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Gullfoss, der Goldene Wasserfall

Karte Gullfoss.

Der wohl bekannteste Wasserfall Islands dürfte der Gullfoss, der Goldene Wasserfall sein. Er liegt im Südwesten des Landes, in der Nähe der heißen Quellen und Geysire des Haukadalur. Über zwei gewaltige, fast im rechten Winkel aufeinanderstehende Kaskaden stürzt das Wasser des Gletscherflusses Hvítá in eine 2,5km lange und 70 m tiefe Schlucht. An warmen Sommertagen donnern pro Sekunde bis zu 1200m3 Wasser in die Tiefe. Die obere Stufe des Wasserfalls hat eine Höhe von 11m, die untere Stufe erreicht eine Höhe von 20m. Die Fallkante beider Stufen wird durch zwei Lavaschichten gebildet. Zwischen den beiden Lavaschichten befindet sich eine weiche Schicht aus Flußschotter. Auch unter der zweiten Basaltschicht liegt Flußschotter. Das fallende Wasser kann diese weichen Schottereinlagerungen leicht abtragen, die Basaltschichten werden unterspült und brechen regelmäßig ab. So ist in den letzten 10.000 Jahren, also seit dem Ende der Eiszeit, die Schlucht entstanden. Im Schnitt beträgt die erosive Rückschreitung 30cm pro Jahr. Besonders starke Erosionskraft entfaltet das Wasser bei Gletscherläufen und während der Schneeschmelze. Eine Verdoppelung der Strömungsgeschwindigkeit kann das Transportvermögen des Wassers um den Faktor 60 vergrößern. Dies erklärt auch, weshalb an und in vielen Flüssen Steinblöcke liegen, die bei normaler Wasserführung nie transportiert werden könnten.

Der Gullfoss in der Nachmittagssonne.
Der Gullfoss in der Nachmittagssonne.

Während der letzten Eiszeit lag die Landschaft unter einer hunderte von Metern dicken Eisschicht begraben. Die Eismassen drückten das Land nach unten. Mit dem abschmelzen der Eiszeitgletscher setzte auch wieder eine Landhebung ein. Die abschmelzenden Eismassen bildeten gewaltige Ströme, die Schluchten in das sich hebende Land graben konnten.

Schnittbild Gullfoss.
Schnittbild Gullfoss.

An verschiedenen Stellen weißen Basaltschichten durch Erbeben bedingte Brüche auf, so auch im Gullfossgebiet. Diese Brüche sind Schwachstellen im Gestein und bieten der Erosionskraft des Wasser besonders gute Angriffspunkte. Am Gullfoss stehen zwei derartige Bruchstrukturen fast rechtwinklig zueinander. So konnten die beiden Stufen des Gullfoss entstehen.

Der Gullfoss würde heute wahrscheinlich nicht mehr existieren, hätte sich nicht die Tochter des Bauern von Brattholt für ihn eingesetzt. In den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts wollten britische Spekulanten den Gullfoss für die Energiegewinnung erschließen. Sigríður Tómasdóttir führte vergeblich einen langjährigen juristischen Kampf gegen die Spekulanten. Erst als Sie drohte, sich in die Fluten des Gullfoss zu stürzen, ließen die Briten von ihrem Vorhaben ab. Dankbare Isländer haben der Bauerntochter neben dem Wasserfall ein Denkmal gesetzt.