Header-Slider

Wir gestalten iceland.de gerade neu - für eventuell kurzzeitig auftretende Anzeigefehler bitten wir um Entschuldigung.

Ignimbrite, Schlotfüllungen und Intrusivkörper

Bei sehr hoher Viskosität der Schmelze können massige Lavadome aus dem Förderschlot eines Vulkans in die Höhe geschoben werden. Aus diesen Stoßkuppen werden dann mitunter nadelähnliche Felsen herausgepreßt. Durch das sehr langsame Fortschreiten der Eruption kommt es weiter innen im Förderschlot zu einer starken Druckerhöhung durch vulkanische Gase, die nicht entweichen können. Die Druckentlastung und die darauffolgende Explosion geschieht oft an Schwachstellen der Stau- und Stoßkuppen, wodurch die Kraft der Eruption zur Seite gerichtet sein kann. Durch die meist sehr rasche Druckentlastung bei der Explosion bildet sich eine Suspension von glühenden Materialien aller Größen in den sich ausdehnenden Gasen, eine sogenannte Glutwolke. Diese Mischung ist so schwer, daß sie nicht wie eine Eruptionswolke nach oben steigen kann, sondern der Landschaftsoberfläche folgt. Dies bedeutet in der Regel, daß sie sich mit großer Geschwindigkeit (bis 500km/h) die Hänge des Vulkans hinab bewegt. Das Material der Glutwolken bildet später massige Lagen aus in der Mitte verschweißten, zu den Rändern hin eher lockeren Gesteinsbruchstücken. Dieses Gestein wird als Ignimbrit bezeichnet. Auf Island sind keine rezenten Beispiele für Glutwolken bekannt. Der tertiäre Skessa-Ignimbrit in Ostisland kann vom Gebiet des Reyðarfjörður bis zum Berufjörður verfolgt werden.

Der Skessa-Ignimbrit in Ostisland.
Der Skessa-Ignimbrit in Ostisland.

Ein großer Teil der Magmen erstarrt als Intrusion. Die größten, zumeist aus sauren Gesteinen bestehenden Intrusivkörper werden Batholithe genannt. Ihre Form ist oft unregelmäßig, die Nebengesteine sind stark metamorphisiert und von Adern des Intrusivgesteins durchsetzt. Die größten Batholithe haben Durchmesser von mehreren hundert Kilometern. Neben der einfachen vertikal nach oben gerichteten und seitlichen Verdrängung von aufliegendem Gestein wurde oft auch ein Teil des Deckgesteins inkorporiert. Einige kleinere Batholithe sind auch auf Island bekannt. Die größten davon sind die Gabbrointrusionen von Eystrahorn und Vestrahorn.
Lakkolithe sind wesentlich kleinere Intrusivkörper als Batholithe, ihr Umfang liegt im Bereich von einigen hundert Metern. Sie sind als kuppelartige Gebilde in bestehende Gesteinsformationen eingedrungen und haben die aufliegenden Gesteine aufgewölbt. Eines der bekanntesten Beispiele für einen Lakkolith ist der Sandfell in Ostisland, der aus Rhyolith besteht.
Gänge sind plattenförmige, meist steilgestellte Körper, die oft im rechten Winkel zu den Strukturen ihres Nebengesteins stehen. In Island haben sie meist geringe Mächtigkeiten von 1-2 m. Die Kontaktzonen von Gängen zum Nebengestein sind oft glasig ausgebildet. Bei den meisten Gängen handelt es sich um Zufuhrgänge von Lava. Die Mehrzahl der isländischen Gänge ist basaltisch, es sind jedoch auch einige rhyolithische Gänge bekannt.
Schlotfüllungen sind zylindrisch oder elliptisch geformte Magmakörper, die durch ihre Härte der Erosion besser Widerstand leisten und daher übrigbleiben, wenn der Rest des Vulkans schon vollständig abgetragen ist. Eine ganze Kette von sauren Schlotfüllungen bilden markante Gipfel zwischen dem Berufjörður und dem Breiðdalur.

Eine "Mauer" aus Ganggestein.
Eine "Mauer" aus Ganggestein.
Schlotfüllungen zwischen dem Berufjörður und dem Breiðdalur.
Schlotfüllungen zwischen dem Berufjörður und dem Breiðdalur.
Gabbrointrusion Vestrahorn.
Gabbrointrusion Vestrahorn.