Alles, was Sie schon immer über Island wissen wollten

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Látrabjarg - am Ende Europas

Karte Látrabjarg.

Der Nordwesten Islands wäre einer Sage nach beinahe eine eigene Insel geworden. Drei Nachttrolle sollen einst versucht haben, einen Graben zwischen Island und den Nordwestfjorden auszuheben. Doch das Vorhaben mißlang, als die aufgehende Sonne die Trolle zu Stein erstarren ließ. Von ihren Bemühungen zeugt aber noch der Aushub in Form der vielen Inseln im Breiðafjörður und im Kollafjörður.
Geologisch gesehen sind die Nordwestfjorde einer der ältesten Landesteile. Vor über 15 Millionen Jahren entstanden die mächtigen Flutbasaltdecken, die den Grundstock der Vestfirðir bilden. Heute ist die Landschaft geprägt von kargen Hochplateaus und tief eingeschnittenen Fjorden, die von den Gletschern der letzten Eiszeit in das Gestein geschnitten wurden.
Landwirtschaftlich kann das Gebiet kaum genutzt werden, denn die steil aus dem Meer aufragenden Berge lassen meist nur wenig Raum für Siedlungen und Ackerflächen. Auch das Klima verhindert die Landwirtschaft und nicht selten liegen während des Winters vor der Küste große Treibeisfelder – sogar im Sommer ist Richtung Westen vor der Küste oft noch Eis erkennbar.

Dennoch sind die Nordwestfjorde für Reisende ein lohnendes Ziel. Zwar sind die Straßen schlechter als in anderen Landesteilen und die Wege durch die Fjordlandschaft sind oft lang – aber andererseits findet man hier noch ein ursprüngliches Stück Island, in dem an vielen Stellen die Zeit stehen geblieben zu sein scheint.
Besonders eindrucksvoll zeigt sich die Landschaft im äußersten Westen der Halbinsel. Dort ragen bei Látrabjarg steile Felsenklippen bis zu 400m senkrecht aus dem Meer. Über 16km zieht sich die Steilküste nach Osten hin und bietet Seevögeln hervorragende Nistmöglichkeiten. Nirgends kann man sie in so großer Zahl beobachten, manche Arten haben hier sogar ihre weltweit größten Bestände. Vor allem im Juni herrscht an den Brutfelsen Hochbetrieb und Papageitaucher, Lummen und Möwen ziehen ihre Bahnen über dem Abgrund.

Die Steilküste bei Látrabjarg.
Die Steilküste bei Látrabjarg.