Energieunternehmen Landsvirkjun liefern. Derzeit verfügt die Aluminiumfabrik mit rund 470 Beschäftigten über eine Jahreskapazität von 180.000 Tonnen, nach dem vorgesehenen Ausbau sollen es 280.000 Tonnen sein.

Island bei Breitband Spitze (06.05.06)

Einer kürzlich von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) veröffentlichten Statistik zufolge hat Island im Dezember 2005 Südkorea bei der Breitband-Anschlußdichte überholt. 78.017 Isländer oder 26,7 Prozent der Bevölkerung Islands hatten demnach im Dezember 2005 einen Breitband-Internetanschluss. Der langjährigen Spitzenreiter Südkorea wurde mit 25,4 Prozent Penetrationsrate auf den zweiten Platz verdrängt. An dritter und vierter Stelle folgen die Niederlande mit 25,3 und Dänemark mit 25 Prozent Versorgungsgrad. Deutschland steht derzeit mit 13 Prozent auf Platz 18.

Kontrollierter Tourismus (28.04.06)

Die Tageszeitung Morgunbladid berichtete kürzlich, daß sich die Zahl der Touristen in Island innerhalb der nächsten 15 Jahre verdreifachen könnte. Vom Standpunkt der Tourismuswirtschaft aus betrachtet, sei diese Entwicklung positiv zu sehen, ob allerdings die Folgen für Gesellschaft und Umwelt auch nur positiv zu sehen sind, wird in dem Artikel bezweifelt.
Akueller Anlaß für den Bericht war eine von der Isländischen Tourismuswirtschaft organisierte Konferenz über den Tourismus in der Hochlandregion von Landmannalaugar. Dort sind die Folgen des zunehmenden Tourismus in der Natur bereits deutlich erkennbar und einer Studie zufolge gibt es bereits Reisende, die das Gebiet deshalb meiden. Nach einhelliger Meinung der Konferenzteilnehmer zeigt das Beispiel, welche Auswirkungen eine weitgehend ungeplante Entwicklung des Tourismus im Hochland haben könnte.
Inzwischen gibt es Überlegungen, Hütten und andere touristische Einrichtungen deutlich weiter entfernt von den heißen Quellen in Landmannalaugar neu aufzubauen. Die Überlegungen fordern auch einen Gesamtentwicklungsplan für die weitere Erschließung des Hochlandes. Ein Vorschlag sieht vor, die Randbreiche des Hochlandes besser zu erschließen und sie als Ausgangsbasis für Ausflüge ins zentrale Hochland zu nutzen. Damit könnten einerseits weite Teile des Hochlandes auch zukünftig in ihrer heutigen Form erhalten und gleichzeitig die Randregionen entwickelt werden.
Der Artikel im Morgunbladid schließt mit folgenden Worten:
"Die unberührte Natur Islands ist das Hauptverkaufsargument für Firmen, die Gäste nach Island bringen wollen. Wenn aber normale Straßen im Hochland gebaut werden sollen und Servicecenter mit Tankstellen, Kiosk und großen Parkfläschen entstehen, wenn außerdem LKWs mit Waren durch das Hochland donnern, die zur Versorgung der Touristen notwendig sind, dann wird irgendwann nicht mehr viel von der Ursprünglichhkeit vorhanden sein. Das Produkt, das wir verkaufen wollen, wird zerstört sein und damit das Erbe, dass wir unseren Nachkommen hinterlassen könnten."

Skaftá führt Hochwasser (23.4.06)

Der Gletscherfluß Skaftá südlich des des Vatnajökull führt derzeit Hochwasser. Vom Zivilschutzamt wurde eine Warnung herausgegeben, weil die Schwefelwasserstoffbelastung der Luft entlang des Flusses an einigen Stellen gefährlich hoch ist. Man kann das Gas zwar zunächst riechen, wird aber die Konzentration zu hoch, nimmt man den Geruch nach faulen Eiern nicht mehr wahr und kann sich vergiften. Der Gletscherlauf der Skaftá war von Fachleuten erwartet worden und dürfte in wenigen Tagen wieder vorbei sein.

Krone im freien Fall? (21.04.06)

Vor einigen Wochen begann die für die isländische Wirtschaft unheilvolle Entwicklung und nun scheint es, als hätte sich der Trend verfestigt: die Krone kennt weiterhin nur einen Weg, nämlich bergab. Heute fiel der Kurs wieder auf einen neuen Tiefstand, für einen Euro mussten 96,42 Kronen bezahlt werden. Ein Ende des Wertverlustes ist derzeit nicht absehbar, zumal die Danske Bank in einer neuen Meldung einen Wechselkurs von 110 Kronen für einen Euro innerhalb der nächsten 12 Monate voraussagt.
Über diese Meldung der Danske Bank ist unterdessen ein heftiger Streit entbrannt. Die isländische Bank Glitnir (früher Islandsbanki) wirft der dänischen Bank vor, sie tue alles, um die isländische Wirtschaft in einem möglichst schlechten Licht erscheinen zu lassen. Auch die KB-Bank macht Front gegen die Dänen und wirft ihnen vor, die veröffentlichten Berichte würden offensichtliche Fehler enthalten und von falschen Daten ausgehen.

Goldrausch in Island? (18.04.06)

Seit Mitte Dezember 2005 laufen im Thormódsdalur nahe Reykjavik geologische Untersuchungen zur Erkundung von Goldlagerstätten. Die ersten Analysen deuten darauf hin, dass im Gestein tatsächlich abbauwürde Mengen Gold vorhanden sein könnten. Seit Dezember wurden in dem Gebiet insgesamt 22 Erkundungsbohrungen bis in eine Tiefe von 1500 Metern niedergebracht. Die Bohrproben wurden in einem Labor in den USA analysiert, dass auf die Erkundung von Lagerstätten spezialisiert ist. Weitere Untersuchungen sollen in den nächsten Monaten stattfinden. Nach Aussage der Investoren ist es aber noch zu früh, von einem Erfolg zu sprechen, denn ob der Abbau sich wirklich lohnen würde, kann erst gesagt werden, wenn weitere Ergebnisse vorliegen.

Überhitzte Wirtschaft (13.04.06)

Die isländische Zentralbank hat den Basiszinssatz vor kurzem deutlich angehoben. Mit der Erhöhung um 0,75% auf jetzt 11,5% versucht die Bank, der drohenden Inflation entgegen zu wirken. Grund zur Sorge besteht wegen der drastischen Abwertung der Krone - gegenüber dem Euro hat die isländische Krone innerhalb von 4 Wochen über 15% an Wert verloren. Zudem ist die isländische Wirtschaft in den letzten beiden Jahren deutlich stärker gewachsen, als erwartet.
Insgesamt lassen viele Entwicklungen darauf schließen, dass die isländische Wirtschaft überhitzt ist. Die Auslandsschulden sind nicht zuletzt wegen verschiedener Großprojekte (z.B. Neubau von Kraftwerken) stark gestiegen. Auch die Lohnsteigerungen sind bei geringer Arbeitslosigkeit recht üppig ausgefallen und kommen der isländischen Mentalität entgegen, auf Pump zu konsumieren. Der Bauboom in Reykjavik hat in den letzten Jahren hunderte neuer Wohnungen entstehen lassen, die Wertsteigerung bei Immobilien liegt im gleichen Zeitraum trotzdem bei weit über 100%, weil Wohneigentum gefragt ist. Die Kauflust ist dabei nicht nur im privaten Bereich sehr ausgeprägt, auch der Kauf von dänischen und englischen Fluggesellschaften und anderen Firmen durch isländische Investoren hat Aufmerksamkeit auf den Finanzmärkten geweckt und verschiedene Banken veranlaßt, vor einer Finanzkrise zu warnen.
Ob die Änderung des Zinssatzes Wirkung zeigt, bleibt abzuwarten. Zumindest haben die Privatbanken die Steigerung an ihre Kunden weiter gegeben und damit Kredite deutlich verteuert.

"Buschbrände" in Westisland (31.03.06)

Die extreme Trockenheit in Island hat zu ersten Flächenbränden im Westen des Landes geführt. Im Gebiet von Mýrar gerieten gestern größere Fläschen trockenes Weideland in Brand. Insgesamt waren 12 Bauernhöfe von den Feuern betroffen. Wie die Zeitung Morgunbladid berichtet, wurde das Feuer wahrscheinlich durch eine Zigarette ausgelöst. "Der Rauch war tiefschwarz und die Sonne sah aus, wie ein roter Feuerball. Ich habe so etwas noch nie gesehen!" berichtete Unnsteinn Jóhannsson von Laxárholt. Die Brände erfaßten eine Fläche von etwa 50 Quadratkilometern und die Feuerwehr war nicht in der Lage, die Flammen zu löschen. Die Wehrmänner waren vor allem damit beschäftigt, die bis zu 3 Meter hohe Feuerwalze von Gebäuden fernzuhalten. Auch am heutigen Vormittag waren die Brände noch nicht unter Kontolle.

Neues Kraftwerk im Nordosten (27.03.2006)

Die Firma Landsvirkjun plant einem Bericht der Zeitung Morgunbladid zufolge 9-10 neue Bohrlöcher in Nordost-Island. In den nächsten drei Jahren sollen die Bohrlöcher in den Hochtemperaturgebieten Bjarnaflagi, Krafla, Gjástykki und Theistareykir entstehen. Diese Gebiet liegen nördlich des Myvatn. Später sollen weitere Gebiete östlich von Hágöngulón (Sprengisandur) erschlossen werden. Jedes Bohrloch wird dabei rund 3,5 Millionen Euro kosten. Landvirkjun hofft, ein neues geothermales Kraftwerk errichten zu können, das mit einer Leistung von 300-400 MW ans Netz gehen soll. Der Strom soll ein neues Aluminiumwerk versorgen, dass derzeit in Planung ist.

Erdbeben erschüttert Reykjavik (07.03.2006)

Ein Erdbeben der Stärke 4.6 hat Reykjavik letzte Nacht um 2:31 Uhr erschüttert. Das Erdbeben war zwar deutlich zu spüren, führte aber zu keinen Schäden und auch verletzt wurde niemand. Das Epizentrum des Bebens lag etwa 25km von Reykjavik entfernt südöstlich des Sees Kleifarvatn auf der Halbinsel Reykjanes. Dem Hauptbeben folgten noch zahlreiche schwache Nachbeben. Nach Meinung der Geophysikerin Steinunn Jakobsdóttir besteht kein Grund zur Sorge, dass dieses Beben der Vorbote erhöhter Aktivität in der Gegend sein könnte. In den letzten zehn Jahren hat es bereits mehrere Beben mit einer Stärke von 5 oder mehr gegeben, eine Zunahme der Bebenhäufigkeit ist nicht zu beobachten. Wie Steinunn Jakobsdóttir ausführte, ist bei Beben dieser Stärke nicht mit Schäden zu rechnen, lediglich in unmittelbarer Nähe des Epizentrums könnten Gegenstände leicht wackeln.

Isländisch im Web lernen (25.02.2006)

Mehrere hundert Menschen weltweit lernen isländisch über einen Internetkurs. Der Kurs wurde von der Universität Reykjavik in Zusammenarbeit mit sechs anderen Hochschulen entwickelt. Das kostenlose Angebot besteht aus zwei Teilen und entspricht inhaltlich einem Sprachkurs, der auch an der Universität Reykjavik angeboten wird. Wer sich an dem Kurs versuchen möchte, findet ihn unter der Adresse www.icelandic.hi.is.

Island bis 2015 EU-Mitglied? (10.02.2006)

In einer Anprache anläßlich der Jahreshauptversammlung der isländischen Handelskammer sagte Premierminister Halldór Ásgrímsson voraus, das Island im Jahr 2015 Vollmitglied der EU sein wird. Dem widersprach allerdings in einem Interview die Erziehungsministerin Thorgerdur Katrin Gunnarsdottir. Ihrer Meinung nach müsste sich die EU tiefgreifend ändern, um sie für Island interessant zu machen. Außenminister Geir H. Haarde gab keinen Kommentar zur Rede des Premierministers, während die Oppositionsführerin Ingibjörg Sólrún Gísladóttir die Aussage des Premiers begrüßte. Sie betonte, das die Sozialdemokraten sich schon lange für eine EU-Mitgliedschaft aussprechen. Jón Baldvin Hannibalsson, bis 1995 selbst Regierungsmitglied, vertritt die Meinung, dass die Politik sowieso nur wenig Einfluß bei dieser Entscheidung hat. Er sieht die isländische Wirtschaft und deren Interessen als treibende Kraft. Hannibalsson sieht Island bereits jetzt als verstecktes Mitglied der EU und glaubt, dass ein Beitritt innerhalb eines Jahres möglich wäre. Vertreter der Grünen und der Liberalen sprechen sich deutlich gegen eine EU-Mitgliedschaft aus.

Isländer mögen kein Walfleisch (03.02.2006)

Nach einer Umfrage des Gallup-Instituts haben 86% der Isländer im vergangen Jahr kein Walfleisch konsumiert, nur 2,5% der Isländer haben öfter als einmal Walfleisch gekauft. Die Umfrage hat auch ergeben, dass 64% der Isländer keine große Nachfrage nach Walfleisch sehen, während nur 22% ein erheblichen Bedarf zu erkennen glauben. Der Isländische Naturschutzbund kritisiert das Verhalten der Regierung, die sich weiterhin für den Walfang ausspricht und legt den Verantwortlichen nahe, die Ergebnisse der Studie bei ihren Entscheidungen zur berücksichtigen. Die Studie hat auch ergeben, das die Walbeobachtung wesentlich mehr einbringt, als es der Walfang jemals könnte.

Verdreifachung der Aluminiumproduktion (31.01.2006)

Die Aluminiumproduktion wird sich in Island in den nächsten Jahren voraussichtlich verdreifachen. Damit wird Island weltweit zu einem der größten Aluminiumproduzenten. Der Direktor der isländischen Börse, Thórdur Fridjónsson, machte kürzlich auf einer Konferenz deutlich, dass die Aluverhüttung maßgeblich zum derzeitigen Wirtschaftswachstum beiträgt. Momentan werden in Island pro Jahr 270.000 Tonnen Aluminium produziert, aber bereits 2008 werden es 800.000 Tonnen sein und wenn alle Anlagen, die derzeit in Bau oder Planung sind, rechtzeitig fertiggestellt werden, könnte die Jahresproduktion sogar auf 1,5 Millionen Tonnen steigen. Dabei sind nur Produktionskapazitäten berücksichtigt, die derzeit konkret in Planung oder Bau sind - weitere Projekte wären durchaus möglich. Gerade angesichts der aktuellen Energiediskussion ist das Thema auch aus deutscher Sicht nicht uninteressant. Während in Deutschland energieintensive Industriebetriebe wie Kupfer- und Aluhütten wegen der hohen Energiekosten geschlossen werden, kann Island mit günstiger Energie aus regenerativen Quellen (Wasserkraft und Edwärme) Fertigungskapazitäten aufbauen.

Durchschnittliche Haushaltseinkommen (28.01.2006)

Das isländische Statistikamt hat aktuelle Zahlen zum Einkommen der isländischen Haushalte veröffentlicht. Demnach verfügt ein durchschnittlicher Haushalt monatlich über Einkünfte in Höhe von rund 4.600 Euro, wovon 94% auch wieder für Konsum und allgemeine Lebenshaltung ausgegeben werden. Die Ausgaben stiegen im Zeitraum von 2001 bis 2003 um 9,3%, während die durchschnittliche Haushaltsgröße weiter kontinuierlich abnimmt und derzeit bei 2,58 Personen liegt.

Island hat über 300.000 Einwohner (13.01.2006)

Der "Einwohnerzähler" auf der Homepage des isländischen Statistikamtes hat am 9. Januar um 7:20 Uhr erstmals die magische Zahl 300.000 überschritten. Der Zähler registriert alle Geburten und Todesfälle sowie die Zahl der Einwanderer und Auswanderer in Island. Das Bevölkerungswachstum in Island war in den letzten Jahren ungewöhnlich hoch. Im Schnitt wurden täglich 24 Kinder geboren, während nur 5 Todesfälle gezählt wurden.
Mit Ausnahme der Westfjorde und Nordwestislands hat die Bevölkerung in allen Landesteilen zugenommen. Reykjavik lag mit einem jährlichen Zuwachs von 1,7% nur im Mittelfeld, während die Vorstädte Mosfellsbaer und Gardabær mit 5.5% und 4.3% Zuwachs eine Spitzenposition einnehmen.
Besonders auffällig ist auch die Entwicklung im Osten des Landes. Während in den 90er Jahren die Bevölkerung ständig schrumpfte, beginnt sich nun der Bau eines großen Wasserkraftwerkes und einer Aluminiumfabrik bemerkbar zu machen - die Bevölkerung ist dort in den letzten zwei Jahren so stark gewachsen, wie sonst nirgends in Island. Alleine 2005 stieg sie um 10,3%, wobei der Ausländeranteil unter den Männern inzwischen bei knapp 25% liegt - eine Folge der Gastarbeiter auf den beiden Großbaustellen.

Tunnel zu den Westmännerinseln möglich (06.01.2006

Nach einer eingehenden Analyse vorhandener Pläne und neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse sind die skandinavische Ingenieurgesellschaft NCC und die norwegische Firma Multiconsulting zu dem Schluss gekommen, das ein Tunnel zwischen dem isländischen Festland und den Westmännerinseln realisierbar ist. Ein Tunnel würde den Warenaustausch zwischen dem Festland und dem wichtigsten isländischen Fischereihafen auf der Insel Heimaey drastisch vereinfachen. Man geht von Baukosten in einer Höhe von rund 250 Millionen Euro aus. Die Studie zum Tunnelbau wurde von einer Interessengruppe in Auftrag gegeben, die der Meinung ist, ein Tunnel wäre die beste Lösung zur Anbindung der Westmänner. Der Betrieb einer Fähre würde in einem Zeitraum von 30 Jahren etwa die gleichen Kosten verursachen, wie der Bau eines Tunnels. Die mögliche Nutzungsdauer des Tunnels liegt nach Meinung der Experten aber bei weit über 30 Jahren. Als Alternative für einen Tunnel wird die Errichtung eines neuen Fährterminals bei Bakkafjörður gesehen. Ein Fährterminal würde etwa die Hälfte des Tunnelbaus kosten, diese Lösung wird aber von den Bewohnern der Inseln abgelehnt.