Header-Slider

Wir gestalten iceland.de gerade neu - für eventuell kurzzeitig auftretende Anzeigefehler bitten wir um Entschuldigung.

Nachrichten-Archiv 2007

Island bald ohne Freileitungen? (21.12.07)

Kürzlich wurde im isländischen Parlament ein Antrag eingebracht, der den Rückbau aller Freileitungen des Stromnetzes vorsieht. Alle Mitglieder des parlamentarischen Umweltausschusses unterstützen den Antrag. Die Parlamentarier hoffen auch auf eine breite Unterstützung der Bevölkerung, denn nur wenn die Stromverbraucher bereit sind, die durch Erdkabel verursachten höheren Stromkosten zu tragen, wird auch der Energieversorger Landsnet das Projekt unterstützen. Waren früher Stromleitungen ein Zeichen für die wachsende Wirtschaft, werden sie heute von der Bevölkerung eher kritisch gesehen.
Auch in wirtschaftlicher Hinsicht sind Erdkabel von Vorteil - zumindest auf lange Sicht. Zwar sind der Bau und Reparaturen teurer, aber man rechnet im Vergleich zu Freileitungen mit deutlich weniger Schäden, die in Island oft durch Sturm, Vereisung und Salzschäden verursacht werden.

Gletscherlauf am Vatnajökull (11.12.07)

Der Skeidarájökull aus der Luft.

In den letzten Tagen kam es zu einer Serie von leichten Erdbeben im Gebiet der Grímsvötn unter dem Gletscher Vatnajökull. Vermutlich stehen die Beben im Zusammenhang mit vulkanischer Aktivität unter dem Gletscher. Der Fluß Skeidará führte eine Wassermenge, wie sonst nur an Sommertagen und die Menge der im Wasser gelösten Elektrolyte stieg stark an. Wissenschaftler erwarten einen kräftigen Gletscherlauf, ähnlich wie zuletzt vor drei Jahren, als in Folge eines Vulkanausbruchs unter dem Gletscher ebenfalls größere Schmelzwassermengen abflossen.
Gleichzeitig kam es nordöstlich des Vatnajökull in den letzten Tagen zu hunderten von leichten Erdbeben, wie sie vor einem Vulkanausbruch typisch sind. Im Gebiet um den Bergrücken Upptypping war es bereits in den Sommermonaten wiederholt recht unruhig und schon damals kursierten Gerüchte über einen bevorstehenden Vulkanausbruch, der aber nicht stattfand. Die aktuellen Erdbebenmessdaten gibt es unter www.vedur.is

Island - das höchstentwicklte Land der Welt (6.12.07)

Seit Jahren schon gehört Island zur Spitzengruppe der am höchsten entwickelten Länder der Erde. Nun hat das Land erstmals den ersten Platz der UNDP-Liste erreicht. Die Liste wird alljährlich von der UNO anhand verschiedener Eckdaten erstellt. Berücksichtigt werden u.a. die Lebenserwartung und das Bruttoinlandsprodukt, insgesamt 177 Länder werden in der Statistik bewertet. Der bisherige Spitzenreiter Norwegen liegt in diesem Jahr auf dem 2. Platz.

Papageitaucherpopulation rückläufig (26.11.07)

Papageitaucher sind eine im Norden Europas relativ weit verbreitete Vogelart. Die größten Brutkolonien gibt es auf Island und den vorgelagerten Inseln. Man schätzt den Bestand in Island auf rund 3 Millionen Brutpaare. In den letzten beiden Jahren ist allerdings ein drasticher Rückgang beim Bruterfolg zu beobachten. Teilweise werden von den Altvögeln gar keine Eier mehr gelegt und viele Jungvögel überleben nicht. Erste Untersuchungen deuten darauf hin, dass ein Nahrungsmangel die Ursache für den fehlenden Bruterfolg ist. Junge Papageitaucher ernähren sich fast ausschließlich von Sandaalen, die in den küstennahen Gewässern in großer Zahl vorkommen. In den vergangenen beiden Sommern allerdings waren kaum Sandaale zu finden. Worauf das Verschwinden der Sandaale zurück zu führen ist, kann noch nicht sicher gesagt werden. Manche Wissenschaftler vermuten aber den bereits nachweisbaren Anstieg der Wassertemperaturen als Ursache.

Fressen Wale zu viel Fisch? (16.11.07)

Kürzlich wurden die ersten Ergebnisse einer Studie zum Futterspektrum von Zwergwalen veröffentlich. Das isländische Meeresforschungsinstitut begann im Jahr 2003 mit der Entnahme von Proben aus den Mägen von Zwergwalen. Ein überraschendes erstes Ergebnis der Studie: Wale fressen teilweise wesentlich mehr Fisch, als bisher vermutet. So besteht das Futter der isländischen Zwergwale zu rund 7% aus Kabeljau - zumindest bei den bisher ausgwerteten Proben. Gísli Víkingsson, der Leiter der Studie, warnt auch vor voreiligen Schlüssen. Zwergwale nutzen je nach Jahreszeit und Meeresregion unterschiedliche Nahrungsquellen und auf Grundlage der aktuell ausgewerteten Daten sind noch keine Berechungen über die Gesamtmenge an Fischen, die von Walen gefressen werden, möglich.
Ob die Ergebnisse der Untersuchung angesichts der rückläufigen Fangmengen wirtschaftlich genutzter Fischarten wieder zu einer Diskussion über den Walfang führen, bleibt abzuwarten. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum wurde in diesem Jahr rund 45% weniger Kabeljau gefangen, die Fangmenge beim Schellfisch ist allerdings praktisch unverändert.

Kárahnjúkarkraftwerk nimmt Betrieb auf (9.11.07)

Aluwerk im Reydarfjördur

Das Wasserkraftwerk Kárahnjúkar im östlichen Hochland nimmt in diesen Tagen den Betrieb auf. Ertsmals wird Wasser aus dem Stausee Hálslón auf die Anlagen im Turbinenhaus Fljótsdalsstöd geleitet. Zunächst geht nur eine der Turbinen mit einer Leistung von 115 Megawatt in Betrieb. Der rund 40km lange Tunnel vom Stausee zum eigentlichen Kraftwerk ist bereits seit einiger Zeit mit Wasser gefüllt. Die Anlagen werden nun ausführlichen Tests unterzogen und die 6 Turbinen werden der Reihe nach an Netz gehen, bis das Kraftwerk seine volle Leistung erreicht. Dann kann auch das Aluminiumwerk im Reydarfjördur seine Produktionskapazität langsam auf das geplante Niveau steigern.

Schweizer Weihbischof Bürcher übernimmt Diözese Reykjavik (31.10.07)

Die Kristkirkja in Reykjavik

Lausanne / Rom (www.kath.net) Der Schweizer Weihbischof Pierre Bürcher ist von Papst Benedikt XVI. zum Bischof von Reykjavik (Island) ernannt worden. Das gab der Vatikan am Dienstag bekannt. Bürcher ist seit 1994 Weihbischof von Lausanne, Genf und Freiburg.
Er folgt dem gebürtigen Niederländer Johannes Gijsen nach, der in den Ruhestand tritt. Bürcher wird der sechste Bischof der Diözese Reykjavik sein, die 1968 errichtet wurde. Der Bischof von Island gehört der skandinavischen Bischofskonferenz an. Sie umfasst sieben Mitglieder, die aus fünf Ländern kommen: Dänemark, Finnland, Island, Norwegen und Schweden. Jedes dieser Länder stellt eine eigene Diözese dar, ausgenommen Norwegen.
Katholisch sind in diesen Ländern vor allem die Immigranten, aus diesem Grund kommen auch die Bischöfe aus verschiedenen europäischen Ländern. Der Bischof von Stockholm ist im Tessin geboren, allerdings hat er die schwedische Nationalität. Weihbischof Bürcher wird in den nächsten zwei Monaten in der Diözese Reykjavik sein Amt übernehmen.
Island zählt fast 300.000 Einwohner, 10.000 davon sind katholisch. Sie leben verstreut über das ganze Territorium von rund 103.000 Quadratkilometern. Papst Johannes Paul II. besuchte im Jahr 1989 Island.
(Quelle: www.kath.net vom 30.10.07)

Heiß und dynamisch - die Geothermie in Island boomt (26.10.07)

Freiburg (iwr-pressedienst) - Während der von EnEd in Zusammenarbeit mit Sterr-Kölln & Partner und forseo organisierten Impulsreise nach Island erkundeten die Teilnehmer und Teilnehmerinnen sämtliche Facetten der Tiefen Geothermie. Bei der eigens für die Exkursionsteilnehmer ausgerichteten Konferenz mit maßgeblichen isländischen Akteuren wie Enex, Exorka, Isor, Glitnir Bank und Reykjavik Energy Invest wurden die Stärken der nordischen Akteure deutlich. Island bündelt seine vorhandenen Kräfte, um in Zukunft in der Geothermie weltweit eine führende Position zu übernehmen. 20 Prozent des Stroms wird dort bereits durch Geothermie bereitgestellt – ca. 1,7 TWh jährlich. Geothermie sichert über 90 Prozent der Wärmeversorgung des Landes. Sechs weitere Kraftwerke mit einer Gesamtleistung von mehreren hundert Megawatt sind bereits in Planung.
Anfang Oktober wurde die Fusion der erst vor neun Monaten gegründeten Geysir Green Energy mit Reykjavik Energy Invest, dem Investmentarm des regionalen Energieversorgers Reykjavik Energy, bekannt gegeben. Der Zusammenschluss und damit die Verflechtung der internationalen Aktivitäten eines öffentlichen Energieversorgers mit einem privatwirtschaftlich geführten Unternehmen schlug hohe Wellen und erzwang letztlich gar einen Machtwechsel in Reykjaviks Stadtparlament. Von den verursachten Turbulenzen lassen sich die Isländer jedoch nicht vom Weg abbringen. Die im März gegründete Reykjavik Energy Invest (REI) will laut Ásgeir Margeirsson, einem der beiden CEOs, Weltmarktführer in der Geothermie werden. Das Unternehmen habe seinen Ausführungen nach bereits heute einen Unternehmenswert von rund 745 Millionen Euro und decke die gesamte Wertschöpfungskette ab – von der Exploration bis hin zur Kraftwerkstechnologie. Weltweit will man in den nächsten 4 Jahren bis zu 4.000 MW installiert sehen – geschätztes Investitionsvolumen 5-8 Mrd. US-Dollar. Insbesondere Nordamerika wird als Markt mit großem Potenzial gesehen. Aber auch der deutsche Markt wird als viel versprechend eingestuft. Rund 460 Millionen Euro Eigenkapital wurden von den Hauptgesellschaftern Reykjavik Energy, FL Group, Atorka sowie der Glitnir Bank investiert. 2009 will REI an die Börse gehen.
Auch Deutschland verfügt über ein enormes geothermisches Potenzial, dessen Erschließung einen wichtigen Beitrag zu einer nachhaltigen Energieversorgung basierend auf erneuerbaren Energien leisten könnte. Wenngleich sich die deutschen geothermischen Ressourcen von denen in Island unterscheiden, gibt es doch einen reichen Erfahrungsschatz und Potenzial, das vorhandene Know-how nach Europa zu transferieren. „Die Reise hat einen beeindruckenden Einblick ermöglicht, wie vorhandenes geothermisches Potenzial erfolgreich genutzt werden kann“, fasst Teilnehmer Dr. Michael Kraml zusammen. Alexander Richter von der Glitnir Bank erklärt: „Wir sind bereit, unsere Expertise für eine weitere Entwicklung der Geothermie in Deutschland bereitzustellen, um gemeinsam den Anteil an erneuerbaren Energien zu erhöhen und die Klimaziele zu erreichen.“
EnEd GmbH ist ein internationales Bildungszentrum für Erneuerbare Energien und Energieeffizienz. EnEd setzt sich dafür ein, die internationalen Wachstumsmärkte nachhaltiger Energieversorgung und effizienter Energienutzung zu stärken.
(Quelle: IWR - Internationales Wirtschaftsforum Regenerative Energien 2006 - www.iwr.de)

Wintereinbruch in Island (12.10.07)

Der Winter wagte einen ersten Vorstoß im Norden Islands. An vielen Orten Nordislands liegt seit einigen Tagen eine geschlossene Schneedecke. Während die Kinder über den frühen Wintereinbruch begeistert sind und ihre Schlitten aus dem Keller holen, teilen die meisten Erwachsenen die Begeisterung nicht. Zahlreiche Straßen in Nordisland und in den Westfjorden waren nicht passierbar und vielerorts ist der Schafabtrieb von den Somemrweiden noch nicht abgeschlossen. Im Nordosten des Landes wurden einige Schafe von einem Schneesturm überrascht und verschüttet, sie konnten aber vom Bauern gerettet werden. Aktuell liegen die temperaturen deutlich über dem Gefrierpunkt, aber bereits für das Wochenende ist wieder Schneefall angekündigt.


Grenzfragen (1.10.07)

Kürzlich fand im isländischen Außenministerium ein Treffen von Vertretern Islands, Großbrittaniens, Irlands und Dänemarks statt. Thema des Treffens waren die Besitzansprüche auf den Rockall Kontinentalschelf. Dabei handelt es sich um ein Meeresgebiet, das zwischen Island und den britischen Inseln liegt und in dem verschiedene Bodenschätze vermutet werden. England erklärte bereits vor längerer Zeit das Gebiet um die winzige Felseninsel (ca. 500qm) Rockall zu seiner exklusiven Wirtschaftszone. Da nach internationalem Recht die Wirtschaftzone um eine Insel aber 200 Seemeilen beträgt, ist das Thema von einiger Brisanz. Bereits im Jahr 2005 fanden Gespräche zwischen den vier Ländern statt, führten aber zu keinem Ergebnis. Die aktuellen Gespräche könnten nach Meinung der Beteiligten aber endlich einen Durchbruch bringen und man hat bereits für den November eine weitere Gesprächsrunde eingeplant.

Neuer Brennstoffzellen-PKW unterwegs (22.9.07)

Wasserstofftankstelle in Reykjavik

In Island wurde die nächste Runde auf dem Weg zur Umstellung des Verkehrs auf alternative Treibstoffe eingeläutet. Seit kurzem ist ein Mercedes Benz A-Klasse in Reykjavik unterwegs, der mit Hilfe von Brennstofzellen seine Energie auf Wasserstoff gewinnt. Der Energieversorger Landsvirkjun setzt das Fahrzeug unter realistischen Bedingungen ein, um gemeinsam mit Mercedes Daten über den Betrieb zu gewinnen. Anfang 2008 soll ein weiteres Fahrzeug nach Island geliefert werden. Der Wasserstoff wird in Island mit geothermischer Energie produziert, damit ist hundertprozentig umweltfreundliches Fahren möglich. Daimler betreibt weltweit über 100 Brennstoffzellenfahrzeuge und verfügt mit weit über 3 Millionen zurückgelegten Kilometern über mehr Daten, als jeder andere Hersteller. Erklärtes Ziel der Isländer ist es, mittelfristig komplett unabhängig vom Import fossiler Brennstoffe zu werden.

Iceland Deep Drilling Project startet (15.9.07)

Geothermalkraftwerk Krafla

In Island wird ein neues Kapitel in der Nutzung geothermischer Energie aufgeschlagen. Im nächsten Jahr soll damit begonnen werden, Bohrlöcher bis zu 5km in die Tiefe zu treiben, um Dampf mit einer Temperatur von 400°C bis 600°C zu gewinnen. Zunächst ist im Kraflegebiet nahe des Mückensees im Nordosten Islands ein 3,5km tiefes Bohrloch geplant. Ihm sollen Bohrlöcher im Hengillgebiet und auf der Halbinsel Reykjanes im Südwesten folgen. Man setzt große Hoffnungen in die neue Technik, würde doch damit ein einziges Bohrloch die zehnfache Energiemenge bisheriger Bohrlöcher liefern. Island würde damit nicht nur endgültig weltweit die technische Führung bei der Nutzung geothermaler Energie übernehmen, sondern könnte mittelfristig auch Pläne verwirklichen, Energie zu exportieren. Entsprechende Pläne wurden bereits mehrfach diskutiert und auch Energiekonzerne vom Festland zeigen Interesse an gemeinsamen Projekten.

Klimawandel und Fischereiwirtschaft (8.9.07)

Aktuelle Bestandsanalysen des isländischen Meeresforschungsinstituts haben ergeben, das die Verbreitung von Blauem Wittling, Hering und Dorsch völlig von den Vorjahren abweicht. Eine mögliche Ursache könnten die höheren Temperaturen des Meerwassers sein. Fischereiminister Guðfinnsson wollte sich aber auf Grundlage der bisher verfügbaren Daten noch nicht auf eine Aussage dazu festlegen und sieht die Notwendigkeit für weitere Untersuchungen. Auch der Leiter des Untersuchungsprogrammes, Ólafur Pálsson, warnte vor voreiligen Schlüssen und will weitere Ergebnisse abwarten.
Das Meeresforschungsinstitut entdeckte bei der Forschungsfahrt auch große zweijährige Loddenbestände östlich von Grönland. Dies gibt Anlaß, optimistisch auf die Fangsaison 2008 zu blicken, denn dann sind die Tiere groß genug für den Fang.
Interessant ist in diesem Zusammenhang auch eine Beobachtung von Whalewatching-Veranstaltern. In den letzten Jahren ging die Zahl der Zwergwale, die während der Beobachtungsfahrten gesichtet wurden, deutlich zurück. Ob dies eine Folge des Walfangs, oder eine Folge geänderter Wassertemperaturen und damit einhergehender Änderungen des Vorkommens von Futtertieren der Wale ist, wird in Island kontrovers diskutiert.

Niedrigste Arbeitslosenquote seit 7 Jahren (16.8.07)

Nach der aktuellen Statistik des isländischen Arbeitsamtes lag die Arbeitslosenquote im Juli bei 0,9% und damit so niedrig wie seit zuletzt im Oktober 2000. Gleichzeitig wird erwartet, daß in den kommenden Monaten viele Arbeitnehmer ihren Arbeitsplatz wechseln. Sowohl in Schulen als auch in Krankenhäusern sind derzeit viele Stellen nicht besetzt und auch in der Gastronomie und im Einzelhandel werden Arbeitskräfte gesucht.
So konnte die Supermarktkette Bonus fast 400 Stellen über längere Zeit nicht besetzen und hat nun Gastarbeiter eingestellt. Der Personalchef von Bonus: "Hätten wir uns nicht entschlossen, Gastarbeiter einzustellen, wären die Stellen immer noch nicht besetzt."

Extremwetter in Island (4.8.07)

Extremwetter in Island - in vielen Landesteilen hat es seit Wochen kaum mehr geregnet, viele kleinere Bäche und Tümpel sind bereits ausgetrocknet und laut Statistik war der Juli 2007 in Reykjavik der wärmste Juli seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Die Durchschnittstemperatur lag bei 12,8 Grad Celsius und damit um 2,2 Grad über dem langjährigen Mittelwert. Vor allem der Landwirtschaft macht das Wetter zu schaffen. Durch die Trockenheit ist das Gras auf den Heuwiesen vielerorts nur spärlich gewachsen und es können nicht genügend Heuvorräte für den Winter angelegt werden. Seit einigen Tagen wird zwar immer wieder Regen angekündigt, größere Niederschlagsmengen sind aber noch nicht gefallen.

Fischereiminister Einar Guðfinnsson

Kommerzieller Walfang gestoppt (30.8.07)

Wie angekündigt will die isländische Regierung den kommerziellen Walfang bis auf Weiteres wieder einstellen. Laut Fischereiministerium sollen nach Abschluss der Saison Ende August keine neuen Fangquoten mehr freigegeben werden. Begründet wurde der Schritt mit dem fehlenden Interesse des Marktes an Walfleisch.
Nach zwanzigjähriger Pause hatte Island im letzten Jahr 39 Zwergwale und 9 Finnwale für den kommerziellen Fang freigegeben. Die Quoten wurden allerdings nicht ausgenutzt, wegen der geringen Nachfrage wurden jeweils nur 7 Zwergwale und 7 Finnwale erlegt. Wie Fischereiminister Guðfinnsson ankündigte, wird es neue Fangquoten nur geben, wenn es genügend Nachfrage nach Walfleisch gibt. Vor allem die Absatzmöglichkeiten in Japan wurden von den Befürwortern des Walfangs erheblich überschätzt.

Suchaktion am Vatnajökull (24.8.07)

Seit Dienstag läuft am Vatnajökull eine groß angelegte Suchaktion nach zwei Deutschen. Etwa 30 Polizisten und Freiwillige beteiligten sich zunächst an der Suche, auch ein Helikopter war im Einsatz. Die beiden vermissten Männer im Alter von 24 und 29 Jahren wollten auf den Gletscher Vatnajökull klettern und meldeten sich zuletzt am 30. Juli per SMS. Da sie nicht wie geplant nach Deutschland zurück gekehrt sind, wurden sie von ihren Angehörigen als vermisst gemeldet. Heute wurden zwei verlassene Einmannzelte in einer Höhe von rund 1.000m gefunden und 70 weitere Rettungskräfte hinzugezogen. Die Überlebenschancen der beiden Vermissten werden von den isländischen Behörden als sehr gering eingestuft. Die Einsatzbedingungen im Suchgebiet sind sehr schwierig, da der Gletscher von zahlreichen Spalten durchzogen ist.

Alternative für Alufabrik-Erweiterung (22.6.07)

Nach der Ablehnung der Erweiterungspläne für das Aluminiumwerk in Hafnarfjördur durch einen Bürgerentscheid sucht die Firma Alcan Island nach Alternativen. Derzeit wird diskutiert, ob die Auffüllung der kleinen Bucht, an der das Werk steht, Platz für den Erweiterungsbau schaffen könnte. Die Landgewinnung könnte im Zusammenhang mit dem geplanten Umbau des alcaneigenen Hafens erfolgen. Allerdings wäre auch hierfür ein Bürgerentscheid erforderlich und ob in einem zweiten Anlauf die erforderliche Mehrheit erreicht wird, wagt derzeit niemand vorherzusagen. Eine weitere Alternative sieht Alcan in der kompletten Verlegung des Werkes in eine andere Gemeinde.

Rauchverbot in Kraft (8.6.07)

Seit 1. Juni ist das neue Gesetz zum Schutz von Nichtrauchern in Island in Kraft. Das Rauchen ist nun in Restaurants, Bars und Clubs generell verboten. Ziel des Gesetzes ist es vor allem, die Angestellten vor der ständigen Belastung mit Qualm zu schützen. In den gastronomischen Betrieben gibt es deshalb auch keine speziellen Raucherbereiche oder Raucherzimmer und selbst vor der Tür unterliegt das Rauchen gewissen Einschränkungen - eine gute Belüftung muss gewährleistet sein. Island reiht sich damit in die Länder ein, die einen konsequenten Nichtraucherschutz betreiben.

Meeresforschungsinstitut veröffentlicht Walfangquote (15.6.07)

Anlandung eines Finnwals

Das isländische Meeresforschungsinstitut hat eine Fangquote von maximal 200 Finnwalen für die nächste Saison vorgeschlagen. Nach einem aktuellen Bericht der Nordatlantischen Meeressäuger-Kommission hat der Bestand an Finnwalen seine ursprüngliche natürliche Größe praktisch wieder erreicht. Die Kommission geht davon aus, das bei einer jährlichen Fangquote von 200 Tieren über einen Zeitraum von 20 Jahren die Population stabil bleibt. Voraussetzung ist allerdings, daß die Finnwale in den Gewässern um ganz Island gefangen werden und sich der Walfang nicht auf die traditionellen Gebiete in Westisland konzentriert.
Der isländische Fischereiminister Einar Gudfinnsson teilte mit, die Regierung habe noch keine Entscheidung über die Fangquote getroffen. Mit einer Festlegung der Quote sei erst zu rechnen, wenn neue Informationen darüber verfügbar sind, ob das in der letzten Saison produzierte Walfleisch überhaupt verkäuflich ist. Sollte es keinen Markt für das Fleisch geben, werde der Fang automatisch eingestellt.

Wasserstoffantrieb für Walbeobachtungsschiff (1.6.07)

Die isländische Firma Nýorka plant den Einbau eines Wasserstoffantriebs in das Walbeobachtungsschiff Elding. Läuft alles nach Plan, wir die Elding im Sommer 2008 bereits mit dem neuen Antrieb in See stechen und wäre damit weltweit einmalig. Die Isländer hatten bereits vor einigen Jahren das mittelfristige Ziel definiert, alle Schiffe der isländischen Flotte mit Wasserstoffantrieb auszustatten. Der Wasserstoff kann in Island problemlos in ausreichender Menge erzeugt werden und die Flotte wäre unabhängig von Ölimporten. Angenehmer Nebeneffekt wäre die Reduktion des Kohlendioxidausstoßes auf Null. Außerdem erzeugt der neue Antrieb keine Vibrationen, die Wale werden bei den Beobachtunsgfahrten deutlich weniger gestört.

Neue Koalition in Island (25.5.07)

Unter der Führung des bisherigen Ministerpräsidenten Geir Haarde von der Unabhängigkeitspartei hat sich in Island eine neue Regierungskoalition formiert. Zusammen mit den Sozialdemokraten verfügt Haarde über eine satte Mehrheit im Parlament - 43 der 63 Abgeordneten gehören den beiden neuen Regierungsparteien an. Die Chefin der Sozialdemokraten, Ingibjörg Sólrún Gísladóttir, übernimmt das Außenministerium. Neu diskutiert wird in den nächsten Jahren wahrscheinlich die Frage eines EU-Beitritts Islands. Die Sozialdemokraten sind Befürworter einer Mitgliedschaft, während die Unabhängigkeitspartei sie wegen der Fischereiinteressen Islands ablehnt.
Der bisherige Partner von Haarde, die liberale Fortschrittspartei, ging nach zwölf Regierungsjahren in die Opposition.

Regierungschef Haarde gewinnt Parlamentswahlen (13.5.07)

Parlament in Reykjavík

Bei den gestrigen Parlamentswahlen in Island hat die Unabhängigkeitspartei (SSF) von Ministerpräsident Geir Haarde kräftig an Stimmen gewonnen. Mit 36,6% erreichte die Partei 2,9% mehr, als bei den letzten Wahlen. Der bisherige Koalitionspartner, die liberale Fortschrittspartei (SFS), musste dagegen 6,0% Verluste hinnehmen und erreichte nur noch magere 11,7% der Stimmen.
Erst seit der Auszählung der letzten Stimmen steht fest, daß die beiden Parteien zusammen noch 32 der 63 Sitze im Parlament auf sich vereinen können und damit die Koalition rein rechnerisch fortgeführt werden kann.
Die Sozialdemokraten kamen auf 26,8% der Stimmen und wurden trotz der Verluste von 4,2 Prozentpunkten wieder zweitstärkste Partei. Den kräftigsten Zuwachs erreichte mit 5,5% die Rotgrüne Volksallianz - sie erhielt 14,3% der Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag bei 87,2%, stimmberechtigt waren 221.000 Isländer.
Laut Umfrage genießt der seit einem Jahr amtierende Ministerpräsident Haarde das Vertrauen der Bevölkerungsmehrheit. 56 Prozent sähen ihn gerne auch zukünftig als Ministerpräsidenten. Ob er sich angesichts der dünnen Mehrheit von nur einem Sitz allerdings für den bisherigen Koalitionspartner entscheidet, bleibt abzuwarten. Die Rotgrüne Volksallianz wäre nämlich durchaus eine Alternative.

Stromexport nach Deutschland? (8.5.07)

Bohrlöcher im Gebiet Hellisheid

Die isländische Energiebehörde (OS) und der deutsche Energiekonzern EnBW (Energie Baden-Württemberg) unterzeichneten kürzlich eine Vereinbarung zur Untersuchung der Wirtschaftlichkeit eines Unterseekabels, über das isländischer Strom nach Deutschland geliefert werden kann. Außerdem will der drittgrößte deutsche Energiekonzern Probebohrungen zur Erschließung neuer Geothermalfelder unterstützen.
Vertreter von EnBW hatten im letzten Herbst Island besucht und waren dabei auf die Möglichkeit des Stromexports aufmerksam geworden. Die Vision von EnBW: in Zukunft könnte sauberer Strom aus Geothermalkraftwerken ans Festland exportiert werden. Dies ist im Zusammenhang mit der Erklärung von EnBW zu sehen, in Zukunft verstärkt auf regenerative Energie zu setzen. Woher diese kommt, spielt dabei zunächst eine untergeordnete Rolle.
Die geplanten Probebohrungen sind ein Kooperationsprojekt mehrerer isländischer Firmen. Es sollen Bohrungen bis zu einer Tiefe von 5km niedergebracht werden und man hofft, dort Dampf mit einer Temperatur von 600°C zu finden, der unter extrem hohen Druck steht. Ein einziges Bohrloch könnte damit bis zu zehnmal soviel Energie liefern, wie herkömmliche Bohrlöcher, die eine Tiefe von rund 2km erreichen.

Auch in Island Rekordtemperaturen (4.5.07)

Ásbyrgischlucht

Nicht nur in Deutschland ist es für die Jahreszeit viel zu warm, auch Island meldet neue Temperaturrekorde. Im Nationalpark Ásbyrgi stieg die Temperatur in den letzten Tagen auf bis zu 23°C - in Island wurde im April noch nie eine höhere Temperatur gemessen. Der bisherige Rekord für April lag bei 21.8°C und wurde ebenfalls im Osten des Landes gemessen. Üblicherweise liegen die Durchschnittstemperaturen im April bei 5°C und erreichen im Sommer nur 10°C bis 15°C. Auch an anderen Orten wurden ungewöhnlich hohe Temperaturen registriert, in Akureyri stieg das Thermometer z.B. auf 21.5°C.

Aluminium-Boom (30.4.07)

Aluwerk bei Hafnarjördur

In Island scheint sich ein wahrer Aluminium-Boom anzukündigen. Die neue Alufabrik im ostisländischen Reydarfjördur nimmt derzeit ihren Betrieb auf und ist für eine Jahreskapazität von 356.000 Tonnen ausgelegt. Die älteste Aluminiumfabrik des Landes nahe Hafnarfjördur soll erweitert werden und zukünftig etwa 350.000 Tonnen des Leichtmetalls produzieren. Ein entsprechender Plan liegt bereits vor, muss jedoch nach Einwänden der Bürger von Hafnarfjördur überarbeitet werden. In Husavik (Nordostisland) sind die Planungen für ein Aluwerk in die dritte Phase gegangen. Es soll eine Jahreskapazität von 250.000 Tonnen haben und nördlich der Stadt gebaut werden. Die Firmen Nordurál und Sudurnes Energy haben vor wenigen Tagen eine Vereinbarung über die Energielieferung für eine 150.000 Tonnen Fabrik auf der Halbinsel Reykjanes (Helguvík) unterzeichnet. Sie soll bereits im Jahr 2010 den Betrieb aufnehmen.

Eisenbahn in Island? (27.4.07)

In Island gibt es erstmals ernsthafte Überlegungen zum Bau einer Eisenbahnlinie, die den Internationalen Flughafen Keflavik mit der Hauptstadt Reykjavik verbinden könnte. Der Landkreis Reykjanesbaer hat in seinem neuen Entwicklungsplan, der bis 2021 gilt, entsprechende Landflächen reserviert. Landrat Árni Sigfússon ist sich fast sicher, dass die Bahnverbindung über kurz oder lang kommen wird, könnte damit doch die Fahrtzeit von Reykjavik zum Flughafen auf rund 20 Minuten halbiert werden. Die Idee ist nicht neu, wurde aber bisher wegen der hohen Kosten nie ernsthaft verfolgt. Es wird aber erwartet, dass sich die Passagierzahl in Keflavik von derzeit rund 2 Millionen pro Jahr in den nächsten Jahren fast verdoppeln wird und somit die Bau- und Betriebskosten der Bahnstrecke tragbar wären. Derzeit wird allerdings die Straße nach Keflavik auf 4 Spuren ausgebaut und soll den zunehmenden Verkehr in den nächsten Jahren noch auffangen.

Großfeuer in Reykjavik (20.4.07)

Am Tag nach dem Brand

Am Mittwoch wurden in Reykjavik einige der ältesten Häuser der Stadt durch einen Großbrand zerstört. Das Feuer war wahrscheinlich im Kiosk "Fröken" ausgebrochen. Trotz des Einsatzes von rund 100 Feuerwehrmännern wurde auch das im Jahr 1801 errichtete Nachbargebäude in der Austurstraeti 22 vollständig zerstört. Auch das Gebäude in der Laekjargata 2 wurde stark in Mitleidenschaft gezogen. Es wurde 1852 errichtet und hatte wie die anderen zerstörten Häuser großen historischen und architektonischen Wert. Der Bürgermeister von Reykjavik möchte die Gebäude deshalb schnellstmöglich wieder in der ursprünglichen Form errichten lassen. Die Ermittlungen zur Brandursache sind zwar bereits abgeschlossen, das Ergebnis allerdings noch nicht bekannt gegeben. Das Feuer hatte sich rasend schnell ausgebreitet und die Experten prüfen derzeit noch, ob Brandschutzwände nicht ausreichend bemessen waren.
Der finanzielle Schaden wird auf mehrere Millionen Euro geschätzt und das Feuer war eines der größten, die Reykjavik je erlebt hat. Verletzt wurde niemand, doch mussten mehrere benachbarte Gebäude zeitweise evakuiert werden. Durch die Zerstörung von Geschäften und Büros haben außerdem rund 100 Menschen ihren Arbeitsplatz vorübergehend verloren.

Isländische Gletscher schmelzen (13.4.07)

Die Änderung des Klimas - auch in Island ein Thema. In einem Interview zeichnete der Geologe Oddur Sigurdsson ein dunkles Bild über die Zukunft der isländischen Gletscher. Nach seinen Berechnungen könnten sie in 200 Jahren komplett verschwunden sein. Ursache sind die deutlichen höheren Sommertemperaturen, die seit etwa 10 Jahren in Island registriert werden. Der französische Geologe Bouvier hat ähnliche Untersuchungen für Grönland durchgeführt. Auch er kommt zu dem Schluß, daß innerhalb einiger Jahrzehnte große Teile des arktischen Eises schmelzen könnten und der Meeresspiegel deutlich ansteigt.
Allerdings könnte das Abschmelzen vor allem der grönländischen Eismassen auch zu einer neuen Eiszeit in Europa führen. Wissenschaftler befürchten nämlich, daß durch den erhöhten Süßwasseranteil der Golfstrom zusammenbrechen könnte. Er versorgt Island und Europa mit Wärme aus der Region des Golfes von Mexiko. Sollte sich der Golfstrom abschwächen oder gar zusammenbrechen, würden die Temperaturen in Europa deutlich sinken.

Niederlage für Alcan (7.4.07)

Am vergangenen Wochenende haben sich die Einwohner von Hafnarfjördur mit einer knappen Mehrheit von 50,3% gegen die Erweiterung der Alcan-Aluminiumhütte ausgesprochen, die am Rand der Stadt liegt. Das kanadische Unternehmen Alcan wollte 1,2 Milliarden US-Dollar in das Projekt stecken. Für den Fall einer Abstimmungsniederlage hat das Unternehmen die Schließung der Anlage angedroht, da sie ohne die Erweiterung nicht wirtschaftlich arbeiten könne. Derzeit werden jährlich rund 180.000 Tonnen Aluminium produziert, geplant war eine Verdoppelung der Kapazität. Allerdings sollen nun zunächst einmal weitere Planungsvarianten geprüft werden, denn der Widerstand richtete sich vor allem gegen die geplante Straßenführung. Alcan erwägt außerdem, die Entscheidung gegen das Projekt juristisch anzufechten.

Diskussion um das Rauchverbot (4.4.07)

In Island soll zum 1. Juni diesen Jahres ein Gesetz in Kraft treten, das Rauchen in allen gastronomischen Betrieben ausnahmslos verbietet. Von Seiten einiger Bar- und Restaurantbesitzer regt sich nun Widerstand - die Argumente sind aus Irland, Spanien, Italien und Deutschland bekannt: man befürchtet drastische Einbrüche der Umsätze wegen ausbleibender Gäste. Einige Gastronomen haben sich jetzt an die Regierung gewandt und die vom Gesundheitsminister versprochenen Vorschläge eingefordert, die ihnen auch nach Einführung des Rauchverbotes den Verdienst sichern sollen. Sollten diese Vorschläge nicht gemacht werden, drohen die Gastronomen mit rechtlichen Schritten gegen das Gesetz. Im Gegensatz zu Deutschland gilt in isländischen Kneipen ein striktes Rauchverbot, selbst räumlich getrennte Raucherbereiche sind aus Gründen des Arbeitsschutzes nicht erlaubt.

Aluminiumproduktion startet (31.3.07)

Kürzlich erreichte der erste Frachter mit Aluminiumerz (Bauxit) den Reydarfjördur im Osten Islands. Er versorgte das neue Aluminiumwerk der Alcoa mit 39.000 Tonnen Rohstoff, um in wenigen Tagen die Produktion aufnehmen zu können. Zur Produktion von einer Tonne Aluminium werden etwa 2 Tonnen Bauxit benötigt - die Erstlieferung ist also ausreichend für 20.000 Tonnen Aluminium. Wenn die Produktion in vollem Umfang läuft, werden pro Jahr etwa 20 Erzlieferungen in einer Größenordnung von jeweils 40.000 Tonnen erwartet, um die geplante Jahresproduktion von 400.000 Tonnen erreichen zu können

Größter Nationalpark Europas entsteht in Island (23.3.07)

Kürzlich fiel im isländischen Parlament eine wichtige Entscheidung für den Naturschutz in Island. Innerhalb von Jahresfrist wird der neue Nationalpark "Vatnajökulsthjódgardur" entstehen. Er wird der größte Nationalpark in ganz Europa sein und das Parlament hat geschlossen für die Gründung des Parks gestimmt. Das neue Schutzgebiet wird rund 12% des Gesamtfläche Islands einschließen und auch die bisherigen Nationalparks "Skaftafell" und "Jökulsárgljúfur" umfassen. Das Parlament setzte damit eine Idee um, die bereits im Zusammenhang mit den Planungen zum Wasserkraftwerk Kárahnjukar diskutiert wurde. Der Bau weiterer Staudämme nördlich des Vatnajökull ist damit praktisch unmöglich geworden.

Mehrwertsteuer gesenkt (16.3.07)

Am 1. März wurde die Mehrwertsteuer auf Lebensmittel, Bücher, CDs, Zeitschriften sowie Hotel- und Restaurantdienstleistungen von 14% bzw. 24,5% auf jetzt 7% gesenkt. Rein rechnerisch müssten durch die Steuersenkung die Endpreise um 6% bzw. 14% sinken.
Der Gesetzgeber erhofft sich günstigere Preise für die isländischen Verbraucher und möchte das Preisniveau in Island dadurch an das Preisniveau in anderen skandinavischen Länder heranführen. Außerdem soll durch die erhoffte deutliche Preissenkung für gastronomische Leistungen der Tourismus weiter angekurbelt werden. Es sieht allerdings ganz so aus, als ob viele Restaurants und Hotels die Steuersenkung nicht im vollen Umfang an ihre Kunden weiter geben, sondern als willkommene Möglichkeit sehen, ihren Gewinn zu steigern. Das Statistikamt hat statt der erwarteten Preissenkung von fast 9% nur einen Rückgang von 3,2% verzeichnet. Von Seiten der Verbraucher gingen inzwischen zahlreiche Beschwerden bei der Verbraucherzentrale ein, die ihrerseits über 100 Restaurants um eine Stellungnahme gebeten hat, warum die Preise gar nicht oder nur geringfügig gesenkt wurden. Eine Antwort steht noch aus und es ist wohl trotz der Beschwerden nicht mit weiteren Preisrückgängen zu rechnen.

Schneefälle und Lawinen (10.3.07)

Auch in diesem Jahr hat der Winter Island wieder fest im Griff - zumindest für einige Zeit. In den letzten Tagen lagen die Temperaturen meist unter dem Gefrierpunkt und in einigen Landesteilen gab es ergiebige Schneefällen. In den Nordwestfjorden kam es inzwischen zu einigen Lawinenabgängen, drei davon im Gebiet von Skutulsfjördur. Eine der Lawinen prallte auf einen Schutzwall hinter einem Gebäude, es wurde aber niemand verletzt. Vor allem im Norden des Landes sind derzeit auch zahlreiche Straße von Schnee und Eis bedeckt und teilweise sogar unpassierbar. Die Situation auf den Straßen könnte sich am Wochenende durch Schneeverwehungen noch verschärfen und vom Wetterdienst wurde für den Süden des Landes eine Orkanwarnung herausgegeben.

Grenzwert für Feinstaub überschritten (2.3.07)

Man mag es fast nicht glauben, aber auch in Reykjavik hat man mit dem Feinstaub-Grenzwert in der Luft zu kämpfen - allerdings aus ganz anderen Gründen, als in Deutschland. Derzeit herrscht in der Stadt trockenes und relativ kaltes Wetter, es liegt aber kein Schnee. Da dennoch die meisten Fahrzeuge Winterreifen mit Spikes haben, kommt es zu einem starken Abrieb von Asphalt und Beton von den Straßen. Durch die Trockenheit wird der Abrieb aufgewirbelt und führt zu einer erheblichen Feinstaubbelastung. Gestern lag sie mit 69 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft deutlich über dem europäischen Grenzwert von 50 Mikrogramm. Als Reaktion wurden von den Gesundheitsbehörden u.a. Kindergärten angewiesen, Kinder mit Atemwegserkrankungen nicht ins Freie zu lassen. Gleichzeitig hat der Stadtrat von Reykjavik gestern auch beschlossen, eine Expertenrunde zu beauftragen, mögliche Maßnahmen gegen die Feinstaubbelastung auszuarbeiten.

Wüste um die Hekla (23.2.2007)

Der Rückgang der Vegetation rund um den Vulkan Hekla ist ein gravierendes Problem. Im Rahmen eines Aufforstungsprogrammes soll die Ausbreitung der Wüste gestoppt werden, die früher weit verbreiteten Birkenwälder sollen in der Gegend wieder an Fläche zunehmen. Das unter dem Namen "Hekluskógar" bekannte Projekt ist das größte seiner Art in Europa, allerdings droht es wegen fehlender Finanzmittel zu scheitern. Die Initiatoren fordern von der Regierung eine deutliche höhere finanzielle Unterstützung. Derzeit fördert der Staat das Projekt jährlich mit rund 155.000 Euro. Inzwischen wird auch darüber nachgedacht, wie man private Unterstützung gewinnen könnte. Es gibt Pläne, mit dem Geld von privaten Spendern eigene Waldflächen anzulegen und sie entsprechend zu kennzeichnen.

Neue Straße durch das Hochland (16.2.2007)

Ein privater Investor plant den Bau einer ganzjährig befahrbaren Straße durch das isländische Hochland entlang der Kjölurstrecke. Die Straße könnte bereits in drei Jahren fertiggestellt werden und würde die Fahrtstrecke von Reykjavik nach Akureyri um 47km verkürzen. Das Verkehrsministerium hat kürzlich die Zusammenarbeit des Straßenbauamtes mit der Firma Nordurvegur genehmigt, so dass dem Bau grundsätzlich nichts im Wege steht.
Die Wetterbedingungen sind im Bereich von Kjölur allgemein nicht schlechter, als im Nordosten Islands. Dort durchquert seit langer Zeit ein Teil der Ringstrasse Ausläufer des Hochlandes. Man rechnet zwar mit etwas stärkeren Schneefällen als im Nordosten, möchte die neue Straße aber dennoch ganzjährig offen halten.
Die ersten konkreten Schritte bestehen für Nordurvegur nun darin, sich mit weiteren Kooperationspartner abzusprechen und eine Umweltverträglichkeitsstudie anzufertigen. Das Projekt ist mit Gesamtkosten in Höhe von rund 50 Millionen Euro veranschlagt und soll durch Mautgebühren finanziert werden.
Inzwischen regt sich auch Protest gegen das Projekt. Umweltschützer befürchten eine weitere Beeinträchtigung des Hochlandes und kritisieren, das Nordurvegur auch dann noch Maut kassieren darf, wenn die Baukosten gedeckt sind.

Leitzinsen bleiben unverändert (9.2.07)

Erwartungsgemäß hat die isländische Notenbank am Donnerstag den Leitzins auf dem bisherigen Niveau belassen. Wie die Notenbank mitteilte, bleibt der Zinssatz weiterhin bei 14,25%. Im Dezember wurden die Märkte noch von einer Zinserhöhung um 25 Basispunkte überrascht. Allerdings hat sich in Island das Wachstum etwas verringert und auch die Inflationsrate steigt weniger stark an, als in den letzten Monaten. Angesichts dessen denkt die Notenbank bereits darüber nach, die seit 2004 andauernde Hochzinsphase zu beenden und noch in diesem Jahr die Zinsen zu senken.

Weitere Wetterkapriolen (2.2.07)

In den Flüssen Hvítá und Stóra-Laxá im Süden Islands ist in den letzten Tagen eine große Menge Eis gebrochen. Riesige Eisschollen haben sich teilweise in den Flüssen ineinander verkantet und sorgen zusammen mit heftigen Regenfällen für Überschwemmungen. Vor allem Lachsangler machen sich Sorgen um den Bestand an Jungfischen.
Gleichzeitig meldet sich der "alte Feind Islands", das Packeis, in den Nordwestfjorden zurück. Der Dýrafjördur ist fast vollständig von Packeis blockiert und selbst alteingesessene Bewohner können sich nicht daran erinnern, jemals solche Eismassen im Fjord gesehen zu haben. Nach Meinung der Küstenwache wird der Zustand allerdings nicht lange anhalten, denn durch die relativ hohe Temperatur des Wassers schmilzt das Eis sehr schnell.
Der Winter 1967/1968 ist in die isländische Geschichte als der "Winter des Packeises" eingegangen. Damals kam es durch das Eis zu massiven Behinderungen im Schiffsverkehr und erheblichen Verlusten in der Fischereiwirtschaft. Früher wurden auch immer wieder Eisbären auf Eisschollen nach Island getrieben, der letzte Eisbär wurde 1988 auf Island geschossen.

Walfleisch unverkäuflich? (27.1.07)

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat kürzlich eine Mitteilung veröffentlicht, derzufolge isländisches Walfleisch in Japan nicht zu verkaufen ist. Laut Greenpeace wird Walfleisch in Japan wegen des günstigen Preises in Schulküchen verwendet und zu Hundefutter verarbeitet. Derzeit soll es in Japan einen Vorrat von 4.700 Tonnen Walfleisch geben. Greenpeace sieht sich in seiner Aussage vom Herbst bestätigt, das mit Walfleisch kein Geschäft zu machen sei und fordert erneut die sofortige Einstellung des Walfangs in Island.
Kristján Loftsson, Chef der isländischen Walfangfirma "Hvalur", macht eine andere Rechnung auf. Bei einem Vorrat von 4.700 Tonnen würden auf jeden Japaner gerade einmal 37 Gramm Walfleisch entfallen. Würde nur ein Fünftel der japanischen Bevölkerung einmal pro Jahr ein Walsteak von 200g essen, wären die Vorräte aufgebraucht. Er sieht durchaus gute Marktchancen für den Verkauf von Walfleisch in Japan.
Für einigen Wirbel sorgte eine von Greenpeace International veröffentlichte Meldung durch eine schlampige Übersetzung vor allem in der deutschsprachigen Presse. Greenpeace-Mitarbeiter haben kürzlich in Island eine Deponie entdeckt, auf der rund 170 Tonnen Walknochen und Innereien vergammeln. In der deutschsprachigen Presse wurde aus den Knochen und Innereien plötzlich Walfleisch und teilweise war sogar die Rede davon, das Walfleisch stamme aus den kommerziellen Fängen des Jahres 2006. Eine Erklärung dafür, wie aus zwei Finnwalen mit einem Gewicht von jeweils etwa 20 Tonnen plötzlich 170 Tonnen Walfleisch werden sollen, blieben die Zeitungen ihren Lesern allerdings schuldig.

Neues Zollabkommen mit der EU (20.1.07)

Island und die EU haben ein neues Zollabkommen vereinbart, dass eine Reduktion der Zölle auf Agrarprodukte vorsieht und zum 1. März in Kraft treten soll. Nach dem Abkommen ist es der EU erlaubt, 100 Tonnen Rindfleisch, 200 Tonnen Schweinefleisch und 200 Tonnen Geflügel zollfrei nach Island einzuführen. Im Gegenzug darf Island zukünftig 380 Tonnen Skyr, 350 Tonnen Butter, 120 Tonnen Wurstwaren und 1.350 Tonnen Lammfleisch zollfrei in die EU liefern.
In Island erhofft man sich sinkende Lebensmittelpreise durch das Abkommen. Außenministerin Valgerdur Sverrisdóttir verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass Lebensmittel in Island rund 62% teurer als in der EU sind. Auch für die isländische Landwirtschaft werden neue Chancen gesehen, typisch isländische Produkte in der EU bekannter zu machen und neue Absatzmärkte zu erschließen.

Winter kehrt zurück (13.1.07)

Auch in Island gab es kein weißes Weihnachtsfest, aber nun kehrt der Winter mit Macht zurück und hat in Reykjavik zahlreiche Unfälle verursacht, aber auch für gute Pistenverhältnisse in den Skigebieten gesorgt.
Alleine in Reykjavik kam es zu über 50 Verkehrsunfällen, wobei aber niemand ernsthaft verletzt wurde. Meteorologen sprechen von den stärksten Schneefällen im Hauptstadtgebiet seit 13 Jahren.
In Akureyri könnten die ergiebigen Schneefälle für einen neuen Rekord sorgen - das Skigebiet Hlídarfjall war in diesem Winter schon 40 Tage geöffnet und die Chancen stehen damit gut, den bisherigen Rekord von 134 Tagen zu brechen.
Auch in Isafjördur (Westfjorde) und in Seydisfjördur (Ostfhorde) sind die Skigebiete geöffnet. Nur rund um die Hauptstadt sind die Pisten noch geschlossen, sollen allerdings in den nächsten Tagen ebenfalls geöffnet werden. Zwar liegt eigentlich ausreichend Schnee, doch wurde er teilweise durch den starken Wind von den Pisten weggeblasen und es bedarf noch einiger Vorbereitungen bis zu Öffnung der Skigebiete in der Umgebung von Reykjavik.

Bevölkerungswachstum (9.1.07)

Die Bevölkerung in Island ist im Zeitraum vom 1. Dezember 2005 bis 1. Dezember 2006 stärker gewachsen, als in irgendeinem anderen europäischen Land. Am Stichtag 1. Dezember 2006 lebten 307.261 Menschen in Island, gegenüber dem Vorjahr ein Zuwachs von 2,6% oder 7.857 Bewohnern.
Durchschnittlich liegt das Bevölkerungswachstum in Europa nur bei etwa 0.2% pro Jahr mit sinkender Tendenz. Für das starke Wachstum in Island gibt es zwei Gründe: zum Einen sind binnen Jahresfrist 5.000 Menschen mehr nach Island eingewandert, als ausgewandert. Zum Anderen gab es 2.600 mehr Geburten als Todesfälle.
Der Ausländeranteil liegt derzeit bei etwa 6 Prozent. Im Gegensatz zu früheren Jahren war praktisch in allen Landesteilen ein Bevölkerungszuwachs zu verzeichnen. Einzige Ausnahme war das Gebiet der Westfjorde, dort ging die Bevölkerung um 1% zurück. In den Ostfjorden war mit 12% das stärkste Wachstum zu verzeichnen. Dies ist auf den Bau des Aluminiumwerkes und des Kárahnjúkar-Kraftwerkes zurückzuführen und führt auch immer wieder zu Problemen - der Ausländeranteil in den Ostfjorden liegt inzwischen bei 25%. Allerdings erwartet man nach Abschluß der Bauarbeiten eine deutliche Entspannung der Situation, da viele Arbeiter Island dann wieder verlassen werden.

Der Knaller des Jahres (3.1.07)

Silvester in Island ist immer etwas besonderes - vor allem wegen der Liebe der Isländer zum Feuerwerk. Nach Schätzungen wurden im Dezember 2006 rund 16 Millionen Euro für Feuerwerkskörper ausgegeben und am Silvestertag verpulvert - ein neuer Rekord. Knapp 1.000 Tonnen Feuerwerk wurden im letzten Jahr importiert, gegenüber 2005 eine Steigerung von 50%. Da bereits im Jahr 2005 die importierte Ware komplett verkauft wurde, hatte man sich entschlossen, 2006 weit mehr zu importieren. Die Rettungs- und Bergungsorganisationen, die in Island den Feuerwerksverkauf durchführen, rechneten bereits damit, auch 2006 die Ware komplett zu verkaufen. Über 90% der erzielten Verkaufsgewinne kommen in Island gemeinnützigen Organisationen wie der Bergwacht, Sportvereinen und Wohlfahrtsverbänden zugute - ein Modell, über das man vielleicht auch einmal in Deutschland nachdenken könnte, statt jedes Jahr mit großem Aufwand Aktionen wie "Brot statt Böller" zu propagieren...