Alles, was Sie schon immer über Island wissen wollten

Alles, was Sie schon immer über Island wissen wollten

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Nachrichten-Archiv 2011

Rekordjahr im Tourismus (16.12.11)

Island wird bei Touristen immer beliebter und erwartet in diesem Jahr einen neuen Besucherrekord. Das "Icelandic Tourist Board" rechnet bis zum Jahresende 2011 mit mehr als 600.000 Besuchern, die Zahl der Touristen hat sich in nur 10 Jahren verdoppelt. Erstaunlicherweise kommen die meisten Besucher nicht aus Europa, sondern aus den USA - bis Anfang Dezember fast 75.000. Auch Großbritannien ist mit fast 63.000 Besuchern gut vertreten, gefolgt von Deutschland mit fast 56.000. Auf den Plätzen 4 und 5 folgen Norwegen (40.000) und Dänemark (39.000).
Interessant ist auch ein Blick in die Vergangenheit. Im Jahr 1951 lag die Zahl der Besucher bei nur 4.000, 10 Jahre später kamen 13.500 Touristen ins Land und 1971 bereits rund 60.000. Die Zahl von 100.000 Besuchern wurde erstmals 1986 überschritten.

Eiszeit in Nordisland (6.12.11)

In der vergangenen Nacht fiel die Temperatur am Mückensee auf unter -27°C, auch in den anderen Landesteilen herrscht strenger Frost. Die tiefste je in Island gemessene Temperatur lag bei -38°C und wurde im Jahr 1918 bei Grímsstaðir im nordöstlichen Hochland gemessen. Während der November 2011 ungewöhnlich warm war, ist der Dezember bisher sehr kalt. In Reykjavik wurden derart niedrige Temperaturen seit rund 50 Jahren nicht mehr gemessen. Langfristige Wettervorhersagen gehen davon aus, dass die Frostperiode noch über Weihnachten hinaus anhalten wird. Sowohl im Norden Islands, als auch nahe Reykjavik sind die Skigebiete bereits geöffnet.

Aquakultur in großem Maßstab geplant (25.11.11)

Die Firmen Fjarðalax und Arnarlax planen den Aufbau von Aquakulturanlagen im großen Maßstab. Damit könnten vor allem in den isländischen Westfjorden hunderte von Arbeitsplätzen in den Zuchtanlagen und den Verarbeitungsbetrieben geschaffen werden. Bei Tálknafjörður existiert bereits eine große Fischzuchtanlage. Derzeit wartet die Firma Arnarlax auf die notwendigen Genehmigungen für den Bau weiterer Anlagen. Sie sollen im Arnarfjörður entstehen, der Zuchtlachs soll dann in Bíldudalur verarbeitet werden. Kritiker befürchten unterdessen negative Effekte auf die Umwelt, vor allem die Verschmutzung des Wassers in der Umgebung der Anlagen durch Kot, Futterreste und Medikamente.

Unruhiger Oktober an der Katla (18.11.11)

Im Oktober wurden unter der Eiskappe des Gletschers Myrdalsjökull insgesamt 512 Erdbeben gezählt. Etwa 380 Beben hatten ihr Epizentrum im Bereich der Katla-Caldera. Der größte Teil der restlichen Beben trat unter dem Westteil des Gletschers und südlich der Caldera auf. Am 5. Oktober begann eine ganze Serie von Beben im nordöstlichen Bereich der Katla. Das stärkste Beben der Serie erreichte einen Wert von 4 auf der Richterskala. Sieben weitere Beben erreichten eine Stärke von 3 oder mehr. Das Gebiet steht nach wie vor unter genauer wissenschaftlicher Beobachtung.

NASA sagt hohe Nordlichtaktivität voraus (11.11.11)

Nordlicht
Nordlicht September2011

Die faszinierenden Lichterscheinungen der Polarlichter beeindrucken Menschen seit Urzeiten. Die NASA erwartet für das Jahr 2012 aufgrund erhöhter Sonnenaktivität besonders starke Polarlichter - man spricht sogar von den stärksten Nordlichtern seit 50 Jahren! Die Sonnenaktivität unterliegt einem etwa elfjährigen Zyklus und seit dem Jahr 2007 nimmt sie wieder zu, das nächste Maximum wird voraussichtlich 2013 erreicht. Da Polarlichter besonders im hohen Norden häufig zu sehen sind, rechnet man auch in Island mit einem wahren Feuerwerk am Himmel. Die aktivste Zone der Nordhalbkugel liegt innerhalb eines gedachten Kreises etwa 2.500 Kilometer vom magnetischen Nordpol entfernt und verläuft genau über Island. Island ist also ein optimales Reiseziel, um das Schauspiel zu beobachten. Viele Reiseveranstalter haben entsprechende Polarlichtreisen im Winterprogramm und unter polarlichtfotografie.de gibt es Tipps zum Fotografieren von Nordlichtern.

Kolbeinsey versinkt im Meer (4.11.11)

Insel Kolbeinsey
Die Insel Kolbeinsey (c) mbl.is

Geht die Entwicklung ähnlich schnell voran, wie in den letzten Jahren, wird die nördlichste zu Island gehörende Insel Kolbeinsey bis zum Jahr 2020 komplett im Meer versinken. Sie liegt etwa 74 Kilometer nördlich von Grimsey, der am weitesten im Norden gelegenen bewohnten isländischen Insel. Der kleine Felsen hatte für Island große wirtschaftliche Bedeutung, da ausgehend von der Insel die Nordgrenze der isländischen Fischereizone festgelegt wurde. Aus diesem Grund wurde dort im Jahr 1990 auch eine Landeplattform für Helikopter errichtet. Inzwischen haben sich Island und Grönland aber auf eine gemeinsame Fischereigrenze geeinigt, die in der Mitte zwischen beiden Inseln verläuft und Kolbeinsey hat seine Bedeutung verloren.
Quellen aus dem 17. Jahrhundert berichten, die Insel habe damals eine Länge von rund 700 Metern gehabt. Bereits um 1900 war sie auf 100 Meter Länge geschrumpft und heute hat sie nur noch eine Fläche von wenigen Quadratmetern und war beim letzten Überflug eines Helikopters der Küstenwache kaum noch erkennbar.
Kolbeinsey auf Google Maps

Keine neue Aluminiumfabrik bei Husavik (28.10.11)

Der Aluminiumhersteller Alcoa hat bekannt gegeben, dass die Pläne für den Bau einer neuen Aluminiumfabrik mit einer Jahreskapazität von 250.000 Tonnen in der Nähe von Husavik nicht weiter verfolgt werden. Als Grund nannte Tómas Már Sigurdsson, Geschäftsführer von Alcoa Island, die nicht gesicherte Energieversorgung und den zu hohen Preis für die benötigte Energie. Sowohl der nationale Energieversorger Landsvirkjun, als auch die Regierung habe längere Zeit keine Absichtserklärungen zur Unterstützung des Projektes abgegeben und außerdem anderen Interessenten die Lieferung von Strom zugesagt. Es lägen lediglich Zusagen für die Hälfte der benötigten Energie vor. Zur Vorbereitung des Projektes hatte Alcoa seit 2005 über 6 Millionen Euro Investiert. Der Geschäftsführer von Landvirkjun bestätigte, dass seine Firma in Verhandlungen mit fünf anderen Firmen stehe und die Pläne für eine Zusammenarbeit mit Alcoa seit einiger Zeit nicht mehr weiter verfolgt wurden.

Arbeitslosenquote und Inflation sinkt (20.10.11)

Die Arbeitslosenquote in Island ist im dritten Quartal gesunken. Durchschnittlich waren 10.700 Menschen ohne Arbeit, dies entspricht einer Quote von 5,9%. Nach Geschlecht aufgesplittet schnitten Männer mit 5,6% deutlich besser ab, als Frauen mit 6,2%.
Wie die Íslandsbanki mitteilt, wird die Inflation im Vergleich zum Vorjahresmonat von 5,7% auf 5,4% sinken. Dies wäre seit Januar 2011 der erste Monat, der im Vergliech zum Vorjahresmonat eine geringere Inflationsrate hätte.

Island Ehrengast auf der Frankfurter Buchmesse (12.10.11)

Unter dem Titel "Sagenhaftes Island" präsentiert sich Island als diesjähriger Gastland der Frankfurter Buchmesse dem nationalen und internationalen Publikum. Island gibt Einblicke in seine Kultur und in seine literarische Tradition und Gegenwart. Während der Frankfurter Buchmesse, die heute eröffnet wurde und bis 16. Oktober dauert, finden rund 300 Veranstaltungen zum Thema Island auf dem Messegelände und in Frankfurt statt. Insgesamt gibt es im Herbst 400 Veranstaltungen im gesamten deutschsprachigen Raum: Nie zuvor war Islands Kultur so präsent in Europa.
39 isländische Autoren kommen zur Frankfurter Buchmesse. Unter ihnen sind Hallgrímur Helgason, Einar Kárason, Jónína Leósdóttir, Andri Snær Magnason, Auður Ava Ólafsdóttir, Yrsa Sigurðardóttir, Sjón, Jón Kalman Stefánsson, Kristín Steinsdóttir und der diesjährige Preisträger des Nordischen Literaturpreises Gyrðir Elíasson.
In unserer Rubrik "Bücher und DVDs" haben wir Übersichtslisten mit den Neuerscheinungen und Neuauflagen anlässlich der Frankfurter Buchmesse zusammengestellt.

Neue Schwarmbeben der Katla (5.10.10)

Eine neue Serie von Erdbeben fand in den letzten Stunden im Gebiet der Katla statt. Nachdem es an den vergangenen Tagen relativ ruhig war, erreichten 3 der Beben eine Magnitude von über 3 auf der Richterskala. Experten vermuten aufsteigendes Magma als Ursache der Beben, deren Epizentrum in der Caldera der Katla lag. Derzeit gibt es an der Oberfläche des Gletcshers allerdings keine Hinweise auf den Beginn eines Ausbruches.

Katla und kein Ende (1.10.11)

Der Geophysiker Einar Kjartansson vom Meteorologischen Institut Islands glaubt verschiedene Hinweise gefunden zu haben, die auf einen kleinen Ausbruch des Vulkans Katla im Sommer hindeuten. Es ist bekannt, dass bei Ausbrüchen unter dem Eis von Gletschern große Mengen Eis schmelzen und sich das Schmelzwasser zunächst unter der Eiskappe sammelt. Das gestaute Wasser bricht dann mit großer Gewalt aus dem Gletscher hervor und führt zu Überflutungen, wie sie im Frühsommer am Gletscherfluss Múlakvísl aufgetreten sind. Wie berichtet, wurde dabei eine wichtige Brücke der Ringstraße nahe Vik zerstört. Unmittelbar nach dem Gletscherlauf wurden an vier Stellen Einbruchkessel im Gletscher Myrdalsjökull beobachtet, die sich sehr schnell gebildet hatten - laut Kjartansson die typische Folge einer Eruption unter dem Gletscher. Auch die seismische Aktivität am Tag der Flutwelle entsprach der Aktivität, die während eines Vulkanausbruches gemessen werden kann und war höher, als während des Ausbruches am Fimmvörduháls im Jahr 2010.
Das Gebiet rund um den Vulkan Katla steht weiterhin unter intensiver Beobachtung. Dabei tritt seit einigen Wochen ein gravierender Störfaktor auf. Im Bereich des Geothermalkraftwerkes Hellisheidi nahe Reykjavik wird Wasser in den Untergrund gepumpt, wodurch es zu Erdbeben kommt, die zum Teil eine beträchtliche Stärke (bis 3 auf der Richterskala) erreichen und die Messungen an der Katla stören.
Der Geophysiker Páll Einarsson schließt nicht aus, dass die derzeitige seismische Aktivität im Katlagebiet in eine größere Eruption mündet. Auch heute wurden wieder mehrere Beben im Bereich der Katla registriert. Trotz der Störung der Messungen an der Katla soll auch in den nächsten Wochen weiter Wasser in den Untergrund rund um das Kraftwerk Hellisheidi gepumpt werden.

Islands Vulkane - die Ruhe vor dem Sturm? (14.9.11)

Derzeit könnte man den Eindruck gewinnen, alle Vulkane Islands stünden kurz vor einem Ausbruch. Zumindest klingt die internationale Berichterstattung beinahe so, als sei in Kürze mit diversen Ausbrüchen zu rechnen.
Im Bereich des Vulkans Katla kommt es seit Wochen immer wieder zu Erdbeben. Wie bereits berichtet, steht die Katla inzwischen unter genauer Beobachtung, da Fachleute einen Ausbruch nicht mehr sicher ausschließen wollen - was aber keineswegs bedeutet, das ein Ausbruch in nächster Zeit wahrscheinlich ist. In Vik, das bei einem Ausbruch der Katla womöglich von einer Flutwelle bedroht werden könnte, fand gestern eine Übung zu Evakuierung der Grundschule statt.
Auch im Bereich des höchsten isländischen Vulkans Öraefajökull wurden in den letzten Monaten ungewöhnliche seismische Aktivitäten registriert. Da Erdbeben in diesem Gebiet sehr selten sind, beobachten Wissenschaftler auch diesen Vulkan genau. Seit der Besiedlung Islands brach der Öraefajökull nur zweimal aus, nämlich in den Jahren 1362 und 1727.
Die Hekla brach zuletzt im Jahr 2000 aus. Nachdem sich am Vulkan in den letzten Jahren eine deutliche Ausbeulung gebildet hat, gehen Geologen davon aus, dass der Druck im Inneren des Berges angestiegen ist und ein Ausbruch nicht mehr ausgeschlossen werden kann.
Auch in Thingvellir an der alten Parlamentstätte Islands geht Ungewöhnliches vor sich. Vor einigen Monaten entstand in der Schlucht Allmannagjá ein Loch mitten in einem viel benutzten Wanderweg. Wie in den letzten Tagen klar wurde, ist das Loch deutlich größer, als man zunächst vermutet hatte. Der Wanderweg durch die Schlucht musste komplett gesperrt werden, da sich der Hohlraum unter dem Weg fortsetzt. Ob der Weg im kommenden Jahr wieder für Touristen freigegeben werden kann, ist derzeit völlig offen.

Vulkan Katla unter intensiver Überwachung (8.9.11)

Noch vor wenigen Tagen äußerten Geowissenschaftler die Meinung, das gehäufte Auftreten von Erdbeben (800 seit Juli, im Vorjahreszeitraum 300) unter dem Gletscher Myrdalsjökull sei kein Anzeichen eines bevorstehenden Ausbruches des Vulkans Katla. Am vergangenen Wochenende wurden erste Wissenschaftler zitiert, die nicht mehr ausschließen wollten, die Beben könnten durch Magmaintrusionen verursacht werden. Am Mittwoch war nun erstmals die Rede davon, die Beben könnten die Vorzeichen eines bevorstehenden Ausbruches sein. Das Gebiet des Myrdalsjökull steht nun unter intensiver Überwachung, um ein genaueres Bild der Lage zu erhalten.
Nach einem Beobachtungsflug sagte der Geophysiker Magnús Tumi Gudmundsson am Dienstag, neue Spalten und Einbruchkessel im Eis des Gletschers seien ein Zeichen für verstärkte geothermische Aktivität und eine Ausdehnung des Vulkans Katla. Er betonte aber gleichzeitig, es habe bei den Katlaausbrüchen der vergangenen 500 Jahre immer nur ein sicheres Anzeichen für einen unmittelbar bevorstehenden Ausbruch gegeben, nämlich starke Erdbeben, die wenige Stunden vor dem Beginn des Ausbruches auftraten.
Am Dienstag und Mittwoch wurde seismische Aktivität unter dem Myrdalsjökull beobachtet und am Gletscherfluß Múlakvísl stieg der Wasserspiegel deutlich an, sank aber zwischenzeitlich wieder auf ein normales Niveau. Magnus Gudmundsson meinte, es gäbe gute Gründe, sich auf eine Eruption vorzubereiten, die Ereignisse der letzten Tage seien aber keine sicheren Anzeichen.

Island und Griechenland Schlußlichter beim Wirtschaftswachstum (5.9.11)

Laut einer kürzlich veröffentlichten Statistik der OECD nimmt Island den vorletzten Platz beim Wirtschaftswachstum in den Mitgliedsstaaten der OECD ein. Schlechter schnitt nur Griechenland ab. Im Zeitraum von Anfang 2009 bis zum Ende des ersten Quartals 2011 sank die Wirtschaftsleistung Islands um 6,36%. In Griechenland ist ein Rückgang um 9,15% zu verzeichnen, in Slovenien sind es 3,98% und in Irland 3,96%. Im gleichen Zeitraum wurde in den OECD-Staaten durchschnittlich ein Wirtschaftswachstum von 1,81% verzeichnet, den Spitzenplatz nimmt die Türkei mit einem Plus von über 15% ein. In Skandinavien hat Schweden mit 6,65% das stärkste Wachstum zu verzeichnen.

Weitere Erdbeben nahe Katla und Hekla (2.9.11)

Am Donnerstag wurde vom Meteorologischen Institut Islands (IMO) ein Erdbeben der Stärke 3,2 nahe Godabunga am Myrdalsjökull in Südisland registriert. Der Myrdalsjökull bedeckt den Vulkan Katla und in den Sommermonaten wurden wiederholt Beben in der Region gemessen. Das stärkste Erdbeben erreichte 3,8 auf der Richterskala. Bereits am vergangenen Wochenende wurde eine Serie leichterer Beben in der Gegend registriert, gleichzeitig gab es auch ein Erdbeben nahe am Vulkan Hekla. Geologen rechnen zwar mit bevorstehenden Ausbrüchen beider Vulkane, die Beben werden jedoch nicht als Vorzeichen unmittelbar bevorstehender Ausbrüche gesehen.

Grünes Licht für weitere Kraftwerke (29.8.11)

Nach langer Diskussion wurde dem isländischen Parlament eine Beschlussvorlage zum weiteren Ausbau der Wasserkraftwerk und Geothermie in Island vorgelegt. Insgesamt 69 Gebiete wurden auf ihre Nutzbarkeit für Wasser- bzw. Geothermalkraftwerke untersucht und in die drei Kategorien "Nutzbar", "Reserve" und "Schutzwürdig" eingeteilt. Die Kriterien zur Einteilung hat das Wirtschaftsministerium in Zusammenarbeit mit dem Umweltministerium im Jahr 2007 vorgegeben. Nun wurden 22 Gebiete als nutzbar eingestuft, darunter auch die drei umstrittene Projekte Hvammsvirkjun, Holtavirkjun und Urridafossvirkjun im Unterlauf der Flusses Thjórsá. Gegner befürchten unter anderem einen Zusammenbruch des Lachsbestandes in der Thjórsá, wenn die Projekte realisiert werden. Als schutzwürdig wurde u.a. das Feuchtgebiet Thjórsárver eingestuft, es ist das wichtigste europäische Brutgebiet der Kurzschnabelgans. Nach der Veröffentlichung der Beschlussvorlage für das Parlament können nun 12 Wochen lang Einwände geltend gemacht werden, bevor das Parlament entscheidet.

Kultur- und Kongresszentrum Harpa eingeweiht (20.8.11)

Premiere in Reykjavik - erstmals wurde im Rahmen der Kulturnacht Reykjavik die Glasfassade des neuen Kultur- und Kongresszentrums "Harpa" illuminiert (Video auf Youtube). Das Gebäude wurde jetzt mit fast dreijähriger Verzögerung offiziell seiner Bestimmung übergeben. Die Finanzkrise und eine Verdoppelung der ursprünglich geplanten Baukosten auf 167 Millionen Euro hatten für die Verzögerung gesorgt. Die Politik traf eine mutige Entscheidung und stellte so die Finanzierung letztlich sicher - die Baukosten teilen sich die Stadt Reykjkavik und der Staat je zur Hälfte, die Kredite sollen in den nächsten 35 Jahren zurück gezahlt werden. Nach anfänglicher Kritik sehen inzwischen viele Isländer das Gebäude als Symbol für ihren Glauben an die Zukunft. So erstaunt es auch nicht, dass seit der Eröffnung im Mai 2011 bereits mehr als 100.000 Besucher gezählt wurden. Auch das isländische Sinfonieorchester ist glücklich über Harpa - nach mehreren Jahrzehnten Ausharrens in einem Kino steht dem Orchester endlich eine neue Heimat zur Verfügung.

Besucherrekord in Island (11.8.11)

Im Juli 2011 kamen so viele Touristen nach Island wie nie zuvor innerhalb eines Monats. Wie das isländische Fremdenverkehrsamt mitteilte, wurden 97.757 Besucher gezählt - eine Zunahme von 14.000 oder 17% gegenüber Juli 2010. Insgesamt zählte Island in diesem Jahr bisher rund 304.000 Besucher, was einer Zunahme um 50.000 oder 19,6% entspricht. Besonders stark hat die Zahl der Besucher aus Nordamerika zugenommen, fast 60% mehr Touristen kamen aus den USA und Kanada nach Island. Auch die Besucherzahlen aus Großbritannien (+13,5%), Skandinavien (+11,5%) und Südeuropa (+6,2%) legten deutlich zu.

Gletscherlauf der Skaftá (3.8.11)

Erneut ist aus Island über einen Gletscherlauf zu berichten. Im westlichen Teil des Gletschers Vatnajökull wurden von den Messgeräten des Meteorologischen Instituts kurz nach Mitternacht Erschütterungen registriert. Gleichzeitig stieg der Wasserstand des Flusses Skaftá. Fachleute rechnen damit, dass im Falles eines größeren Gletscherlaufes bewohnte Gebiete nicht vor Freitag betroffen sein werden. Bereits in der vergangenen Woche war es zu einem Gletscherlauf gekommen. Reisende wurden aufgefordert, die unmittelbare Nähe des Flusses zu meiden.

Gletscherlauf am Vatnajökull (13.7.11)

Island kommt nicht zur Ruhe. Nachdem am Wochenende durch einen Gletscherlauf eine Ringstraßenbrücke nahe Vik zerstört wurde, findet nun auch am Gletscher Vatnajökull ein Gletscherlauf statt. In der vergangenen Nacht zeichnten Meßgeräte kurzzeitig einen Anstieg des Tremors auf. Wissenschaftler des Meteorologischen Instituts gehen derzeit allerdings nicht von einem erneuten Vulkanausbruch im Bereich des Vatnajökull aus, da keine Erdbeben registriert wurden. Ursache für die Unruhe unter dem Gletscher dürfte eher eine größere Menge Wasser sein, die sich unter dem Eis einen Weg gebahnt hat. Darauf deutet auch der steigende Wasserspiegel im Hágöngulón Stausee westlich des Vatnajökull hin. Seit Mitternacht wurde ein Anstieg von 70cm verzeichnet, dies entspricht einer Wassermenge von etwa 26 Millionen Kubikmetern. Wie ein Beobachtungsflug von Wissenschaftlern über den Gletscher am Abend ergab, stammt das Wasser wahrscheinlich aus einem Geothermalgebiet unter dem Vatnajökull, das bisher nicht bekannt war.

Unterbrochene Ringstraße wird zum Problem (12.7.11)

Die Unterbrechung der Ringstraße östlich von Vik nach der Zerstörung durch einen Gletscherlauf sorgt nicht nur für Probleme im Verkehr, sondern auch für zunehmenden Unmut bei der Bevölkerung. Mehrere Gemeinden im betroffenen Gebiet forderten das Straßenbauamt auf, schneller als zunächst geplant für eine provisorische Brücke über den Fluß Mulakvisl zu sorgen. Weder Krankenwagen, noch LKW mit Versorgungsgütern können die Ringstraße östlich von Vik passieren und auch viele Touristen sitzen fest. Die Umleitungsstrecke über Fjallabak ist in einem schlechten Zustand und nur für geländegängige Fahrzeuge nutzbar. Durch den starken Verkehr der letzten Tage hat die Piste zusätzlich gelitten.
Unterdessen laufen die Arbeiten zur Errichtung einer provisorischen Brücke über den Fluß auf Hochtouren und kommen gut voran. Die Behörden schätzen, dass statt der ursprünglich geplanten Bauzeit von zwei bis drei Wochen bereits in etwa einer Woche die Behelfsbrücke nutzbar sein wird.
Ob der Gletscherlauf am Wochenende tatsächlich durch einen kleinen Vulkanausbruch der Katla verursacht wurde, ist weiterhin unklar. Wissenschaftler versuchen derzeit vor Ort, nähere Erkenntnisse zu gewinnen.

Kleiner Ausbruch des Vulkans Katla? (9.7.11)

Katla Vulkanausbruch
Katlaausbruch - Schäden an der Ringstraße (c) RUV Áslaug Guðrúnardóttir.

Der Vulkan Katla unter dem Gletscher Myrdalsjökull ist wahrscheinlich ausgebrochen. Durch einen Gletscherlauf wurde gestern Abend die Ringstraße im Bereich des Flusses Múlakvísl im Mýrdalssandur unterbrochen. Die 1990 errichtete und 128m lange Brücke über den Fluß wurde zerstört. Das Straßenbauamt gab nach einer Prüfung vor Ort bekannt, es werde mindestens zwei bis drei Wochen dauern, bis eine provisorische Brücke die Lücke schließt. Die Ringstraße ist vorerst zwischen Höfðabrekka östlich von Vik und dem Fluß Skálm nahe Álftaver gesperrt. Über die Fjallabakpiste kann das Gletschergebiet mit geländegängigen Fahrzeugen umfahren werden, der Zustand der Piste soll in den nächsten Tagen verbessert werden, um die Strecke für möglichst viele Fahrzeuge passierbar zu machen. Ursache des Gletscherlaufes war vermutlich einen kleine Eruption des Vulkans Katla, die Gletschereis zum Schmelzen brachte. Der Zivilschutz warnt vor hohen Konzentrationen des giftigen Gases Schwefelwasserstoff im Bereich der Flüsse, die über den Myrdalssandur fließen. Am Zeltplatz in der Schlucht Þakgil waren vorübergehend 25 Menschen eingeschlossen, da auch die Straßenverbindung in dieses Gebiet unterbrochen wurde.
Der Geologe Freysteinn Sigmundsson geht davon aus, dass es sich nur um einen kleinen Ausbruch im Randbereich des Katlasystems handelt und nicht um den großen Ausbruch, der seit längerer Zeit erwartet wird. Die Bebentätigkeit hat sich bereits deutlich abgeschwächt und der Wasserstand in den Flüssen ist gesunken. Beides deutet darauf hin, dass die mögliche Eruption unter dem Gletschereis bereits zum Erliegen kommt. Direkte Anzeichen eines Vulkanausbruches hat es bisher nicht gegeben. Der Gletscherlauf könnte auch durch Schmelzwasser verursacht worden sein, dass sich unter dem Gletscher angesammelt hat und sich nun einen Weg unter dem Gletscher gebahnt hat.

Ausbruch des Vulkans Hekla droht (6.7.11)

Geologen haben in den vergangenen Tagen ungewöhnliche seismische Aktivitäten am Vulkan Hekla gemessen, die auf Magmabewegungen im Untergrund hindeuten. Die Hekla steht seit längerer Zeit unter genauer Beobachtung, da sich eine rund 20km lange Aufwölbung am Vulkan gebildet hat. Im Schnitt bricht die Hekla alle 10 Jahre aus, der letzte Ausbruch fand im Jahr 2000 statt. Die Anzeichen für einen unmittelbar bevorstehenden Ausbruch treten bei diesem Vulkan erst sehr kurze Zeit vor Beginn des Ausbruches auf. So vergingen 1970 nur 25 Minuten zwischen den ersten Anzeichen und dem Beginn der Eruption. Der isländische Zivilschutz wurde von den Wissenschaftlern informiert und ist auf einen möglichen Ausbruch vorbereitet. Experten rechnen aufgrund der Erfahrungen der letzten Heklaausbrüche nicht mit größeren Behinderungen im Flugverkehr.

Grimsvötnasche macht weiter Probleme (23.6.11)

Viel ist von der Grimsvötnasche nicht mehr zu sehen, die meisten Wiesen im Süden Islands sind wieder grün. Trotzdem bedeckt die Asche an vielen Stellen noch den Boden und ein genauerer Blick zeigt auch auf anscheinend grünen Flächen noch eine deutlich sichtbare Ascheschicht zwischen den Pflanzen. In den Bezirken Fljótshverfi und Sída werden Einbußen bei der Heuernte befürchtet, einige Höfe rechnen sogar mit einem Totalausfall. Zu Unterstützung der Landwirte soll Heu aus anderen Landesteilen in die betroffenen Gebiete transportiert werden.

Papageitaucherjagd verboten (17.6.11)

Auf den Westmännerinseln wurde die Jagd auf Papageitaucher in diesem Jahr verboten. Rund 900.000 Brutpaare leben in der größten Papageitaucherkolonie des Landes. Im letzten Jahr sind allerdings viele Jungvögel wegen Futtermangel verhungert und auch in diesem Jahr könnte ein Großteil der Küken sterben. Obwohl bereits ein Monat der normalen Brutzeit abgelaufen ist, haben viele Paare noch nicht einmal mit der Brut begonnen. Ein totales Fangverbot gab es bisher noch nie, obwohl in den letzten Jahren die Fangsaison kontinuierlich auf zuletzt 5 Tage verkürzt wurde. Wie sich die Population weiter entwickelt, wird wissenschaftlich beobachtet.

Streik bei Icelandair dauert an (10.6.11)

Die Mechaniker der Icelandair setzten Ihren Streik auch am Freitag fort und legten die Arbeit zwischen 6 und 10 Uhr nieder. Während dieser Zeit konnten keine Maschinen der Icelandair starten. Bereits am Mittwoch und Donnerstag hat der Streik zu erheblichen Verspätungen geführt. Eine Verhandlungsrunde am Donnerstag ging ergebnislos zu Ende. Die Mechaniker haben damit gedroht, einen unbefristeten Streik auszurufen, wenn bis Ende kommender Woche keine Einigung zur Lohnerhöhung erzielt wird. Dies würde den Flugverkehr von und nach Island mehr oder weniger lahm legen.

Grimsvötn - eine Nachbetrachtung (1.6.11)

Der Grimsvötnausbruch wurde am 30.5.2011 offiziell für beendet erklärt. Der vulkanische Tremor am Grímsfjall ging praktisch wieder auf Normalmaß zurück und bei Meß- und Beobachtungsflügen war keine Aktivität mehr feststellbar. Lediglich leichte Dampfentwicklung am Krater konnte noch beobachtet werden.
Experten erwarten aber, dass es im Vulkansystem der Grimsvörn in den nächsten Jahrzehnten regelmäßig Ausbrüche geben wird. Kein anderes Vulkansystem Islands ist in historischer Zeit so oft ausgebrochen, wie die Grimsvötn - rund 60mal in 800 Jahren oder im Schnitt alle 13 Jahre. Allerdings gab es in dieser Zeit Zyklen mit unterschiedlich starker Aktivität. Einer Phase von 40-80 Jahren starker Aktivität folgte meistens eine Phase von 50-90 Jahren schwacher Aktivität. Im 20. Jahrhundert gab es eine Phase schwacher Aktivität und vieles deutet darauf hin, dass Ende des 20. Jahrhunderts wieder eine Phase stärkerer Aktivität begann. Zwischen 1938 und 1983 gab es keinen Ausbruch, danach folgten Ausbrüche 1998 und 2004.
Unterdessen gibt es in Island einen handfesten Streit zwischen Autovermietern und Tourismusfirmen im Gebiet rund um Kirkjubæjarklaustur. Leihwagenfirmen bieten ihren Kunden eine "Ascheversicherung" für rund 10-15 Euro pro Tag an. Da die Reparatur aschebedingter Schäden mehrere hunderttausend Kronen kosten kann, wird sicher der eine oder andere Kunde diese Versicherung abschließen. Allerdings greift die Versicherung pikanterweise nicht grundsätzlich, wenn man mit dem Leihwagen in die von Ascheniederschlag betroffenen Gebiete fährt. Ob ein Versicherungsschutz gegeben ist, hängt von zahlreichen Faktoren ab und man sollte die Versicherungsbedingungen bei Abschluß genau prüfen. Hotels und andere Tourismuseinrichtungen in den betroffenen Gebieten fürchten nun, Touristen könnten die Gegend aus Angst vor hohen Folgekosten für Schäden am Leihwagen meiden. Für Gäste, die diesen Teil Islands "risikolos" bereisen wollen, bieten sich als Alternative zum Leihwagen Gruppenreisen mit dem Bus oder Tagesausflüge mit örtlichen Veranstaltern an.
Ausführliche Infos zum Grimsvötn Ausbruch

Viele Straßen wegen Schnee gesperrt (30.5.11)

Der Vulkanausbruch der Grimsvötn hat die Wetterkapriolen der letzten zwei Wochen in den Hintergrund treten lassen, die in weiten Teilen Islands für erhebliche Verkehrsprobleme sorgten. Vor allem im Hochland und im Nordosten Islands kam es in den vergangenen 10 Tagen nochmals zu ergiebigen Schneefällen, die Neuschneedecke war auch in bewohnten Gebieten stellenweise über 20cm dick. Aktuell liegen die Temperaturen in Ostisland noch immer unter dem Gefrierpunkt, in den nächsten Tagen soll es aber deutlich wärmer werden.
Dennoch sind vor allem im Hochland noch die meisten Straßen gesperrt. Wie das Straßenbauamt heute mitteilte, soll in den nächsten Tagen geprüft werden, ob die Kaldidalurstrecke geöffnet werden kann. Die Piste nach Landmannalaugar wird voraussichtlich erst Mitte Juni geöffnet, ebenso die Hochlandstrecken Kjölur und Sprengisandur. Auch der Wasserfall Dettifoss ist aktuell nur über die neue Straße an der Westseite des Flusses erreichbar.

Gletscher Islands und Klimawandel (18.5.11)

Prognosen sagen ein Verschwinden der isländischen Gletscher in den nächsten 200 Jahren voraus, wenn sich der Klimawandel wie bisher fortsetzt. Isländische Forscher wollen nun eine genauere Prognose erstellen, da die drei großen isländischen Gletscher Hofsjökull, Langjökull and Vatnajökull unterschiedlich auf den Klimawandel reagieren.
Der Langjökull erreicht nur eine Höhe von 1.400 Metern und ist in den letzten Jahren schneller geschrumpft, als die beiden anderen Gletscher.
Die Ausdehnung des Hofsjökull hat sich trotz seiner Höhe von 1.800m in den letzten 15 Jahren um etwa 5% verringert, er hat etwa 10 Kubikkilometer Eis verloren. Aktuelle Messungen ergaben am nördlichen Hofsjökull einen Zuwachs von über 1,7m Schnee - ein Wert, der 18% über dem Durchschnittswert der Winter 1988 - 2010 liegt. Für die Wissenschaftler war das Meßergebnis nicht überraschend. Im vergangenen Winter gab es nach Weihnachten ergiebige Niederschläge, die im Hochland und auf den Gletschern als Schnee nieder gingen. Gleichzeitig wurde im Sommer 2010 der stärkste Eisverlust seit 1988 gemesen - verursacht u.a. durch Asche vom Ausbruch des Eyjafjallajökull. Diese färbte die Oberfläche des Gletschers dunkel und führte zu einer wesentlich stärkeren Erwärmung der Gletscheroberfläche.
Am besten verkraftet der Vatnajökull den Klimawandel. Im Vergleich zu den beiden anderen Gletschern verlor er, bezogen auf seine Größe, am wenigsten Eis.

Jagd auf Finnwale unterbrochen (14.5.11)

Die Jagd auf Finnwale wird in Islands Gewässern in diesem Sommer nicht wie geplant durchgeführt werden, da der wichtigste Absatzmarkt in Japan nach der Bebenkatastrophe zusammengebrochen ist. Kristján Loftsson, Geschäftsführer der Walfangreederei Hvalur hf, teilte nach seiner Rückkehr von einer Japanreise mit, man werde die Situation verfolgen und im Spätsommer neu bewerten. Alle drei japanischen Firmen, die Walfleisch aus Island importieren und verarbeiten, wurden vom Tsunami weitgehend zerstört. Ob die Jagd auf Finnwale im Spätsommer doch noch beginnt, ist fraglich.

Erste Konzerte im Kulturzentrum Harpa (7.5.11)

Am vergangenen Mittwoch wurde das neue Kulturzentrum "Harpa" am Hafen von Reykjavik der Öffentlichkeit vorgestellt. Das Isländische Symphonieorchester gab das erste Konzert vor vollem Haus. Viele Besucher des Konzerts zeigten sich beeindruckt von der Akkustik der Konzertsaals.
Der Bau des Kulturzentrums begann vor 4 Jahren und ist noch nicht komplett abgeschlossen. Die Finanzkrise hatte zu erheblichen Verzögerungen bei der Fertigstellung geführt. Trotzdem sollen die restlichen Arbeiten nun bis Juni abgeschlossen werden. Die offizielle Eröffnung des Gebäudes soll dann im August stattfinden. Weitere Informationen unter harpa.is.

Wintereinbruch in Reykjavik (2.5.11)

Überraschung am 1. Mai - Reykjavik versank am Wochenende regelrecht in Neuschnee. Während die Isländer dem Sommer entgegenfiebern und niemand mehr ernsthaft mit Schnee rechnete, hat sich der Winter noch einmal zurückgemeldet. Über 15cm Schnee fielen in der isländischen Hauptstadt am Wochenende. Auch in Island sind Schneefälle zu dieser Jahreszeit eher ungewöhnlich. Zuletzt gab es 1993 im Mai Schneefall, in vergleichbarer Menge fiel Schnee zuletzt im Mai 1987. Der Spuk war allerdings schnell vorbei - heute scheint in Reykjavik die Sonne bei gut 10°C und vom Schnee ist nichts mehr zu sehen.

Ökostrom aus Island (23.4.11)

Schon seit Jahrzehnten ist Island ein Vorreiter bei der Nutzung regenerativer Energie. Mehr als 90% aller Haushalte sind an Fernwärmenetze angeschlossen, die aus heißen Quellen und Geothermalkraftwerken gespeist werden. Strom wird praktisch ausschließlich in Wasserkraftwerken und Erdwärmekraftwerken produziert. Da der Strombedarf im Land gedeckt ist, aber erst ein Bruchteil der verfügbaren Wasserkraft und Erdwärme genutzt wird, gibt es seit langer Zeit Pläne, Strom ans europäische Festland zu exportieren. Rein technisch wäre die Umsetzung des Projektes kein Problem, allerdings muss für einen wirtschaftlichen Betrieb die Strompreisdifferenz zwischen Island und dem Festland groß genug sein - und dies ist im Moment mit steigender Tendenz der Fall. Derzeit wird eine Machbarkeitsstudie durchgeführt und Wilfried Breuer von Siemens rechnet mit Baukosten in Höhe von rund 1,5 Milliarden Euro. Investoren zu finden wäre nach Meinung von Fachleuten kein Problem, allerdings könnte der stetig steigende Kupferpreis die Baukosten derart in die Höhe treiben, dass die Wirtschaftlichkeit trotz der Strompreisdifferenz wieder in Frage gestellt wird. Die Machbarkeitsstudie soll Ende 2011 abgeschlossen sein, dann soll zeitnah darüber entschieden werden, ob das Projekt umgesetzt wird.

Sommerkonzerte im Konzerthaus Harpa (29.4.11)

A capella - Sommerkonzerte in Harpa

Im neuen Konzerthaus Reykjaviks – Harpa – finden den ganzen Sommer über Konzerte für Touristen statt. Die Konzerte vermitteln einen guten Einstieg in die klassiche isländische Musik. Das Publikum wird auf eine Reise durch die isländische Musikgeschichte mitgenommen und bekannte Lieder, mehrstimmige Volkslieder und Psalme werden gesungen. Besonders interessant ist ein Programm über den Nobelpreisträger Halldor Kilian Laxness und ein Konzert mit dem Thema Frauen und isländische Musik.
Die Konzerte beginnen am 10. Juni und Karten können bereits vorab gekauft werden. Weitere Informationen zu Terminen und Preisen sind auf www.cccr.is zu finden.

Bericht zur Wirtschaftslage (20.4.11)

Die Isländische Handelkammer hat einen Bericht zur aktuellen Lage der Wirtschaft Islands in englischer Sprache veröffentlicht. Der Bericht enthält zahlreiche Links, welche die Entwicklung der isländischen Wirtschaft seit dem Bankencrash im Jahr 2008 aus verschiedenen Perspektiven beleuchten. Auch die politischen und gesellschaftlichen Auswirkungen der Wirtschaftskrise werden analysiert, ebenso Aspekte der EU-Beitrittsverhandlungen. Das lesenwerte Werk steht unter www.vi.is zum Download bereit.

Entschädigung aus Landsbanki Konkursmasse (12.4.11)

Nach dem erneuten klaren "Nein" bei der Volksabstimmung zum ICEASAVE-Gesetz am vergangenen Wochenende zeichnet sich nun doch eine Lösung zur Rückzahlung der Schulden an Großbritannien und die Niederlande ab. Derzeit läuft der Verkauf der Landsbanki-Aktiva im Ausland und Fachleute rechnen damit, dass die Konkursmasse ausreicht, um den größten Teil der Schulden an beide Länder zurück zu zahlen. Bereits im Sommer sollen die ersten Zahlungn erfolgen. Insgesamt geht es um eine Summe von 3,8 Milliarden Euro.

ICESAVE-Gesetz erneut abgelehnt (10.4.11)

Bei der gestrigen Volksabstimmung lehnten fast 60% der Wähler das neue ICESAVE-Gesetz zur Rückzahlung von Schulden an Großbritannien und die Niederlande ab. Bereits vor rund einem Jahr wurde schon der erste Gesetzentwurf abgelehnt, damals von über 90% der Wähler. In erneuten Verhandlungen konnten die Isländer für sich deutlich bessere Bedingungen erreichen. Präsident Grimsson verweigerte dem neuen Gesetz trotzdem die Unterschrift, um dem Volk wie schon im letzten Jahr die Möglichkeit zu geben, selbst zu entscheiden.
Nach dem erneuten Scheitern des Gesetzes wird es keine weiteren Verhandlungen mit Großbritannien und den Niederlanden geben, der Streit wird nun vor dem EFTA-Gerichtshof in Luxemburg entschieden. Welche Auswirkungen das Abstimmungsergebnis innenpolitisch und auf die EU-Beitrittsverhandlungen hat, bleibt abzuwarten.

Reykjavik Energy vor Pleite gerettet (1.4.11)

Die Firma Reykjavik Energy (OR) benötigt die gewaltige Summe von 308 Millionen Euro, um einen Bankrott abzuwenden. Der Stadtrat von Reykjavik entschied nun, der Firma über einen Zeitraum von 15 Jahren einen Kredit über 74 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen. Damit ist die Finanzierung zumindest für die nächsten Monate gesichert. Auch die anderen OR-Gesellschafter, die Stadt Akranes und die Gemeinde Borgarbyggd, haben Kreditzusagen gemacht.
Der Verkauf von Immobilen, die Senkung der Betriebskosten (u.a. durch Entlassung von 90 Mitarbeitern bis zum Jahr 2016) und eine Preiserhöhung sollen ebenso dazu beitragen, die finanzielle Situation so weit zu verbessern, dass eine Insolvenz abgewendet werden kann. So sollen u.a. die Abwassergebühren um 45% steigen, die Gebühren für Fernwärme um 8%. Die Preiserhöhungen werden einen durchschnittlichen Haushalt in Reykjavik jährlich mit ca. 110 Euro belasten. Gleichzeitig soll eine Untersuchungskommission klären, wie es zu der dramatischen Finanzlücke kommen konnte. Einer der Gründe könnt eine dratsische Überbewertung des Wertes von OR Immobilien zu sein.

Rapsanbau für Biodiesel (25.3.11)

Im Südosten Islands werden derzeit Vorbereitungen getroffen, um Raps als Ölpflanze anzubauen. Das Rapsöl soll für die Herstellung von Biodiesel und als Speiseöl verwendet werden, der Preßkuchen als Futtermittel für Tiere. Nachdem in den letzten Jahren Versuche liefen, Rapssorten zu finden, die unter den klimatischen Verhältnissen Islands optimale Erträge liefern, sollen weitere Versuche klären, welche Gebiete am besten für den Anbau geeignet sind. Mittelfristiges Ziel ist es, Island mit Biodiesel unabhängiger vom Treibstoffimport zu machen.

Keine Einigung bei Makrelenquote (20.3.11)

Eine weitere dreitägige Gespächsrunde über eine Quote für den Makrelenfang ging ohne Ergebnis zu Ende. Die EU, Norwegen, Island und die Färöerinseln hatten sich in Oslo getroffen. Der Leiter der norwegischen Delegation sagte, man sei bei den Verhandlungen auf einem guten Weg, konnte aber wegen der sehr unterschiedlichen Ausgangspositionen noch keine Einigung erzielen. Der isländische Vertreter sagte, man sei bereit, eine geringere Quote als ursprünglich gefordert zu akzeptieren. Island erhofft sich nun auch von der EU und Norwegen mehr Flexibilität, um sich auf dem Weg zu einer Einigung näher zu kommen. Bis zu einer Einigung wird sich Island an seine selbst gesetzte Quote von 146.000 Tonenn für das Jahr 2011 halten. Die EU-Länder hatten deshalb im Januar angedroht, isländischen Trawlern die Anlandung in EU-Häfen zu untersagen.

Erdbebenserie auf Reykjanes (27.2.11)

Eine ganze Serie von Erdbeben erschütterte in den letzten 24 Stunden die Halbinsel Reykjanes. Mehrere hundert Einzelbeben wurden im Bereich des Sees Kleifarvatn registriert. Am Sonntag morgen wurden zwei Beben mit einer Stärke über 3 auf der Richterskala gemessen, gegen 17.30 Uhr erreichte ein Beben sogar eine Stärke von 4,1. Es war auch im nahe gelegenen Hauptstadtgebiet zu spüren. Die Halbinsel Reykjanes wird häufig von leichteren Erdbeben erschüttert und ist wie viele Gebiete Islands vulkanisch aktiv. Der letzte Vulkanausbruch liegt aber schon einige hundert Jahre zurück und Wissenschaftler sind nun dabei, zu analysieren, ob die heutigen Beben ein Anzeichen für auftsteigendes Magma sein könnten. Die Wahrscheinlichkeit wird aber allgemein als eher gring eingeschätzt.

Erneute Volksabstimmung über ICESAVE (25.2.11)

Nachdem die erste Gesetzesvorlage zur Begleichung der ICESAVE-Schulden im letzten Jahr bei einer Volksabstimmung mit großer Mehrheit abgelehnt wurde, mussten Island, Großbritannien und die Niederlande neu verhandeln. Im Herbst 2010 wurde eine Einigung erzielt, die für Island wesentlich günstigere Konditionen vorsah, als die erste Übereinkunft. Vor kurzem stimmte das isländische Parlament dem neuen ICESAVE-Gesetz mit deutlicher Mehrheit zu. 44 Abgeordnete sprachen sich für die Vorlage aus, nur 16 stimmten dagegen. Trotzdem hat der isländische Präsident Grimsson dem Gesetz seine Zustimmung verweigert. Nach der isländischen Verfassung muss nun im Zuge einer Volksabstimmung darüber entschieden werden. Grimsson möchte mit diesem Schritt dem isländischen Volk ermöglichen, selbst die Entscheidung zu treffen. Von Seiten des isländischen Parlaments gab es deutliche Kritik an der Haltung des Präsidenten, es sieht seine Aufgabe und seine Stellung als Verfassungsorgan als geschwächt an. Neuwahlen stehen allerdings laut Regierung nicht zur Debatte.

Unruhe unter dem Vatnajökull (9.2.11)

Am vergangenen Wochenende wurden unter dem Gletscher Vatnajökull etwa 40 Erdbeben registriert. Ihr Zentrum lag unter dem nordwestlichen Teil des Gletschers, dort fand 1996 der letzte größere Ausbruch unter dem Eis statt und führte zu einer Flutwelle aus Schmelzwasser. Das stärkste Beben am Wochenende erreichte 3,4 auf der Richterskala. Der Geologe Pall Einarsson ist der Meinung, die Beobachtungen gäben "jeden Grund zur vollen Aufmerksamkeit". Von einigen Medien wurde dies prompt als Warnung vor einem bevorstehenden Vulkanausbruch interpreriert. Es gibt allerdings keine konkreten Anzeichen für einen beginnenden Ausbruch. Die Beben deuten lediglich auf eine verstärkte Aktivität in dem Gebiet hin. Diese kann nach Meinung von Fachleuten sowohl Nachwirkung des Ausbruchs von 1996, als auch Vorzeichen eines neuen Ausbruches sein. Genaueren Aufschluss können nur zusätzliche Meßgeräte geben, die genauere Meßwerte liefern. In Island rechnen viele Experten seit längerer Zeit mit einem erneuten Ausbruch im Bereich des Vatnajökull, auch der Vulkan Hekla gilt als potentieller Kandidat für einen baldigen Ausbruch.

Arbeitslosenquote gestiegen (4.2.11)

Im letzten Quartal des Jahres 2010 lag die Arbeitslosenquote in Island bei durchschnittlich 7,4 % gegenüber 6,4% im dritten Quartal. Ende des Jahres 2010 waren 13.200 Menschen ohne Arbeit, 1200 mehr als Ende 2009. In der Altersgruppe der 16 bis 24-jährigen war die Arbeitslosenquote mit 15,4% am höchsten, in der Gruppe der 55 bis 74-jährigen mit 3,8% am niedrigsten. Auch deutliche regionale Unterschiede zeigten sich in der Statistik. Im Gebiet der Hauptstadt waren 8,2% der Erwerbsfähigen ohne Arbeit, in den anderen Landesteilen nur 5,9%. Der Anteil der Langszeitarbeitslosen (mehr als 12 Monate) war mit 24,2% mehr als doppelt so hoch wie 2009.

Inflation sinkt (28.1.11)

Wie das isländische Statistikamt kürzlich mitteilte ist die jährliche Inflationsrate erstmals seit März 2004 auf unter 2% gesunken. Gegenüber dem Dezember 2010 sind die Preise im Januar sogar um 0,9% gefallen. Allgemein wird damit gerechnet, dass die Zentralbank kommende Woche den Leitzins von 4,5% auf 4% oder sogar 3,5% senkt. Maßgeblich zur aktuellen Preisentwicklung trug der "Winterschlussverkauf" bei. Die Preise für Kleidung und Schuhe lagen rund 10% unter den Dezemberpreisen, Haushaltswaren und Möbel waren rund 3% billiger und die Preise für Flugtickets fielen sogar um 15%. Der wichtigste Faktor war jedoch eine Änderung bei den Rundfunkgebühren. Bisher wurden sie ähnlich wie in Deutschland als Gebühr eingehoben, seit Januar hat die Rundfunkgebühr rechtlich den Status einer Steuer - alleine dieser Faktor machte fast die Hälfte des Preisrückganges im Januar aus. Lebensmittel verteuerten sich um 1,4%, Bezin und Diesel um 3,1%.

Penisspender gestorben (21.1.11)

Das isländische Penismuseum in Husavik hat mitgeteilt, dass am 5. Januar Páll Arason gestorben ist. Der Isländer hat mit dem Museum vereinbart, nach seinem Tod seinen Penis als Ausstellungsstück zu spenden. Ob sich das Museum tatsächlich über ein neues Ausstellungsobjekt freuen kann, ist noch nicht klar. Bisher haben die Verwandten des Verstorbenen noch keinen Kontakt zum Museumsleiter Sigurdur Hjartarson aufgenommen, der seinerseits keinerlei Druck auf die Hinterbliebenen ausüben möchte und der Dinge harrt. Der Penis von Páll Arason wäre das erste menschliche Geschlechtsteil, das im Museum ausgestellt wird. Arason vereinbarte vor 14 Jahren die Spende mit dem Museumsleiter. Derzeit werden 209 Penisse von 46 Tierarten im Museum ausgestellt, darunter auch 55 Walpenisse.

Erdbeben unter dem Vatnajökull (13.1.11)

Am heutigen Donnerstag wurden zwei stärkere Erdbeben unter dem Gletscher Vatnajökull im Bereich der Grimsvötn registriert. Die Beben erreichten eine Stärke von 4,2 und 3,5 auf der Richterskala. Nach isländischen Aufzeichnungen handelt es sich um die stärksten Beben in diesem Gebiet seit 1934, das damalige Beben erreichte eine Stärke von 4,5. Dem Beben von 1934 folge ein Vulkanausbruch. Die Grimsvötn verursachten im Jahr 2010 einen Gletscherlauf, der von Wissenschaftlern als Vorzeichen einer bevorstehenden Eruption bewertet wurde. Eine Eruption konnte allerdings in der Folge nicht beobachtet werden.

Verabschiedung von Weihnachten verschoben (6.1.11)

Traditionell wird am 6. Januar, dem 13. Tag nach Weihnachten, die Weihnachtszeit in Island verabschiedet. An diesem Tag verschwindet der letzte der 13 isländischen Weihnachtsmänner wieder im Hochland. Wegen eines heranziehenden Sturmes wurden alle für den Abend geplanten Feuerwerke und Brenna-Feuer abgesagt. Ein neuer Termin steht noch nicht fest, da auch für die kommenden Tage starker Wind und Schneefall erwartet wird.