Alles, was Sie schon immer über Island wissen wollten

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Die Halbinsel Reykjanes

Karte Halbinsel Reykjanes

Im äußersten Südwesten Islands liegt die Halbinsel Reykjanes. Von vielen Reisenden wird sie einfach links liegen gelassen, obwohl es einige lohnende Ausflugsziele gibt. Die Halbinsel entststand zum größten Teil erst in den letzten 10.000 Jahren und stellt den südwestlichen Ausläufer des Mittelatlantischen Rückens mit seiner vulkanischen und tektonischen Aktivität dar. Die höheren Berge auf der Halbinsel, fast durchwegs Palagonitrücken, entstanden bereits während der Eiszeit unter dem Gletschereis. Auch in historischer Zeit fanden mehrere Vulkanausbrüche auf Reykjanes statt, so zum Beispiel 1360 (Eiríksgígar) und 1510 (Trölladyngja). Daß die Erde noch nicht zur Ruhe gekommen ist, zeigt sich an den häufigen leichten Erdbeben, den zahlreichen sich noch vergrößernden Erdspalten und an den aktiven Thermalgebieten, die überall auf der Halbinsel zu finden sind. Wie auch an anderen Orten in Island wird die Erdwärme genutzt, um Häuser zu beheizen und Strom zu produzieren, so z.B. am Kraftwerk Svartsengi. Besonders beeindruckend stellen sich die Spaltensysteme im Bereich der "Brücke zwischen den Kontinenten" dar.

Das Geothermalgebiet Krísuvík

Südwestlich des Sees Kleifarvatn liegt das wohl bekannteste Solfatarengebiet der Halbinsel Reykjanes. Am Südosthang des Palagonitrückens Sveifluháls blubbern im Hochtemperaturgebiet Krísuvík zahlreiche Schlammtöpfe vor sich hin. Nach Erdbeben sind auch in jüngerer Zeit immer wieder neue Schlammtöpfe entstanden, andere sind versiegt. Auch am gegenüberliegenden Berghang sind mehrere Solfatarenfelder zu finden. Das Geothermalgebiet ist durch Wege erschlossen und man kann sich den Quellen und Schlammtöpfen durchaus soweit nähern, dass mn sich die Finger verbrennen kann.

Krísuvík
Geothermalgebiet Krísuvík

Krísuvíkurbjarg

An der Südküste von Reykjanes liegt östlich von Krísuvík eine Steilküste. Der Küstenabschnitt Krísuvíkurbjarg ist einer der bekanntesten Vogelfelsen des Landes. Ab Mai finden sich hier neben Dreizehenmöwen auch Eissturmvögel, Tordalke und Lummen in größerer Zahl ein, Papageitaucher und Krähenscharben sind seltener zu finden. Gelegentlich sind auch Robben an der Küste zu sehen und mit etwas Glück sieht man auf dem Meer Wale vorbeiziehen. Die Piste in Richtung Krísuvíkurbjarg ist beschildert, in der Regel aber nur ein kurze Stück für normale PKW befahrbar. Um zur eigentlichen Steilküste zu gelangen, ist ein kleiner Spaziergang angesagt und man trifft man dort meist nur wenige andere Menschen.

Steilküste und Vogelfelsen Krísuvíkurbjarg.
Steilküste und Vogelfelsen Krísuvíkurbjarg.

Gunnuhver

Im äußersten Südwesten der Halbinsel Reykjanes liegt ein weiteres Thermalgebiet nahe des Kraftwerkes Suðurnes. In diesem Thermalgebiet kocht Gunnuhver, die aktivste Schlammquelle Islands, heftig über und schickt eine eindrucksvolle Dampfsäule in den Himmel. Es kommt auch immer wieder zu heftigeren Dampfexplosionen und man sollte sich tunlichst an Absperrungen halten. Der Name der Quelle geht auf Guðrún Önundardóttir (Gunna)zurück. Der Amtmann soll der armen Frau vor langer Zeit ihren letzten Topf abgenommen haben und nachdem sie gestorben war, ging sie als Gespenst um und spielte den Bewohnern der Gegend übliche Streiche. Erst dem zauberkundigen Pfarrer Eiríkur Magnússon gelang es schließlich, das Gespenst in die heiße Quelle zu bannen, die seitdem Gunnuhver genannt wird.

Gunnuhver
Gunnuhver

Reykjanesviti

In Sichtweite der Gunnuhver wurde 1908 der Leuchtturm Rykjanesviti auf einem kleinen Hügel errichtet. Sein Vorgänger stand näher an der Küste und wurde bei einem Erdbeben schon 1887 schwer beschädigt. Der Leuchtturm ist für Schiffe in den gefährlichen Gewässern rund um die Halbinsel Reykjanes noch immer ein wichtiger Orientierungspunkt. Er blinkt alle 30 Sekunden zweimal und ist außerdem mit einem Differenzial-GPS-Sender ausgestattet. Direkt unterhalb des Leuchtturms führt ein Fahrweg bis an die Küste. Bei Sturm donnern hier oft gewaltige Brecher an die steilen Felsen und eine Skulptur erinnert an den letzten beiden Riesenalke, die im Jahr 1844 auf einer kleinen vorgelagerten Insel getötet wurden.

Leuchtturm Reykjanesviti
Leuchtturm Reykjanesviti