Alles, was Sie schon immer über Island wissen wollten

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Aktuell

Hoher Druck im Vulkan Hekla (24.07.20)

Aktuelle Messungen in der Umgebung des Vulkans Hekla deuten darauf hin, dass sich im Berg ein enormer Druck aufgebaut hat. Er ist deutlich größer als vor den letzten Ausbrüchen in den Jahren 1991 und 2000. Das Institut für Geowissenschaften warnte Wander davor, den Vulkan zu besteigen, da Ausbrüche der Hekla meist ohne Vorwarnung stattfinden. Häufig beginnen die Ausbrüche der Hekla auch explosiv und es wäre für Wanderer kaum möglich, der Gefahr rechtzeitig zu entkommen. Es gibt abgesehen vom hohen Druck keine Anzeichen für einen unmittelbar bevorstehenden Ausbruch, die Situation kann sich aber jederzeit auch kurzfristig ändern.

Icelandair kündigt Entlassung aller Flugbegleiter an (17.07.20)

Nach langen Verhandlungen mit der Gewerkschaft FFI hat Icelandair angekündigt, alle Flugbegleiter zu entlassen. Nach monatelangen Verhandlungen, die auch ein langfristiges Überleben der Fluglinie sichern sollten, hatten die Mitgleider der Gewerkschaft am 8. Juli zum drittenmal eine Vereinbarung abgelehnt, die von den Verhandlungsführern der Gewerkschaft und von Icelandair vorgelegt worden war. Die Verhandlungen wurde danach zwar weiter geführt, kamen aber zu keinem Ergebnis. Ab 20. Juli sollen Piloten, die derzeit wegen Corona nicht im Einsatz sind, vor allem die Sicherheit in der Kabine gewährleisten. Icelandair hat angekündigt, Gespräche mit einer anderen Gewerkschaft zu suchen, die kürzlich mit der Billigairline Play eine Vereinbarung erreicht hat. Gleichzeitig soll es aber weitere Gespräche mit FFI geben, um vielleicht doch noch eine Einigung zu erzielen.

Tourismus im Juni bricht um 97% ein (10.07.20)

Im Juni haben 11.235 Passagiere am Flughafen Keflavik Island verlassen. Davon hatten 53% einen ausländischen Paß und die 5.943 Reisenden nichtisländischer Nationalität wurden als Touristen gewertet. Im Juni 2019 flogen fast 260.000 Passagiere aus Keflavik ab, davon 195.000 Touristen. Somit ist der Tourismus im Juni 2020 gegenüber dem Vorjahr um 97% eingebrochen. Die meisten Besucher kamen im Juni 2020 aus Deutschland und Dänemark gefolgt von den baltischen Ländern und der Schweiz. Für die ersten 6 Monate des laufenden Jahres ging die Zahl der Touristen, die über Keflavik ausreisten, um 62% auf 341.000 zurück (899.000 im Vorjahr). Viele Isländer nutzen dieses Jahr, um ihr eigenes Land ohne Besuchermassen neu zu entdecken. Vor allem Hotels außerhalb von Reykjavik sind mit der Auslastung an den Wochenende nicht unzufrieden.

3 neue Coronafälle in Island (03.07.20)

Nach Angaben von covid.is wurden gestern 3 neue Coronafälle in Island bestätigt. Unter den positiv Getesteten ist auch ein einjähriges Kind. Die Mutter des Kindes war vor 11 Tagen nach Ihrer Rückkehr aus Albanien positiv getestet worden. Neben den 3 Fällen innerhalb des Landes gab es auch bei den verpflichtenden Coronatests an den Grenzen 2 positive Fälle. Bis zum Vorliegen weiterer Testergebnisse sind die Betroffenen in Quarantäne. Derzeit gibt es 13 aktive Fälle in Island und 438 Personen befinden sich in Quarantäne. Insgesamt wurden bisher 1.855 Menschen positiv getestet.

Drei Tote bei Hausbrand in Reykjavik (26.06.20)

Gestern brach am Nachmittag ein Feuer in einem Wohnhaus an der Ecke Vesturgata - Bræðraborgarstígur in Reykjavik aus. Dabei kamen drei Menschen ums Leben. Der Brand wurde um 15:15 Uhr gemeldet und das Gebäude stand beim Eintreffen der Feuerwehr in Vollbrand. Rund 60 Feuerwehrleute waren bis weit in die Nachtstunden mit den Löscharbeiten beschäftigt. Die Bedingungen waren sehr schwierig, da das Gebäude einzustürzen drohte.
Zum Zeitpunkt des Brandes befanden sich etwa 10 Menschen im Haus, die genaue Zahl der Bewohner ist nicht bekannt. Nach ersten Informationen wurde das Haus von einer Zeitarbeitsfirma genutzt, um ausländische Arbeitnehmer unterzubringen. Die Zeitarbeitsfirma hat aber dementiert, irgendetwas mit dem Haus zu tun zu haben. Eine Untersuchung der Brandursache und der Besitz- und Wohnverhältnisse hat begonnen.

iceland.de unterstützt das Projekt "Plant a tree in Iceland" (19.06.20)

Die globale Klimakrise ist heute eine der größten Bedrohungen für die Menschheit und andere Lebewesen. Klimaexperten sind sich einig, dass das Pflanzen von Bäumen eine der besten Möglichkeiten ist, um die Menge an Kohlendioxid in der Luft zu reduzieren oder sie zumindest langsamer steigen zu lassen.
Wir haben vom Verlag 200 vergünstige Exemplare des neuen Buches "Klimawandel und Energiewende" erhalten. Da für das Buch Preisbindung besteht, verkaufen wir es zwar zum regulären Preis, spenden aber die Preisdfifferenz von 4,45 EUR pro Exemplar an das Projekt Plant a Tree in Iceland.
Ihr könnt das Buch per Email zum Preis von 14,80 EUR bei uns bestellen, bitte einfach die Versandadresse in der Mail angeben. Wir senden es Euch innerhalb von Deutschland versandkostenfrei per Post zu und ihr überweist den Rechnungsbetrag einfach nach Erhalt.
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Droht ein Vulkanausbruch der Grimsvötn? (12.06.20)

Geowissenschaftler haben im Bereich des Vulkans Grimsvötn, der unter dem Gletscher Vatnajökull liegt, in den letzten Monaten zunehmende thermische und seismische Aktivität registriert. Auch ein verstärktes Ausströmen von Gasen deutet darauf hin, dass die seit dem letzten Ausbruch im Jahr 2011 andauernde Ruhephase der Grimsvötn zu Ende geht. Der Wasserstand im subglazialen Grimsvötn-See ist derzeit sehr hoch und die Wissenschaftler rechnen damit, dass in den nächsten Monaten ein Gletscherlauf stattfindet. Durch den sinkenden Wasserspiegel würde der Druck auf die unter dem See liegende Magmakammer nachlassen und dies könnte wie schon früher zu einem Ausbruch führen. Die Grimsvötn stehen stehen nun unter verstärkter Beobachtung durch die Wissenschaftler.

Sechs Fluggesellschaften fliegen im Sommer nach Island (05.06.20)

Sechs Fluggesellschaften haben inzwischen für Sommer 2020 regelmäßige Flüge nach Keflavik angekündigt. Die ungarische Wizz Air fliegt bereits seit einigen Tagen zwischen Keflavik und London und plant weitere Strecken. Nach Angaben des Flughafenbetreibers ISAVIA werden auch Atlantic Airways, Czech Airlines, Icelandair, SAS uns Transavia Flüge anbieten.
Atlantic Airways wird dreimal wöchentlich wieder Flüge zwischen Island und den Färöerinseln aufnehmen. Ab 17. Juni möchte Czech Airlines zweimal pro Woche die Strecke Prag - Keflavik bedienen. Icelandair beginnt ab Mitte Juni wieder mit Flügen nach Kopenhagen sowie nach Frankfurt, München und Berlin. Zwischen Amsterdam und Keflavik soll dreimal wöchentlich eine Maschine von Transavia verkehren. Einige Fluggesellschaften haben aber auch angekündigt, in diesem Jahr keine Flüge anzubieten, darunter American Airlines, Delta, United und Air Canada.

Präsidentenwahl am 27. Juni (29.05.20)

In Island finden am 27. Juni Präsidentschaftswahlen statt. Die Wahlkommission hat nun bestätigt, dass es zwei Kandidaten geben wird. Der amtierende Präsident Guðni Th. Jóhannesson stellt sich erneut zur Wahl. Zweiter Kandidat ist Guðmundur Franklín Jónsson, ein Geschäftsmann und ehemaliger Vorsitzender der inzwischen aufgelösten Rechts-Grünen Volkspartei. Nach aktuellen Umfragen hat der bisherige Präsident beste Chancen auf eine zweite vierjährige Amtszeit.

Nur ein neuer Corona-Fall in 7 Tagen (22.05.20)

In Island wurde gestern ein neuer Coronafall bestätigt - der einzige im Verlauf der letzten Woche und der fünfte seit Anfang Mai. Damit gibt es aktuell in Island 1.803 bestätigte Fälle. Gestern wurden 441 Coronatests durchgeführt, die Gesamtzahl durchgeführter Tests liegt bei 57.628. Dies entspricht 15,7% der isländischen Gesamtbevölkerung.
Island kehrt langsam wieder in einen vorsichtigen Normalzustand zurück. Seit Montag dieser Woche dürfen Schwimmbäder wieder öffnen, ab 25. Mai dürfen auch Bars und Fitness Center wieder öffnen. Die Aufforderung, mindestens 2 m Abstand zu halten, gilt aber weiterhin.
Die aktuellsten Informationen rund um COVID-19 in Island sind auf covid19.is zu finden.

Island öffnet Grenzen am 15. Juni (15.05.20)

Island wird spätestens am 15. Juni 2020 seine Grenzen für alle Reisenden wieder öffnen. Bei der Einreise steht für alle ankommenden Reisenden ein Corona-Test zur Verfügung. Die Grenzen waren am 20. März 2020 für Touristen geschlossen worden, die von Ländern außerhalb der EFTA-Staaten einreisen wollten. Zunächst war geplant, die Einreisebeschränkungen am 15. Mai aufzuheben, sie wurden aber noch einmal um 4 Wochen verlängert.
Derzeit müssen sowohl aus dem Ausland zurückkehrende Isländer, als auch Touristen nach der Einreise in eine 14-tägige Quarantäne. Die Ergebnisse der Coronatests ab 15. Juni sollen noch am Tag der Probenahme vorliegen und eine Quarantäne negativ getesteter Einreisender überflüssig machen. Wer bei der Einreise nach Island einen aktuellen negativen Coronatest (maximal 2 Tage alt) nachweisen kann, muss ebenfalls nicht in Quarantäne. Alle Touristen werden aber gebeten, die offizielle isländische Corona Tracing App auf ihrem Smartphone zu installieren.

Gletscher in Island haben 800 Quadratkilometer Fläche in 20 Jahren verloren (08.05.20)

In den vergangen 20 Jahren ist die Fläche der isländischen Gletscher um etwa 800 Quadratkilometer geschrumpft. Dies entspricht etwa der Fläche der Halbinsel Reykjanes im Südwesten Islands. Die Daten wurden von einer Gruppe isländischer Glaziologen veröffentlicht.
Ihre maximale Ausdehnung in historischer Zeit erreichten die Gletscher in Island Ende des 19. Jahrhunderts. Seitdem haben die Gletscher fast 2.200 Quadratkilometer Fläche verloren. In den letzten Jahren lag der jährliche Flächenverlust in einer Größenordnung von etwa 40 Quadratkilometern jährlich. Rekordhalter im Jahr 2019 waren die Gletscher Hagafellsjökull (Langjökull) und Síðujökull sowie Tungnárjökull (beide Vatnajökull). Sie zogen sich jeweils um 150 m zurück.

Massenentlassung bei Icelandair als Folge von Corona (01.05.20)

Icelandair hat über 2.000 Angestellte entlassen, das ist ein großer Teil der gesamten Belegschaft. Fast 900 der 940 Flugbegleiter verloren ihren Job ebenso, wie 421 Piloten. Nur noch 26 Piloten bleiben vorerst weiter beschäftigt. Die Entlassung von über 2.000 Mitarbeitern ist die größte Massenentlassung in der isländischen Geschichte und übertrifft sogar noch die Auswirkungen der Pleite von WOW-Air im Jahr 2019.
Anfang März beschäftigte Icelandair noch 3.400 Mitarbeiter, Ende März wurden bereits 240 entlassen. Die restlichen Mitarbeiter sind in Teilzeitarbeit. Derzeit werden nur noch Flüge nach London, Stockholm und Boston durchgeführt, um Island nicht völlig von der Außenwelt abzuschneiden. Außerdem konnte Icelandair einen Vertrag mit Schenker für 45 Frachtflüge von Shanghai nach Deutschland und in die USA unterzeichnen.

Eines der stärksten Erdbeben am Bárðarbunga seit dem Ausbruch 2015 (24.04.20)

Am 20. April ereignete sich um 3:54 Uhr am Morgen ein Beben der Stärke 4,8 im Bereich der Bárðarbunga Caldera. Das Beben ist das Vierstärkste seit dem Holuhraun-Ausbruch im Jahr 2015. Der Holuhraun-Ausbruch wird dem Bárðarbunga System zugeordnet. Dem Hauptbeben folgten über zehn leichtere Nachbeben. Nach Einschätzung von Geowissenschaftlern droht aber aktuell kein neuer Ausbruch, sie halten gelegentliche Beben für normal. Seit dem Ende des Ausbruches im Jahr 2015 sammelt sich wieder Magma unter der Caldera an. Über kurz oder lang wird es sicher einen neuen Ausbruch geben und die Wissenschaftlter hoffen, dass sich wie auch vor Beginn des letzten Ausbruches wieder deutliche Hinweise in Form von ganzen Bebenserien zeigen.

Erdbebenwarnung für das Hauptstadtgebiet (17.04.20)

Seit Ende Januar 2020 wurden auf der Halbinsel Reykjanes südwestlich von Reykjavik mehr als 8.000 Erdbeben registriert. Kristín Jónsdóttir von Meteorologischen Institut, das auch für die Erdbebenüberwachung zuständig ist, hält ein Beben der Stärke 6 in näherer Zukunft für zunehmend wahrscheinlich. Ein Beben dieser Stärke wäre auch im Hauptstadtgebiet deutlich zu spüren und den Einwohnern wird empfohlen, siche entsprechend vorzubereiten. Rund um die Ortschaft Grindavik, unter der die meisten Beben ihren Ausgangspunkt haben, hat sich der Boden seit Januar um 10 cm gehoben - ein deutlicher Hinweis darauf, dass Magma in Richtung Erdoberfläche strömt. Insgesamt konnten Wissenschaftler 3 Stellen ausfindig machen, wo sich unterirdisch Magma angesammelt hat. Die Gefahr eines unmittelbar bevorstehenden Vulkanausbruches sehen Fachleute allerdings nicht. Da die meisten Gebäude in Island erdbebensicher errichtet sind, besteht keine unmittelbare Gefahr für die Bewohner. Es wird aber empfohlen, die Haushalte auf ein stärkeres Beben vorzubereiten, z.B. indem lose Gegenstände in Wohnungen gesichert werden.

Tourismusindustrie in großen Schwierigkeiten (10.04.20)

Die Vereinigung isländischer Tourismusunternehmen geht davon aus, dass die Existenz von mehr als 50% der Mitgliedsunternehmen aufgrund der Covid-19-Pandemie gefährdet ist. Man rechnet damit, dass in den nächsten Monaten keine Einkünfte generiert werden können und die Hauptsaison 2020 komplett ausfällt. Erst für 2021 sind wieder nennenswerte Einnahmen zu erwarten. Als ein konkretes Beispiel werden die Passagierzahlen der Fluggesellschaft Icelandair genannt. Bereits im März gingen die Passagierzahlen gegenüber dem Vorjahr um 54% zurück, im April wurden weniger als 10% der geplanten Flüge durchgeführt.

Tourismus in Island von Milliardenverlust bedroht (03.04.20)

Die Covid-19-Pandemie könnte der Tourismusindustrie in Island nach Schätzung von Fachleuten einen Verlust in Milliardenhöhe bescheren, Experten nennen eine denkbare Größenordnung von 1,7 Millarden Euro. Bei Ihrer Schätzung gehen die Fachleute davon aus, dass von März bis August 2020 Touristen weitgehend ausbleiben und damit die Hauptsaison 2020 mehr oder weniger komplett entfällt. Dies würde rund 17% des Bruttoinlandsproduktes von Island entsprechen. Bereits jetzt sind mehrere hundert Reiseleiter arbeitslos und erste Hotels vor allem in ländlichen Regionen stehen kurz vor der Insolvenz.

Flughäfen in Akureyri und Egilsstadir werden ausgebaut (27.03.20)

Auch in Island hat die Regierung ein Investitionsprogramm aufgelegt, um die negativen wirtschaftlichen Folgen von Covid19 zu dämpfen. Für Infrastrukturmaßnahmen ist ein Investitionsvolumen von 132 Millionen Euro vorgesehen, davon sollen rund 39 Millionen Euro in den Verkehrsbereich fließen.
Am Flughafen von Akureyri in Nordisland soll das Terminal erweitert und die Landebahn ausgebaut werden, um den Tourismus in der Region zu fördern. Im ostisländischen Egilsstadir soll vor allem in den Ausbau der Flugsicherheit investiert werden, außerdem soll Platz geschaffen werden, um bis zu 20 große Flugzeuge parken zu können, wenn der internationale Flughafen Keflavik z.B. wegen Sturm gesperrt werden muss und Maschinen nach Egilsstadir ausweichen. Insgesamt werden die Maßnahmen auch unter dem Aspekt gesehen, dass Island langfristig im Tourismus nur dann wettbewerbsfähig bleibt, wenn es mehrere Flughäfen im Land gibt, die aus dem Ausland angeflogen werden können. Die Bauarbeiten sollen noch im Jahr 2020 beginnen.

Bevölkerungszahl in Island um 2% gewachsen (20.03.20)

In Island lebten Ende des Jahres 2019 insgesamt 364.134 Menschen, gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies eine Zunahme um 2%. Die Zahl der Männer (186.941) nahm um 2,2% zu, die der Frauen (177.193) um 1,7%, für divers sind keine Daten verfügbar. Der größte prozentuale Zuwachs war mit 3,9% (1.053) in Südisland zu verzeichnen, gefolgt vom Hauptstadtgebiet mit 2,1% (4.803) und selbst in den abgelegenen Westfjorden nahm die Bevölkerung um 52 Personen zu.

Starkes Erdbeben bei Grindavik (13.03.19)

Ein Erdbeben der Stärke 5,2 ereignete sich am Donnerstag Morgen nahe der Ortschaft Grindavik auf der Halbinsel Reykjanes. Das Beben war auch in Reykjavik zu spüren. Wissenschaftler wollen die Messdaten noch einer genaueren Analyse unterziehen, die Stärke könnte deshalb noch korrigiert werden. Ende Januar wurde nahe Grindavik erstmals verstärkte seismische Aktivität registriert, Geowissenschaftler vermuten als Ursache eine mögliche Magmaansammlung.

Erste bestätigte Corona-Infektion in Island (28.02.20)

Die isländische Gesundheitsbehörde bestätigte die erste Infektion mit dem Coronavirus in Island. Heute um 13 Uhr wurde ein Mann positiv getestet und befindet sich im Universitätskrankenhaus in Quarantäne. Der Infizierte zeigt typische Symptome wie Fieber und Muskelschmerzen, befindet sich aber nicht in einem ernsten Zustand. Er kam kürzlich aus Norditalien nach Island zurück und die Behörden versuchen nun, möglichst alle Kontaktpersonen in Island zu ermitteln. Über weitere Maßnahmen beraten die Behörden, für den Nachmittag ist eine Pressekonferenz angekündigt.

Aluminiumwerk Straumsvik nicht mehr rentabel (14.02.20)

Rio Tinto, Betreiber des Aluminiumswerks ISAL in Straumsvik vor den Toren Reykjaviks, will die zukünftige Strategie für das Werk grundsätzlich überdenken. Bis Mitte des Jahres soll darüber entschieden werden, wie es mit dem Werk weitergeht. Dabei sind alle Optionen denkbar, selbst eine Schließung ist möglich. Da die Fabrik auf dem Weltmarkt nicht mehr wettbewerbsfähig ist, wurde die Produktion bereits auf 85% der Kapazität gedrosselt. Der Betreiber Rio Tinto will auch mit der isländischen Regierung und dem Stromlieferanten Landsvirkjun über bessere Konditionen verhandeln.

Fast 2 Millionen Touristen im Jahr 2019 (07.02.20)

Im Jahr 2019 sind fast 2 Millionen Touristen über den Flughafen Keflavik nach Island eingereist. Gegenüber dem Jahr 2018 ist dies ein deutlicher Rückgang um 14,2%. Besonders stark gingen die Besucherzahlen im Mai (-20,7%) und im September (23.6%) zurück. Die meisten Gäste kamen aus den USA, gefolgt von Besuchern aus Großbritannien, China, Deutschland und Frankreich. Gleichzeitig ging die Besucherzahl aus den USA am stärksten zurück, fast um ein Drittel. Im Durchschnitt verbrachten die Touristen 6,6 Tage in Island.

Keine Magma-Ansammlung nahe der Oberfläche (31.01.20)

Nach der Auswertung neuer Daten gehen Geowissenschaftler davon aus, dass sich im Gebiet um Grindavik kein Magma nahe der Oberfläche ansammelt. Während der letzten Wochen wurde unter dem Berg Þorbjörn deutlich verstärkte seismische Aktivität beobachtet und der Boden hob sich um mehrere Zentimeter. Das Gebiet um Grindavik wird verstärkt überwacht, um einen überraschenden Vulkanausbruch möglichst sicher ausschließen zu können. Dennoch werden auch Vorbereitungen für eine Evakuierung getroffen. So wurden die Einwohner von Grindavik bereits ausführlich über die Situation informiert und ein Evakuierungsplan vorgstellt. Das Straßenbauamt hat angekündigt, für alle möglichen Fluchtwege aus Grindavik einen täglichen Winterdienst zu garantieren.

Island bereitet sich auf das Coronavirus vor (24.01.20)

Auch Island bereitet sich auf das Coronavirus vor. Am internationalen Flughafen Keflavik werden ankommende Passagiere mit Anzeichen von Atemswegserkrankungen aufgefordert, sich bei den Behörden am Flughafen zu melden. Die Aufforderung gilt auch für Personen, die in den letzten 14 Tagen die Region Wuhan in China besucht haben oder mit bereits infizierten Personen Kontakt hatten. Die Passagiere werden dann direkt am Flughafen untersucht und abhängig vom Ergebnis der Untersuchung kann eine Quarantäne verhängt werden. Erfahrungen aus früheren Jahren zeigen, dass es nicht möglich ist, bei allen ankommenden Passagieren die Körpertemperatur zu messen oder einen Fragebogen auszulegen.

Sturm fordert vermutlich 2 Todesopfer (17.01.20)

Auf dem südisländischen Solheimasandur wurden nahe des bekannten Flugzeugwracks die Körper von zwei jungen chinesischen Touristen gefunden. Sie lagen etwa 150 m voneinander entfernt am Weg, der von einem Parkplatz zum Wrack führt. Am Parkplatz wurde ein Leihwagen mit zerbrochenen Scheiben gefunden, er hatte am 13. Januar gegen 15 Uhr eine Überwachungskamera im nahe gelegenen Ort Hvolsvöllur passiert. Am diesem Tag herrschten extreme Wetterverhältnisse, die Behörden hatten eine Reisewarnung ausgesprochen. Dies legt laut Polizei die Vermutung nahe, dass die beiden Chinesen in das Unwetter gerieten und an Erschöpfung oder Unterkühlung gestorben sind. Die Todesursache wurde aber noch nicht offiziell bekannt gegeben, da die Ergebnisse der Obduktion noch nicht vorliegen.

39 Schneemobilfahrer vom Langjökull gerettet (10.01.20)

Zu einem Großeinsatz wurden rund 300 freiweillige Rettungskräfte von Bergwacht, Rotem Kreuz und anderen Organisationen am 7. Januar gerufen. Eine Gruppe von 39 Snowmobilfahrern war am Fuße des Gletschers Langjökull bei Skálpanes in einen Schneesturm geraten. Sie waren auf einer Snowmobiltour mit dem Veranstalter Mountaineers of Iceland, der trotz einer Sturmwarnung die Tour nicht abgesagt hatte. Bis zur Ankunft der Rettungskräfte suchten die in Not geratenen Touristen Schutz in selbst gegrabenen Schneehöhlen. Die Rettungskräfte kamen gegen Mitternacht bei der Gruppe an und brachten alle Teilnehmer des Ausfluges nach weiteren 6 Stunden unverletzt zum Besucherzentrum am Wasserfall Gullfoss, wo sie mit Getränken und Essen versorgt und vom Krisendienst betreut wurden.
Wegen des Sturms war am 7. Januar der nationale und internationale Flugverkehr eingestellt, viele Straßen waren gesperrt und es kam vor allem in Westisland zu Stromausfällen. Haukur Herbertsson von Mountaineers of Iceland teilte mit, die Tour sei nicht abgesagt worden, weil man damit gerechnet hatte, sie rechtzeitig vor Beginn des Sturmes zu beenden. Ein außerplanmäßiger Besuch der Eishöhle auf dem Langjökull verzögerte aber die Rückkehr und so geriet die Gruppe in den Sturm.

Nach dem Sturm ist vor dem Sturm... (03.01.20)

Das Meteorologische Institut von Island hat für morgen einen weiteren Wintersturm angekündigt. Im Großraum Reykjavik wurde die gelbe Warnstufe ausgerufen, es ist zwischen 9 Uhr und 14 Uhr mit Windgeschwididgkeiten bis zu 90 km/h zu rechnen, in Böen deutlich darüber. In Süd- und Westisland gilt Warnstufe gelb. Da auch mit Regen- und Schneefall zu rechnen ist empfehlen die Behörden, die Stadt möglichst nicht zu verlassen, gegebenenfalls ist auch mit Straßensperrungen zu rechnen.

Stromversorgung wieder im ganzen Land gesichert (20.12.19)

Nach einer Meldung des Energieversorgers RARIK wurde die Stromversorgung in allen Teilen Islands wiederhergestellt. Allerdings rechnet RARIK mit weiteren kurzzeitigen Stromausfällen in Folge von weiteren Reparaturarbeiten, da an vielen Stellen die Leitungen nach dem Sturm vor über einer Woche nur provisorisch repariert werden konnten. Wie Meteorologen feststellen, gab es seit 1973 keinen vergleichbaren Sturm in Island. Nach Informationen des Zivilschutzes waren unmittelbar nach dem Sturm Zeitweise bis zu 11.000 Menschen in über 7.000 Haushalten ohne Strom.

Island verbietet Schweröl ab 2020 (06.12.19)

Das Isländische Umweltministerium hat heute ein Verbot von Schweröl in seinen Gewässern angekündigt. Ab Januar 2020 dürfen Schiffe in der isländischen Hoheitszone nur noch mit schwefelarmen Treibstoff betrieben werden. Bisher war Treibstoff mit einem Schwefelgehalt von 3,5% zulässig, ab 1. Januar 2020 liegt der Grenzwert bei 0,1%. Damit hat Island zusammen mit Norwegen eine der strengsten Schwerölvorschriften weltweit. Bei der Nutzung von Schweröl entsteht auch besonders viel Ruß, der sich auf Gletschern ablagern kann und das Abschmelzen des Eises verstärkt.

Luftverschmutzung in Reykjavik (29.11.19)

Die isländische Hauptstadt Reykjavik hat wie so oft im Winter derzeit wieder mit Luftverschmutzung zu kämpfen. Über der Stadt wölbt sich bei Windstille eine Glocke aus grauen Abgasen und Feinstaub, verursacht hauptsächlich durch den Verkehr in der Stadt. Bereits an vier aufeinanderfolgenden Tagen wurden nun die Grenzwerte für Stickstoffdioxid überschritten, sie erreichten im Mittel über 24 Stunden 75 Mikrogramm pro Kubikmeter. Die Stadtverwaltung hat die Einwohner aufgerufen, soweit wie möglich auf die Nutzung von Privatfahrzeugen zu verzichten. Deutlich bessern wird sich die Situation aber wahrscheinlich erst wieder, wenn Wind aufkommt.

Touristenzahl weiter im Minus (22.11.19)

Die Nachfrage nach Tagestouren mit den großen isländischen Anbietern ist in diesem Herbst gegenüber dem Vorjahr deutlich zurück gegangen. Vor allem auch die Nachfrage nach Nordlichttouren ist deutlich rückläufig. Beim Anbieter Grayline sank die Zahl der Gäste im gleichen Maß, wie die Gesamtzahl der Touristen im Oktober um rund 18%. Noch größer ist der Rückgang gegenüber dem Vorjahr bei Reykjavik Excursions (-30%) und Bus Travel (über 30% Rückgang). Alleine bei Reykjavik Sightseeing stieg die Nachfrage nach Tagestouren gegenüber 2018 um rund 15%.
Insgesamt ging die Zahl der Touristen im Zeitraum von November 2018 bis Oktober 2019 gegenüber dem Zeitraum November 2017 bis Oktober 2018 um 12,6% zurück. Besonders deutlich ist der Rückgang von Besuchern aus den USA (-29,6%), aus Kanada (-24,7%) und Großbritannien (-12%). Dennoch kommen nach wie vor die meisten Touristen aus den USA (24,1%) und aus Großbritannien (13,2%), Deutschland liegt mit 6,5% auf dem Dritten Platz.

Erneut Tourist am Strand Reynisfjara verletzt (15.11.19)

Erneut wurde ein Tourist am Strand von Reynisfjara verletzt, weil er von einer großen Welle getroffen wurde. Der Strand ist eines der beliebtesten Ziele von Touristen in Südisland, gilt aber wegen manchmal extrem hoher Weller als sehr gefährlich. Im aktuellen Fall wurde ein Mann von einer Welle erfasst und mitgerissen, konnte sich aber aus eigener Kraft retten und wurde mit einer Schulterverletzung ins Krankenhaus gebracht.

Yoko Ono’s Imagine Peace Tower heller als je zuvor (08.11.19)

Yoko Ono’s Kunstinstallation "Imagine Peace Tower" auf der Insel Videy vor Reykjavik erstrahlt so hell wie noch nie. In den vergangenen Monaten wurden neue Spiegel installiert und sollen die Lichtsäule noch heller als bisher in den Himmel scheinen lassen. Sie erreicht in klaren Nächten eine Höhe von mindestens 4.000 Metern und wurde in Erinnerung an John Lennon errichtet. Deshalb wird der "Lichtturm" auch in jedem Jahr am 9. Oktober, dem Geburtstag John Lennon´s, in einem feierlichen Akt nach der Sommerpause in Betrieb genommen. In diesem Jahr nahmen rund 1.800 Gäste daran teil.

Domino’s Pizza verkauft Restaurants (01.11.19)

Die britische Pittakette "Domino’s Pizza" hat entschieden, sich aus den Märkten in Island, Schweden und Norwegen zurückzuziehen. Bisher waren die Niederlassungen in Island im Besitz der Muttergesellschaft, sollen aber nun verkauft werden. Grund für den Rückzug ist laut Internseite von Domino’s Pizza die "nicht zufriedenstellende Marktentwicklung". Wie der Chef der isländischen Niederlassungen mitteilte, soll der Betrieb dort aber normal weiterlaufen, er will die Filialen im Franchiseverfahren weiter betreiben. Details dazu konnte er aber noch nicht nennen. Derzeit betreibt Domino’s Pizza in Island 24 Restaurants mit rund 800 Angestellten.

Fördergelder für E-Tankstellen (25.10.19)

Laut einer Ankündigung der isländischen Regierung wurden Fördergelder von mehr als 30 Millionen Kronen genehmigt, um Beherbergungsbetriebe rund um Island beim Bau von E-Tankstellen für Elektrofahrzeuge zu unterstützen. Es ist geplant, die Einrichtung von insgesamt 112 Ladestationen mit 50% der Kosten zu unterstützen. Schon im Sommer wurden von drei Ministerien Pläne angekündigt, die Infrastruktur für Elektrofahrzeuge systematisch auszubauen. Über die Vergabe weiterer Fördergelder für Schnellladestationen wird derzeit beraten.

Neuer Aussichtspunkt in Thingvellir (18.10.19)

Im kommenden Winter soll an der Ostseite von Thingvellir an der Schlucht Hrafnagjá ein neuer Aussichtspunkt gebaut werden. Der Aussichtspunkt wird rund 7 km entfernt vom Besucherzentrum an der Westseite des Grabenbruchs liegen. Der alte Aussichtspunkt an der Ostseite des Sees wird seit dem Neubau der Straße durch den Nationalpark im Sommer nicht mehr genutzt. Auch einzelne kleinere Parkplätze wurden geschlossen, am neuen Aussichtspunkt steht ein größerer Parkplatz zur Verfügung. Nach aktueller Planung soll der neue Aussichtspunkt bereits im Frühling 2020 nutzbar sein, die Baukosten werden auf etwa 140.000 EUR geschätzt.

Neustart von WOW Air verzögert sich erneut (11.10.19)

Die Firma USAerospace Associates hat eine erneute Verschiebung des Neustarts von WOW Air angekündigt. Nach der Pleite des Billigfliegers im März 2019 hatte USAerospace Associates das insolvente Unternehmen übernommen. Ursprünglich war geplant, den Flugbetrieb im Oktober wieder aufzunehmen. Flugtickets sollen ab November verkauft werden. Allerdings gibt es noch keine Informationen über die geplanten Routen und Flugpläne. Bei der Übernahme hatte USAerospace angekündigt, zunächst nur auf der Strecke Washington - Keflavik zu fliegen.

Gletscherlauf am Mulakvisl (04.10.19)

Das Meteorologische Institut Islands hat Reisenden dringend empfohlen, sich nicht im Bereich des Flusses Mulakvisl an der Westseite des Myrdalssandur aufzuhalten. Derzeit findet ein kleiner Gletscherlauf statt und es wurden massiv erhöhte Gaswerte gemessen. Insbesondere an der Meßstation Láguhvolar lag der Wert für Schwefelwasserstoff über 20ppm und damit in einem Bereich, der als gesundheitlich bedenklich gilt. Der Gletscherlauf hat seinen Höhenpunkt noch nicht erreicht und die Warnung soll bis auf Weiteres bestehen bleiben.

Tourismusindustrie blickt optimistisch in die Zukunft (20.09.19)

Nach einem Rückgang im Tourismusbereich von 13% im laufenden Jahr erwarten Analysten der Landsbanki für das Jahr 2020 wieder ein Wachstum. In den ersten acht Monaten dieses Jahres kamen rund 1,4 Millionen Touristen nach Island, gegenüber dem Vorjahr ein Minus von etwa 214.000.
Die Analysten erwarten für 2020 wieder ein Wachstum von 3% und für das Folgejahr 2021 noch einmal 5% - dies würde eine Gesamtzahl von etwa 2,2 Millionen bedeuten und läge knapp unter dem Rekordjahr 2017.
Die meisten Manager von Tourismusunternehmen in Island erwarten für 2019 geringere Einnahmen als 2018, sind aber für die folgenden Jahre optimistisch. Nach der Pleite der Fluggesellschaft WOW hat Icelandair im laufenden Jahr 29% mehr Touristen nach Island gebracht, als im Vorjahr. Die Pleite von WOW hatte auch Auswirkungen auf das Reiseverhalten. Insgesamt blieben die Gäste länger in Isand und gaben mehr Geld aus, als in den Vorjahren.
Deutlich Rückläufig war die Zahl der Airbnb-Übernachtungen, sie ging um 145.000 oder 15,6% zurück. Die Einnahmen aus Airbnb fielen um 7%, ihr Anteil an Übernachtungen im Hauptstadtgebiet um satte 36%. Gleichzeitig stieg die Zahl der Hotelzimmer im Großraum Reykjavik um 250, in anderen Landesteilen um 330. Im Jahr 2020 kommen weitere 220 Hotelzimmer in Reykjavik und Umgebung hinzu, 2021 noch einmal mehr als 500. Die Auslastung der Hotels lag im Hauptstadtgebiet bei 73%, in anderen Landesteilen zwischen 40% und 65%.

Aquakultur gewinnt an Bedeutung (20.09.19)

Das isländische Finanzministerium erwartet in den kommenden 2 Jahren eine Verdoppelung der Produktionsmengen von Fischereiprodukten aus Aquakultur. Damit könnte der Exportwert der Produkte auf rund 300 Millionen Euro pro Jahr steigen und würde rund 3% des Gesamtexportvolumens von Island ausmachen. Derzeit entfallen rund drei Viertel der Aquakulturanlagen auf Netzkäfige zur Lachszucht. Die genehmigte Gesamtproduktion aller Anlagen hat sich gegenüber dem Vorjahr fast verdoppelt und beläuft sich auf etwa 85.000 Tonnen pro Jahr. Die volle Produktionsleistung neuer Anlagen wird erst nach etwa 2 Jahren erreicht. Der Absatz der Produkte sollte nach allgemeiner Erwartung kein Problem sein. Kürzlich haben die Behörden in China Zuchtlachs aus Island zum Import freigegeben. Wenn sich die Entwicklung fortsetzt, wird der Exportwert des Zuchtfisches voraussichtlich 2021 mit dem Exportwert von traditionell gefangenem Fisch gleichziehen. Allerdings werden dann auch die vom Ministerium festgesetzten Grenzen für die Größe der Zuchtanlagen in den meisten Fjorden erreicht.

Östlicher Teil des Reynisfjara wird gesperrt (13.09.19)

Derzeit laufen Vorbereitungen, den östlichen Teil des Strandes Reynisfjara permanent zu sperren. Die örtlichen Behörden hatte die Sperrung nach einem Felssturz am 20. August aus Sicherheitsgründen beschlossen. Glücklicherweise wurde dabei niemand verletzt. Am Tag nach dem großen Felssturz wurde allerdings durch Steinschlag ein Mann an der Schulter verletzt. Die Behörden rechnen mit weiterem Steinschlag oder sogar weiteren Felsstürzen.
Bereits seit 19. August ist der Strandabschnitt provisorisch abgesperrt. Das von der Polizei dazu verwendete Absperrband wurde aber immer wieder von den Wellen weggespült und auch mehrfach von Besuchern des Strandes ignoriert. Laut Gesetz kann in Island für die Mißachtung ener Polizeiabsperrung eine Strafe bis zu 3.600 EUR verhängt werden. Nun soll der Strandabschnitt dauerhaft mit Hilfe einer Kette abgesperrt werden.

Guter Bruterfolg für Seeadler (23.08.19)

Das Jahr 2019 war für Seeadler in Island ein erfolgreiches Brutjahr. Es wurden mehr Eier gelegt, als jemals in den letzten 100 Jahren. 56 junge Adler haben den Sommer überlebt, 87 Paare haben insgesamt in Island gebrütet. 65 Weibchen haben Eier gelegt, in 39 Nestern haben Jungvögel überlebt.
Die Population ist mit rund 50 Brutpaaren im Bereich des Breiðafjörður am größten. Dort gibt es hunderte kleine Inseln, auf denen die Tiere ungestört brüten und ihre Jungen großziehen können. Der Ornithologe Kristinn Skarphéðinsson führt den Bruterfolg auf die guten Witterungsverhältnisse im Sommer zurück.
Der Seeadler ist in Island eine geschützte Art und man schätzt die Gesamtpopulation auf etwa 300 Individuen. Um das Jahr 1900 war er fast ausgerottet, die Population begann sich aber erst nach 1965 zu erholen, nachdem die Verwendung von Giftködern für Füchse verboten wurde, die auch oft Adlern zum Verhängnis wurden.

Neue Runde im Makrelenkrieg ? (16.08.19)

Der Fischereiausschuss des Europäischen Parlaments wird in seiner Sitzung am 4. September über Sanktionen gegen Island und Grönland diskutieren, weil beide Länder die Fangquote für Makrele erhöht haben. Auch Russland hat seine Quote erhöht, Sanktionen gegen Russland sollen aber nicht diskutiert werden.
Der Leiter der isländischen Delegation bei den Gesprächen über die Makrelenquote fürchtet, europäische Häfen könnten für isländische Schiffe gesperrt werden. Die Isländer hatten in der vergangenen Woche den Vorsitzenden des Fischereiausschusses und andere EU-Parlamentarier nach Island eingeladen, um den isländischen Standpunkt vorzutragen. Eine Antwort liegt noch nicht vor.
Die EU Kommission hatte einen Brief an die isländische Regierung geschickt und darin ihre tiefe Enttäuschung über die Entscheidung zur Erhöhung der Fangquote zum Ausdruck gebracht. Die EU, Norwegen und die Färöer hatten sich 2014 darauf geeinigt, die Fangquote für Makrele zwischen sich aufzuteilen, während Island, Grönland und Russland damals nicht zu den Gesprächen eingeladen wurden. Der "International Council for the Exploration of the Sea." (ICES) hatte im Oktober 2018 eine Fangmenge von 318.000 Tonnen empfohlen. Die EU, Norwegen und die Färöer haben sich selbst aber eine Fangmenge von 653.000 Tonnen genehmigt, davon sind 100.000 Tonnen für nicht an der Vereinbarung beteiligte Länder vorgesehen. Im Mai sprach der ICES sich für eine neu festgesetzte Gesamtfangmenge von 770.000 Tonnen aus. Bereits vorher hatte Island seine Fangmenge auf 107.000 Tonnen festgelegt und sie nach der vom ICES vorgeschlagenen Erhöhung auf 140.000 Tonnen hochgesetzt. Kurze Zeit später haben dann auch Grönland und Russland ihre Fangmengen angepasst.

Air Iceland Connect baut Überkapazitäten ab (09.08.19)

Die Inlandsfluggesellschaft Air Iceland Connect hat Pläne angekündigt, zwei ihrer sechs Flugzeuge zu verkaufen. Grund ist ein deutlicher Rückkgang der Passagierzahlen, seit Anfang des Jahres sind die Fluggastzahlen um 10% gegenüber dem Vorjahr gesunken. Erst vor drei Jahren hatte die Firma drei neue Flugzeuge vom Typ Bombardier Q400 angeschaft, die deutlich mehr Sitzplätze haben, als die zuvor genutzten Fokker Modelle. Später kamen noch eine weitere Q400 sowie ein kleineres Bombardier Modell dazu. Besonders deutlich macht sich der Rückgang von Touristen bemerkbar, die Inlandsflüge nutzen. Gegenüber dem Vorjahr beträgt der Rückgang 30-40%. Neben dem Verkauf von 2 Flugzeugen sind noch weitere Maßnahmen geplant, u.a. soll die Zahl der Flüge nach Isafjördur und Egilsstadir während der Wintermonate reduziert werden. Ein Personalabbau ist derzeit noch nicht geplant.

Neue geothermale Lagune wird in Kopavogur gebaut (02.08.19)

Der Investor Viad plant, sich mit einem Betrag von 11 Millionen US-Dollar am Bau einer neuen geothermalen Badelagune an der Küste in Kopavogur zu beteiligen. Die neue Spa-Anlage soll 2021 eröffnet werden und bietet einen freien Blick auf das Meer und auf Bessastaðir, den Amtssitz des Präsidenten von Island. Mit dieser Investition sichert sich Viad einen 51%-Anteil an der Firma Geothermal Lagoon ehf, die Betreiber der neuen Lagune sein wird. Bereits 2017 sicherte sich Viad eine Mehrheit an der Firma Esja Attractions, die derzeit FlyOver Iceland in Reykjavik aufbaut. Dabei handelt es sich um eine Art Kino, in dem virtuelle Rundflüge über die schönsten Landschaften Islands gezeigt werden.

Neue Heimaey-Fähre nimmt Dienst auf (26.07.19)

Gestern nahm die neue Fähre Herjólfur IV den Dienst auf und fuhr um 19:30 Uhr erstmals mit Passagieren von der Insel Heimaey zum Hafen Landeyjahöfn. Dabei waren fast 500 Passagiere und 55 Fahrzeuge an Bord. Die Fähre wird im Wechsel von drei Kapitänen gesteuert und gemeinsam mit der restlichen Crew wurden in den vergangenen Wochen nach der Werftauslieferung am 14. Juni umfangreiche Testfahrten absolviert. Die neue Fähre setzt auch Standards im Umweltschutz, sie wird elektrisch angetrieben. Zudem hat sie weniger Tiefgang als ihre Vorgängerin und kann damit den Hafen von Landeyjahöfn besser anlaufen, der eine relativ flache Zufahrt hat.

Zahlreiche Pilotwale gestrandet (19.07.19)

Dutzende tote Pilotwale wurden gestern am Strand von Löngufjörur auf der Halbinsel Snæfellsnes von amerikanischen Touristen entdeckt, die auf einem Rundflug unterwegs waren. Der sehr abgeschieden liegende Strand kann nur von Wanderern und Reitern erreicht werden, deshalb wurden die Wale nicht früher entdeckt. Die Biologin Edda Elísabet Magnúsdóttir hofft, bei der Untersuchung der Wale zumindest herauszufinden, wann sie etwa gestradet sind. Die Ursache für die Strandung herauszufinden, ist praktisch unmöglich. Es ist allerdings bekannt, dass Pilotwale sich normalerweise eher in tiefen Meeresregionen aufhalten und in flachen Meeresgebieten mit Sandboden oft die Orientierung verlieren.

Wird die Insel Vigur an ausländische Investoren verkauft? (12.07.19)

Seit über einem Jahr steht die Insel Vigur in den Nordwestfjorden nahe Isafjördur zum Verkauf. In Kürze soll sich nun entscheiden, ob ein ausländischer in Europa ansässiger Investor den Zuschlag erhält. Er hat ein Agebot abgegeben, der Kaufpreis für die Insel ist mit etwa 2,3 Millionen Euro veranschlagt. Vigur wurde bisher hauptsächlich landwirtschaftlich genutzt und wurde lange Zeit von ein und derselben Familie bewirtschaftet. In den vergangenen Jahren wurde sie aber auch als touristisches Ziel interessant, bis zu 10.000 Besucher kamen pro Jahr auf die 45 Hektar große Insel. Das Angebot eines ausländischen Investors hat bei vielen Politikern in Island Bedenken ausgelöst. Bisher ist die Insel frei zugänglich, ob dies auch nach dem Kauf durch einen privaten Investor so bleiben wird, ist ungewiss. In diesem Zusammenhang gewinnt auch die Verabschiedung eines neuen Gesetzes, dass den Landerwerb durch Ausländer in Island regeln soll, an Bedeutung.

Touristenzahl auch im Juni rückläufig (05.07.19)

Im Juni 2019 sind 195.000 Touristen vom Internationalen Flughafen Keflavik abgeflogen. Gegenüber Juni 2018 ist dies ein Rückgang um 39.000 oder 16,7%. Der stärkste Rückgang ist bei Gästen aus den USA zu verzeichnen, Ihre Zahl lag um 35,1% unter dem Vorjahresniveau. Hinsichtlich der Zahl abreisender Touristen belegten Gäste aus Deutschland Platz 2, gefolgt von Gästen aus Großbritannien, China, Polen, Frankreich, Kanada, Schweden, Norwegen und Dänemark.
Auch die bisherige Jahresbilanz lässt einen deutlichen Rückgang der Besucherzahlen erkennen, gegenüber dem Jahr 2018 ist sie in den ersten 6 Monaten des Jahres 2019 um 12,4% zurückgegangen. Die Zahl der Fahrzeuge, die auf dem "Golden Circle" gefahren sind, ging im Mai und im Juni gegenüber dem Vorjahr um rund 13% zurück.
Besonders deutlich macht sich der Rückgang der Besucherzahlen außerhalb des Hauptstadtgebietes bemerkbar. Viele Anbieter touristischer Leistungen blicken deshalb besorgt auf das kommende Winterhalbjahr.

Island ist das teuerste Land in Europa (28.06.19)

Die aktuell vom Europäischen Statistikamt Eurostat veröffentlichten Zahlen bestätigen es - Island ist unter den 37 miteinander verglichenen Ländern Europas das teuerste. Eurostat verglich die durchschnittlichen Haushaltsausgaben für Waren und Dienstleistungen im Jahr 2018. Das Preisniveau in Island liegt 56% über dem durchschnittlichen Preisniveau der 37 Länder im Vergleich. An zweiter Stelle folgt die Schweiz (Preise 52% über dem Durchschnitt), dann Norwegen (48%), Dänemark (38%) und Irland (27%). Während in Island die Preise für Transport und Verkehr sowie für Kleidung und Schuhe am höchsten sind, hat Norwegen die höchsten Preise für Lebensmittel und alkoholfreie Getränke. Auch bei den Preisen für Elektronik, Restaurants und Hotels nimmt Island den europaweiten Spitzenplatz ein.

Belugas auf Heimaey angekommen (21.06.19)

Die beiden Belugawale Litla Grá und Litla Hvít sind nach langer Reise von China am Mittwoch auf den Westmännerinseln angekommen. Sie wurden im Jahr 2011 vor der russischen Küste im Alter von 2-3 Jahren gefangen und lebten seitdem im Aquarium von Shanghai. Zukünftig sollen sie in der Bucht Klettsvik vor der Insel Heimaey leben. Die beiden Wale wurden an Bord einer Cargolux-Frachtmaschine von Shanghai nach Keflavik gebracht. Nach dem zehnstündigen Flug wurden die Tiere untersucht und dann in großen Tanks per LKW und Fähre nach Heimaey gebracht. Dort bleiben sie zunächst zur Beobachtung in einem Becken, bevor sie in die vom offenen Meer abgetrennte Bucht Klettsvik entlassen werden.

Zahl der Touristen sinkt (07.06.19)

In den ersten vier Monaten des Jahres 2019 kamen 578.000 Besucher aus dem Ausland nach Island. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum bedeutet dies einen Rückgang um rund 50.000 Besucher - der erste deutliche Rückgang seit Beginn des Tourismus-Booms im Jahr 2010. In den Jahren von 2012 bis 2018 hat sich die Zahl der Touristen vervierfacht, im Jahr 2003 lag die Besucherzahl in den Monaten Januar bis April bei gerade einmal 64.000. Fachleute führen den Rückgang im Jahr 2019 in erster Linie auf die Pleite der Fluggesellschaft WOW zurück. Der Rückgang der Zahl der Transitpassagiere am Flughafen Keflavik um fast 30% bestätigt diese Einschätzung.
Allerdings scheint die Nachfrage generell nachzulassen. Trotz der WOW-Pleite und der damit verbundenen Verkleinerung der Sitzplatzkapazitäten hat auch der Billigflieger EasyJet die Einstellung mehrerer Flugverbindungen wegen mangelnder Nachfrage angekündigt. Betroffen sind die Strecken von Stansted London, Genf und Basel nach Island, die Verbindung von Belfast wurde bereits vor einiger Zeit gestrichen.

Höhle Leiðarendi wird unter Schutz gestellt (31.05.19)

Bisher war die Lavahöhle Leiðarendi südlich von Hafnarfjördur frei zugänglich. In den letzten Jahren wurden viele Höhlenwände durch Graffiti verunstaltet und zahlreiche der ursprünglich vorhandenen Lavastalagmiten sind abgebrochen. Auch als Toilette wurde die Höhle mißbraucht. Die rund 1.000 Meter lange Höhle wurde erst 1990 entdeckt. Die ersten Graffiti tauchten 2006 auf und während des Tourismusbooms der letzten Jahre kamen zahlreiche weitere hinzu. Auch die Knochen eines Lamms, das sich vermutlich vor 100 bis 200 Jahren in der Höhle verirrt hatte, wurden aus der Höhle entfernt.
Árni Stefánsson von der Vereinigung Isländischer Höhlenforscher fordert einen besseren Schutz der Höhle. Er fordert auch Tourismusunternehmen auf, hier Verantwortung zu übernehmen. In den letzten Jahren kamen tausende Besucher mit geführten Touren in die Höhle und die Anbieter der Touren haben Millionen isländische Kronen damit verdient. Nach Ansicht von Árni muss der Zugang zur Höhle zukünftig eingeschränkt und kontrolliert werden. Helga Ingólfsdóttir vom Umweltausschuss der Stadt Hafnarfjördur hat nun entsprechende Maßnahmen angekündigt. Dies sei nun endlich möglich, nachdem geklärt wurde, ob die Stadt Hafnarfjördur oder die Nachbarstadt Kopavogur für die Höhle zuständig ist.

NASA testet Mars Rover in Island (17.05.19)

Die NASA hat angekündigt, im Sommer einen selbstfahrenden Mars Rover in Island zu testen. Ein Prototyp des Rovers, wie er bei der Marsmission 2020 eingesetzt werden soll, wird im Juli in den Lambahraun-Lavafeldern ein umfangreiches Testprogramm absolvieren. Das Testgebiet ist mit Basaltsand bedeckt und die Oberfläche ähnelt der Marsoberfläche. Damit kehrt die NASA nach mehreren Jahrzenten wieder für die Vorbereitung einer Mission nach Island zurück. Bereits für die Vorbereitung der Mondlandungen war die NASA Ende der 1960er Jahre zu Gast in Island.

Island verbietet Plastiktüten (10.05.19)

Das isländische Parlament hat ein Gesetz zum Verbot von Einweg-Plastiktüten verabschiedet. Nach dem 1. Juli 2019 ist es Geschäften verboten, kostenlose Plastiktüten anzubieten. Ab dem 1. Januar 2021 werden dann Einwegtüten komplett verboten. Das Gesetz wurde mit 43 Stimmen bei 7 Enthaltungen von einer großen Mehrheit verabschiedet und ist Teil eines 18-Punkte Plans der Regierung zur Reduzierung der Verwendung von Plastik. In vielen Supermärkten wurden schon in den letzten Monaten Einkaufstüten aus anderen Materialien eingeführt, die Verabschiedung des Gesetzes wird positiv gesehen.

Landeyjahöfn endlich wieder nutzbar (03.05.19)

Ungewöhnlich spät wurde in diesem Jahr der Fährhafen Landeyjahöfn in betrieb genommen, der im Sommer die Westmännerinseln mit dem isländischen Festland verbindet. Erst gestern lief die Fähre Herjólfur erstmals vom Landeyjahöfn aus. Von diesem Sommerhafen ist die Strecke deutlich kürzer, als vom während der Wintermonate genutzten Hafen Þorlákshöfn. Der Landeyjahöfn versandet während des Winters aber so stark, dass es in jedem Frühjahr erst mühsam wieder so tief ausgebaggert werden muss, dass er ausreichende Tiefe für die Fähre hat. Seit der Inbetriebnahme im Jahr 2010 übersteigen die Gesamtkosten für die alljährliche Vertiefung des Hafens mit 24 Millionen Euro bereits dessen Gesamtbaukosten.

Isländische Fischereiflotte profitiert vom Blauen Wittling (26.04.19)

Ein großer Teil der isländischen Schleppnetztrawler wird derzeit in den Gewässern um die Färöer eingesetzt, um Blauen Wittling zu fangen. Der Blaue Wittling gehört zur Familie der Dorsche und nach einer mageren Heringssaison profitieren die Fischer nun von guten Ergebnissen beim Blauen Wittling. In der laufenden Saison wurden bereits 108.000 Tonnen Wittling angelandet, man hofft auf ein Gesamtergebnis von etwa 130.000 Tonnen.

Erster konkreter Schritt zu neuem Hafen (12.04.19)

Am Donnerstag haben Vertreter der Gemeinde Langanesbyggð, des Landkreises Vopnafjarðarhreppur, sowie der Firmen Bremenports und Efla einen Vertrag zur Gründung der Finnafjord Port Development Company unterzeichnet, die im Osten Islands einen neuen Hafen bauen soll. Das Projekt ist schon seit längerer Zeit im Gespräch und die Vertragsunterzeichnung ist ein erster konkreter Schritt zur Realisierung. Der Hafen soll als Containerumschlagplatz zwischen Asien, Europa und der amerikanischen Ostküste dienen. Mit einer Gesamtfläche von etwa 1.300 Hektar und einer Kailänge von 6km hat das Projekt enorme Ausmaße, dementsprechend wird auch mit einer Gesamtbauzeit von 30 bis 40 Jahren gerechnet. Um die weitere Entwicklung voranzutreiben, hat das Isländische Transportministerium kürzlich einen ersten Zuschuss in Höhe von über 130.000 EUR gewährt.

WOW Air - kommt sie wieder? (05.04.19)

Während in Island noch versucht wird, den Scherbenhaufen zu beseitigen, der durch die Pleite von WOW Air entstanden ist, träumt der ehemalige Chef der Fluglininie davon, WOW Air wiederzubeleben. Skúli Mogensen ist derzeit auf der Suche nach Investoren, die bis zu 40 Millionen US-Dollar investieren sollen. Sein Plan sieht vor, dass eine mit dem Geld neu gegründete Firma die Überreste von WOW sowie den Markenname aufkauft und spätestens Ende Juni wieder 13 Ziele vom Flughafen Keflavik aus anfliegt. Dabei möchte Skúli Mogensen in "bewährter" Weise wieder eine Mehrheit an der neuen Firma halten, mindestes einen Anteil von 51% - nach eigener Meinung hat er seine Lektion nach der Pleite von WOW Air gelernt. Während der ehemalige Chef von WOW noch von einem Comeback seiner Firma träumt, werden bei Icelandair weiter Tasachen geschaffen. Der amerikanische Hedgefond PAR Capital Management hat 11% der Anteile der Icelandair Group für über 40 Millionen Dollar gekauft und verschafft Icelandair damit Liquidität.

WOW Air stellt Betrieb ein (28.03.19)

Nachdem Gespräche mit verschiedenen Inverstoren gescheitert sind, teilte WOW Air am heutigen Donnerstag die Absage aller Flüge und die Einstellung des Betriebes mit. Im vergangenen Jahr hatte die Fluggesellschaft noch rund 3,5 Millionen Passagiere befördert, u.a. auch von Berlin und Frankfurt nach Island. Die Einstellung des Flugbetriebes betrifft bis zu 4.000 Passagiere und die zweite große isländische Fluggesellschaft Icelandair hat gestrandeten Kunden von WOW Sondertarife für Rückflüge in die Heimat angeboten. Auch die ungerische WizzAir bietet WOW-Kunden Sondertarife an.
Icelandair dürfte zumindest kurzfristig der große Gewinner sein. Die Aktien erlebten schon in den letzten Tagen deutliche Kurssteigerungen und für einige gefragte Termine und Strecken stiegen die Ticketpreise bei Icelandair um fast 200%. Icelandair hat allerdings angekündigt, dass es in Folge der WOW-Pleite keine generellen Preisanstiege geben soll. Bei WOW gingen rund 1.100 Arbeitsplätze verloren, bis zu 700 weitere Jobs könnten bei Partnern und Dienstleistern verloren gehen. Fachleute rechnen auch mit einem Rückgang des Tourismus in Island, der weitere Jobverluste nach sich ziehen könnte.

WOW Air vor dem Aus? (25.03.19)

Die Gespräche zwischen Icelandair und WOW Air sind erneut gescheitert, Icelandair wird die angeschlagene isländische Billigfluglinie nicht übernehmen. Damit droht WOW womöglich die Pleite. Einige geleaste Maschinen von WOW Air sind von den Leasinggebern bereits aus dem Verkehr gezogen und mehrere Flüge wurden gestrichen. Fachleute rechnen im Fall einer Insolvenz mit merklichen Auswirkungen auf den Tourismus in Island, es wird ein Rückgang der Besucherzahl um 10-15% befürchtet.

WOW - steht die nächste Airline-Pleite bevor? (22.03.19)

Die Investmentfirma Indigo Partners LLC hat bestätigt, dass die Verhandlungen mit der isländischen Fluggesellschaft WOW abgebrochen wurden. WOW hatte auf eine Finanzspritze gehofft, um die kritische finanzielle Lage der Airline in den Griff zu bekommen. Im Herbst vergangenen Jahres gab es bereits Gespräche zwischen Icelandair und WOW. Diese wurden ebenfalls abgebrochen, sollen nun aber erneut aufgenommen werden. Mit Ergebnissen wird noch im März gerechnet.

Icelandair Boeing 737 Max 8 bleiben auch am Boden (15.03.19)

Icelandair kündigte am 12. März an, dass die flotteneigenen Maschinen des Models Boeing 737 Max 8 ab sofort am Boden bleiben. Obwohl aus der Gesamtflotte von 33 Flugzeugen nur drei betroffen sind, kam es zu einem deutlichen Kursverlust der Icelandair-Aktien an der Börse Reykjavik. Die Entscheidung von Icelandair fiel in Folge des Flugverbotes, dass viele Länder nach dam Absturz einer Maschine dieses Typs verhängt hatten. Icelandair rechnet nur mit geringen kurzfristigen Auswirkungen auf den Flugplan, da man durch Kapazitätsverlagerungen die fehlenden Flüge weitgehend ausgleichen könne. Die Fluggesellschaft möchte zukünftig verstärkt auf die Boeing 737 Max 8 setzen und hat 16 Stück bestellt.

Weniger Touristen (08.03.19)

Im Februar 2019 ist die Zahl der Touristen, die über den Internationalen Flughafen Keflavik Island verlassen haben, gegenüber dem Vorjahr um rund 11.000 gesunken. Dies entspricht einem Rückgang von 6,9% im Vergleich zum Februar 2018. Besucher aus den USA und Großbritannien machten mit 45% den größten Teil der Besucher aus. Die Zahl der Gäste aus den USA sank aber mit 19% besonders deutlich , aus Großbritannien kamen 9% weniger Gäste. Insgesamt wurden in Keflavik im vergangenen Monat 288.000 abreisende ausländische Gäste gezählt, damit ging in den ersten beiden Monaten des Jahres 2019 die Zahl der Besucher um 6,4% gegenüber dem Vorjahr zurück.

Walfang für 5 weitere Jahre genehmigt (01.03.19)

Der isländische Fischereiminister Kristján Thór Júlíusson hat den Fang von Walen für weitere 5 Jahre genehmigt. Er folgte damit der Empfehlung des Meeresforschungsinstituts Hafro und legte die Quote auf 209 Finnwale und 217 Zwergwale pro Jahr fest. Für Zwergwale bleibt damit die Quote gleich, für Finnwale wurde sie von bisher 190 leicht erhöht. Die Zahl der Zwergwale in isländischen Gewässern hat sich in den letzten Jahren stark verringert, während der Bestand von Finnwalen in den letzten Jahren auf rund 37.000 angestiegen ist.

Island importiert Lachs (22.02.19)

Island gehört zwar nicht zu den großen Produznten von Zuchtlachs, aber immerhin werden pro Jahr rund 20.000 Tonnen Lachs und Forellen gezüchtet. Dennoch reicht die Produktion im Land nicht aus, um die Nachfrage zu befriedigen, rund 200 Tonnen müssen importiert werden. Der größte Teil davon kommt von den Färöern. Der Markt in Island für Lachs wächst schnell, gleichzeitig ist die Lachszucht in die Schlagzeilen geraten, da die Zuchtanlagen für die Umwelt und vor allem für das marine Ökosystem eine erhebliche Belastung darstellen können.

Falscher Erdbebenalarm in Hafnarfjörður (15.02.19)

Die Einwohner der Stadt Hafnarfjörður wurden in den letzten Tagen zweimal durch vermeintliche Erdbeben aufgeschreckt. Tatsächlich gab es aber keine Erdbeben, sondern Sprengungen im Hafengebiet von Hafnarfjörður. Dort wird derzeit auf einer Länge von 110 Metern eine neue Hafenmauer gebaut, die zukünftig von den Schiffen des Meeresforschungsinstituts genutzt wird. Das Institut zieht im Laufe des Jahres nach Hafnarfjörður um. In den nächsten zwei Wochen sollen noch zwei bis drei weitere Sprengungen folgen.

Umwelt- und Kommunikations-Ausschuss für Maut (08.02.19)

Der Parlamentsausschuss für Umwelt und Kommunikation hat einen Vierjahresplan genehmigt, der rund um Island diverse größere Infrastrukturmaßnahmen vorsieht. Die Bauarbeiten sollen durch eine Maut auf den Hauptverkehrsadern rund um das Hauptstadtgebiet finanziert werden. Damit ist der Weg für den Beginn von verschiedenen Projekten frei und Aufträge können vergeben werden. Die Einführung einer Maut wird allerdings wahrscheinlich noch nicht in diesem Jahr möglich sein, da noch weitere Parlamentsbeschlüsse notwendig sind. Auch über die Höhe der geplanten Maut gibt es noch keine konkreten Aussagen.

"Neue" Regeln für Camper in Südisland (01.02.19)

Die südisländische Polizei hat wieder einmal darauf hingewiesen, dass bereits seit November 2017 für bewohnte Gebiete in Südisland neue Regeln für Camper gelten. Abweichend vom alten "Jedermannsrecht" ist es in bewohnten Gebieten nicht mehr erlaubt, in Zelten, Wohnmobilen oder Autos außerhalb von Campingplätzen zu übernachten. Wer sich nicht an die Regeln hält, muss mit einer Strafe rechnen. Außerhalb bewohnter Gebiete können Wanderer ihr Zelt nach wie vor auch außerhalb von Campingplätzen aufschlagen. Als bewohnte Gebiete gelten auch alle landwirtschaftlich genutzten Flächen. Die neuen Regeln wurden eingeführt, weil immer mehr Touristen mit Wohnmobilen und Zelten unterwegs sind und deren Hinterlassenschaften (Abfall, Fäkalien, Klopapier) zunehmend zum Problem wurden.

Rekordzahl von Kreuzfahrtschiffen in Island (26.01.19)

Der Boom von Kreuzfahrten nach Island scheint ungebrochen. Wie der Marketing Manager des Hafens von Reykjavik mitteilte, wird 2019 ein neues Rekordjahr sowohl hinsichtlich der Zahl der Keuzfahrtschiffe, als auch in Hisicht auf die erwarteten Passagierzahlen. Für dieses Jahr werden in Reykjavik 184 Schiff mit insgesamt fast 190.000 Passagieren erwartet. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies eine Steigerung um 17% bei der Zahl der Schiffe und um 24% bei der Zahl der Passagiere. Im Juli wird mit der Queen Mary II das bisher größte Schiff erwartet, das Island je besucht hat. Die Queen Mary II hat eine Länge von 345 Metern.

Tourismus wächst langsamer (18.01.19)

Im Vergleich zu 2017 ist die Zahl der Touristen in Island 2018 nur noch um 5,5% gestiegen. Seit dem Jahr 2011 waren die Steigerungsraten deutlich höher, sie lagen bei durchschnittlich 25% im Vergleich zum jeweiligen Vorjahr. Insgesamt besuchten 2018 rund 2,3 Millionen Touristen Island. Aus einigen Ländern kamen im letzten Jahr deutlich weniger Besucher, so sank die Zahl der Touristen aus Japan um 14% und auch aus Deutschland kamen rund 11% weniger Gäste nach Island. Die Zahl der Besucher aus China nahm hingegen um 4% zu, aus den USA kamen 20% mehr Touristen. Die meisten Touristen (30%, ca. 700.000) kamen im letzten Jahr aus den USA, knapp 13% aus Großbritannien und 6% aus Deutschland.

Belugas werden nach Island geflogen (11.01.19)

Voraussichtlich im März sollen zwei Weißwale (Belugas) von Shanghai in das neue Schutzgebiet Klettsvik vor der Insel Heimaey geflogen werden. Die Arbeiten zur Absperrung der Bucht Klettsvik laufen nach Plan. Die Reise der beiden Wale soll zunächst von Shanghai zum Flughafen Keflavik führen. Ein dritter Weißwal, der ebenfalls nach Island gebracht werden sollte, starb im vergangenen Jahr im Walzentrum von Shanghai. Der Bürgermeister von Heimaey erhofft sich von dem Projekt Impulse für die Entwicklung des Tourismus sowie neue Arbeitsplätze. Das "Tierheim" in der Bucht Klettsvik ist das Erste seiner Art weltweit und bietet den Tieren eine Fläche von über 30.000 Quadratmetern. Dort sollen Sie mit Unterstützung durch Menschen in einer weitgehend natürlichen Umwelt leben. Da die Wale ihr ganzes Leben in einem Auqapark verbracht haben, können Sie in der Natur nicht alleine überleben.

Gray Line schrumpft sich gesund (04.01.19)

In den letzten Monaten hat Gray Line, eine der größten Busfirmen Islands, 32 Mitarbeiter entlassen und 8 Busse verkauft. Ursache ist das deutlich langsamere Wachstum der Tourismusindustrie im letzten Jahr, die starke Isländische Krone gilt als Hauptverursacher der Entwicklung. Bereits im Jahr 2017 schrieben 5 der größten Busunternehmen Islands Verluste in einer Gesamthöhe von rund 2,3 Millionen Euro. Die Branche hofft auf eine schwächere Krone, damit Touristen im Land wieder mehr Geld für Ausflüge ausgeben. Allerdings hat die Krone nach Ihrem Tiefststand Ende November 2018 bereits wieder gut 6% an Wert gegenüber dem Euro gewonnen.

Isländische Krone schwächelt (07.09.18)

In den letzten Monaten erfreute sich die isländische Krone eines relativ stabilen Wechselkurses. Noch Anfang August sahen Analysten verschiedene positive Faktoren, insbesondere wurde ein deutlich gestiegenes Vertrauen in die isländische Währung genannt. Gleichzeitig sorgten einige negative Nachrichten wie z.B. ein Rückgang der Fischexporte um 15%, eine Gewinnwarnung von Icelandair und steigende Preise für landwirtschaftliche Produkte für Schlagzeilen. Seit Anfang September scheint die Isländische Krone nun den negativen Nachrichten zu folgen und verlor relativ deutlich an Wert gegenüber dem Euro. Heute wurde die Krone mit einem Wechselkurs von 1:129 gegenüber dem Euro gehandelt und damit aus isländischer Sicht so schlecht wie seit fast 2 Jahren nicht mehr.

Gletscherlauf erwartet (08.06.18)

Das Meteorologische Institut von Island hat mitgeteilt, dass mit einem Gletscherlauf im Bereich des Vatnajökull zu rechnen ist. Größere Menge Wasser fließen aus der Grimsvötn-Caldera ab, die Eisdecke über dem Wasserreservoir hat sich um rund 5 Meter gesenkt. Man erwartet einen ähnlich starken Gletscherlauf wie mehrfach in den letzten Jahren und rechnet deshalb nicht mit größeren Problemen oder Verkehrsbehinderungen.

Hotelübernachtungen erstmals seit Jahren rückläufig (02.03.18)

Seit Jahren kannten die Übernachtungszahlen in isländischen Hotels nur eine Richtung - nach oben. Nun gingen im Vorjahresvergleich die Übernachtungszahlen erstmals zurück. Im Januar 2018 sank die Zahl der Hotelübernachtungen im Vergleich zum Januar 2017 um 1%. Dabei ist die Entwicklung in den einzelnen Landesteilen sehr unterschiedlich. Im Norden Islands nahm die Zahl der Übernachtungen gegenüber Januar 2017 um stolze 60% zu. Da aber 72% der Übernachtungen im Hauptstadtgebiet stattfanden, konnte die Zunahme im Norden die Verluste in anderen Landesteilen nicht ausgleichen. Interessant in diesem Zusammenhang ist auch noch eine andere Zahl. Während die Auslastung der Hotelbetten landesweit im Januar 2017 noch bei 62,2% lag, waren es im Januar 2018 nur noch 57%. Im gleichen Zeitraum nahm die Zahl verfügbarer Hotelbetten um 8,3% zu.

Ringstraße im Osten weggespült (24.02.18)

Die extremen Witterungsverhältnisse im Februar scheinen zwar nach dem gestrigen Sturm zumindest vorerst zu Ende zu sein, haben aber noch einmal zu erheblichen Schäden geführt. Durch starke Niederschläge wurde gestern die Ringstraße zwischen Höfn und Djupivogur auf einer Länge von ca. 30m komplett weggespült, auch in den Ostfjorden wurden Straßen durch Geröll-Lawinen und Wassermassen unterbrochen. Meteorologen haben nun eine längere sturmfreie Zeit angekündigt.


Erdbebenserie erschüttert Insel Grimsey (19.02.18)

Seit Mittwoch letzter Woche erschüttert eine Serie von Erdbeben die Insel Grimsey vor der Nordküste Islands. Inzwischen wurden mehrere tausend leichte Beben registriert, auch zahlreiche Beben mit einer Magnitude über 3 haben sich ereignet. Das stärkste Beben erreichte am 19. Februar kurz nach 5:30 Uhr einen Wert von 5,2 auf der Richterskala. Erdbeben sind in diesem Gebiet nicht ungewöhnlich, es liegt genau auf der Grenze der amerikanischen und eurasischen Platte der Erdkruste. Nachdem Geologen zunächst einen Zusammenhang mit vulkanischer Aktivität nicht für wahrscheinlich hielten, möchten sie dies nun nicht mehr gänzlich ausschließen. Wie eine genauere Auswertung der Meßdaten zeigte, haben sich die Beben im Bereich eines submarinen Vulkansystems konzentriert. Es liegt genau im Grabenbruch zwischen den Platten der Erdkruste. Da nur wenige Daten über frühere Ausbrüche des Vulkansystems verfügbar sind, ist eine Vorhersage des weiteren Verlaufs der Bebenserie schwierig. Das Gebeit wird weiter intensiv überwacht.

Premierministerin sieht Regulierungsbedarf beim Tourismus (09.02.18)

Die im letzten Jahr gewählte isländische Premierministerin Katrín Jakobsdóttir sieht die Regulierung des Tourismus als eine der wichtigsten Aufgaben der kommenden Jahre. Der Tourismusboom hat in Island in den letzten Jahren zu einem regelrechten Wirtschaftswunder geführt, für die Premierministerin hat aber den Erhalt der Naturwunder auch große Bedeutung. Nach Ihrer Meinung muss der Zugang zu den Sehenswürdigkeiten deutlich mehr kontrolliert werden, als dies bisher der Fall war. Sie betont jedoch, dass Kontrolle nicht zwangsläufig die Einführung von Eintrittsgeldern bedeuten soll, sondern eher organisatorische Maßnahmen. Als Beispiel nennt sie "Einbahnwanderwege" in Nationalparks in anderen Ländern, um ständige Begegnungen und ständiges Ausweichen zu verhindern. Die ist nach Ihrer Meinung ein Besipel dafür, wie man mit einfachen Maßnahmen für Besucher den Eindruck erhalten kann, in einer nicht übernutzten schönen Landschaft unterwegs zu sein.
Als besonders drängend benennt sie die Frage einer gleichmäßigeren Verteilung der Besucherströme. Hierzu schlägt sie vor, bestimmte Sehenswürdigkeiten zukünftig nur mit einer Voranmeldung besuchen zu können und täglich nur eine bestimmte Zahl an Besuchern zuzulassen. Da die meisten Touristen ihren Besuch in Island lange im Voraus planen, erwartet sie bei einer verpflichtenden Voranmeldung keine großen Probleme. Ob und wann Ihre Vorstellungen umgesetzt werden, bleibt abzuwarten - in Island wird zwar schon seit Jahren über das Thema debattiert, eine einvernehmliche Lösung gibt es bisher aber nicht.

Erneut kräftiges Erbeben in der Bárðarbunga-Caldera (02.02.18)

Am 30. Januar um 19:24 Uhr wurde am Nordrand der Caldera des Vulkans Bárðarbunga unter dem Gletscher Vatnajökull das stärkste Erdbeben seit 3 Jahren registriert. Es erreichte eine Magnitude von 4,9 auf der Richter-Skala und war damit das heftigste Beben seit dem Ende der Holuhraun-Eruption im Februar 2015. Bereits im Oktober 2017 hatten mehrere Beben in diesem Gebiet eine Magnitude von 4,7 erreicht, trotzdem sehen Fachleute keine akute Eruptionsgefahr. Dem Beben am 30.01. gingen mehrere schwächere Beben (Magnitude 2,9 bis 3,8) voraus, auch zahlreiche Nachbeben wurde registriert.

Neuer Leuchtturm in Reykjavik (26.01.18)

Der Stadplanungsausschuss von Reykjavik hat die Genehmigung zur Errichtung eines neuen Leuchtturmes erteilt. Er soll an der Uferpromendae Sæbraut entstehen, die bei Einheimischen und Touristen gleichermaßen beliebt ist. Vermutlich wird er ein ähnlich attraktiver Aussichtspunkt werden, wie die Skulptur Sófarinn, die schon seit vielen Jahren zwischen Sæbraut und dem Meer steht. Mit den Bauarbeiten soll im Februar begonnen werden, bereits im Juni soll der Leuchtturm fertig sein. Die Gesamtkosten wurden mit rund 600.000 EUR veranschlagt.

Zuwachs im Tourimus bleibt hinter Prognosen zurück (19.01.18)

In den letzten Jahren ist der Tourismus in Island immer deutlich mehr gewachsen, als Prognosen vorhergesagt haben. Wachstumsraten zwischen 20% und 40% gegenüber dem Vorjahr waren normal. Nur wenige Touristiker warnten vor einer Blase in der Tourismusindustrie, die meisten begrüßten die Entwicklung. Es gab allerdings zunehmende Befürchtungen, Reykjavik könnte sich wegen des Besucheransturms in ein seelenloses Disneyland verwandeln und bekannte Sehenswürdigkeiten würden im Massentourismus ersticken. Aktuelle Zahlen lassen allerdings vermuten, dass die Spitze der Entwicklung erreicht ist. Im Dezember 2017 stiegen die Besucherzahlen gegenüber dem Vorjahr nur um 8,4% - der niedrigste Wert seit sieben Jahren und deutlich unter sämtlichen Prognosen von Analysten und Experten des Flughafens Keflavik. Die Ökonomen der Arionbank schlagen bereits Alarm, da die Außenhandelsbilanz Islands wohl im vierten Quartal 2017 erstmals seit 2012 negativ sein könnte.

Brand im Kraftwerk Hellisheiði (12.01.18)

Nach Ausbruch eines Brandes sind im größten islänidschen Geothermalkraftwerk Hellisheiði 2 der 7 Turbinen ausgefallen, die Generatoren zur Stromproduktion antreiben. Das Kraftwerk Hellisheiði ist weltweit das drittgrößte Geothermalkraftwerk und produziert Strom sowie Warmwasser für das Hauptstadtgebiet. Einsatzkräfte aus allen benachbarten Städten trafen gegen Mittag nach Ausbruch eines Feuers im Hauptgebäude ein, der Brand ist inzwischen gelöscht. Wie groß der entstandene Schaden ist und wann das Kraftwerk wieder mit voller Kapazität läuft, ist noch nicht klar. Menschen kamen bei dem Brand nicht zu Schaden.

Verkaufszahlen für E-Cars verdoppelt (05.01.18)

Im vergangenen Jahr hat sich die Zahl verkaufter Elektroautos gegenüber 2016 in Island fast verdoppelt. Experten erwarten für 2018 einen weiteren Anstieg der Nachfrage, nicht zuletzt wegen der gewährten Steuervergünstigungen. Insgesamt erlebte die KFZ-Branche im Jahr 2017 einen Boom mit Rekordzahlen beim Verkauf von Neuwagen. Während im Jahr 2016 insgesamt 227 E-Cars verkauft wurden, waren es im vergangenen Jahr bereits 415. Die absoluten Zahlen sind zwar nicht unbedingt beeindruckend, aber im ersten Halbjahr waren rund 1/6 aller verkauften Neufahrzeuge mit E-Anrieb ausgestattet. Auch bei Hybridfahrzeugen war eine deutliche Zunahme der Verkaufszahlen zu verzeichnen.

Busunfall fordert ein Todesopfer (29.12.17)

Bei einem schweren Busunglück am Mittwoch kam eine junge Frau aus China ums Leben, drei Fahrgäste wurden schwer verletzt. Der Bus mit einer Reisegruppe aus China kam um die Mittagszeit von der eisglatten Straße ab und kippte um. Insgesamt 12 Verletzte wurden mit Helikoptern von der Unfallstelle nahe Kirkjubæjarklaustur nach Reykjavik geflogen, die Ringstraße war wegen des Unglücks mehrere Stunden gesperrt. Nach ersten Ermittlungen wollte der Busfahrer einem vor ihm fahrenden Leihwagen ausweichen, der an einem Aussichtspunkt unvermittelt bremste - ein Verhalten, das auf isländischen Straßen zunehmend häufig zu beobachten ist. Trotz entsprechender gesetzlicher Vorgaben war nach aktuellem Ermittlungsstand keiner der Fahrgäste im Bus angeschnallt. Nun macht man sich in Island Gedanken, wie die Anschnallpflicht in Bussen kontrolliert werden kann und wie man Gäste aus dem Ausland, die mit einem Leihwagen unterwegs sind, daran hindern kann, unvermittelt und auf freier Strecke anzuhalten, um zu fotografieren.

Zahl der Hotelübernachtungen im November auf Vorjahresniveau (22.12.17)

Im November 2017 wurden 304.831 Hotelübernachtungen in Island registriert. Damit hat sich erstmals seit langer Zeit die Zahl der Übernachtungen im Vergleich zum Vorjahresmonat nicht erhöht, im Jahr 2016 gab es 303.831 Übernachtungen in Hotels. Im Hauptstadtgebiet ging die Zahl der Übernachtungen gegenüber November 2016 sogar um 4% zurück, im Norden Islands wurde hingegen ein Plus von 15% registriert, im Südwesten eine Zunahme um 12% und in Südisland stieg die Zahl der Übernachtungen um 10%. Vergleicht man die letzten 12 Monate mit dem Zeitraum Dezember 2015 bis November 2016 ergibt sich noch eine Zunahme der Übernachtungszahlen um 13%.

Silvester in Reykjavik im Zelt (15.12.17)

Die isländische Hauptstadt Reykjavik sieht sich über Silvester einem Touristenansturm bisher nicht gekannten Ausmaßes gegenüber. Praktisch alle Hotels sind komplett ausgebucht, die wenigen noch verfügbaren Zimmer kosten selbst in einfachen 2-Sterne Hotels und Gästehäusern für 4 Nächte weit über 1.000 EUR. Einige Isländer wittern wohl schnelles Geld, denn seit etwa zwei Woche werden auf einschlägigen airbnb-Seiten Wohnmobile, Wohnwagen und Zelte für die Übernachtung angeboten. Angesichts der Jahreszeit und der damit oft verbundenen Wetterextreme hält der Verband der isländischen Tourismusunternehmen diese Angebote für völlig untragbar.

Kessel im der Öræfajökull-Caldera wird größer (08.12.17)

Der Kessel im Gletschereis des Öræfajökull wird tiefer und vergrößert sich weiter. Entsprechende Meßergebnisse wurden heute von der Zivilschutzbehörde präsentiert. Dies deutet auf anhaltende geothermische Aktivität des Vulkans unter dem Eis hin. Die Zahl der leichten Beben im Bereich des Vulkans hat in dieser Woche einen neuen Rekordwert erreicht, insgesamt wurden rund 160 Beben registriert. Der Ausgangspunkt der meisten Beben lag in einer Tiefe von etwa 10 km. Wegen der seit Wochen anhaltenden seismischen Unruhe wurden zahlreiche zusätzliche Meßgeräte installiert, um einen möglichen Vulkanausbruch besser vorhersagen zu können. Derzeit gibt es keine Anzeichen für einen unmittelbar bevorstehenden Ausbruch, die Warnstufe gelb bleibt aber weiter bestehen.
Webcam Öræfajökull


Island hat eine neue Regierung (01.12.17)

Rund vier Wochen nach den vorgezogenen Neuwahlen zum Isländischen Parlament bekommt das Land eine neue Regierung. Die Vorsitzende der Links-Grünen, Katrín Jakobsdóttir, wird neue Premierministerin von Island.
Nachdem eine erste Runde von Kolaitionsgesprächen gescheitert war, hat sich nun nach drei Verhandlungswochen eine Mehrheit aus Unabhängigkeitspartei, den Links-Grünen und der Fortschritsspartei gefunden. Zusammen haben die drei Parteien 35 der 63 Sitze im isländischen Parlament. Obwohl zwei der Links-Grünen Abgeordneten dem Koalitionsvertrag nicht zugestimmt haben, bleibt noch eine knappe Mehrheit.
Der bisherige Premierminister Bjarni Benediktsson wird Finanz- und Wirtschaftsminister. Zusammen mit dem Fischerei- und Landwirtschaftsminister Kristján Þór Júlíusson, dem Außenminister Guðlaugur Þór Þórðarson, dem Justizminister Sigríður Á. Andersen und der Ministerin für Tourismus, Industrie und Entwicklung Þórdís Kolbrún R. Gylfadóttir besetzt die Unabhängigkeitspartei fünf Ministerposten. Die Fortschrittspartei stellt mit Verkehrsminister Sigurður Ingi Jóhannsson, Sozialminister Ásmundur Einar Daðason und Bildungsministerin Lilja Alfreðsdóttir 3 Regierungsmitglieder. Die Links-Grünen übernehmen mit Svandís Svavarsdóttir das Gesundheitsministerium, Guðmundur Ingi Guðbrandsson ist der neue Umweltminister.

Kläranlagen fehlen vielerorts in Island (24.11.17)

Vielerorts in Island gibt es ein totgeschwiegenes Problem, dass sich nicht zuletzt wegen der deutlich gestiegenen Touristenzahlen verschärft hat - die Abwasseraufbereitung. Während in den Jahren 1997 bis 2005 der Anteil der Haushalte, die an eine Kläranlage angeschlossen waren, von nur 10% auf rund 70% gestiegen ist, hat sich in den Jahren danach nichts mehr an den Zahlen geändert. Im Gegenteil, viele der Kläranlagen sind veraltet und teilweise defekt. Um die Abwasserreinigung auf internationalen Standard zu bringen, wären nach einem Bericht des Fernsehsenders RUV Investitionen in einer Größenordnung von 400 bis 650 Millionen Euro notwendig. Viele der größten Städte Islands haben keine Kläranlage und leiten ihr gesamtes Abwasser direkt ins Meer, so z.B. Akureyri (ca. 18.000 Einwohner), Egilstadir (ca. 3.000 Einwohner) und Selfoss (ca. 7.000 Einwohner). Allerdings planen viele Ortr Kläranlagen zu bauen. Aktuell wird wegen Wartungsarbeiten auch das Abwasser von Reykjavik ungeklärt für voraussichtlich 10 Tage in die Bucht Faxafloi geleitet (ca. 750Liter pro Sekunde). Auch verschiedene Hotels sind in den letzten Monaten in den Fokus der Behörden geraten, weil Abwasser nicht oder ungenügend gereinigt wurde. Im Osten Islands betraf dies das Fosshotel Vatnajökull und das Fosshotel Jökulsarlon, am Myvatn das Hotel Laxa und das Hotel Sel.

Warnstufe gelb für Vulkan Öræfajökull ausgerufen (17.11.17)

Die isländischen Behörden haben für den Vulkan Öræfajökull, der unter dem Eis des Gletschers Vatnajökull liegt, die Warnstufe gelb ausgerufen. Im Laufe der vergangenen Woche hat sich im Eis des Gletschers ein neuer Kessel mit einem Durchmesser von einem Kilometer und einer Tiefe von 25 m - 30 m gebildet. Die Entstehung eines solchen Kessels wurde bisher von Wissenschaftlern an diesem Vulkan noch nie beobachtet. Fachleute sehen darin Anzeichen für eine verstärkte Aktivität des Vulkansystemsm, zumal der Fluß Kvia in der vergangenen Woche sehr stark nach Schefelverbindungen roch. Seit einigen Monaten wird auch verstärkte seismische Aktivität registriert, Anzeichen für einen unmittelbar bevorstehenden Ausbruch gibt es aber derzeit nicht.

Koalitionsgespräche gescheitert (10.11.17)

Erst in der vergangenen Woche erhielt die Parteichefin der Links-Grünen, Katrin Jakobsdottir, vom isländischen Präsidenten Gudni Johannesson den Auftrag zur Regierungsbildung. Bereits nach wenigen Gesprächsrunden sind die Kolationsgespräche gescheitert. Die Fortschrittspartei erklärte, weitere Gespräche seien nach ihrer Meinung sinnlos. Die angestrebte Koalition aus Links-Grünen, Sozialdemokraten, Piraten und Fortschrittspartei hätte nur eine Stimme Mehrheit im Parlament und der Fortschrittspartei ist diese Mehrheit zu klein.

Erster Wintersturm - zahlreiche Flugausfälle (05.11.17)

Der erste heftige Wintersturm in Island hat heute zu zahlreichen Flugausfällen geführt. Fast alle Flüge der Fluggesellschaft Icelandair von Europa nach Island und viele Flüge der Fluggesellschaft in die USA wurden gestrichen. Auch mehrere Flüge von British Airways, Easyjet, WOW Air und Air Iceland Connect wurden gestrichen. Insgesamt sind rund 8.000 Passagiere von den Flugausfällen und -verspätungen betroffen. Das Maximum des Sturmes war für den Nachmittag und Abend angekündigt, also genau zu der Zeit der meisten Flugankünfte von Icelandairs Europaflügen. Es wurden schon gestern Windgeschwindigkeiten von weit über 100km/h angekündigt und bereits um die Mittagszeit wurden Spitzengeschwindigkeiten von knapp 120km gemessen. Gegen 18 Uhr lag der Spitzenwert auf der Halbinsel Reykjanes nahe des Flughafens Keflavik bei 180 km/h, nördlich von Reykjavik wurden sogar 230 km/h gemessen. Auch verschiedene Straßen sind wegen des Unwetters gesperrt, so auch die Ringstraße nördlich von Reykjavik.

Weiterhin seismische Aktivität im Öræfajökull und Bárðarbunga (04.11.17)

In den letzten Wochen und Monaten wurde im Bereich des Vulkans Bárðarbunga immer wieder seismische Aktivität registriert. Am 26. Oktober ereigneten sich drei stärkere Beben, eines davon erreichte eine Magnitude von 4,7. Es war damit das stärkste Beben, das seit dem letzten Ausbruch des Bárðarbungasystems im Jahr 2014 registriert wurde. Nach Meinung von Fachleuten akkumuliert sich Magma im Vulkansystem, was aber als völlig normaler Vorgang angesehen wird und nicht auf einen kurz bevorstehenden Ausbruch hindeutet.
Deutlich mehr Sorgen macht den Geowissenschaftlern ein anderer Vulkan, der unter dem südlichen Vatnajökull liegt. Innerhalb von nur 48 Stunden wurden im Öræfajökull 26 leichte Beben registriert. Die Zivilschutzbehörde hat deshalb am 2. November eine Versammlung mit den Bewohnern des Bezirks Öræfa abgehalten, um sie über die Situation zu informieren. Um ein besseres Bild der Lage zu gewinnen, wurden auch neue seismische Meßstellen eingerichtet. Gleichzeitig hat die Zivilschutzbehörde begonnen, Evakuierungspläne auszuarbeiten, um bei weiteren Anzeichen für einen Ausbruch schnell reagieren zu können. Der Vulkan Öræfajökull brach in den letzten 1000 Jahren zweimal aus, zuletzt vor 290 Jahren (1727) und gilt als besonders gefährlich, da die letzten Ausbrüche hochexplosiv verliefen (phreatische Eruptionen).

Grüne erhalten Auftrag zur Regierungsbildung (02.11.17)

Die Vorsitzende der Grünen, Katrín Jakobsdóttir, hat vom isländischen Präsidenten den Auftrag zur Bildung einer neuen Regierung erhalten. Zusammen mit den Sozialdemokraten, der Fortschrittspartei und den Piraten haben die Grünen 32 Sitze im Parlament und damit eine knappe Mehrheit von einer Stimme. Die Gespräche zwischen den Parteien haben bereits begonnen und als wichtige Themen wurden das Gesundheitswesen, Bildung und das Verkehrswesen angesprochen. Ziel ist die schnelle Bildung einer neuen Regierung, die Regierungsbildung soll nicht wie vor gut einem Jahr rund 10 Wochen dauern.
Die Neuwahlen am 28. Oktober waren notwendig geworden, da die vorherige Regierung unter Premierminister Bjarni Benediktsson nach nur 8 Monaten zerbrochen war. Die einzelnen Perteien schnitten wie folgt ab:
Unabhängigkeitspartei: 25.2 % / 16 Abgeordnete
Grüne: 16.9 % / 11 Abgeordnete
Sozialdemokraten: 12.1 % / 7 Abgeordnete
Zentrumspartei: 10.9 % / 7 Abgeordnete
Fortschrittspartei: 10.7 % / 8 Abgeordnete
Die Piraten: 9.2 % / 6 Abgeordnete
The People’s Party: 6.9 % / 4 Abgeordnete
Reformpartei: 6.7 % / 4 Abgeordnete

Isländische Vulkane rumpeln weiter (04.08.17)

Die Unruhe in diversen isländischen Vulkanen hält an, unmittelbare Gefahr eines Ausbruches besteht aber nicht. Nachdem letzte Woche die Warnstufe für die Katla auf gelb hochgesetzt worden war, ist sie nach dem Ende des Gletscherlaufes im Fluß Múlakvisl wieder auf grün zurückgesetzt worden, die Zahl und Stärke der Beben im Bereich der Katla hat deutlich nachgelassen.
Am 2. August wurde im Bárðarbunga Vulkan das stärkste Erdbeben seit dem letzten Ausbruch des Systems im Jahr 2015 gemessen. Es erreichte eine Magnitude von 4,5 und wenige Minuten später folgte ein zweites Beben der Stärke 3,8. Auch im Bárðarbunga gab es aber keine weiteren Anzeichen für einen bevorstehenden Ausbruch.
Gestern schließlich wurde eine Serie von Erdbeben im Torfajökull registriert. Das Gebiet ist eines der geologisch aktivsten in ganz Island und bildet ein eigenständiges Vulkansystem mit der größten Caldera des Landes. Der Torfajökull bricht nur selten aus, zuletzt im Jahr 1477.

Warnstufe gelb für Katla - Erdbeben und Gletscherlauf (29.07.17)

Katla, die "Mutter aller isländischen Vulkane" - so wurde sie von der isländischen Nachrichtenseite "Icelandmonitor" bezeichnet - macht Behörden und Wissenschaftlern im Moment zunehmend Sorgen. Nachdem sich in den letzten Monaten bereits zahlreiche Erdbeben ereignet hatten, kam es am Mittwoch um 22:18 Uhr zum stärksten Beben im Bereich der Katla seit 40 Jahren. Es erreichte eine Magnitude von 4,5 auf der Richerskala, gefolgt von einem Beben der Stärke 3,2 und vielen schwächeren Beben. Insgesamt wurden 38 Erdbeben registriert. Am Donnerstag und Freitag lag ein ungewöhnlich starker Geruch nach Schwefelwasserstoff über der Südspitze von Island rund um die Ortschaft Vik. Der Gletscherfluß Mulakvisl, der aus dem Myrdalsjökull entspringt, riecht zwar oft nach Schwefelwasserstoff, den deutlich intensiveren Geruch der letzten Tage führen Wissenschaftler aber auf erhöhte geothermische Aktivität zurück. Die Erdbeben haben nun zusammen mit dem Schefelwasserstoffgeruch die Behörden in der vergangenen Nacht veranlasst, für die Katla Vorwarnstufe gelb festzulegen. Sie sagt aus, dass der Vulkan Unruhe über dem normalen Niveau zeigt, aber nicht unmittelbar mit einem Ausbruch zu rechnen ist.

Steigt die Isländische Krone weiter? (23.06.17)

Obwohl die Krone in den letzten Tagen deutlich an Wert verloren hat, erwarten Experten wie Daníel Svavarsson von Landsbankinn längerfristig einen weiteren Kursanstieg. Am vergangenen Mittwoch verlor die Krone rund 1,8% gegenüber dem US-Dollar, seit Monatsbeginn waren es 5,2%. Insgesamt sind die Wechselkurschwankungen höher, als noch vor ein paar Monaten, gleichzeitig wird die Krone aber auch als stärker eingeschätzt, als zu Beginn des Jahres. Die höheren Schwankungen werden noch als Nachwirkung der weitgehenden Aufhebung der Kapitalverkehrskontrollen vor einigen Wochen interpretiert. Nach Meinung von Svavarsson haben die Einnahmen aus dem Tourismus und der damit verbundene Zufluss an Fremdwährungen nur einen kleinen Einfluß auf die Wechselkursentwicklung, er sieht die Ursachen eher im Kapitalzufluß durch Investitionen ausländischer Partner in isländische Firmen. Innerhalb der letzten 12 Monate hat sich der Wechselkurs der Krone gegenüber dem Euro deutlich verbessert. Bekam man als Tourist für einen Euro vor einem Jahr noch rund 140 Kronen, sind es aktuell nur noch etwa 115 Kronen.

Deutscher Urlauber bei Unfall ums Leben gekommen (05.06.17)

Ein deutscher Urlauber, der mit seiner Frau in Island unterwegs war, verstarb am Sonntag an den Folgen eines Unfalls. Wie die Polizei mitteilte, war das Wohnwagengespann des Paares am letzten Donnerstag bei einem heftigen Sturm von der Straße abgekommen. Während die Frau nur leichtere Verletzungen erlitt, wurde der Mann lebensgefährlich verletzt. Beide wurden mit einem Helikopter in das Universitätskrankenhaus von Reykjavik transportiert, wo der Mann am Sonntag seinen schweren Veletzungen erlag. Der Unfall ereignete sich am Donnerstag kurz nach Mittag auf der Ringstraße im Gebiet Öræfasveit im Südosten von Island. Das Meteorologische Institut von Island hatte im Vorfeld des Sturmes bereits vor extremen Windverhältnissen gewarnt und Reisende aufgefordert, sich über die aktuellen Wetterverhältnisse zu informieren. Die Böen erreichten mehr als 35 m/s (knapp 130 km/h) und die Witterungsverhältnisse waren für grosse Fahrzeuge wie Wohnwagengespanne denkbar schlecht geeignet. Der Unfall zeigt leider auf traurige Art erneut, wie gefährlich Wetterverhältnisse und andere Naturkräfte auf Island sein können und Touristen werden dringend aufgefordert, auch die elektronischen Anzeigetafeln am Straßenrand zu beachten, die aktuelle Windgeschwindigkeiten und Temperaturen anzeigen.

Flugzeug rutscht in Keflavik von der Landebahn (28.04.17)

Nach heftigen Schneefällen rutschte heute gegen 17:45 Uhr eine Maschine der Primera Air am Flughafen Keflavik bei der Landung von der Landbahn, die teilweise von Schnee und Eis bedeckt war. Die Passagiere kamen mit dem Schrecken davon. Es wurde niemand verletzt, aber der Flughafen musste mehrere Stunden gesperrt werden und die Passagiere konnten die Maschine erst nach 19 Uhr verlassen.

Island setzt auf Plastikstraßen (28.04.17)

Das Isländische Straßenbauamt hat Gelder in ein Forschungsprojekt investiert, das prüft, ob Recyclingmaterial aus Plastik als Ersatz für Asphalt auf isländischen Straßen verwendet werden kann. Die ersten Ergebnisse sind insgesamt positiv und vielversprechend.
Bereits seit 2015 gibt es in Europa entsprechende Versuche und in den Niederlanden beginnt man gerade damit, erste Straßen mit der neuen Technik zu bauen. Die Straßenelemente sind vorgefertigt und enthalten auch Hohlräume, die für alle möglichen Zwecke genutzt werden können, so z.B. zum Speichern von Wasser oder zum Verlegen von Kabeln und Leitungen. Die Elemente können auch wiederverwertet werden. Die Firma ReSource International prüft nun, ob das System auch für Isand geeignet ist. Es wäre erheblich billiger, als die klassische Bauweise mit Teer und würde dem isländischen Staat vermutlich viele Millionen Kronen sparen. Die Idee stammt ursprünglich aus Indien, dort wird seit einigen Jahren bereits recycelter Kunststoff im Straßenbau verwendet.

Island hebt Kapitalverkehrskontrollen auf - Krone schwächelt im Vorfeld (13.03.17)

Neun Jahre lang gab es strenge Kapitalverkehrskontrollen in Island, sie waren kurz nach dem Beginn der Bankenkrise eingeführt worde. Ziel war die Stabilisierung der isländischen Wirtschaft, man wollte eine Abwanderung von Kapital ins Ausland verhindern und beschränkte deshalb Investitionen im Ausland sowie den Tausch von isländischen Kronen in andere Währungen. Nun teilte die isländische Regierung mit, dass die Kontrollen am Dienstag vollständig aufgehoben werden. Dies gilt sowohl für Firmen, als auch für Privatpersonen und Pensionsfonds. Damit kehrt Island endgültig wieder an die internationalen Finanzmärkte zurück, nachdem schon in den vergangenen Jahren verbunden mit dem kräftigen Wirtschaftswachstum einige Beschränkungen aufgehoben worden waren. Die isländische Krone verlor heute rund 2,5% an Wert gegenüber dem Euro, allerdings hat sie in den letzten Monaten gegenüber dem Euro deutlich zugelegt. Vor 6 Monaten bekam man für einen Euro noch 128 Kronen, aktuell nur noch 118 Kronen. Ihren vorläufigen Höchststand hatte die Krone am 1. März, für einen Euro bekamn man nur noch 112 Kronen.

Amerikaner stirbt bei Schnorcheltour in der Silfa Spalte (13.02.17)

Der Sprecher des Nationaparks Thingvellir Einar Ásgeir Sæmundsson berichtet, dass schon mehrfach Touristen ohnmächtig wurden, während sie längere Zeit auf ihren Tauchgang oder ihre Schnorcheltour in der Silfra Spalte warten mussten. Nach Meinung Sæmundssons besuchen zu vielen Taucher und Schnorchler die Spalte, alleine im letzten Jahr waren es 50.000. Er fordert eine verstärkte Überwachung, nachdem gestern ein Amerikanischer Tourist nach seiner Schnorcheltour in der Spalte starb. Seit 2010 haben sich bereits 8 schwere Unfälle ereignet, vier davon waren tödlich. Wie Sæmundsson betonte, sei die Ausrüstung und Infrastruktur in den letzten Jahren kontinuierlich verbessert worden, das Problem sei die zu große Besucherzahl. Taucher und Schnorchler müssen oft lange warten und dies sei nicht nur unangenehm, sondern vor allem im Winter gefährlich, weil Unterkühlung drohe und Arme und Beine oft taub werden. Dies liege nicht zuletzt an den eng anliegenden Trockentauchanzügen, die auch die Blutzirkulation einschränken, was unter Umständen bis zur Ohnmacht führen kann. Die Verwaltung des Nationalparks fordert zusätzliches Fachpersonal für die Überwachung der Silfraspalte, es soll durch eine Erhöhung der Gebühren für Schnorchler und Taucher von 8 EUR auf 12 EUR finanziert werden. Parkranger Ólafur Örn Ólafsson berichtet auch von Touristen, die vorgeben, Taucherfahrung zu haben oder behaupten, bei guter Gesundheit zu sein, es aber nicht sind. Auch Gäste, die an einer Schnorcheltour teilnehmen, ohne schwimmen zu können, hat er schon wiederholt beobachtet. Hier stellt sich generell die Frage, ob Massentourismus dieser Art die Kontrollmöglichkeiten der Veranstalter überfordert und so zum Sicherheitrisiko wird.

Islands Vulkane rumoren (31.01.17)

Isländische Behörden haben Touristikunternehmen aufgefordert, Ihre Notfallpläne zu überarbeiten, da es nach Einschätzung von Wissenschaftlern ein steigendes Risiko für einen Ausbruch des Vulkans Katla gibt. Die zuständige Polizei in Südisland hat dabei u.a. mögliche Überflutungen durch Gletscherläufe im Blick. Im Falle eines Katlaausbruches rechnet man mit Gletscherläufen im Myrdalsandur, aber auch im Solheimasandur und im Markaföjot könnte es zu Überflutungen kommen.
Am letzten Freitag fand ein Treffen von Vertretern des Zivilschutzes, der Polizeibezirke Südisland, Westmännerinseln und Nordisland sowie von Mitarbeitern des Meteorologischen Instituts und der Universität Island statt, um die verstärkte seismische Aktivität der letzten Monate im Bereich der Katla und des Bárðarbunga zu diskutieren und zu bewerten. Bei dem Treffen wurde noch einmal deutlich gemacht, dass seit August 2016 die seisimische Aktivität ungewöhnlich hoch war. Es ereigneten sich 3 Beben mit einer Magnitude über 4 und zahlreiche weitere Beben mit einer Magnitude über 3. In einer nach dem Treffen veröffentlichten Pressemitteilung heißt es: "Die seismische Aktivität wurde begleitet von einer Zunahme der geothermischen Aktiviät. GPS-Messungen im Bereich der Katla Caldera zeigen eine Hebung der Erdoberfläche seit 2010. Wenn die Aktivität im Bereich der Katla wie im Moment zunimmt, muss mit einer höheren Wahrscheinlichkeit für einen Ausbruch gerechnet werden."

Island hat eine neue Regierung (09.01.17)

Nach langen Verhandlungen ist es nun offiziell - Island hat eine neue Regierung. Die Koalition aus Unabhängigkeitspartei, Reformpartei und Zukunftspartei hat die neue Regierungsmannschaft vorgestellt und am Mittwoch werden die Minister in ihr Amt eingeführt. Das Regierungsprogramm soll morgen der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Islands neuer Premierminister wird der Chef der Unabhängigkeitspartei Bjarni Benediktsson, seine Partei wird außerdem 5 Minister stellen. Die Reformpartei wird drei Minister stellen, die Zukunftspartei zwei.
Einer der Eckpunkte der neuen Regierungspolitik ist der Ausbau der teils maroden Infrastruktur in Island. So soll bis 2023 ein neues Universitätsklinikum gebaut werden, gleichzeitig soll auch die Kostenbeteiligung der Patienten im Gesundheitswesen generell reduziert werden.