
Island ist seit dem 17. Juni 1944 eine unabhängige parlamentarisch-demokratische Republik. Staatsoberhaupt ist Präsident Ólafur Ragnar Grímsson, der das Amt von Vigdis Finnbogadóttir 1996 übernahm. Grímsson ist der fünfte Präsident der Republik. Er wurde 1943 in Ísafjörður in Nordwestisland geboren, studierte in Manchester Wirtschaft und promovierte 1970 in Politikwissenschaften. 1973 übernahm Grímsson eine Professur an der Universität von Reykjavik, in den Jahren 1988 bis 1991 war er Finanzminister. Der Präsident wird in allgemeiner, direkter und geheimer Wahl auf vier Jahre gewählt. Er ernennt und entläßt Regierungsmitglieder und hohe Beamte und vertritt Island völkerrechtlich. Daneben hat das Staatsoberhaupt ein beschränktes Vetorecht. Gesetze können zwar ohne seine Zustimmung in Kraft treten, sie müssen dann allerdings einem Plebiszit unterworfen werden.
Bei den letzten Parlamentswahlen im April 2009 ergab sich folgende Stimmenverteilung: Unabhängigkeitspartei 23,7% - Sozialdemokraten 29,8% - Fortschrittspartei 14,8% - Grüne 27,7% - Bürgerbewegung 7,2%.
Im Jahr 1992 wurde eine umfangreiche Verwaltungsreform durchgeführt. Island wurde in 23 Landkreise eingeteilt, die zu 8 Regionen zusammengefaßt sind. Daneben gibt es 14 kreisfreie Städte. An der Spitze der Landkreise steht der Landrat und ein gewähltes Kreisparlament. Die 104 Gemeinden Gemeinden bilden die unterste Verwaltungsebene. Bürgermeister und Gemeindeparlamente verfügen über weitgehende Rechte.
Etwa 75% der isländischen Arbeitnehmer sind organisiert. Die 1916 gegründete Isländische Arbeiterföderation hat rund 65.000 Mitglieder und ist damit die größte Gewerkschaft des Landes. Die größte Einzelgewerkschaft ist die 1942 entstandene Vereinigung städtischer und staatlicher Angestellter. Die Isländische Arbeitgeberföderation wurde 1934 gegründet. Auch Handwerker, Industrieunternehmen und Bauern sind in Verbänden organisiert. Die Arbeitslosenquote lag im Jahr 2003 bei 3,4%.
Die Einkommen in Island sind relativ hoch. So verdient ein Ehepaar, das vollzeit beschäftigt ist, im Durchschnitt 76.000 Euro pro Jahr, ein vollzeit berufstätiger Mann verdient pro Jahr im Durchschnitt 41.000 Euro (D: 29.500 Euro) und das Durchschnittseinkommen einer Frau liegt bei 25.000 Euro pro Jahr (D: 22.600 Euro). Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit von Männern liegt bei 48 Stunden, die von Frauen bei 36 Stunden.
Eine umfassende soziale Sicherung wurde in Island 1946 eingeführt. Neben der Krankenversicherung und der Rentenversicherung (Rentenalter 67 Jahre) gibt es eine Unfallversicherung, eine Arbeitslosenversicherung (nur für Gewerkschaftsmitglieder) und eine Familienversicherung. Versicherungsträger ist das Staatliche Institut für Soziale Sicherheit. Finanziert werden die Versicherungen über Beiträge, die von allen Steuerpflichtigen zu entrichten sind.
Das Gesundheitswesen ist gut entwickelt. Über das ganze Land verteilt gibt es 53 Krankenhäuser mit insgesamt rund 4000 Betten, daneben 726 niedergelassene Ärzte und 132 Apotheken. Wie in den meisten Industrienationen sind Krebserkrankungen und Herz-/Kreislaufkrankheiten die häufigste Todesursache. Mit 82,5 Jahren bei Frauen und 78,7 Jahren bei Männern hat Island die höchste durchschnittliche Lebenserwartung der Welt.
In Island besteht bis zum 16. Lebensjahr allgemeine Schulpflicht. Nach dem Grundschulbesuch vom 7. bis zum 13. Lebensjahr folgt die Sekundarstufe. Sie ist in eine Unterstufe für 13 bis 15-jährige und eine vierjährige Oberstufe gegliedert. Die Unterstufe schließt mit der mittleren Reife, der Abschluß der Oberstufe berechtigt zum Hochschulstudium. Im Jahr 1990 gab es 214 Grundschulen mit Sekundarstufe I, 50 Oberstufen und 5 Hochschulen. Viele Oberstufen werden wegen der langen Wege als Internate geführt. Im Jahr 2002 wurden 6,2% des Bruttoinlandsprodukts (8,9 Mrd. Euro) für das Bildungswesen ausgegeben.