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Die Sog-Kraftwerke

Allgemeines

Die drei Kraftwerke am Fluß Sog, der durchschnittlich 110m3 Wasser pro Sekunde führt und eine Fläche von rund 1000km2 entwässert, gehören zu den ältesten in Island. Ihr Bau wurde in Angriff genommen, um Reykjavík mit Strom zu versorgen, dass bis zu diesem Zeitpunkt nur durch das Kraftwerk im Elliðaár-Tal beliefert wurde. Bereits 1906 gab es erste Überlegungen zum Bau der Kraftwerke. Man gelangte aber zur Überzeugung, dass ein solches Projekt nicht realisierbar ist und so begannen die Bauarbeiten erst 30 Jahre später. Auch 1935 war das Sog-Projekt noch ein gewaltiges Vorhaben und löste kontroverse Diskussionen über Kosten und Finanzierung aus. Nachdem 1937 die Ljósafoss-Station an Netz gegangen war, kamen später noch die Stationen Irafoss und Steingrimsstöð hinzu.
Im Jahr 1933 stimmte das isländische Parlament einer Regelung zu, nach der die Stadt Reykjavík die exklusiven Nutzungsrechte am Fluß Sog erhalten sollte. Das Sog-Kraftwerk wurde von einer eigens gegründeten Firma, die der Stadt Reykjavík gehörte, gebaut. Im Jahr 1949 wurde die Republik Island Miteigentümer, 1966 brachte der Staat seine Anteile dann in den damals neu gegründeten Energiekonzern Landsvirkjun ein. Eine komplette Modernisierung der Gebäude und der technischen Einrichtungen der Sog-Kraftwerke, die deutlich von Alter und Abnutzung gezeichnet waren, wurde 1999 abgeschlossen. Die Gebäude wurden dabei nicht nur repariert, sondern auch erdbebensicher gemacht. Daneben wurden Sicherheits- und Kontrolleinrichtungen auf den aktuellen Stand der Technik gebracht. Man rechnet damit, dass die Kraftwerke nach der Modernisierung noch mehrere Jahrzehnte in Betrieb bleiben werden.

Die Ljósafoss-Station

Die Ljósafoss-Station ging im Jahr 1937 als erster Teil des Gesamtprojektes ans Netz und hatte mit ihren 2 Turbinen eine Leistung von 8,8MW. Eine dritte Turbine mit einer Leistung von 5,5MW wurde 1944 installiert. Außerdem wurde am Abfluß des Sees Úlfljótsvatn ein Damm errichtet, der den Wasserspiegel um rund einen Meter steigen lies. Das Kraftwerk liegt am Flußufer östlich des Wasserfalls und das Wasser fließt unterhalb der Turbinen zurück in den Fluß.

Die Ljósafoss-Station.
Die Ljósafoss-Station.

Die Írafoss-Station

Das Írafoss-Kraftwerk nutzt die 38m Höhenfifferenz der beiden Wasserfälle Írafoss und Kistufoss ein Stück flußabwärts. Ein Damm wurde oberhalb des Írafoss auf gleicher Höhe wie der Abfluss des Ljósafoss-Werks errichtet. Die Zuflüsse liegen am Ostufer des Flusses. Dort verschwindet das Wasser in einer Röhre zum unterirdischen Turbinenhaus und wird unter dem Fluß hindurch geleitet. Es tritt an der Westseite des Flusses nahe dem Wasserfall Kistufoss wieder aus. Das Kraftwerk wurde 1953 in Betrieb genommen und erreichte mit zwei Turbinen ein Kapazität von 15,5MW. Im Jahr 1963 wurde die Leistung durch eine weitere Turbine um 16,7MW erhöht.

Die Írafoss-Station.
Die Írafoss-Station.

Die Steingrimsstöð-Station

Das Kraftwerk Steingrimsstöð wurde 1959 in Betrieb genommen. Es nutzt die Höhendifferenz von 20,5m zwischen dem Þingvallavatn und dem Úlfljótsvatn. Am Abfluß des Þingvallavatn wurde ein Damm errichtet und dort läuft der größte Teil des aus dem See abfließenden Wassers in einen Tunnel, der durch den Drattarhlið bis in ein Ausgleichsbecken oberhalb des Kraftwerks reicht. Eine Röhre führt vom Becken zu den beiden Turbinen, die eine Leistung von jeweils 13,5MW haben.

Die Steingrimsstöð-Station.
Die Steingrimsstöð-Station.