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Nachrichten-Archiv 2015

Europas "Schneehauptstadt" Reykjavik (25.12.15)

Weiße Weihnachten gibt es tatsächlich - weit im Norden Europas. In der isländischen Hauptstadt Reykjavik liegen bei Temperaturen von -9°C gut 7cm Schnee. Reykjavik ist damit die einzige Hauptstadt Europas, in der es in diesem Jahr wirklich weiße Weihnachten gibt. Übrigens ist es eher die Regel, als die Ausnahme, dass es in Mitteleuropa "grüne" Weihnachten gibt. So berichtete Meteo Schweiz kürzlich, dass es seit 1931 nur 20mal weiße Weihnachten gab.

Kein Flüge von und nach Island am ersten Weihnachtstag (18.12.15)

Der Internationale Flughafen in Keflavik wird am 25. Dezember den ganzen Tag geschlossen bleiben. Im vergangenen Jahr war der Flughafen erstmals in seiner Geschichte am 1. Weihnachtstag geöffnet, weil ein einziger ankommender easyjet-Flug aus Genf abgefertigt werden musste. Traditionell bieten isländische Fluglinien am 25. Dezember keine Flüge an, weder nach Island noch von Island. Auch ausländische Fluglinien bieten üblicherweise am 25. Dezember keine Flüge von und nach Island an und easjet hat sich in diesem Jahr entschlossen, Island ebenfalls nicht anzufliegen. Am 26. Dezember wird der reguläre Flugbetrieb dann wieder aufgenommen.

Icelandair Charterflüge in die Antarktis (11.12.15)

Loftleiðir Icelandic, ein Unternehmen der Icelandair-Gruppe, hat in den letzten Wochen mehrere Charterflüge in die Antarktis durchgeführt. Die rund dreistündigen Flüge von Punta Arenas im Süden von Chile zum Union Gletscher in der nördlichen Antarktis wurden im Auftrag des Reiseveranstalters Polar Services und Antarctic Logistics & Expeditions durchgeführt. Für die Flüge kam eine Boeing 757 Linienmaschine zum Einsatz, die auf einer reinen Eispiste in der Antarktis landete. Loftleiðir Icelandic hat damit als erste Airline Flüge mit jeweils etwa 60 Passagieren mit einem normalen Passagierjet in die Antarktis durchgeführt.

Orkan lässt Stromnetz in weiten Teilen Islands zusammenbrechen (07.12.15 - 23:55 Uhr)

Der angekündigte Orkan hat Island mit voller Wucht getroffen. Seit dem Nachmittag ist das Land mehr oder weniger lahmgelegt. Die meisten Geschäfte und öffentlichen Einrichtungen wurden geschlossen, der öffentliche Nahverkehr und der Inlandsflugverkehr ist eingestellt. Über 80% der Straßen im ganzen Land sind gesperrt, die Windgeschwindigkeiten erreichten im Süden des Landes weit über 200km/h. Da die meisten Bürger den Aufrufen der Behörden gefolgt sind und ihre Häuser seit dem späten Nachmittag nicht mehr verlassen, gleicht Reykjavik eine Geisterstadt, die Straßen sind wier ausgestorben. Gegen 22:45 begann das Stromnetz Stück für Stück zusammenzubrechen. Zunächst wurde gegen 22:45 Uhr aus den Ostfjorden ein Stromausfall gemeldet, nur wenige Minuten später auch aus dem Norden rund um Akureyri. Gegen 23:30 Uhr hatte sich der Stomausfall auf die gesamte Osthälfte des Landes östlich einer Linie von Vik nach Siglufjördur ausgeweitet und auch in den Nordwestfjorden gingen die Lichter aus.

Orkanwarnung für ganz Island (07.12.15)

Für Island wird ab heute Mittag der stärkste Sturm seit 25 Jahren erwartet. Polizei, Zivilschutz und Meteorologisches Institut haben die Bevölkerung im Süden Islands aufgefordert, ab 12 Uhr heute Mittag die Häuser nicht mehr zu verlassen. Auch für Reykjavik wurde eine entsprechende Aufforderung veröffentlich, die ab 17 Uhr gilt.
In der Nacht auf Dienstag werden Spitzenwindgeschwindigkeiten bis zu 220 km/h und extremes Schneetreiben erwartet, das zum sogenannten "Whiteout" führt. Die Sichtweite beträgt dann weniger als 2 Meter und eine Orientierung ist absolut unmöglich. Die Verkehrsbehörde hat deshalb angekündigt, die Ringstraße entlang der gesamten Südküste vom Markarfljót bis zum Gletschersee Jökulsárlón ab heute Nachmittag zu sperren. Auch die Paßstraßen Hellisheiði, Þrengsli and Mosfellsheiði nahe von Reykjavik werden gesperrt, mit der Sperrung weiterer Straßen wird gerechnet. Die öffentlichen Schwimmbäder in Reykjavik werden ab 16:30 Uhr geschlossen, der öffentliche Nahverkehr mit Bussen wird um 17:00 Uhr eingestellt. Auch alle Inlandsflüge wurden gestrichen.

Rekordschneefall in Reykjavik (04.12.15)

Nach ergiebigen Schneefällen im Hauptstadtgebiet verzeichnete Reykjavik gestern die dickste jemals im Dezember gemessene Schneedecke. Offiziell wurde vom Meteorologischen Institut ein Wert von 42cm angegeben. Damit wurde der alte Rekordwert von 33cm deutlich übertroffen, der seit 29.12.2011 gültig war. Für die kommenden Tage wird allerdings mit steigenden Temperaturen und ergiebigen Regenfällen gerechnet, die weiße Pracht dürfte also nur von kurzer Dauer sein.

Isländische Website von IS gehacked (27.11.15)

Nach einem Bericht der isländischen Tageszeitung Morgunbladid soll der Islamische Staat (IS) die isländische Internetseite kristsdagur.is gehacked haben. Die Domain gehört der Vereinigung Isländischer Missionare. Zuletzt genutzt wurde sie für die Veranstaltung "Day of Christ" (=Kristsdagur), die im letzten Jahr im Kulturzentrum Harpa stattfand. Auf der gehackten Seite wurden Videos eingeblendet, die vom IS begangene Hinrichtungen zeigten. Inzwischen wurde die Internetseite komplett gesperrt. Dies ist bereits der vierte bekannt gewordene Fall der Übernahme einer isländischen Internetseite durch den IS. Hauptgrund dürfte die für Island landespezifische Endung "is" bei Internetadressen sein, die wohl auf für den IS interessant ist.

Erhöhte seismische Aktivität am Bárðarbunga (20.11.15)

In den vergangenen zwei Wochen wurde im Vulkansystem des Bárðarbunga verstätkte seimische Aktivität registriert. Auch zwei Beben mit einer Stärke über 3 wurden registriert. Wissenschaftliche Mitarbeiter der isländischen Zivilschutzbehörde haben die Messwerte bei einem Treffen diskutiert. Man vermutet, dass die erhöhte seimische Aktivität durch Ansammlung von Magma unter der Caldera des Bárðarbunga verursacht wird, was für die Zeit nach einer größeren Eruption nicht ungewöhnlich ist. Die Wissenschaftler sehen keine Anzeichen für einen neuen Ausbruch, das Vulkansystem wird aber weiterhin rund um die Uhr intensiv überwacht.

Flugzeugunglück bei Hafnarfjördur (13.11.15)

Gestern Nachmittag ereignete sich nahe Hafnarfjördur ein Flugzeugunglück. Eine kleine Maschine, die mit zwei Ausbildern der Iceland Flight Academy besetzt vom Stadtfluhgafen in Reykjavik gestartet war, verschwand gegen 15:30 Uhr vom Radarschirm und sendete ein Notsignal. Die Rettungskräfte fanden das Wrack der Maschine etwa 30 Minuten später in einem Lavafeld südwestlich von Hafnarfjördur, etwa 4km von der Straße nach Krisuvik entfernt. Die beiden Männer konnten nur noch tot aus dem Wrack geborgen werden, die Untersuchungen zur Unglücksursache dauern an.

Streik im Öffentlichen Dienst (16.10.15)

Seit gestern streiken rund 5.000 Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes in Island. Der Streik ist auf 48 Stunden befristet, betrifft aber viele Bereiche des täglichen Lebens. Neben dem Pflegepersonal der Krankenhäuser streikt u.a. auch das Kontrollpersonal am Flughafen Keflavik sowie Angestellte der Universität Reykjavik, die Polizei und Verwaltungsangestellte in allen Bereichen. Sollte es nicht zu einer Einigung zwischen der Gewerkschaft SFR und den öffentlichen Arbeitgebern kommen, drohen bis Mitte November vier weitere auf 48 Stunden befristete Streiks und dann ein unbefristeter Streik.

Bankmanager zu Haft verurteilt (09.10.15)

Am gestrigen Donnerstag wurde Sigurjón Þ. Árnason, der frühere Direktor der Landsbanki, vom Obersten Isländischen Gerichtshof zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt. Seine Kollegin Elín Sigfúsdóttir wurde zu 18 Monaten Haft verurteilt. Damit wurden 2 Urteile des Bezirksgerichts Reykjavik aufgehoben, das beide Angeklagte nicht der Veruntreuung für schuldig befunden hatte. Es ging um einen Verlust von 35 Millionen Euro, den beide Angeklagte laut Urteil zu verantworten haben. Das Gericht betonte dabei aber, dass die Angeklagten weder sich noch Ihnen nahestehende Personen bereichern wollten. Bereits im Februar diesen Jahres wurde der ehemalige Direktor der Kaupþing Bank, Hreiðar Már Sigurðsson, zu fünfeinhalb Jahren haft verurteilt.

Gletscherlauf an der Skaftá (01.10.15)

Die isländischen Behörden haben für den Gletscherfluß Skaftá im Süden Islands die niedrigste Warnstufe wegen eines bevorstehenden Gletscherlaufes verhängt. Reisende werden aufgefordert, den Flüssen Skaftá und Hverfisfljot fern zu bleiben, da in der Nähe der beiden Flüsse mit Überflutungen und möglicheweise auch mit hohen Konzentrationen an giftigen Schwefelwasserstoff zu rechnen ist. Innerhalb von nur 48 Stunden hat sich die Eisdecke des Gletschers über der Skaftá-Caldera um fast sieben Meter gesenkt. Derzeit fließen bereits rund 800 Kubikmeter Wasser pro Sekunde ab, der Höhepunkt des Gletscherlaufes wird für Samstag erwartet. Man rechnet mit einer maximalen Wassermenge von 2.000 Kubikmetern pro Sekunde.

Wiedereröffnung der Militärbasis Keflavik? (18.09.15)

Wie das isländische Außenministerium bestätigte, liegt eine Anfrage der USA zur Wiedereröffnung der Militärbasis in Keflavik vor. Hintergrund ist die wachsende Besorgnis der USA über militärische Aktivitäten Russlands in der Arktis, die US Vizeverteidigungsminister Bob Work kürzlich bei einem Besuch in Island und Norwegen zum Ausdruck gebracht hat. Während der Zeit des kalten Krieges gab es eine permanente Luftwaffenbasis der USA in Keflavik, diese wurde allerdings 2006 geschlossen. Inzwischen wird das Gebiet zum größten Teil zivil genutzt, ob ein noch vorhandener Flugzeughangar wieder in Betrieb genommen werden kann, ist noch nicht geklärt.

Island für Fußball EM 2016 qualifiziert (06.09.15)

Island hat die Sensation geschafft und sich erstmals für eine Fußball Europameisterschaft qualifiziert. Nach dem sensationellen 1:0 Sieg der Isländer im Spiel gegen die Niederlande reichte am heutigen Sonntag beim Spiel in Reykjavik ein Unentschieden gegen Kasachstan, um die Sensation perfekt machen.

Neuer Supercomputer für das Meteorologische Institut (28.08.15)

Ein neuer Supercomputer für Wettervorhersagen ist auf dem Weg nach Island. Er gehört dem Dänischen Meteorologischen Institut, wird aber im Rahmen einer Kooperation zwischen beiden Ländern zukünftig in Island genutzt. Der Standort in Island hat auch ganz praktische Gründe - der neue Computer ist etwa zehnmal so leistungsfähig, wie der bisher in Dänemark genutzte und benötigt deshalb deutlich mehr Energie. Strom ist aber in Island deutlich günstiger, als in Dänemark. Die stellvertretende Direktorin des Isländischen Meteorologischen Instituts (IMO) Hafdís Karlsdóttir hofft auf zukünftig noch genauere Wettervorhersagen. Allerdings wird es noch bis Ende 2016 dauern, bis der neue Sepercomputer in Betrieb gehen kann.

Kühles Wetter problematisch für Wasserkraftwerke (21.08.15)

Der ungewöhnlich kalte Sommer in island sogt für Probleme bei den Wasserkraftwerken des Landes. Wegen der niedrigen Temperaturen der letzten Wochen ist in diesem Sommeich weniger Gletschereis abgeschmolzen und die meisten Stauseen haben einen sehr niedrigen Wasserstand. So ist z.B. im Stausee Hálslón, der das Kraftwerk Kárahnjukar mit Wasser versogt, der Wasserstand um 30 Meter tiefer, als für diese Jahreszeit zu erwarten wäre. Ein warmer Herbst könnte die Situation noch entschärfen, sollte aber die Witterung weiterhin kühl bleiben, muss im Winter wahrscheinlich die Stromproduktion gedrosselt werden. Das Kraftwerk Kárahnjúkar versorgt ausschließlich das Aluminiumwerk im Osten Islands, aber auch andere Kraftwerk könnten während der kommenden Wintermonate von Wassermangel betroffen sein. Die isländischen Gletscher allerdings profitieren vom kalten, schneereichen letzten Winter und vom kühlen Sommer.

Astropark Thingvellir (14.08.15)

Positiv aufgenommen vom Verwaltungsrat des Nationalparks Thingvellir wurde die Idee, einen Astropark einzurichten. In diesem Zusammenhang soll auch geprüft werden, ob das internationale Zertifikat "Dark Sky Park" vergeben werden kann. Es zeichnet Gebiete aus, die nur minimal von künstlichen Lichtquellen beeinflusst werden und damit besonders zur Beobachtung des Nachthimmels geeignet sind. Betreut werden soll das Projekt von der Astronomiegesellschaft in Seltjarnarnes. Es gibt Überlegungen, am Besucherzentrum Hakið zwei oder drei Teleskope einzurichten, die auch für die Öffentlichkeit zugänglich sein sollen. Der Schwerpunkt der Nutzung soll allerdings im wissenschaftlichen Bereich liegen.

Island wird von Touristen zugeschissen (27.07.15)

Die Überschrift klingt sicher etwas drastisch und verallgemeinert sehr - aber so wird das heutzutage ja für gewöhnlich gehandhabt, um Aufmerksamkeit zu erreichen. Zum Glück verhalten sich in Island fast alle Touristen so, wie man es von Gästen erwarten würde, aber über einige unrühmliche Ausnahmen wurde in den vergangenen Tagen in den isländischen Medien berichtet.
So ließ eine Mutter in Husavik ihre Kinder im Stadtzentrum direkt am Rand eines Gehweges ihr großes Geschäft verrichten. Als sie von Einheimischen angesprochen und auf nahe Toiletten in Cafes und Restaurants hingewiesen wurde, meinte sie nur, die Vögel würden sich um die Sache kümmern und fuhr mit ihren Kindern im Auto weiter - die Häufchen blieben am Ort des Geschehens liegen.
Erst vor wenigen Tagen verursachte ein Tourist im Westen Islands beim Versuch, sein Klopapier auf einem trockenen Moosfeld zu verbrennen, einen Flächenbrand. An vielen anderen Stellen in Island weht der Wind immer wieder größere Mengen in freier Natur benutztes Klopapier durch die Gegend - nicht gerade eine angenehme Vorstellung.
Der isländische Vulkanologe Haraldur Sigurðsson berichtete kürzlich über entsprechende Beobachtungen auf der Halbinsel Snaefellsnes und meinte, man müssen an sehenswerten Plätzen inwischen aufpassen, wohin man trete, um nicht in Kotansammlungen zu treten - und diese stammen nicht von Kühen oder Hunden.
Über die Ursachen des Problems kann man durchaus diskutieren, sicher trägt auch die teils nicht vorhandene oder der Zahl der Touristen nicht gewachsene Infrastruktur dazu bei. Die isländische Politik diskutiert seit Jahren über die Einführung von Gebühren oder einer Steuer, um den Ausbau der Infrastruktur zu finanzieren, eine Entscheidung wurde aber erneut verschoben. Dies sollte aber trotzdem kein Anlass sein, ohne wirkliche Not Island auf diese Art zu verschmutzen...

Isländische Gewässer sind kein Trevi-Brunnen (24.07.15)

Seit einigen Jahren verbreitet sich in Island unter Touristen die Unsitte, Münzen in Flüsse, Bäche, wassergefüllte Erdspalten und heiße Quellen zu werfen. Offensichtlich fühlen sich viele Zeitgenossen genötigt, ohne weiter darüber nachzudenken Schwermetall in saubere isländische Gewässer zu werfen und damit dem schlechten Beispiel anderer zu folgen. Sowohl im Nationalpark Thingvellir, als auch im Geysirgebiet müssen Gewässer und heiße Quellen mit erheblichen Aufwand gereinigt werden und die Parkranger in Thingvellir bringen deutlich zum Ausdruck, dass wassergefüllte Spalten, Bäche und heiße Quellen keine Wunschbrunnen sind. Selbst im Ertränkungspfuhl nahe der alten Versammlungsstätte des isländischen Parlaments finden sich inzwischen zahlreiche Münzen. Es ist wohl nicht übertrieben, dies als Gipfel der Geschmacklosigkeit zu bezeichnen, denn dort wurden früher zahlreiche Frauen hingerichtet, indem sie ertränkt wurden.

Lupine und andere Neophyten werden zum Problem (21.07.15)

Die Lupine ist inzwischen zu einem gewohnten Anblick in der isländischen Landschaft geworden und während der kurzen Blütezeit tauchen die violett-blauen Blüten die Landschaft mancherorts in ein wahres Farbenmeer. Allerdings breitet sich die 1945 aus Alaska eingeführte Pflanze vielerorts unkontrolliert aus und verdrängt die einheimische Vegetation. An vielen Stellen gibt es bereits großflächige Lupinen-Monikulturen. Durch den extrem kalten Mai kam es in diesem Jahr zu einer fast explosionsartigen Ausbreitung der Lupine. Da viele andere Pflanzenarten durch späte Fröste geschädigt wurden, die Lupine aber mit der Witterung gut zurecht kam, hat sie in diesem Jahr einen erheblichen Wachstumsvorteil gegenüber anderen Pflanzen. Botaniker empfehlen, die Lupinen zu mähen, bevor sie samen bilden können, um eine weitere rasante Ausbreitung einzudämmen.
Der Wilde Kerbel, eine andere invasive Pflanzenart, wird noch kritischer gesehen. Die Art breitet sich ebenfalls schnell aus, reichert aber den Boden im Gegensatz zur Lupine nicht mit Stickstoff an. Auch der Kerbel verdrängt einheimische Pflanzenarten.
Auch der hochgiftige Riesen-Bärenklau ist in Island auf dem Vormarsch, obwohl es inzwischen verboten ist, die Pflanzenart zu kultivieren. Der Saft der Pflanzen führt unter Lichteinwirklung zu schweren Hautschäden. Bei einer Untersuchung in Akureyri wurden über 2.000 Exemplare an 450 Standorten registriert und es gibt Pläne, den Bestand soweit möglich zu vernichten.

Toilettenpapier verursacht Brand (17.07.15)

Schon seit einiger Zeit ist die touristische Infrastruktur - soweit sie überhaupt vorhanden ist - in Island an vielen Stellen den Besuchermassen nicht mehr gewachsen. Insbesondere benutztes Toilettenpapier von entsprechenden "Sitzungen" in freier Natur hat sich in den letzten Jahren zu einem teils ekelerregenden Problem entwickelt. Ein Radfahrer, der in Westisland sein Geschäft in freier Natur verrichtete, hat deshalb versucht, sein Toilettenpapier zu verbrennen, um so zu verhindern, dass es vom Wind weggeweht wird. Die Sache ging allerdings gründlich schief, denn das umgebende trockene Moos geriet in Brand. Löschversuche des Radfahrers blieben erfolglos, die Feuerwehr musste alarmiert werden. Auch an vielen anderen Stellen in Island wird inzwischen die Unsitte beklagt, sich in freier Natur zu erleichtern - eine der vielen negativen Seiten, die der Massentourismus in Island hat. Und von Massentourismus kann man inzwischen sprechen...

Offroad - auch in diesem Jahr ein teurer Spaß (10.07.15)

Zunehmend häufig drängt sich der Verdacht auf, manche Touristen ignorieren bewusst sämtliche Hinweise und Spielregeln im Zusammenhang mit der empfindlichen Natur Islands. Fahrten abseits von Straßen und gekennzeichneten Pisten sind zwar verboten, aber regelmäßig wird über Besucher berichtet, die mit ihren geliehenen Geländewagen ein "Offroad-Abenteuer" erleben wollen. Die Behörden fordern deshalb dazu auf, solche Verstöße mit Fotos oder Videos zu dokumentieren und zu melden.
Teuer wurde eine Offroadfahrt für einen Touristen, der kürzlich östlich des Kraters Hrossaborg nahe des Myvatn von anderen Reisenden beobachtet und der Polizei gemeldet wurde. Der Fahrer musste eine Strafe in Höhe von 1.000 EUR bezahlen, in früheren Fällen wurden sogar noch höhere Strafen ausgesprochen.

Neues Aluminiumwerk im Nordwesten Islands? (26.06.15)

Mehrere Gemeinden im Nordwesten Islands haben kürzlich eine Absichtserklärung unterzeichnet, die sich für die Ansiedlung eines Aluminiumwerkes bei Hafursstaðir im Skagafjörður ausspricht. Es soll eine Jahreskapazität von 120.000 Tonnen haben und mit über 200 MW elektrischer Energie aus dem Blandákraftwerk versogt werden. Die Absichtserklärung ist im Zusammenhang mit einer Initiative des Parlaments zu sehen, den Nordwesten Islands wirtschaftlich zu stärken. Sollte das Werk tatsächlich gebaut werden, rechnet man mit etwa 240 neuen Arbeitsplätzen in der Region.

Kinder mit Verbrennungen und Eisbärenalarm (19.06.15)

Zwei Kinder zogen sich Anfang der Woche bei einem Besuch im Geysirgebiet Verbrühungen ersten und zweiten Grades zu und wurden mit einem Helikopter der Küstenwache ins Krankenhaus nach Reykjavik gebracht. Eine isländische Familie stand bei einem Ausbruch des Strokkur außerhalb der Sicherheitsleine und vermutlich wurde durch den Wind heißes Wasser abgetrieben und traf die beiden Kinder.
Im Norden Islands wurde in der vergangenen Nacht der Campingplatz Jökulsárgljúfur evakuiert, da ein spanischer Tourist glaubte, einen Eisbären gesehen zu haben. Eisbären gelangen gelegentlich von Ostgrönland auf Eisschollen nach Island und gelten als extrem gefährlich, da sie meist völlig ausgehungert sind. Als der Spanier von der Polizei befragt wurde, war er sich nicht mehr sicher, ob er tatsächlich einen Eisbären gesehen hatte, der Campingplatz ist inzwischen wieder geöffnet.

Kapitalkontrollen werden gelockert (12.06.15)

Die isländische Regierung plant, die vor 7 Jahren während der Finanzkrise eingeführten Kapitalkontrollen aufzuheben und zu einer gewissen Normalität auf dem isländischen Finanzmarkt zurückzukehren. Um einen unkontrollierten Kapitalabfluss zu verhindern, muss allerdings beim Verkauf von Vermögenswerten eine Steuer von 39% entrichtet werden. Die Regierung hofft nicht nur auf rund 4,5 Milliarden Euro Einnahmen, sondern auch auf ein besseres Rating für das Land. Während Island vor der Krise von den großen Ratingagenturen noch mit A+ bewertet wurde, steht es aktuell auf einer Bewertung von BBB.

Sperrgebiet um Holuhraun aufgehoben (05.06.15)

Gut 3 Monate nach dem Ende des Vulkanausbruches ist das Sperrgebiet rund um das Lavafeld Holuhraun aufgehoben worden. Das Gebiet steht nun nicht mehr unter durchgehender Überwachung, allerdings finden weiterhin Kontrollen durch die Behörden statt. Ausschlaggebend für die Entscheidung war ein deutlicher Rückgang der seismischen Aktivität im Vulkan Bárðarbunga in den letzten Monaten. Auch die Konzentration giftiger Gase im Bereich des neu entstandenen Lavafeldes stellt keine unmittelbare Gefahr mehr dar. Die Nationalparkverwaltung plant, noch in diesem Sommer Wanderwege zum neue Lavafeld zu markieren. Insgesamt bedeckt das neue Lavafeld eine Fläche von 85 Quadratkilometern.

Ungewöhnlich kalter Mai geht zu Ende (29.05.15)

Ein ungewöhnlich kalter Mai geht in Island zu Ende. Nach aktuellem Stand ist der Mai 2015 der viertkälteste seit 1949 und der kälteste seit 1979. Vor allen in den südwestlichen Landesteilen war es deutlich kälter, als in den vergangen Jahren. Auch an den vergangenen Tagen wurden in vielen Teilen Islands noch Schneefälle registriert und Touristen, die mit dem eigenen Auto ins Land kommen möchten, sollten auf winterliche Verhältnisse eingerichtet sein. Zumindest für die kommenden Tage ist auch keine deutliche Erwärmung in Sicht.

Ehemaliger Premierminister Halldór Ásgrímsson gestorben (22.05.15)

Der ehemalige isländische Premierminister Halldór Ásgrímsson ist am 18. Mai im Landspitali in Reykjavik im Alter von 67 Jahren an den Folgen eines Herzinfarktes gestorben. Er war von September 2004 bis Juni 2006 Premierminister Islands, davor war er als Außenminister, Fischereiminister und Justizminister tätig. Außerdem war er ab 1994 für 12 Jahre Vorsitzender der Fortschritspartei. Das Staatsbegräbnis ist für den 28. Mai geplant. Ásgrímsson hinterläßt eine Frau, drei erwachsene Töchter und mehrere Enkel und Urenkel.

Walfangsaison in Island startet (15.05.15)

In Island hat die Walfangsaison begonnen. In diesem Jahr wurde vom Fischereiministerium wie im letzten Jahr eine Quote von 239 Zwergwalen freigegeben. Die Quote wurde im vergangenen Jahr nicht ausgeschöpft, während der gesamten Fangsaison wurden 24 Tiere harpuniert. Auch für Finnwale wurde eine Quote freigegeben, in diesem Jahr 154 Tiere. Wirtschaftlich spielt der Walfang keine wichtige Rolle mehr für Island. Wesentlich größere Bedeutung hat die Walbeobachtung, die im vergangenen Jahr über 13 Millionen Euro Einnahmen erbrachte. Gut 200.000 Touristen haben im letzten Jahr an Walbeobachtungsfahrten teilgenommen, gleichzeitig wurde aber auch etwa die Hälfte des Walfleisches von Touristen verzehrt. Wie schon in den vergangenen Jahren wurde der Beginn der Walfangsaison von Protesten in Island selbst, aber auch im Ausland begleitet. Ein Einlenken der isländischen Regierung ist aber weiterhin nicht absehbar.

Felssturz bei Dyrholaey (08.05.15)

Am vergangenen Montag ereignete sich am Kap Dyrholaey ein größerer Felsturz. Gestein stürzte aus rund 120 m Höhe ins Meer. Da weitere Felsstürze nicht ausgeschlossen werden können, haben die Behörden einen Teil des Gebietes für Besucher gesperrt. Wie inzwischen schon fast üblich, glauben allerdings manche Besucher, Absperrungen würden nicht für sie gelten oder könnten ignoriert werden. In den letzten Tagen wurden wiederholt Besucher beobachtet, die einfach über die Absperrungen hinweg gestiegen sind und sich im abgesperrten Bereich aufhielten.

Neues Geothermalkraftwerk in Nordisland (01.05.15)

Nach langer Planungszeit und vielen Verzögerungen soll in den nächsten Tagen nun mit dem Bau eines neuen Geothermalkraftwerkes im Nordosten Islands begonnen werden. Der nationale Energieversorger Landsvirkjun will die Erdwärme im Thermalgebiet Þeistareykir nutzen, um das neue Industriegebiet Bakki nahe Husavik mit Energie zu versorgen. In der ersten Ausbaustufe, die bereits 2017 in Betrieb gehen soll, wird das Kraftwerk eine Leistung von 45 MW haben. Langfristig könnte die Leistung bis auf 200 MW ausgebaut werden. Das gesamte Projekt ist mit Baukosten von rund 160 Mio. EUR veranschlagt.

Neuer Anlauf für Luxushotel neben Harpa (23.04.15)

Das US-Immobilienunternehmen Carpenter & Company hat die Rechte zum Bau eines Hotels neben dem Kultur- und Kongresszentrum Harpa in der isländischen Hauptstadt Reykjavik erworben. Das Unternehmen plant des Bau eine 5-Sterne Hotels mit etwa 250 Zimmern sowie mehreren Restaurants, einem Wellnessbereich und Konferenzräumen. Dies wurde kürzlich auf einer Pressekonferenz angekündigt. Geschäftsführer Richard Friedmann hat die Hoffnung, mit dem Hotel auch Gäste nach Reykjavik zu locken, die bisher wegen des fehlenden Angebotes an Luxushotels die Stadt nicht besucht haben. Großes Potential sieht er auch durch die unmittelbare Nachbarschaft zum Kulturzentrum Harpa. Bürgermeister Dagur B. Eggertsson sieht die Entwicklug ebenfalls positiv und hofft, endlich die Baulücke und das große Loch neben Harpa schließen zu können - schon mehrfach war der Bau eines Hotels angekündigt worden, doch bisher ist es immer bei Ankündigungen geblieben. Derzeit befinden sich die Investoren noch in Gesprächen mit möglichen Betreibern des Hotels, bereits in Kürze rechnet man mit dem Abschluß einer Vertrages mit einer internatiolen Hotelkette. Die Bauarbeiten sollen im Herbst beginnen, die Fertigstellung ist für das Jahr 2018 geplant.

Gullfoss - Neuanfang vor 100 Jahren (16.04.15)

Im Jahr 1914 wurde in Reykjavik die Reederei Eimskip mit tatkräftiger Unterstützung auch vieler armer Isländer gegründet - rund 14.000 Bewohner der Insel erwarben damals eine Aktie der Reederei, um zu dokumentieren, dass auch sie darin das endgültige Ende des dänischen Handelsmonopols sahen. Am 16. April 1915, also genau vor 100 Jahren und nur ein Jahr nach Gründung von Eimskip, wurde das neue Flaggschiff "Gullfoss" in Dienst gestellt. Als das Schiff erstmals im Hafen von Reykjavik einlief, blieben Geschäfte und Schulen geschlossen und die Isländer bereiteten dem Dampfer einen begeisterten Empfang. Nach Jahrhunderten der Abhängigkeit von norwegischen und dänischen Schiffen und dem 1602 eingeführten dänischen Handelsmonopol begann mit der Gullfoss ein neues Zeitalter. Eimskip vergößerte die Flotte kontinuierlich und hatte bei Ausbruch des 2. Weltkrieges sechs Schiffe im Einsatz. Heute ist Eimskip ein weltweit agierendes Logistikunternehmen mit Niederlassungen in 19 Ländern und mehr als 1.400 Mitarbeitern.

Golfstrom schwächt sich ab (10.04.15)

Der Golfstrom bringt in großer Menge vergleichsweise warmes und salzhaltiges Wasser an die Küste von Island und gilt als eine Art kostenlose "Zentralheizung". Für die geographische Lage der Insel weit im Norden ist es durch die Auswirkung des Golfstroms vergleichsweise mild, in Grönland dominieren auf gleicher Breite gewaltige Eismassen das Land. In einer kürzlich in der Zeitschrift "Nature" veröffentlichten Publikation wird nun über eine drohende Abschwächung der Meeresströmung berichtet. Stefan Rahmstorf und andere Wissenschaftler führen als Ursache große Mengen Süßwasser an, die durch das Abschmelzen arktischen Eises ins Meer gelangen. Der isländische Ozeanograph Héðinn Valdimarsson zeigte sich angesichts der Publikation nur wenig überrascht. Bereits in den Jahren 1965 bis 1971 war es zu einem ungewöhnlich starken Abschmelzen des Meereises in der Arktis gekommen und vergleichsweise kaltes und salzarmes Wasser zirkulierte im Nordatlantik und schwächte den Golfstrom ab. Das isländische Meeresforschungsinstitut hat bisher keine Erhöhung des Süßwasseranteils im Meer um Island festgestellt, lediglich in den letzten 3 Jahren haben die Forscher etwas tiefere Wassertemperaturen gemessen. Héðinn Valdimarsson nennt als eine mögliche Ursache auch Windverhältnisse, die Meeresströmungen vorübergehend beeinflussen können.

Island zieht Antrag auf EU-Beitritt zurück (13.03.15)

Die isländische Regierung hat in einem Schreiben an die EU den Antrag Islands auf eine EU-Mitgliedschaft zurückgezogen. Damit haben die Mitte-Rechts-Parteien ihre bereits im letzten Wahlkampf gemachte Ankündigung umgesetzt. Der Beitritt war 2009 während der Wirtschaftskrise von der damaligen linken Regierung beantragt worden, lag aber nach dem Regierungswechsel 2013 seit fast 2 Jahren auf Eis. Größter Streitpunkt in den Verhandlungen waren Fragen der Fischereiwirtschaft, einem der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren Islands. Die Entscheidung der Regierung führte zu Protesten, da sich die Mehrheit der Bevölkerung übergangen fühlt. Laut einer Umfrage fordern über 80% der Isländer ein Referendum über die Frage, ob der Antrag zurückgezogen werden soll. Schon mehr als 50.000 Isländer haben eine entsprechende Petition unterzeichnet.

Holuhraun-Eruption ist zu Ende (01.03.15)

Nach 6 Monaten ging die Eruption im Lavafeld Holuhraun zu Ende. Der Vulkanausbruch war einer der größten und gefährlichsten in der Geschichte Islands, monatelang wurden große Mengen giftiger Gase ausgestoßen und die neue Lava bedeckt eine Fläche von etwa 90 Quadratkilometern. Durch die Lage der Ausbruchstelle mitten im Hochland weitab von Siedlungen kam aber niemand direkt zu Schaden.
Die ersten Anzeichen für einen Vulkanausbruch traten am 16. August 2014 auf. Eine Reihe von Erdbeben erschütterte den Vulkan Bardarbunga und Fachleute befürchteten eine Eruption unter dem Gletscher Vatnajökull mit großen Flutwellen und Ascheproduktion. Vermutlich fand am 23.08.14 tatsächlich ein kurzer und kleiner Ausbruch unter dem Gletscher statt, zumindest sprechen verschiedene Meßwerte dafür. Wenige Tage später begann eine Spalteneruption nördlich des Gletschers im Lavafeld Holuhraun. Dieser Ausbruch dauerte bis heute an, ausführliche Informationen gibt es auf unserer Seite Vulkan Holuhraun. Das Team von iceland.de war vor einigen Tagen nochmals mit einem Rundflug unterwegs, dabei entstand das folgende Video.

Sturm bring Touristen in Gefahr (23.02.15)

Ein weiterer Orkan ist am Sonntag über den Süden von Island hinweggefegt. Rettungsmannschaften mussten mindestens 10 Autofahrern zur Hilfe kommen, deren Scheiben von fliegenden Steinen zertrümmert wurden. Die Insassen, meist Touristen, wurden in ein Hotel gebracht. Das Unwetter wird für die Touristen noch ein teures Nachspiel haben, da die Schäden an den Fahrzeugen nicht durch die Versicherung gedeckt sind.
Stürme, die so stark sind, daß sie auch kleinere Steine durch die Gegend fliegen lassen, sind für Island nicht ungewöhnlich, aber viele Touristen informieren sich nicht ausreichend und bringen sich selbst und andere dadurch in erhebliche Gefahr. In Island stehen umfangreiche Informationen zum sicheren Reisen, zum Wetter und den Straßenverhältnissen im Internet zur Verfügung, so z.B. auf www.safetravel.is, www.vegag.is und www.vedur.is - die Vermieter der Leihwagen weisen in ihren Infobroschüren auch darauf hin. An vielen Stellen entlang der Straßen gibt es automatische Anzeigetafeln, die sowohl die Windstärke, als auch die Temperatur anzeigen. Gefährlich hohe Windgeschwindigkeiten werden in roter Schrift angezeigt und Einheimische vermeiden Fahrten auf den entsprechenden Streckenabschnitten.

Holuhraun Eruption voraussichtlich in wenigen Tagen für Besucher besser zugänglich (13.02.15)

Holuhraun Vulkanausbruch - Sperrgebiet
Sperrgebiet um Holuhraun.

Die isländische Zivilschutzbehörde hat in Absprache mit der Polizei und verschiedenen Wissenschaftlern angekündigt, das Sperrgebiet rund um den Vulkanausbruch Holuhraun deutlich zu verkleinern. Damit wird es voraussichtlich bereits in wenigen Tagen möglich sein, sich unter gewissen Auflagen mit Geländewagen der Ausbruchstelle bis auf wenige Kilometer zu nähern. Ausschlaggebend für die Entscheidung war zum einen die weitere Abschwächung des Ausbruches in den letzten Wochen, vor allem aber auch neue Berechnungen zum Ausstoß giftiger Gase unter Berücksichtigung der zu erwartenden Witterungsverhältnisse in den nächsten Wochen. Die Behörden warnen jedoch weiterhin eindringlich vor einem Besuch des Gebietes ohne Schutzausrüstung und empfehlen dringend, regelmäßig die Gasmeßwerte und Prognosen zur Konzentration giftiger Gase beobachten. Konkrete Informationen über die aktuelle Anpassung des Sperrgebietes werden für die nächsten Tage erwartet. Voraussichtlich wird eine Hochlandpiste, die vom See Myvatn zu einem Aussichtspunkt südlich des Berges Kattbeking führt freigegeben, der Aussichtspunkt ist etwa 10km vom Ausbruch entfernt.
Sollte sich die Situation nicht vorher grundlegend ändern, wird dann in einigen Wochen eine erneute Anpassung der Größe des Sperrgebietes geprüft. Der Vulkanausbruch Holuhraun ist der größte Ausbruch in Island seit der Lakieruption 1783 und man erwartet, dass zahlreiche Touristen die Gelegenheit nutzen wollen, sich das Naturschaupiel aus der Nähe anzusehen.

Hotels in Reykjavik ausgebucht (10.02.15)

Derzeit sind in Reykjavik praktisch alle Hotels komplett ausgebucht. Dies verdient vor allem deshalb besondere Erwähnung, weil bis vor wenigen Jahren der Winter eine äußerst unattraktive Zeit für Touristen war und viele Hotels während dieser Zeit geschlossen waren. Der für das Sónar Musikfestival verantwortliche Manager Björn Steinbekk berichtete trotz frühzeitiger Buchung von erheblichen Problemen, Unterkünfte für Journalisten zu finden, die über das Festival berichten wollten. Das Musikfestival wurde ursprünglich auf diese Zeit des Jahres gelegt, weil kaum Touristen im Land waren. Für das kommende Wochenende werden alleine rund 1.700 Festivalbesucher aus dem Ausland erwartet.

Buch über das Islandschaf erscheint in Kürze (08.02.15)

In diesen Tagen erscheint ein spannendes Hintergrundbuch zur "Wollmilchsau" Islands: dem Schaf. Bis etwa 1910 waren Schafe die wesentlichen Milchlieferanten. Nahezu die gesamte Kleidung bestand aus Wolle, Schuhe waren meist aus Schafleder. Das Fleisch war und ist ein wichtiger Nahrungsbestandteil. Auch Innereien, Knochen und Hörner wurden (und werden) genutzt, ebenso wie das Fell und Leder. Auch wenn Weiß dominiert, ist die Farbvielfalt groß. Es gibt Schafe mit und ohne Hörner und mit vier Hörnern ... und „Anführerschafe“ mit besonderer Intelligenz.
Die volkswirtschaftliche Bedeutung der Schafe ist bis heute enorm. Wie jede(r) Islandreisende feststellt, trifft man unterwegs immer wieder auf kleine Gruppen von Schafen. Es gab zwar Versuche mit eingeführten Schafrassen, aber alle heutigen Schafe sind letztlich Abkömmlinge der Tiere, die im 9. und 10. Jahrhundert mit den ersten Siedlern Islands ins Land kamen.
Dieses kleine Buch bietet auf 60 Seiten eine kompakte und dennoch fundierte Einführung in die Besonderheiten der Islandschafe früher und heute. Über 100 historische und aktuelle Fotoaufnahmen, Karten und Diagramme machen es zu einer Fundgrube sowohl für Islandfreunde als auch für Schafexperten. Ein Blick über die Insel hinaus („Islandschafe im Ausland“) rundet das Werk ab.
Die deutschstämmige Autorin Caroline Kerstin Mende lebt mit Hund, Pferden und Schafen im nordisländischen Skaga­fjörður, wo fast jeder Hof Schafe hat. Sie bietet auf ihrem kleinen Hof Nes auch Workshops rund um das Islandschaf an.
Ein Klick auf folgenden Link öffnet ein vierseitiges PDF für einen kleinen Einblick:
http://www.verlag-alpha-umi.de/Das_Islandschaf_Umschlag_Inhalt.pdf. Das Buch ist direkt beim Verlag unter info[at]verlag-alpha-umi.de noch bis zum 10. Februar zum Subskriptionspreis von 7,70 Euro erhältlich, danach für 8,90 Euro (plus 2,00 Euro Versand, ab 3 Stück frei).

isländische Wollmilchsau

Erdbeben nahe Reykjavik (30.01.15)

Ein Erdbeben der Stärke 3,2 ereignete sich gestern Abend nahe Reykjavik. Das Epizentrum lag 4km östlich des Berge Helgafell bei Hafnarfjörður. Das Beben war in Hafnarfjörður deutlich zu spüren, es folgten einige leichtere Nachbeben. Gegen 23 begann letzte Nacht eine Bebenserie nahe des Felsens Geirfugladrangur vor der Halbinsel Reykjanes. Das stärkste Beben erreichte eine Magnitude von 3.

Asentempel entsteht in Reykjavik (22.01.15)

Im März 2015 soll mit dem Bau des ersten Asentempels seit 1000 Jahren begonnen werden. Als Standort ist der bewaldete Hügel Öskjuhlíð vorgesehen, auf dem auch der Aussichtspunkt "Perle" steht. Das Gebäude soll auf einer Fläche von 350qm bis zu 250 Menschen Platz bieten, die Fertigstellung ist für Sommer 2016 geplant. Ursprünglich planten die Anhänger der Religion den Tempel im Elliðaárdalur zu errichten, auf Vorschlag der früheren Bürgermeisterin Ingibjörg Sólrún Gísladóttir wurde dann aber der Standort nahe des Stadtzentrums und in der Nähe der Universität gewählt. Der Baugrund wurde von der Stadt zur Verfügung gestellt, die Baukosten in Höhe von etwa 860.00 EUR werden von den 2.400 Mitgliedern der Gemeinde getragen.

Endgültiges Aus für EU-Beitritt? (07.01.15)

Ein Beitritt Islands in die EU scheint in weite Ferne zu rücken. Wie Premierminister Sigmundur David Gunnlaugsson kürzlich ankündigte, plant die Regierung, einen entsprechenden Beschluss im Frühjahr dem Parlament vorzulegen. Die isländische Regierung glaubt, die Interessen des Landes außerhalb der EU besser wahrnehmen zu können. Während die Fortschrittspartei von Premier Gunnlaugsson klar für einen eigenständigen Weg Islands ist, steht der Koalitionspartner, die konservative Unabhängigkeitspartei, einen Beitritt zur EU eher positiv gegenüber. Ob also im Parlament eine Mehrheit für ein endgültiges Aus zu den Verhandlungen zustande kommt, ist offen.